{"id":15020,"date":"2020-11-09T10:34:06","date_gmt":"2020-11-09T09:34:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15020"},"modified":"2020-11-09T10:40:34","modified_gmt":"2020-11-09T09:40:34","slug":"warum-mein-lieblingsteleskop-ein-newton-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/11\/09\/warum-mein-lieblingsteleskop-ein-newton-ist\/","title":{"rendered":"Warum mein Lieblingsteleskop ein Newton ist"},"content":{"rendered":"<p>Langsam r&uuml;ckt ja wieder Weihnachten n&auml;her und dann wei&szlig; ich schon das ich wieder etliche Mails bekomme, in denen ich f&uuml;r Empfehlungen f&uuml;r ein Teleskop gefragt werd. Ich habe fr&uuml;her viel mit dem Teleskop beobachtet, inzwischen stehen die Ger&auml;te aber nur noch rum, aber es gibt eine ganze <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/teleskop-index.shtml\">Sektion auf der Website<\/a> mit Grundlagenwissen. Obwohl dort auch steht, dass ich keine konkrete Kaufberatung mache, einfach weil es so viele Teleskope heute auf dem Markt gibt, selbst wenn man sich nur auf eine &Ouml;ffnung und Typ beschr&auml;nkt, kommt man leicht auf ein Dutzend Modelle. Die m&uuml;sste ich ja alle kennen, um eine Empfehlung zu geben. Aber ich will das mal heute erg&auml;nzen um meinen Vorschlag zumindest f&uuml;r die Bauart, welche mein Lieblingsteleskop haben sollte.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"display: none !important;\" hidden=\"\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/e5ba1da5d2a54f229579f8b5d18d3135\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<h3 class=\"western\">Wichtige Gr&ouml;&szlig;en<\/h3>\n<p>Zwei Gr&ouml;&szlig;en charakterisieren den optischen Tubus, also das eigentliche Teleskop (die Montierung ist zwar genauso wichtig, wird leider aber meistens stiefm&uuml;tterlich behandelt). Das eine ist die &Ouml;ffnung D, das ist der Durchmesser der Optik. Sie ist verantwortlich f&uuml;r das Lichtsammelverm&ouml;gen, aber auch die maximale sinnvolle Vergr&ouml;&szlig;erung, die man erreichen kann, wobei diese sich Angabe relativ zum Auge bezieht. Ich schriebe sinnvolle Vergr&ouml;&szlig;erung, weil man nat&uuml;rlich sehr stark vergr&ouml;&szlig;ern kann, doch zu jeder &Ouml;ffnung geh&ouml;rt auch eine Aufl&ouml;sung, meist als Bogensekunden, also ein Winkelma&szlig; definiert. Wird zu stark vergr&ouml;&szlig;ert, so wird das Bild zunehmend unsch&auml;rfer. Faustregel: sinnvolle Maximalvergr&ouml;&szlig;erung mit optimaler Sch&auml;rfe = Optikdurchmesser in Millimeter. Maximale Vergr&ouml;&szlig;erung, mit tolerierbarer Unsch&auml;rfe: 1,5 x Optikdurchmesser in Millimeter. F&uuml;r ein Teleskop mit einem 80 mm Spiegel oder einer 80 mm Linse also 80-fach und 120-fach.<\/p>\n<p>Brennweite: Die Brennweite F ergibt sich aus der Beugung der Lichtstrahlen durch geschlieffene Linsen oder Spiegel. Je l&auml;nger die Brennweite ist, um so kleiner ist der Himmelsausschnitt, den man sieht. Die Brennweite kennt man auch von Spiegelreflexkameras. Auch hier wird der Ausschnitt, den man sieht, immer kleiner je h&ouml;her die Brennweite. Bei allen Teleskopen gilt, dass eine lange Brennweite geringere optische Fehler, die sich durch die Brechung und Reflexion der Lichtstrahlen ergeben, verringert.<\/p>\n<p>Aus diesen beiden Werten leiten sich weitere Kenngr&ouml;&szlig;en ab. Das Verh&auml;ltnis F\/D ist die von der Fotografie bekannte Blende, bei Teleskopen spricht man vom &Ouml;ffnungsverh&auml;ltnis. Je niedriger es ist, desto mehr Licht f&auml;ngt das Teleskop ein, desto heller ist das Bild und desto k&uuml;rzer bei einer Aufnahme die Belichtungszeit. Aus dem Verh&auml;ltnis F zu Okularbrennweite errechnet sich sowohl die Vergr&ouml;&szlig;erung wie der beobachtbare Himmelsausschnitt. Die Okulare kann man auswechseln, so kommt man zu verschiedenen Vergr&ouml;&szlig;erungen. Aus dem Verh&auml;ltnis F zu Sensorabmessungen errechnet sich der Himmelsausschnitt bei der Fotografie. Man erkennt schon \u2013 bei gleichem Durchmesser ist oft eine geringe Brennweite von Vorteil, wenn man ausgedehnte Objekte hat. Sind die Objekte dagegen klein wie die Planeten, so ist eine lange Brennweite von Vorteil.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Bauarten<\/h3>\n<p>Es gibt etliche Subtypen von Teleskopen, aber in der Praxis kann man sie in drei Haupttypen einteilen:<\/p>\n<h4 class=\"western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium\" src=\"\/img\/refraktor.jpeg\" width=\"501\" height=\"212\" \/>Das Linsenteleskop (Refraktor)<\/h4>\n<p>Wie der lateinische Ausdruck Refraktor schon aussagt, bricht dieser Typ das Licht durch Linsen. Der Brechungsindex einer Linse ist aber abh&auml;ngig von der Wellenl&auml;nge. So wird das blaue Licht anders gebrochen als das rote. Es kommt zu Farbs&auml;umen um helle Objekte. Das kann man verringern, indem man mehr Linsen kombiniert, wobei diese den Fehler der ersten Linsen kompensieren. Aber so was ist teuer. Vor allem weil man ab zwei Linsen Spezialmaterialen f&uuml;r die weitere Linse braucht. Die billigere L&ouml;sung ist es die Brechung zu verringern, indem man die Brennweite verl&auml;ngert. Linsenteleskope im bezahlbaren Bereich haben ein F\/D von 8 bis 13. Wichtig beim Linsenteleskop ist, das der Tubus in etwa so lang ist, wie die Brennweite. Das Okular ist am Ende des Tubus angebracht.<\/p>\n<h4 class=\"western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/newton.jpeg\" width=\"501\" height=\"217\" \/>Das Newton Teleskop<\/h4>\n<p>Das Teleskop nach Newton, der es erfand (und nicht nur die Gravitationstheorie entdeckte), ist ein Spiegelteleskop, ein Reflektor. Ein parabolisch geschliffener Spiegel am Ende des Tubus b&uuml;ndelt das Licht in einem Brennpunkt vorne im Tubus. Dort sitzt ein Fangspiegel, plan geschliffen, der das Licht um 90 Grad umlenkt zu dem Okular, das dort angebracht ist. Alle Spiegelteleskope sind farbrein. Daf&uuml;r haben sie andere Nachteile. Der Fangspiegel im Strahlengang ist ein optisches Hindernis, das Kontrast und Aufl&ouml;sungsverm&ouml;gen absenkt, ist er sehr gro&szlig; so leidet auch das Lichtsammelverm&ouml;gen. Mit nur einem Spiegel kann man nicht wie bei Linsenteleskopen optische Fehler die jenseits der optischen Achse auftreten minimieren, wie dies beim Linsenteleskop durch zwei oder drei Linsen geschieht. Newton Teleskope haben den Nachteil der Koma \u2013 jenseits der Mitte wird die Abbildung zunehmend unsch&auml;rfer. Das wirkt sich vor allem bei der Fotografie aus. Auch hier ist die einfachste Ma&szlig;nahme die Brennweite zu verl&auml;ngern. Newtons haben ein F\/D von 4 bis 8 also deutlich kleiner als bei Linsenteleskopen.<\/p>\n<p>Bei einem Newton Teleskop ist der Tubus etwas k&uuml;rzer als die Brennweite, da der Okularauszug oben am Tubus ist und ihn nicht verl&auml;ngert.<\/p>\n<h4 class=\"western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium\" src=\"\/img\/sc.jpeg\" width=\"501\" height=\"269\" \/>Katadioptische Teleskope<\/h4>\n<p>Katadioptisch bedeutet, aus zwei unterschiedlichen optischen Systemen. Doch beginne ich erst mal mit der historischen Entwicklung. Nach dem Newton-Typ kamen der Typ nach Cassegrain und sp&auml;ter Ritchcy-Chetrien auf. Beide haben denselben Grundaufbau. Der Sekund&auml;rspiegel ist beim Cassegrain ebenfalls gekr&uuml;mmt und b&uuml;ndelt das Licht weiter. Er lenkt es nicht wie beim Newton zur Seite ab, sondern durch ein Loch im Hauptspiegel aus dem Tubus heraus. Als Folge reduziert sich die Tubusl&auml;nge betr&auml;chtlich, weil sich die F\/D Werte von Hauptspiegel und Sekund&auml;rspiegel multiplizieren. Bei jeweils F\/D von 5 bekommt man so ein F\/D von 25, aber der Tubus muss nur so lange sein wie die Brennweite des Hauptspiegels. Leider verst&auml;rken sich so auch Bildfehler, die zunehmen je kleiner das F\/D ist. Klassische Cassegrainteleskope wie das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/hst.shtml\">Hubble-Weltraumteleskop<\/a> haben daher sehr hohe F\/D Werte, Hubble z.B. einen von 24.<\/p>\n<p>Den Bildfeldfehlern r&uuml;ckte man mit dem Ritchey-Chetrien Typ zu Leibe. Bei diesen sind die Spiegel in den Au&szlig;enbereichen angepasst, normal folgt die Kr&uuml;mmung einem Parabolid. Dadurch kann man niedrigere F\/D Werte erreichen. Es gibt Ritchey-Chetrien f&uuml;r Amateure, aber dieser Teleskoptypus ist teuer und selten.<\/p>\n<p>Die meisten katadioptischen Teleskope, die es auf dem Markt gibt, sind vom Schmidt-Cassegrain oder Maksutov Typ. Da ein Amateur kein Cassegrain mit einem &Ouml;fnungsverh&auml;ltnis von 20 bis 30 kaufen w&uuml;rde \u2013 der Bildausschnitt w&auml;re einfach zu klein, das Teleskop sehr empfindlich gegen&uuml;ber St&ouml;rungen wie St&ouml;&szlig;e durch Wind nimmt man Spiegel mit geringen F\/D, sodass man auf ein F\/D von etwa 10 kommt. Dann gibt es aber gro&szlig;e Bildfeldfehler, vor allem ist das Bild nur noch in der Mitte scharf und nach au&szlig;en hin wird es unscharf. Man kombiniert das klassische Casegrain mit einer Schmidt-Platte. Das ist eine Glasplatte die diese optischen Fehler wieder korrigiert. Sie befindet sich an der Front des Tubus. So entsteht das Schmidt-Cassgerain. Die russische Variante dieses Prinzips ist das Maksutov Teleskop bei der es ebenfalls eine Korrekturplatte gibt, nur ist bei ihr der vordere vergr&ouml;&szlig;ernde Spiegel eingespart worden und diese Platte wurde in der Mitte verspiegelt und fungiert so auch Sekund&auml;rspiegel.<\/p>\n<p>Beide Typen haben sehr kurze Tuben, teilweise nur dreimal so lang wie die Brennweite, sie sind dadurch kompakt und leichter als die beiden anderen Typen. Daf&uuml;r ist das F\/D hoch, 10 bis 11 ist normal. Der Okularauszug ist hinten am Tubus wie bei Linsenteleskopen. Bedingt durch die kleinen F\/D ist der Fangspiegel relativ gro&szlig; \u2013 35 bis 40 % des Optikdurchmessers sind &uuml;blich. Der Kontrast und die Aufl&ouml;sung ist dadurch deutlich schlechter als bei Newtons oder Linsenteleskopen.<\/p>\n<h3 class=\"western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/okulare2.jpg\" width=\"512\" height=\"384\" \/>Praktische Gesichtspunkte<\/h3>\n<p>Ein praktischer Gesichtspunkt ist, dass man zu jedem Teleskop noch einen Satz Okulare braucht. Aus dem Verh&auml;ltnis der Teleskopbrennweite und der Okularbrennweite errechnet sich die Vergr&ouml;&szlig;erung. Der sinnvolle Bereich geht von Teleskopdurchmesser\/6 (6 mm ist die maximale &Ouml;ffnung des Auges bei Nachtadaption) bis Teleskopdurchmesser\/1 (auf 1 mm reduzierte Pupille ergibt die h&ouml;chste Sch&auml;rfe). Bei einem Teleskop mit 80 mm Druckmesser also 13,3 bis 80-fach. Wer einmal durch ein Okular geblickt hat, wei&szlig; das es um so schwerer ist je kleiner der Durchmesser der Feldlinse, also der dem Auge zugewandten Linse ist. Diese Linse wird mit sinkender Okularbrennweite aber immer kleiner im Durchmesser. Ich empfinde das Schauen durch Okulare unter 7 mm Brennweite als anstrengend. Das wissen auch manche Hersteller und stellen Okulare mit kleinen Brennweiten so her indem sie eine Vergr&ouml;&szlig;erungselement (Barlow-Linse) in das Okular einbauen. So wird aus einem 8 mm Okular dann eines mit 4 mm Brennweite. Auf der anderen Seite wird mit steigender Okularbrennweite auch die zweite Linse, unten am Teleskop immer gr&ouml;&szlig;er. Diese kann niemals gr&ouml;&szlig;er werden als der Durchmesser des Okulars. Okulare f&uuml;r das 1,25 Zoll System haben so eine maximale Brennweite von 30 bis 35 mm, je nach Gesichtsfeld, Weitwinkelokulare sogar eine deutlich kleinere Brennweite. Es gibt zwar auch Okulare f&uuml;r den 2 Zoll Anschluss, doch dann muss man, wenn man die Vergr&ouml;&szlig;erung wechselt, jeweils noch einen Adapter von 2 auf 1,25 Zoll montieren und diese Okulare sind sehr schwer und teuer. (Bild: Okular mit 25 und 5 mm Brennweite).<\/p>\n<p>Sinnvoll ist also eine Maximalbrennweite von 30 bis 35 mm. Das entspricht dee 6 mm Pupille, so kommt man leicht darauf, das das optimale F\/D in etwa bei 5 bis 6 liegt. Das Okular mit der kleinsten Brennweite liegt dann bei 5 bis 6 mm Brennweite. Darunter wird auch die Auswahl knapp. In diesem Bereich liegen aber viele Newtons. Linsenteleskope, au&szlig;er teure Apochromate liegen h&ouml;her und katadioptische Teleskope erreichen diesen Bereich bauartbedingt nicht.<\/p>\n<p>Ein zweiter Gesichtspunkt ist das Einblickverhalten. Man schaut ja durch das Okular in das Teleskop, das aber je nach Objekt unterschiedlich geneigt ist. Die Montierung ist in der H&ouml;he meist so aufgebaut, dass man bei horizontaler Ausrichtung bequem beobachten kann. Wenn man nun gegen den Zenit beobachtet, dreht sich der Tubus in die Senkrechte und ist der Okularauszug hinten, dann ist die Einblickposition tiefer \u2013 bei Linsenteleskopen sind das leicht 50 bis 70 cm und entsprechend muss man in die Knie gehen. Bei katadieoptischen Teleskopen ist es durch den kompakten Tubus weniger und so gibt es da kaum ung&uuml;nstige Einblickpositionen. Beim Newton kann man durch Rotation des Tubus den Okularauszug von oben nach unten drehen und so die Distanz ausgleichen. Selbst wenn nicht so ist, ist es einfach auf einen kleinen Schemel zu klettern als in die Knie zu gehen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Preis<\/h3>\n<p>Gro&szlig;e Linsen, optisch fehlerfrei, gut geschliffen sind erheblich teurer als Spiegel. Linsenteleskope sind daher selbst in einfacher Ausf&uuml;hrung teuer als Spiegelteleskope. Daneben erzeugen sie durch den ung&uuml;nstigen Schwerpunkt auch eine h&ouml;here Last auf der Montierung, die so ebenfalls teurer wird.<\/p>\n<p>Bei katadioptischen Teleskopen ist eine korrigierende Schmidtplatte und ein hyperbolisch geschliffener Fangspiegel ebenfalls teurer als der plane Fangspiegel des Newton. Auch diese sind daher bei gleicher &Ouml;ffnung oft teurer als ein Newton. Sie punkten aber mit dem k&uuml;rzeren Tubus, der durch die Hebelwirkung weniger Last auf der Montierung erzeugt. Da gute Montierungen ebenfalls nicht billig sind und vor allem bei steigendem Optikdruchmesser auch rasch teurer werden, sind katadioptische Teleskope bei gro&szlig;en &Ouml;ffnungen preislich aktraktiver. Ihre Vorteile spielen sie bei kleinen &Ouml;ffnungen, wo auch bei Newtons der Tubus noch nicht so lang ist, kaum aus.<\/p>\n<p>Nicht umsonst steigt das Angebot an Schmidt-Cassegrain erst bei 200 mm Optikdurchmesser an, w&auml;hrend es bei Newtons in diesem Durchmesser schon zur&uuml;ckgeht. F&uuml;r einen Einsteiger sind katadieoptische Teleskope oft zu teuer, Linsenteleskope, die bezahlbar sind, haben oft lange Brennweiten mit den beschriebenen Nachteilen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Tipps<\/h3>\n<p>Wie schon gesagt, ich mache keine Empfehlung f&uuml;r ein konkretes Produkt und &auml;u&szlig;ere mich auch nicht, wenn ich zu meiner Meinung f&uuml;r ein bestimmtes Teleskop gefragt werde. Aber es gibt einige Empfehlungen. Das erste ist die Preisklasse. Wer neu ist, wei&szlig; nicht, was ein Teleskop kostet. F&uuml;r etwas was man nicht kennt 200 Euro auszugeben, scheint dann viel zu sein. Bei Teleskopen kann man f&uuml;r den Preis aber wenig Qualit&auml;t erwarten. Als Faustregel: Amateurteleskope kosten in etwa so viel wie ein brauchbarer Computer. Da wird man f&uuml;r 200 Euro auch nichts bekommen und &auml;hnlich wie man f&uuml;r einen Gamer-PC mehrere Tausend Euro ausgeben kann, kann man auch Tausende f&uuml;r ein Teleskop ausgeben. F&uuml;r ein Einsteigerger&auml;t w&uuml;rde ich mit Zubeh&ouml;r mit 300 bis 500 Euro rechnen. Ist das Budget knapp so verzichtet man eher auf Zubeh&ouml;r oder kauft ein etwas kleineres Ger&auml;t als geplant. Man darf nicht vergessen, dass der Sprung von 100 auf 150 mm &Ouml;ffnung nur der Faktor 1,5 ist. Aber vom Auge sind schon 100 mm &Ouml;ffnung der Faktor 16!. Ein gr&ouml;&szlig;eres Teleskop wird also mehr zeigen, aber man sollte sich nicht eine zu hohe Steigerung erwarten.<\/p>\n<p>Ein leider querbeet zu beobachtendes Ph&auml;nomen ist, dass Einsteigerteleskope, da Einsteiger sich nur nach der Gr&ouml;&szlig;e des Teleskops orientieren, mit durchweg zu schwachen Montierungen verkauft werden. Die Montierung ist das Stativ und das Getriebe dar&uuml;ber, dass das Teleskop h&auml;lt und das mit R&auml;dern dann dem Lauf der Sterne nachgef&uuml;hrt wird. Eine gute Montierung tr&auml;gt das Gewicht des Teleskops und hat noch einige Kilogramm Reserven, z.B. f&uuml;r schweres Zubeh&ouml;r wie eine Spiegelreflexkamera. Der Laie kann das nachpr&uuml;fen wenn im Datenblatt steht was der Tubus (OTA: optical Tube Assemby) wiegt und was die Montierung tr&auml;gt. Fehlt die Angabe, so sucht man nach der Montierung im Shop, die es meist auch einzeln zu kaufen gibt. Auch wenn es teurer ist: kaufen sie Tubus und Montierung getrennt, wobei die Montierung dann eine Nummer gr&ouml;&szlig;er ist als die im Komplettkit ist.<\/p>\n<p>Sparen k&ouml;nnen sie am Zubeh&ouml;r. F&uuml;r den Anfang reichen zwei Okulare die meist mitgeliefert werden. Sp&auml;ter k&ouml;nnen sie weitere oder bessere nachkaufen. Sinnvoll deckt man den Vergr&ouml;&szlig;erungsbereich mit drei bis vier Okularen ab, oder zwei Okularen und einer Barlowlinse. Ebenso kann man Sonnenfilter oder andere Filter sp&auml;ter nachkaufen, das gleiche gilt f&uuml;r Motoren oder Nachf&uuml;hrausr&uuml;stung, wobei man sich schon vor dem Kauf informieren sollte, ob das Teleskop daf&uuml;r ausger&uuml;stet ist. F&uuml;r den Anf&auml;nger verzichtbar sind Schnick-Schnack wie Smartphone Halterung (die Kameras von Smartphones sind so schlecht das man damit praktisch nur Mond und Planeten aufnehmen kann) oder GotoSteuerungen um Himmelsobjekte anzusteuern. Bei dem kleinen Budget steckt man das Geld lieber ins Teleskop selbst. Noich was zu den Okularen selbst \u2013 erstaunlicherweise sind diese oft schlecht gew&auml;hlt, ergeben zu hohe Vergr&ouml;&szlig;erungen oder es fehlt eine niedrige Vergr&ouml;&szlig;erung. Ist das der Fall, so sollte man &uuml;berlegen, ob man von diesem Hersteller etwas kauft, wenn er schon die Grundausstattung so schlecht zusammenstellt.<\/p>\n<p>Teleskope w&uuml;rde ich immer von einem spezialisierten Shop kaufen. Zum einen kann man dort viel einfacher Angebote vergleichen. Zum andern gibt es dort umfangreiche Infos und auch Beratung. Ein kurzer Gegencheck zu Angeboten bei Amazon zeigt auch das man beim Kauf &uuml;ber Amazon und Co nichts spart. Teleskopshops sind unter anderem:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.astroshop.de\/\">Astroshop.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.intercon-spacetec.de\/\">Intercon SpaceTek<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.teleskop-express.de\/shop\/\">Teleskop Service<\/a><\/p>\n<p>Ich habe bei allen Dreien schon mal gekauft. Die Angebote f&uuml;r Einsteiger d&uuml;rften &uuml;berall die gleichen sein. So entscheiden sie sich danach, mit welchem Webauftritt sie am besten zurechtkommen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Noch ein Wort zu Dobsons<\/h3>\n<p>Dobsons, so benannt nach ihrem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Dobson_(Astronom)\">Erfinder<\/a> sind Teleskope, bei denen es vor allem auf die &Ouml;ffnung ankommt. Anders als andere Teleskope befindet sich das Newton-Teleskop \u2013 andere Typen sind bauart bedingt nicht m&ouml;glich \u2013 nicht auf einer Montierung mit Getriebe auf einem stabilen Stativ, sondern in einer Holzbox. Die Montierung ist damit azimutal, eigentlich gedacht f&uuml;r die Erdbeobachtung. Man muss so immer zwei Achsen nachf&uuml;hren anstatt einer, bei einer ausgerichteten parallaktischen Montierung. Ohne Getriebe mit R&auml;delachsen muss man von Hand das ganze Teleskop bewegen und das sehr feinf&uuml;hlig bei den hohen Vergr&ouml;&szlig;erungen. Ich habe ein Dobson. Bin mit dessen Nachteilen aber nicht warm geworden. Es ist zu umst&auml;ndlich zu bewegen und auszurichten, auch weil der Tubus so niedrig ist und man sich dauernd b&uuml;cken muss (und ich habe eines mit 1,5 m Brennweite). Immerhin \u2013 um Montierung, Motoren zur Nachf&uuml;hrung oder Zubeh&ouml;r f&uuml;r die Astrofotografie muss man sich keine Sorgen machen, denn das funktioniert bei dem Prinzip nicht. Wenn man wirklich nicht wei&szlig;, ob die Beobachtung etwas ist, was einen langfristig bindet oder es ein Geschenk sein soll bei dem man nicht wei&szlig; ob der Geschenkte darauf brennt w&auml;ren Dobsons eine Alternative. Dann w&uuml;rde ich aber ein billiges Einsteigermodell w&auml;hlen, das im Prinzip nur dazu dient, die Grundlagen eines Teleskops und was wichtig ist sich anzueignen, und wenn man dann gefallen an dem Hobby hat, kann man dann ein \u201erichtiges\u201c Teleskop kaufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langsam r&uuml;ckt ja wieder Weihnachten n&auml;her und dann wei&szlig; ich schon das ich wieder etliche Mails bekomme, in denen ich f&uuml;r Empfehlungen f&uuml;r ein Teleskop gefragt werd. Ich habe fr&uuml;her viel mit dem Teleskop beobachtet, inzwischen stehen die Ger&auml;te aber nur noch rum, aber es gibt eine ganze Sektion auf der Website mit Grundlagenwissen. 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