{"id":15491,"date":"2021-08-25T19:23:58","date_gmt":"2021-08-25T17:23:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15491"},"modified":"2021-08-25T19:23:58","modified_gmt":"2021-08-25T17:23:58","slug":"die-erforschung-jupiters-mit-raumsonden-und-juices-mission","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/08\/25\/die-erforschung-jupiters-mit-raumsonden-und-juices-mission\/","title":{"rendered":"Die Erforschung Jupiters mit Raumsonden und JUICEs Mission"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15491\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15491\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Es gab bisher wenige Sonden zu Jupiter, das liegt zum einen an der Entfernung die eine hohe Startgeschwindigkeit n&ouml;tig macht und so die Tr&auml;gerrakete verteuert, aber auch an der hohen Belastung durch den Strahleng&uuml;rtel und die geringe Sonneneinstrahlung die fr&uuml;her RTG als Energieversorgung n&ouml;tig machte. Bisher gab es nur zwei Sonden, die in einen Orbit um Jupiter einschwenkten und f&uuml;nf weitere die ihn passierten.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/64ee58e428dd45838c1e585d8d628de5\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Den Anfang machten Anfang der Siebziger Jahre <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pioneer10-11.shtml\">Pioneer 10 und 11<\/a>. Wie der Name \u201ePionier\u201c schon sagt geh&ouml;rten diese Sonden zu einem Programm, bei dem es darum ging, die ersten zu sein, den Weg zu bereiten. Pioneer Sonden waren relativ einfach aufgebaut und hatten eine beschr&auml;nkte wissenschaftliche Nutzlast. Pioneer 10 und 11 hatten neben der Erforschung des Jupiters selbst vor allem die Hauptaufgabe den Asteroideng&uuml;rtel zu durchfliegen und festzustellen in wiefern er gef&auml;hrlich f&uuml;r eine Raumsonde sein kann. Bedingt durch das kleine Kamerasystem und die geringe Datenrate, lieferten die Sonden nur wenige Hundert Bilder von Jupiter und nur jeweils ein grobes von den vier gro&szlig;en (galileischen) Monden. Ihre wichtigste Beobachtung bei Jupiter war aber die Feststellung eines starken Magnetfelds, das geladene Teilchen der Sonne einf&auml;ngt und so einen Strahleng&uuml;rtel bildet, der um ein vielfaches st&auml;rker als der Van Allen Strahlungsg&uuml;rtel der Erde ist. So konnte man die im Bau befindlichen Voyager Sonden zus&auml;tzlich gegen die Strahlung abschirmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager.shtml\">Voyager<\/a> 1 und 2 f&uuml;r die Pioneer 10 und 11 den Weg geebnet hatte,n sollten eine seltene Planetenkonstellation ausnutzen die es Ende der siebziger Jahre gab. Eine Sonde konnte nacheinander alle vier Gasplaneten besuchen. Das tat auch Voyager 2, w&auml;hrend Voyager 1 nur an <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-jupiter-saturn.shtml\">Jupiter und Saturn<\/a> vorbeiflog. Die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-sonde.shtml\">Voyagers<\/a> waren mehr als dreimal so schwer wie die Pioneers und hatten eine umfangreichere <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-instrumente.shtml\">Instrumente<\/a><a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-instrumente.shtml\">n<\/a><a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-instrumente.shtml\">suite<\/a> zur Beobachtung der Gasplaneten und ihrer Umgebung. Jupiter ist so gro&szlig;, das beide Sonden etwa 80 Tage vor und nach dem Vorbeiflug Aufnahmen machen konnten und sie flogen auch erstmals relativ nahe an den vier galileischen Monden Io, Europa, Ganymed und Kallisto vorbei. Beide Sonden lieferten zusammen &uuml;ber 30.000 Bilder von Jupiter und seinen Monden. Sie enth&uuml;llten, dass diese Monde nicht die uninteressanten Eisbrocken waren, f&uuml;r die man sie vorher hielt. Begingt durch die Gezeitenkraft Jupiters waren die inneren drei galileischen Monde tektonisch aktiv. Beim jupitern&auml;chsten Mond Io reichte das Durchwalken durch die Gezeitenkr&auml;fte Jupiters f&uuml;r eine starke vulkanische T&auml;tigkeit, welche die Oberfl&auml;che permanent ver&auml;ndert. Selbst zwischen den vier Monaten die zwischen den Vorbeifl&uuml;gen der Voyagers lagen ver&auml;nderte sich die Oberfl&auml;che \u2013 und das auf einer Skala die noch aus gro&szlig;er Entfernung sichtbar war. Bei dem n&auml;chst&auml;u&szlig;eren Mond Europa reichten die Gezeitenkr&auml;fte noch f&uuml;r eine Eingl&auml;ttung aller Impaktstrukturen. Daf&uuml;r gab es merkw&uuml;rdige Linien, deren Natur man erst sp&auml;ter verstand. Der gr&ouml;&szlig;te galileische Mond Ganymed zeigte einen Aufbau aus verschiedenen Schollen mit Bruchlinien. Lediglich der &auml;u&szlig;erste galileische Mond, Kallisto entpuppte sich als vollst&auml;ndig mit Einschlagkratern bedeckt. Die Voyagers entdeckten einen Plasmatorus zwischen Io und Jupiter, Nordlichter auf Jupiter, drei weitere Monde und einen Ring um den Planeten.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Um dieses nun viel interessantere Jupitersystem eingehender zu untersuchen, baute die NASA die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/galileo.shtml\">Galileosonde<\/a>. Sie basierte auf Voyager, zahlreiche Instrumente waren direkte Fortentwicklungen der Voyagerinstrumente. Daneben sollte sie eine Atmosph&auml;rensonde mitf&uuml;hren, die etwa eine Stunde lang beim durchqueren der Wolkenschicht die oberste Schicht untersuchen sollte. Anders als Voyager sollte die Hauptsonde aber in einen Orbit eintreten und diesen durch Vorbeifl&uuml;ge an den galileischen Monden ver&auml;ndern und diese dabei aus viel geringerer Distanz (wenige Hundert bis Tausend Kilometer anstatt zehntausende bis Hunderttausend von Kilometern) als Voyager untersuchen. Zwischen den Vorbeifl&uuml;gen w&uuml;rde sie Jupiter beobachten. Galileo geriet aber zum Pechvogel. Erst stand <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/galileo-mission1.shtml\">lange Zeit<\/a> nicht fest, wie die Sonde zu Jupiter kommen sollte. Als der Start anstand, verlor die NASA die Challenger bei der Mission 51L. Danach d&uuml;rfte aus Sicherheitsgr&uuml;nden die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/centaur.shtml\">Centaur-Oberstufe<\/a> nicht mehr eingesetzt werden. Ohne diese Stufe kam die Sonde aber nicht zu Jupiter. Man erarbeitete einen Ersatzplan, der drei Vorbeifl&uuml;ge an Venus und der Erde vorsah bei der diese Swing-Bys die n&ouml;tige Energie lieferten. Der Start verz&ouml;gerte sich so um drei Jahre und die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/galileo-mission2.shtml\">Reise zu Jupiter<\/a> dauerte auch drei Jahre l&auml;nger. Als man dann die entfaltbare Hauptantenne auf die endg&uuml;ltige Gr&ouml;&szlig;e bringen wollte, stellte sich heraus das dies nicht ging. Die Ursache konnte nie vollst&auml;ndig gekl&auml;rt werden, man vermutet aber das bei dem mehrfachen Transport der Sonde mit einem Truck quer durch die USA von Kalifornien zu Florida und zur&uuml;ck durch Ersch&uuml;tterungen Schmiermittel auslief und so eine Strebe durch die erh&ouml;hte Reibung nicht weiter aufging.<\/p>\n<p>Ohne die Hauptantenne sank die Datenrate auf ein Tausendstel ab, da man nur eine ominndirektionale Hilfsantenne nutzen konnte. Die Sonde konnte so trotz Hinzunahme der gr&ouml;&szlig;ten Empfangsantennen und urspr&uuml;nglich nicht vorgesehener Komprimierungsalgorithmen nicht die Ergebnisse bringen, die man sich von ihr erhoffte. Die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/galileo-mission3.shtml\">Mission<\/a> wurde mehrmals verl&auml;ngert, als sich Ausf&auml;lle durch die Strahlenbelastung h&auml;uften und die Finanzierung auslief versenkte man sie im Jupiter, damit sie nicht auf einen der Monde aufschlug, denn Galileo zeigte, das Europa wahrscheinlich einen sehr ausgedehnten unterirdischen Ozean hat.<\/p>\n<p>Dagegen passierte <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/cassini.shtml\">Cassini<\/a> Jupiter nur, um Schwung zu holen, um zu ihrem endg&uuml;ltigen Ziel Saturn zu kommen und Treibstoff f&uuml;r die Reise zu sparen. Da sie daf&uuml;r nicht stark beschleunigt werden darf, sonst muss sie die &Uuml;berschussgeschwindigkeit bei Saturn abbauen, hielt sie einen gro&szlig;en Abstand zu Jupiter von 10 Millionen km. Das reichte aus um Jupiter und seine Atmosph&auml;re zu erkunden, aber nicht um das innere Magnetfeld, den Strahlungsg&uuml;rtel und die galileischen Monde zu beobachten.<\/p>\n<p>Etwas n&auml;her an Jupiter kam <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/new-horizons2.shtml\">New Horizons <\/a>2007 beim Vorbeiflug. Auch sie nutzte ihn als Sprungbrett, diesmal zu Pluto. Doch auch New Horizons n&auml;herte sich Jupiter auf maximal 3,2 Millionen km und konnte keinen der vier gro&szlig;en Monde detailliert abbilden. F&uuml;r das Erforschen der Plasmaumgebung, die in dieser Entfernung schon stark ist, fehlten der Raumsonde die Instrumente, da man eine Plasmaumgebung nicht bei Pluto erwartete. Es gelangen jedoch eindrucksvolle Aufnahmen von Jupiter.<\/p>\n<p>Alle diese Raumsonden nutzten RTG als Energiequelle. Das sollte sich mit der n&auml;chsten Mission &auml;ndern. Solarzellen wurden in den letzten Jahrzehnten deutlich in ihrer Leistung gesteigert, sodass sie als alternative Stromquelle in Betracht kommen. F&uuml;r Europa, die JUICE bauen, ist dies auch die einzig m&ouml;gliche Energieversorgung, denn &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/cassini-rtg.shtml\">RTG<\/a> verf&uuml;gt die ESA nicht. Die ESA hat aber schon Solarzellen auf der Raumsonde Rosetta eingesetzt, die sich auch bis Jupiterentfernung von der Sonne <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/rosetta-mission.shtml\">entfernte<\/a>. Die erste Sonde, die allerdings nur Solarzellen dauerhaft bei Jupiter als alleinige Stromquelle nutzt, ist <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/juno.shtml\">Juno<\/a>. Juno umkreist Jupiter seit 2016 auf einer polaren Umlaufbahn und kommt ihm bis auf wenige Tausend Kilometer nah. Damit umgeht sie den Strahleng&uuml;rtel, der am &Auml;quator am st&auml;rksten ist und unterhalb der Ringe nur schwach ist. Juno konzentriert sich wieder auf Jupiter selbst, w&auml;hrend seit Voyager das Hauptaugenmerk von Sonden auf den galileischen Monden lag. Sie erforscht die Atmosph&auml;re, ihre Strahlenbilanz und die Magnetosph&auml;re und die Plasmaumgebung Jupiters. Auf ihrer Umlaufbahn kam sie bis zur erweiterten Mission keinem der Satelliten nahe, das soll sich nun <a href=\"https:\/\/spaceflightnow.com\/2020\/10\/12\/juno-team-planning-close-flybys-of-jupiters-moons\/\">&auml;ndern<\/a>. 2021 fand der erste Vorbeiflug an Ganymed statt. Ein weiterer an Europa und zwei an Io folgen in den n&auml;chsten Jahren. Leider verf&uuml;gt Juno, da sie normalerweise nur Jupiter aus geringer Distanz beobachtet, &uuml;ber keine hochaufl&ouml;sende Kamera, so sind nur Aufnahmen im globalen Ma&szlig;stab m&ouml;glich, trotzdem sind dies die besten seit Galileo, also mehr als 20 Jahren.<\/p>\n<p>Ende des Jahrzehnts wird Jupiter nun erneut Besuch von zwei Raumsonden bekommen: JUICE von der ESA und Europa Clipper von der NASA, die im Oktober 2024 startet und 2030 Jupiter erreicht. JUICE wird seit 2014 entwickelt und soll im Mai n&auml;chsten Jahres starten. Verpasst sie dieses Startfenster so gibt es weitere bis 2025, dann kann die Reise aber bis zu 9, anstatt 7,6 Jahren dauern. JUICE (JUpiter ICy moons Explorer) wird Jupiter und die gro&szlig;en Eismonde, das sind Europa, Ganymed und Kallisto untersuchen. Sie verf&uuml;gt &uuml;ber 10 Instrumente, darunter einige die bisher noch nie im Jupitersystem eingesetzt wurden, wie ein Radarger&auml;t. Die &uuml;ber 5 t schwere Sonde gelangt wie alle seit Voyager nicht direkt zu Jupiter, sondern f&uuml;hrt drei Vorbeifl&uuml;ge an der Erde und je einen an der Venus und dem Mars durch. Ende 2029 schwenkt sie in eine erste Umlaufbahn ein. Der erste Vorbeiflug mit Ganymed findet schon vor dem Eintritt in den Orbit ein. Die erste Phase dient dann dazu die Umlaufdauer zu reduzieren, die anfangs bei 272 Tagen liegt. In dieser Phase ist daher Jupiter das wichtigste Beobachtungsziel. Zwei weitere Vorbeifl&uuml;ge an Ganymed reduzieren die Umlaufdauer auf 7,15 Tage, ein vierter Vorbeiflug an Ganymed bringt JUICE auf den Kurs zu Kallisto und damit in die n&auml;chste Phase der Mission. Kallisto lenkt JUICE zu Europa. Der Mond wird zweimal in zwei Uml&auml;ufen passiert, dann hebt ein weiterer Kallistovorbeiflug die Bahn wieder an, da in Europa Umgebung die Strahlenbelastung 20-mal h&ouml;her ist, als bei Ganymed. Die n&auml;chste Phase gilt wieder Jupiter. Bisher kennt man den Strahleng&uuml;rtel vor allem um den &Auml;quator, weil alle Raumsonden Jupiter auf niedrig geneigten Bahnen passierten, sie sollten ja schlie&szlig;lich noch weitere Ziele ansteuern bzw. bei Galileo sollten die Monde die ebenfalls auf der &Auml;quatorebene Jupiter umkreisen h&auml;ufig passiert werden. Juno fliegt dagegen bei der polaren Bahn &uuml;ber dem Strahleng&uuml;rtel. Sechs Vorbeifl&uuml;ge an Kallisto sollen die Bahnneigung auf 22 Grad erh&ouml;hen, optional kann man diese weiter erh&ouml;hen sechs weitere w&uuml;rden die Bahnneigung auf 30 Grad erh&ouml;hen und weitere f&uuml;nf die Bahnneigung auf 40 Grad. Derzeit gilt die 22 Grad Grenze als die wahrscheinlichste Option, doch vielleicht entscheidet man, wenn JUICE erst mal bei Jupiter ist und man die genauen Treibstoffreserven kennt, neu. Schlie&szlig;lich bedeutet jeder Vorbeiflug an Kallisto auch weitere Beobachtungsm&ouml;glichkeiten. Diese Phase dauert minimal 117 Tage.<\/p>\n<p>In der n&auml;chsten Phase wird die Sonde f&uuml;r das Eintreten in einen Ganymedorbit vorbereitet. Je zwei Vorbeifl&uuml;ge an Ganymed und Kallisto reduzieren die Ann&auml;herungsgeschwindigkeit drastisch von 3,8 auf 1,6 km\/s. Danach wird nur noch Ganymed passiert, wobei dies immer so erfolgt soll, dass ein neuer Resonanzorbit resultiert, das hei&szlig;t Ganymed und Raumsonde sind nach n\/m Uml&auml;ufen am selben Ort und ein neuer Vorbeiflug erfolgt. Solche Resonanzorbits sind z.B. 9:5, 7:4, 3:2, 7:5, 4:3. Ein Umlauf dauert zwischen 64 und 40 Tagen. Nach etwa 200 Tagen wurde so die Geschwindigkeit zu Ganymed auf unter 200 m\/s reduziert und die Sonde kann in einen ersten Orbit eintreten. Der erste Orbit ist zur Sicherheit elliptisch, er wird nach kurzer Zeit in einen kreisf&ouml;rmigen Orbit in 5.000 km Distanz zur Oberfl&auml;che umgewandelt. In diesem wird Ganymed global mit den Instrumenten untersucht, und global kartiert. St&ouml;rungen durch Jupiter und die Sonne f&uuml;hren nach 80 Tagen zu einem Ansteigen der Exzentrizit&auml;t. Wenn nach weiteren 20 Tagen das Perizentrum auf 500 km abgesunken ist, wird ein neuer kreisf&ouml;rmiger Orbit in 500 km Distanz angestrebt. Hier untersucht man dann einzelne Ziele der Oberfl&auml;che in h&ouml;herer Aufl&ouml;sung. Diese Phase dauert weitere 180 Tage, sodass die Sonde zusammen 280 Tage Ganymed untersucht.<\/p>\n<p>Damit w&auml;re die Mission nominell beendet. Doch der Orbit kann mit geringem Treibstoffverbrauch aufrecht erhalten werden. Optional k&ouml;nnte m,an nach Ende der Prim&auml;rmission noch n&auml;her an Ganymed heranr&uuml;cken, 200 km Oberfl&auml;chendistanz als Alternative werden untersucht. Ohne eine Verl&auml;ngerung w&auml;re die Mission im Juni 2033, nach drei Jahren und acht Monaten im Jupitersystem beendet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15491\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15491\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Es gab bisher wenige Sonden zu Jupiter, das liegt zum einen an der Entfernung die eine hohe Startgeschwindigkeit n&ouml;tig macht und so die Tr&auml;gerrakete verteuert, aber auch an der hohen Belastung durch den Strahleng&uuml;rtel und die geringe Sonneneinstrahlung die fr&uuml;her RTG als Energieversorgung n&ouml;tig machte. 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Juni 2026","format":false,"excerpt":"Ich habe als ich vor einigen Jahren (2018) mal als ich f\u00fcr das Mercuryprogramm recherchiert habe einen Blog zu Explosionen auf dem Pad geschrieben, eigentlich zwei, weil ich ihn geteilt habe. Da es vor allem in den letzten Jahren neue Explosionen auf dem Pad gab, erg\u00e4nze ich ihn an dieser\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/27c754e9f7aa497393ce94c417289ade","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18511,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/01\/27\/musks-ki-rechenzentren-im-orbit\/","url_meta":{"origin":15491,"position":5},"title":"Musks KI-Rechenzentren im Orbit","author":"Bernd Leitenberger","date":"27. Januar 2026","format":false,"excerpt":"Bei meinem regelm\u00e4\u00dfigen Besuch des Space Reviews stie\u00df ich auf diesen Artikel: SpaceX, orbital data centers, and the journey to Mars. Ich hatte in meiner Nachlese schon erw\u00e4hnt das Elon Musk, nachdem er dies lange verschoben hat nun plant SpaceX an die B\u00f6rse zu bringen. 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