{"id":14595,"date":"2020-02-09T00:17:48","date_gmt":"2020-02-08T23:17:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14595"},"modified":"2020-02-09T19:34:18","modified_gmt":"2020-02-09T18:34:18","slug":"der-kassettenrekorder-und-die-heimcomputer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/02\/09\/der-kassettenrekorder-und-die-heimcomputer\/","title":{"rendered":"Der Kassettenrekorder und die Heimcomputer"},"content":{"rendered":"<p>Was den typischen \u201eHeimcomputer\u201c der Achtziger Jahre auszeichnet, war das er ohne viel Peripherie auskam. Sicher, man konnte die meisten um einen Drucker, Monitor und ein Diskettenlaufwerk erweitern, aber anders als ein echter PC kam er auch ohne aus. Er wurde an einen Fernseher angeschlossen, weshalb die Aufl&ouml;sung der meisten Modelle klein war, typisch 256 \u00d7 192 bis 320 \u00d7 200 Pixel \u2013 mit etlichen Formaten dazwischen. Als Massenspeicher fungierte der Kassettenrekorder. Die Datenraten waren klein. Hier mal einige Datenraten, die ich bei der Recherche zu meinen Artikeln fand:<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/105b7fcfbc8341ac9e453affc9727fd9\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"25%\">Ger&auml;t<\/th>\n<th width=\"25%\">Standarddatenrate (Baud)<\/th>\n<th width=\"25%\">Hohe Datenrate (Baud)<\/th>\n<th width=\"25%\">Mit Tricks<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Sinclair ZX81<\/td>\n<td width=\"25%\">300<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Sinclair ZX Spectrum<\/td>\n<td width=\"25%\">300<\/td>\n<td width=\"25%\">1500<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">C64<\/td>\n<td width=\"25%\">384<\/td>\n<td width=\"25%\">1157<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Acorn<\/td>\n<td width=\"25%\">300<\/td>\n<td width=\"25%\">1200<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Alphatronic PC<\/td>\n<td width=\"25%\">300<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Atari 400\/800<\/td>\n<td width=\"25%\">600<\/td>\n<td width=\"25%\">1200<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">MSX<\/td>\n<td width=\"25%\">1200<\/td>\n<td width=\"25%\">2400<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Amstrad CPC 464<\/td>\n<td width=\"25%\">1000<\/td>\n<td width=\"25%\">2000<\/td>\n<td width=\"25%\">3900<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Apple I<\/td>\n<td width=\"25%\">1200<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Falls ihr noch weitere Datenraten kennt, insbesondere die mit Tricks, bitten in den Kommentaren posten, ich erg&auml;nze dann die Tabelle.<\/p>\n<p>Bei durchschnittlich 11 Bits pro Byte (mit Start\/Stop und Pr&uuml;fbit) liegt die Datenrate in Byte bei weniger als einem Zehntel der Baudrate (1 Baud = 1 Bit\/s). Als ich mich mit den Microdrives des Spectrum und QL besch&auml;ftigte, die ja auf einem Magnetband viel h&ouml;here Datenraten erreichten habe ich mich gefragt, ob man nicht mit dem Kassettenrekorder deutlich h&ouml;here Datenraten erreichen konnte.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Speicherformat<\/h3>\n<p>Um zu wissen wie die Daten auf einer Kassette gespeichert wurden sollte man das Format kennen. Die meisten Rechner nutzen das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kansas_City_Standard\">Kanas City <\/a>Standardformat, das schon 1975 verabschiedet wurde. Es sah zwei Frequenzen vor, n&auml;mlich 1.200 und 2.400 Hz. Eine \u201e0\u201c wurde durch einen Ton mit einer 1200 Hz Frequenz gespeichert, eine \u201e1\u201c durch einen Ton mit 2400 Hz. Zuerst waren es vier bzw. acht Wellen pro Bit (300 Baud) dann eine bzw. zwei (1200 Baud). Logischerweise konnte man mit der Vorgehensweise nicht mehr als 1200 Baud erreichen, den weniger als eine vollst&auml;ndige Welle pro Bit geht nicht.<\/p>\n<p>H&ouml;here Datenraten setzten daher andere Verfahren ein. Gemeinsam war aber das man von dem gesamten Frequenzumfang und Lautst&auml;rkeumfang den eine Kassette wiedergeben kann nur einen Teil der Frequenzen und meist auch nur eine Lautst&auml;rke nutzte.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Datenrate bei Musik<\/h3>\n<p>Nun speichern Kompaktkassetten aber normalerweise Musik. Selbst billige konnten T&ouml;ne bis 12 KHz Frequenz abspeichern und das in variabler Lautst&auml;rke. Rein technisch kann man alle T&ouml;ne als Frequenzen mit unterschiedlicher Lautst&auml;rke ansehen, die wenn man sie aufsummiert eine gemeinsame Frequenz bilden. Unser Geh&ouml;r reicht bis 20 KHz, nimmt aber im Alter ab, sodass selbst teure Kopfh&ouml;rer meist nicht mehr als 16 KHz wiedergeben, weil kein Erwachsener die ganz hohen Frequenzen noch h&ouml;ren kann.<\/p>\n<p>Gem&auml;&szlig; dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nyquist-Shannon-Abtasttheorem\">Shannonschen Theorem<\/a> muss man f&uuml;r eine Frequenz von n Hz pro Sekunde 2 n Abtastpunkte anfertigen, um diese digital ohne Verlust zu konvertieren. Jeder Abtastpunkt hat dann eine Lautst&auml;rke f&uuml;r die man dann auch m Bits f&uuml;r die Digitalisierung ben&ouml;tigt. F&uuml;r CD-Qualit&auml;t wird mit einer maximalen Frequenz von 22 Khz und 16 Bits f&uuml;r die Lautst&auml;rke digitalisiert. Es sind es so 2 x 22.000 x 16 = 704 KBit\/s, bei zwei Kan&auml;len (Stereo) sind es dann sogar 1408 KBit\/s. Diese Datenrate liegt also um den Faktor 1000 &uuml;ber dem, was die Hauptcomputer nutzten.<\/p>\n<p>Nun ist es utopisch diese Datenrate auch einsetzen zu k&ouml;nnen, denn zum einen gibt es ja auch St&ouml;rungen wie Rauschen, zum anderen waren die verwendeten Kassetten nicht unbedingt die mit den besten Klangeigenschaften.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Telefon als Vergleich<\/h3>\n<p>Ein besseres Analogon finde ich ist die Daten&uuml;bertragung &uuml;ber das Telefon. Auch hier &uuml;bertr&auml;gt man digitale Inhalte, indem man sie analog als T&ouml;ne &uuml;bertr&auml;gt. Beim Telefon gibt es kein Stereo und der Frequenzbereich der &uuml;bertragen wird, liegt beim analogen Telefon zwischen 300 und 3400 Hz, also bei 3100 Hz. Ohne Kompression, die es damals auch noch nicht gab, kann man mit einem Modem maximal 33.600 Baud &uuml;bertragen werden. (Die 56 kbaud, die analoge Modems zuletzt erreichten, der V90 Standard, kamen mit einem auf 4 KHz erweiterten Band zustande und waren theoretisch \u2013 ich habe meist um die 39 bis 42 Kbit\/s gehabt). Nach dem Shannonschen Theorem entsprechen 40 Kbit\/s bei 4 KHz Bandbreite rund 5 Bit f&uuml;r die Lautst&auml;rke, also 32 Abstufungen \u2013 es ist utopisch zu glauben, dass man &uuml;ber dem Grundrauschen die 65536 Abstufungen die die Abtastung f&uuml;r die CDs vorsieht auch noch heraush&ouml;ren kann. Das Weglassen leiser T&ouml;ne, die man sowieso nicht h&ouml;ren kann, ist denn auch Grundlage des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/MP3\">MP3 Standards<\/a>.<\/p>\n<p>Digital wurden bei ISDN auf dem gleichen Medium 64 Kbit, bei Kanalb&uuml;ndelung 128 kbit erreicht \u2013 bei Kanalb&uuml;ndelung erfolgt die &Uuml;bertragung nur in eine Richtung, die Gegenstelle ist also \u201estumm\u201c, das ist aber beim Einlesen oder Schreiben von Computern immer der Fall.<\/p>\n<p>Gehe ich davon aus, das ein Magnetband eine bessere Qualit&auml;t, als das Telefon aufweist, so sollte ich also bei der analogen Speicherung mindestens 31 Kbaud erreichen, bei digitaler Speicherung 64 Kbaud, ber&uuml;cksichtigt man das die Kassetten Stereosignale speichern, also zwei Spuren so w&auml;ren es bei der &Uuml;bertragung dieses Analogons auf die Kompaktkassette sogar 62 \/ 128 Kbaud.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Speicherkapazit&auml;t von Magnetb&auml;ndern<\/h3>\n<p>Das obige Beispiel macht klar, das man, wenn man nur die M&ouml;glichkeiten der Ausnutzung des ganzen Frequenzspektrums und der Lautst&auml;rke ansieht, man viel h&ouml;here Datenraten erreichen kann, als die Aufzeichnung von Kassette damals hatte. Allerdings ist eine Kassette ein anderes Medium als die Telefonleitung. Nun werden aber Magnetb&auml;nder schon lange in der Informationstechnik eingesetzt und ich habe mir mal die M&uuml;he gemacht zwei Standards der damaligen Zeit, in denen die Information digital und nicht analog gespeichert wurde umzurechnen. Ich habe zuerst die Bitdichte pro Quadratmillimeter berechnet und dann daraus abgeleitet die Datenrate bei der Kompaktkassette mit ihrer Breite von 3,81 mm und der Standardgeschwindigkeit von 47,6 mm\/s.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"85*\" \/>\n<col width=\"85*\" \/>\n<col width=\"85*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"33%\">Ger&auml;t<\/th>\n<th width=\"33%\">Datendichte<\/th>\n<th width=\"33%\">Datenrate<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Microdrive<\/td>\n<td width=\"33%\">11 Byte\/mm\u00b2<\/td>\n<td width=\"33%\">15.000 Byte\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">QIC-11<\/td>\n<td width=\"33%\">23 Byte\/mm\u00b2<\/td>\n<td width=\"33%\">4.000 Byte\/s<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Quarter-inch_cartridge\">Quarter Inch Standard<\/a> ist f&uuml;r mich am vergleichbarsten. Ich habe selber einen Streamer mit diesen B&auml;ndern gehabt und die B&auml;nder sehen auch aus wie robuste Kompaktkassetten. Sie haben, da sie sehr schnell gespult werden, eine Basisplatte aus Aluminium, auch das Band ist dicker, Aber ich denke die Technologie ist am vergleichbarsten. Das Microdrive ist dagegen ein Endlosband, das relativ kurz ist. Der QIC-11 Standard mit 20 MB auf einem 450 Fuss langen Band erschien 1983, also gerade zur richtigen Zeit. Hier wurde nicht so schnell gespult wie beim Mikrodrive, sodass die Datenrate kleiner war.<\/p>\n<p>Ein QIC-11 Band hatte vier Spuren, war 137,2 m lang bei 6,35 mm Breite, eine Kompaktkassette dagegen 3,81 mm breit und bei 30 Minuten Spieldauer 42,84 m lang. Da bei der Kompaktkassette die Bandst&auml;rke mit steigender Kapazit&auml;t abnimmt und wohl kaum ein Benutzer lange auf seine Programme warten will, gehe ich im Folgenden von 30 Minuten = 2 x 15 Minuten aus.<\/p>\n<p>Eine Kompaktkassette hat zwei Seiten, die entsprechen, da das Band genau halb so breit ist wie ein QIC-Band dann auch genau zwei Spuren. Man w&uuml;rde also wie bei der Tonaufzeichnung pro Seite nur eine Spur haben und nicht am Bandende umspulen, um die n&auml;chste Spur zu lesen. Nimmt man die geringere Datendichte der Microdrives, die anders als die ersten QIC Tape Streamer bezahlbar waren, so entsprechen die 4,76 cm Geschwindigkeit pro Sekunde beim normalen Lauf rund 1000 Byte\/s, mit Pr&uuml;finformationen also 11 kBaud. Nach dem Kansas City Standard w&auml;re dies gleichbedeutend mit einer Frequenz von 11 \/ 22 Khz.<\/p>\n<p>Voraussetzung w&auml;re nur, dass der Kopf die Daten gleich digital speichert und die umst&auml;ndliche Wandlung, die beim Kassettenrekorder, aber auch den Datasetten die nicht schneller als normale Rekorder, nur teurer waren, wegf&auml;llt. Bei dem im CPC 464 verbauten Rekorder konnte man ohne Problem ja schon 3900 Baud erreichen. Die Frage ist dann eher, wie schnell der Computer die Daten verarbeiten kann. Wenn es keine eigene Schaltung daf&uuml;r gibt, dann hat man in jedem Falle folgende drei Schritte:<\/p>\n<ul>\n<li>Bit vom Rekorder einlesen.<\/li>\n<li>Bit mit Pr&uuml;fbit in einem Register XOR verkn&uuml;pfen.<\/li>\n<li>Bit in ein Ergebnisregister schieben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die drei Instruktionen ben&ouml;tigen in jedem Falle bei einem Z80 23 Taktzyklen, an den Byteenden k&auml;men noch weitere Instruktionen hinzu, um ein Byte zu speichern und Z&auml;hler \/ Adressen zu dekrementieren\/inkrementieren, doch diese auch beim Schreiben auftreten, w&uuml;rde es auf dem Tape einfach eine kurze Pause geben, in der die CPU besch&auml;ftigt ist. Bei 4 MHz Takt einer Z80 w&auml;ren so problemlos 170 Kbaud m&ouml;glich. Der Computer bremst also nicht das Auslesen aus.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vergleich w&auml;re mit der Datendichte von Disketten. Hier eine kleine Tabelle:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"25%\">Standard<\/th>\n<th width=\"25%\">Unformatierte Kapazit&auml;t<\/th>\n<th width=\"25%\">Spurbreite<\/th>\n<th width=\"25%\">Datendichte<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">8 Zoll, SD und DD<\/td>\n<td width=\"25%\">760<\/td>\n<td width=\"25%\">0,33 mm<\/td>\n<td width=\"25%\">5.760 Bpi<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">5,25 Zoll SD und DD<\/td>\n<td width=\"25%\">500<\/td>\n<td width=\"25%\">0,33 mm<\/td>\n<td width=\"25%\">5.922 Bpi<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">5,25 Zoll QD<\/td>\n<td width=\"25%\">1000<\/td>\n<td width=\"25%\">0,16 mm<\/td>\n<td width=\"25%\">5.922 bpi<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">5,25 Zoll HD<\/td>\n<td width=\"25%\">1600<\/td>\n<td width=\"25%\">0,16 mm<\/td>\n<td width=\"25%\">9.946 bpi<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">3,5 Zoll SD<\/td>\n<td width=\"25%\">500<\/td>\n<td width=\"25%\">0,19 mm<\/td>\n<td width=\"25%\">8.717 bpi<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">3,5 Zoll DD<\/td>\n<td width=\"25%\">1000<\/td>\n<td width=\"25%\">0,095 mm<\/td>\n<td width=\"25%\">8.717 bpi<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">3,5 Zoll HD<\/td>\n<td width=\"25%\">2000<\/td>\n<td width=\"25%\">0,095 mm<\/td>\n<td width=\"25%\">17.434 bpi<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Eine Kassette h&auml;tte bei 3,81 mm Breite genug Platz f&uuml;r 7 Spuren in der niedrigsten Datendichte, das w&uuml;rde aber dann das Umspulen der Kassette am Ende mit weiteren Verz&ouml;gerungen bedeuten. Beschr&auml;nkt man sich nur auf eine Spur, so ist die Angabe der Datendichte pro Spur (bpi = Bit per Inch) relevant. Ber&uuml;cksichtigt man die Bewegung um 4,76 cm\/s also 1,87 Zoll\/s, so l&auml;ge die Datenrate bei 10.794 bis 16.335 Baud, wenn man sich auf die Standards bis 3,5 Zoll DD, der in den fr&uuml;hen 80-ern erreicht war, beschr&auml;nkt. Also auch hier eine Datenrate, die mit obigem Wert von 11.000 Baud vergleichbar ist.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Schnelles Spulen<\/h3>\n<p>Ein digitaler Kassettenrekorder muss ja nicht auf das normale Spulen angewiesen sein. W&uuml;rde man pro Kassette nur pro Seite ein Programm speichern, dann w&auml;ren selbst C30 Kassetten &uuml;berdimensioniert \u2013 selbst bei den erreichten 1200 Baud sind dies 108 KByte pro Seite, bei 11 kBaud dann 900 KByte. Nun kann jeder Kassettenrekorder schneller spulen und der Schreiblesekopf kann immer noch aktiv sein \u2013 Kassettendecks nutzen das, um eine Pause zwischen zwei Songs zu erkennen und dann anzuhalten. F&uuml;r das schnelle Kopieren gab es bei besseren Ger&auml;ten auch die Funktion des High Speed Dubbings mit doppelter Geschwindigkeit. (9,5 cm\/s). Schon alleine diese w&uuml;rde die Datenrate auf 2 KByte\/s verdoppeln.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Sektorverwaltung<\/h3>\n<p>Im Prinzip kann man ein Band wie eine Diskette in Sektoren aufteilen und verwalten. Es gibt aber durch das Spulen immer eine Wartezeit bis ein Sektor erreicht ist. Da das Band auch nicht sofort stoppen kann, und anders, als bei einer <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/disklaufwerk.shtml\">Diskette<\/a> beim Verpassen des Anfangs des Sektors nach einer Umdrehung der Scheibe automatisch der Sektor wieder am Schreibelesekopf vorbeizieht, wird man in diesem Falle aber nur einen Bruchteil der Kapazit&auml;t nutzen, weil man hinter jedem Sektor dann eine ausreichend lange L&uuml;cke lassen muss, um dem Motor Zeit zu geben das Band zu stoppen. Ich denke die nutzbare Kapazit&auml;t w&uuml;rde sich durch den Puffer nach jedem Sektor f&uuml;r das Abbremsen so halbieren. Sektoren w&auml;ren wahrscheinlich gro&szlig;, wenn ich 1 s als Pause zwischen zwei Sektoren ansetze, mindestens 1 KByte. Je gr&ouml;&szlig;er der Sektor desto weniger f&auml;llt der Puffer ins Gewicht. Bei 2 KByte pro Block w&auml;ren so 600 von 900 kb Brutto nutzbar und bei 4 KByte sind es schon 720 von 900 KByte. Trotzdem w&auml;re eine Kassette so nicht geeignet, f&uuml;r den wahlfreien Zugriff und das Einlesen eines Programmes, das fragmentiert &uuml;ber die Bandl&auml;nge verteilt ist, w&uuml;rde lange dauern und das Band durch das Spulen und Stoppen stark beanspruchen.<\/p>\n<p>Ich w&uuml;rde, wenn man so einen digitalen Rekorder baut, ein anderes Verfahren einsetzen: wenn ich davon ausgehe, dass ein Heimcomputer nur Programme oder Daten als jeweils ein Block speichert und jeder Block nie gr&ouml;&szlig;er als der Hauptspeicher sein kann, dann w&auml;re es sinnvoll, das Band in gleich gro&szlig;e Bl&ouml;cke zu unterteilen. Die 900 KByte einer Seite z.b. in 20 Bl&ouml;cke von 45 KByte brutto. Keiner der 8 Bit Heimcomputer hatte eine nutzbare Arbeitsspeicherkapazit&auml;t die 45 KByte &uuml;berschritt. (38,9 KB beim C64, 41,5 beim ZX Spectrum 43,9 beim Amstrad CPC). Ein solcher Block w&uuml;rde ausreichen, um 43-44 Kbytes zu speichern und einen Abstandsblock von 1-2 KByte zum Stoppen des Motors beim Vorspulen einzuschlie&szlig;en. Der Benutzer w&uuml;rde dann nur angeben, welchen der 20 Bl&ouml;cke er lesen oder schreiben will. Zu jedem Block kann man schnell spulen und es g&auml;be keine Fragmentierung. Wahlfreier Zugriff wie bei einer Diskette w&auml;re so nicht m&ouml;glich, aber ich denke mit dem Nachteil k&ouml;nnte man leben. Speziell f&uuml;r Commodore Besitzer w&auml;re interessant das die Kassette so schneller als die VC 1541 Floppy mit ihren 400 Byte\/s ist (okay, das erreichte man mit Turbo aber schon auf dem eingebauten Kassettenrekorder des CPC 464).<\/p>\n<h3 class=\"western\">Kosten<\/h3>\n<p>Von der Technik her ist es immer noch ein normaler Kassettenrekorder, nur ohne Lautsprecher, daf&uuml;r mit digitaler anstatt analoger Speicherung, was nicht viel ausmacht. Im Prinzip w&auml;re er also in etwa genauso teuer wie ein einfacher Kassettenrekorder, der damals etwa 80 bis 100 Mark kostete. Ein Microdrive mit weitaus anspruchsvoller Technik kostete anfangs 250 DM. Ich glaube das ein Rekorder mit einer Kapazit&auml;t von 900 KByte, 20 Speicherpl&auml;tzen und rund 1 KByte\/s Datenrate den Leuten sicher auch 250 Mark wert gewesen w&auml;re, denn er h&auml;tte in den meisten Anwendungen (die meisten luden ja nur Spiele von Kassetten) ein Diskettenlaufwerk ersetzt.<\/p>\n<h3>[Edit]<\/h3>\n<p>Ich habe erst nach dem Erstellen des Artikels gesehen, das die ct in den Ausgaben 4 und 6\/84 schon eine L&ouml;sung vorgestellt hat die auf einem normalen Kassetten Rekorder (also analoge Speicherung) 7.200 Baud erreichte. Kritischer ist dabei weniger der Rekkorder sld vielmehr das der Rechner reproduzierbare Zeiten f&uuml;r das Lesen eines Bits hat, wof&uuml;r sie unter anderem die Interrupts ausschalten.Ich glaube mit 7200 Baud w&auml;ren schon viele zufrieden gewesen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was den typischen \u201eHeimcomputer\u201c der Achtziger Jahre auszeichnet, war das er ohne viel Peripherie auskam. Sicher, man konnte die meisten um einen Drucker, Monitor und ein Diskettenlaufwerk erweitern, aber anders als ein echter PC kam er auch ohne aus. 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Januar 2026","format":false,"excerpt":"Ich denke, es wird mal wieder Zeit f\u00fcr etwas leichte Unterhaltung die etwas Wissen vermittelt. Also einen Blog \u00fcber 10 Rekorde bei Satelliten, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Um eines klarzustellen - es geht nur um Satelliten. Raumsonden sind au\u00dfen vor, weil bei ihnen vieles anderes ist, so kann\u2026","rel":"","context":"In &quot;Die Glorreichen 10&quot;","block_context":{"text":"Die Glorreichen 10","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/die-glorreichen-10\/"},"img":{"alt_text":"","src":"\/img\/1kgsats.png","width":350,"height":200,"srcset":"\/img\/1kgsats.png 1x, \/img\/1kgsats.png 1.5x, \/img\/1kgsats.png 2x, \/img\/1kgsats.png 3x"},"classes":[]},{"id":13317,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2018\/04\/04\/die-aufklaerung-des-aprilscherzes\/","url_meta":{"origin":14595,"position":4},"title":"Die Aufkl&auml;rung des Aprilscherzes","author":"Bernd Leitenberger","date":"4. April 2018","format":false,"excerpt":"So, nun komme ich wieder mal zu einem Blog. Derzeit arbeite ich noch flei\u00dfig an der Aufstiegssimulation, nun vor allem im Pflegen der alten Daten. Rund 200 Tr\u00e4ger wollen schlie\u00dflich erg\u00e4nzt werden. Anscheinend hat es keiner gemerkt: Der letzte Blog war ein Aprilscherz. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde unsere Regierung nie auf seinen\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"\/img\/sapcex-falcons.jpg","width":350,"height":200,"srcset":"\/img\/sapcex-falcons.jpg 1x, \/img\/sapcex-falcons.jpg 1.5x, \/img\/sapcex-falcons.jpg 2x"},"classes":[]},{"id":18439,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/10\/14\/nachlese-elfter-teststart-des-starships-ift-11\/","url_meta":{"origin":14595,"position":5},"title":"Nachlese elfter Teststart des Starships IFT-11","author":"Bernd Leitenberger","date":"14. Oktober 2025","format":false,"excerpt":"Die Nachlese zum gestrigen Starship-Start kann ich recht kurz machen, denn diesmal klappte noch mehr als beim letzten Mal. Dauerhaft, zusammen mit dem Artikel f\u00fcr den Flugplan und Abbildungen findet ihr das ganze auch auf der Website. Drei Dinge fielen mir auf: Beim Boostback-Burn der Super Heavy schaltete eines der\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/d237e8ebe33746ddb174f7e072b94b6c","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14595"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14595\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}