{"id":15576,"date":"2021-10-13T12:36:24","date_gmt":"2021-10-13T10:36:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15576"},"modified":"2021-10-13T12:36:24","modified_gmt":"2021-10-13T10:36:24","slug":"die-antwort-an-jewgeni-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/10\/13\/die-antwort-an-jewgeni-7\/","title":{"rendered":"Die Antwort an Jewgeni-7"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15576\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15576\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Jewgnei-7 ist nach mir der flei&szlig;igste Blogkommentierer. Leider sind seine Kommentare sehr lang, haben oft wenig mit dem Thema zu tun und ein Mix verschiedener Themen, sodass eine Antwort recht schwierig ist. Ich finde mehrere, k&uuml;rzere, thematisch eingegrenzte Kommentare besser. Allerdings habe ich die Vermutung es geht weniger um Kommentare, als vielmehr nutzt Jewgeni diesen Blog als Informationsm&ouml;glichkeit f&uuml;r Raumfahrtinteressierte. Hier w&auml;re der bessere Weg eines Gastartikels. Ich kann auf Wunsch gerne einen Autorenaccount anlegen, alternativ den langen Kommentar an bl at bernd-leitenberger.de schicken und ich ver&ouml;ffentliche ihn dann.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/dd1c8ba0c5a04f6987863e57a0b695d6\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Zu dem <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-admin\/comment.php?action=editcomment&amp;c=92389\">Kommentar zu Ionentriebwerken<\/a> und der ISS will ich aber noch etwas dazusagen, denn ich vermisse hier einige wichtige Informationen zu den Fakten. Jewegenis-7 Originaltext ist in fetter Schrift, es ist nur ein Teil, der Rest bezieht sich auf das Budget von Roskosmos.<\/p>\n<p><b>Kein VASIMR-Triebwerk f&uuml;r die ISS ?<\/b><\/p>\n<p><b>Schon vor Jahren wollte die NASA elektrische Triebwerke auf der ISS einsetzen, auch Roskosmos plante elektrische Antriebsmotoren, die Jod als Arbeitsmedium verwenden. Im Sommer 2018 hat die russische Anlage Bodentests bestanden. Fakten haben aber die Chinesen mit ihrer neuen Raumstation und Ionentriebwerken geschafft.<\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">Ein Ionenantrieb kann im Prinzip jeden Stoff als Arbeitsmedium nutzen, da keine chemische Reaktion stattfindet. Verbindungen, die bei der Ionisation reagieren k&ouml;nnen, werden aber nicht eingesetzt, &uuml;brig bleiben die Elemente. Ein guter Treibstoff hat folgende Eigenschaften:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\">Er ist leicht ionisierbar \u2013 die n&ouml;tige Energie erh&auml;lt man nicht zur&uuml;ck.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\">Er ist leicht f&ouml;rderbar \u2013 Gase und Fl&uuml;ssigkeiten sind hier vorteilhaft, Feststoffe sollten leicht in den gas- oder fl&uuml;ssigen Zustand &uuml;berf&uuml;hrbar sein<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\">Er hat eine hohe Molekularmasse \u2013 die Ionen werden durch ein elektrisches Feld beschleunigt, die Endgeschwindigkeit ist dabei abh&auml;ngig vom Feld, der Schub ergibt sich aber aus dem Produkt der Masse x Endgeschwindigkeit.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\">Bisher verwendet man Xenon das gasf&ouml;rmig ist und eine hohe Molek&uuml;lmasse hat, aber eine hohe Ionisierungsenergie hat. SpaceX verwendet das n&auml;chstniedrigere Edelgas Krypton, das wegen der kleineren Masse nicht so optimale Werte hat, aber erheblich billiger ist. F&uuml;r die kleinen dV Man&ouml;ver der Starlinksatelliten ist das ohne Bedeutung. Erheblich billiger sind Stoffe wie Iod oder C&auml;sium. Iod ist leicht sublimierbar, C&auml;sium leicht in den fl&uuml;ssigen Zustand &uuml;berf&uuml;hrbar. Beide haben eine hohe Molek&uuml;lmasse und niedrigere Ionisierungsenergie. Iod wird soweit ich wei&szlig;, aber vor allem f&uuml;r Mikroschubtriebwerke erprobt.<\/p>\n<p><b>Wie schon kurz berichtet, die von China im Bau befindliche Orbitalstation Tiangong wird dank vier Hall-Effekt-Ionentriebwerken &#8211; das sind LHT-100-Triebwerke mit einem Schub von 80 mN &#8211; in einer bestimmten Umlaufbahn gehalten. F&uuml;r die Wartung der Tiangong-Station werden beispielsweise weniger als 400 kg Treibstoff, w&auml;hrend die ISS etwa 4 Tonnen Treibstoff ben&ouml;tigt, um sie pro Jahr im Orbit zu halten.<\/b><\/p>\n<p>In einem korrekten Vergleich w&auml;ren einige Parameter zu erw&auml;hnen wichtig, die hier leider komplett fehlen. Wie viel Treibstoff und Schub eine Station ben&ouml;tigt h&auml;ngt ab:<\/p>\n<ul>\n<li>Von der Masse \u2013 Tiangong Space Station mit angedocktem Shenzhou etwa 31 t, die ISS ohne Transporter 420 t mit mehreren Transportern um die 450 t.<\/li>\n<li>Von der Bahnh&ouml;he \u2013 die 389 km H&ouml;he von Tiangong bedeuten schon 10 % mehr Abbremsung gegen&uuml;ber 407 km bei der ISS.<\/li>\n<li>Von der Fl&auml;che: Hauptwiderstand leisten die Solarpaneele, dies waren vor den neuen IROSA Panels schon 2500 m\u00b2, bei Tiangong sind es nur 134 m\u00b2.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In zwei der drei Punkte liegt die ISS um den Faktor 15-17 h&ouml;her, sodass mir 400 kg Treibstoff als relativ viel erscheint und ich annehme das es sich nur um chemischen Treibstoff handelt. Die ISS mit ihrer viel gr&ouml;&szlig;eren Masse und viel gr&ouml;&szlig;eren Solarpaneelen k&auml;me ja mit rund 300 kg pro Jahr bei reinem Einsatz von Ionentriebwerken aus. Ebenso sind die 320 mN Schub (die ISS ben&ouml;tigt wie im <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/10\/11\/die-iss-und-ionenantriebe-fortsetzung-folgt\/\">Artikel geschrieben<\/a> etwa 700 mN) als deutlich &uuml;berdimensioniert, ich vermute aber es wird immer nur ein Triebwerk eingesetzt, da die vier Triebwerke bei einer Lebensdauer von 6240 Stunden ja f&uuml;r 15 Jahre den Orbit aufrechterhalten sollen und das w&auml;re sonst nur eine Betriebszeit von 400 Stunden pro Jahr.<\/p>\n<p><b>Ein geschlossenes Institut in Shanghai besch&auml;ftigt sich mit der Entwicklung vielversprechender Ionentriebwerke in China. F&uuml;r Fl&uuml;ge in den Weltraum und zum Aufbau von Transportverbindungen zu Mond und Mars werden vielversprechende Hall-Effekt-Ionentriebwerke mit einer Leistung von 5 MW bis 500 MW entwickelt. Ein Testlauf des HET-3000-Triebwerks &uuml;ber 8.240 Stunden zeigte, dass die neuen Triebwerke in der Lage sind, das f&uuml;r Langstreckenfl&uuml;ge notwendige Antriebssystem mindestens 15 Jahre lang zu betreiben.<\/b><\/p>\n<p>Nur hat das HET-3000 Triebwerk nichts mit diesen Antriebsleistungen zu tun. Es ist nach einem <a href=\"http:\/\/www.aerospacechina.org\/EN\/article\/downloadArticleFile.do?attachType=PDF&amp;id=324\">PDF<\/a> ein Triebwerk mit einer Spitzenleistung von 2,5 N Schub, einem spezifischen Impuls von 2800 s und maximal 50 kW Leistungsaufnahme. Getestet wurde es aber bisher mit maximal 15 kW Leistung. Siehe http:\/\/www.aerospacechina.org\/EN\/abstract\/abstract324.shtml#1<\/p>\n<p><b>Ionentriebwerke haben jedoch auch einen irreparablen Schwachpunkt &#8211; die Strahlruderelektroden befinden sich innerhalb des Hochtemperatur-Plasmastroms, was dessen Ressourcen begrenzt. Das bisher fortschrittlichste Ionentriebwerk der NASA, NEXT, hat einen spezifischen Impuls von 41,9 km \/ s. Doch f&uuml;r solche Rekordparameter m&uuml;ssen Ionentriebwerke mit geringem Schub zahlen \u2013 NEXT liefert nur 327 mN (32,7 Gramm Schub) bei einer Leistungsaufnahme von 7,7 kW.<\/b><\/p>\n<p>Das ist nicht korrekt. Es h&auml;ngt von der Technologie ab, welcher Teil des Triebwerks der Schwachpunkt ist. Bei der in Deutschland entwickelten Radiofrequenzionisation ist das f&uuml;r die Lebensdauer limitierende Teil nicht die Elektrode, sondern das Austrittsgitter und das wird weitaus weniger stark erodiert, Entsprechend sind RIT Triebwerke f&uuml;r mindestens 20.000 Stunden Betrieb qualifiziert w&auml;hrend als allgemeiner Standard 10.000 Stunden gelten und die obigen Triebwerke von China sogar nur 6.240 Stunden erreichen. Ebenso stimmt die Angabe des <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ionentriebwerke-uebersicht.shtml\">Rekordhalters<\/a> nicht. HIPEP hat 39,3 kW Leistungsaufnahme, 670 mN Maximalschub und einen spezifischen Impuls von bis zu 9620 s.<\/p>\n<p><b>F&uuml;r Marsfl&uuml;ge muss der Schub der Plasmatriebwerke nat&uuml;rlich in Hunderten Kilogramm gemessen werden, nicht in Hunderten Gramm. Beeindruckend sollte auch die Stromquelle an Bord eines solchen hypothetischen Mars-Raumschiffs sein \u2013 sie sollte eine Leistung von etwa 200-400 MW haben.<\/b><\/p>\n<p>Ionentriebwerke werden f&uuml;r Marsmissionen nur eine erg&auml;nzende Rolle spielen. Das liegt an zahlreichen Punkten. Zum einen kann der chemische Antrieb das Gravitationspotenzial der Planeten ausnutzen und so die ben&ouml;tigte dv &Auml;nderung verringern. Chemisch braucht man, um von einer Fluchtbahn in eine exzentrische Marsumlaufbahn zu gelangen, nur rund 1600 m\/s, mit dem Ionenantrieb sind es &uuml;ber 6000 m\/s. Damit sich Ionentriebwerke wirklich lohnen, m&uuml;ssten sie praktisch vom Leo ausgehend alle Man&ouml;ver durchf&uuml;hren, damit dann aber die Reisezeiten ertr&auml;glich bleiben und in der Erdumlaufbahn die Van Allen Strahleng&uuml;rtel schnell passiert werden sind dann wirklich hohe Leistungen wie oben skizziert n&ouml;tig. Dann geht aber das f&uuml;r chemischen Treibstoff eingesparte Gewicht f&uuml;r die Stromversorgung drauf.<\/p>\n<p>Noch gravierender: Ionentriebwerke sind nicht beliebig verkleinerbar. Die Fl&auml;che die sie ben&ouml;tigen wird bestimmt von der maximalen Feldst&auml;rke am Ausgang. G&auml;ngige Ionentriebwerke liegen hier bei maximal 4 N\/m\u00b2. Setzt man die Fl&auml;che eines typischen ISS Moduls an, so erh&auml;lt man einen Schub von 60 Newton, entsprechend einer Leistungsaufnahme von rund 2 MW. Es gibt schlicht und einfach nicht den Platz f&uuml;r die Triebwerke mit Leistungsaufnahmen von 200 bis 500 MW. Daher forscht die NASA an Triebwerken mit einem h&ouml;heren spezifischen Impuls, auch wenn dann der Schub sinkt, da dieser bei gleicher Feldst&auml;rke durch eine h&ouml;here Spannung erreicht werden kann. HIPEP ist so ein Ansatz. In Europa hat man zumindest theoretisch die Hintereinanderschaltung zweier Beschleunigungsstufen untersucht und meint, das dies m&ouml;glich ist, sie k&auml;me, dann auf 196 km\/s wobei die Fl&auml;che nicht gr&ouml;&szlig;er w&auml;re als bei einem Triebwerk mit 30 oder 40 km\/s spezifischem Impuls. So werden Ionentriebwerke nur eine erg&auml;nzende Rolle spielen, um die Reisedauer leicht zu reduzieren oder etwas vom chemischen Treibstoff einzusparen.<\/p>\n<p><b>F&uuml;r die ISS war schon lange ein kleines VX-200SS-Plasmatriebwerk zum Testen vorgesehen. Auf einer Station installiert, ist es m&ouml;glich, die Kosten f&uuml;r die kontinuierlichen Bem&uuml;hungen zur Aufrechterhaltung der ISS-Umlaufbahn drastisch zu reduzieren. Immerhin ben&ouml;tigt ein Plasmatriebwerk nur 1-2% der Arbeitsfl&uuml;ssigkeit im Vergleich zu einem Fl&uuml;ssigtreibstoff-Raketentriebwerk, das heute zum Anheben der ISS-Umlaufbahn verwendet wird. <\/b><\/p>\n<p><b>Ad Astra Rocket hat im Jahr 2015 Vertr&auml;ge mit der NASA abgeschlossen, damit das Unternehmen umfangreiche Tests seines VASIMR-Triebwerks durchf&uuml;hren konnte. Ziel war es, 2018 den Dauerbetrieb eines 100-Kilowatt-VASIMR-Plasmamotors zu testen. In seiner aktuellen Ausf&uuml;hrung ist der Motor mit 200 Kilowatt auf optimale Leistung ausgelegt. Das in Entwicklung befindliche Ger&auml;t basiert auf dem Gesamtkonzept des VX-200, besteht aber aus zwei nahezu parallelen Motoren mit je 100 Kilowatt und einen spezifische Impuls von 5.000s.<\/b><\/p>\n<p><b>Aber die Installation von VASIMR auf der ISS erwies sich als alles andere als einfach. Die gesamte verf&uuml;gbare elektrische Leistung auf der ISS betr&auml;gt weniger als 200 kW, obwohl die Station heute die beeindruckendste Fl&auml;che von Sonnenkollektoren hat und das energetisch st&auml;rkste Objekt der Menschheit im Weltraum ist. Daher umfasste das ISS-VASIMR-Projekt auch ein ganzes zus&auml;tzliches System von Solarbatterien, die stundenlang Energie f&uuml;r 15-min&uuml;tige Zyklen des Einschaltens des Plasmamotors akkumulieren. <\/b><\/p>\n<p><b>Die NASA hat aber beschlossen, die Tests des VASIMR abzubrechen, da die Wissenschaftler noch nicht in der Lage waren, die Stromquelle zu finden, mit der dieses Triebwerk funktionieren w&uuml;rde. Die vielversprechendste Energiequelle k&ouml;nnte eine Nukleare Anlage sein, aber ihre Verwendung auf der ISS k&ouml;nnte unsicher sein. <\/b><\/p>\n<p><b>Der n&auml;chste, naheliegende Schritt nach den Tests auf der ISS, w&auml;re der Einsatz von VASIMR f&uuml;r einen Orbitalschlepper. Um dieselbe Aufgabe wie die dritte Stufe von Saturn-5 zu erf&uuml;llen, die auf ihrem Weg zum Mond 60 Tonnen Sauerstoff und Wasserstoff verbrannte, h&auml;tte ein solcher Schlepper nur 8 Tonnen Argon verbraucht. 1,5 MW Strom aus Sonnenkollektoren zu gewinnen, ist jedoch immer noch eine sehr schwierige Aufgabe. Um 1,5 MW Strom zu bekommen, ben&ouml;tigt der Schlepper etwa 5.000 m\u00b2 Sonnenkollektoren, ein Quadrat mit einer Seitenl&auml;nge von 71 Metern.<\/b><\/p>\n<p><b>VASIMR hat gegen&uuml;ber seinen Konkurrenten aus der gesamten Elektroantriebsm&uuml;hle noch einen weiteren Vorteil: Bei ihm kommt das Plasma an keiner Stelle mit den Apparateteilen, sondern nur mit den Feldern in Ber&uuml;hrung. Das bedeutet, dass das Ger&auml;t von Ad Astra viele Monate und sogar Jahre ohne Zerst&ouml;rung der Struktur arbeiten kann &#8211; was ben&ouml;tigt wird, um Raumschiffe auf ihrem Weg in die Tiefen des Sonnensystems zu beschleunigen oder die Umlaufbahn von Satelliten zu korrigieren.<\/b><\/p>\n<p><b>Fakt: Klassische Ionenraketentriebwerke haben einen wunden Punkt &#8211; die Erosion der Gitterelektroden. VASIMR hat solche einfach nicht.<\/b><\/p>\n<p>N&ouml; VASIMIR hat einen fundamental anderen Nachteil: Man ben&ouml;tigt den ganzen Strom der ISS, um es auch nur kurzzeitig zu betreiben. Batterien aufladen f&uuml;r die Nachtseite oder andere Verbraucher gehen dann nicht, wenn die ISS selbst bisher nur 120 kW Leistung liefert. Das Triebwerk ist einfach um den Faktor 10 zu gro&szlig; f&uuml;r die Aufgabe. Wie im Artikel beschrieben reichen rund 20 kW f&uuml;r die Bahnerhaltung aus. Mit Radiofrequenzionisation arbeiten auch die RIT Triebwerke. F&uuml;r 10 Jahre Betrieb der ISS w&uuml;rde man redundante Triebwerke ben&ouml;tigen, aber selbst die wiegen dann nur 82 kg und nicht 2,6 t wie der VASIMIR-200 Antrieb. Kurz: f&uuml;r die ISS VSS-200 bringt er keine Vorteile, nur Nachteile und auch f&uuml;r die aktuelle Marsreferenzmission denkt die NASA an kleinere Antriebe der 10 \u2013 20 kW Klasse.<\/p>\n<p><b>Australische Wissenschaftler wollten 2017 einen Neumann Drive-Motor auf der ISS testen. Dieses Triebwerk ist wie seine engsten Gegenst&uuml;cke hocheffizient, aber sein Hauptunterschied besteht darin, dass es verschiedene Metalle als Treibstoff verwenden kann. Auf der Liste der Kraftstoffe ganz oben steht Molybd&auml;n, ein Schwermetall mit hohem Schmelzpunkt.<\/b><\/p>\n<p>Wieder eine Variante des Ionenantriebs, diesmal eine der elektromagnetischen Technologie, bei der man einen Plasmaantrieb mit einer Beschleunigungsstufe kombiniert, so hat man den spezifischen Impuls dieses Antriebs gesteigert. Ansonsten hat diese Technologie aber nur Nachteile. Die Plasmaerzeuegung ben&ouml;tigt viel Energie, damit sinkt der Wirkungsgrad und durch den Lichtbogen werden die Elektroden schnell erodiert, die Lebensdauer ist daher gering. Der Name hat &uuml;brigens nichts mit dem bekannten Mathematiker zu tun, sondern dem namensgleichen Erfinder.<\/p>\n<p><b>Wahrscheinlich werden aber die ISS Triebwerke, das sind die DKS, DPS und DTS, die Anfang der 70er Jahre entwickelt wurden und f&uuml;r heutige Zeiten wenig effektiv sind, weiter ihren Dienst tun.<\/b><\/p>\n<p>Sicher, weil man nur am russischen Segment f&uuml;r Bahn&auml;nderungen andocken kann und nach Ausmustern des ATV sind das nur die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/progress.shtml\">Progress<\/a> und die wurden eben in den Siebzigern entwickelt.<\/p>\n<p>Ich vermisse im Kommentar eine Einordnung und Diskussion der Konzepte, vor allem aber das bei den meisten angef&uuml;hrten Technologien man sich auf einem niedrigen Technologiestand befindet, das hei&szlig;t sie vom operativen Einsatz weit entfernt sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15576\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15576\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Jewgnei-7 ist nach mir der flei&szlig;igste Blogkommentierer. 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Januar 2026","format":false,"excerpt":"Bei meinem regelm\u00e4\u00dfigen Besuch des Space Reviews stie\u00df ich auf diesen Artikel: SpaceX, orbital data centers, and the journey to Mars. Ich hatte in meiner Nachlese schon erw\u00e4hnt das Elon Musk, nachdem er dies lange verschoben hat nun plant SpaceX an die B\u00f6rse zu bringen. Ich meinte aber, das l\u00e4ge\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/0ee72da693054bc3b5c3f00214a7e2b3","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":15301,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/04\/20\/nachlese-zum-human-landing-system-hls-kontrakt\/","url_meta":{"origin":15576,"position":4},"title":"Nachlese zum Human Landing System (HLS) Kontrakt","author":"Bernd Leitenberger","date":"20. April 2021","format":false,"excerpt":"\ufeffWie bereits bekannt und hier auch schon kommentiert, hat die NASA am Wochenende SpaceX den Vertrag \u00fcber das HLS in einer H\u00f6he von 2,89 Milliarden Dollar vergeben. Ich habe zuerst \u00fcberlegt, ob ich das in der Aprilnachlese zu SpaceX thematisieren sollte, aber da die Kritik daran eigentlich nur teilweise mit\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/352f2778c491440a9f73c731c5880d09","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":17895,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/01\/19\/nachlese-teststart-starship-itf-7\/","url_meta":{"origin":15576,"position":5},"title":"Nachlese Teststart Starship ITF-7","author":"Bernd Leitenberger","date":"19. Januar 2025","format":false,"excerpt":"Die erste Phase lief noch nach Plan. Das Starship mit der Seriennummer S33 und die SuperHeavy mit der Seriennummer B14 hoben mit 37 Minuten Versp\u00e4tung um 4:37 nachmittags lokaler Zeit ab. Der Flug selbst hatte einen genehmigten Startzeitraum von 10. bis zum 17. Januar 2025 mit jeweils einem Startfenster pro\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/60231369830445f0b5712ad7af8fdc7a","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15576","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15576"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15576\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15576"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15576"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15576"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}