{"id":15438,"date":"2021-07-14T18:23:58","date_gmt":"2021-07-14T16:23:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15438"},"modified":"2021-07-14T18:23:58","modified_gmt":"2021-07-14T16:23:58","slug":"die-drei-kosmischen-geschwindigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/07\/14\/die-drei-kosmischen-geschwindigkeiten\/","title":{"rendered":"Die drei kosmischen Geschwindigkeiten"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15438\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15438\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Mein letzter Beitrag brachte mich auf den heutigen Blog, &uuml;ber den ich trotz nun vieler Jahre nichts geschrieben habe, die drei kosmischen Geschwindigkeiten. Ich gebe zu, von denen h&ouml;rt man als Raumfahrtanf&auml;nger was, sp&auml;ter sind sie aber nicht mehr so relevant, doch dazu sp&auml;ter mehr.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/57dfd40d50f441fc97f2cf98238a057a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nDie drei kosmischen Geschwindigkeiten sind:<!--more--><\/p>\n<ol>\n<li>Die erste kosmische Geschwindigkeit ist die eine Erdumlaufbahn zu erreichen.<\/li>\n<li>Die zweite kosmische Geschwindigkeit ist die, die Erdgravitation zu verlassen.<\/li>\n<li>Dir dritte kosmische Geschwindigkeit ist die, die Gravitation der Sonne zu &uuml;berwinden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Man k&ouml;nnte, da man ja wei&szlig; das die Sonne sich in einer Galaxie, der Milchstra&szlig;e befindet, auch noch eine vierte kosmische Geschwindigkeit definieren, um die Milchstra&szlig;e zu verlassen und da die Milchstra&szlig;e Bestandteil einer Galaxiengruppe des lokalen Haufens ist, noch eine weitere und viele dieser Gruppen bilden dann einen Superhaufen \u2013 man sieht man kann das noch fortsetzen, auch dazu sp&auml;ter mehr. Das sind aber keine offiziellen kosmischen Geschwindigkeiten und sie sind in absehbarer Zukunft auch nicht erreichbar, anders als die ersten drei.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die erste kosmische Geschwindigkeit<\/h3>\n<p>Um in einen kreisf&ouml;rmigen Erdorbit zu gelangen, muss man die Gravitationskraft durch eine gleich gro&szlig;e Zentrifugalkraft kompensieren. Die Zentrifugalkraft entsteht, wenn man die Erde schnell genug umkreist, das sie mit steigender Rotationsgeschwindigkeit gr&ouml;&szlig;er wird wei&szlig; jeder, der mal an einem Seil etwas geschwungen hat und dies immer schneller tut \u2013 das Seil zieht zunehmend st&auml;rker.<\/p>\n<p>Mathematisch kann man die Geschwindigkeit wie folgt berechnen:<\/p>\n<p>v<sub>1<\/sub> = Quadratwurzel(GM\/Orbith&ouml;he)<\/p>\n<p>GM ist das Produkt aus Gravitationskonstante und Erdmasse (etwa 3,98&#215;10<sup>14<\/sup>).<\/p>\n<p>Die Orbith&ouml;he muss man in Metern angeben, die Geschwindigkeit ist in Metern pro Sekunde. Oft wird sie mit 7800 m\/s angegeben, das entspricht einer Orbith&ouml;he von etwa 176 km. Es ist klar, dass diese Geschwindigkeit variabel ist, an der Erdoberfl&auml;che liegt sie bei 7910 m\/s und sie sinkt mit steigender Entfernung ab. Im geostation&auml;ren Orbit in knapp 36.000 km H&ouml;he liegt sie bei 3,071 km\/s und in der Entfernung des Mondes bei knapp &uuml;ber 1 km\/s. Diese Nichtkonstanz gilt auch f&uuml;r alle anderen kosmischen Geschwindigkeiten.<\/p>\n<p>Mann kann den Energieaufwand (physikalisch eine Arbeit) f&uuml;r erste kosmische Geschwindigkeit aber nicht verkleinern, indem man einen h&ouml;heren Orbit anstrebt. Denn um in einem Gravitationsfeld etwas anzuheben, also auch eine Rakete, die erst mal die Orbith&ouml;he erreichen muss, muss man Arbeit aufwenden. Die Arbeit wird wieder frei, wenn die Ursprungsh&ouml;he erreicht wird. Da wei&szlig; jeder, der mal etwas nach oben geschleppt oder von dort fallen gelassen hat. Selbst auf dem Erdboden hat ein K&ouml;rper noch Hubarbeit, wie man leicht beim Fallen eines Steins in ein Loch beobachten kann. Erst beim Erdmittelpunkt angekommen, gibt es keine Hubarbeit mehr.<\/p>\n<p>Diese Hubarbeit ist aber gr&ouml;&szlig;er, wie die Energie die man in Form der Zentrifugalgeschwindigkeit einspart. Es bringt also nichts einen h&ouml;heren Orbit anzustreben, zumindest nicht, wenn man dadurch die Geschwindigkeit reduzieren will.<\/p>\n<p>In der Praxis spielt die erste kosmische Geschwindigkeit keine Rolle, weil:<\/p>\n<ul>\n<li>viele Umlaufbahnen elliptisch sind \u2013 die Formel gilt aber nur f&uuml;r kreisf&ouml;rmige Orbits. Bei elliptischen Orbits ist die Geschwindigkeit im planetennn&auml;chsten Punkt h&ouml;her als die Kreisgeschwindigkeit und im fernsten Punkt niedriger.<\/li>\n<li>Die Erde selbst rotiert \u2013 wie viel davon aber von der kosmischen Geschwindigkeit abgezogen wird h&auml;ngt mit dem Winkel der Bahn zur &Auml;quatorebene ab. Bei einer polaren Bahn ist der Anteil Null, bei jedem anderen Winkel auch von der geografischen Breite des Startorts abh&auml;ngig.<\/li>\n<li>Nicht zuletzt hat jede Rakete Aufstiegsverluste, die von der technischen Auslegung der Rakete abh&auml;ngig sind und die zwischen einzelnen Typen stark variieren.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 class=\"western\">Die zweite kosmische Geschwindigkeit<\/h3>\n<p>Bei einer Kreisbahn halten sich wie geschrieben Erdgravitationskraft und Zentrifugalkraft die Waage. Dadurch bleibt der Abstand zur Erdoberfl&auml;che konstant. &Uuml;berwiegt die Zentrifugalkraft, so entfernt man sich von der Erde und es gibt eine elliptische Umlaufbahn. Steigert man die Zentrifugalkraft noch weiter, so wird, wenn man genau die gleiche Energie die in der Erdgravitation steckt, hinzunimmt diese komplett kompensiert und man verl&auml;sst die Erde f&uuml;r immer. Die Bahn wird zu einer Parabel, bei einer noch h&ouml;heren Geschwindigkeit zu einer Hyperbel.<\/p>\n<p>Da Energie und Geschwindigkeit nach der Physik &uuml;ber die Formel:<\/p>\n<p>E = \u00bd * M * v\u00b2<\/p>\n<p>zusammenh&auml;ngen, Masse und Bruch (\u00bd) konstant sind kann man die zweite kosmische Geschwindigkeit leicht aus der ersten Geschwindigkeit errechnen:<\/p>\n<p>v<sub>2<\/sub> = Quadratwurzel(2)*v1 oder<\/p>\n<p>v<sub>2<\/sub> = Quadratwurzel(2*GM\/Orbith&ouml;he)<\/p>\n<p>Es gibt dies<\/p>\n<p>selbe Abh&auml;ngigkeit wie bei der ersten kosmischen Geschwindigkeit von der Orbith&ouml;he. In einem erdnahen Orbit betr&auml;gt sie etwa 11 km\/s. Im GEO nur noch 4,5 km\/s und in Mondentfernung 1,5 km\/s.<\/p>\n<p>Bei elliptischen Umlaufbahnen muss man je nach erdfernstem Punkt deutlich weniger aufbringen. Sind es im erdnahen Orbit 3,2 km\/s mehr, so sind es bei einer GTO-Transferbahn, wo man im erdn&auml;chsten Punkt schon 10,2 km\/s Geschwindigkeit hat, nur noch 0,8 km\/s.<\/p>\n<p>Auch die zweite kosmische Geschwindigkeit ist selten von praktischer Bedeutung. Denn nach der Definition hat man beim Verlassen der Erde mit der Fluchtgeschwindigkeit im Unendlichen keine Energie mehr und damit auch keine Geschwindigkeit. Das bedeutet, man wird immer langsamer. Bei genauem Erreichen der ersten kosmischen Geschwindigkeit braucht man 42 Tage um 1 Million km Distanz zu erreichen \u2013 die Geschwindigkeit betr&auml;gt dann noch 70 m\/s. F&uuml;r die zehnfache Distanz, also 10 Millionen km ben&ouml;tigt man dann aber nicht 420 Tage, sondern 1278 und die Geschwindigkeit sinkt in dieser Distanz auf 7 m\/s. Man wird also immer langsamer. Vor allem aber will man ja irgendwo hin. Zum Mond, zu den Nachbarplaneten, zu Asteroiden oder Kometen. F&uuml;r alle diese Ziele gibt es eine minimale Geschwindigkeit, (die mit Ausnahme des Mondes) immer h&ouml;her als die Fluchtgeschwindigkeit ist, f&uuml;r die Venus um rund 400 m\/s h&ouml;her, f&uuml;r den Mars 600 m\/s mehr.<\/p>\n<p>Die zweite kosmische Geschwindigkeit ist aber noch aus einem anderen Grund nur eine hypothetische \u2013 die Erde befindet sich nicht alleine im Weltall. Sie umkreist die Sonne, welche die 300.000-fache Masse hat. Zwar ist sie 150 Millionen km von der Sonne entfernt doch es gibt eine Grenze, ab der die Sonnengravitation die Erdgravitation &uuml;berwiegt. &Uuml;berschreitet eine Sonde diese Grenze, so schl&auml;gt sie eine Sonnenumlaufbahn ein, abh&auml;ngig von ihrer momentanen Geschwindigkeit und Richtung. Bei der Erde ist das in 1,5 Millionen km Distanz der Fall. Diese Entfernung nennt man <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hill-Sph&auml;re\">Hill-Sph&auml;re<\/a>.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die dritte kosmische Geschwindigkeit<\/h3>\n<p>Jede Sonde, die mehr als die Fluchtgeschwindigkeit hat, verl&auml;sst die Erde mit einer &Uuml;berschussgeschwindigkeit. Es resultiert eine Bahn, die die Erdbahn schneidet. Ist der Geschwindigkeitsvektor in Richtung des Geschwindigkeitsvektors der Erdbahn so resultiert eine Ellipse, die mit steigender verbliebener Geschwindigkeit immer weiter wird. Irgendwann wird auch diese Bahn hyperbolisch und die Sonde verl&auml;sst das Sonnensystem. Die dazu n&ouml;tige Geschwindigkeit ist die dritte kosmische Geschwindigkeit.<\/p>\n<p>Die Erde umkreist die Sonne mit einer Geschwindigkeit von etwa 29,8 km\/s. Analog zur zweiten kosmischen Geschwindigkeit kann man errechnen das man f&uuml;r das Verlassen des Sonnensystems dann 42,1 km\/s oder 12,3 km\/s mehr ben&ouml;tigt. Dies gilt aber nur f&uuml;r den Fall, dass die Geschwindigkeits&auml;nderung nach Verlassen der Hill-Sph&auml;re in einer Sonnenumlaufbahn erfolgt. Ist dies nicht der Fall sondern schon beim Start, so muss man ber&uuml;cksichtigen, das eine Geschwindigkeits&auml;nderung nahe einem Gravitationszentrum eine h&ouml;here &Uuml;berschussgeschwindigkeit erzeugt. Sprich: Beschleunigt man gleich bei Verlassen der Erde &uuml;ber die Fluchtgeschwindigkeit so hat man bei Erreichen der Hillsph&auml;re weitaus mehr Restgeschwindigkeit als die &Uuml;berschussgeschwindigkeit, die man anfangs addierte. Berechenbar ist die f&uuml;r diesen Fall ben&ouml;tigte dritte kosmische Geschwindigkeit nach:<\/p>\n<p>v<sub>3<\/sub> = Quadratwurzel(v<sub>diff<\/sub>\u00b2 + v<sub>2<\/sub>\u00b2).<\/p>\n<p>v<sub>diff<\/sub> ist die Differenz der solaren Fluchtgeschwindigkeit zur Geschwindigkeit der Erde um die Sonne, also obige 12,3 km\/s.<\/p>\n<p>v<sub>2<\/sub> ist die lokale Fluchtgeschwindigkeit der Erde, in einer erdnahen Bahn etwa 11 km\/s.<\/p>\n<p>So erh&auml;lt man als dritte kosmische Geschwindigkeit, wenn man diese beim Verlassen der Erde aufbringt, etwa 16,6 km\/s. Das ist nat&uuml;rlich g&uuml;nstiger als die Energie nacheinander aufzubringen (12,3 + 11 km\/s = 23,3 km\/s). Bisher hat keine Raumsonde die dritte kosmische Geschwindigkeit beim Start erreicht. Die bisher schnellste war <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/new-horizons3.shtml\">New Horizons<\/a> die mit 16,2 km\/s die Erde verlies. Durch ein Swing-By am Jupiter haben bisher f&uuml;nf Sonden \u2013 Pioneer 10+11, Voyager 1+2 und eben New Horizons die dritte kosmische Geschwindigkeit aber nach dem Start erreicht.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Vierte und weitere kosmische Geschwindigkeiten<\/h3>\n<p>Wenn die Sonde dann die Sonne verl&auml;sst, hat sie ebenfalls noch eine Restgeschwindigkeit und sie schl&auml;gt eine Bahn um das Milchstra&szlig;enzentrum ein. Die Erde befindet sich rund 25.000 bis 28.000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt und braucht f&uuml;r einen Umlauf rund 220 Millionen Jahre, war zum letzten Mal also in dieser Position, als es auf der Erde noch Dinosaurier gab. Schon die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milchstra&szlig;e#Die_Sonne_im_Milchstra&szlig;ensystem\">Bestimmung der Rotationsgeschwindigkeit<\/a> der Sonne ist schwierig. Lange nahm man eine Geschwindigkeit von 220 km\/s an, neuere Messungen deuten auf 267 km\/s hin. Der Unterschied zum Sonnensystem ist, das die Masse der Milchstra&szlig;e nicht in einem Punkt konzentriert ist. Bis zum Zentrum aber auch in der entgegengesetzten Richtung \u2013 die Milchstra&szlig;e hat einen Radius von etwa 50.000 Lichtjahren, gibt es Sterne und Gas. Ihre Gravitationskr&auml;fte addieren sich und heben sich auch gegenseitig auf. Daneben ist dies nicht statisch \u2013 Sterne weiter au&szlig;en umlaufen das Zentrum langsamer und Sterne innen schneller, und damit &auml;ndern sich auch die Abst&auml;nde. Eine Fluchtgeschwindigkeit aus der Milchstra&szlig;e \u2013 nennen wir sie mal vierte kosmische Geschwindigkeit, ist daher schwer zu berechnen.<\/p>\n<p>W&uuml;rde eine Zivilisation dies trotzdem mal durchf&uuml;hren, so br&auml;uchte sie viel Geduld. Selbst mit Lichtgeschwindigkeit w&uuml;rde es Zehntausende von Jahren brauchen, um die Galaxis zu verlassen und nochmals so lange, bis ein Fotos oder ein Funksignal wieder beim Startort ank&auml;me.<\/p>\n<p>Galaxien bilden Gruppen. Unsere Galaxie umkreist eine Rohe von Zwerggalaxien. Mit zwei weiteren gr&ouml;&szlig;eren Galaxien bildet sie die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lokale_Gruppe\">lokale Gruppe<\/a>. Diese Gruppe hat einen Durchmesser von 5 bis 8 Millionen Lichtjahren. Auch diese Galaxien ziehen sich an und um die Gruppe zu verlassen, muss man deren lokale Fluchtgeschwindigkeit &uuml;berwinden, die aber wegen der Bewegung der Mitglieder genauso wenig pr&auml;zise berechenbar ist wie die Fluchtgeschwindigkeit der Milchstra&szlig;e. Alleine Andromeda und Milchstra&szlig;e, die bleien gr&ouml;&szlig;ten Galaxien, bewegen sich mit 110 bis 120 km\/s <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andromedagalaxie#Eigenbewegung\">aufeinander zu<\/a> und werden in 4 bis 10 Milliarden Jahren zusammensto&szlig;en.<\/p>\n<p>Diese lokale Gruppe bildet zusammen mit anderen Galaxien einen Galaxienhaufen, die dann Hunderte, manchmal sogar Tausende von Galaxien umfassen k&ouml;nnen. Sie bilden die gr&ouml;&szlig;te Einheit im Universum die durch die Gravitation zusammengebunden sind. Zwischen diesen Galaxienhaufen gibt es dagegen Regionen in denen es gar keine beobachtbare leuchtende Materie (Sterne, Galaxien) gibt. Ein Galaxienhaufen hat einen Durchmesser von etwa 10 Millionen Lichtjahren und die Galaxien bewegen sich mit 500 bis 1000 km\/s relativ zueinander. So ben&ouml;tigt eine Zivilisation viel Geduld, wenn sie eine Sonde aus ihrem Galaxienhaufen ins absolute Nichts entsenden will, denn das dauert so selbst mit Lichtgeschwindigkeit Millionen von Jahren.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Die Bedeutung der kosmischen Geschwindigkeiten<\/h3>\n<p>Ich habe keine Quelle gefunden, wer diese Benennung bzw. Definition erstmals durchf&uuml;hrte, doch weil sie in der Praxis ohne Relevanz sind \u2013 f&uuml;r einen Erdorbit addieren bzw. subtrahieren sich weitere Gr&ouml;&szlig;en, die von dem Startwinkel, geografischen Ort, Aufstiegsbahn und Technik der Rakete abh&auml;ngen, die beiden anderen Geschwindigkeiten haben f&uuml;r konkrete Missionen keinerlei praktische Bedeutung \u2013 denke ich ist die Definition sehr alt, wahrscheinlich vor Beginn der Raumfahrt getroffen worden. Ich tippe auf einen der beiden Theoretiker der Raumfahrt, Ziolkowski und Oberth als Urheber. So ist es zwar sch&ouml;n zu wissen, welche Bedeutung sie haben und wie man sie berechnet, mehr aber auch nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15438\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15438\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Mein letzter Beitrag brachte mich auf den heutigen Blog, &uuml;ber den ich trotz nun vieler Jahre nichts geschrieben habe, die drei kosmischen Geschwindigkeiten. 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