{"id":15925,"date":"2022-05-18T00:13:43","date_gmt":"2022-05-17T22:13:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15925"},"modified":"2022-05-17T17:15:56","modified_gmt":"2022-05-17T15:15:56","slug":"spektakulaere-fehlschlaege-in-der-raumfahrt-russland-spezial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/05\/18\/spektakulaere-fehlschlaege-in-der-raumfahrt-russland-spezial\/","title":{"rendered":"Spektakul&auml;re Fehlschl&auml;ge in der Raumfahrt \u2013 Russland Spezial"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15925\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15925\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>So nun auf vielfachen Wunsch noch zwei Beitr&auml;ge &uuml;ber Russland und meine \u201eLieblingsfirma\u201c (als n&auml;chsten Blog). Mal was Allgemeines. Ich messe das Interesse an den Blogs an den Kommentaren. Wenn da keine kommen, gehe ich davon aus, das das Thema niemanden interessiert. Will ich nur Wissen vermitteln, dann schreibe ich einen Artikel f&uuml;r die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/neues.shtml\">Webseite<\/a> (ohne \/blog\/). In der Website (Vorsicht Spoiler!) steht &uuml;brigens auch alles, was ich schreibe, nur nicht an einer Stelle \u2026 Ich beteilige mich aber nicht generell an Diskussionen. Ich habe meinen Standpunkt ja schon im Blog kundgetan. Ausnahmen sind falsche Aussagen in Kommentaren oder Fragen oder eine fachliche Diskussion. Ich erlaube aber jedem der sich blamieren will Kommentare zu verfassen sei es zum Ukainekrieg oder SpaceX (spacefirstclass). Nur muss ich das nicht auch noch kommentieren. Jeder mit Verstand kann ja erkennen, wo der Kommentator daneben liegt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/44266afa26d24125adfd2bc0fc5c9ecd\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<p>Zu Russlands Fehlschl&auml;gen g&auml;b es eine Menge zu schreiben \u2013 ich vermute &uuml;ber die meisten wissen wir nicht Mal Bescheid. Ich habe mir f&uuml;r dieses Spezial nur die Raumsonden rausgesucht. Das ist ein kleines Gebiet in der ganzen russischen Weltraumforschung \/ -nutzung aber ich kenne mich da gut aus. Es gab durchaus gr&ouml;&szlig;ere Katastrophen, ich werfe mal die Stichworte \u201e<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/schlamperei.shtml\">Nedelin<\/a>\u201c, \u201e<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/woschod.shtml\">Woschod<\/a> 1+2\u201c, \u201e<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus1.shtml\">Sojus 1<\/a>\u201c,\u201c<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus11.shtml\">Sojus 11<\/a>\u201c und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/hercules.shtml\">N-1<\/a> in die Runde. Vielleicht kommen die in einem oder zwei weiteren Spezials noch dran.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Venera 4-6: Wenn man amerikanischen Messergebnissen nicht glaubt<\/h2>\n<p>Schon bald nach den ersten Raumsondenstarts deutete sich ab, das die USA sich auf den Mars konzentrierten, w&auml;hrend Russland dies bei der Venus tat. Russland arbeitete seit 1962 an einer Venuslandung. F&uuml;r die Mission von Vorteil war, dass die Venus eine dichte Atmosph&auml;re hatte. Wie dicht, wusste man damals noch nicht, man wusste aber das sie mindestens so dicht wie die Erdatmosph&auml;re war. Bekannt war das die Atmosph&auml;re des Mars viel d&uuml;nner war. Bei der Venus konnte man so wie auf der Erde landen \u2013 zuerst abgebremst durch einen Hitzeschutzschild dann einen Fallschirm. Beim Mars musste man die Landung aktiv steuern und durch Raketentriebwerke abbremsen, dass man weich landete, das ist wesentlich komplexer und so suchte sich Russland das vermeintlich leichtere Ziel aus. Die ersten Missionen scheiterten schon im Erdorbit (<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/05\/13\/spektakulaere-fehlschlaege-in-der-raumfahrt-teil-2\/\">siehe zweiter Teil<\/a>) da die Oberstufe Block L einen Designdefekt hatte. Venera 3 erreichte als erste Landesonde die Venus, fiel aber vorher durch &Uuml;berhitzung aus. Erst mit Venera 4 \u2013 nun schreiben wir schon das Jahr 1967 \u2013 trat funktionsf&auml;hig in die Venusatmosph&auml;re ein, verstummte aber bald. Russland feierte das sogar als erfolgreiche Landung. Leder machten die Amis einen Strich durch die Rechnung. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner5.shtml\">Mariner 5<\/a> passierte wenige Tage sp&auml;ter die Venus und konnte den Venusdurchmesser genau bestimmen. Er war rund 24 km kleiner, als von den Russen angenommen. Die Sonde war in rund 17 km H&ouml;he verstummt.<\/p>\n<p>Mariner 2 hatte schon die Bodentemperatur auf 425 Grad Celsius bestimmt, Mariner 5 ergab einen Temperaturbereich Betrag zwischen 267 und 500 Grad Celsius f&uuml;r die Bodentemperatur und sie bestimmte den Bodendruck auf 75 bis 100 bar. Venera 4 war f&uuml;r 5 Bar Druck ausgelegt und mehr Druck meldete sie auch nie \u2013 der Druckmesser als Experiment stoppte ebenfalls bei 5,3 Bar. Immerhin wurde die Au&szlig;entemperatur (in 17 km H&ouml;he) zu 262 \u00b0C bestimmt.<\/p>\n<p>Man w&uuml;rde nun annehmen, das Russland daraus lernt und die n&auml;chsten Sonden auf den zu erwartenden Druck und Temperatur auslegt. Doch <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/venera1-8.shtml\">Venera 5 und 6<\/a> wurden nur auf 25 Bar ausgelegt. So kam es wie erwartet: Sie verstummten beide bei 27 Bar Au&szlig;endruck in 18 bzw. 13 km H&ouml;he. Erst jetzt glaubte man den Messdaten von Mariner 5 und legte die n&auml;chste Generation auf 150 Bar Au&szlig;endruck und 540 Grad Celsius aus. Venera 7 hatte durch die dadurch n&ouml;tige Mehrmasse nur noch eine minimale Ausstattung an Messger&auml;ten, erreichte aber erstmals die Venusoberfl&auml;che intakt. Russland hatte einige Landesonden geopfert, weil man offensichtlich der Meinung war, das der Klassenfeind falsche Daten ver&ouml;ffentlichte.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Phobos 1+2: \u201eBetaraumschiffe\u201c<\/h2>\n<p>Die Raumsonden <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/phobos.shtml\">Phobos 1+2<\/a> waren die ersten Marssonden Russlands seit 15 Jahren und sie waren die letzten der Sowjetunion. Auf dem Papier waren die Missionen beeindruckend. Es gab 22 Experimente. Es gab eine gro&szlig;e internationale Beteiligung durch 14 Staaten als Novum sowohl der BRD wie DDR. Ebenso war das Ziel ambitioniert: Die Sonden sollten den <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/marsmonde-forschung.shtml\">Marsmond Phobos<\/a> nicht nur aus der N&auml;he erkunden, sondern auch zwei Landesonden absetzen.<\/p>\n<p>Doch bald nach dem Start fiel Phobos 1 aus. Man hatte eine neue Software &uuml;bertragen, in der war ein Befehl \u201evergessen worden\u201c. Die Raumsonde geriet ins Taumeln und drehte ihre Solarpaneele von der Sonne weg, sodass ihr bald der Strom ausging. Der Computer hatte zwar ein Programm, dass solche Aktionen, welche die Sonde besch&auml;digen k&ouml;nnten verhindern sollte, aber das wurde durch ein Testprogramm, das man vor dem Start aufspielte ersetzt. Es diente dazu alles durchzutesten und man \u201everga&szlig;\u201c es vor dem Start zu l&ouml;schen.<\/p>\n<p>Phobos 2 schwenkte in einen Marsorbit ein, machte aus diesem Orbit Untersuchungen des Mars, &auml;nderte die Bahn dann auf einen Rendezvousorbit zu Phobos ab. Als sich die Sonde f&uuml;r Beobachtungen zu Phobos drehen sollte und danach wieder zur Erde zum &Uuml;bertragen der Daten h&ouml;rte man nichts mehr von ihr. Was passierte ist bis heute ungekl&auml;rt. Wahrscheinlichste Ursache ist ein Computerausfall.<\/p>\n<p>Wie durch Glasnost bekannt wurde, lief schon bei der Entwicklung einiges schief: Der Hersteller Lawotschkin entwickelte die Sonde weitestgehend nach eigenem Ermessen. Das IKI, das Institut f&uuml;r Weltraumforschung der russischen Akademie der Wissenschaften, bekam es als \u201ekostenlosen\u201c Tr&auml;ger ihrer Experimente, hatte aber keinerlei Einfluss auf die Auslegung. Da f&uuml;r 1990 der Start des <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mars-observer.shtml\">Mars Observers<\/a> geplant war, vermutlich aber auch weil es mit der Finanzierung des Weltraumprogramms durch immer gr&ouml;&szlig;ere wirtschaftliche Probleme bergab ging, startete man die Sonden &uuml;bereilt. Die Techniker meinten, dass das Projekt zu ambitioniert war. Ein solches Projekt unter Einsatz neuester Technologien, wie Mikroprozessoren, h&auml;tte sechs bis sieben Jahre zur Umsetzung gebraucht. Es standen aber nur dreieinhalb Jahre zur Verf&uuml;gung. So verlie&szlig;en \u201eBeta-Raumschiffe\u201c ohne erprobte Komponenten die Erde. Insbesondere die Computer waren nicht ausreichend getestet worden. So gab keine Safemode-Programme, die eingreifen, wenn eine bedrohliche Situation auftritt und es fehlte an Redundanzen.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Mars 96: Fehlende Finanzierung<\/h2>\n<p>Der Fall <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mars96.shtml\">Mars 96<\/a> ist in diesem Teil etwas anders gelagert als bei den anderen Missionen, da die Sonde schon beim Start verloren ging, sodass man nicht wei&szlig;, ob sie erfolgreich war. Da sie aber durch eigene Schuld verloren ging, denke ich ist es gerecht ein Urteil &uuml;ber sie zu f&auml;llen.<\/p>\n<p>Mars 96 war das erste Raumfahrtprojekt nach Zerfall der Sowjetunion. Schon im Vorfeld zeigte sich das grundlegende Problem: die Finanzierung. Geplant waren zwei Orbitermissionen im Jahre 1992. 1998 sollte ein Rover auf dem Mars abgesetzt werden und 2001 Bodenproben zur Erde transportiert werden. Das wurde nach und nach zusammengestrichen bis nur noch eine Sonde &uuml;brig blieb und deren Starttermin rutschte auf 1996. Damit die Sonde &uuml;berhaupt noch starten konnte, zahlte die ESA 80 Millionen Dollar f&uuml;r ausstehende L&ouml;hne. Wie bei Phobos 1+2 gab es eine breite internationale Beteiligung an der Sonde, diesmal vor allem aus den ESA-Mitgliedsstaaten die alleine 290 Millionen Dollar in ihre Experimente investiert hatten. Mars 96 sollte den Mars aus dem Orbit beobachten und Minilander und Penetratoren absetzen.<\/p>\n<p>Doch dazu sollte es nicht kommen. Da seit Phobos 1+2 die Marssonden zu schwer f&uuml;r die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/proton.shtml\">Proton Tr&auml;gerrakete<\/a> waren, arbeitete man nach einem neun Bahnregime. Die Proton bef&ouml;rderte sie in eine langgestreckte Ellipsenbahn und sofort nach Abtrennung von dr letzten Stufe z&uuml;ndeten die Sonden ihr eigenes Triebwerk, das die fehlende Geschwindigkeit aufbrachte. Das erh&ouml;hte die Nutzlast weil f&uuml;r die zweite Brennphase die Leermasse der Oberstufe wegfiel. Gesteuert wurde die Oberstufe dabei vom Raumschiff. Das klappte auch bei Phobos 1+2. Bei Mars 96 gelangte diese zuerst mit der Oberstufe Block D2 in einen niedrigen Erdorbit. Danach sollte Block D2 gesteuert durch einen Zeitgeber z&uuml;nden und Mars 96 beschleunigen, gefolgt von der Abtrennung und dem Z&uuml;nden des Eigenantriebs. Da Russland ihre Funk-&Uuml;berwachungsschiffe mit Antennen nicht mehr betreiben konnte gibt es von diesem Ereignis aber keine Daten. Block D2 muss in jedem Falle nicht oder nur kurz gez&uuml;ndet haben. Danach trennte sich Mars 96 ab, obwohl man noch im niedrigen Erdorbit war. So auch fehlorierentiert f&uuml;hrte die Z&uuml;ndung aber zu einem Orbit dessen erdn&auml;chster Punkt in nur 87 km H&ouml;he lag und Mars 96 vergl&uuml;hte beim Durchlaufen des erdn&auml;chsten Punktes.<\/p>\n<p>Immerhin: mit dem sklavischen Befolgen von vorprogrammierten Abl&auml;ufen, ohne die Situation zu ber&uuml;cksichtigen, war Russland <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2018\/01\/14\/monte-zumas-rache\/\">SpaceX so um 22 Jahre voraus<\/a>! Immerhin verdanken wir dem Fehlschlag <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mars-express.shtml\">Mars Express<\/a>, der seit fast 20 Jahren den Mars umkreist dieser Pleite, denn um die damals verloren gegangenen ESA-Experimente doch noch zu starten entwickelte man aus Bauteilen die f&uuml;r Rosette entwickelt worden eine eigene Raumsonde. F&uuml;r diese Experimente war es ein Segen, denn ich glaube nicht das Russland mehr als zwei Jahre lang Mars 96 betrieben h&auml;tte, selbst wenn die Mission erfolgreich gewesen w&auml;re.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Phobos Grunt: Weltraumtaugliche Bauteile sind zu teuer<\/h2>\n<p>Schon an der Startverschiebung von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/phobos-grunt.shtml\">Phobos Grunt<\/a> von 2009 auf 2011 sieht man das auch hier Russland massive Probleme hatte, die Sonde zu finanzieren, obwohl es nach mehr als einem Jahrzehnt die erste Raumsonde und damit ein Prestigeprojekt war. Nach den Pleiten von Phobos 1+2 und Mars 96 fanden sich diesmal nicht sehr viele internationale Partner. Phobos Grunt ist eine fast alleinige russische Sonde. Der Grundaufbau ist der gleiche wie bei den vorherigen drei Marssonden. Nur wurde mittlerweile aus dem \u201eTraktorblock\u201c der vorherigen Sonden eine eigenst&auml;ndige Stufe, die Fregat, entwickelt die seit Jahren routinem&auml;&szlig;ig auf der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/semjorka.shtml\">Sojus<\/a> eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Phobos Grunt sollte dort weitermachen, wo Phobos 1+2 aufh&ouml;rten. Zuerst sollte der Mond umkreist und untersucht werden, dann wir ein Minilander abgesetzt der eine kleine Bodenprobe entnimmt. Dieser tritt dann alleine die Heimreise an, der Gro&szlig;teil der Sonde verbleibt im Marsorbit. Soweit der ambitionierte Plan.<\/p>\n<p>Schon im Vorfeld verwunderte, das Russland nicht die seit 1969 f&uuml;r Planetensonden eingesetzte Proton einzusetzen, sondern die Zenit. Die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/zenit.shtml\">Zenit<\/a> war zwar die neueste Tr&auml;gerrakete, aber nicht zuverl&auml;ssiger als die Proton. Vor allem stammt der Gro&szlig;teil der Zenit nicht aus Russland, sondern der Ukraine. Das war zwar 2011, noch vor der Annektion der Krim, aber schon damals gab es seit Jahren, die Politik nur noch Tr&auml;ger aus dem eigenen Land einzusetzen. Die Fl&uuml;ge der Zenit seitens Russland nahmen seit Jahren ab. Die Zenit ist eigentlich nur zweistufig und kann so den Mars nicht erreichen. Anstatt nun die Block DM Oberstute einzusetzen, die das Unternehmen Sealaunch f&uuml;r die Zenit anpassen lies, und seit l&auml;ngerem routinem&auml;&szlig;ig einsetzte, verfrachtete man Phobos Grund mit einer Fregat-Oberatufe mit Zusatztank auf die Zenit. Die Fregat wird dabei (wie gehabt) von Phobos-Grunt gesteuert.<\/p>\n<p>Und das scheiterte. Seitens der Zenit funktionierte alles einwandfrei, sie setzte das Gespann in einem niedrigen Erdorbit aus. Doch danach klappte gar nichts mehr. Phobos Grunt blieb in diesem Erdorbit. Erst nach 12 Tagen wurde die ESA um Hilfe gebeten, weil durch die niedrige Bahnh&ouml;he und nur mit Antennen auf Russlands Staatsgebiet es nicht klappte, die Sonde zu kontaktieren. Doch auch hier gab es keinen Erfolg. Schlie&szlig;lich vergl&uuml;hte die Sonde nach zwei Monaten.<\/p>\n<p>Der Untersuchungsbericht gab als Ursache einen simultanen Reboot der beiden Computer an, die so nie eine arbeitsf&auml;hige Konfiguration erreichten. Wie bekannt wurde, hatte man in der Elektronik vor allem strahlungsolerante, aber nicht strahlungsgeh&auml;rtete Bauteile verwendet: die ersteren findet man in milit&auml;rischen und zivilen Flugzeugen und sie halten die erh&ouml;hte Strahlung in typisch 12 km H&ouml;he aus, nicht aber die harte R&ouml;ntgenstrahlung im All oder den Beschuss mit geladenen Teilchen. Sie sind daf&uuml;r erheblich billiger \u2013 ein Prozessorboard von BAE kostet rund 200.000 DM f&uuml;r einen Prozessor mit dem technischen Stand von 1997, einzelne strahlen geh&auml;rtete Chips k&ouml;nnen auch im h&ouml;heren drei bis niedrigen vierstelligen Eurobereich liegen.<\/p>\n<p>Tja am falschen Ende gespart.<\/p>\n<p>Wer mehr &uuml;ber die russischen Raumsonden wissen will, auch einiges, was sich nicht auf der Website findet, noch dazu besser zu lesen als die Webseite, dem seien meine beiden B&uuml;cher empfohlen. (<a href=\"https:\/\/amzn.to\/3wjczwS\">bei Amazon<\/a>) oder beim <a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/catalogsearch\/result\/?q=Raumsonden+Leitenberger\">Verlag<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_15925\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"15925\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>So nun auf vielfachen Wunsch noch zwei Beitr&auml;ge &uuml;ber Russland und meine \u201eLieblingsfirma\u201c (als n&auml;chsten Blog). 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April 2011","format":false,"excerpt":"Nun einige Wochen nach dem Super-Gau von Japan wird es an der Zeit f?r eine Nachlese und zwar eine etwas allgemeiner gehaltene. Ich m?chte an dieser Stelle mal meine Einstellung zur Kernkraft in den letzten Jahrzehnten reflektieren. Ich war urspr?nglich f?r Kernkraft. Wie viele andere, glaubte ich an umweltfreundliche Energie\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":18385,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/09\/07\/spacex-splitter\/","url_meta":{"origin":15925,"position":4},"title":"SpaceX-Splitter","author":"Bernd Leitenberger","date":"7. September 2025","format":false,"excerpt":"Der heutige Blog ist nicht neu, das, was ich schreibe habe ich schon einige Male geschrieben, aber ebenso wie ich zum wiederholten Male Artikel \u00fcber den Fortschritt oder fehlenden Fortschritt in anderen Webseiten lese, denke ich kann man einiges noch mal aufkochen. Ich will das als eine Folge von fiktiven\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/b2e94ef07fec4d7190886846bcbb4589","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18627,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/04\/05\/artemis-ii\/","url_meta":{"origin":15925,"position":5},"title":"Artemis II","author":"Bernd Leitenberger","date":"5. April 2026","format":false,"excerpt":"Seit gestern ist nun die Artemis II Mission auf dem Mond, wenige Tage zuvor hat NASA Administrator Isaac Jaredmann neue Pl\u00e4ne ank\u00fcndigt. Zeit mal was dazu zu schreiben. Ich fange aber mit was an was zusammenh\u00e4ngt: Die Verseichtung. 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