{"id":14910,"date":"2020-08-14T00:35:33","date_gmt":"2020-08-13T22:35:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=14910"},"modified":"2020-08-13T17:38:15","modified_gmt":"2020-08-13T15:38:15","slug":"die-loesung-fuer-ein-ueberfluessiges-problem-das-kuehlen-durch-verdunstungskaelte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/08\/14\/die-loesung-fuer-ein-ueberfluessiges-problem-das-kuehlen-durch-verdunstungskaelte\/","title":{"rendered":"Die L&ouml;sung f&uuml;r ein &uuml;berfl&uuml;ssiges Problem \u2013 das K&uuml;hlen durch Verdunstungsk&auml;lte"},"content":{"rendered":"<p>Bei der Hitze setze ich abends immer, wenn ich auf dem Sofa liege, eine Spitzflasche ein, das ist eine ehemalige Glasreiniger-PVC Flasche mit Wasser gef&uuml;llt. Der feine Wasserspr&uuml;hnebel legt sich auf die Haut und k&uuml;hlt, ist aber beim ersten Kontakt doch unangenehm kalt und die Feuchte mag auch nicht jeder. Nun gibt es <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2XX8BbA\">Klimaanlagen<\/a>, die auf dem Prinzip der Verdunstungsk&auml;lte setzen, ich wollte aber mal feststellen, ob es mit der Methode auch m&ouml;glich ist \u201eh&auml;ndisch\u201c einen ganzen Raum abzuk&uuml;hlen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/fde07259ebdc4311bb602051392c8fe9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<h3 class=\"western\">Spezifische W&auml;rmekapazit&auml;t<\/h3>\n<p>Wird einem Material, egal ob fester K&ouml;rper, Fl&uuml;ssigkeit oder Gas Energie zugef&uuml;hrt so wird, es w&auml;rmer. Um wie viel das h&auml;ngt von Stoffeigenschaften ab und f&uuml;r jeden K&ouml;rper gibt es eine spezifische W&auml;rmekapazit&auml;t, die aussagt, wie viel Energie in Joule man zuf&uuml;hren muss, um 1 Kilogramm des Stoffs um 1 Grad Celsius zu erw&auml;rmen. F&uuml;r Luft betr&auml;gt diese 1,005 J \/ kg \/ K, f&uuml;r fl&uuml;ssiges Wasser 4,184 J \/ kg \/ K.<\/p>\n<p>Das Ph&auml;nomen nutzt man auch in Kaloriemetern, um die Energiemenge von Nahrung festzustellen, indem man sie verbrennt, und misst um, wie viel sich die Wasserh&uuml;lle um den Brennraum erw&auml;rmt. Der krumme Wert von Wasser ist daher auch der Umrechnungsfaktor der ber&uuml;chtigten Kalorie (1 Kalorie = 4,184 Joule).<\/p>\n<h3 class=\"western\">Verdampfungsenthalpie<\/h3>\n<p>Geht ein Stoff vom fl&uuml;ssigen in den gasf&ouml;rmigen zustand &uuml;ber, so m&uuml;ssen die Bindungen die zwischen den Molek&uuml;len aufgel&ouml;st werden, den in Gasen ist jedes Molek&uuml;l einzeln unterwegs. Daf&uuml;r ben&ouml;tigt man viel Energie. Wasser hat sehr starke Bindungen zwischen den Molek&uuml;len, sogenannte Wasserstoffbr&uuml;ckenbindungen. Sie sind auch f&uuml;r die Wasserspannung verantwortlich: auf der Wasseroberfl&auml;che k&ouml;nnen kleine Tiere wie Insekten und Spinnen aber auch einige Eidechsen gehen. Die Energie, die ein Stoff ben&ouml;tigt um vom fl&uuml;ssigen in den gasf&ouml;rmigen Zustand &uuml;berzugehen nennt, man Verdampfungsenthalpie und sie betr&auml;gt beim Wasser 2.260 J\/kg \/ K. (nahe verwandt aber nicht dasselbe ist die Verdampfungsw&auml;rme, sie ist etwas geringer, weil sie nicht die Arbeit ber&uuml;cksichtigt die entsteht, wenn durch das Gas sich der Druck &auml;ndert). Sie ist also in etwa um den Faktor 500 gr&ouml;&szlig;er als die Energie, die man braucht, um Wasser um 1 Grad zu erw&auml;rmen. Daraus folgt: man ben&ouml;tigt weitaus weniger Energie um das Wasser von Raumtemperatur auf fast 100\u00b0C zu erw&auml;rmen als es bei 100\u00b0C zu verdampfen. Konkret braucht man um von 25 Grad Celsius Wasser zu verdampfen 2.444 J\/kg, bei 99 Grad Celsius aber immer noch 2.260 J\/kg.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Energiebilanz<\/h3>\n<p>Nach dem Energieerhaltungssatz geht keine Energie verloren. W&auml;re unser Raum also ideal, das hei&szlig;t ohne Stoffaustausch mit der Au&szlig;enwelt und ideal ged&auml;mmt, sodass auch die W&auml;nde keine Energie aufnehmen, dann w&uuml;rde die W&auml;rme, die man braucht, um Wasser zu verdampfen aus der Luft genommen werden, die dadurch abgek&uuml;hlt wird.<\/p>\n<p>Damit kann man eine Rechnung anstellen.<\/p>\n<p>1 m\u00b3 Luft wiegt bei Normalbedingungen 1,25 kg. Die Luft in einem 30 m\u00b2 gro&szlig;en Wohnzimmer mit einer Deckenh&ouml;he von 2,50 m (67,5 m\u00b3) also 84,4 kg. Will man diese um 10 Grad abk&uuml;hlen, z.B. von 30 auf 20 Grad so muss ihr eine Energie von<\/p>\n<p>E = 1,005 J \/ kg \/ K * 84,4 kg * 10 K = 848,2 J entzogen werden.<\/p>\n<p>1 l Wasser von 25 Grad ben&ouml;tigt 2444 J\/kg, um zu verdampfen, das hei&szlig;t es reichen:<\/p>\n<p>M = 848,2 J \/ 2444 J\/kg = 0,347 kg<\/p>\n<p>Das w&auml;re bei flei&szlig;igem Einsatz der Spritzpistole also zu schaffen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Luftfeuchtigkeit<\/h3>\n<p>Das Wasser geht ja nicht verloren. Es steigert die Luftfeuchtigkeit, allerdings nur bis diese 100 % erreicht, dann ist die Luft maximal mit Wasserdampf ges&auml;ttigt und sei nimmt keine weitere Feuchtigkeit auf, k&uuml;hlt sie aus anderen Ursachen ab (z.B. weil es nachts k&uuml;hler wird) so sinkt die Wassermenge, die sie aufnehmen kann und die Luftfeuchtigkeit kondensiert aus. Ein Ph&auml;nomen, das wegen der entstehenden Feuchtigkeit nicht gew&uuml;nscht ist und dann zu Schimmelbildung an den betroffenen Stellen f&uuml;hren kann.<\/p>\n<p>Maximal sollte man also die S&auml;ttigung von 100 % bei niedriger Temperatur erreichen, ich habe mal 15 Grad angenommen, als Nachttemperatur einer Sommernacht, liegt die Nachttemperatur wesentlich tiefer dann ist es tags&uuml;ber meist auch nicht so hei&szlig; das man k&uuml;hlen muss. In den letzten hei&szlig;en Tagen zeigte meine Wetterstation immer 40 bis 50 % Luftfeuchtigkeit an, nehme ich 50 % als h&ouml;heren Wert, so kann ich maximal 50 % der S&auml;ttigungsmenge aufnahmen. Die S&auml;ttigungsmenge betr&auml;gt etwa 13 g\/m\u00b3 (der Zusammenhang ist nicht linear, man muss den Wert einem Diagramm entnehmen). 50 % davon sind also 6,5 g, ich rechne mit 6 g\/m\u00b3 um etwas Sicherheitsspielraum zu haben. Bei 67,5 m\u00b3 sind es also:<\/p>\n<p>M = 67,5 m\u00b3 * 6 g\/m\u00b3 = 405 g, also leicht oberhalb der Wassermenge, die man durch Verdunstung zuf&uuml;hrt. Nat&uuml;rlich hat man dann auch ein Raumklima mit fast 100 % Luftfeuchtigkeit, was auch nicht so angenehm ist. Aber das w&auml;re auch ein Extrembeispiel, denn wenn es drau&szlig;en tats&auml;chlich 15 Grad h&auml;tte, dann w&uuml;rde man einfach das Fenster &ouml;ffnen und die kalte Luft (mit niedriger Luftfeuchtigkeit) von au&szlig;en reinlassen. In der Praxis wird man also diese hohe Luftfeuchtigkeit nicht erreichen und bei 20 Grad sind es beim obigen Beispiel nur noch 30 % Luftfeuchtigkeit, die so hinzukommen, also von 40 bis 50 % auf 70 bis 80 %, was in etwa die Bedingungen sind, die in einem Badezimmer herrschen und das ist doch ertr&auml;glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Hitze setze ich abends immer, wenn ich auf dem Sofa liege, eine Spitzflasche ein, das ist eine ehemalige Glasreiniger-PVC Flasche mit Wasser gef&uuml;llt. Der feine Wasserspr&uuml;hnebel legt sich auf die Haut und k&uuml;hlt, ist aber beim ersten Kontakt doch unangenehm kalt und die Feuchte mag auch nicht jeder. 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