{"id":15526,"date":"2021-09-16T00:04:19","date_gmt":"2021-09-15T22:04:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15526"},"modified":"2021-09-15T09:07:30","modified_gmt":"2021-09-15T07:07:30","slug":"wie-das-weltall-immer-groesser-wurde-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/09\/16\/wie-das-weltall-immer-groesser-wurde-teil-2\/","title":{"rendered":"Wie das Weltall immer gr&ouml;&szlig;er wurde &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15526\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15526\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich schlie&szlig;e an den Teil 1 an. In diesem Teil geht es darum, dass man nach und nach den Entfernungshorizont auf die Milchstra&szlig;e und dar&uuml;ber hinaus erweiterte. Machen wir einen Sprung zur&uuml;ck ins 17 Jahrhundert. Das Teleskop war erfunden und setzte sich bald durch. Immer mehr Menschen richtet das Teleskop auf den Himmel und entdeckten immer schw&auml;chere Sterne, aber auch Details auf den Planeten. Doch es hei&szlig;t nicht umsonst \u201eFixsterne\u201c. Auch die neuen Sterne entpuppten sich meist als statisch, unver&auml;nderlich, auch wenn es schon im Altertum Berichte &uuml;ber neu auftauchende Sterne gab, die man \u201eNova\u201c nannte. Das einzige, was sich au&szlig;er den Planeten ver&auml;nderte, waren Kometen. Sie tauchten pl&ouml;tzlich auf, konnten sehr spektakul&auml;r sein und verschwanden wieder. Edmund Halley erkannte als Erster, dass zumindest manche Kometen periodisch wiederkehren und prognostizierte die Wiederkehr eines Kometen, erlebe dies wegen der Umlaufsdauer von 76 Jahren aber nicht mehr. Der nach ihm benannte Halleysche Komet war bis zur Entdeckung des Neptuns das Objekt mit der gr&ouml;&szlig;ten Sonnenferne.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/4f1728842114481aae2170ebe7423f26\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<p>Im 17-tren Jahrhundert konzentrierten sich daher viele Beobachter auf die Entdeckung neuer Kometen, um den Entdeckerruhm einzuheimsen und den Namen zu vergeben \u2013 nicht nur den eigenen, sondern auch dem eines M&auml;zens, der die Forschung finanzierte. Kometen sind sofern sie weit entfernt von der Sonne sind, unscheinbar. Zuerst sieht man nur eine kugelf&ouml;rmige schwache Scheibe, die Koma, erst nahe der Sonne bildet sich der markante Schweif. Also suchten sie den Himmel nach kleinen diffusen Scheiben ab.<\/p>\n<p>Dumm nur, das Astronomen sehr bald andere Gebilde entdeckten die man wegen der unscharfen Kontur \u201eNebel\u201c nannte. Man konnte sie vom Aussehen her in verschiedene Kategorien einteilen.<\/p>\n<p>Einige Nebel waren innen hell, kugelf&ouml;rmig, die Helligkeit fiel nach au&szlig;en ab. Als die Teleskope besser wurden, erkannte man das dies dichte Haufen aus Sternen waren, die Kugelsternhaufen.<\/p>\n<p>Andere sahen im Teleskop wie eine Scheibe aus, leicht zu verwechseln mit Planeten. Diese wurden daher planetarische Nebel genannt. Wieder andere \u201eNebel\u201c waren elliptisch, manche hatten eine Spiralstruktur, sie nannte man Spiralnebel. Die meisten anderen Nebel waren irrgul&auml;r, in manchen konnte man im inneren Sterne sehen.<\/p>\n<p>Diese Nebel sind nicht neu, schon mit blo&szlig;em Auge kann man die Milchstra&szlig;e als nebeliges Band erkennen, unter g&uuml;nstigen Umst&auml;nden auch einen verwaschenen Fleck im Sternbild Andromeda und einen weiteren unterhalb des G&uuml;rtels des Orions. Die Milchstra&szlig;e hie&szlig; schon damals so, der Name stammt aus der griechischen Mystik. Nachdem Zeus Herakles gezeugt hatte, der, weil die Mutter eine Sterbliche war, nur ein Halbgott war wollte er ihn etwas g&ouml;ttlicher machen und legte ihn seiner Frau Hera an die Brust damit diese ihn s&auml;uge. Das Baby saugte aber so fest, das Hera den S&auml;ugling von der Brust rriss und die Milch in hohem Bogen sich &uuml;ber den Himmel verteilt \u2013 die Milchstra&szlig;e war geboren. Neben der h&uuml;bschen Geschichte bewiesen die Griechen auch Weitsicht, denn damit die Milch auch nach Tausenden von Jahren sichtbar ist, d&uuml;rfte sie nicht verderben, und das ist tats&auml;chlich im Weltall so.<\/p>\n<p>Mit den Teleskopen entdeckte man nun viel mehr dieser \u201eNebel\u201c und Beobachter begannen Kataloge anzulegen in denen sie ihre Position vermerkten. Nicht weil sie die Nebel so interessant waren, sondern damit sie sie nicht mit Kometen verwechselten. Der erste Katalog wurde 1771 von \u201eKometenfreak\u201c <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Messier-Katalog\">Messier<\/a> ver&ouml;ffentlicht.<\/p>\n<p>Doch was diese Nebel sind, wusste man lange nicht. Die Naur der Milchstra&szlig;e wurde dagegen von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Herschel\">William Herschel<\/a> entdeckt. Herschel war Deutscher, arbeitet jedoch als englischer Hofastronom. Er baute die damals gr&ouml;&szlig;ten Spiegelteleskope. Er entdeckte nicht nur den Planeten Uranus, sondern richtete sie auch auf die Milchstra&szlig;e und konnte erkennen, dass dort nicht nur Nebel waren, sondern auch sehr viele Sterne. Er z&auml;hlte die Stern in jedem Sektor aus und gewann so das erste Bild der Galaxie. Er erkannte richtig, dass es sich bei der Milchstra&szlig;e um eine flache Scheibe handeln musste in der wir uns befinden. Herschel nahm aber noch an, dass wir uns im Zentrum befanden \u2013 da Staubwolken viel des Lichts zum Zentrum hin abschirmen, kann man nur aus dem Z&auml;hlen der Sterne nicht ableiten, das wir nicht im Zentrum sondern einem Seitenarm befinden.<\/p>\n<p>Teleskope wurden auch in der Folgezeit gr&ouml;&szlig;er, doch es bed&uuml;rfte wie der Erfindung des Fernrohrs einer neuen Technologie um noch weiter ins Universum hinauszusehen. Das war die Fotografie. Die ersten Fotoplatten waren noch lichtunempfindlich, doch sie wurden rasch besser. Vor allem aber konnte man eine Fotoplatte im Brennpunkt eines Teleskops stundenlang belichten, w&auml;hrend unser Auge nur den kurzzeitigen Eindruck eines Sekundenbruchteils wiedergeben kann. Mit Fotoplatten sah man daher viel mehr in den Nebeln, die f&uuml;r das Auge eine zu geringe Fl&auml;chenhelligkeit haben, als dass man kaum Details sehen kann. Die planetarischen Nebel entpuppten sich als Ringe, die Natur der Kugelsternhaufen wurde erkannt. 1914 entdeckte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harlow_Shapley\">Shapley<\/a> in Kugelsternhaufen Cepheiden. Cepheiden sind eine besondere Sternklasse, deren Helligkeit periodisch schwankt. Man kannte diese schon aus der Sonnenn&auml;he und wusste, dass die absolute Leuchtkraft direkt gekoppelt ist mit der Periode des Pulsierens. Damit waren sie wichtige \u201eStandardkerzen\u201c, man konnte also wenn man die Periode kannte, die absolute Leuchtkraft berechnen. Verglich man diese mit der beobachteten Helligkeit, so war die Entfernung des Sterns bekannt. Shapley erhielt Entfernungen f&uuml;r die Kugelsternhaufen &uuml;ber einige Tausend Lichtjahre und damit war klar, dass diese Kugelsternhaufen sich nicht in der Milchstra&szlig;enebene befinden, aber in ihrer N&auml;he.<\/p>\n<p>Ein Meilenstern f&uuml;r die kommende Forschung war die Einweihung des 2,54 m Teleskops auf dem Mount Wilson, es war erheblich gr&ouml;&szlig;er als jedes Teleskop seiner Zeit. Die Position auf dem Berg und eine pr&auml;zise Nachf&uuml;hrung machten es zu einem hervorragenden Instrument, das in den n&auml;chsten 30 Jahren f&uuml;r die meisten Entdeckungen verantwortlich sein w&uuml;rde. Mit dem Teleskop konnte man in den n&auml;chsten Spiralgalaxien Sterne erkennen. Schon vorher vermutete man das unsere Galaxie wie eine dieser Galaxien aussah. Mit der Entdeckung von Sternen war endg&uuml;ltig klar, dass es tats&auml;chlich Ansammlungen von Sternen waren \u2013 im Unterschied zu den anderen Nebeln, die sich als Reste von Sternexplosion oder Geburtsst&auml;tten von Sternen entpuppten. Doch wie weit waren diese Galaxien weg? Edwin Hubble konnte erstmals die Distanz zu einer der Galaxien bestimmen. Er fand 1924 in der Andromedagalaxie auch einen Cepheiden, und konnte die Entfernung zu ihr so auf damals 3 Millionen Lichtjahre bestimmen. Nachdem man wusste, wonach man suchen musste fand man Cepheiden auch in anderen Galaxien.<\/p>\n<p>Sp&auml;ter fand man weitere M&ouml;glichkeiten zur Entfernungsbestimmung. Denn ab einer bestimmten Distanz waren auch Cepheiden nicht mehr leuchtkr&auml;ftig genug um als Sterne sichtbar zu sein. Doch es gibt Sterne, die leuchten noch heller auf. Wenn in einem Doppelsternsystem ein ausgebrannter Stern, ein wei&szlig;er Zwerg, Materie von seinem Begleiter absaugt, dann kann sich dieses Gas, wenn es gen&uuml;gend Masse ist entz&uuml;nden und eine thermonukleare Fusion starten. Als Folge leuchtet der Stern f&uuml;r kurze Zeit erheblich heller auf als ein normaler Stern. Dies nennt man eine Nova. Novas sind selten, es muss dazu ein enges Doppelsternsystem geben, bei dem ein Stern zu einem Weisen Zwerg wurde, und es dauert lange bis Materie sich angesammelt hat. Eine Galaxie hat aber so viele Sterne, das im Mittel es eine Nova pro Jahr geben sollte. Auch Novas haben ungef&auml;hr die gleiche absolute Helligkeit und k&ouml;nnen so zur Entfernungsbestimmung genutzt werden. Noch heller, auf stellarer Ebene das hellste was es &uuml;berhaupt gibt, sind Supernovae. Eine Supernovae ist eine Sternexplosion. Hat ein sehr massereicher Stern seinen Brennstoff verbraucht, so kollabiert der Kern, die &auml;u&szlig;eren H&uuml;llen st&uuml;rzen auf den kollabierenden Kern, wobei so hohe Dr&uuml;cke und Temperaturen entstehen, dass es zu spontanen Kernreaktionen kommen kann. Eine Supernovae ist noch erheblich heller als eine Nova, aber auch seltener, je nach Anzahl der Sterne in einer Galaxie sollte es eine nur alle 100 bis 1000 Jahre geben. Damit konnte man die Entfernung zu weiter entfernten Galaxien messen.<\/p>\n<p>Die letzte gro&szlig;e Entdeckung war die Rotverschiebung. Man fertigte auch Spektren der Galaxien an, und es fiel auf, dass markante Absorptionslinien um so mehr in den langwelligen (\u201eroten\u201c Spektralbereich verschoben waren, je weiter sie von uns entfernt waren. Es sah so aus, als w&uuml;rden sich alle Galaxien von uns entfernen. Doch inzwischen glaubten die Astronomen nicht mehr daran das unsere Milchstra&szlig;e im Mittelpunkt des Universums ist, sondern sie kamen schnell auf die wahre Deutung dieses Tatbestandes: der Raum zwischen den Galaxien dehnt sich aus, und so entfernen sich alle Galaxien voneinander, &auml;hnlich wie Punkte auf einem Luftballon der aufgeblasen wird.<\/p>\n<p>Dieses \u201eUrknallmodell\u201c war nicht unumstritten. Es gab andere Erkl&auml;rungsm&ouml;glichkeiten, so die eines statischen Universums, in dem die Galaxien sich nicht bewegten. Dieses favorisierte Albert Einstein. Eine andere Erkl&auml;rung war, dass sich das Weltall zwar ausdehnte es aber keinen Urknall gab. Dann musste aber laufend Materie entstehen um die Dichte des Universums aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Doch zuerst ergab diese Methode der Entfernungsbestimmung &uuml;ber die Rotverschiebung ein Problem. Die nahen Galaxien, wie die Andromedagalaxie hatten eine Blauverschiebung, eine messbare Rotverschiebung hatten nur weiter entfernte Galaxien, an der Grenze wo man noch Cepheiden nachweisen konnte. Verglich man die Rotverschiebung mit der so bestimmten Entfernung, so konnte man errechnen, wann alle Galaxien in einem Punkt vereinigt waren. Das w&auml;re vor 2 Milliarden Jahren gewesen. Man wusste zu dem Zeitpunkt aber schon das die Erde mindestens 4,6 Milliarden Jahre alt war, das Universum konnte schlecht halb so alt wie die Erde sein. Erst 1942 wurde das R&auml;tsel gel&ouml;st <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Baade\">Walter Baade<\/a> konnte am Wilson Observatorium die Photoplatten l&auml;nger belichten als sonst, da nun alle US-St&auml;dte aus Furcht vor japanischen Luftangriffen in Dunkelheit geh&uuml;llt waren und bei Mount Wilson st&ouml;rte die Lichtverschmutzung von Los Angeles. Er konnte so in den Galaxien eine zweite Klasse von Cepheiden nachweisen, die viel leuchtschw&auml;cher waren. Wie sich zeigte, hatte man die Entfernungen bisher alle anhand einer in der Milchstra&szlig;e seltenen Untergruppe der Cepheiden bestimmt, die erheblich leuchtkr&auml;ftiger als die normalen waren. So waren die Galaxien viel weiter entfernt als vorher angenommen und das Alter des Universums stiegt auf 15 Mrd. Jahre.<\/p>\n<p>Mit der nun geeichten Skala konnte man zum einen anhand der Rotverschiebung die Entfernung einer Galaxie messen, selbst wenn diese keine Nova oder Supernova als Entfernungsmarker hatte. Zum anderen implizierte dies, das alle Galaxien einmal in einem Punkt vereint waren \u2013 das Urknallmodell war geboren. Doch war es wirklich so? Gab es den Urknall? Lange Zeit war es nur ein Modell, doch dann arbeiteten Anfang der Sechziger Jahre die Physiker Penzias und Wilson an der Entwicklung besserer Antennen f&uuml;r die Satellitenkommnikation f&uuml;r die Bell Labs. Ihre neue Antenne, viel empfindlicher als vorherige Exemplare, hatte aber ein Rauschen, das nicht da sein sollte. Sie taten alles um den Fehler aufsp&uuml;ren, reinigten die Antenne schlie&szlig;lich sogar vom Taubendreck. Doch das Rauschen blieb und es war anders als andere radioastronomische St&ouml;rungen, die man kannte, konstant. Es gab schon Radioquellen, so die Sonne und Jupiter, doch die bewegten sich &uuml;ber den Himmel. Das Rauschen blieb aber dauerhaft.<\/p>\n<p>Die L&ouml;sung kam, als sie einen Artikel lasen, in der jemand berechnet hatte, dass wenn es den Urknall gab, es einen Punkt geben musste, bei dem die Materie sich so weit abgek&uuml;hlt hatte, das Atome entstehen. Bis dahin gab es ein Gleichgewicht von Lichtteilchen und schweren Teilchen (zu diesem Zeitpunkt waren dies noch Elektronen, Wasserstoff- und Heliumkerne). Das Universum war ein Plasma, es k&uuml;hlte sich nach dem Urknall aber kontinuierlich ab, da es sich ausdehnte und 100.000 Jahre nach dem Urknall sankt die Temperatur so weit ab, das sich Atome bilden konnten, die Atomkerne fingen Elektronen ein. Von nun an entzogen sich die Photonen dem Gleichgewicht und verloren mit steigender Ausdehnung des Universums immer mehr Energie. Heute so kam der Artikel zu dem Schluss, musste je nach Alter des Universums ein Photon vom Urknall eine Energie haben, die einer Temperatur von wenigen Kelvin entspricht und genau diese Energie hatte das Rauschen, das Penzias und Wilson gemessen. Seitdem haben mehrere Satellitenmissionen wie COBE, WMAP oder <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/herschel-planck.shtml\">Herschel<\/a> diese Hintergrundstrahlung und vor allem ihre r&auml;umlichen Schwankungen genau kartiert und man hat auch bestimmt wie alt das Universum ist: etwa 13,7 Mrd. Jahre. Das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/hst.shtml\">Hubble Weltraumteleskop<\/a> hat zweimal mehrere Tage lang einen eigentlich v&ouml;llig leeren Bereich fotografiert, die \u201e<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Hubble_Deep_Field\">Deep Sky Fields<\/a>\u201c und in jeder Aufnahme fand man tausende von Galaxien die sehr weit von uns entfernt sind, und damit auch sehr alt. Bedingt durch die Rotverschiebung d&uuml;rften die &auml;ltesten Galaxien heller im Infrarotbereich sein, als im sichtbaren. Man erhofft sich so vom James Webb Teleskop wegen dessen st&auml;rkerer Auslegung auf den Infraroten Spektralbereich und dem gr&ouml;&szlig;eren Hauptspiegel einen noch weiter gehenden Blick in die Vergangenheit.<\/p>\n<p>Gleichzeitig steht der Artikel auch f&uuml;r eine neue &Auml;ra \u2013 bisher entdeckte man etwas und suchte danach nach Erkl&auml;rungen. Nun machte man Berechnungen, sp&auml;ter auch Computermodelle um Theorien zu pr&uuml;fen oder Vorhersagen zu machen. So waren die schwarzen L&ouml;cher anfangs nur eine mathematische M&ouml;glichkeit die sich aus der Relativit&auml;tstheorie ergab. Mittlerweile setzt man Missionen ein, um solche Vorhersagen zu &uuml;berpr&uuml;fen. Die genaue Kartierung des kosmischen Hintergrunds dient auch dazu um Theorien &uuml;ber die fr&uuml;he Phase des Universums zu verifizieren.<\/p>\n<p>Mittlerweile entdeckte man auch zahlreiche Ph&auml;nomene, die kleiner als Galaxien waren. Manche wurden von einer Theorie vorausgesagt, andere einfach entdeckt. Bei vielen der neuen Objekte hat der Verstand Probleme sie begrifflich zu verstehen. Die wei&szlig;en Zwerge als Endstadium leichter Sterne wurden schon erw&auml;hnt. Ein wei&szlig;er Zwerg ist im Prinzip der innerste Kern einer Sonne, extrem dicht und kompakt. Der Kern der Sonne hat einen Gro&szlig;teil der Masse, hat aber nur einen Durchmesser eines kleinen Gasplaneten wie Uranus und Neptun. 1967 entdeckte man mit einem Radioteleskop regelm&auml;&szlig;ige signale. Sie stammten von Pulsaren. Ist die Masse eines Sternkerns noch gr&ouml;&szlig;er als bei einem Wei&szlig;en Zwerg, so ist die Gravitationskraft gr&ouml;&szlig;er als die Absto&szlig;ung zwischen Elektronen und Protonen und die Elektronen werden in die Protonen gepresst und sie werden zu Neutronen. Ein Neutronenstern ist ein riesiger Atomkern. Da ein Atomkern nur <sup>1<\/sup>\/<sub>100.000<\/sub> des Atomdurchmessers einnimmt, kann man einen Sterne von mehrfacher Sonnenmasse so auf einen Durchmesser von 20 km verkleinern. Ist der Kern noch gr&ouml;&szlig;er so reichen auch die Kr&auml;fte zwischen den Elementarteilchen nicht aus die Gravitationskraft aufzuheben und es m&uuml;sste die Materie weiter komprimiert werden \u2013 ein schwarzes Loch entsteht. Obwohl sie in der Science-Fiction Literatur sehr bald popul&auml;r waren, waren sich lange Zeit die Astronomen gespalten. Viele glaubten nicht daran, dass man Materie unendlich stark komprimieren kann. Mittlerweile gibt es aber so viele Ph&auml;nomene die man nur mit schwarzen L&ouml;chern erkl&auml;ren kann, das man sie als gesichert ansieht. Die Pulsation der Neutronensterne kommt dadurch zustande, dass wenn man einen Sternkern so stark komprimiert, die Rotationsgeschwindigkeit wegen Erhaltung des Drehimpulses ansteigen muss. Ein solcher Stern rotiert dann in einer Sekunde um die eigene Achse. Aufgrund der hohen Gravitation wird die Strahlung geb&uuml;ndelt und kann nur entlang einer Achse austreten, passiert diese Achse bei der Rotation die Erde, so sehen wir dies als einen Impuls.<\/p>\n<p>Dann entdeckte man Quasare, Quellen die sternf&ouml;rmig erscheinen, aber enorm weit weg sind. Wie sich zeigte waren die Galaxien in ihrer Entstehungszeit in deren Mitte ein schwarzes Loch Sterne verschlang und dabei enorm gro&szlig;e Energiemengen freisetzen \u2013 die Sonne gibt 1,5 x 10<sup>18<\/sup> W pro Sekunde ab, einige Quasare 10<sup>40<\/sup> Watt, sie sind also so hell wie 10<sup>22<\/sup> Sonnen. Noch mehr Energie, bis zu 10<sup>45<\/sup> Watt geben Gammastrahlenausbr&uuml;che ab, die aufgrund dessen das sie nur im Gammastrahlenbereich aktiv sind schwer nachweisbar und erforschbar sind. Mittlerweile konnte man sogar Gravitationswellen die bei der Verschmelzung massereicher Objekte wie Neutronensterne oder schwarzen L&ouml;chern nachweisen und nicht nur das 1932 von Pauli (damals nur zur Energieerhaltung in einer Gleichung) postulierte Neutrino nachweisen, sondern auch seine Masse bestimmen. Was daran so besonders ist? F&uuml;r ein Neutrino ist Materie ein so gro&szlig;es Hindernis wie ein Blatt Papier f&uuml;r eine Kanonenkugel. Erst wenn die Materie eine Dicke von einem Lichtjahr hat f&auml;ngt sie im Mittel 50 % der Neutrinos ab. Entsprechend klein ist die Zahl der Neutrinos, die man in einem irdischen Detektor nachweisen kann und entsprechend gut muss die Messtechnik sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15526\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15526\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich schlie&szlig;e an den Teil 1 an. 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September 2016","format":false,"excerpt":"Eines der Dauerbrennerthemen bei Sendungen \u00fcber Astronomie ist es, wo es noch Leben geben k\u00f6nnte. Man kann ja viel spekulieren \u00fcber fremde Planeten, doch am meisten wird nat\u00fcrlich \u00fcber Leben in unserem Sonnensystem spekuliert. Die NASA n\u00e4hrt das sehr gut, vor allem beim Mars. Auch wenn sie von \"Der Suche\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/4e11b05707214a29aee07687a953aec8","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18519,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/02\/03\/warum-elon-musk-zum-mars-will\/","url_meta":{"origin":15526,"position":1},"title":"Warum Elon Musk zum Mars will","author":"Bernd Leitenberger","date":"3. Februar 2026","format":false,"excerpt":"K\u00fcrzlich war ich bei einem Vortrag \u00fcber das Alphateilchenspektrometer, das 1997 bei der Mars Mission Sojourner als deutsches Experiment (Max-Planck-Institut f\u00fcr Chemie aus Mainz) mitflog, was damals etwas Besonderes war. In der Unterhaltung nach dem Vortrag meinte der inzwischen emittierte Wissenschaftler, dass sich sogar Elon Musk f\u00fcr die Ergebnisse interessiert\u2026","rel":"","context":"In &quot;M\u00fcnchhausens Kolumne&quot;","block_context":{"text":"M\u00fcnchhausens Kolumne","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/satire\/muenchhausen\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/644d63c4123243a3900cf5c92fa7398b","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18409,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/09\/25\/die-landung-des-starships-auf-dem-mars\/","url_meta":{"origin":15526,"position":2},"title":"Die Landung des Starships auf dem Mars","author":"Bernd Leitenberger","date":"25. September 2025","format":false,"excerpt":"Es wird mal Zeit, sich mit der geplanten Marslandung des Starships zu besch\u00e4ftigen. Das tut ja anscheinend keiner au\u00dfer mir, sonst w\u00e4re anderen schon etwas aufgefallen. Die Grundproblematik ist die gleiche wie f\u00fcr Raumsonden: Der Mars hat eine extrem d\u00fcnne Atmosph\u00e4re. Deren Bodendruck liegt bei \"Normalnull\" (mangels Meeren willk\u00fcrlich festgelegt\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/0c873c0799fe4a22aedc6879d71e9a71","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18605,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/13\/artemis-berechnungen\/","url_meta":{"origin":15526,"position":3},"title":"Artemis-Berechnungen","author":"Bernd Leitenberger","date":"13. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, gibt es im Artemisprogramm Neuigkeiten. Da wurde zuerst eine neue Erdorbitmission zur Erprobung der Lander eingeschoben, Artemis III wird also nicht auf dem Mond landen. Die zweite Neuerung war das die Oberstufe EUS wegf\u00e4llt. Zuerst mal dazu. Ein Bericht des OMG, so eine Art\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/8003982d62154aaf9914aedb1248c232","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18610,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/27\/galileos-cds-teil-1\/","url_meta":{"origin":15526,"position":4},"title":"Galileos CDS &#8211; Teil 1","author":"Bernd Leitenberger","date":"27. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Hall\u00f6chen, es wird Zeit das ich mich mal wieder melde. Es gab zwei Gr\u00fcnde, warum ich mich so rar gemacht habe. Das eine ist das es gerade nicht so viel aktuelles gibt, au\u00dfer einem Update zu Artemis, zu dem ich vielleicht noch etwas schreibe. W\u00e4hrend Trump das ganze Programm nach\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/4fb81c7bafbd4d9d88b5695abdb33d29","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18547,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/04\/quo-vadis-artemis\/","url_meta":{"origin":15526,"position":5},"title":"Quo Vadis Artemis?","author":"Bernd Leitenberger","date":"4. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Ich muss mal meine nicht vorhandene humanistische Bildung heraush\u00e4ngen, sprich Latein kann ich nicht, aber ich habe in meiner Jugend gerne Monumentalschinken angeschaut und da gibt es den ber\u00fchmtem Film \"Quo Vadis\" mit der ersten gro\u00dfen Rolle f\u00fcr Peter Ustinov als Nero. 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