{"id":15552,"date":"2021-09-25T18:40:06","date_gmt":"2021-09-25T16:40:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15552"},"modified":"2021-09-25T18:40:06","modified_gmt":"2021-09-25T16:40:06","slug":"kleine-raumsonden-und-ionenantrieb-eine-gute-kombination","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/09\/25\/kleine-raumsonden-und-ionenantrieb-eine-gute-kombination\/","title":{"rendered":"Kleine Raumsonden und Ionenantrieb \u2013 eine gute Kombination"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15552\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15552\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Nachdem es schon in den vergangenen Jahren es eine Schwemme bei Cubesats gab, denkt man auch bei Raumsonden an eine Gr&ouml;&szlig;enordnung kleiner. Die NASA hat zusammen mit dem <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/phoenix-mission.shtml\">Lander Phoenix<\/a> die beiden Marco Satelliten zur &Uuml;bertragung von kritischer Landertelemetrie gestartet. Sie wogen jeweils 14 kg und kosteten 18.5 Millionen Dollar. Athena, eine Mission, die einen Vorbeiflug an dem zweitgr&ouml;&szlig;ten Asteroiden Pallas durchf&uuml;hren sollte, w&uuml;rde 182 kg wiegen, wurde aber nicht genehmigt. Zwei ESCPADE Marssatelliten wiegen jeweils 90 kg und sollen die Plasmaumgebung des Mars erforschen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/f9a16ad5d1f34ff3ab9deb0a85fc9ed8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Ich will zuerst einmal abgrenzen, wo and wie solche kleinen \u201emini\u201c-Raumsonden n&uuml;tzlich sind. Es gibt zum einen Mal Kurzzeitmissionen. Wenn eine Raumsonde nicht sehr lange betrieben werden kann, ist es sinnvoll sie auf das Minimum abzuspecken und so auch g&uuml;nstiger zu bauen. Ein solches Beispiel waren die Vorschl&auml;ge mit Europa Clipper weitere Sonden zu starten. Eine war ein Miniorbiter, der anders als Europa Clipper auch zweimal Io passieren w&uuml;rde, Europa Clipper n&auml;hert sich diesem Mond aufgrund der enorm hohen Strahlenbelastung nicht. Eine zweite Backup Sonde w&auml;re ein Miniaturisierter Lander. Eine Uranusvorbeiflugsonde kann aus himmelsmechanischen Gr&uuml;nden nur einen der f&uuml;nf gro&szlig;en Monde nahe passieren. Sie k&ouml;nnte aber Mitflugsonden mitf&uuml;hren, die batteriebetrieben dann nur wenige Stunden oder Tage arbeiten und die anderen Monde passieren. Denkbar w&auml;ren auch sehr kleine Landekapseln f&uuml;r die Venus, in der Gr&ouml;&szlig;enordnung der kleinen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pioneer-venus-multiprobe.shtml\">Pioneer Venus Landekapseln<\/a> bei denen dann der Bus die Daten &uuml;bertr&auml;gt. Athena mit einem Vorbeiflug an Pallas, also einer kurzen Beobachtungszeit ist auch so eine Mission. Ebenso die beiden <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/phoenix.shtml\">MarCo<\/a>, die nur Daten der Landung &uuml;bertragen sollten.<\/p>\n<p>Das Zweite ist eine im Forschungsauftrag begrenzte Mission. Eines ist klar: eine kleinere Raumsonde hat eine kleine Sendeantenne, leistungsschw&auml;chere Sender und die Datenrate ist kleiner. Nicht zuletzt steht auch weniger Gewicht f&uuml;r Experimente zur Verf&uuml;gung, das hei&szlig;t, wenn man Experimente hat, die kleine Datenraten generieren und\/oder leicht sind, dann w&auml;ren diese Instrumente ein Kandidat f&uuml;r kleine Raumsonden. ESCAPADE ist so ein Beispiel. Detektoren f&uuml;r Felder und Teilchen sind relativ leicht und genieren wenige Daten.<\/p>\n<p>Ich sehe f&uuml;r zuk&uuml;nftige Missionen folgende m&ouml;glichen Einsatzgebiete:<\/p>\n<p>Wie schon bei Europa Clipper geplant, ein sekund&auml;rer Orbiter einer Jupitermission, der Io passiert und erkundet, daf&uuml;r aber nur wenige Orbits &uuml;berlebt. Er k&ouml;nnte die Hauptsonde als Relay nutzen. Die ESA hat eine soclhe Sonde als Piggy-Back f&uuml;r Europa Clipper untersuchen lassen, doch das war es dann auch. Da seit der Genehmigung von JUICE die Nutzlast der Ariane 5 stark angestiegen ist. h&auml;tte ich es gerne gesehen, wenn man den Vorschlag umgesetzt h&auml;tte und dann mit JUICE zusammen gestartet h&auml;tte.<\/p>\n<p>Seit Langem vorgeschlagen ist eine meteologisches Netz auf dem Mars. Wettersensoren wiegen nicht viel. Ich w&uuml;rde auch eine Kamera hinzunehmen, sodass man den Landeplatz sieht. Bisher hatten solche Missionen, egal ob als Penetrator oder Miniaturlander Pech eine Mitfluggelegenheit zu finden. Eine solche Mission war <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/beagle2.shtml\">Beagle 2<\/a> die zusammen mit <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mars-express.shtml\">Mars Express<\/a> startete, weitere Missionen gingen mit <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mars96-lander.shtml\">Mars 96<\/a> verloren. Man k&ouml;nnte bei geringen Kosten dann vielleicht auch riskantere aber interessantere Landgebiete wie den Boden von Valles Marineris selektieren.<\/p>\n<p>F&uuml;r den reinen Datentransfer von Landern (oder solchen Meteolandern) w&auml;re ein Orbiter um den Mars sinnvoll. Er w&auml;re in einem h&ouml;heren Orbit, h&auml;tte eine l&auml;ngere Kontaktzeit k&ouml;nnte aber eine viel gr&ouml;&szlig;ere Antenne und st&auml;rkere Sender als die Landesonden mitf&uuml;hren.<\/p>\n<p>Die Mini-Venuslandesonden habe ich schon erw&auml;hnt. Sie k&ouml;nnten auch als Piggy Back mit Venussonden, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/06\/12\/envision-und-veritas\/\">drei sind ja geplant <\/a>mitgef&uuml;hrt werden.<\/p>\n<p>Es gibt eine reihe von erdnahen Asteroiden. Sei haben eine begrenzte Gr&ouml;&szlig;e, daher ben&ouml;tigt man keine gro&szlig;e Datenrate f&uuml;r eine trotzdem genaue Kartierung. Aufgrund der Gr&ouml;&szlig;e braucht man keine Instrumente welche eine Atmosph&auml;re oder Plasma\/Magnetfeldumgebung erkunden. Hier w&auml;ren kleine Orbiter wie <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/hayabusa-2.shtml\">Hayabusa 2<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/osiris-rex.shtml\">OSIRIS-REx<\/a> (nur ohne Probennahme) sinnvoll.<\/p>\n<p>Gr&ouml;&szlig;ere Asteroiden im Hauptg&uuml;rtel w&uuml;rde man eher mit Vorbeiflugmissionen erkunden. F&uuml;r eine kleine Raumsonde w&auml;re die Datenrate f&uuml;r einen Orbiter zu klein. Sie w&uuml;rden die Daten bei einem Vorbeiflug sammeln, zwischenspeichern und dann langsam zur Erde &uuml;bertragen. Athena war eine solche geplante Mission.<\/p>\n<p>Derzeit sind solche Missionen nur von der NASA geplant bzw. im Einsatz. Sie haben eine Gemeinsamkeit \u2013 sie starten entweder zusammen mit einer Hauptraumsonde, oder im Falle von ESCAPADE, die nach Wechsel der Tr&auml;gerrakete und Flugverlauf nicht mehr kompatibel war, hat die NASA eine eigene Tr&auml;gerrakete bei Rocketlabs gebucht. Dies bedeutet entweder Einschr&auml;nkungen in der Mission, kein Problem wenn wie bei den Marcos dasselbe Ziel angepeilt wird, oder wenn das nicht geht und man einen eigenen Start braucht zus&auml;tzliche Kosten.<\/p>\n<p>Ideal w&auml;re in meinen Augen, wenn man Miniraumsonden als sekund&auml;re Nutzlast wie Mikrosatelliten in einen Erdorbit starten k&ouml;nnte und sie dann von dort aus ihre Ziele erreichen. Dann g&auml;be es mehr Fluggelegenheiten und die Kosten w&auml;ren geringer als bei einem eigenen Start. Dann ben&ouml;tigt man aber Ionentriebwerke, um die Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p>Als Minimum f&uuml;r Miniraumsonden halte ich eine Masse von etwa 100 kg. Das ist vergleichbar mit der Masse von Microsatelliten, die in derselben Gr&ouml;&szlig;enordnung liegen und dann typisch die Gr&ouml;&szlig;e eine Waschmaschine haben. Zum einen, weil der Anteil an Instrumenten relativ konstant bei einem F&uuml;nftel bis einem Viertel der Trockenmasse liegt, also 20 bis 25 kg. Das reicht dann f&uuml;r zwei bis drei optische Instrumente oder etwas mehr, wenn es Teilchen- \/ Magnetfeldsensoren \/ Wettersensoren sind. Orbiter ben&ouml;tigen mindestens eine Kamera und ein Spektrometer, dann ist man aber schnell bei den 20 bis 25 kg. Weiterhin ben&ouml;tigen Raumsonden st&auml;rkere Sender, Parabolantennen, die Gewicht addieren. Die meisten Missionen gehen ins &auml;u&szlig;ere Sonnensystem und dann nimmt die elektrische Leistung von Solargeneratoren ab und man ben&ouml;tigt gr&ouml;&szlig;ere. Eher w&auml;re eine etwas gr&ouml;&szlig;ere Sonde sinnvoll. Bei Marslandern oder Venuslandesonden kommt dann auch noch das Gewicht der Kapsel und Landesysteme dazu.<\/p>\n<p>Derzeit gibt es in den USA Mitfluggelegenheiten mit dem ESPA Ring (maximal 180 kg) und bei dem Rideshare Programm von SpaceX (maximal 300 kg). Der ESPA-Ring kann auch f&uuml;r GTO-Missionen eingesetzt werden, das Rideshare Programm ist auf niedrige Orbits begrenzt.<\/p>\n<p>Meine Idee: man bef&ouml;rdert Miniraumsonden als Sekund&auml;rnutzlast in einen Erdobit und spiralt sie dann mit einem Ionenantrieb von dort weg. Das spart Startkosten, erh&ouml;ht die Flexibilit&auml;t und hat Sekund&auml;rnutzen. Die Stromversorgung f&uuml;r ein Ionentriebwerk hat einen viel h&ouml;heren Strombedarf als die f&uuml;r die Raumsonde, man kann also deren Solargenerator einsparen. Ebenso kann ein Ionenantrieb auch die Lageregelung einsparen, wenn man das chemische System daf&uuml;r wegl&auml;sst, aber neben dem Hauptionenantrieb noch vier kleine (schubschwache)Triebwerke an den Seiten installiert.<\/p>\n<p>Das sch&ouml;ne: f&uuml;r so kleine Sonden kann man auf existierende Triebwerke zur&uuml;ckgreifen. Ich habe zwei L&ouml;sungen mal durchgerechnet, und zwar f&uuml;r das realistisches \u0394V:<\/p>\n<p>Von einer LEO-Bahn zu einer Sonnenumlaufbahn: ~ 7 km\/s<\/p>\n<p>Von der anf&auml;nglichen Sonnenumlaufbahn zu einer Marstransferbahn: ~ 3,5 km\/s<\/p>\n<p>Anpassung an die Marsbahn: ~2,7 km\/s<\/p>\n<p>Orbit&auml;nderungen in der Umlaufbahn um den Mars: ~ 1,8 km\/s<\/p>\n<p>Summe: ~ 15 km\/s<\/p>\n<p>Ich habe dies mit zwei Ionentriebwerken durchgerechnet, dem amerikanischen NSTAR-System, eingesetzt bei Dawn und XIPS 8 Triebwerken f&uuml;r die Lageregelung und dem europ&auml;ischen RIT-2X mit Rit-10 EVO als Lageregelung. Beide Triebwerke haben einen unterschiedlichen Strombedarf (2.600 bzw. 4.600 Watt) und spezifischen Impuls (30 bzw. 41 km\/s).<\/p>\n<p>Auf eine genaue Simulation habe ich verzichtet, stattdessen die Gesamtbetriebszeit errechnet. Die Missionszeit wird durch Freiflugphasen bzw. Abnahme der Leistung bei steigender Sonnenentfernung gr&ouml;&szlig;er sein. F&uuml;r den Solargenerator habe ich eine Leistungsdichte von 80 W\/kg angenommen. 300 Watt sollen f&uuml;r das Raumschiff zur Verf&uuml;gung stehen. Die Xenon-Druckgastanks sollen 20 % des Inhalts wiegen und zu dem Gewicht der Ionentriebwerke soll nochmals dasselbe Gewicht f&uuml;r die Stromwandeleinheit und Leitungen hinzukommen. Man kommt dann auf folgende Bilanz bei 200 kg Startmasse:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"33%\">System<\/th>\n<th width=\"33%\">NSTAR<\/th>\n<th width=\"33%\">RIT-2X<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Startmasse:<\/td>\n<td width=\"33%\">200 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">200 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Davon Treibstoff<\/td>\n<td width=\"33%\">78,7 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">62,0 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Davon Tankmasse:<\/td>\n<td width=\"33%\">15,8 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">12,4 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Davon Solargenerator<\/td>\n<td width=\"33%\">36,1 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">52,4 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Davon Triebwerke \/ Subsysteme<\/td>\n<td width=\"33%\">33,8 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">32 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Nutzlast<\/td>\n<td width=\"33%\">35,6 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">41,2 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"33%\">Gesamtbetriebszeit<\/td>\n<td width=\"33%\">7.230 Stunden<\/td>\n<td width=\"33%\">4.650 Stunden<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Nutzlast ist bescheiden, das liegt daran, dass diese Triebwerke schon &uuml;berdimensioniert sind. Ionentriebwerke sind f&uuml;r 10.000 bis 15.000 Stunden Betrieb qualifiziert und diese Zeit wird hier bei Weitem nicht erreicht. Der in Sonnenferne abnehmende Strom ist kein Problem, da Ionentriebwerke drosselbar sind.<\/p>\n<p>Sinnvoll w&auml;re daher eine h&ouml;here Startmasse, denn die Masse der Triebwerke bleibt ja gleich, ebenso die Forderung nach Strom, also die Masse des Solargenerators, nur der Treibstoff und die Tankmasse nimmt zu. Bei 300 kg Startmasse w&uuml;rde die Nutzlast beim NSTAR auf 82,9 kg ansteigen und beim RIT-10 auf 104 kg, also eine Gr&ouml;&szlig;e, die zumindest die 100 kg Mindestanforderung f&uuml;r die Raumsonde erf&uuml;llt. Bei 400 kg Startmasse w&auml;re man immer noch unterhalb der Mindestbetriebsdauer des RIT-2X Triebwerks und h&auml;tte 167,2 kg f&uuml;r die Raumsonde &uuml;brig.<\/p>\n<p>Es w&uuml;rde bei mehreren Raumsonden sogar Sinn machen, einen Antrieb speziell f&uuml;r diese zu entwickeln, der die Nutzlast maximiert. Nach meinen Simulationen w&auml;re ein deutlich h&ouml;herer spezifischer Impuls sinnvoll, bei 2 Jahren Betriebszeit (rund 1.7500 Stunden) liegt er bei rund 77 km\/s. Zumindest sollten die Antriebe die Solllebensdauer von 10.000 Stunden erreichen, was auf 55 km\/s beim RIT-2X und 41 km\/s beim NSTAR entspricht. Wenn man nicht neu entwickelt, so bietet es sich an, die Triebwerke herunterzuregeln. Sie arbeiten dann l&auml;nger, aber ben&ouml;tigen weniger Strom. Bei 10.000 Stunden Betriebszeit wird so der Solargenerator um 10 kg (NSTAR) bzw. 28 kg (RIT-2X) leichter.<\/p>\n<p>Das sind nat&uuml;rlich maximale \u0394v Vorgaben. F&uuml;r erdnahe Asteroiden hat man ein \u0394v von maximal 12 km\/s, davon alleine 7 km\/s f&uuml;r das Verlassen der Erde (aus einer GTO-Bahn erheblich weniger). 12 km\/s w&uuml;rden schon 16,4 kg mehr Nutzlast beim NSTAR Antrieb und 10,3 kg beim RIT-2X bringen.<\/p>\n<p>Als Einsatzgebiet sehe ich folgende M&ouml;glichkeiten: Die meisten Sonden, die zu Mars oder Venus gehen, k&ouml;nnte man als Sekund&auml;rnutzlast mitf&uuml;hren. Sie ben&ouml;tigen keinen Ionenantrieb, wenn dann nur f&uuml;r Bahn&auml;nderungen im Orbit, das Erreichen des Orbits wird, man aber chemisch durchf&uuml;hren. Denkbar sind aber Missionen zu kleinen erdnahen Asteroiden. Da ist auch die maximale Kommunikationsdistanz klein. Der NASA Trajectory Browser nennt 15 Missionsm&ouml;glichkeiten zwischen 2024 und 2040 zu Asteroiden von mindestens 300 m Durchmesser (in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung liegen z.B. die besuchten Asteroiden Itokawa, Ryugu und Bennu) mit einem \u0394v (chemisch) von weniger als 5 km\/s aus einer LEO-Bahn und einschwenken in eine Umlaufbahn um diese. Eine Kamera und ein Vis\/IR Spektrometer w&uuml;rden problemlos bei 20 bis 30 kg Nutzlast unterbringbar sein, vielleicht auch ein einfacher Lidar-H&ouml;henmesser.<\/p>\n<p>Alternativ, aber mit gr&ouml;&szlig;erem \u0394v erreichbar sind Hauptg&uuml;rtelasteroiden. F&uuml;r <a href=\"https:\/\/trajbrowser.arc.nasa.gov\/traj_browser.php?NEAs=on&amp;NECs=on&amp;chk_maxMag=on&amp;maxMag=25&amp;chk_maxOCC=on&amp;maxOCC=4&amp;chk_target_list=on&amp;target_list=Pallas&amp;mission_class=oneway&amp;mission_type=flyby&amp;LD1=2024&amp;LD2=2040&amp;maxDT=7&amp;DTunit=yrs&amp;maxDV=7.0&amp;min=DV&amp;wdw_width=365&amp;submit=Search#a_load_results\">Pallas<\/a> gibt es bis 2040 neun Bahnen mit einem \u0394v von weniger als 5 km\/s (chemisch). Hier ist nur ein Vorbeiflug m&ouml;glich \u2013 beim chemischen Antrieb betr&auml;gt die Geschwindigkeit 13-14 km\/s, sie wird zwar beim Ionenantrieb absinken, doch damit man effektiv im Hauptg&uuml;rtel die Geschwindigkeit &auml;ndern kann ben&ouml;tigt die Sonde einen viel gr&ouml;&szlig;eren Solargenerator und dann ist sie keine Miniraumsonde mehr. Die Daten w&uuml;rden wie bei New Horizons schnell gesammelt und dann langsam &uuml;berspielt werden. Unter Umst&auml;nden k&ouml;nnte man mit weiteren Vorbeifl&uuml;gen an den erdnahen Planeten sogar mehrere Ziele so besuchen.<\/p>\n<p>Von den 15 km\/s maximales \u0394v entfallen alleine 7 km\/s nur um die Erdbahn zu verlassen, aus einer GTO-Bahn sinkt dies auf 3,8 km\/s. So w&auml;re es sinnvoll. die Sonden bei einem normalen Start eines Kommunikationssatelliten in den GTO, noch besser Super-GTO mitzuf&uuml;hren. Neben dem eingesparten Treibstoff braucht man auch nur halb so lange um die Erde zu verlassen. Hier wird es auch interessant sein zu sehen, was Ariane 6 an Mitfluggelegenheiten bietet, das entsprechende System bei Ariane 5 wurde ja nur in der Fr&uuml;hzeit bei Starts in den SSO eingesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15552\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15552\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Nachdem es schon in den vergangenen Jahren es eine Schwemme bei Cubesats gab, denkt man auch bei Raumsonden an eine Gr&ouml;&szlig;enordnung kleiner. Die NASA hat zusammen mit dem Lander Phoenix die beiden Marco Satelliten zur &Uuml;bertragung von kritischer Landertelemetrie gestartet. Sie wogen jeweils 14 kg und kosteten 18.5 Millionen Dollar. Athena, eine Mission, die einen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[520,4311],"class_list":["post-15552","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-raumfahrt","tag-ionenantrieb","tag-miniraumsonden","entry"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":13317,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2018\/04\/04\/die-aufklaerung-des-aprilscherzes\/","url_meta":{"origin":15552,"position":0},"title":"Die Aufkl&auml;rung des Aprilscherzes","author":"Bernd Leitenberger","date":"4. 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