{"id":15248,"date":"2021-03-25T00:20:47","date_gmt":"2021-03-24T23:20:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15248"},"modified":"2021-03-24T17:24:48","modified_gmt":"2021-03-24T16:24:48","slug":"das-loc-und-lom-risiko-in-der-historischen-bilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/03\/25\/das-loc-und-lom-risiko-in-der-historischen-bilanz\/","title":{"rendered":"Das LOC und LOM Risiko in der historischen Bilanz"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\">Bei bemannter Raumfahrt ist die Besonderheit der Mensch. W&auml;hrend man einen Satelliten nachbauen kann, ist eine Person nicht zu ersetzen. Offensichtlich ist auch die Auswirkung des Verlusts einer Besatzung auf das Programm. Bisher wurde ein Raumfahrtprogramm immer durch einen Besatzungsverlust um Jahre aufgehalten. Selbst in Zeiten eines Wettlaufs, so nach dem Tod der Astronauten von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/schlamperei.shtml\">Apollo 1<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus1.shtml\">Komarow bei Sojus 1<\/a>. Bei den beiden letzten Verlusten der Columbia und Challenger stand das Programm sogar f&uuml;r mehrere Jahre still. Selbst bei der gegl&uuml;ckten Rettung beim Fehlstart von MS-10 wurde die n&auml;chste Mission um mehrere Monate verschoben.<\/p>\n<p>Zeit mal die Geschichte und Systematik dieser Risikobewertung zu beleuchten.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/926ae756794149e4a1730211543bf799\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Eine formelle Berechnung des Risikos als Zahlenwert gab es anfangs nicht. &Uuml;ber die Vorgehensweise gab es im Mercuryprogramm Diskussionen. Die Besonderheit dessen, wie auch des folgenden Geminiprogramms war, das man die Tr&auml;gerraketen nicht neu entwickelte und schon vorhandene einsetzte. Wie sollten diese als ICBM konzipierten Tr&auml;ger sicherer werden? So war die Space Task Group f&uuml;r den Ansatz das man alles weglie&szlig;, was bei einer bemannten Mission nicht n&ouml;tig war, nach dem Motto \u201eWas nicht da ist, kann auch nicht ausfallen\u201c. Das MSFC unter der Leitung von Wernher von Braun war f&uuml;r den Ansatz, dass man die Rakete die schon eingef&uuml;hrt ist &uuml;bernimmt, da, wo es geht, Systeme durch Redundanzen absichert. Der Grundgedanke dahinter war, das man auch durch Weglassen sich neue Fehler einhandelt, eine erprobte Rakete aber schon verl&auml;ssliche Systeme hat, die man nicht neu erproben muss. Die Space Task Group setzte sich durch, was zum ber&uuml;hmten <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mercury-mr1.shtml\">4 Inch Flug<\/a> f&uuml;hrte. Aber auch Wernher von Braun hatte Einfluss aufgrund seiner Kompetenz und so bestanden die Umr&uuml;stungen bei den Atlas und Titan vor allem in Absicherungen von elektronischen Systemen, die man leicht redundant auslesen konnte. Dazu kam ein System, das bis heute unverzichtbar ist und das wichtige Parameter der Rakete &uuml;berwachte und bei starken Abweichungen automatisch den Fluchturm ausl&ouml;ste. Es hie&szlig; je nach Rakete Emergency Detection System oder Mailfunction Detection System.<\/p>\n<p>Bei der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/saturn-geschichte.shtml\">Saturn<\/a> wurde erstmals eine Rakete von Grund auf f&uuml;r eine bemannte Mission ausgelegt und man machte sich schon beim Design Gedanken &uuml;ber die Risikoverminderung. Das war bisher nicht m&ouml;glich gewesen. Es gibt bei ihr auch erstmals redundante System im Antrieb. Sowohl in Detaill&ouml;sungen f&uuml;r Subkomponenten, wie auch beim Antrieb selbst, wo erstmals ein Triebwerk w&auml;hrend des Fluges ausfallen d&uuml;rfte. Die allgemeine Vorgehensweise beim Entwurf war, dass man die vielen Ereignisse die zu einem Versagen f&uuml;hren, konnte in drei Kategorien einteilte, sie unterschieden sich in der Reaktionszeit, also der Zeit zwischen Bemerken einer Abweichung und einer Katastrophe. Ziel bei dem Design und der Konstruktion war es, dass m&ouml;glichst viele Ereignisse in die letzte Kategorie fielen, bei der es gen&uuml;gend Zeit f&uuml;r die Besatzung gab &uuml;ber Aktionen nachzudenken oder sie sogar mit der Missionsleitung zu besprechen. Gegen den Rest sollte das automatische &Uuml;berwachungssystem sch&uuml;tzen. Damals tauchten auch erstmalig zwei Begriffe auf, das Loss of Crew Risko, also der Tod der Besatzung LOC und das Loss of Mission Risiko LOM. Das bedeutet die Besatzung ist gerettet, kann aber ihre Mission nicht erf&uuml;llen. Apollo 13 war eine solche LOM. Bei Apollo hatte die Saturn V ein LOC-Risiko von 1 in 100 und ein LOM von 1 in 20.<\/p>\n<p>Beim <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/space-shuttlegeschichte.shtml\">Space Shuttle<\/a> zeigte sich das der rein rechnerische Ansatz nicht funktionierte, zumindest nicht der offizielle, denn Ingenieure sch&auml;tzten, wie die Untersuchung des <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/shuttle-einsatz.shtml\">Challengerungl&uuml;cks<\/a> zeigte, die Wahrscheinlichkeit eines LOC deutlich h&ouml;her und realistisch als etwa 1 in 100 ein. Die Hauptproblematik des Space Shuttle war, das die meisten Fehlfunktionen zu einem Verlust der Besatzung f&uuml;hrten. Es gab innerhalb der Mission nur wenige Perioden, in denen eine LOM m&ouml;glich war. Ansonsten bedeutete eine Fehlfunktion auch den Verlust der Besatzung. Das Space Shuttle war nicht inh&auml;rent sicher, das hei&szlig;t ohne aktive Computersteuerung konnte es nicht fliegen zudem war die Besatzung nicht so gut gesch&uuml;tzt wie in einer Kapsel. Nach dem <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/columbia-iss.shtml\">Verlust der Columbia<\/a> wurde man realistischer und bezifferte zu Programmende mit STS-135 das LOC mit 1 zu 90, also schlechter als bei der Saturn V. Beim Jungfernflug soll es nach R&uuml;ckrechnungen wie viel Sicherheit die Verbesserungen gebracht haben, bei 1 zu 10 gelegen haben. Demgegen&uuml;ber gab es in derselben Zeit Studien die 1 in 500 oder 1 in 5000 auswiesen und die NASA selbst nahm sogar 1 in 100.000 als Risiko an. Aber wie immer: das sind berechnete Werte. Kein bemanntes Programm absolviert gen&uuml;gend Fl&uuml;ge um eine statistisch abgesicherte Aussage f&uuml;r so niedrige Risiken zu liefern. Beim Space Shuttle Programm waren es bisher nach zwei Verlusten bei 125 Fl&uuml;gen 1 zu 68, bei der Sojus sind es mit unbemannten Testfl&uuml;gen bisher 169 Starts mit zwei Verlusten der Besatzung und drei Notlandungen, also ein LOC von 1 zu 85 und ein LOM 1 zu 56.<\/p>\n<p>Als Reaktion auf den Verlust der zweiten Raumf&auml;hre schlug beim Constellation Programm das Pendel in die andere Richtung es wurden von den Tr&auml;gern<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ares-entwicklung.shtml\"> irrsinnig hohe LOC Werte<\/a> gefordert von bis zu 1 in 2000. Es gab nicht wenig Kritik daran, so schloss dies z.B. den Transport der Orion mit einer Atlas oder <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/delta-3und4.shtml\">Delta Tr&auml;gerrakete<\/a> aus.<\/p>\n<p>Mit dem Einstellen der Ares ist die Situation wieder eine andere. Da nun die NASA daf&uuml;r zahlt, dass die Firmen ein Raumfahrzeug bauen und starten, aber anders als bei den bisherigen Programmen nicht bei der Konstruktion und dem Design direkt involviert ist und hier &Auml;nderungen durchsetzen kann, hat sie die Anforderungen spezifiziert, die das Raumfahrzeug und die Mission erf&uuml;llen m&uuml;ssen. F&uuml;r den kommerziellen Crew Transport gibt es Vorgaben f&uuml;r gesamte Missionswege:<\/p>\n<ul>\n<li>1 in 270 LOC f&uuml;r den Aufstieg<\/li>\n<li>1 in 500 LOC f&uuml;r die Landung<\/li>\n<li>1 in 300 LOM f&uuml;r Start und Landung zusammen<\/li>\n<li>1 in 150 LOM f&uuml;r die Gesamtmission<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Zahlen basieren auf Sch&auml;tzungen der Zuverl&auml;ssigkeit der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus-raumschiff.shtml\">Sojus<\/a> und der Forderung, dass das neue System nicht schlechter als dieses uralte Raumschiff sein darf. Demgegen&uuml;ber wurden f&uuml;r das Constellation Programm erheblich h&ouml;here Forderungen aufgestellt:<\/p>\n<ul>\n<li>1 in 1000 LOC f&uuml;r den Aufstieg<\/li>\n<li>1 in 1000 LOC f&uuml;r die Landung<\/li>\n<li>1 in 270 LOC f&uuml;r die Mission<\/li>\n<li>1 in 55 LOM f&uuml;r die Gesamtmission<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das niedrigere LOM f&uuml;r Constellation reflektiert, dass es sich hier um eine Mondmission handelt, die nicht einfach in 90 Minuten landen kann, wenn es ein Problem gibt.<\/p>\n<p>Das hei&szlig;t, die Anforderungen f&uuml;r den kommerziellen Crewtransport sind bedeutend geringer als die von Constellation, sie sind aber auch mit den Tr&auml;gerraketen, die ja nicht f&uuml;r bemannte Transporte entworfen wurden, erreichbar. Vor allem aber hat sich die Sichtweise ge&auml;ndert. Anders als heute gibt es keine \u201eman rated\u201c Tr&auml;gerrakete. Nat&uuml;rlich ist die Tr&auml;gerrakete immer noch ein Schl&uuml;sselelement, das evaluiert wird. Man entdeckte bei beiden Tr&auml;gern hier Probleme. Aber es gibt keine gezielten &Auml;nderungen oder Sonderausr&uuml;stungen um die Tr&auml;gerrakete f&uuml;r bemannte Fl&uuml;ge zu qualifizieren. Vielmehr untersucht man die bisherigen Fl&uuml;ge und die Produktion und sucht nach Schwachstellen oder Problemen und stellte diese ab.<\/p>\n<p>Heute hat sich der Fokus verschoben von dem Tr&auml;ger auf die Gesamtmission und dies geschieht vor allem durch bessere &Uuml;berwachung der Rakete und ein zuverl&auml;ssiges Rettungssystem. Die schon bei Atlas, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/titan12.shtml\">Titan<\/a> oder Saturn eingef&uuml;hrten Systeme waren in den F&auml;higkeiten beschr&auml;nkt und konzentrierten sich auf einfache aber wesentliche &Uuml;berwachungsm&ouml;glichkeiten. So gab es in der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/saturn5.shtml\">Saturn V<\/a> in den Triebwerksleitungen zwischen Turbopumpe und Brennkammer drei Schalter, die bei Erreichen des Solldrucks freien Durchfluss in den Leitungen erm&ouml;glichten. Sank der Brennkammerdruck ab, so gingen sie nacheinander zur&uuml;ck in die Ausgangstellung, jeweils bei wenigen Bar niedrigerem Druck. Klappen zwei der drei Schalter zur&uuml;ck, so wurde das Ventil geschlossen, was das Triebwerk abschaltete und das als Signal an die Elektronik gemeldet.<\/p>\n<p>Heute ist es kein Problem ein Triebwerk, bei dem zahlreiche Messwerte nicht konstant sind, sondern schwanken, genauer zu &uuml;berwachen und dabei nicht nur feste Grenzen &uuml;berwachen. Die Aufr&uuml;stung, der schon in den Siebzigern entwickelten, Space Shuttle Triebwerkskontroller mit Signalverarbeitungssensoren sollte diese bef&auml;higen, auch schleichende Ver&auml;nderungen zu erkennen und so das LOC-Risiko drastisch reduzieren. Zugleich senkten sie auch das LOM-Risiko, indem sie es erm&ouml;glichten, ein Triebwerk mit reduziertem Druck weiter zu betreiben, anstatt es abzuschalten. Durch die nach dem Verlust der Columbia beschlossene Einstellung des Programms kam es leider nicht mehr zur Umsetzung dieses Upgrades.<\/p>\n<p>Es zeigt aber was heute messtechnisch m&ouml;glich ist. Durch das Erkennen von schleichenden, langsamen Ver&auml;nderungen lange vor einem ernsten Vorfall gewinnt man Zeit. Zeit die zum einen genutzt werden kann eine Mission abzubrechen, aber eben auch um Ma&szlig;nahmen zu ergreifen um die Mission zu retten, wie eben das Runterfahren anstatt Abschalten. Alle Triebwerke der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/atlas-v.shtml\">Atlas V<\/a> und Falcon 9 sind im Schub regulierbar. Beim <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/rl-10.shtml\">RL10 <\/a>wurde das zumindest im Labor demonstriert. Ich habe die Triebwerke als Beispiel genommen, weil sie als die Hauptquelle von Verlusten gelten, doch auch andere Ereignisse wie Kursabweichungen oder Drehungen kann man rechtzeitig erkennen. Selbst Explosionen sind selten ohne Vorank&uuml;ndigung. So konnte SpaceX bei zwei explodierten Oberstufen in der Telemetrie jedes Mal die Ursache finden. Analog k&ouml;nnte ein Computer dieselbe Telemetrie in Realzeit auswerten und die Abtrennung ausl&ouml;sen.<\/p>\n<p>Aber nat&uuml;rlich ist jeder Raketenstart riskant, auch wenn heute bei den meisten Tr&auml;gern die l&auml;nger im Einsatz sind, Zuverl&auml;ssigkeitsraten von 98 oder 99 % (LOM 1 zu 50 bis 100) erreicht werden. Das grundlegende Sicherheitselement ist heute die Rettung der Kapsel. Fr&uuml;her bzw. bei der Orion immer noch so vorgesehen durch einen Fluchtturm, bei Starliner und Crew Dragon dagegen durch Triebwerke im Boden der Kapsel. Der wurde entsprechend bei Orion und Dragon im Flug getestet. Fr&uuml;her gab es noch erheblich mehr Tests des Fluchtturms, auch wenn man so die Rettungsmethode der modernen Kapseln nicht nennen kann. Analog wurde f&uuml;r die Landung gefordert, dass die Firmen ihr Fallschirmsystem testen.<\/p>\n<p>Das hei&szlig;t aber auch, das wir heute nicht mehr von einer \u201eMan Rated\u201c Rakete reden k&ouml;nnen. Der Fokus hat sich verlagert auf die Kapsel mit ihrem integrierten Rettungssystem und das Erkennen von Fehlern. So gesehen m&uuml;sste man das Dragon Raumschiff ohne Problem von einer Falcon 9 auf eine <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/falcon-heavy.shtml\">Falcon Heavy<\/a> transferieren k&ouml;nnen, bzw. Boeing die Starts auch mit einer <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vulcan.shtml\">Vulcan<\/a> durchf&uuml;hren anstatt mit der Atlas.<\/p>\n<p>Man kann sich nat&uuml;rlich auch Risiko sch&ouml;nreden. Als ich meine Artikel zur \u201eLangen Marsch\u201c aktualisierte lass ich Folgendes in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Langer_Marsch_7\">Wikipedia<\/a>:<\/p>\n<p>\u201eDaher wurde, um bei einem eventuellen derartigen Einsatz die Sicherheit der Mannschaft nicht zu gef&auml;hrden, die garantierte Zuverl&auml;ssigkeit der Rakete auf 98 % festgesetzt. Zum Vergleich: international ist f&uuml;r bemannte Fl&uuml;ge eine Zuverl&auml;ssigkeit von 95 % bis 96 % &uuml;blich, f&uuml;r unbemannte 91 %. Die vom Hersteller garantierte Zuverl&auml;ssigkeit der urspr&uuml;nglich f&uuml;r den Start der Shenzhou-Raumschiffe verwendeten Changzheng 2F betrug 97 %,[18] wurde dann aber bei der weiterentwickelten Version Changzheng 2F\/G f&uuml;r die Fl&uuml;ge zur Chinesischen Raumstation ab 2021 ebenfalls auf 98 % erh&ouml;ht.[19]\u201c<\/p>\n<p>Da hat man die Pressemitteilung von China gut umgesetzt. Das stimmt nur nicht. Schon die Mitte der Achtziger Jahre konzipierte Ariane 5 hat eine Entwurfszuverl&auml;ssigkeit von 98 % bei unbemannten und 99 % bei bemannten Missionen. Heute d&uuml;rfte es bei neuen Tr&auml;gern nochmals deutlich mehr sein und international ist nicht 95 bis 96 % bei bemannten Fl&uuml;gen &uuml;blich, das w&uuml;rde hei&szlig;en, das jeder 17 bis 20-te Flug einer Sojus, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/falcon9.shtml\">Falcon 9<\/a> oder Atlas V scheitert. Es zeigt aber wo man die Zuverl&auml;ssigkeit chinesischer Tr&auml;ger einordnen muss.<\/p>\n<p>Noch eine Bemerkung. Was macht man bei der LOC-Risikobewertung f&uuml;r die Raumstation. Was ist da hinnehmbar? Nun man ist einen ganz einfachen Weg gegangen. Die ISS wurde zu (fast) 100 % sicher angenommen. Das LOC-Risiko von 1 zu 150 f&uuml;r eine 210-Tagesmission entspricht ziemlich genau dem statistischen Risiko, das ein Mann im typischen Alter eines Astronauten hat, innerhalb der n&auml;chsten 210 Tage zu versterben, und zwar an nat&uuml;rlichen Ursachen. Bedenkt man wie viele Astronauten und Kosmonauten in den letzten Jahrzehnten Langzeitaufenthalte an Bord von Saljut 7, Mir oder der ISS absolviert haben, dann sind diese sogar deutlich ges&uuml;nder als die Normalbev&ouml;lkerung, denn es gab keinen einzigen Fall, wo bisher jemand im Orbit verstarb. Dabei sind bisher (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/L&auml;nderstatistik_der_bemannten_Raumfahrt#L&auml;nderstatistik_nach_der_Anzahl_der_Raumfahrer_und_Gesamtzeit_im_All\">&auml;ndert sich nat&uuml;rlich mit jedem Tag<\/a>) 42.974 Tage im All verbracht worden, das sind &uuml;ber 204 dieser 210-Tagemissionen. Ich bin mal gespannt, was passiert, wenn wirklich jemand mal im All verstirbt, und zwar aufgrund einer Ursache, die nicht mit dem Raumflug zu tun hat wie einem Herzinfarkt oder &Auml;hnlichem. Ob da die Auswirkungen auf das Programm genauso sind wie beim Verlust der Besatzung bei Start oder Landung?<\/p>\n<p>Links:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ntrs.nasa.gov\/api\/citations\/20200001592\/downloads\/20200001592.pdf\">https:\/\/ntrs.nasa.gov\/api\/citations\/20200001592\/downloads\/20200001592.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/pdf\/504982main_CCTSCR_Dec-08_Basic_Web.pdf\">https:\/\/www.nasa.gov\/pdf\/504982main_CCTSCR_Dec-08_Basic_Web.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gao.gov\/assets\/gao-17-137.pdf\">https:\/\/www.gao.gov\/assets\/gao-17-137.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ntrs.nasa.gov\/api\/citations\/20040085998\/downloads\/20040085998.pdf\">https:\/\/ntrs.nasa.gov\/api\/citations\/20040085998\/downloads\/20040085998.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei bemannter Raumfahrt ist die Besonderheit der Mensch. W&auml;hrend man einen Satelliten nachbauen kann, ist eine Person nicht zu ersetzen. 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