{"id":14577,"date":"2020-02-04T00:56:51","date_gmt":"2020-02-03T23:56:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14577"},"modified":"2020-02-03T09:59:35","modified_gmt":"2020-02-03T08:59:35","slug":"vergleich-c64-vs-sinclair-spectrum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/02\/04\/vergleich-c64-vs-sinclair-spectrum\/","title":{"rendered":"Vergleich: C64 vs Sinclair Spectrum"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe vor Jahren in meiner Serie \u201edie <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?s=schlechtesten+Computer\">schlechtesten Computer<\/a> aller Zeiten\u201c &uuml;ber den <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/02\/08\/die-schlechtesten-computer-der-commodore-c64\/\">C64 <\/a>geschrieben. Der Beitrag rutsche dann, wie es bei Blogs der Fall ist ins Vergessen. Seit etwa einem Jahr ist er in einem C64 Forum verlinkt und seitdem gibt es alle paar Monate (wohl wenn er durch einen Post im Forumsbeitrag wieder in der Hauptseite des Forums erscheint) wieder mehr Seitenabrufe und dann nat&uuml;rlich auch Posts. Es reicht den dortigen Leuten, die dann nat&uuml;rlich eine einseitige C64-positive Meinung haben, nicht nur einen Kommentar zu hinterlassen, manche m&uuml;ssen das sogar mehrmals unter verschiedenen Pseudonymen tun. Offenbar gehen Leute, die zwar einen C64 hatten aber nur damit spielten, davon aus, das andere genauso wenig Ahnung von Computer haben wie sie und nicht erkennen k&ouml;nnen, dass der Post von ein und derselben IP-Adresse kommt. In dem Falle l&ouml;sche ich alle Posts dieser Person. Sie kann ja gerne mehrfach posten aber bitte unter einem Pseudonym, das jeder erkennen kann, was dahinter steckt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/75f0c49bf87e4d8dbc192cfdc7e28f52\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Aber zur&uuml;ck zum Artikel. Ich habe den <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/c64.shtml\">C64<\/a> mit dem CPC 6128 verglichen (den ich &uuml;brigens nie besessen habe, ich hatte einen CPC 464) und das kam nicht gut an. Ich meine noch heute der Vergleich ist legitim, es sind zwei Rechner derselben Preisklasse und &auml;hnlichen Eigenschaften. Aber er hakt nat&uuml;rlich. Die CPC-Serie ist j&uuml;nger und wurde als Komplettsystem verkauft. Daher habe ich mir vorgenommen nochmals einen Vergleich zu machen, diesmal mit dem ZX-Spectrum, denn der ist aus der gleichen Zeit, sogar noch etwas fr&uuml;her erschienen (April 1982, in Deutschland aber in etwa zeitgleich mit dem C64).<\/p>\n<h3 class=\"western\">Geh&auml;use und Tastatur<\/h3>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sinclair-spectrum.shtml\">ZX Spe<\/a><a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sinclair-spectrum.shtml\">c<\/a><a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sinclair-spectrum.shtml\">trum<\/a> kommt in einem sehr kleinen Geh&auml;use mit nur 40 Gummitasten, die bis zu siebenfach belegt sind. Der C64 kommt in einem deutlich gr&ouml;&szlig;eren Geh&auml;use mit echter Schreibmaschinentastatur und weniger Belegungen und 66 Tasten. Das Geh&auml;use des Spectrums sieht deutlich schicker aus, auch wegen der Kleinheit \u201eschnuckelig\u201c. Das Ursprungsgeh&auml;use des C64 erhielt wegen der hohen Bauform bald den Beinahmen \u201eBrotkasten\u201c, wurde aber sp&auml;ter deutlich verbessert. Was allerdings z&auml;hlt, ist weniger das Geh&auml;use als vielmehr, wie man mit der Tastatur arbeiten kann und da sind die Gummitasten die auf eine Folie m&uuml;nden des Spectrums deutlich der Schreibmaschinentastatur des C64 unterlegen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Anschl&uuml;sse<\/h3>\n<p>Ich lasse in beiden F&auml;llen Fernsehanschluss &uuml;ber die Antennenbuchse und Stromanschluss weg, weil die selbstverst&auml;ndlich sind.<\/p>\n<p>Der Spectrum geizt mit Anschl&uuml;ssen f&uuml;r Peripherie. Er hat nur einen Anschluss f&uuml;r einen Kassettenrekorder und einen Platinenstecker mit 54 Signalen der CPU zur Erweiterung des Systems \u201eSystembus\u201c oder \u201eErweiterungsbus\u201c. Beim C64 sind es deutlich mehr. Es gibt an der Seite zwei Anschl&uuml;sse f&uuml;r Gameports im 9.Poligen Standardformat, wie es der Competition Pro einsetzt. Neben dem Antennenanschluss hat der C64 auch eine achtpolige Audio\/Videobuchse, mit der man ihn an einen Monitor anschlie&szlig;en kann. F&uuml;r den Anschluss eines Diskettenlaufwerks oder eines Druckers gibt es eine IEEE 488 Schnittstelle, einen 12-poligen Userport, den man mit einem Modull zum Anschluss eines Druckers nach Centronics oder V24 Standard nutzen kann, ebenfalls den Erweiterungsbus, hier mit 44 Leitungen und einen sechspoligen Anschluss f&uuml;r eine Datasette. Au&szlig;erdem hat er einen Resteschalter. Selbst der fehlt beim Spectrum. Hinsichtlich Anschl&uuml;ssen punktet der C64 also klar. Er ist was die Zahl der Anschl&uuml;sse betrifft dem Spectrum deutlich &uuml;berlegen. Allerdings sind bis auf die Gameports alle Anschl&uuml;sse nach Commodore Standard nicht nach damals g&auml;ngigen Industriestandards (5-Polige DIN Buchse f&uuml;r Kassettenrekorder, Centronics f&uuml;r Drucker).<\/p>\n<h3 class=\"western\">Hardware<\/h3>\n<p>Der Minimalismus zieht sich weiter beim internen Aufbau. Der Spectrum besteht, wenn man die Logikbausteine der 74xx Serie mal au&szlig;er Betracht l&auml;sst, praktisch nur aus CPU, ULA, RAM und ROM. Der C64 ist deutlich besser ausgestattet. T&ouml;ne produziert ein eigener Soundchip, der SID, die Grafik nicht nur ein Videocontroller, sondern ein Videoprozessor, der VIC. Dazu kommen zwei I\/O Bausteine und ebenfalls ein ULA. Es ist klar, das der C64 daher viel mehr F&auml;higkeiten in der Hardware hat, als der Spectrum, bei dem das ULA sowohl die Grafikerzeugung wie auch Kommunikation mit Keyboard und Kassette und die Tonerzeugung &uuml;bernehmen muss. Erneuter Punktgewinn f&uuml;r den C64.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Software<\/h3>\n<p>Beide Rechner haben den damals obligaten BASIC Interpreter, der zugleich Betriebssystem ist. Beide BASIC Interpreter basieren auf Vorg&auml;ngern. So versteht der Spectrum die Programme der beiden Vorg&auml;nger ZX80 und ZX81, verf&uuml;gt aber &uuml;ber weitere Befehle f&uuml;r das Zeichnen und setzen von Farben. Das BASIC des C64 wurde unver&auml;ndert von den CBM B&uuml;rocomputern &uuml;bernommen, die keinerlei Grafikf&auml;higkeiten- und Soundf&auml;higkeiten haben. So fehlen alle Befehle, die damit zu tun haben im Befehlssatz. Was die Gr&ouml;&szlig;e angeht so punktet der C64 mit 20 KByte ROM, die aber auch darauf beruhen das er zwei Zeichens&auml;tze hat die alleine 4 KByte belegen, w&auml;hrend es beim Spectrum nur einer ist. Beide Rechner haben Blockgrafikzeichen in den oberen 128 Codes um damit Grafiken zu erstellen. Da man mit dem Spectrum Interpreter die F&auml;higkeiten der Hardware ausreizen kann, auch wenn sie schlechter als die des C64 sind. Punktet hier der Spectrum.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Speicher<\/h3>\n<p>Den Spectrum gab es mit 16 oder 48K Arbeitsspeicher, wobei weil der Bildschirmspeicher etwa 7 KB belegt praktisch nur die 48K Version verkauft wurde. Der C64 hat wie sein Name schon andeutet 64 KByte RAM. Bei beiden Rechnern geht davon der Bildschirmspeicher und etwas Speicher f&uuml;r Systemvariablen ab. Das ROM belegt auch einen Teil de Adressbereiches, der so nicht nutzbar ist. Beim Spectrum schlie&szlig;t es unten an den Arbeitsspeicher an und belegt so die ganzen 64 K Adressbereich. Beim C64 verdeckt es den oberen Speicher. Diese 20 KByte sind unter BASIC nicht nutzbar und indirekt nur nutzbar, wenn man in den 4 KB des Zeichensatzes ein Maschinenprogramm unterbringt. Die anderen 16 KB sind nicht nutzbar, wenn das Betriebssystem und BASIC Interpreter aktiv sein sollen. Beim Einschalten hat man unter BASIC beim C64 somit nur 38,9 K frei, beim Spectrum, der eigentlich 16 KB weniger Speicher hat sind es in der 48 K Version dagegen 41,5 K, also leicht weniger. Hier punktet der Spectrum.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Grafik und Sound<\/h3>\n<p>Beide Rechner haben eine Bildschirmverwaltung, die heute nicht mehr bekannt ist. Beim Spectrum gab es einen 6 KB gro&szlig;en Speicher f&uuml;r die Pixelinformation von 256 x 192 Punkten in monochrom. Zus&auml;tzlich einen Farbspeicher von 32 x 24 Zeichen. F&uuml;r jedes Zeichen konnte man f&uuml;r Vorder- und Hintergrund eine von 16 Farben setzen. Die Bitmaps haben also eine Aufl&ouml;sung von 256 x 192 Pixeln, aber je 64 Pixel teilen sich eine Vorder- und Hintergrundfarbe.<\/p>\n<p>Der C64 hat ebenfalls einen getrennten Bitmap- und Farbspeicher. Hier gibt es einen Textspeicher der 40 x 25 Zeichen aufnimmt und einen Farbspeicher, der wie beim Spectrum f&uuml;r jedes Zeichen eine Vorder- und Hintergrundfarbe definiert. Neben diesem Standardmodus beherrscht der VIC noch zwei weitere. Einen hochaufl&ouml;senden Modus in dem man alle 320 x 200 Pixel ansprechen kann, aber nur monochrom und einen Multicolormodus, bei dem die Aufl&ouml;sung geringer ist, daf&uuml;r es 4 oder 16 Farben gibt. Diese Modi sind von BASIC aus aber nicht zug&auml;nglich. Beliebige Bitmap Grafik, also nicht unter Verwendung des Standardzeichensatzes, konnte man erzeugen, indem man den Zeichensatz in das RAM kopierte und dort ver&auml;nderte. Die meisten Spiele nutzten denn auch diese Methode.<\/p>\n<p>Beim Sound gibt der Spectrum nur einen Ton &uuml;ber einen kleinen eingebauten Lautsprecher aus. Der SID des C64 ist dagegen dreistimmig und hat neben den bei Soundchips &uuml;blichen H&uuml;llkurvenmodulatoren auch Amplitudenmodulatoren und Oszillatoren und geht damit &uuml;ber die Soundf&auml;higkeiten der meisten Heimcomputer hinaus, w&auml;hrend der Spectrum dahinter bleibt. Sein einstimmiger Ton ist, wenn man es auf die Musk &uuml;bertr&auml;gt, genauso wie der Vergleich von jemanden der ein Instrument, spielt mit dem einer Band mit drei Instrumenten. Das macht bei der Musikuntermalung von Spielen einen gro&szlig;en Unterschied.<\/p>\n<p>Beim Ton punktet also ganz klar der C64. Bei der Grafik ist es so, das der C64 prinzipiell besser ist, aber in der Basisaustattung dies nicht nutzbar ist.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Erweiterungen<\/h3>\n<p>Beide Systeme hinsichtlich Erweiterungen zu beurteilen, ist schwierig und zwar aus unterschiedlichen Gr&uuml;nden. Beim ZX Spectrum ist das Hauptproblem, das es nur einen Erweiterungsbaus gibt und der nun alle Erweiterungen aufnehmen soll. Die offiziellen Erweiterungen wie ZX-Interface 1 und 2 schleifen den Bus daher durch, doch es ist eben ein Platinenstecker nicht einer der feste Kontakte oder gar Klammern hat, um Stecker zu befestigen. Das war mechanisch instabil und mehr als ein Interface machte so Probleme. Ohne Interface kam man nicht aus, weil man weder einen Drucker noch einen Massenspeicher anschlie&szlig;en konnte. Selbst f&uuml;r Joysticks fehlte der Anschluss. Da sie auch im Betriebssystem nicht vorgesehen waren simulierten sie Tasten und so gab es zwei verschiedene Standards f&uuml;r die belegten Tasten von Sinclair und einem Fremdhersteller. Sinclair propagierte als Massenspeicher das Microdrive. Das war ein Endlosbandlaufwerk. Doch es war erst 18 Monate nach Ank&uuml;ndigung lieferbar und entpuppte sich als nicht sehr zuverl&auml;ssig. Zudem waren die Cartridges sehr teuer. Ein Floppylaufwerk konnte es schon wegen des fehlenden wahlfreien Zugriffs nicht ersetzen, vielmehr diente es zum Speichern von Programmen. Direkt anschlie&szlig;en konnte man eigentlich nur den ZX Printer. Doch das war ein Thermodrucker der nur 256 Bits breit druckte und dies auf empfindlichem aluminiumbeschichteten Thermopapier. Dagegen war der Nadeldrucker VC 1526 von Commodore vergleichbar dem anderer Nadeldrucker dieser Zeit. Die Marktbedeutung des C64 f&uuml;hrte aber dazu das es nach einigen Jahren eigene Versionen von Farbdruckern gab, die direkt an den C64 angeschlossen werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Der C64 hat hinsichtlich Schnittstellen zwar die Nase vorn, er verwendete aber keine genormten Schnittstellen. Das bedeutet, man war entweder auf die Peripherie von Commodore festgelegt (Parallele zu Sinclair) oder man musste zus&auml;tzliches Geld investieren, um z.B. am Userport eine Centronics Schnittstelle nachzur&uuml;sten. Beim Floppylaufwerk war es so, das man bei der ersten Serie aus Kostengr&uuml;nden die Zahl der Leitungen von acht bei der CBM Serie auf eine reduziert hatte. Sp&auml;ter galt das nicht mehr doch aus Kompabilit&auml;tsgr&uuml;nden nutzte das Betriebssystem nur eine Leitung. Die L&ouml;sung waren Floppy Disk Beschleuniger, die dann aber auch extra kosteten. Ohne diese war das Floppylaufwerk aber nicht wesentlich schneller als ein Kasetteninterface (300 Byte pro Sekunde, andere Rechner erreichten 2400 (Atari 400) bis 15.000 Byte\/s (Apple).. Der Anschluss an einen Monitor ist zwar gut gemeint, angesichts der niedrigen Aufl&ouml;sung der Ausgabe bei beiden Rechnern aber nicht n&ouml;tig. Immerhin ist dann das Bild stabiler und sch&auml;rfer. Allerdings kostete ein Farbmonitor damals mehr als ein C64.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Vergleichstest<\/h3>\n<p>Ich will zwei Szenarien untersuchen: Die \u201eoffizielle\u201c Nutzung dieser Rechner zum Erlernen von BASIC und zum Programmieren. Ich habe \u201eoffiziell\u201c geschrieben, weil die Leute die ich damals kannte und nat&uuml;rlich auch ich, die Computer wirklich programmiert haben und dabei auch n&uuml;tzliche Programme herauskamen, die man im Studium nutzen konnte. Wie die Antworten auf den obigen Blog zeigen und ich inzwischen auch im Gespr&auml;ch mit anderen rausfand, war das die Ausnahme. Die Rechner wurden damals vorwiegend als Ersatz f&uuml;r eine Spielkonsole gekauft und damit gedaddelt. Daher der Vergleich dieser beiden Einsatzgebiete: Programmieren in BASIC und Spielen. Die fehlenden Joystickanschl&uuml;sse beim Spectrum beruhen auch darauf, das Sinclair den Rechner zum Programmieren vorgesehen hatte, und er war sehr ver&auml;rgert, als er sah das die meisten ihn nur zum Spielen nutzen.<\/p>\n<p>Das BASIC des Spectrums schl&auml;gt das des C64. Die F&auml;higkeiten, die der Spektrum hat, kann man damit ausnutzen. In der Geschwindigkeit sind beide Modelle unter BASIC etwa gleich schnell, das ergaben Benchmarks. Der BASIC-Interpreter des Spectrums ist daher etwas ineffizienter, denn bei der Taktfrequenz von 3,58 MHz sollte er etwa 20 % schneller als der C64 sein. Beim Start hat der Spectrum 48K unter BASIC noch 41,5 KByte frei, beim C64 sind es dagegen nur 38,9 KB. Wie das? Beide Rechner haben ein ROM, das im Adressbereich liegt, doch das ist, beim C64 4 KByte gr&ouml;&szlig;er und reduziert so den verf&uuml;gbaren Speicher. Bedeutender ist aber das das ROM 20 KByte des Speichers verdeckt, der so unter BASIC nicht nutzbar ist. Die oberen 20 KByte h&auml;tte man so wenigstens als Bildschirmspeicher, der beim C64 ohne spezielle Tricks 8 KByte gro&szlig; ist, nutzen k&ouml;nnte, doch dieser liegt auch im unteren Bereich, sodass beim Einschalten der h&ouml;heren Bildschirmmodi nochmals Speicher verloren geht. Allerdings erfordern diese Modi Maschinensprache. F&uuml;r in BASIC programmierte Spiele wird man aber den Zeichensatz kopieren und umprogrammieren, das schluckt 2 KByte. So ist der BASIC-Programmierer beim C64 im Nachteil, sowohl was die Sprachm&ouml;glichkeiten angeht wie auch der verf&uuml;gbare Speicher. Es gab um das Manko zu beseitigen Erweiterungsmodule. Popul&auml;r war z.B. das Simons BASIC. Doch das war zum einen eine zus&auml;tzliche Ausgabe. Zum anderen verkleinerte das Modul, das ja auch Speicher belegte, den Speicher unter BASIC weiter auf 30 KByte.<\/p>\n<p>Bei den Spielen gibt es die Beschr&auml;nkungen nicht. Spiele k&ouml;nnen das Betriebssystem nutzen, m&uuml;ssen es aber nicht. Beim C64 muss man praktisch die beiden Coprozessoren direkt anzusprechen, weil das Betriebssystem sie ja nur rudiment&auml;r unterst&uuml;tzt. Dann steht beim C64 mehr Speicher zur Verf&uuml;gung, auch die ausgeblendeten 20 KByte des ROM sind dann nutzbar.<\/p>\n<p>Bei Spielen gelten die Begrenzungen unter BASIC nicht. Dann profitiert der C64 von einem Grafikprozessor der Spielfiguren (Sprites) selbst animieren kann, verschiedene Grafikmodi beherrscht und dazu von einem Soundprozessor unterst&uuml;tzt wird. Bei Spielen schl&auml;gt der getrennte Farb- und Darstellungsspeicher des Spectrums dagegen negativ zu Buche. Da f&uuml;r je 1 Zeichen (64 Bit) dieselbe Farbe gew&auml;hlt wird, wird eine bewegte Spielfgur die einen andersfarbigen Bereich erreicht Farbfehler aufweisen oder sie springt eben gleich um ein Zeichen (8 Pixel( weiter. Dieser \u201eColor Clash\u201c war ber&uuml;chtigt bei Spectrum Spielen, die daher oft nur wenige Farben einsetzten oder wenn es viele Farben waren, dann bewegten sich die Figuren meist ruckartig. Bei Spielen punktet also eindeutig der C64.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Kosten<\/h3>\n<p>Bei beiden Rechnern ist es so das die Basisrechner relativ preisg&uuml;nstig waren, dann mit der Peripherie aber Zusatzkosten auf den Anwender zukamen.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"128*\" \/>\n<col width=\"128*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"50%\">Spectrum Hardware<\/th>\n<th width=\"50%\">Preis 1\/1984 (Ausgabe ct 1\/1984)<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Spectrum 48K<\/td>\n<td width=\"50%\">525.- (16 K-Version: 398)<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Gameport Interface mit Joystick \/ Competition Pro<\/td>\n<td width=\"50%\">98 \/ 129.-<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Centronics Interface<\/td>\n<td width=\"50%\">170.-<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Tastatur Umr&uuml;stsatz<\/td>\n<td width=\"50%\">190.-<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Drucker mit Interface<\/td>\n<td width=\"50%\">864.-<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">ZX Interface 1<\/td>\n<td width=\"50%\">200.-<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Microdrive<\/td>\n<td width=\"50%\">250.-<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"128*\" \/>\n<col width=\"128*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"50%\">C64 \/ Zubeh&ouml;r<\/th>\n<th width=\"50%\">Preis 1\/1984 (Ausgabe ct 1\/1984)<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">C64<\/td>\n<td width=\"50%\">674<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Joystick Competition Pro<\/td>\n<td width=\"50%\">60.-<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Drucker VC 1526<\/td>\n<td width=\"50%\">889.-<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Floppy VC 1541<\/td>\n<td width=\"50%\">720.-<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Simons BASIC Erweiterungsmodul<\/td>\n<td width=\"50%\">175.-<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Datasette<\/td>\n<td width=\"50%\">129.-<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wer spielen wollte, kam in beiden F&auml;llen eigentlich mit einem Kassettenrekorder aus. Die meisten Spiele gab es auf Kassette, und wenn pro Kassette nur ein Programm drauf ist, entf&auml;llt auch das Spulen. Dann muss man nur warten, denn beide Rechner lesen relativ langsam (Sinclair 1500 Baud, Commodore 1174 Baud). Bei Commodore kann man keinen handels&uuml;blichen Kassettenrekorder anschlie&szlig;en, sondern hat wegen des eigenen Busses nur die M&ouml;glichkeit eine Datasette, im Prinzip auch nur ein Kassettenrekorder jedoch ohne Lautsprecher, anzuschlie&szlig;en. Der war aber rund 50 DM teuerer als ein Kassettenrekorder, denn man meistens sowieso hatte. Mit einem Joystick wurde man so 654 (Spectrum) bzw. 863 DM (C64) los.<\/p>\n<p>Beim Programmieren ist es schwer, einen Vergleich zu ziehen. Die Microdrives sind einfach nicht mit einem Diskettenlaufwerk zu vergleichen. Sie sind zwar schneller haben aber keinen wahlfreien Zugriff und die Folgekosten f&uuml;r die Cartriges sind h&ouml;her. Ich habe daher den Massenspeicher weggelassen. Aber man ben&ouml;tigt doch einen Drucker, um mal auch Ergebnisse oder Grafiken auszudrucken. Der Spectrum ben&ouml;tigt f&uuml;rs Programmieren aber auch eine ordentliche Tastatur und der C64 ein ordentliches BASIC. Beides sind Aufr&uuml;stoptionen, die sein m&uuml;ssen. Dann ist man zusammen bei 1.749 bzw. 1.867 DM (C64). Der Spectrum ist also immer etwa 120 bis 300 DM billiger, wobei der Unterschied bei der gr&ouml;&szlig;eren Summe nicht so relevant ist. Spiele kosteten f&uuml;r beide etwa gleich je nach Titel zwischen 27 und 40 DM. Da man Kassetten aber leicht kopieren kann und das sogar ohne Computer wurde aber mehr getauscht als gekauft.<\/p>\n<p>Ich denke als Spielplattform war der C64 trotz etwas h&ouml;herer Kosten die bessere Wahl, einfach weil die Hardware, die ja bei Spielen in Assembler direkt angesprochen wird, viel leistungsf&auml;higer war. Der Spectrum war in der Basisversion besser f&uuml;rs Programmieren geeignet. Allerdings hat man dann bald Probleme mit dem Limit an Schnittstellen, sodass die Erweiterung teuer wird und wenn man eine echte Tastatur haben will, wird\u2019s auch teuer. Diskettenlaufwerke waren f&uuml;r beide nicht zu empfehlen. Beim C64 durch die extreme Langsamkeit und beim Sinclair gab es sie gar nicht vom Hersteller, nur Fremdl&ouml;sungen. In beiden F&auml;llen verschwand der Preisbonus durch Nachr&uuml;stungen. Mit dem Wissen, das ich heute &uuml;ber Computer habe, w&uuml;rde ich wohl keinen der beiden kaufen. Stattdessen einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dragon_32,_Dragon_64\">Dragon 32<\/a>. Der hat zwar nur 30 K frei verf&uuml;gbares RAM, aber eine echte Tastatur und ein BASIC das die Hardware unterst&uuml;tzt. Eine vern&uuml;nftige Discstation gab es auch f&uuml;r ihn. Er kostete zur gleichen Zeit 688.- also etwas mehr als ein C64. Geahnt, dass beide Rechner nicht das Ideale f&uuml;r mich sind, habe ich aber schon damals, denn ich lies mir mit dem Kauf solange Zeit, bis ein Computer erschien, der das bot, was ich erwartete. Das wurde der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/cpc464.shtml\">CPC 464<\/a>, dem ich dann neun Jahre die Treue hielt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe vor Jahren in meiner Serie \u201edie schlechtesten Computer aller Zeiten\u201c &uuml;ber den C64 geschrieben. Der Beitrag rutsche dann, wie es bei Blogs der Fall ist ins Vergessen. 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M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Hall\u00f6chen, es wird Zeit das ich mich mal wieder melde. Es gab zwei Gr\u00fcnde, warum ich mich so rar gemacht habe. Das eine ist das es gerade nicht so viel aktuelles gibt, au\u00dfer einem Update zu Artemis, zu dem ich vielleicht noch etwas schreibe. W\u00e4hrend Trump das ganze Programm nach\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/4fb81c7bafbd4d9d88b5695abdb33d29","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18419,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/10\/02\/der-neue-rekordhalter-bei-der-bemannten-raumfahrt\/","url_meta":{"origin":14577,"position":4},"title":"Der neue Rekordhalter bei der bemannten Raumfahrt","author":"Bernd Leitenberger","date":"2. Oktober 2025","format":false,"excerpt":"\u2026 ist unfreiwillig Oleg Popolow. Die Geschichte zeigt, wo Russland heute in der Raumfahrt steht. Sie beginnt am 22. September 2022. Russland f\u00fchrt seit rund sieben Monaten Krieg gegen die Ukraine und hat Tausende Gefallene, Verwundete und gefangene Soldaten zu beklagen. Um die Verluste auszugleichen, wurde an diesem Tag eine\u2026","rel":"","context":"In &quot;M\u00fcnchhausens Kolumne&quot;","block_context":{"text":"M\u00fcnchhausens Kolumne","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/satire\/muenchhausen\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/6566478af4c24587a85b9f439288056d","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18612,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/28\/galileos-cds-teil-2\/","url_meta":{"origin":14577,"position":5},"title":"Galileos CDS \u2013 Teil 2","author":"Bernd Leitenberger","date":"28. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"So, heute geht es weiter mit Teil 2 \u00fcber Galileos CDS, dieser Beitrag schlie\u00dft nahtlos an den ersten Beitrag von gestern an, wie man schon an der ersten Textzeile sieht. 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