{"id":14705,"date":"2020-04-15T17:22:10","date_gmt":"2020-04-15T15:22:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14705"},"modified":"2023-02-14T10:55:21","modified_gmt":"2023-02-14T09:55:21","slug":"mit-der-vega-zum-mars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/04\/15\/mit-der-vega-zum-mars\/","title":{"rendered":"Mit der Vega zum Mars"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_14705\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"14705\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Inspiriert durch den <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/04\/11\/die-vega-als-traeger-fuer-geo-nutzlasten\/\">letzten Blog<\/a> will ich heute mal eine Raumsondenmission mit der Vega und Ionentriebwerk skizzieren. Ich habe eine Marsorbitermission gew&auml;hlt, dasselbe gilt aber auch f&uuml;r einen Venusorbiter, da sind die Anforderungen bez&uuml;glich Geschwindigkeits&auml;nderung sogar noch kleiner. Die Betrachtungen gelten nat&uuml;rlich auch f&uuml;r Landesonden, auch hier sind die Anforderungen geringer, weil nicht in eine Umlaufbahn eingeschwenkt werden muss.<\/p>\n<p>Die technischen Randbedingungen, die ich w&auml;hlte, sind einfach: es muss mit existierender Hardware m&ouml;glich sein. Das begrenzt vor allem die Stromversorgung auf maximal 40 kW (gr&ouml;&szlig;te Fl&uuml;gel haben rund 10 kW Leistung, maximal vier sind nutzbar) und im Einsatz befindliche Ionentriebwerke.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/1e85f48fade544e1affe187a6785e447\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<p>Zuerst einmal eine Beschreibung der Tr&auml;gerrakete Vega. Die\u00a0Vega ist eine europ&auml;ische Tr&auml;gerrakete, die von der europ&auml;ischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt wurde. Sie wurde erstmals im Jahr 2012 gestartet und ist seitdem ein wichtiger Teil des europ&auml;ischen Weltraumprogramms.<\/p>\n<p>Vega hat eine H&ouml;he von etwa 30 Metern und wiegt bei ihrem Start gut 140 Tonnen.\u00a0Vega besteht aus vier Stufen: Die ersten drei Stufen arbeiten mit festem Treibstoff, w&auml;hrend die vierte Stufe fl&uuml;ssigen Treibstoff verwendet. Die ersten beiden Stufen beschleunigen die Rakete auf eine Geschwindigkeit von etwa 2 km\/s, w&auml;hrend die dritte Stufe die Rakete auf eine H&ouml;he von etwa 200 Kilometern bringt. Die vierte und letzte Stufe schlie&szlig;lich sorgt daf&uuml;r, dass die Nutzlast auf ihre endg&uuml;ltige Umlaufbahn gebracht wird. Sie f&uuml;hrt Orbitanhebungen durch, kann mehrere Nutzlasten auf verschiedene Umlaufbahnen absetzen und deorbitiert sich anschlie&szlig;end selbst. Diese F&auml;higkeiten sind einmal bei den kleinen bis mittelgro&szlig;en Tr&auml;gerraketen.<\/p>\n<p>Vega ist in der Lage, kleine bis mittelgro&szlig;e Nutzlasten zu transportieren, insbesondere Satelliten f&uuml;r wissenschaftliche, milit&auml;rische oder kommerzielle Zwecke. Sie zeichnet sich durch ihre Flexibilit&auml;t und ihre F&auml;higkeit aus, verschiedene Umlaufbahnen zu erreichen, was sie zu einem wichtigen Werkzeug f&uuml;r europ&auml;ische Weltraummissionen macht. Die Nutzlast fr&uuml; den referenzorbit,m einen 700 km hohen sonnensynchronen Orbit betr&auml;gt 1.500 kg, in einen LEO kann sie auf bis zu 2.300 kg ansteigen. Die Vega C welche 2021 ihren Jungfernflug hat wird diese Nutzlast um 50 % auf 2.300 kg in den Referenzorbit und 3.600 kg in einen LEO anheben,<\/p>\n<p>Insgesamt hat Vega bereits mehrere erfolgreiche Missionen absolviert und hat sich als zuverl&auml;ssige und wirtschaftliche Tr&auml;gerrakete erwiesen, die die europ&auml;ische Weltraumf&auml;higkeit unterst&uuml;tzt. Ihr spektrum wird laufend erweitert, z.B. &uuml;ber einen Smart Dispenser, der mehrere Mikro- Minisatelliten und Cubesats aufnimmt.<\/p>\n<p>Dann noch eine kleine Einf&uuml;hrung zu Ionentriebwerken: Echte\u00a0Ionenantriebe (genauer gesagt elektrostatische Ionenantriebe) arbeiten auf der Bildung von Ionen ohne vorherige Erzeugung eines Plasmas. Daf&uuml;r ist auch der Treibstoff ein anderer: es werden Elemente benutzt, die leicht ionisierbar, leicht verdampfbar, und schwer sind (hohes Molekulargewicht). Ein idealer Treibstoff ist dabei ist jetzt noch nicht gefunden. Verwendet werden Alkalielemente wie C&auml;sium und Rubidium (leicht ionisierbar, aber niedrige Dichte und m&uuml;ssen erst verdampft werden), Quecksilber (leicht verdampfbar, hohe Dichte, schwer ionisierbar) und Xenon (schwer ionisierbar, gasf&ouml;rmig &#8211; geringe Dichte). Alle Elemente haben hohes Molekulargewicht, die Dichte und damit die Tanks die ben&ouml;tigt werden ist jedoch sehr unterschiedlich. Derzeit wird Xenon am meisten verwendet, weil es schon gasf&ouml;rmig und leicht in Drucktanks gelagert werden kann.<\/p>\n<p>Quecksilber ist noch g&uuml;nstiger handhabbar, jedoch giftig und daher ein Problem wenn es zu einem Fehlstart kommen sollte. Es wird heute daher seltener eingesetzt. Heute wird meist das sehr teure Edelgas <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/08\/19\/xenon-teuer-und-selten\/\"> Xenon<\/a> eingesetzt. Es hat eine hohe Molekularmasse, reagiert viel weniger mit dem Gitter am Ionenntriebwerksausgang an dem das elektrische Feld anliegt. Neben den hohen Kosten ist ein weiterer Nachteil das es als Gas nur in schweren Druckgastanks gelagert werden kann. Die Firma SpaceX hat das n&auml;chste leichtere Edelgas Krypton im Einsatz. Der Vorteil von Krypton ist das es erheblich billiger. Hinsichtlich Masse\/Tankmasseverh&auml;ltnis und Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit schneidet es schlechter ab, doch da Krypton nur in den Starlink Satelliten zum Einsatz die einen relativ geringen Geschwindigkeitsbedarf haben ist der Kostenvorteil das schlagkr&auml;ftigere Argument.<\/p>\n<p>Das Prinzip beruht darauf, dass der verdampfte Treibstoff zuerst ionisiert wird. Daf&uuml;r haben sich verschiedene Methoden eingeb&uuml;rgert. Dies kann durch Elektronenbeschuss, Hochfrequenzstrahlung oder eine andere Ionisationsmethode geschehen. Danach werden die Ionen beschleunigt zumeist durch Anlegen eines elektrischen Feldes. Dem Abgasstrahl aus Ionen werden die entzogenen Elektronen danach wieder zugef&uuml;hrt. Der Wirkungsgrad dieser Triebwerke ist relativ hoch er liegt bei 70-80 Prozent des zugef&uuml;hrten elektrischen Stromes. Zahlreiche Triebwerke dieses Typs wurden am Boden und auch auf Satelliten erprobt. So auf der Plattform Eureka, dem Nachrichtensatelliten Artemis und geplant f&uuml;r die <a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Admin\/Documents\/Websites\/bernd-leitenberger\/smart-1.shtml\">Smart 1<\/a> Mission. Die Ausstr&ouml;mgeschwindigkeiten k&ouml;nnen bis zu 200 km\/s erreichen, die bisherigen Triebwerke arbeiten mit spezifischen Impulsen von 30.000-40.000 m\/s.<\/p>\n<p>Bei den elektrostatischen Triebwerken gibt es noch weitere Untergruppen die sich in der Art wie ionisiert oder das Plasma beschleunigt wird unterscheiden. Mit dieser Gruppe von Antrieben liegt die gr&ouml;&szlig;te Erfahrung vor und zahlreiche Typen sind mittlerweile als Lageregelungstriebwerke oder zum Antrieb eingesetzt worden. Die Erfahrungen im Einsatz gibt es seit Mitte der sechziger Jahre und sie sind dem Experimentalstadium l&auml;ngst entwachsen. Sowohl Kaufmann Triebwerke, wie Hall Effect Triebwerke wie auf Radiofrequenz induzierte Triebwerke sind solche elektrostatischen Triebwerke, sie unterscheiden sich prim&auml;r in der Ionisationsmethode.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Ionentriebwerkswahl<\/h3>\n<p>F&uuml;r das richtige Ionentriebwerk ist neben der verf&uuml;gbaren Leistung auch relevant, wie hoch der optimale spezifische Impuls ist. F&uuml;r einen Transfer zum Mars habe ich folgende dV (als Obergrenzen) angenommen:<\/p>\n<p>LEO \u2192 Fluchtbahn: 7,5 km\/s<\/p>\n<p>Erdbahn \u2192 Marstransferbahn: 4 km\/s<\/p>\n<p>Marstransferbahn \u2192 Marsbahn: 3 km\/s<\/p>\n<p>Das macht mit einer kleinen Reserve 15 km\/s. Die Angleichung der Marstransferbahn an die Marsbahn ist n&ouml;tig, weil ein Ionenantrieb wegen des kleinen Schubs nie das dV abbauen kann das man ben&ouml;tigt um aus der Transferbahn in eine erste exzentrische Umlaufbahn einzutreten. In der Marsumlaufbahn habe ich keine Bahnman&ouml;ver vorgesehen. Diese w&auml;ren nur effizient rund um den Peripunkt der Bahn m&ouml;glich und w&uuml;rden so sehr lange dauern. Vielmehr sollte man die Geschwindigkeit durch Aerobraking vernichten, was bei den gro&szlig;en Solarpaneelen sogar sehr gut geht. F&uuml;r einen Lander w&uuml;rde der letzte Schritt wegfallen, daf&uuml;r ben&ouml;tigt man f&uuml;r diesen noch einen Bus, in dem die ganzen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/elektrische-antriebe.shtml\">Ionentriebwerke<\/a>, aber auch Ausr&uuml;stung f&uuml;r die Kommunikation steckt.<\/p>\n<p>Zuerst ging ich, weil die dV-&Auml;nderung dreimal gr&ouml;&szlig;er als beim GEO ist, von 720 Tagen Missionsdauer aus, doch da liegt der optimale spezifische Impuls bei rund 70 km\/s. Zwei Jahre erschienen mir nicht zu viel bedenkt man das viele Marsmissionen ein Startfenster (780 Tage) verpassten so Viking, Curiosity und der Exomars Lander nun sogar das Zweite. Geht man mit der Reisedauer herunter so verschiebt sich das Optimum zu kleineren spezifischen Impulsen, aber erst bei 400 Tagen rutscht es in den Bereich, der heute von Ionentriebwerken abgedeckt wird.<\/p>\n<p>So war die Wahl einfach, ich habe das europ&auml;ische Triebwerk mit dem h&ouml;chsten spezifischen Impuls, das RIT-2X genommen. Bei 40 kW Leistung sind maximal 8 Triebwerke mit Strom versorgbar. Das f&uuml;hrt dann zur folgender Massebilanz:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"128*\" \/>\n<col width=\"128*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"50%\">System<\/th>\n<th width=\"50%\">Masse<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Treibstoff<\/td>\n<td width=\"50%\">1.145 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Tanks<\/td>\n<td width=\"50%\">171 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Solargenerator<\/td>\n<td width=\"50%\">500 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">8 x RIT-2X mit Hochspannungswandlern<\/td>\n<td width=\"50%\">150 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Nutzlast<\/td>\n<td width=\"50%\">1.634 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Startmasse:<\/td>\n<td width=\"50%\">3.600 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der erste Schritt ist es, eine Sonnenumlaufbahn zu erreichen. Das dauert auch am l&auml;ngsten, weil das dV hier am gr&ouml;&szlig;ten ist \u2013 anders als bei der Sonnenumlaufbahn ist die Betriebsdauer des Antriebs nicht klein gegen die Umlaufsperiode. Als Folge muss man fast die ganze Kreisbahngeschwindigkeit abbauen. F&uuml;r die Sonnenumlaufbahn gilt das nicht mehr. Im zweiten Schritt erreicht man eine klassische Transferbahn, gefolgt von einer Freiflugphase bis zum Aphel, wo die Angleichung an die Marsumlaufbahn erfolgt. Die folgenden Berechnungen beziehen sich auf ein Aphel in 228 Mill. km.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/>\n<col width=\"64*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"25%\">Bahn<\/th>\n<th width=\"25%\">dV<\/th>\n<th width=\"25%\">Reisedauer<\/th>\n<th width=\"25%\">Treibstoffverbrauch<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Erdumlaufbahn verlassen<\/td>\n<td width=\"25%\">7.011 m\/s<\/td>\n<td width=\"25%\">263 Tage<\/td>\n<td width=\"25%\">572 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Marstransferbahn<\/td>\n<td width=\"25%\">2.678 m\/s<\/td>\n<td width=\"25%\">73 Tage \/ 265 Tage<\/td>\n<td width=\"25%\">174 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"25%\">Marsbahn<\/td>\n<td width=\"25%\">2.621 m\/s<\/td>\n<td width=\"25%\">150 Tage<\/td>\n<td width=\"25%\">152 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der kritische Punkt ist das Einschwenken in die Marsumlaufbahn. Ich habe hier den Spie&szlig; umgedreht und eine Simulation beginnend vom Erreichen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hill-Sph&auml;re\">Hillsph&auml;re<\/a> laufen lassen und die &Uuml;berschussgeschwindigkeit so lange erniedrigt, bis ich einen brauchbaren ersten Orbit (Apoapsis &lt; 100.000 km) erreicht habe. Wie zu erwarten klappt das nur bei einer relativ niedrigen Relativgeschwindigkeit von kleiner 100 m\/s. Der Treibstoffverbrauch f&uuml;r das Abbremsen ist zu vernachl&auml;ssigen.<\/p>\n<p>In der Summe sieht es dann so aus:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/>\n<col width=\"51*\" \/> <\/colgroup>\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"20%\">Bahn<\/th>\n<th width=\"20%\">dV<\/th>\n<th width=\"20%\">Reisedauer<\/th>\n<th width=\"20%\">Treibstoffverbrauch<\/th>\n<th width=\"20%\">Nutzlast<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Marsorbiter<\/td>\n<td width=\"20%\">12.300 m\/s<\/td>\n<td width=\"20%\">751 Tage<\/td>\n<td width=\"20%\">898 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">1.916 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"20%\">Marslander<\/td>\n<td width=\"20%\">9.689 m\/s<\/td>\n<td width=\"20%\">601 Tage<\/td>\n<td width=\"20%\">746 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">2.091 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das sieht doch ganz gut aus, etwa die H&auml;lfte der Startmasse ist Nutzlast, daf&uuml;r hat man Reisedauern (mit der Zeit in der Transferbahn) die etwa doppelt bis dreimal so lang sind wie beim chemischen Antrieb, doch bedenkt man, wie lange heute Raumsonden nur mit Swing-By zum Merkur unterwegs sind (Bepi Colombo hat nach eineinhalb Jahren gerade mal den ersten Vorbeiflug geschafft und noch 5 Jahre vor sich), dann ist das doch hinnehmbar.<\/p>\n<p>F&uuml;r 2 t die chemisch zum Mars transportiert werden ben&ouml;tigt man sonst eine <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/atlas-v.shtml\">Atlas 401<\/a>, selbst eine <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus.shtml\">Sojus 2-1B<\/a> w&auml;re noch zu klein. Das bedeutet, das man etwa 100 Millionen Dollar an Startkosten einspart. So viel mehr werden die Tanks und Triebwerke nicht kosten. Die Solarzellen ben&ouml;tigt man zum Teil sowieso, als Nebeneffekt liefern sie beim Mars, wo die Leistung bis auf 14 kW absinken kann, noch gen&uuml;gend &Uuml;berschuss an Strom um den Orbiter zu betrieben. Beim Vergleich mit einer konventionellen Marssonde w&auml;re auch zu sagen, das diese noch die &Uuml;berschussgeschwindigkeit abbauen muss, das ben&ouml;tigt auch noch Treibstoff.<\/p>\n<p>Eine Berechnung f&uuml;r die Venus habe ich mir gespart. Die Vorgehensweise und das dV sind &auml;hnlich. Auch bei der Venus kann man Aerobraking einsetzen, wobei hier bei Erreichen eines stabilen Orbits wieder die Ionentriebwerke zum Einsatz kommen k&ouml;nnten, wenn man einen h&ouml;heren Orbit haben will, der ist f&uuml;r globale Wetteraufnahmen oder die Radarkartierung g&uuml;nstiger. Da anders als beim Mars die Solargeneratoren mehr Energie liefern, w&auml;re die Zeit die man ben&ouml;tigt um die Bahn anzugleichen geringer. F&uuml;r den Merkur liefere ich noch eine Berechnung im n&auml;chsten Blog.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_14705\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"14705\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Inspiriert durch den letzten Blog will ich heute mal eine Raumsondenmission mit der Vega und Ionentriebwerk skizzieren. Ich habe eine Marsorbitermission gew&auml;hlt, dasselbe gilt aber auch f&uuml;r einen Venusorbiter, da sind die Anforderungen bez&uuml;glich Geschwindigkeits&auml;nderung sogar noch kleiner. 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September 2025","format":false,"excerpt":"Der heutige Blog ist nicht neu, das, was ich schreibe habe ich schon einige Male geschrieben, aber ebenso wie ich zum wiederholten Male Artikel \u00fcber den Fortschritt oder fehlenden Fortschritt in anderen Webseiten lese, denke ich kann man einiges noch mal aufkochen. Ich will das als eine Folge von fiktiven\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/b2e94ef07fec4d7190886846bcbb4589","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18504,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/01\/25\/die-glorreichen-10-satellitenrekorde\/","url_meta":{"origin":14705,"position":4},"title":"Die glorreichen 10 &#8211; Satellitenrekorde","author":"Bernd Leitenberger","date":"25. Januar 2026","format":false,"excerpt":"Ich denke, es wird mal wieder Zeit f\u00fcr etwas leichte Unterhaltung die etwas Wissen vermittelt. Also einen Blog \u00fcber 10 Rekorde bei Satelliten, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Um eines klarzustellen - es geht nur um Satelliten. Raumsonden sind au\u00dfen vor, weil bei ihnen vieles anderes ist, so kann\u2026","rel":"","context":"In &quot;Die Glorreichen 10&quot;","block_context":{"text":"Die Glorreichen 10","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/die-glorreichen-10\/"},"img":{"alt_text":"","src":"\/img\/1kgsats.png","width":350,"height":200,"srcset":"\/img\/1kgsats.png 1x, \/img\/1kgsats.png 1.5x, \/img\/1kgsats.png 2x, \/img\/1kgsats.png 3x"},"classes":[]},{"id":14192,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/08\/03\/wernher-von-braun-und-sergej-korolow\/","url_meta":{"origin":14705,"position":5},"title":"Wernher von Braun und Sergej Korolow","author":"Bernd Leitenberger","date":"3. August 2019","format":false,"excerpt":"Die Welle der Mondlande-dokus hat auch eine sehr interessante Doku hervorgebracht, und zwar \u201eMondm\u00e4nner mit Hammer und Sichel\u201c. Es geht dabei um den Wettlauf im All, von Gagarin bis zur N-1. Vor allem um die dreht es sich. Das Format ist relativ authentisch. Nie zuvor habe ich von Russen, und\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/fc8f8fae3486407ba191d9f6e79f5c25","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14705\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}