{"id":15835,"date":"2022-03-21T16:43:28","date_gmt":"2022-03-21T15:43:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15835"},"modified":"2022-03-21T16:43:28","modified_gmt":"2022-03-21T15:43:28","slug":"rekorde-im-sonnensystem-hoehen-und-tiefen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/03\/21\/rekorde-im-sonnensystem-hoehen-und-tiefen\/","title":{"rendered":"Rekorde im Sonnensystem \u2013 H&ouml;hen und Tiefen"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15835\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15835\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Im heutigen Beitrag geht es um Abweichungen von der perfekten Kugelgestalt. In kleiner Skala sind dies Berge und Gr&auml;ben, in gr&ouml;&szlig;erer Skala geht es um die Form des Himmelsk&ouml;rpers selbst.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/790bda01354144dc93b7a5c7ee2649e5\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nZuerst eine einfache Frage: wie hoch k&ouml;nnen Berge, oder &uuml;berhaupt Erhebungen werden? Jeder Berg hat eine Masse, diese Masse dr&uuml;ckt auf die Basis, auf der er steht. Druck ist eine Kraft die sich letztendlich in einer Erw&auml;rmung des Untergrundes &auml;u&szlig;ert und damit wird das Gestein dort weniger fest, aber einer bestimmten Grenze wird es plastisch und flie&szlig;t weg, der Berg sinkt ein. F&uuml;r die Erde werden als maximale Grenze abh&auml;ngig von der Art des Gesteins, der Form des Bergs und die Dicke der Kontinentalplatte auf der er steht, <a href=\"https:\/\/www.geo.de\/wissen\/17963-rtkl-geophysik-darum-gibt-es-auf-der-erde-keine-berge-die-hoeher-als-9000-meter-sind\">9 bis 10 km genannt<\/a>. Der Mount Everest ist mit 8848 m H&ouml;he nahe an dieser Grenze. Erhebt er sich vom Meeresboden aus, so kann er deutlich h&ouml;her werden, weil dann der Auftrieb des Wassers das Gewicht absenkt. So ist der absolut h&ouml;chste Berg auf der Erde auch nicht der Mount Everest, sondern der Hawaii-Vulkan Mauna Kea der 10 km hoch ist. Doch schon er ist eingesackt. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mauna_Kea\">Die Wikipedia schreibt<\/a>, das sein Fu&szlig; schon in der Platte verborgen ist er und mit diesem Fu&szlig; 17 km hoch w&auml;re.<!--more--><\/p>\n<p>Dieses Gesetz geilt im Prinzip &uuml;berall. Nat&uuml;rlich mit Anpassungen. Ist die Gravitationskraft kleiner \u2013 z.\u00a0B messbar &uuml;ber die Beschleunigungskonstante g<sub>0<\/sub>, so &uuml;bt ein Berg eine geringere Kraft aus, denn die berechnet sich ja nach Masse x g<sub>0<\/sub>. Entsprechend kann er h&ouml;her werden. Bei der Erde haben wir noch den Sonderfall, dass die Platten, welche die Kontinente aber auch Meeresboden bilden nur einige zehn Kilometer dick sind und auf einem fl&uuml;ssigen Erdmantel schwimmen. Dass man eine solche Platte nicht so stark belasten kann, wie einen K&ouml;rper der komplett bis zum Kern fest ist, ist ebenfalls logisch.<\/p>\n<p>Auch Vertiefungen k&ouml;nnen nicht unendlich tief werden. Zum einen werden sie nat&uuml;rlich mit der Zeit durch Erosion aufgef&uuml;llt, zumindest bei K&ouml;rpern, die eine Atmosph&auml;re haben. Zum anderen dr&uuml;ckt das Gestein neben der Vertiefung in den Spalt. Letztendlich ist aber die Tiefe davon abh&auml;ngig, wie schnell die Temperatur des Gesteins in der Tiefe zunimmt, denn auch dieses wird alleine durch den Druck der oben liegenden Massen w&auml;rmer und plastischer.<\/p>\n<p>Es ist f&uuml;r Beispiele allerdings hinderlich, das Mechanismen, die an einem Ort eine Erhebung oder Vertiefung erzeugen es nur auf wenigen Himmelsk&ouml;rpern gibt. Auf der Erde gibt es Plattentektonik, die an ihren R&auml;ndern zum Zusammenschieben von Massen und damit Gebirgen f&uuml;hrt, an Zonen wo eine Platte abtaucht, kann es Risse in Form von Tiefseegr&auml;ben geben. Eine solche Form der Plattentektonik gibt es nur bei der Erde. Auf der Venus gibt es Hinweise f&uuml;r eine Tektonik, aber anderer Art als auf der Erde. Auf dem Mars gab es einmal intensiven Vulkanismus und Gr&auml;ben entstanden durch Spannungen in der Marskruste. Bei den meisten anderen Himmelsk&ouml;rnern entstehen die Extreme in H&ouml;he und Tiefe durch Einschl&auml;ge. Ein Krater hat einen Boden, der tiefer ist als die Umgebung, da Material beim Einschlag ausgeworfen wurde. In der Mitte federt das Gestein zur&uuml;ck und bildet einen Zentralberg, am Rand geht ein Teil des Materials nieder und die Explosion schiebt anderes Material zu einem Ring auf. Beides formt einen Kraterrand. Die H&ouml;he solcher Strukturen ist begrenzt. Ein Einschlag der gro&szlig; genug ist, extreme H&ouml;hen zu erzeugen hat so viel Energie, das er die Kruste durchschlagen kann und dann tritt fl&uuml;ssiges Magma, aus das den Einschlag wieder auff&uuml;llt oder druch den Einschlag wird das darunterliegende Material verfl&uuml;ssigt und bedeckt dann den Boden. Die Maare des Mondes die man schon mit blo&szlig;em Auge als dunkle Flecken erkennen kann entstanden so. Ganz gro&szlig;e Einschl&auml;ge k&ouml;nnen einen Teil des Himmelsk&ouml;rpers abspalten. Sie erzeugen in dem K&ouml;rper aber auch enorm seismische Wellen die letztendlich zu Verwerfungen der Kruste in Form von Gr&auml;ben oder Kliffs f&uuml;hren k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Bei der Definition von H&ouml;hen ist nat&uuml;rlich es wichtig einen Bezugspunkt zu haben. Wir verwenden bei uns den Meeresspiegel. Das liegt nahe. Wasser als fl&uuml;ssiges Medium verteilt sich und bildet somit eine Refenzh&ouml;he. Beim Meeresboden w&auml;re es deutlich schwieriger denn der ist unterschiedlich tief. Bei anderen Planeten tut man sich mangels Wasser schwerer. Am verbreitetsten ist ein Referenzabstand \u2013 man berechnet welchen Durchmesser ein Himmelsk&ouml;rper h&auml;tte, wenn er eine perfekte Kugel w&auml;re und setzt das als Normal-Null. Beim Mars hat man noch eine Definition geschaffen, man hat die H&ouml;he definiert als \u201eNull\u201c bei der die Atmosph&auml;re genau eine Dichte von 6,1 mb hat, da dies einer der Parameter des Tripelpunktes von Wasser ist, also des Punktes wo Wasser gleichzeitig fest, fl&uuml;ssig oder gasf&ouml;rmig sein kann. Nimmt man es korrekt, so m&uuml;sste man eigentlich die H&ouml;he relativ zur Umgebung angeben, dann w&uuml;rde der Mount Everest deutlich kleiner werden, denn die Hochebene, in der er sich befindet, ist bis zu 5.000 m hoch. Geht man nur von der H&ouml;he relativ zur umgebenden Ebene aus, so ist der h&ouml;chste Berg der Erde der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hochland_von_Tibet\">7.162 m hohe<\/a> Nyainq\u00eantanglha.<\/p>\n<p align=\"left\">Doch kommen wir zu den Rekordhaltern. Auf der Erde ist wie geschrieben je nach Sichtweise der Mount Everest oder Maunea Kea der h&ouml;chste Berg. Die tiefste Vertiefung ist der Marianengraben mit knapp 11 km Tiefe. Auf dem Mond haben alle Rekordhalter einen Einschlag als Ursprung. Die h&ouml;chste Erhebung ist der Kraterrand des Engel\u2019gardt Kraters auf der Mondr&uuml;ckseite. Er erhebt sich 10,8 km &uuml;ber Normalnull. Nimmt man einen \u201eechten Berg\u201c als Ma&szlig;, so ist der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mons_Huygens\">Mons Huygens<\/a> sich 5,5 km &uuml;ber Normall-Null erhebt, der h&ouml;chste Berg auf dem Mond. Die tiefste Vertiefung das <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/alias\/bilder-der-woche\/in-den-tiefen-des-mondes\/1652448\">Aitken-Becken am Monds&uuml;dpol<\/a> mit gesch&auml;tzt 8 km Tiefe. Aufgrund der Tiefe und Position wird es als eine Quelle f&uuml;r Wasser angesehen.<\/p>\n<p align=\"left\">Auf der Venus gibt es weniger Extreme in der H&ouml;he und Tiefe als auf Erde und Mond. Beim Mond pr&auml;gen die Einschl&auml;ge die Topografie. Die Erde hat praktisch zwei H&ouml;henniveaus \u2013 die Ozeanb&ouml;den von -3 bis -4 km Tiefe und die Landmassen von 0 bis 1 km H&ouml;he. Bei beiden gibt es noch kleinere Fl&auml;chen mit Extremen wie Inseln, Tiefseegr&auml;ben und Gebirge, aber 60+ % der Oberfl&auml;che liegen in 3+ km Tiefe und 25+ % in 0 bis 1 km H&ouml;he. Dazwischen gibt es nur wenig, die Kontinentalschelf fallen fast senkrecht ab, w&auml;ren sie an Land, dann w&auml;ren sie wohl ein Ziel f&uuml;r Bergkletterer.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Venus ist dagegen weitestgehend flach. 51 Prozent der Oberfl&auml;che liegen innerhalb von 500 m um den mittleren Radius, denn man als Nullpunkt definiert hat, nur 6 Prozent sind mehr als 2 km von ihm entfernt, die gro&szlig;e Ausnahme ist das im Norden liegende <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/I%C5%A1tar_Terra\">Ishtar Terra<\/a> das in etwa so gro&szlig; wie Australien ist und zwischen 2,5 und 6,5 km &uuml;ber dem Normalniveau liegt. Auf ihm befindet sich auch der h&ouml;chste Berg der Venus, Maxwell Montes mit 10,8 km H&ouml;he &uuml;ber dem Nullniveau immerhin 2 km h&ouml;her als der Mont Everest. Ohne hei&szlig;en Mantel k&ouml;nnen auf der Venus Berge deutlich h&ouml;her werden als auf der Erde.<\/p>\n<p align=\"left\">Beim Mars gibt es ganz unterschiedliche Extreme. Zum einen halten den Rekord in der Tiefe zwei Einschlagbecken die von gro&szlig;en Kratern herr&uuml;hren, das gr&ouml;&szlig;ere <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hellas_Planitia\">Hellas<\/a> hat einen Durchmesser von 2.200 x 1.600 km und eine Tiefe von bis zu -9 km. <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Argyre_Planitia\">Argyre<\/a> ist das drittgr&ouml;&szlig;te Becken des Mars und hat einen Durchmesser von 1.800 km und eine maximale Tiefe von -5,2 km. Das zweitgr&ouml;&szlig;te Becken, Isis Planitia ist durch Erosion aufgef&uuml;llt und nicht so tief. Deutlich h&ouml;her reichen auf dem Mars Vulkane von der Oberfl&auml;che in die H&ouml;he. Vulkanismus auf dem Mars gibt es in verschiedenen Formen, die gr&ouml;&szlig;ten Vulkane sind Schildvulkane. Schildvulkane entstehen auf der Erde, wenn sich die Erdkruste &uuml;ber einen konstanten Hotspot im Edmantel bewegt. Der entstehende Vulkan ist dauernd aktiv, st&ouml;&szlig;t sehr viel, aber leichtfl&uuml;ssige Lava aus, die dann einen sehr breiten Vulkan bildet, nicht den typischen steilen Kegel. Die Vulkane von Hawaii sind solche Beispiel oder der Kilimandscharo in Kenia, bei dem man die Form eines Schildvulkans auch gut erkennen kann. Es gibt eine Reihe von Vulkanen auf dem Mars, gegen die irdische Berge wie Zwerge aussehen, der allergr&ouml;&szlig;te Vulkan im Sonnensystem ist <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Olympus_Mons\">Olympus Mons<\/a>, er hat einen Durchmesser von 600 km und eine H&ouml;he von 21,9 km. Alleine die Gipfelcaldera hat einen Durchmesser von 40 x 80 km, der ganze Vulkan bedeckt 300.000 km\u00b2 Fl&auml;che, fast so viel wie Deutschland. Gemessen an Normalnull ist er noch h&ouml;her, weil er auf einer ansteigenden Ebene steht. Dann ist der H&ouml;chste Punkt 26 km &uuml;ber Normalnull.<\/p>\n<p align=\"left\">Auch einen Rekord gibt es bei Gr&auml;ben auf dem Mars. Das gr&ouml;&szlig;te Grabensystem \u2013 <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Valles_Marineris\">Valles Marineris<\/a> hat eine L&auml;nge von 4.000 km, eine mittlere Breite von 200 km und ist bis zu 7 km tief \u2013 den Namen bekam es von den Mariner Sonden, die es entdeckten, denn obwohl es so riesig ist, wurde es anders als Olympus Mons oder die Hellas und Agryre-Becken nicht vorher im Fernrohr ausgemacht. Es entstand wohl durch Krustenspannungen, als westlich von ihm die Tharsis Region mit ihren Vulkanen entstand.<\/p>\n<p align=\"left\">Auf Merkur gibt es vor allem Einschlagskrater. Das gr&ouml;&szlig;te Becken, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Caloris_Planitia\">Caloris<\/a> hat 1.550 km Durchmesser, das ist so ziemlich das Maximum, das ein Planet aufnehmen kann ohne das er zertr&uuml;mmert wird. Es hat die Oberfl&auml;che so ersch&uuml;ttert, dass man noch auf der anderen Planetenseite bis zu 3 km hohe Kompressionsfelder vorkommen.<\/p>\n<p align=\"left\">Damit w&auml;re ich mit den erd&auml;hnlichen Planeten durch, aber bevor ich zu den Monden komme, sollte ich vielleicht noch ein Kapitel einschieben. N&auml;mlich das die H&ouml;he nat&uuml;rlich auch von dem Material abh&auml;ngig ist. Im inneren Sonnensystem bestehen die Planeten aus Gestein, im &Auml;u&szlig;eren vornehmlich aus Eis. Eis kann zwar so hart wie Gestein sein, wenn es entsprechend kalt ist, es ist aber viel leichter in den plastischen Zustand zu bringen, weil es daf&uuml;r viel weniger stark erw&auml;rmt werden muss. Entsprechend kann man die H&ouml;he und Tiefe von Formationen im &auml;u&szlig;eren Sonnensystem nicht mit dem im Inneren vergleichen. Werden die K&ouml;rper kleiner, dann d&uuml;rften aufgrund der geringen Gravitation sie sogar nicht einmal mehr rund sein und es gibt tats&auml;chlich einige Asteroiden die Zigarrenform haben, also extrem schlank sind. Bei kleinen K&ouml;rpern macht es Sinn, die relative H&ouml;he verglichen mit dem K&ouml;rperdurchmesser zu betrachten.<\/p>\n<p align=\"left\">Neben der inneren W&auml;rme gibt es aber auch andere Einfl&uuml;sse, die die Oberfl&auml;che formen. Alle Monde welche die Gasplaneten umrunden, werden starken Gezeitenkr&auml;ften unterzogen, die dazu f&uuml;hren, das bis in gr&ouml;&szlig;ere Distanzen sie alle gebunden rotieren, dem Planeten also immer dieselbe Seite zuwenden. Man spricht von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tidal_heating\">Tidal-Heating<\/a> (einen deutschen Begriff gibt es nicht daf&uuml;r). Jupiter mit der gr&ouml;&szlig;ten Masse erzeugt so viel Gezeitenkraft das er die Geologie der innersten drei gro&szlig;en Monde beeinflusst. <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Io_(moon)\">Io<\/a> als innerster Mond ist vulkanisch aktiv, seine ganze Oberfl&auml;che ist von den Ausw&uuml;rfen aus Schwefelverbindungen bedeckt. Krater gibt es keine. Die Vulkane erzeugen Eruptionswolken die bis in 200 km H&ouml;he reichen (allerdings hat Io auch keine Atmosph&auml;re). Beim n&auml;chst&auml;u&szlig;eren Mond, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Europa_(moon)\">Europa<\/a> reicht die Kraft noch aus, ihn im Inneren aufzuschmelzen. Er besteht unter einem dicken Eispanzer aus einem Wasserozean und einem Gesteinskern. Auf der Kruste sind nur vereinzelt Krater zu sehen, daf&uuml;r viele Risse im Eis. Er ist einer der glattesten K&ouml;rper im Sonnensystem<\/p>\n<p align=\"left\">Bei <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ganymede_(moon)#Surface_features\">Ganymed<\/a>, dem n&auml;chst &auml;u&szlig;eren Jupitermond reicht die Aufheizung immerhin noch zu Fl&uuml;ssen an der Oberfl&auml;che. Es gibt neben kraterreichen alten Gebieten, auch junge Gebiete mit zahlreichen Str&ouml;mungswellen &auml;hnlich Gletschern die im Eis eingefroren sind. Lediglich der &auml;u&szlig;erste gro&szlig;e Mond Kallisto ist so weit weg, das seine Oberfl&auml;che durch Gezeitenkr&auml;fte kaum ver&auml;ndert wurde. Er ist vollst&auml;ndig verkatert und ein Einschlagsbecken, \u2013 Walhalla \u2013 sandte Schockwellen durch die Eis-Oberfl&auml;che die bei den Temperaturen dort eingefroren sind.<\/p>\n<p align=\"left\">Bei Saturn gibt es etliche Rekordhalter. Der wohl popul&auml;rste ist der kleine Saturnmond Mimas. Er hat einen prominenten Einschlagskrater \u2013 <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Herschel_(Mimantean_crater)\">Herschel<\/a> \u2013 der dem Mond das Aussehen des \u201eTodessterns\u201c aus Star Wars gibt. Der Mond hat einen Durchmesser von 385 km, der Herschel Krater einen von 139 km. Seine W&auml;lle sind bis zu 5 km hoch, der Zentralberg 6 bis 8 km, der Kraterboden geht bis in 10 bis 12 km Tiefe, bezogen auf den kleinen Himmelsk&ouml;rper sind das Extreme und sie sind eben auff&auml;llig. Noch gr&ouml;&szlig;er bezogen auf den Durchmesser des Mutterk&ouml;rpers ist der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Odysseus_(crater)\">Odysseuskrater<\/a> auf dem Saturnmond Thetys. Er hat 445 km Durchmesser, Tethys einen von 1.060 km. Odysseus ist aber eher flach \u2013 5 km H&ouml;he und bis zu 6 bis 9 km Tief. Er wurde wahrscheinlich durch die Bewegung der Kruste im Laufe der Zeit gegl&auml;ttet. Trotzdem ist er der im Verh&auml;ltnis zum Mutterk&ouml;rper gr&ouml;&szlig;te bekannte Krater im Sonnensystem und sein Einschlag durchzog den Tethys mit einem Netz von Gr&auml;ben, die teilweise hunderte von Kilometer lang sind. Auf der gegen&uuml;berliegenden Seite wo die Wellen des Einschlags sich wieder vereinigen entstand ein Grabensystem namens <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ithaca_Chasma\">Ithaca Chasma<\/a>, 2.000 km lang, 100 km breit und 3 bis 5 km tief.<\/p>\n<p align=\"left\">Es g&auml;be noch einige Rekorde im Saturnsystem, wie die beiden unterschiedlich hellen Seiten von Iapetus, die Form und das Aussehen von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Hyperion_(moon)\">Hyperion<\/a> mit seinen vielen kleinen L&ouml;chern \u2013 Messungen von Cassini ergaben das er auch zum gr&ouml;&szlig;ten Teil aus Hohlr&auml;umen besteht. Seien Dichte liegt bei nur 0,54 also geringer als die von Wasser \u2013 aber springen wir zum Uranussystem.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Uranusmonde sind von Bildern weitaus weniger gut bekannt. Gl&uuml;cklicherweise ist der am besten erforschte Miranda der interessanteste. Miranda ist nicht mehr ganz kreisf&ouml;rmig, es fallen vor allem viele Abweichungen in Form von scharfen Kanten von der Kreisform auf, er ist aber nicht v&ouml;llig irregul&auml;r wie viele andere kleinere Himmelsk&ouml;rper. Das Hervorstechendste ist der Mix von Oberfl&auml;chenstrukturen, die abrupt aufh&ouml;ren und an anderer Stelle wieder beginnen. Die fr&uuml;her angenommene Kollissionshypothese \u2013 der Mond wurde einmal getroffen, zerfiel in mehrere Teilst&uuml;cke die sich wieder vereinigten aber eben in anderer Position, ist zwar einleuchtend, leider gibt es aber f&uuml;r sie keine Beweise. Heute nimmt man an, dass die verschiedenen geologischen Formationen durch Gravitationsaufheizung durch Resonanzen mit den Monden Ariel und Umbriel entstanden. Auf Miranda gibt es das h&ouml;chste Kliff im Sonnensystem. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verona_Rupes\">Verona Rupes<\/a> liegen am fotografierten Rand von Miranda und sie fallen 20 km tief ab \u2013 dies bei einem nur 472 km gro&szlig;en Himmelsk&ouml;rper. Sollte es einmal Tourismus zu Miranda geben, die Klippen w&auml;ren einen Ausflug wert. W&uuml;rde man von ihnen springen, so dauert es wegen der geringen Gravitation 711 Sekunden, bis man am Boden ankommt. Die Geschwindigkeit von 202 km\/h w&auml;re allerdings t&ouml;dlich. Aber vielleicht installiert man dort eine ganze lange Abbremszone aus Schaumstoff \u2026 Immerhin \u2013 die Schwerebeschleunigung von 7,9 cm\/s\u00b2 ist so klein, dass man bei einem unbeabsichtigten Fehltritt in den ersten 7 Sekunden nur um einen Meter f&auml;llt und so sich noch retten kann.<\/p>\n<p align=\"left\">Geht man in der Skala immer weiter, so kommt man nat&uuml;rlich mal an eine Grenze wo die Abweichung von der Kugelgestalt sichtbar wird. Alle Planeten und auch anderen Himmelsk&ouml;rper entstanden durch Kollisionen zahlreicher kleinerer, aber auch gr&ouml;&szlig;ere K&ouml;rper. Erst ab einer bestimmten Masse reichte die Gravitation aus das Innere soweit zu erw&auml;rmen, dass H&ouml;hen und Tiefen ausglichen wurden durch Absinken von Brocken und austretendes Magma, egal, ob es aus Gestein oder Wasser als die fl&uuml;ssige Form von Eisgestein besteht.<\/p>\n<p align=\"left\">Alle erd&auml;hnlichen Planeten sind f&uuml;r das menschliche Auge kreisf&ouml;rmig. Keiner ist es ganz exakt. Am ehesten noch die Venus. Bedingt durch die Eigenrotation hat jeder Planet am &Auml;quator einen gr&ouml;&szlig;eren Durchmesser als an den Polen, dies wird verursacht durch die Fliehkraft, welche die Gravitationskraft teilweise kompensiert. Extrem wird dies bei Gasplaneten denn Gas ist nat&uuml;rlich beweglicher als Gestein. Die meisten Menschen w&uuml;rden den Jupiter noch als rund bezeichnen \u2013 Der &Auml;quatordurchmesser Jupiters betr&auml;gt 143.000 km der Poldurchmesser 133.800 km, das sind 6,8 Prozent Unterschied. Doch schon Saturn sehen die meisten als elliptisch an \u2013 Poldurchmesser 108.700 km, &Auml;quatordurchmesser 120.500 km \u2013 10,8 Prozent Unterschied. Nehmen wir 10 Prozent Differenz als Kriterium f&uuml;r eine \u201enicht-runde Gestalt\u201c so w&auml;re von den K&ouml;rpern im Sonnensystem, die man fotografiert hat, und deren Dimensionen man so genau kennt, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Phoebe_(Mond)\">Phoebe<\/a> mit 218 x 218 x 204 km der kleinste noch runde Eismond. Von den Asteroiden haben wir leider nur wenige Aufnahmen der gr&ouml;&szlig;eren K&ouml;rper aber Dawn besuchte Vesta und Ceres. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/(4)_Vesta\">Vesta<\/a> ist mit 573 \u00d7 557 \u00d7 446 km schon deutlich unrund. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/(1)_Ceres\">Ceres<\/a> knapp mit 964 km &Auml;quatordurchmesser und 892 km Poldurchmesser noch rund. Auch der nach Ceres zweitkleinste Asteroid Pallas ist mit 582 km \u00d7 556 km \u00d7 500 km nicht mehr rund. Schaut man sich die Liste der bekannten gr&ouml;&szlig;eren Asteroiden an, die nat&uuml;rlich immer kleiner werden, so nimmt die unregelm&auml;&szlig;ige Form zu. Es gibt aber auch Ausnahmen: der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/(10)_Hygiea\">Asteroid 10 Hygia<\/a> ist mit Abmessungen von 450 \u00d7 430 \u00d7 424 km fast kreisf&ouml;rmig und deutlich kleiner als Pallas und Vesta. Ein Eismond wird schon bei kleinerem Radius kreisf&ouml;rmig, da Eis leichter verfl&uuml;ssigbar ist. Das gilt insbesondere, wenn durch einen Planeten auch das innere aufgeheizt wird. So ist der erw&auml;hnte Saturnmond Mimas trotz weniger als 400 km Gr&ouml;&szlig;e nahezu rund (415.6\u2009\u00d7\u2009393.4\u2009\u00d7\u2009381.2 km) \u2013 die Abweichungen kommen vor allem durch den Einschlagskrater Herschel.<\/p>\n<p align=\"left\">Dies war ein kleiner Ausflug durch die Extreme im Sonnensystem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15835\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15835\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Im heutigen Beitrag geht es um Abweichungen von der perfekten Kugelgestalt. In kleiner Skala sind dies Berge und Gr&auml;ben, in gr&ouml;&szlig;erer Skala geht es um die Form des Himmelsk&ouml;rpers selbst. Zuerst eine einfache Frage: wie hoch k&ouml;nnen Berge, oder &uuml;berhaupt Erhebungen werden? 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