{"id":15828,"date":"2022-03-19T18:44:18","date_gmt":"2022-03-19T17:44:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15828"},"modified":"2022-03-19T18:44:18","modified_gmt":"2022-03-19T17:44:18","slug":"rekorde-im-sonnensystem-tag-und-nacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/03\/19\/rekorde-im-sonnensystem-tag-und-nacht\/","title":{"rendered":"Rekorde im Sonnensystem &#8211; Tag und Nacht"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15828\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15828\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Heute mal ein Blog zu einem anderen Thema, aber ich hoffe, er kommt trotzdem an.- Es geht um unser Sonnensystem und seine Extreme. Ich will dies auch nutzen, um etwas zu erkl&auml;ren. Heute geht es um die Tagesl&auml;nge<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/187594462b0c4ce98b2f0bb7ad27f00f\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nSchon mit der Definition der Tagesl&auml;nge geht es los. Was ist ein Tag? Man k&ouml;nnte meinen, es w&auml;re die Rotationsdauer eines Himmelsk&ouml;rpers. Doch so einfach ist es nicht. Nehmen wir die Erde. Sie rotiert in 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden um die eigene Achse. Ja, nicht in 24 Stunden. Sind deswegen alle unsere Uhren falsch?<!--more--><\/p>\n<p>Nein es ist ein Ph&auml;nomen, mit dem an es in der Astronomie immer zu tun hat und f&uuml;r das es die Fachbegriffe <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/siderischer-und-synodischer-monat-100.html\">\u201esiderisch\u201c und \u201esynodisch\u201c<\/a> gibt. Um eine Rotationsperiode zu bestimmen, braucht man einen Fixpunkt. Man kann z.\u00a0B. definieren das ein Punkt am &Auml;quator eine Rotationsperiode durchlaufen hat, wenn er sich wieder auf der direkten Linie Bezugspunkt \u2013 Oberfl&auml;che \u2013 Erdmittelpunkt befindet. Macht man dies mit den Sternen als Bezugspunkt, so kommt man auf die obigen 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden. Wer mal Zeit hat, kann ja mal mit der Uhr bestimmen, wann ein Stern gerade &uuml;ber dem Horizont aufgeht und die Beobachtung in den folgenden Tagen wiederholen. Er wird feststellen, dass ich recht habe. Da es nicht 24 Stunden sind, ver&auml;ndert sich auch der Sternenhimmel und es gibt Sommer-, Herbst-, Winter- und Fr&uuml;hlingssternbilder.<\/p>\n<p>Wir definieren aber einen Tag als den Zeitraum zwischen zwei gleichen Sonnenst&auml;nden, also z.\u00a0B. zwischen Sonnenaufgang und Sonnenaufgang oder Erreichen des Zenits, also h&ouml;chsten Standes. Und das sind eben die 24 Stunden. Die Ursache liegt darin, das sich die Erde um die Sonne bewegt, und zwar in Rotationsrichtung. Wenn sie eine volle Rotation relativ zu den Sternen vollzieht hat, ist sie auf ihrer Bahn um die Sonde etwas weiter gewandert und diesen Winkel muss sie noch aufholen, was knapp 4 Minuten dauert.<\/p>\n<p align=\"justify\">Astronomen sprechen von einer <b>siderischen Periode<\/b>, wenn etwas relativ zu den Sternen bestimmt wird und von einer <b>synodischen Periode<\/b>, wenn der Bezug die Sonne ist. Bei der Erde und den meisten Planeten ist die Differenz klein, zumal die Umlaufdauer um die Sonne immer l&auml;nger wird je weiter man sich von der Sonne entfernt. Je kleiner aber eine Umlaufperiode ist, desto eher n&auml;hern sich die Perioden an und es kommt zu deutlichen Effekten.<\/p>\n<p>Unser Mond vollzieht auch eine Rotation, nicht nur um die Sonne, sondern auch um die Erde. Gegen&uuml;ber der Erde hat sich die Rotationsperiode so eingependelt, dass sie gleich hoch ist wie die Umlaufdauer. Das liegt daran, dass die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gezeitenkraft\">Gezeitenkraft<\/a> dauernd an dem Mond zerrt und wenn er mit einer anderen Periode rotiert bewegt sich ein Teil auf die Erde zu, wird beschleunigt und ein anderer Teil der sich entfernt wird abgebremst. Das erzeugt Reibung im Inneren und bremst &uuml;ber Milliarden von Jahren den Mond ab. Nicht nur den Mond, sondern \u2013 wenngleich da der Mond nur ein <sup>1<\/sup>\/<sub>81<\/sub> der Erde wiegt \u2013 nicht im selben Ma&szlig;e auch die Erde. Als der Mond entstand, war ein Tag auf der Erde noch 6 bis 12 Stunden lang. Alleine in den letzten rund 500 Millionen Jahren ist die Jahresdauer von 400 auf 365 Tagen gesunken. Als Nebeneffekt bleibt das Erdinnere durch die Reibung fl&uuml;ssig und erzeugt das uns sch&uuml;tzende Magnetfeld. Nun ist aber die Rotationsperiode des Mondes von 27,3 Tagen schon bedeutend k&uuml;rzer als ein Jahr und der Unterschied zur synodischen Periode von 29,5 Tagen mit 2 Tagen schon deutlich gr&ouml;&szlig;er. Die synodische Periode entspricht der Zeit zwischen zwei Beleuchtungsphasen, also z.\u00a0B. von Neumond zu Neumond. Die siderische Periode dagegen der Position relativ zu den Sternen. Durch den Unterschied von 2 Tagen geht der Mond auch jeden Tag deutlich sp&auml;ter, n&auml;mlich fast eine Stunde sp&auml;ter, auf.<\/p>\n<p>Richtig drastisch wird der Unterschied bei den beiden innersten Planeten. Auch sie wurden durch die Gezeitenreibung ausgebremst. Die Venus rotiert sogar retrograd, also entgegen der Richtung in der sie um die Sonne kreist. Daf&uuml;r wird eine Kollision mit einem anderen K&ouml;rper in der Fr&uuml;hzeit des Sonnensystems verantwortlich gemacht. So etwas gab es ja auch bei der Erde, aus der Kollision entstand unser Mond, bei der Venus kam der K&ouml;rper aber aus der \u201efalschen\u201c Richtung n&auml;mlich der in der sie rotierte. Der bei dem Zusammensto&szlig; &uuml;bertragene Impuls reichte aus, sie in die entgegengesetzte Richtung rotieren zu lassen. Die Venus rotiert in 224 Tagen um die Sonne und in 243 Tagen um die eigene Achse, entgegengesetzt zur Sonne. Kleine Ratestunde &#8211; wie lange dauert ein Tag auf der Venus?<\/p>\n<p>Es sind 116 Tage. Das hie&szlig;t, durch die retrograde Rotation ist ein Tag wesentlich k&uuml;rzer als die Rotationsperiode um die eigene Achse. Auch interessant: In zwei Venusjahren gibt es genau drei Venustage. Dieses feste Verh&auml;ltnis ist auch eine Folge der Abbremsung, es ist nicht das Verh&auml;ltnis 1:1 das der Mond erreicht hat, aber es ist ein stabiles Verh&auml;ltnis.<\/p>\n<p>Etwas &auml;hnliches beobachten wir beim Merkur. Er rotiert in 58 Tagen um die eigene Achse und in 88 Tagen um die Sonne. Ein Tag dauert bei ihm 176 Tage. Auch hier finden wir die Verh&auml;ltnisse \u201e2\u201c und \u201e3\u201c wieder \u2013 die siderische Rotationsperiode ist genau <sup>1<\/sup>\/<sub>3<\/sub> der Tagesl&auml;nge und die Umlaufperiode \u00bd der Tagesl&auml;nge. Auch hier haben wir eine gebundene Rotation, auch wenn die Perioden nicht gleich gro&szlig; sind und eine der Folgen ist, das auf dem Merkur ein Tag doppelt so lang ist wie ein Jahr.<\/p>\n<p>Eine der positiven Konsequenzen dieser Tatsache ist, das sie erst eine Merkurmission an der Oberfl&auml;che m&ouml;glich macht. Der Planet ist so nah der Sonne, das es auf der Oberfl&auml;che bis zu 427 Grad Celsius hei&szlig; werden kann. Da die ganze Oberfl&auml;che so hei&szlig; wird, kann man sich kaum von der Hitze abschirmen, denn die Strahlung kommt von &uuml;berall her. Nachts sinken ohne Atmosph&auml;re und bei einer Nacht die &uuml;ber 80 Tage dauert die Temperaturen aber stark ab auf bis zu -173 \u00b0C. Die einzige M&ouml;glichkeit wie wir bei heutiger Technologie einen Roboter l&auml;nger am Betrieb halten k&ouml;nnten, w&auml;re das er kurz nach Sonnenaufgang, bei niedrigem Sonnenstand, aber auch kaum Erw&auml;rmung des Bodens, operiert. Er m&uuml;sste sich dann permanent bewegen, immer dem Sonnenaufgang folgend. Der Merkur hat einen &Auml;quatordurchmesser von 4.878 km, bei 176 irdischen Tagen Rotationsdauer m&uuml;sste der Roboter am &Auml;quator sich pro Tag um 87 km weiterbewegen, heute wohl jenseits der Regeltechnik, wenn die maximalen Distanzen von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mer.shtml\">Marsrovern<\/a> weit unter 100 m pro Tag liegen, aber vielleicht bei einer bemannten Mission mit einigen Stunden Fahrt pro Tag schaffbar, das w&uuml;rde gen&uuml;gend Zeit f&uuml;r die Forschung, Schlafen und andere T&auml;tigkeiten lassen. In h&ouml;heren Breiten wird die Distanz kleiner und auch die thermische Belastung durch den schr&auml;geren Sonneneinfall. Die erlaubte Zone w&auml;re so auch breiter. Allerdings \u2013 f&auml;llt der Antrieb aus, so m&uuml;sste man die Mission sofort abbrechen.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite der Skala haben wir Jupiter. Jupiter ist der Planet mit der kleinsten Rotationsdauer \u2013 knapp unter 10 Stunden, dabei hat er den 11-fachen Erddurchmesser. Die Rotationsgeschwindigkeit betr&auml;gt am &Auml;quator rund 12,5 km\/s \u2013 das w&uuml;rde bei der Erde zu einem direkten <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/erreichbarkeit-der-planeten.shtml\">Start bis zum Mars<\/a> reichen. Selbst bei uns rotiert die Atmosph&auml;re noch am &Auml;quator mit eineinhalbfacher Schallgeschwindigkeit. Gottseidank rotiert die ganze Atmosph&auml;re mit, sonst g&auml;be es einen Dauersturm gegen den ein Orkan ein laues L&uuml;ftchen ist. Allerdings bedeutet diese Geschwindigkeit, auch wenn man sie nicht bemerkt, das jeder Wind der nordw&auml;rts oder s&uuml;dw&auml;rts gerichtet wird nach Osten (Rotationsrichtung) abgelenkt wird. Aus demselben Grund kommen bei uns die Hochs und Tiefs vor allem aus dem Westen nicht dem Osten. Bei der Erde f&uuml;hrt diese <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Corioliskraft\">Corioliskraft<\/a> dazu, dass aus Winden zu den Polen Wirbel werden \u2013 die Hochdruck- und Tiefdruckgebiete.<\/p>\n<p>Doch steigert sich die Rotationsgeschwindigkeit, so klappt dieser Mechanismus nicht mehr. Alle Bewegungen der Atmosph&auml;ren werden in die Rotationsrichtung umgebogen. Am deutlichsten sieht man dies beim Jupiter der abwechselnd dunkle und helle B&auml;nder aufweist. Sie stehen f&uuml;r Hochdruck und Tiefdruckgebiete. Die hellen B&auml;nder enthalten k&uuml;hlere, aufsteigende Gase, die dunkleren B&auml;nder absinkende, w&auml;rmere Gase. Sie wurden jeweils plattgewalzt. Es gibt zwar auch Wirbel zwischen diesen B&auml;ndern, doch dies sind Luftmassen, die zwischen diesen B&auml;ndern geraten sind und durch die unterschiedlich schnelle Bewegung in Rotation geraten sind. Sie leben einige Monate lang. Die gro&szlig;e Ausnahme ist der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fer_Roter_Fleck\">gro&szlig;e rote Fleck<\/a>, der schon bei den ersten Beobachtungen mit dem Fernrohr auffiel, also mindestens 400 Jahre alt ist. Er ist nicht konstant, seine rote Farbe variiert &uuml;ber die Zeit sowohl im Farbton wie Intensit&auml;t, aber er ist riesig. Sein Durchmesser in der kleinen Achse entspricht dem der Erde, in der anderen Achse ist er zwei bis dreimal gr&ouml;&szlig;er! Diese Gr&ouml;&szlig;e ist wohl die Ursache f&uuml;r seine Langlebigkeit.<\/p>\n<p>Alle Gasplaneten rotieren schneller als die Erde und alle sind mindestens viermal so gro&szlig; wie die erde. Entsprechend weisen alle diese Zonenbildung auf. Zur&uuml;ck zu den Perioden die eng beieinander liegen. Denn dann gibt es einige sehr seltsame Effekte. Der Mars rotiert in etwas mehr als 24 Stunden um seine Achse. Der innere Marsmond <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Phobos_(moon)\">Phobos<\/a> braucht weniger als 8 Stunden f&uuml;r einen Umlauf, der &auml;u&szlig;ere Mond Deimos dagegen in rund 30 Stunden. Phobos hat eine k&uuml;rzere Umlaufszeit als die Rotationsperiode des Mars, er &uuml;berholt einen Oberfl&auml;chenpunkt also. So geht er im Westen auf und im Osten unter. Er umrundet den Mars in weniger als 12 Stunden, geht also mindestens zweimal pro Marstag auf und unter. Die Bewegung ist von der Oberfl&auml;che aus gesehen nicht linear. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/marsmonde-forschung.shtml\">Phobos<\/a> befindet sich deutlich k&uuml;rzer auf der Tagseite als auf der Nachtseite. Das gilt auch f&uuml;r Deimos, bei dem aber die synodische Periode von knapp 5,5 Tagen erheblich l&auml;nger als sowohl die Rotationsperiode von Mars wie <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Deimos_(moon)#Orbital_characteristics\">Deimos<\/a> ist, das hei&szlig;t der Deimos befindet sich fast 2,5 Tage am Taghimmel, durchl&auml;uft w&auml;hrend dieser zweimal alle Phasen.<\/p>\n<p>Den Endzustand der gebundenen Rotation haben im Sonnensystem Pluto und Charon erreicht. Bei uns hat die viel massereichere Erde die Rotation des Mondes an die Umlaufperiode angepasst. Charon hat rund 40 % des Durchmessers von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pluto.shtml\">Pluto<\/a> und dies reichte aus, auch Pluto abzubremsen: Sowohl Pluto wie auch Charon rotieren in knapp 6 \u00bd Tagen. In 6 \u00bd Tagen umkreist auch Charon den Pluto. Das hat einige Effekte. Auf einer Seite von Pluto ist Charon nie sichtbar. Auf der anderen Seite ist er dauernd zu sehen. Er bewegt sich dort aber nur langsam um einen Punkt \u2013 der Schwerpunkt des Systems liegt nicht innerhalb Plutos, sondern auf der Verbindungsachse zwischen beiden Planeten. Entsprechend schwankt die Distanz zur Oberfl&auml;che leicht und damit auch die Position. W&auml;re dem nicht so, so w&auml;re es wie bei unserem Mond. Vom Mond aus gesehen ist die Erde immer an derselben Stelle am Himmel \u2013 oder eben gar nicht zu sehen, wenn man sich auf der erdabgewandten Seite des Mondes befindet.<\/p>\n<p>W&auml;re das Plutosystem in Erdentfernung, so br&auml;uchte man auf der charonzugewandten Seite von Pluto wohl keine Stra&szlig;enbeleuchtung. Charon w&auml;re -18 Mag hell, das sind rund 50 Lux, deutlich heller als die <a href=\"https:\/\/www.malinowski.de\/documents\/DIN-Helligkeit.pdf\">Anforderungen<\/a> f&uuml;r die Stra&szlig;enbeleuchtung (10 Lux) und in etwa der Helligkeit die eine Flurbeleuchtung aufweisen soll (100 Lux). Doch da er 30 bis 50 mal weiter von der Sonne entfernt ist, ist er in Realit&auml;t etwa 30-mal leuchtschw&auml;cher als der Vollmond.<\/p>\n<p>Die Tagesl&auml;nge h&auml;ngt aber nicht nur von den Rotationsperioden ab, sondern auch der Neigung Rotationsachse. Wir kennen das von der Erde, deren Achse knapp 24 Grad zur Senkrechten geneigt ist. Nur am &Auml;quator sind alle Tage gleich lang. Je weiter man zu den Polen kommt, desto gr&ouml;&szlig;er werden die Unterschiede. &Uuml;berschreitet man den Polarkreis, so gibt es mindestens eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Polarnacht\">Nacht<\/a> und einen Tag die eine volle Rotation andauert. Je weiter man zu den Polen gelangt, desto mehr Tage sind betroffen. Bei den Polen sind es fast sechs Monate. Nur zweimal am Jahr, den Sonnenwenden \u2013 am 21.3 (also morgen) und 23.9 ist &uuml;berall auf dem Planeten es so, dass Nacht und Tag gleich lang sind.<\/p>\n<p>Das nennen wir Jahreszeiten und sie gibt es bei vielen Planeten. Nur Merkur und Jupiter haben Achsenneigungen, die klein sind, bei Merkur kaum messbar, bei Jupiter 3 Grad. Erde, Mars, Saturn und Neptun geh&ouml;ren zu der Gruppe der Planeten mit <a href=\"https:\/\/www.schoenitzer.de\/Planeten.html\">Achseneigungen<\/a> zwischen 23 und 29 Grad. Zwei Planeten rotieren retrograd, sie haben Achsneigungen &uuml;ber 90 Grad: Venus mit 177 Grad, also wieder fast senkrecht zur Bahnebene, nur eben eine Rotation in die andere Richtung und Pluto mit richtig schr&auml;gen 122 Grad. Auch deswegen konnte <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/new-horizons4.shtml\">New Horizons<\/a> nicht den ganzen Planeten abbilden.<\/p>\n<p>Am Merkw&uuml;rdigsten ist aber Uranus mit einer Neigung von 82 Grad. Das sind 8 Grad Abweichung zum rechten Winkel (90 Grad). Nehmen wir an, es w&auml;ren 90 Grad. Dann w&uuml;rde Uranus in der Bahnebene rotieren. Die Pole schauen dann zur Sonne oder von ihr weg. Auf ihnen ist es ein halbes Uranusjahr, das sind immerhin 42 Erdjahre lang Tag oder Nacht. Nur am &Auml;quator g&auml;be es einen \u201enormalen Tag\u201c \u2013 Uranus rotiert in knapp 18 Tagen um seine Achse. Wie bei der Erde g&auml;be es nur zwei Punkte an den Tag- und Nachtgleichen, an denen auf dem ganzen Planeten ein Tag nur 18 Stunden lang dauert. Die 8 Grad Abweichung &auml;ndern an der Tatsache wenig, eigentlich nur, dass die Zone in der \u201enormale\u201c Verh&auml;ltnisse herrschen etwas breiter ist, und zwar von -8 bis 8 Grad um den &Auml;quator herum.<\/p>\n<p>Diese Merkw&uuml;rdigkeit hat auch Folgen f&uuml;r die Erforschung. Weniger f&uuml;r Uranus als f&uuml;r die Monde. Urans hat ja keine Oberfl&auml;che, so gesehen ist es egal, wie die Achsenneigung ist. Die Monde des Planeten weisen aber genau dieselbe Neigung auf, weil sie den Planeten am &Auml;quator umkreisen. Es gab bisher nur eine Mission zu Uranus \u2013 <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager.shtml\">Voyager<\/a> 2, die ihn im <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-uranus-neptun.shtml\">Januar 1986 passierte<\/a> \u2013 1985 durchlief Uranus die Sommersonnenwende, sodass die Sonde nur die s&uuml;dliche Heimsph&auml;re der Monde erfassen konnte. H&auml;tte eine Sonde Uranus 21 Jahre sp&auml;ter, am 7.12.2007 passiert, so w&auml;re sie bei einer der beiden Tag- und Nachtgleichen angekommen. Nur um diese Zeit herum k&ouml;nnte sie die gesamte Oberfl&auml;che erfassen. 2028 wird die Wintersommerwende erreicht und eine Sonde k&ouml;nnte dann genau die Gebiete erfassen, die f&uuml;r Voyager 2 unsichtbar waren. Da man daf&uuml;r schon h&auml;tte starten m&uuml;ssen wird auch dieses Datum verstreichen. 2049\/2050 ist dann die n&auml;chste Tag- \/ Nachtgleiche, die man nutzen k&ouml;nnte.<\/p>\n<p>Soviel zu den Extremen in der Rotation und ihre Folgen, morgen dann zu den Extremen in der Geographie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15828\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15828\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Heute mal ein Blog zu einem anderen Thema, aber ich hoffe, er kommt trotzdem an.- Es geht um unser Sonnensystem und seine Extreme. 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