{"id":14649,"date":"2020-03-19T11:33:59","date_gmt":"2020-03-19T10:33:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14649"},"modified":"2020-03-19T21:29:04","modified_gmt":"2020-03-19T20:29:04","slug":"die-groesse-von-oberstufen-und-ihr-schub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/03\/19\/die-groesse-von-oberstufen-und-ihr-schub\/","title":{"rendered":"Die Gr&ouml;&szlig;e von Oberstufen und ihr Schub"},"content":{"rendered":"<p>Vieles kann man mit der Raketengrundgleichung berechnen, aber manchmal f&uuml;hrt sie einen doch in die Irre. Eine der Dinge, die dazu geh&ouml;ren, sind Masse und der Schub von Oberstufen. Aber ich erkl&auml;re erst mal das Problem.<\/p>\n<p>Eine Rakete hat, bis sie die Bahn erreicht \u201eVerluste\u201c, klingt als Wort etwas bl&ouml;d, aber hat sich sogar im englischen eingepr&auml;gte, dort wird von \u201elosses\u201c geredet. Die Hauptverluste sind die Gravitationsverluste. Sie entstehen dadurch das damit eine Rakete einen stabilen Orbit erreicht sie erst einmal die H&ouml;he erreichen muss in der dieser stabil ist, erst dann kann sie beginnen den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Orbitgeschwindigkeit, die tangential zur Erdoberfl&auml;che zu erbringen ist aufzubringen. Das tut zum gr&ouml;&szlig;ten Teil die Oberstufe(n). Vorher muss sie vertikal beschleunigen, wobei die Endgeschwindigkeit in der Vertikalen so hoch sein muss das sie zumindest die H&ouml;he erreicht, in der ein Orbit stabil ist, das sind etwa 160+ km. Diese Hubarbeit verringert zwar etwas die Orbitalgeschwindigkeit, aber nur wenig, sie ist daher ein Verlust.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/04250fbb299e4296af6f170a15dbaf35\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<p>Ein zweiter Verlust entsteht dadurch das w&auml;hrend die erste Stufe das tut sie auch Treibstoff in diese H&ouml;he transportiert, das hei&szlig;t je schneller sie die vertikale Mindestgeschwindigkeit aufbaut desto geringer sind die Verluste. Beide zusammen werden im englisch unter \u201egravitational losses\u201c zusammengefasst,<\/p>\n<p>Aus den beiden Aussagen ergibt sich, das die Verluste am kleinsten sind, wenn die Startbeschleunigung hoch ist. Ordnet man Raketen nach ihren Verlusten, so haben die kleinsten Feststoffraketen, dann folgen fr&uuml;he Tr&auml;gerraketen mit kleinen und schubstarken Oberstufen. Heutige Tr&auml;ger haben dagegen relativ hohe Verluste. Am hinteren Ende stehen dann Tr&auml;ger wie Ariane 5. In gewisser Weise korrespondiert das mit der Zeit die eine Rakete braucht den Orbit zu erreichen: eine Atlas oder Sputnik schaffte das in rund 300 s, eine Ariane 5 ECA braucht die doppelte Zeit daf&uuml;r. Der Zusammenhang ist aber nicht linear, das hei&szlig;t doppelte Zeit &lt;&gt; doppelte Gravitationsverluste.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Betrachtung der Erststufe<\/h3>\n<p>So gesehen w&auml;re eine Erststufe mit einem hohen Schub also starker Startbeschleunigung besser. Es gibt aber zwei \u201eAbers\u201c. Das eine ist mathematisch leicht nachweisbar. Auch wenn eine Rakete nicht linear beschleunigt, richtet sich der Zusammenhang von Weg und Geschwindigkeit nach den bekannten physikalischen Formeln:<\/p>\n<p>v = a * t<\/p>\n<p>s = \u00bd a * t\u00b2<\/p>\n<p>Nur ist a nicht konstant, sondern variabel. Es gilt aber auch, das bei gegebener Treibstoffmenge und spezifischem Impuls die Brennzeit t sich so ergibt:<\/p>\n<p>t = Spez Impuls * Treibstoffmenge \/ Schub<\/p>\n<p>Wenn nun der Schub steigt, so sinkt t ab, entsprechend sinkt die Brennschlussh&ouml;he ab, allerdings weil a schneller ansteigt, denn von ihm wird ja immer g abgezogen, nicht so deutlich. Hier die Werte f&uuml;r eine Rakete mit ansonsten selben Daten und einem Startwinkel von 70 Grad:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"25%\">Brenndauer [s]<\/th>\n<th width=\"25%\">Startbeschleunigung [m\/s]<\/th>\n<th width=\"25%\">Gipfelh&ouml;he [km]<\/th>\n<th width=\"25%\">Endgeschwindigkeit [m\/s]<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">100 s<\/td>\n<td width=\"25%\">24,7<\/td>\n<td width=\"25%\">164,7<\/td>\n<td width=\"25%\">7.163<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">120 s<\/td>\n<td width=\"25%\">20,6<\/td>\n<td width=\"25%\">185,2<\/td>\n<td width=\"25%\">7.019<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">140 s<\/td>\n<td width=\"25%\">17,7<\/td>\n<td width=\"25%\">202,5<\/td>\n<td width=\"25%\">6.873<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">160 s<\/td>\n<td width=\"25%\">15,5<\/td>\n<td width=\"25%\">215,9<\/td>\n<td width=\"25%\">6.724<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">180 s<\/td>\n<td width=\"25%\">13,7<\/td>\n<td width=\"25%\">225,3<\/td>\n<td width=\"25%\">6.571<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">200 s<\/td>\n<td width=\"25%\">12,3<\/td>\n<td width=\"25%\">230,8<\/td>\n<td width=\"25%\">6.414<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Man sieht: bei diesem Extremfall nimmt trotz niedriger Startbeschleunigung die Gipfelh&ouml;he zu, obwohl die erreichte Endgeschwindigkeit um 700 m\/s kleiner ist. Die theoretische Endgeschwindigkeit w&auml;re &uuml;brigens 8008 m\/s. Das hei&szlig;t, es gab zwischen 650 und 1600 m\/s Gravitationsverluste. Die schnellere Beschleunigung &auml;u&szlig;ert sich also in kleineren Gravitationsverlusten. Aber der Brennschluss erfolgt bei niedriegr Beschleunigung in immer gr&ouml;&szlig;erer H&ouml;he.<\/p>\n<p>Trotzdem wird man die Startbeschleunigung so niedrig wie m&ouml;glich ansetzen, fr&uuml;her waren 1,25 g rund 12,3 m\/s &uuml;blich, heute gibt es Raketen, die beschleunigen noch gem&auml;chlicher bis hinab zu 11 m\/s. Warum? Nun wir k&ouml;nnten eine Rakete, die mit 1,5 g startet, nehmen und die Tanks der ersten Stufe so verl&auml;ngern, das sie nur noch mit 1,25 g startet. Durch den Verbrauch des Treibstoffs wird sie dann irgendwann auch auf 1,5 g Beschleunigung kommen, dann hat sie aber schon eine gewisse H&ouml;he erreicht (steigert den Schub durch geringeren Luftwiderstand und damit den spezifischen Impuls) und eine gewisse Geschwindigkeit. Die kommt nun zu dem Wert von 1,5 g hinzu, das hei&szlig;t, bei Brennschlussende ist sie schneller. Daf&uuml;r ist das Trockengewicht etwas h&ouml;her, da die Tanks ja auch Gewicht darstellen, aber in der Summe bleibt ein deutliches Plus, zumal Tanks viel billiger als Triebwerke sind. Nur wenn ich die M&ouml;glichkeit habe, den Schub ohne gr&ouml;&szlig;ere Kosten zu variieren, wie das bei Feststoffraketen der Fall ist, lohnt es sich schnell zu beschleunigen, wobei Startbeschleunigung und Spitzenbeschleunigung zusammenh&auml;ngen, zu schnell sollte es also auch nicht sein. Bei hoher Startbeschleunigung reicht die Zeit nicht aus, die ben&ouml;tigte Mindesth&ouml;he zu erreichen. Reine Feststoffraketen haben daher Freiflugphasen, in denen die Restrakete weiter steigt. Allerdings verliert sie dabei an Geschwindigkeit. Freiflugphasen sind daher auch nicht optimal.<\/p>\n<p>Aus der Modellierung kann ich als Erfahrungswert einbringen, das eine Rakete mindestens 300 s ben&ouml;tigt um ohne Freiflugphase einen Orbit zu erreichen. Tr&auml;ger, die darunter liegen, kommen meist nicht ohne Freiflugphase aus. Auch eine moderne Feststoffrakete wie die Vega hat eine, allerdings ist die durch die Verl&auml;ngerung der Brennzeit der ersten Stufe deutlich k&uuml;rzer geworden.<\/p>\n<p>Dass die Brennzeit wichtig f&uuml;r die H&ouml;he der Verluste ist, bedeutet auch, das Erststufen mit hochenergetischen Treibstoffen, die dann nat&uuml;rlich l&auml;nger brauchen, um die gleiche Treibstoffmenge zu verbrennen, h&ouml;here Gravitationsverluste haben als Stufen mit festen Treibstoffen oder mittelenergetischen Treibstoffen.<\/p>\n<p>Als L&ouml;sung aus dem Dilemma gibt es bei einigen Tr&auml;gern die M&ouml;glichkeit den Schub zu drosseln, das verl&auml;ngert die Brennzeit. Das wird z.B. bei der Atlas V so eingesetzt. Die Schubdrosselung setzt erst sp&auml;t ein und ist meinst an eine Spitzenbeschleunigung gekoppelt, z.B. um sie bei maximal 5 g zu halten.<\/p>\n<p>Die ideale Erststufe w&uuml;rde in der sp&auml;teren Orbith&ouml;he Brennschluss haben und dann w&uuml;rde die Oberstufe tangential zur Erdoberfl&auml;che z&uuml;nden. Das Gipfelpunkt und Brennschluss zusammenfallen (das ist bei einem konstanten Winkel unm&ouml;glich) erreicht man, indem man die Rakete langsam aus der Vertikalen in die Horizontale umlenkt, sodass ein immer kleinerer Teil der Beschleunigung vertikal wirkt und sobald dieser 1 g unterschreitet, die Vertikalbeschleunigung und damit Vertikalgeschwindigkeit wieder abnimmt. Einige fr&uuml;he Raketen flogen auch genau dieses Profil, so die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/scout.shtml\">Scout<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/diamant.shtml\">Diamant<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/black-arrow.shtml\">Black Arrow<\/a>. Da die Oberstufe mit Nutzlast wieder f&auml;llt, sobald sie diesen Gipfelpunkt der Bahn erreicht hat, ist eine m&ouml;glichst kurze Brennzeit der Oberstufe von Vorteil. Auch das finden wir bei vielen fr&uuml;hen Oberstufen so der Altair oder den Sergeants.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"\/img\/ariane5-eca-gto-aufstieg.png\" width=\"800\" height=\"650\" \/>Bei einer schweren Oberstufe geht das aber meistens nicht. Die erste Stufe hat dann Brennschluss, lange bevor sie die ben&ouml;tigte Orbith&ouml;he erreicht, auch weil die Oberstufe eine zus&auml;tzliche Masse darstellt und die die Spitzenbeschleunigung absenkt. Dann muss sie einen \u201eBeschleunigungsvorrat\u201c schaffen \u2013 die Oberstufe wird von der Erde angezogen, baut zuerst die noch vorhandene vertikale Geschwindigkeit ab und dann sinkt ihre Bahn wieder ab. Damit sie nicht zu tief sinkt, muss die erste Stufe sie auf eine Bahn schicken, deren Gipfelpunkt deutlich h&ouml;her als die sp&auml;tere Orbith&ouml;he ist, das kostet Treibstoff. Als Beispiel habe ich hier die Bahn der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane-5-evolution.shtml\">Ariane 5 ECA<\/a> f&uuml;r eine GTO-Bahn wiedergegeben. Der \u201eBuckel\u201c ist deutlich zu erkennen. Die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane5.shtml\">EPS<\/a> ist so schubschwach, dass sie f&uuml;r LEO Missionen nicht einmal voll betankt werden darf, dann werden nur 50 % des Treibstoffs zugeladen. Der Anstieg am Ende liegt daran, das sobald die Oberstufe die Orbitalgeschwindigkeit erreicht hat sie nicht mehr absinken kann, nun hat sie Schub&uuml;berschuss und steigt so wieder an, weil auch ihr Orbit ansteigt. F&uuml;r die Modellierung sind daher GTO-Bahnen einfacher. Die rote Linie \u201eSattelh&ouml;he\u201c ist eine Nebenbedingung der Simulation, sie gibt eines Mindesth&ouml;he auf die die Oberstufe durch den geringen Schub nicht unterschreiten darf-<\/p>\n<p>Aber wie schubstark sollte nun eine Oberstufe sein? Das kommt wirklich auf den Einzelfall an. Es h&auml;ngt von der genauen Auslegung der Rakete ab. Im Allgemeinen ist eine schubst&auml;rkere Oberstufe besser als eine schubschwache (bei gleicher Masse). Es kommt aber auch auf die Masse an. Nach der Raketengleichung kann man als Faustregel formulieren (gilt wenn erste Stufe und zweite Stufe ungef&auml;hr gleichen spezifischen Impuls haben):<\/p>\n<p>Masse erste Stufe \/ Masse Zweiter Stufe ~ Masse Zweite Stufe \/ Nutzlast<\/p>\n<p>Nehmen wir die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/atlas.shtml\">Atlas<\/a> mit rund 129 t Startmasse und einer Nutzlast von (gesch&auml;tzt) 3 t f&uuml;r einen Orbit bei einer mittelenergetischen Stufe. Dann kommt man auf den Teiler 6,5. Die Oberstufe sollet also rund 19 t wiegen. Berechnet man die Nutzlast (bei kontanten Verlusten) f&uuml;r verschieden schwere Oberstufen, so wird man auch die h&ouml;chste Nutzlast in dieser Region finden.<\/p>\n<p>In der Simulation ist es nicht ganz so einfach. Die schwere Oberstufe macht es n&ouml;tig, das man diesen \u201eBuckel\u201c in die Aufstiegsbahn hinimmt, was die Nutzlast wieder absenkt. Ich will dies an der Atlas Agena verdeutlichen. Diese wurde in drei Versionen gebaut, mit der Agena A,B und D Oberstufe, wobei die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/agena.shtml\">Agena<\/a> B und D technisch fast die gleichen Leistungsdaten haben, nur war die Agena D universeller ausgelegt. Agena A und B unterscheiden sich in der Verdoppelung des Treibstoffvorats. In der Nummerierung fehlt die Agena C, das ist eine Agena mit nochmals doppelter Treibstoffzuladung. Sie wurde nie gebaut, wie man an meinen Simulationsergebnissen sehen kann, ist auch klar warum. Dazu kommt noch eine Version, die es ebenfalls nicht gab, eine Agena C mit zwei anstatt einem Triebwerk. Hier erst mal die Nutzlasten dieser Versionen f&uuml;r einen 200-km-Orbit vom CCAF aus:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"43*\" \/>\n<col width=\"43*\" \/>\n<col width=\"43*\" \/>\n<col width=\"43*\" \/>\n<col width=\"85*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"17%\">Typ<\/th>\n<th width=\"17%\">Schub<\/th>\n<th width=\"17%\">Startmasse<\/th>\n<th width=\"17%\">Nutzlast<\/th>\n<th width=\"33%\">Startbeschleunigung<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">Agena A<\/td>\n<td width=\"17%\">67,4 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">3.790 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">1.900 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">11,8 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">Agena B<\/td>\n<td width=\"17%\">71,2 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">6.667 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">2.600 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">7,7 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">Agena C<\/td>\n<td width=\"17%\">71,2 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">14.821 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">2.200 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">4,2 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">Agena C2<\/td>\n<td width=\"17%\">142,2 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">14.821 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">2.900 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">8 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"17%\">Agena D<\/td>\n<td width=\"17%\">71,2 kN<\/td>\n<td width=\"17%\">6.821 kg<\/td>\n<td width=\"17%\">3.000 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">7,2 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Schaut man sich nun die Aufstiegskurven aller vier Varianten an, so f&auml;llt der \u201eBuckel\u201c auf, er tritt bei allen Varianten auf, au&szlig;er der Agena A die vom Start weg mit mehr als 1 g beschleunigt. Besonders ausgepr&auml;gt ist er nat&uuml;rlich bei der Agena C mit der besonders niedrigen Beschleunigung und damit assoziiert auch langen Brennzeit. Sieht man nun die Verluste an, die nach der Ziolkowski Gleichung auflaufen, so ergibt sich folgendes Bild:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"128*\" \/>\n<col width=\"128*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"50%\">Typ<\/th>\n<th width=\"50%\">Schub<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Agena A<\/td>\n<td width=\"50%\">1.747 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Agena B<\/td>\n<td width=\"50%\">1.878 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Agena C<\/td>\n<td width=\"50%\">2.536 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Agena C2<\/td>\n<td width=\"50%\">1.917 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Agena D<\/td>\n<td width=\"50%\">1.678 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"\/img\/atlas.varianten-vergleich.png\" width=\"800\" height=\"650\" \/>Erneut zeigt sich der Zusammenhang zwischen Startbeschleunigung und Verlusten. Die mit 7-8 m\/s beschleunigenden Raketen liegen in einer Zone. Die Agena D liegt etwas g&uuml;nstiger als die Agena B da die Leermassen und spezifischen Impuls g&uuml;nstiger liegen. Das dr&uuml;ckt sich auch in geringeren Aufstiegsverlusten aus.<\/p>\n<p>Relativ deutlich wird bei der Agena C2, das eine Verdopplung des Schubs eine Nutzlaststeigerung und Reduzierung Der Gravitationsverluste bringt. Das ist aber nicht verallgemeinbar. Ich war lange Zeit der Meinung, dass eine Ariane 5 mit einer ECA mit zwei oder drei Triebwerken die Nutzlast deutlich steigert, doch Simulationen zeigen, das dem nicht so ist, bzw. der Gewinn relativ klein ist. Der wesentliche Grund ist, dass die Stufe schon bei Z&uuml;ndung fast Orbitalgeschwindigkeit hat. Die Gravitationsverluste schlagen bei der Erststufe zu: W&uuml;rde man deren Schub auf 1.700 kN erh&ouml;hen so w&uuml;rde sie um 1.000 kg ansteigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vieles kann man mit der Raketengrundgleichung berechnen, aber manchmal f&uuml;hrt sie einen doch in die Irre. Eine der Dinge, die dazu geh&ouml;ren, sind Masse und der Schub von Oberstufen. Aber ich erkl&auml;re erst mal das Problem. 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Wer mit den Akronymen PGM-17, SM-75, WS-315A, DM-18, MB3, DSV-2L-1A, DSV3E, SLV-2G, Thorad, TAT, TAID, LTTAT, UBT ELT und XLT etwas anfangen kann, der braucht den Blog nicht zu lesen.\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/b59364b1981c43209378f0bd5b9df7ef","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14649","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14649"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14649\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14649"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14649"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}