{"id":15223,"date":"2021-03-12T08:37:35","date_gmt":"2021-03-12T07:37:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15223"},"modified":"2021-03-12T08:37:55","modified_gmt":"2021-03-12T07:37:55","slug":"synthetische-kraftstoffe-oder-methan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/03\/12\/synthetische-kraftstoffe-oder-methan\/","title":{"rendered":"Synthetische Kraftstoffe, &Ouml;le oder Methan?"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem ich mich schon mit den Vor- und Nachteilen von Wasserstoff als Treibstoff f&uuml;r Kraftfahrzeuge besch&auml;ftigt habe, kommen heute mal die synthetischen Kraftstoffe, auch Refuels genannt, zum Einsatz. Die Idee klingt erst mal toll: man produziert synthetische Kohlenwasserstoffe die dann Benzin oder Diesel &auml;hneln, und genauso wie diese Treibstoffe eingesetzt werden k&ouml;nnen. Es wundert nicht, das die Automobilindustrie sehr f&uuml;r dieses Konzept ist, bedeutet es doch, dass sie weiterhin Autos mit Verbrennungsmotor produzieren k&ouml;nnen. Richtig hellh&ouml;rig wurde ich in einem Radiointerview von Ministerpr&auml;sident Kretschmann zur anstehenden BW-Wahl, wo er H&ouml;hrerfragen beantwortete und einer der Fragesteller meinte, anstatt Wasserstoff &#8211; auf den bezog sich eine vorherige Anfrage, sollte man doch diese synthetischen Treibstoffe f&ouml;rdern. Darauf sagte Kretschmann, das man hier noch viel forschen m&uuml;sste und diese Treibstoffe noch ineffizienter bezogen auf die eingesetzte Energie seien als Wasserstoff. Da w&auml;re der Faktor f&uuml;nf, bei Wasserstoff nur zwei.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/dd9972738645401999109d2b79c41923\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Wie sich dann beim Schreiben dieses Blogs zeigte, redet Kretschmann von einer anderen Alternative als ich, da ich als Chemiker (obwohl er ja auch Chemielehrer war) den direkten Weg und nicht den umst&auml;ndlichen gehe. Wie immer in der Chemie gibt es aber zahlreiche Wege um eine bestimmte Substanz zu synthetisieren.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Zuerst mal zu den Grundlagen<\/h3>\n<p>Ein Verbrennungsmotor verbrennt etwas und &uuml;bersetzt die dabei entstehende W&auml;rme in Form einer Volumenausdehnung der Gase in Bewegung. Was er verbrennt, ist prim&auml;r eine Frage der Auslegung des Motors. Gro&szlig;e Dieselmotoren, wie die Antriebe von Schiffen k&ouml;nnen alles verbrennen, auch Reste der Erd&ouml;lindustrie, die man sonst nirgendwo mehr einsetzen kann wie Schwer&ouml;l. Schiffe sind daher mit Abstand die dreckigsten Fortbewegungsmittel auch, weil die Abgase nicht gereinigt werden. Wer also eine echte Umweltsau sein will fliegt nicht, sondern macht eine Kreuzfahrt. Da man die Abgase da auch selbst einatmet und darunter sind einige krebserregende Stoffe sind, bekommt man die Strafe daf&uuml;r auch sofort, zumindest wenn man viel drau&szlig;en auf dem Deck ist, idealerweise neben den Schornsteinen. Aber auch normale Diesel, zumindest &auml;lterer Bauart ohne aktive Steuerung der Effizienz und nachgeschalteten bzw. einbauten Abgasreinigungsstufen kommen mit vielen Verbrennungstr&auml;gern aus. Es gab mal Leute die haben das Altfett von Frittenbuden abgenommen und sind damit gefahren. Demgegen&uuml;ber ist der Benziner weitaus anspruchsvoller, was den Treibstoff angeht, er kommt schon nicht mit Diesel zurecht. Man muss also Treibstoffe \u201ebauen\u201c die, dann der entsprechende Motor vertr&auml;gt.<\/p>\n<p>Heute werden viele Motoren f&uuml;r PKW bis ins kleinste geregelt um den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen zu minimieren und sie sind auf die heute &uuml;blichen Kohlenwasserstoffmischungen von Leichtbenzin und Diesel ausgelegt. Sie kommen nicht mit jedem Treibstoff zurecht. W&auml;re dem so, so g&auml;be es eine Menge potenzieller Treibstoffe:<\/p>\n<ul>\n<li>Wasserstoff<\/li>\n<li>Methan<\/li>\n<li>niedrige Alkohole wie Methanol und Ethanol<\/li>\n<li>Pflanzen&ouml;le<\/li>\n<li>Pflanzen&ouml;lester niederer Alkohole<\/li>\n<\/ul>\n<h3 class=\"western\">Hier erst mal eine kleine &Uuml;bersicht der einzelnen Fraktionen<\/h3>\n<p>Wasserstoff kann durch Elektrolyse aus Wasser erzeugt werden. Wasserstoff verbrennt mit erheblich mehr Energie und h&ouml;heren Temperaturen als Kohlenwasserstoffe. Der Explosionspunkt ist ebenfalls ein komplett anderer. Der Motor muss daher auf diesen Treibstoff ausgelegt werden. Als Gas mit kleiner Molek&uuml;lmasse ben&ouml;tigt Wasserstoff relativ schwere Tanks bei einem Mercedes Brennstoffzellenfahrzeug wiegt er 125 kg bei 4,4 kg Fassungsverm&ouml;gen. Mehr &uuml;ber Wasserstoff, findet ihr im vorherigen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/03\/10\/wasserstoffautos\/\">Blog zu dem Thema<\/a>.<\/p>\n<p>Methan ist der einfachste Kohlenwasserstoff. Er ist nat&uuml;rlich verf&uuml;gbar, weil es bei dem anaeroben Abbau von organischer Masse entsteht, und kann in Biogasanlagen k&uuml;nstlich erzeugt werden. Es verbrennt wie Kohlenwasserstoffe, nur ist es schon ein Gas und verbrennt schneller und liefert mehr Energie, das muss man beim Motordesign wissen. Trotzdem gibt es Autos, die Erdgas tanken und jede Menge Tankstellen daf&uuml;r. Wie Wasserstoff ist Methan ein Gas ben&ouml;tigt also auch schwere Drucktanks, dank der achtfachen Molekularmasse geht aber mehr Treibstoff hinein.<\/p>\n<p>Den Nachteil der schweren Druckgastanks haben Ethanol und Methanol nicht. Die beiden Alkohole sind fl&uuml;ssig. Ethanol kann aus G&auml;rung gewonnen werden und wird in Brasilien seit Jahrzehnten als Treibstoff genutzt. Methanol wird aus Erdgas durch kombinierte Dampf- und Autothermreformierung aus Methan gewonnen. Dabei wird Kohlendioxid frei. Es wird aber an Verfahren der katalytischen Teiloxidation von Methan gearbeitet, mit denen Methanol ohne Kohlendioxidemission aus Methan gewonnen werden kann. Da beide Treibstoffe sich im Brennverhalten von fossilen Kraftstoffen unterscheiden, m&uuml;ssen auch hier die Motoren darauf eingestellt werden. Sie haben zudem weniger Energie, etwa 70 % der von Benzin.<\/p>\n<p>Pflanzen&ouml;le sind im Prinzip Speise&ouml;le wie man sie auch Lebensmittel einsetzt. Die meisten Diesel kommen mit diesen zurecht. Der Gro&szlig;teil ist heute Palm&ouml;l, dass billig herzustellen ist.<\/p>\n<p>Pflanzen&ouml;lester sind einfache Ester von Pflanzen&ouml;le, bei denen das Glycverinmolek&uuml;l in normalem Fett durch einen einfacheren Alkohol wie Methanol ersetzt wird. In den chemischen Eigenschaften &auml;hneln sie noch mehr den herk&ouml;mmlichen Kraftstoffen und sind als E10 Beimischung zum Sprit seit Jahren im Einsatz.<\/p>\n<p>F&uuml;r die Automobilindustrie und Autobesitzer w&auml;ren Pflanzen&ouml;le oder \u2013 ester die beste Option, doch wegen der verheerenden Umweltbilanz von Palm&ouml;lplantagen ist die Forschung von ihnen abger&uuml;ckt. Angesichts der enormen Menge von Autos weltweit k&ouml;nnte man so auch nie den Spritbedarf decken.<\/p>\n<p>Wasserstoff habe ich schon im letzten Blog angesprochen. Wasserstoff kann man zumindest, was die Energiebilanz angeht, besser in Brennstoffzellen nutzen. Die sind allerdings recht teuer.<\/p>\n<p>Als von &#8222;Refuels&#8220; geredet wurde, dachte ich als Chemiker sofort an Methan. Das ist f&uuml;r mich naheliegend. Gibt es doch schon Fahrzeuge, die Methan nutzen und ist es doch ein nat&uuml;rliches Produkt von Biogasanlagen. Ein Molek&uuml;lteil eines Polysacchards kann nach Hydrolyse in der Summe wie folgt zu Methan umgewandelt werden:<\/p>\n<p>(C<sub>6<\/sub>H<sub>10<\/sub>O<sub>5<\/sub>)<sub>n<\/sub> + n H<sub>2<\/sub>O \u2192 3 n CH<sub>4<\/sub> + 3 n CO<sub>2<\/sub><\/p>\n<p>Die Mikroorganismen reduzieren einen Teil des Kohlenstoffs und oxidieren einen zweiten Teil und gewinnen dabei Energie wie man an der Bilanz sieht, denn bei einer mittleren Energie von 17,2 kJ\/g Kohlenhydrate und 46 kJ f&uuml;r Methan werden aus 180 x 17,2 kJ (bei einem Mol) 64 x 46 kJ, Zwei Drittel der Energie landet also im Methan. In der Praxis ist bei Methangewinnung relevant, aus welcher Quelle das Substrat f&uuml;r die Biogasproduktion stammt. Werden Futterpflanzen verwendet, so sind mit deren Anbau nat&uuml;rlich auch Aufwendungen verbunden. G&uuml;lle ist dagegen ein Abfallstoff der sowieso entsorgt werden muss. Wird ein Benziner mit Biogas betrieben, dann emittiert bei G&uuml;lle als Substrat <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/energie\/biogas-biomethan-direkte-treibhausgasbilanz-positiv\/\">zwei Drittel weniger Kohlendioxid<\/a> (in der Bilanz) als mit Benzin, bei Mais ist es nur ein Drittel. Doch klar ist auch das man mit G&uuml;lle niemals alle Autos versorgen kann, es gibt in etwa so viele Schweine wie Autos und bei dem Verbrauch an Benzin den ein PKW hat kommt das Schwein mit der G&uuml;lleproduktion gar nicht hinterher. Das gilt auch f&uuml;r Mais oder andere Pflanzen, die nur f&uuml;r die Biogaserzeugung angebaut werden. So viel Fl&auml;che hat die Bundesrepublik nicht um nur alle Benziner mit Biogas versorgen zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Ethanol ist eine zweite M&ouml;glichkeit aus Pflanzenmasse Energie zu gewonnen. Das geht nach der Formel:<\/p>\n<p>C<sub>6<\/sub>H<sub>12<\/sub>O<sub>6<\/sub> \u2192 2 C<sub>2<\/sub>H<sub>5<\/sub>OH + 2 CO<sub>2<\/sub><\/p>\n<p>Hier landen sogar nur 44 % der urspr&uuml;nglichen Energie im Ethanol. Methanol kann aus Methan als prim&auml;ren Produkt von Biogasanlagen erzeugt werden. Dies geschieht durch Dampfreformierung von Methan. Da dabei es weitere energetische Verluste gibt, ist es bei diesem Treibstoff bisher bei <a href=\"http:\/\/www.noest.or.at\/intern\/dokumente\/076_Enbericht_Methanolstudie.pdf\">Machbarkeitsstudien<\/a> geblieben. Bedeutender w&auml;re Methanol als viel leichter lagerbares Substrat f&uuml;r Brennstoffzellen, die allerdings nur einen Teil des Energiegehaltes nutzen, da sie nur den Wasserstoff oxidieren. Die Energie bei der Oxidation des Kohlenstoffskelettes bleibt ungenutzt, zudem ist das Kohlendioxid ein Katalysatorgift. Daher konzentriert sich die Brennstoffzellenforschung auf Wasserstoff. Insgesamt sind Alkohole eine bequeme Alternative, wenn man am Auto nichts &auml;ndern m&ouml;chte, allerdings mit einer verheerenden Energiebilanz.<\/p>\n<p>Pflanzen&ouml;le und Pflanzenester haben chemisch die gr&ouml;&szlig;te &Auml;hnlichkeit aller nat&uuml;rlich vorkommenden Alternativen zu Diesel. Es sind langkettige Kohlenwasserstoffe mit meist 16 bis 18 C-Atomen. Das Ende tr&auml;gt eine S&auml;uregruppe, die mit einem Alkohol verestert ist. Bei <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/fett.shtml\">nat&uuml;rlichen &Ouml;len<\/a> ist es Glycerin, bei synthetischen Estern meist Methanol, wodurch die Molekularmasse auf ein Drittel sinkt und das &Ouml;l noch diesel&auml;hnlicher wird. Bei den meisten Diesel&ouml;len sind Pflanzen&ouml;le und Ester problemlos als Ersatz nutzbar, allerdings hat man auch hier das grunds&auml;tzliche Problem, das die Anbaufl&auml;chen nicht ausreichen und das meiste &Ouml;l stammt heute aus Palm&ouml;lplantagen in Asien, wo die letzten Urw&auml;lder daf&uuml;r gerodet werden.<\/p>\n<p>Kurz: alle bisherigen Alternativen haben Nachteile. Sie sind entweder teuer (Wasserstoff), haben eine schlechte Umweltbilanz oder bei fast allen ist einfach weltweit nicht genug Substrat vorhanden um den Benzin und Dieselverbrauch damit zu decken.<\/p>\n<p>Daher geht heute die Forschung in Richtung synthetische Kraftstoffe oder Refuels. Der Gedanke ist relativ einfach: Wasserstoff, denn man auch f&uuml;r Brennstoffzellenfahrzeuge ben&ouml;tigt kann man in praktisch unbegrenzter Menge aus Wasser durch Elektrolyse gewinnen kann. Den Wasserstoff setzt man dann mit Kohlendioxid nach folgender Summenformel um:<\/p>\n<p>4 H<sub>2<\/sub> + CO<sub>2<\/sub> \u2192 CH<sub>4<\/sub> + 2 H<sub>2<\/sub>O<\/p>\n<p>Das Methan kann dann relativ einfach zu h&ouml;heren Kohlenwasserstoffen oxidiert werden, wobei ein Teil des Wasserstoffs dann wieder frei wird. So kann man sowohl synthetisches Diesel wie Benzin produzieren. Der gro&szlig;e Haken: das ist extrem energieaufwendig. In der Gesamtbilanz, gerne \u201ewell to wheel\u201c abgek&uuml;rzt landen 10 bis 15 % der elektrischen Energie als Antriebsleistung bei den R&auml;dern. Man hat zwei Prozesse darin mit schlechtem Wirkungsgrad \u2013 die Elektrolyse und den Verbrennungsmotor, beide mit Wirkungsgraden unter 50 %. BW hat ein Forschungsprojekt gestartet, das diese Effizienz auf 20 % erh&ouml;hen soll, das ist wohl der Faktor von dem Kretschmann sprach. Anders als bei allen anderen Alternativen kann man damit aber wohl so viel Kraftstoff produzieren, wie man braucht. Es ist also die einzige Alternative, die wirklich geeignet ist, bei gen&uuml;gend Strom die Unmengen an Autos zu versorgen, die heute unterwegs sind. Allerdings ist es teuer im <a href=\"https:\/\/www.adac.de\/verkehr\/tanken-kraftstoff-antrieb\/alternative-antriebe\/synthetische-kraftstoffe\/\">verlinkten ADAC-Artikel<\/a> ist die Rede davon, dass heute ein Liter synthetischer Treibstoff 4,50 Euro kostet, Das Forschungsprojekt soll das auf die H&auml;lfte sinken lassen, ein Interviewpartner nennt f&uuml;r die fernere Zukunft 1,70 Euro. Allerdings vermute ich sind das wie immer bei Forschungsprojekten die Treibstoffgestehungskosten, auf die ja bei uns noch Steuern und Abgaben drauf kommen. Denn ein Liter Benzin hat in etwa den Energiegehalt von 9 kWh. Rechnet man das mal f&uuml;nf als Effizienzziel, dann ist man bei 45 kwh Prim&auml;renergie, die heute knapp 14 Euro mit allen Abgaben kosten. Ich bezweifele aber das man den so erzeugten Sprit ohne Steuern verkaufen wird.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die Effizienz und der Energiebedarf<\/h3>\n<p>Was aber auch dieses Projekt ausblendet, ist woher der Strom f&uuml;r den ganzen Treibstoff kommen soll. Man braucht ja noch mehr als f&uuml;r Elektroautos, die immerhin auf 70 bis 80 % Effizienz bei \u201ewell to Wheel\u201c kommen, also den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Energie die im Strom steckt auch als Antriebsenergie umsetzen. Das ist auch ein vlinder Fleck der Bundesregierung, die sich 1 Million Elektrofahrzeuge bis 2020 als Z<a href=\"https:\/\/www.bmvi.de\/blaetterkatalog\/catalogs\/235170\/pdf\/complete.pdf\">iel gesetzt hat.<\/a> Obwohl das Ziel nicht erreicht wurde, ist es aber keine L&ouml;sung f&uuml;r das Ziel der deutlichen Reduktion der Kohlendioxidemissionen um 50 %. Der Verkehr ist der einzige Sektor, der &uuml;berhaupt keine Emissionen senkte, sondern sogar zulegte. Kein Wunder, wenn die Leute SUV &#8211; die Abk&uuml;rzung f&uuml;r &#8222;Selten unter vierzehn Liter&#8220; kaufen. Die haben seit Jahren Zuwachsraten im Verkauf. Mal eine Absch&auml;tzung, nicht 100% genau aber er liefert ungef&auml;hr die Gr&ouml;&szlig;enordnung. Wenn ich den mittleren Treibstoffverbrauch eines Golf mit 7 l\/100 km annehme und ein Tesla etwa 23 kWh pro 100 km verbraucht dann kann ich annehmen, das 1 l Benzin 3,3 kWh entsprechen, wenn es um die Fahrleistung geht. Deutschland ben&ouml;tigt f&uuml;r den Stra&szlig;enverkehr 228 Millionen Hektoliter Benzin und 403 Millionen Hektoliter diesel. Die zusammen 631 Millionen Hektoliter entsprechen dann einer Energie von 208 Twh. Die k&auml;men dann zum normalen <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/164149\/umfrage\/netto-stromverbrauch-in-deutschland-seit-1999\/\">Stromverbrauch von 512 TWh<\/a> hinzu also &uuml;ber 40 % mehr. Dabei ist nicht ber&uuml;cksichtigt, dass der Diesel effizienter ist und ein Gro&szlig;teil des Kraftstoffs auf Diesel entf&auml;llt. Das gilt vor allem f&uuml;r gro&szlig;e Dieselmotoren wie in Lastwagen oder Bussen. Diese w&uuml;rden dann mehr Strom f&uuml;r die gleiche Antriebsleistung ben&ouml;tigen. Dieser Strom muss aber von irgendwo herkommen. Zwanzig Jahre nach der Einf&uuml;hrung des EEG sind erneuerbare Energien bei knapp unter 50 % des Strombedarfs. Man m&uuml;sste um weitere 40 bis 50 % Strom f&uuml;r die Mobilit&auml;t (nur bei Elektroantrieb, entsprechend mehr bei Refuels oder Wasserstoff) zu erzeugen dreimal so viel Strom aus regenerativen Energiequellen gewinnen.<\/p>\n<p>Wie wird die Zukunft aussehen? Niemand wei&szlig; das aber ich kann zumindest ein Konzept umreisen, das umsetzbar ist und das bezahlbare Mobilit&auml;t erlaubt. Es ist nicht schwierig. Dei meisten Leute legen die meiste Strecke bei Fahrten zur Arbeit zur&uuml;ck. W&uuml;rde man den &Ouml;PNV so ausbauen das er eine Alternative zum Auto wird so w&uuml;rden viele dieser Einzelfahrten entfallen. Bei den Einzelfahrten k&ouml;nnte man durch informationstechnische L&ouml;sungen daf&uuml;r sorgen, dass die Autos zumindest voll sind, indem man einfach jemanden mitnimmt, der in dieselbe Stadt muss und nahe bei einem wohnt. F&uuml;r die kurzen Strecken w&auml;re dann der Elektroantrieb ausreichend. In die Ferne k&ouml;nnte man bei einem besseren Schienennetz auch mit der Bahn reisen, ebenso wie die Bahn wie fr&uuml;her die meisten G&uuml;ter transportieren kann und das effizienter als Lastwagen. Notfalls k&ouml;nnte sie sogar das E-Auto in den Urlaubsort bringen. Sinnvoller w&auml;re es aber dort einfach dann ein Auto zu mieten, das dann wiederum elektrisch ist. So k&auml;me eine Privatperson, die in einer gr&ouml;&szlig;eren Stadt wohnt \u2013 und das sind die meisten B&uuml;rger mit einem Elektroauto aus. &Uuml;brig blieben die Autos, die fast t&auml;glich gr&ouml;&szlig;ere Strecken am Tag zur&uuml;cklegen. Das w&auml;ren Transporte von G&uuml;tern &uuml;ber \u201edie letzte Meile(n)\u201c. Da ist der Wagen zu viel unterwegs, um ihn wie bei einem Elektrofahrzeug dauernd aufzuladen. F&uuml;r diese Restmenge g&auml;be es dann die energetisch ineffizienten L&ouml;sungen wie Wasserstoff oder synthetische Treibstoffe. Die Politik hat es in der Hand darauf hinzuarbeiten, und zwar indem sie die Rahmenbedingungen setzt. Beim &Ouml;PNV und Bahn ist sie selbst Anteilseigner der Firmen und m&uuml;sste daher das Netz ausbauen. Dazu kann man den Druck auf Autofahrer erh&ouml;hen, indem man einfach das Parken in bestimmten Stra&szlig;en verbietet und sie zu Einbahnstra&szlig;en erkl&auml;rt. Dadurch gewinnt man eine komplette Fahrspur, die f&uuml;r Fahrradfahrer schon fast eine Autobahn ist. So w&uuml;rde Fahrradfahren, (das ja auch elektrisch erfolgen kann oder elektrische Motorroller f&uuml;r die welche nicht treten wollen) erheblich attraktiver und vor allem ungef&auml;hrlicher. Tatsache ist aber, dass sich niemand mit Millionen von Autofahrern in der Politik anlegen will. Das geht so weit, das die AfD im laufenden Wahlkampf in BW sogar f&uuml;r Dieselautos wirbt, um dort W&auml;hlerstimmen abzugreifen. So bleibt es eben bei Feigenblattforschung, wie die <a href=\"https:\/\/www.refuels.de\/index.php\">ReFuels Forschung des KIT<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich mich schon mit den Vor- und Nachteilen von Wasserstoff als Treibstoff f&uuml;r Kraftfahrzeuge besch&auml;ftigt habe, kommen heute mal die synthetischen Kraftstoffe, auch Refuels genannt, zum Einsatz. 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