{"id":15571,"date":"2021-10-11T09:38:27","date_gmt":"2021-10-11T07:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15571"},"modified":"2021-10-11T09:40:01","modified_gmt":"2021-10-11T07:40:01","slug":"die-iss-und-ionenantriebe-fortsetzung-folgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/10\/11\/die-iss-und-ionenantriebe-fortsetzung-folgt\/","title":{"rendered":"Die ISS und Ionenantriebe \u2013 Fortsetzung folgt"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15571\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15571\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich habe ja schon vor ewigen Zeiten mal skizziert, das eigentlich die ISS ein ideales Testzentrum f&uuml;r Ionenantriebe w&auml;re. Ich will heute mal einen neuen Anlauf machen, weil die ISS gerade neue Solarpaneele bekommt. Sie ersetzen die alten nicht, sondern erg&auml;nzen sie, liefern also mehr Strom. Dies erm&ouml;glicht ein einfacheres Erweitern der ISS um kommerzielle Module. Damit steht aber auch mehr Strom f&uuml;r Ionentriebwerke.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/26005fbad3f94176933e33a480eec4e6\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<h3 class=\"western\">Die Ausgangslage<\/h3>\n<p>Die ISS ben&ouml;tigt wegen ihrer Masse und relativ niedrigen Bahnh&ouml;he viel Treibstoff, um die Bahn aufrechtzuerhalten. Die NASA hat sich als Kompromiss da in einer h&ouml;heren Umlaufbahn auch die Raumfahrzeuge die sie anfliegen mehr Treibstoff ben&ouml;tigen um sie anzufliegen und zu verlassen f&uuml;r eine Umlaufbahn in 407 km H&ouml;he im Mittel entschieden. In 400 km H&ouml;he ben&ouml;tigt sie 3.600 kg Treibstoff um die H&ouml;he zu halten pro Jahr. Das ist ein Wert der f&uuml;r die meisten Jahre gilt. Bei einer hohen Sonnenaktivit&auml;t, die liegt ein bis zwei Jahre pro Zyklus (11 Jahre vor) kann der Treibstoffbedarf durch Ausdehnung der Atmosph&auml;re deutlich h&ouml;her sein.<\/p>\n<p>Das ist eine Menge Treibstoff, die ja auch zur ISS bef&ouml;rdert werden muss. Leisten kann dies derzeit nur die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/progress.shtml\">Progress<\/a>, da sie zum einen in der L&auml;ngsachse andocken kann, die durch den Schwerpunkt f&uuml;hrt. Zudem gibt es nur von ihr eine spezielle \u201eTanker-Version\u201c, die viel Treibstoff transportieren kann.<\/p>\n<p>Die neuen ausrollbaren ROSA-Arrays werden die Leistung der Solargeneratoren von 120 auf 215 kW erh&ouml;hen. Die 95 kW k&ouml;nnten nicht nur f&uuml;r neue kommerzielle Module sondern eben auch f&uuml;r Ionentriebwerke genutzt werden,<\/p>\n<h3 class=\"western\">Berechnung<\/h3>\n<p>Da der Treibstoffbedarf gemessen an der Gesamtmasse der ISS von etwa 420 t klein ist, braucht man keine Berechnung &uuml;ber die Ziolkowskiformel sondern kann einfach &uuml;ber den Gesamtimpuls gehen.<\/p>\n<p>Der Gesamtimpuls dem die 3.600 kg Treibstoff entsprochen ergibt sich aus Multiplikation mit dem spezifischen Impuls, das sind bei chemischem Treibstoff rund 3.000 m\/s. So erh&auml;lt man einen Gesamtimpuls von 10,8 MN. Ionentriebwerke haben spezifischen Impuls von 30.000 bis 40.000 m\/s. Das w&uuml;rde also den Treibstoffbedarf mindestens auf ein Zehntel erniedrigen.<\/p>\n<p>Die erste Frage ist: ben&ouml;tigen wir neue Antriebe, die besonders schubkr&auml;ftig sind?<\/p>\n<p>Nun bei 420 t Gewicht entsprechen die 10,8 MN nur einer Geschwindigkeits&auml;nderung von 25,7 m\/s (10.800.000 \/ 420.000=25,7&#8230;). Das ist wenig. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/dawn.shtml\">Dawn<\/a> wog 1,1 t, das ist in etwa ein <sup>1<\/sup>\/<sub>400<\/sub>-stel der Masse der ISS, aber sie konnte ihre Geschwindigkeit um 11 km\/s &auml;ndern, das ist etwas mehr als das 400-fache von 26 m\/s. So gesehen braucht man nicht mehr oder schubkr&auml;ftigere Triebwerke als bei Dawn. Nun ja etwas schubkr&auml;ftiger m&uuml;ssen sie sein, weil die von Dawn l&auml;nger als ein Jahr arbeiteten und wir reden ja vom j&auml;hrlichen Treibstoffbedarf.<\/p>\n<p>Betriebt man die Triebwerke in 50 % der Zeit, n&auml;mlich nur dann, wenn auf der Tagseite die Solarzellen gen&uuml;gend Strom liefern, so sind dies im Jahr 12 Stunden x 3600 Sekunden\/Stunde * 365 Tage = 15.798.000 Sekunden. Teilt man den Gesamtimpuls von 10,8 MN durch die 15,8 Millionen Sekunden, so braucht man nur einen Schub von 0,684 N pro Sekunde. G&auml;ngige Ionentriebwerke am Markt f&uuml;r Satellitenbahn&auml;nderungen erreichen 0,1 bis 0,2 N Schub, man ben&ouml;tigt also nur etwa 4 bis 7 Triebwerke und keine neuen Triebwerke.<\/p>\n<p>Von Bedeutung ist auch die Lebensdauer eines Triebwerks, denn die liegt bei heutigen Antrieben bei 10.000 bis 20.000 Stunden. Diese Lebensdauer wird bei 12 Stunden pro Tag in 2,3 bis 4,6 Jahren erreicht. Ich habe hier mal eine Vergleichstabelle angelegt, die die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ionentriebwerke-uebersicht.shtml\">Daten g&auml;ngiger Triebwerke<\/a> enth&auml;lt:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<thead>\n<tr valign=\"TOP\">\n<th width=\"14%\">Triebwerk<\/th>\n<th width=\"14%\">Ben&ouml;tigte Zahl<\/th>\n<th width=\"14%\">Strombedarf<\/th>\n<th width=\"14%\">Schub<\/th>\n<th width=\"14%\">Treibstoffbedarf\/Jahr<\/th>\n<th width=\"14%\">Masse (nur Triebwerke)<\/th>\n<th width=\"14%\">Gesamtimpuls<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"14%\">Qinetig T6<\/td>\n<td width=\"14%\">5<\/td>\n<td width=\"14%\">25 kW<\/td>\n<td width=\"14%\">0,725<\/td>\n<td width=\"14%\">277 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">43 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">11,4 MN<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"14%\">Qinetig T7<\/td>\n<td width=\"14%\">3<\/td>\n<td width=\"14%\">17,1 kW<\/td>\n<td width=\"14%\">0,717 N<\/td>\n<td width=\"14%\">355 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">39 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">11,3 MN<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"14%\">RIT-2X<\/td>\n<td width=\"14%\">5<\/td>\n<td width=\"14%\">23,5 kW<\/td>\n<td width=\"14%\">0,75 N<\/td>\n<td width=\"14%\">292 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">44 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">11,8 MN<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"14%\">XIPS 25<\/td>\n<td width=\"14%\">4<\/td>\n<td width=\"14%\">17,2 kW<\/td>\n<td width=\"14%\">0,66 N<\/td>\n<td width=\"14%\">299 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">54,8 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">10,4 MN<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"14%\">NSTAR<\/td>\n<td width=\"14%\">7<\/td>\n<td width=\"14%\">18 kW<\/td>\n<td width=\"14%\">0,6489 N<\/td>\n<td width=\"14%\">334 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">60,3 kg<\/td>\n<td width=\"14%\">10,2 MN<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Triebwerke liegen alle in einem sehr engen Bereich, was Treibstoffverbrauch und Masse angeht. Den geringsten Stromverbrauch hat das neueste, das T7. In der Praxis wird man mehr Triebwerke einsetzen, um Reserven f&uuml;r einen Ausfall zu haben. Weiterhin braucht man Reserven f&uuml;r Schwankungen der Abbremsung durch die Atmosph&auml;re, sonst w&uuml;rde man anfangen zu sinken und dabei in tiefere Schichten gelangen, die das Sinken weiter beschleunigen. Alle Triebwerke brauchen nur einen Bruchteil der 95 kW Leistung, die zus&auml;tzlich zur Verf&uuml;gung steht und der j&auml;hrliche Treibstoffverbrauch sinkt auf weniger als ein Zehntel des vorherigen von 3600 kg.<\/p>\n<p>Nicht enthalten in der Tabelle ist die Lebensdauer. Sie betr&auml;gt bei allen Triebwerken mindestens 10.000 Stunden, was 2,28 Jahre Betriebszeit entspricht. Bei einigen ist die durch Tests verifizierte Lebensdauer h&ouml;her, so beim XIPS 25 &uuml;ber 16.000 Stunden und beim RIT-2X 20.000 Stunden. Entsprechend seltener ben&ouml;tigt man einen Austausch des Transporters wenn man die Triebwerke &uuml;ber ihre ganze Lebensdauer betreiben will.<\/p>\n<p>Die Progress haben im Adapter Stromleitungen f&uuml;r die Stromversorgung durch die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/iss-index.shtml\">ISS<\/a>, doch denke ich sind die nicht f&uuml;r die Leistung, die hier ben&ouml;tigt wird, rund 18 bis 25 kW ausgelegt. Daf&uuml;r m&uuml;sste man in einer EVA dann noch Leitungen nachziehen. Dann kann man in den neuen Adapter auch die Steuerleitungen verlegen, die f&uuml;r die Kommandos an die Ionentriebwerke n&ouml;tig sind. Kann die ISS die ben&ouml;tigte Strommenge an die Progress durch den Adapter liefern, so kann man die Steuersignale auch drahtlos &uuml;bermitteln, indem man die Elektronik &uuml;ber ein Wlan einbindet \u2013 andere st&ouml;rende Wlan Netze gibt es im Umkreis von 400 km ja keine.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Vorgehen bei solarem Maximum<\/h3>\n<p>W&auml;hrend des solaren Maximums ist die Strahlungsaktivit&auml;t viel h&ouml;her. Die dadurch in die Atmosph&auml;re eindringenden Teilchen heizen diese auf, sodass sie sich ausdehnt und die Abbremsung erh&ouml;ht. Dem zu begegnen gibt es zwei M&ouml;glichkeiten:<\/p>\n<p>Das eine ist es die maximale Abbremsung bei der Auslegung zugrunde zu legen, das bedeutet aber auch das man dann rund drei bis viermal mehr Triebwerke und Strom w&auml;hrend des Maximums ben&ouml;tigt. Immerhin kann man die zus&auml;tzlichen Triebwerke auch w&auml;hrend des Minimums betrieben und so die Lebensdauer aller Triebwerke vergr&ouml;&szlig;ern. Verglichen mit einer SFU von 120 als \u201eNormalwert\u201c ben&ouml;tigt man bei einer SFU von 200 wie sie selten aber durchaus vorkommt den 2-fachen Schub, vergleichen mit dem Minimalwert von 70 der im Minimum ben&ouml;tigt wird, sogar den 4,1-fachen Schub.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/solar-cycle-10-cm-radio-flux_Nov17.gif\" width=\"620\" height=\"349\" \/>Die zweite M&ouml;glichkeit ist es, w&auml;hrend des Minimums die Station anzuheben und dann w&auml;hrend des Maximums ein Absinken durch die h&ouml;here Reibung zu tolerieren. Da schon das Anheben um 50 km den Treibstoffverbrauch um mehr als die H&auml;lfte reduzierte, w&uuml;rde ein Anheben der Station auf 460 km Orbith&ouml;he ausreichen, um einen Anstieg des SFU von 120 auf 200 zu kompensieren. W&auml;hrend des solaren Maximums w&uuml;rde dann die Station absinken, Versorger ben&ouml;tigen mehr Treibstoff um sie zu erreichen und wieder zu verlassen. Doch dies sind nur rund 50 m\/s. Bei Frachtern entspricht dies einer Nutzlasteinbu&szlig;e von rund 4 % (bei einem Frachtanteil von einem Drittel der Gesamtmasse). Bei den bemannten Transportern ist dies unkritisch, da die Crewed Dragon noch unter der Maximalnutzlast liegt und man bei Sojus und Starliner auf st&auml;rkere Versionen der Tr&auml;ger ausweichen kann. Dies halte ich f&uuml;r den besseren Weg. Die derzeitige Bahnh&ouml;he wurde ja deswegen gew&auml;hlt, weil beim Space Shuttle, das f&uuml;r die Aufbauphase ben&ouml;tigt wurde, die Nutzlastabnahme mit der H&ouml;he besonders hoch war.<\/p>\n<p>Im Diagramm links sieht man das von 19 Jahren w&auml;hrend der letzten Zyklen 13 Jahre unterhalb einer SFU von 130 liegen. Diese w&uuml;rde ich als Basis f&uuml;r die Berechnung der ben&ouml;tigten Triebwerke ansetzen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Praktische Auslegung<\/h3>\n<p>Es bietet sich an, einen Progress-Tanker umzur&uuml;sten. Die k&ouml;nnen normalerweise bis zu 2,5 bis 2,7 t Fracht bef&ouml;rdern. Zieht man die Ionentriebwerke und Tankmassen ab, so bleiben rund 2 bis 2,5 t f&uuml;r den Treibstoff, was einen Betrieb &uuml;ber 7 bis 8 Jahre erlaubt. F&uuml;r eine so lange Zeit ben&ouml;tigt man dann aber &uuml;berz&auml;hlige Triebwerke, da keines so lange abreiten kann. Zudem sind die Progress nur f&uuml;r 180 Tage im All qualifiziert.<\/p>\n<p>Die bessere L&ouml;sung f&uuml;r mich ist es, wie bisher einen Progress nur 180 Tage lang zu betreiben. Dann ben&ouml;tigt man nur den Treibstoff f&uuml;r diese Zeit, zusammen mit dem Tank und Triebwerken ist man bei einer Masse von 300 kg, bei zwei Progress also 600 kg, was immerhin eine Reduktion der Masse, die zur ISS bef&ouml;rdert wird, muss um <sup>5<\/sup>\/<sub>6<\/sub> entspricht. Die Progress kann dann noch etwa 2,2 bis 2,4 t pro Transporter andere Fracht bef&ouml;rdern, auch normalen Treibstoff, den man nach wie vor f&uuml;r schnelle Bahn&auml;nderungen, z.B. bei Kollissionsvermeidungsman&ouml;ver ben&ouml;tigt, die werden angesichts vieler neuer Satelliten h&auml;ufiger vorkommen.<\/p>\n<p>In der Summe k&ouml;nnte Russland so mit zwei Progress pro Jahr, anstatt drei bis vier auskommen und die NASA Geld sparen, denn sie bezahlt ja Russland f&uuml;r den Treibstoff. W&auml;re es dieselbe Summe die US-Anbieter f&uuml;r ihre Frachtdienste bekommen, so entspricht dies rund 240 Millionen Dollar pro Jahr \u2013 daf&uuml;r bekommt man schon einen komplexen Satelliten oder k&ouml;nnte sich alle zwei bis drei Jahre eine Raumsonde des Discoveryprogramms zus&auml;tzlich leisten. Dem m&uuml;sste man die Kosten f&uuml;r Ionentriebwerke und Xenon gegenrechnen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">ISS verschieben<\/h3>\n<p>Derzeit ist geplant, die ISS am Ende ihrer Betriebsdauer zu deorbitieren. Zumindest Russland hat jedoch angek&uuml;ndigt, das sie ihre Module dann entfernen und in einer neuen Station verwenden will. Als Alternative g&auml;be es das hochheben der Station in eine neue Bahn, die eine l&auml;ngere Lebensdauer hat. Von dort k&ouml;nnte man Module abtrennen und in einer neuen Station verwenden, oder die ISS kommerziell nutzen \u2013 f&uuml;r Fl&uuml;ge von Weltraumtouristen oder Filmdrehs wird man keine st&auml;ndig bemannte Station ben&ouml;tigen und auch weniger Aufwand f&uuml;r die Aufrechterhaltung der H&ouml;he treiben wollen. Nicht zuletzt gibt es in gr&ouml;&szlig;erer H&ouml;he f&uuml;r Weltraumtouristen und Filmkulissen mehr Ausblick. Ich halte das Szenario f&uuml;r unwahrscheinlich, aber man kann es ja mal durchrechnen. W&uuml;rde man 150 der maximal verf&uuml;gbaren 215 kW Leistung f&uuml;r den Antrieb einsetzen, so k&ouml;nnte man 32 Rit-2X betreiben, die 1800 kg Xenon-Arbeitsgas in 350 Tagen verbrauchen w&uuml;rden. Damit kann man eine 420 t schwere Station innerhalb eines Jahres um 172 m\/s anheben, das entspricht, wenn man von 407 km Starth&ouml;he ausgeht, einer Kreisbahn in 720 km H&ouml;he, in dieser H&ouml;he spielt die Abbremsung durch die Atmosph&auml;re praktisch keine Rolle mehr. Die Bahn w&auml;re &uuml;ber mindestens ein Jahrhundert stabil, ich errechne in einer einfachen Simulation bei einem SFU im Mittel von 140 das die Station 187 Jahre im Orbit bei dieser H&ouml;he ist. Bei weniger Triebwerken w&uuml;rde es entsprechend l&auml;nger dauern, wobei man aber deutlich mehr als die nur zur Kompensation der Abbremsung n&ouml;tigen Triebwerke einsetzen m&uuml;sste, also mindestens die doppelte Anzahl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15571\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15571\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich habe ja schon vor ewigen Zeiten mal skizziert, das eigentlich die ISS ein ideales Testzentrum f&uuml;r Ionenantriebe w&auml;re. 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