{"id":15702,"date":"2022-01-20T10:54:22","date_gmt":"2022-01-20T09:54:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15702"},"modified":"2022-01-20T10:54:22","modified_gmt":"2022-01-20T09:54:22","slug":"mit-der-schleuder-in-den-weltraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/01\/20\/mit-der-schleuder-in-den-weltraum\/","title":{"rendered":"Mit der Schleuder in den Weltraum?"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15702\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15702\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Auf das Thema wurde ich schon vor Jahren angesprochen, als mich eine Studentin interviewt hat, die sich mit der Atomm&uuml;llentsorgung im Weltall besch&auml;ftigt hat. Schon damals tauchte die Firma Spinlaunch, auf die mit einer Zentrifuge Raketen beschleunigen will.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/349851f90c484d53a8cb1713968eb32e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nDas Prinzip dahinter ist relativ einfach. Eine Zentrifuge oder Schleuder beschleunigt die eigentliche Nutzlast sehr stark, indem sie sehr schnell rotiert, denn die Geschwindigkeit ergibt sich ja dadurch das man die in einer bestimmten Zeit zur&uuml;ckgelegte Strecke durch die Zeit dividiert. Wenn die Zentrifuge also nicht enorm gro&szlig; sein soll, muss sie sehr schnell rotieren, da jede Umdrehung ein St&uuml;ck Weg addiert. Selbst in einer niedrigen Erdumlaufbahn hat ein Raumschiff noch eine Geschwindigkeit von 7,8 km\/s und das bei dem Durchmesser der Erde als \u201eZentrifuge\u201c.<!--more--><\/p>\n<p>Ist die geforderte Zielgeschwindigkeit \u2013 &auml;quivalent zu einer Nenndrehzahl \u2013 erreicht, so wird die Rakete entlassen und sie fliegt weg in der Richtung, die sie vor Freisetzung hatte, das muss also am richtigen Punkt geschehen, sonst fliegt sie in die falsche Richtung oder gegen die Wand, da man wohl nur eine kleine &Ouml;ffnung freigeben wird.<\/p>\n<p>F&uuml;r hohe Geschwindigkeiten wird man die Zentrifuge evakuieren m&uuml;ssen, weil sich sonst der Rotor dauernd an der Luft reiben w&uuml;rde und so erhitzen, was ihm schadet und zudem Energie kostet.<\/p>\n<p>Fangen wir mal mit den Grundlagen an. Ich beginne nicht mit der Zentrifuge direkt, sondern der gleichf&ouml;rmigen geradlinigen Beschleunigung, bei der anders als bei der Zentrifuge nicht die Richtung dauernd wechselt. Ein Beispiel daf&uuml;r ist die Erdbeschleunigung, z.B. beim freien Fall.<\/p>\n<p>Wirkt eine Kraft auf einen K&ouml;rper ein, zum Beispiel die Gravitationskraft, so wird er zuerst beschleunigt. Bei einer konstanten Kraft ist die Beschleunigung konstant. Bei der Erde ist dies die Erdbeschleunigung g die 9,81 m\/s\u00b2 betr&auml;gt.<\/p>\n<p>Nun wirkt diese Beschleunigung konstant auf den K&ouml;rper ein, sie summiert sich also und integriert man sie &uuml;ber die Zeit (Ja, Integrale, die Dinger die man im Mathematikunterricht f&uuml;r so &uuml;berfl&uuml;ssig hielt) erh&auml;lt man die Geschwindigkeit. Die nimmt bei einer konstanten Beschleunigung allerdings zu, genauso wie man beim Fallen immer schneller wird.<\/p>\n<p>Den zur&uuml;ckgelegten Weg erh&auml;lt &uuml;ber ein Integrieren der Zeit, da er sich nach Geschwindigkeit \u00d7 Zeit errechnet. Er steigt nun noch schneller an. F&uuml;r eine gleichf&ouml;rmige Beschleunigung gelten daher diese Formeln:<\/p>\n<p>a = F\/m<\/p>\n<p>v = a * t<\/p>\n<p>s = \u00bd * v * t\u00b2<\/p>\n<p>mit<\/p>\n<p>F = Kraft (Einheit: kg * m \/ s\u00b2)<\/p>\n<p>a = Beschleunigung (Einheit m\/s\u00b2)<\/p>\n<p>v = Geschwindigkeit (Einheit m\/s)<\/p>\n<p>s = Strecke (Einheit Meter (m))<\/p>\n<p>m : Masse (Einheit: kg)<\/p>\n<p>Dies gilt auch f&uuml;r das Beschleunigen eines K&ouml;rpers auf einer Ebene. Nehmen wir an, wir k&ouml;nnten einen K&ouml;rper reibungsfrei beschleunigen z.B. innerhalb einer evakuierten R&ouml;hre ohne Wandkontakt durch Magnetfelder, so kann man so die wichtigen Daten einer Railgun berechnen. Das Wichtige an der Beschleunigung auf der Ebene ist aber, das, sobald die Beschleunigung aufh&ouml;rt, die Geschwindigkeit konstant bleibt und der Weg dann nur noch mit s = v * t ansteigt. Das kennt man auch von der eigenen Erfahrung. In einem gleichm&auml;&szlig;ig schnellen Zug kann man sich problemlos bewegen, wie wenn er stehen w&uuml;rde, weil man eine Kraft nur bei Beschleunigung oder Abbremsung sp&uuml;rt.<\/p>\n<p>Die Gesetze gelten im Prinzip auch bei einer Kreisbewegung, aber mit einer wichtigen &Auml;nderung. Entlang der Bewegung um einen Kreis &auml;ndert sich die Richtung dauernd. Damit wirkt dauernd eine zus&auml;tzliche Kraft auf den K&ouml;rper ein, welche seine Richtung &auml;ndert. Auch das kennt man vom Fahren \u2013 kommt man in eine Kurve, so sp&uuml;rt man eine zus&auml;tzliche Kraft. Jeder K&ouml;rper will durch seine eigene Massentr&auml;gheit die Bewegungsrichtung beibehalten und so wirkt auf ihn eine weitere Kraft, die Zentrifugalkraft die Radial vom Kreismittelpunkt nach au&szlig;en geht und damit senkrecht auf dem Bewegungsvektor auf der Kreisbahn steht.<\/p>\n<p>Durch die Zentrifugalkraft waren auf dem Jahrmarkt fr&uuml;her Attraktionen m&ouml;glich. In einem stehenden Hohlzylinder k<\/p>\n<p>{\\displaystyle {\\vec {\\omega }}}<\/p>\n<p><span id=\"Rahmen1\" dir=\"ltr\"><\/span>onnten schnelle Motorradfahrer durch die Zentrifugalkraft die Wand hochfahren. In einem rotierenden Hohlzylinder wurden die Leute im Inneren durch die Zentrifugalkraft an die Wand gedr&uuml;ckt. In einem Orbit sind die Astronauten schwerelos, weil die Zentrifugalkraft durch die Kreisbewegung genau gleich gro&szlig; ist wie die Gravitationskraft.<\/p>\n<p>Das bedeutet aber auch: wenn eine Zentrifuge nicht beschleunigt (sprich, ihre Umdrehungszahl pro Zeiteinheit &auml;ndert) so wirkt trotzdem die Zentrifugalkraft auf sie und eine Rakete, die an ihr befestigt ist.<\/p>\n<p>Bei einem rotierenden System gelten folgende Gr&ouml;&szlig;en:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Winkelgeschwindigkeit\">Winkelgeschwindigkeit<\/a>: \u03c9 = 2 * \u03c0 \/ t<\/p>\n<p>Sprich: Wie viele Uml&auml;ufe schafft die Zentrifuge pro Zeiteinheit. Diese Gr&ouml;&szlig;e ist daher auch g&auml;ngig in Systemen, wo die Kraft von der Rotationsgeschwindigkeit abh&auml;ngt wie bei Motoren (Umdrehungen pro Minute).<\/p>\n<p>Bahngeschwindigkeit: v = \u03c9 * r<\/p>\n<p>Je gr&ouml;&szlig;er also der Radius ist, desto h&ouml;her ist die Bahngeschwindigkei,t bzw. wenn ich eine gewisse Beschleunigung nicht &uuml;berschreiten will, muss ich den Radius vergr&ouml;&szlig;ern um die Winkelgeschwindigkeit und damit Rotationsfrequenz zu verringern.<\/p>\n<p>Die Winkelbeschleunigung ist die Ableitung der Winkelgeschwindigkeit nach der Zeit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Admin\/AppData\/Local\/Temp\/lu10596pfe3.tmp\/lu10596pffd_tmp_ee6fa9e8204cde2b.gif\" alt=\"{\\alpha (t)}={\\frac {\\mathrm {d} \\omega }{\\mathrm {d} t}}={\\frac {\\mathrm {d^{2}} \\varphi }{\\mathrm {d} t^{2}}}\" width=\"2\" height=\"2\" name=\"Bild1\" align=\"bottom\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>a = \u03c9 \/ t mit der Einheit rad\/s\u00b2<\/p>\n<p>Die Tangentialbeschleunigung v<sub>t<\/sub> die auf den K&ouml;rper einwirkt, ist wiederum berechenbar nach:<\/p>\n<p>v<sub>t<\/sub> = a \/ r<\/p>\n<p>Bei Spinlaunch soll die Endgeschwindigkeit 5000 Meilen pro Stunde (ca. 8.047 km\/h), das sind 2234 m\/s erreicht werden, die Zentrifuge hat einen Durchmesser von 100 m. Formt man die Gleichung der Bahngeschwindigkeit auf \u03c9 um, so erh&auml;lt man:<\/p>\n<p>\u03c9 = v \/ r<\/p>\n<p>mit den Konstanten 2234 m\/s und 100 m kommt man auf 22,34 s<sup>-1<\/sup>. Die Zentrifuge muss also 22,34 -mal pro Sekunde oder weil Umdrehungen pro Minute g&auml;ngigere Gr&ouml;&szlig;en sind, 1340 U\/Min erreichen.<\/p>\n<p>Dadurch erreicht man eine Winkelgeschwindigkeit von 140 rad\/s (1 rad = Kreisumfang \/ 2 \u03c0) und eine Tangentialbeschleunigung bei 100 m Durchmesser von 14.000 m\/s oder rund 1.400 g.<\/p>\n<p>Der springende Punkt ist, dass diese Beschleunigung dauernd auf die Rakete einwirkt, auch wenn die Zentrifuge nicht schneller rotiert. Spinlaunch will die Zentrifuge in eineinhalb Stunden auf die Nenndrehzahl bringen, in dieser Zeit wird die Rakete dann einer Beschleunigung von anfangs 0 bis zum Schluss 1.400 g ausgesetzt sein. Ich habe meine Zweifel das eine Rakete das &uuml;berlebt. Selbst wenn ich eine robuste Konstruktion nehme wie eine Feststoffrakete, wo das dickwandige Geh&auml;use und der feste Treibstoffblock das &uuml;berstehen k&ouml;nnen habe ich doch die D&uuml;sen und die Interstufenteile und Nutzlasth&uuml;lle, die leichter gebaut sind. Treibstoffbl&ouml;cke sind auch bei Feststoffraketen keine uniformen Bl&ouml;cke, sondern haben in der Mitte eine H&ouml;hle, oft mit Sternprofil, die wohl bei diesen Kr&auml;ften vom Treibstoff verschlossen wird, der daf&uuml;r sich von der Wand l&ouml;sen wird.<\/p>\n<p>Vergessen d&uuml;rfen wir nicht, da die Kr&auml;fte vom Radius abh&auml;ngig sind. Das hei&szlig;t, wenn die Rakete 1 m Durchmesser hat, so ist der &auml;u&szlig;ere Rand 1 m weiter vom Mittelpunkt entfernt als der innere, wodurch es alleine eine Zusatzbeschleunigung von 14 g zwischen den R&auml;ndern gibt.<\/p>\n<p>Aus technischer Sicht sollte eine Zentrifuge also m&ouml;glichst gro&szlig; sein, um die Rotationsfrequenz bei gleicher Winkelgeschwindigkeit zu verringern. Damit sinkt quadratisch die Beschleunigung, die auf die Rakete einwirkt. Das hat aber andere Folgen. Den damit steigt auch die Masse die in Drehung versetzt wird und ein immer kleiner werdender Anteil der Gesamtenergie entf&auml;llt auf die Rakete und ein immer gr&ouml;&szlig;erer auf die Zentrifuge. Sofern diese Energie nicht wiedergewonnen werden kann, wird das also immer unwirtschaftlicher. Weiterhin bedeutet die Rakete als Unwucht, das ein Teil der Zentrifuge gr&ouml;&szlig;ere Belastungen hat als ein anderer, dass muss das System durch Steifigkeit, sprich Masse ausgleichen. Selbst wenn man ein Gegengewicht von der gleichen Masse der Rakete 180 Grad davon entfernt installiert, &auml;ndert das nichts, denn verl&auml;sst die Rakete die Zentrifuge, so fehlt die Masse ja und die Unwucht entsteht nun durch das Gegengewicht. Die einzige L&ouml;sung w&auml;re es, auch das Gegengewicht gleichzeitig zu entlassen, dass dann auf dem Erdboden aufschl&auml;gt und wohl dabei zerst&ouml;rt wird.<\/p>\n<p>Das n&auml;chste Problem ist, das die Geschosse dann mit 2234 m\/s auf die Atmosph&auml;re treffen und dabei abgebremst werden. Ein Teil der Energie geht dabei in Form von W&auml;rme auf die Rakete &uuml;ber, die stark aufgeheizt wird. Daneben bremst dies die Nutzlast ab. Spinlaunch will vom Spaceport Amerika aus starten. Der liegt immerhin in Arizona schon in 1403 m H&ouml;he, was die Dichte und Reibung durch die Atmosph&auml;re reduziert. W&uuml;rde Spinlaunch von <a href=\"https:\/\/www.travelbook.de\/ziele\/laender\/groesstes-kleinstes-gluecklichstes-laender-und-ihre-superlative#:~:text=Das%20h%C3%B6chstgelegene%20Land%20der%20Erde,der%20britische%20%E2%80%9ETelegraph%E2%80%9C%20berichtet.\">Bhutan<\/a> aus starten das in durchschnittlich 3.280 m H&ouml;he liegt so w&uuml;rde die Gipfelh&ouml;he auf 67 km ansteigen und die Verluste w&auml;ren um 60 m\/s geringer.<\/p>\n<p>Ich habe in einer Simulation mit dem Winkel von 35 Grad und als Vorgabe f&uuml;r Zentrifuge und die Gr&ouml;&szlig;e den Durchmesser einer <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pegasus.shtml\">Pegasus XL Rakete<\/a> (1,27 m) und deren Masse (22,2 t) genommen. Dann so lange den cw-Wert ge&auml;ndert bis die angegebene Gipfelh&ouml;he von 61 km herauskam Als cw-Wert errechnen sich dann ung&uuml;nstige 0,41, die Geschwindigkeit geht auf 1.498 m\/s zur&uuml;ck.<\/p>\n<p>Ich vermute aber, das die Rakete k&uuml;rzer ist, denn mit 16,9 m L&auml;nge der Pegasus w&uuml;rde sie kaum auf einer Zentrifuge befestigt werden k&ouml;nnen und die beiden Enden w&auml;ren noch h&ouml;heren Belastungen ausgesetzt als die Mitte. Ich vermute, eine Rakete wird nicht l&auml;nger als der zweifache Durchmesser sein k&ouml;nnen. Zieht man davon noch die Spitze mit Nutzlast und die D&uuml;se hinten ab, so bleibt nicht viel f&uuml;r den Treibstoffblock. Hat der 1,5-fache L&auml;nge und eine Dichte von 1,7 (typisch f&uuml;r Feststoff) so reduziert sich bei 1,27 m Durchmesser die Treibstoffmasse auf 4,1 t und f&uuml;r die ganze Rakete dann etwa 4,5 t und dann braucht man schon ein sehr stromlinienf&ouml;rmiges Profil mit einem cw-Wert von 0,086 (eine Flugzeugtragfl&auml;che hat 0,08) um die 61 km H&ouml;he zu erreichen.<\/p>\n<p>Das Problem beginnt aber dann erst. Aufgrund der Kompaktheit und der Belastung der Stufenverbindungen wird die Rakete sicher nur einstufig sein. Diese einzige Stufe muss dann den Rest zur Orbitalgeschwindigkeit (rund 6,3 km\/s) aufbringen was bei einem spezifischen Impuls von 2900 m\/s (typisch f&uuml;r ein Feststofftriebwerk mit langer Expansionsd&uuml;se) zu einem Voll\/Leermasseverh&auml;ltnis von 8,8 f&uuml;hrt. Feststofftriebwerke erreichen zwar Verh&auml;ltnisse von 12, aber unter anderen Umst&auml;nden, ohne diese Spitzenbeschleunigung. Selbst dann blieben von 4,5 t Startmasse aber nur noch 136 kg &uuml;brig, die auf den Satelliten und Steuerung entfallen w&uuml;rden. Das ist, dann nicht mehr so viel besser als die Pegasus die zwar f&uuml;nfmal so viel wiegt aber auch 460 kg in den Orbit transportiert (+ rund 80 kg Masse, die auf die Steuerung entfallen \u2013 also f&uuml;nffache Masse und vierfache Brutto-Nutzlast).<\/p>\n<p>Kurz: ein ziemlicher Aufwand f&uuml;r relativ wenig Zusatznutzen. Vor allem ist fraglich, ob es &uuml;berhaupt Nutzlasten daf&uuml;r gibt. Man mag eine Rakete so konstruieren k&ouml;nnen, das sie die Beschleunigung &uuml;berlebt &#8211; Feststoffraketen, bei denen das Geh&auml;use einem hohen Druck von rund 100 Bar ausgesetzt ist, sind ja per se massiv aufgebaut, anders als Raketen mit fl&uuml;ssigen Treibstoffen bei denen dann eine Wand der Zentrifugalkraft multipliziert mit der Masse des beweglichen Treibstoffs ausgesetzt w&auml;re. Aber die Nutzlast ist sicher nicht so aufgebaut das sie den enormen Beschleunigungen widersteht. Bei aktuellen Raketen betr&auml;gt die Maximalbeschleunigung meist zwischen 5 und 6 g. Fr&uuml;her gab es Typen mit h&ouml;heren Spitzenbeschleunigungen von 11 bis 13 g, aber hier reden wir von dem 100-fachen dieses Wertes. Kurz: ich glaube daf&uuml;r findet sich kein Kunde. Ich kann mich dunkel daran erinnern, das es mal einen Satelliten gab der bei Tests \u201ekaputt ger&uuml;ttelt\u201c wurde \u2013 Satelliten werden vor dem Start auf R&uuml;tteltischen den erwartenden Vibrationen, die viel heftiger sind als die gleichm&auml;&szlig;ige Beschleunigung der Rakete, ausgesetzt und hat man den falschen Wert eingestellt. Schade, denn h&auml;tte ich den Satelliten gefunden, so h&auml;tte man einen Spitzenbeschleunigungswert, den man nicht &uuml;berschreiten d&uuml;rfte.<\/p>\n<p>Ob es technisch funktioniert darf auch bezweifelt werden immerhin konnte der Firmengr&uuml;nder einem Reporter weder die kleine Prototypzentrifuge von 12 m Durchmesser, noch Videos von Testl&auml;ufen zeigen oder wollte diese zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15702\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15702\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Auf das Thema wurde ich schon vor Jahren angesprochen, als mich eine Studentin interviewt hat, die sich mit der Atomm&uuml;llentsorgung im Weltall besch&auml;ftigt hat. 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Januar 2026","format":false,"excerpt":"Ich denke, es wird mal wieder Zeit f\u00fcr etwas leichte Unterhaltung die etwas Wissen vermittelt. Also einen Blog \u00fcber 10 Rekorde bei Satelliten, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Um eines klarzustellen - es geht nur um Satelliten. Raumsonden sind au\u00dfen vor, weil bei ihnen vieles anderes ist, so kann\u2026","rel":"","context":"In &quot;Die Glorreichen 10&quot;","block_context":{"text":"Die Glorreichen 10","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/die-glorreichen-10\/"},"img":{"alt_text":"","src":"\/img\/1kgsats.png","width":350,"height":200,"srcset":"\/img\/1kgsats.png 1x, \/img\/1kgsats.png 1.5x, \/img\/1kgsats.png 2x, \/img\/1kgsats.png 3x"},"classes":[]},{"id":18627,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/04\/05\/artemis-ii\/","url_meta":{"origin":15702,"position":4},"title":"Artemis II","author":"Bernd Leitenberger","date":"5. 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