{"id":14675,"date":"2020-03-30T00:59:18","date_gmt":"2020-03-29T22:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14675"},"modified":"2023-02-18T19:58:20","modified_gmt":"2023-02-18T18:58:20","slug":"zeit-fuer-ein-letztes-selfie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/03\/30\/zeit-fuer-ein-letztes-selfie\/","title":{"rendered":"Zeit f&uuml;r ein letztes Selfie"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_14675\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"14675\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Vor einigen Wochen lief eine<a href=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/059574-000-A\/voyagers-reise-in-die-unendlichkeit\/\"> Dokumentation &uuml;ber Voyager auf Arte<\/a>. Meiner Ansicht nach hat man dort zu viel Wert auf die Goldene Schallplatte gelegt, aber sei es drum. Die Sendung hat mich aber inspiriert. Denn erw&auml;hnt wurde, dass<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-jupiter-saturn.shtml\"> Voyager 1<\/a>, als die Mission schon vorbei war, am 14.2.1990 ein letztes Foto Mosaik aufnahm. Voyager 1 Kameras waren schon seit 1981 nicht mehr aktiv gewesen, nun waren auch die letzten Daten von Voyager 2 &uuml;bertragen und die beiden Sonden begannen ihre Heliosph&auml;renmission. Das bedeutete, das man alle Instrumente endg&uuml;ltig abschalten w&uuml;rde, die nicht f&uuml;r diese Mission gebraucht wurden und, da nun nur noch Teilchen und Felder gemessen w&uuml;rden, waren dies auch die Kameras an beiden Raumsonden. Das diente zum einen zum Einsparen von Strom \u2013 selbst wenn die Instrumente nicht aktiv waren so waren aber Heizelemente aktiv und zum Zweiten wurden die wissenschaftlichen Teams der Instrumente aufgel&ouml;st, um Kosten zu sparen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/38f488895e4f4992b60c0e232f59970a\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<p>Voyager 1 war immer die weiter entfernteste der beiden Sonden und sie entfernt sich auch schneller von der Sonne als Voyager 2. Das liegt daran, dass sie sich n&auml;her an Jupiter und Saturn n&auml;herte und so \u201emehr Schwung\u201c bekommen hat. Das konnten die beiden Vorbeifl&uuml;ge von Voyager 2 an den kleineren Planeten Uranus und Neptun nicht aufholen, zudem bremste einer der beiden Vorbeifl&uuml;ge die Sonde sogar leicht ab. Da zudem Voyager durch den Saturnvorbeiflug die Ekliptik verlassen hat, gab es so einen einmaligen Blick von schr&auml;g oben auf das Sonnensystem. Voyager machte 60 Aufnahmen, da die Kamera w&auml;hrend des Schwenks von einem Planeten zum anderen aktiv war. Von den damals noch neun Planeten lichtete die Sonde sechs ab. Merkur war zu sonnennah, Mars stand in einer ung&uuml;nstigen Beleuchtungsstellung und Pluto war zu lichtschwach, um aufgenommen werden zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Das \u201e<a href=\"https:\/\/voyager.jpl.nasa.gov\/galleries\/images-voyager-took\/solar-system-portrait\/\">Familienportrait<\/a>\u201c war wissenschaftlich nutzlos, aber wie die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2018\/12\/19\/vor-50-jahren-apollo-8\/\">Apollo 8<\/a> Aufnahmen der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2006\/12\/23\/apollo-8\/\">aufgehenden Erde <\/a>&uuml;ber dem Mondrand zeigten sie etwas Bekanntes aus einer anderen Perspektive, die vielleicht bei dem einen oder anderen einen Denkprozess ausl&ouml;st. Die Erde ist auf dem Bild (theoretisch) 0,12 Pixel gro&szlig;, dabei ist die Kamera an sich nicht schlecht, w&uuml;rde man sie von der Erde auf den Mond richten, so f&uuml;llt der mehr als das ganze Blickfeld aus.<\/p>\n<p class=\"western\">Lange Zeit war das Familienportr&auml;t geplant, alle Vorschl&auml;ge wurden von 1981 bis 1988 abgeschlagen, 1989 gelang es, Ed Stone zu &uuml;berzeugen. Er war der Voyager Project Scientist, der Chef aller wissenschaftlichen Teams. Er hatte vorher nie gegen die Beobachtungsvorschl&auml;ge gestimmt, war aber auch nie bei dem Beschluss anwesend. Das machte eine Ablehnung einfach. Gleichzeitig betrieb Carl Sagen Lobbyismus beim NASA-Headquarter, damit die dort Verantwortlichen sich &uuml;ber die Planer von Voyager hinwegsetzten. Das war erfolgreich, doch dann tauchte ein Stolperstein auf. Kalkulationen gingen davon aus, dass die Gesamtkosten dieses letzten Fotomosaiks 2,2 Millionen Dollar betragen w&uuml;rden. Aber die gab es nicht im Haushalt. Sagan konnte Len Fisk (NASA Science Mission Directorate Associate Administrator) &uuml;berzeugen, dass dieses Portr&auml;t mehr wert w&auml;re als 2,2 Millionen Dollar. Letztlich wurde die Ausgabe genehmigt. Es gab dann noch den letzten Vorsto&szlig;, nicht nur mit Voyager 1, sondern auch mit Voyager 2, die noch nicht weit von Neptun entfernt war, ein solches Portr&auml;t zu machen. Doch das wurde leider abgelehnt. Diese Aufnahmen h&auml;tten eine zweite Perspektive geboten und es w&auml;ren sogar Stereoaufnahmen m&ouml;glich gewesen.<\/p>\n<p class=\"western\">Es begann die Planung f&uuml;r das Familienportr&auml;t. Zuerst wollte Kohlhase neben den Aufnahmen der Planeten mit der NAC auch den gesamten Sternenhimmel um sie herum mit der WAC abbilden. Das w&auml;ren 10\u2009\u00d7\u200930 Bilder gewesen. Doch das war zu viel f&uuml;r den Bandrekorder, der 96 Bilder speichern kann. In Realzeit kann Voyager 1 sie aus dieser Entfernung nicht &uuml;bertragen. Schlie&szlig;lich wurden folgende Aufnahmen angefertigt: sieben NAC Aufnahmen in drei Farbfiltern f&uuml;r die Planeten, 37 WAC Aufnahmen mit dem Klarfilter f&uuml;r den Hintergrund und zwei WAC Aufnahmen der Sonne \u2013 die letzten beiden Aufnahmen, falls die Kamera besch&auml;digt wird. Zusammen sind das 60 Aufnahmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Der geeignete Zeitpunkt musste bestimmt werden. Es gab zwei Fenster, die sich aus dem Workflow beim JPL und dem Stand der Planeten ergaben. Januar bis M&auml;rz und Juli bis September 1990. Den besten Winkel (die maximale Entfernung der Erde von der Sonne) gab es im Februar 1990. Also wurde der 14. Februar als Aufnahmezeitpunkt festgelegt. Die Belichtungszeiten waren unterschiedlich und lagen zwischen 0,24 Sekunden bei Venus und 15,36 Sekunden bei Uranus und Neptun. F&uuml;r Neptun w&auml;re eine l&auml;ngere Belichtungszeit w&uuml;nschenswert gewesen. Doch die Tabelle f&uuml;r die Belichtungszeiten, Shutter-Modi und Filter war schon 49 Worte lang. Maximal 50 Worte durften es sein \u2013 anders als bei den Mosaiken, die von den Monden und Gasriesen bisher gemacht wurden, wechselten die Modi f&uuml;r jeden Planeten und ben&ouml;tigten daher mehr Platz.<\/p>\n<p class=\"western\">Am 14.2.1990 nahm Voyager 1 ein letztes Bildermosaik auf. Die Kameras wurden zuerst drei Stunden aufgew&auml;rmt. Dann begann die Aufnahme der Bilderserie mit Neptun und wurde auf den DTR aufgezeichnet. Das dauerte insgesamt elfeinhalb Stunden. Nun mussten sie noch zur Erde &uuml;bertragen werden. F&uuml;r die n&ouml;tige hohe Datenrate wurde eine 70 m Antenne mit einer 34 m Antenne kombiniert. Vier DSN-Passes von je vier Stunden Dauer waren n&ouml;tig. Doch das DSN war gerade voll mit Galileo besch&auml;ftigt. Ein Brief von Kosmann an das Galileo-Projekt war erfolgreich. Sie traten ihre DSN-Zeit f&uuml;r das &Uuml;bertragen der Bilderserie an Voyager ab. Dann wurde nochmal spannend, denn die zweite &Uuml;bertragungssession wurde von schlechtem Wetter gest&ouml;rt. Dasselbe passierte bei der Wiederholung. Erst am 1. Mai 1990, mehr als einen Monat nach Plan, waren die letzten Bilder auf der Erde angekommen.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th bgcolor=\"#cccccc\" width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Planet<\/p>\n<\/th>\n<th bgcolor=\"#cccccc\" width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Distanz Mrd. km<\/p>\n<\/th>\n<th bgcolor=\"#cccccc\" width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Phasenwinkel<\/p>\n<\/th>\n<th bgcolor=\"#cccccc\" width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Durchmesser<\/p>\n<\/th>\n<th bgcolor=\"#cccccc\" width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Helligkeit [mag]<\/p>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Neptun:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">4,61<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">83<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">0,5 Pixel<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">8,9<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Uranus:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">4,51<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">103<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">0,5 Pixel<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">8,3<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Saturn:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">5,26<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">117<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">1,1 Pixel<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">4,7<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Jupiter:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">6,57<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">43<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">3,5 Pixel<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">2,8<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Mars:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">5,84<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">145<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">0,03 Pixel<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">9,7<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Erde:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">6,06<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">73<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">0,12 Pixel<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">5,2<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">Venus:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">6,03<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">83<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">0,11 Pixel<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"20%\">\n<p class=\"western\">4,3<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"western\">Der Phasenwinkel gibt den Winkel zwischen der Sonne und dem Beobachter an und damit, wie viel er vom K&ouml;rper sieht. Bei einem Phasenwinkel von Null ist die Scheibe voll beleuchtet (analog dem Vollmond) und bei 180 Grad nur die Nachtseite (Neumond).<\/p>\n<p class=\"western\">Die Aufnahmen sahen zuerst nicht besonders spektakul&auml;r aus. Strahlen durchzogen viele Aufnahmen, sie kamen von Reflexionen an den Kalibrierlampen der WAC. Die Aufnahmen waren verrauscht. Aufgrund der langen Belichtungszeit und der Bewegung der Sonde waren Uranus und Neptun keine Punkte, sondern kurze Linien. Merkur war zu nahe an der Sonne, sie &uuml;berstrahlte ihn, Mars hatte einen ung&uuml;nstigen Phasenwinkel und war zu lichtschwach f&uuml;r die Aufnahme. Dabei wurde seine Aufnahme deutlich l&auml;nger belichtet als die der anderen inneren Planeten. Jupiter und Saturn waren als einzige Planeten gro&szlig; genug, um mehr als ein Pixel zu f&uuml;llen. Pluto stand weit abseits der anderen Planeten und war zu lichtschwach, um detektiert zu werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Dieses Mosaik hatte keinen wissenschaftlichen Wert. Aber aufgenommen aus 5,95 Milliarden km Entfernung waren selbst die gro&szlig;en Planeten Jupiter und Saturn nur kleine Lichtpunkte. Vielleicht hat dieses Bild ein paar Menschen dazu angeregt, wie einzigartig und klein unser Planet ist und wie dringend er erhalten werden muss. &Auml;hnlich wie es das Bild der &uuml;ber dem Mond aufgehenden Erde von Apollo 8 tat.<\/p>\n<p class=\"western\">Carl Sagan sagte bei der Vorstellung des Bildes zur Erde (die er erst finden musste, weil sie in einem Reflexionsstrahl lag und daher noch weniger auffiel):<\/p>\n<p class=\"western\">\u201eUnd dort leben wir, auf einem blauen Fleck. Ein blauer Fleck und jeder Mensch, den sie kennen, jeder von dem sie geh&ouml;rt haben, jeder Mensch, der je existierte, hat hier sein Leben gelebt. Ich denke, diese Perspektive unterstreicht unsere Verantwortung, diesen blauen Fleck zu bewahren und zu beh&uuml;ten. Es ist das einzige Zuhause, das wir haben \u2026 Es wird niemand kommen, um uns vor uns selbst zu retten, es liegt an uns\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\">Das war 1990. Das der Mensch die Erde global ver&auml;ndert, war 1990 schon bekannt. Es gab das Ozonloch &uuml;ber der Antarktis. Der Anstieg des Kohlendioxids wurde seit Jahrzehnten gemessen. Satellitenaufnahmen zeigten die Abholzung des Amazonas und die Ausbreitung von W&uuml;sten. Im selben Jahr fand die erste Weltklimakonferenz in Genf statt. Das ist &uuml;ber 30 Jahre her, eine ganze Generation, und doch hat sich seitdem wenig getan. Aus unserer Perspektive erscheint die Erde so gro&szlig;, fast unendlich. Ressourcen erscheinen unersch&ouml;pflich, zumindest solange bis sie knapp werden. Vor allem aber scheinen wir Menschen nicht f&auml;hig langfristig zu handeln, wenn es uns kurzfristige Nachteile bringt.<\/p>\n<p>Zwanzig Jahre sp&auml;ter nahm Messenger ein <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Family_Portrait_(MESSENGER)\">zweites Portr&auml;t auf<\/a>, diesmal aus dem Merkurorbit. Das ist eine weitere Perspektive, denn von innerhalb der Erdumlaufbahn hat noch nie jemand die Erde gesehen. Inzwischen ist New Horizons weiter von der Sonne entfernt, als es Voyager 1 damals war. Voyager 1 machte die Aufnahme aus rund 6 Mrd. km Distanz, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/new-horizons2.shtml\">New Horizons<\/a> ist mittlerweile 7 Mrd. km entfernt. Die NASA feierte schon Aufnahmen der Sonde als die aus der bisher gr&ouml;&szlig;ten Distanz. Sie zeigen allerdings nicht das Sonnensystem, sondern andere KBO, auch wenn man die nicht aufl&ouml;sen kann, so kann man &uuml;ber die Aufnahme aus einem anderen Blickwinkel mehr &uuml;ber sie und ihren Orbit erfahren.<\/p>\n<p>Es w&auml;re also Zeit das New Horizons, bevor auch diese Sonde abgeschaltet wird, ein letztes Portr&auml;t aufnimmt. Eine h&ouml;here Aufl&ouml;sung darf man sich nicht erhoffen. Zwar ist die Kamera LORRI von New Horizons rund 45 % h&ouml;her aufl&ouml;send, aber die Sonde ist auch weiter entfernt und bis auf Jupiter und Saturn d&uuml;rften die meisten Planeten nur etwa 1 Pixel oder kleiner sein. Die Kamera ist aber lichtempfindlicher. So d&uuml;rften die Verschmierungseffekte, die man auf den Voyager Bildern sieht, deutlich kleiner sein.<\/p>\n<p>Kann die Sonne die Kamera blenden oder gar zerst&ouml;ren? Nun, wenn es die letzten Aufnahmen sind., spielt das keine Rolle, dann w&uuml;rde man von Au&szlig;en bei Neptun (oder Pluto \u2013 ist ja kein Planet mehr) beginnen und die Sonne mit den innersten Planeten (aus der Distanz bildet 1 Bild rund 35 Millionen km ab) zuletzt aufnehmen. Ich glaube aber nicht das es Probleme gibt. Die Sonde ist <a href=\"http:\/\/pluto.jhuapl.edu\/Mission\/Where-is-New-Horizons.php\">mittlerweile 47 AE von der Sonne entfernt<\/a>. Die Helligkeit der Sonne nimmt im Quadrat zur Entfernung ab, sie ist also 47\u00b2 = 2.209 mal dunkler als bei uns. Das entspricht wenn die Sonne bei uns maximal 160.000 Lux erreicht rund 80 Lux und damit ist sie nur etwa so hell wie ein schlecht beleuchtetes Zimmer. Selbst wenn man die Kamera direkt in die Sonne richtet, reicht das nicht aus sie zu sch&auml;digen. Astrofotografen, welche die Sonne durch ein Teleskop aufnehmen, verwenden &uuml;blicherweise daf&uuml;r Filter mit einer Abschw&auml;chung um den Faktor 1.000 bis 10.000, dass liegt in derselben Gr&ouml;&szlig;enordnung. Man wird die Belichtungszeit anpassen m&uuml;ssen, aber das war es auch schon.<\/p>\n<p>Ich meine das w&auml;re ein w&uuml;rdiger Abschluss der Mission. Was meint ihr?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_14675\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"14675\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Vor einigen Wochen lief eine Dokumentation &uuml;ber Voyager auf Arte. 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Nach der Einleitung im ersten Teil geht es heute weiter damit warum der RCA 1802 genutzt wurde und was seine\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/191e4b0728de42829cf656027b84dc82","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18634,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/04\/11\/wie-kommt-galileo-zu-jupiter\/","url_meta":{"origin":14675,"position":3},"title":"Wie kommt Galileo zu Jupiter?","author":"Bernd Leitenberger","date":"11.04.2026","format":false,"excerpt":"Inzwischen habe ich beim Schreiben des Buchs \u00fcber die Raumsonde Galileo die Computer hinter mir gelassen und bin gerade beim Durcharbeiten der wechselvollen Geschichte der Mission. 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Finde ich ganz gut: so erinnert die Erde einen Pr\u00e4sidenten der nicht an den Klimawandel glaubt, daran das es den doch gibt und versaut ihm\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"\/img\/vikinglander2panorama.jpeg","width":350,"height":200,"srcset":"\/img\/vikinglander2panorama.jpeg 1x, \/img\/vikinglander2panorama.jpeg 1.5x, \/img\/vikinglander2panorama.jpeg 2x, \/img\/vikinglander2panorama.jpeg 3x, \/img\/vikinglander2panorama.jpeg 4x"},"classes":[]},{"id":18654,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/05\/08\/zwei-hypothetische-galileoprojekte\/","url_meta":{"origin":14675,"position":5},"title":"Zwei hypothetische Galileoprojekte","author":"Bernd Leitenberger","date":"08.05.2026","format":false,"excerpt":"Heute ein Blog, in dem ich zwei Galileoprojekte unter die Lupe nehme, die zumindest diskutiert wurden. Galileo durchlief vor dem Start ja einige Umplanungen. 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