{"id":15962,"date":"2022-06-19T08:16:52","date_gmt":"2022-06-19T06:16:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=15962"},"modified":"2022-06-19T08:17:24","modified_gmt":"2022-06-19T06:17:24","slug":"raketen-die-es-geben-koennte-titan-varianten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/06\/19\/raketen-die-es-geben-koennte-titan-varianten\/","title":{"rendered":"Raketen die es geben k&ouml;nnte \u2013 Titan Varianten"},"content":{"rendered":"<p>Wie der aufmerksame Blogleser schon vermutet, inspiriert mich mein aktuelles Buch zu dem Blog. Denn bei der Recherche stie&szlig; ich auf Pl&auml;ne, f&uuml;r Starts von Titan-Titan-Varianten, f&uuml;r TOPS. Diese gab es aber nie im Einsatz, so die Titan IIIM oder eine Titan IIIE mit Centaur G. Von der Centaur G wusste ich gar nicht das es diese 1973 schon in der Planung gab. Das inspirierte mich mal einige Oberstufenvarianten der Titan zu untersuchen, die es nie gab und festzustellen, warum.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/fc21065933624812856455ad40b22c56\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Damit wir aber alle auf demselben Basislevel sind, eine kleine Einf&uuml;hrung in die Entwicklungsgeschichte der Titan und ihre Versionen. Das ist nichts Neues, kann man alles auf der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/titan-index.shtml\">Website<\/a> viel ausf&uuml;hrlicher nachlesen. Aber das Tolle am Blog ist ja, dass die meisten die Website nur ungen&uuml;gend studieren und ein Blog gerne versch&uuml;tt geht &uuml;ber die Jahre, sodass ich dasselbe Thema in einigen Jahren sicher nochmal bringen kann.<!--more--><\/p>\n<p>Also ganz kurz:<\/p>\n<p>Die Titan I wurde kurze nach der Atlas entwickelt. Wie diese setzte sie LOX\/Kerosin ein. Das Atlas Konzept war umstritten, der Abwurf der Boostertriebwerke w&auml;hrend des Flugs, die extrem d&uuml;nne H&uuml;lle. Die Titan I war konventioneller und setzte zwei Stufen ein, letzteres bedeutete eine Stufentrennung und Z&uuml;ndung, was damals aber auch unerprobt war und gerade deswegen bei der Atlas vermeiden wurde. Man hatte so zwei Konzepte, beide mit Neuerungen und hoffte auf wenigstens eine einsatzf&auml;hige Rakete.<\/p>\n<p>Die Raketenentwicklung ging aber damals schnell voran und nach wenigen Jahren war die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/titan12.shtml\">Titan I<\/a> schon wieder veraltet, genauso wie die Atlas. Beide Tr&auml;ger konnten nicht l&auml;ngere Zeit aufgetankt bleiben. Der Sauerstoff verdampft dauernd und es gab auch Ungl&uuml;cke durch die dadurch entstehende Brandgefahr. Lagerf&auml;hige Treibstoffe waren die L&ouml;sung. Die Forderung nach diesen Treibstoffen kam zudem durch die Kuba-Krise, die klarmachte das im Falle eines auch nur vermuteten Angriffs man nur Minuten zur Entscheidung &uuml;ber das Abfeuern der Raketen hatte. Alle bisherigen Raketen waren nicht f&uuml;r einen Gegenschlag nach einem echten Angriff geeignet, so konnte ein Atomkrieg durch einen Fehlalarm ausgel&ouml;st werden. Dagegen waren die Bomber, die Stunden bis zum Ziel brauchten bei einem Fehlalarm zur&uuml;ckholbar.<\/p>\n<p>Die Titan II hatte wie die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/titan1.shtml\">Titan I<\/a> zwei Stufen, verwandte aber lagerf&auml;hige Treibstoffe und war gr&ouml;&szlig;er. Sei ersetzte die Titan I schon 1965 und blieb dann bis 1982 im Arsenal. Auch sie wurde bald durch Feststoffraketen erg&auml;nzt die dann bis auf die Titan alle anderen IVBM abl&ouml;sten. Pl&auml;ne f&uuml;r einen Einsatz der Titan I gab es, so sollte sie den Raumgleiter Dyna-Soar starten, doch dazu kam es nie.<\/p>\n<p>Die zweistufige Titan wurde im <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/gemini.shtml\">Gemini Programm<\/a> eingesetzt und dann drei&szlig;ig Jahre sp&auml;ter wurden einige ausgemusterte Exemplare der Titan II erneut eingesetzt, diesmal mit Star 37 Oberstufen.<\/p>\n<p>Die Titan III wurde entwickelt f&uuml;r schere Satelliten des DoD. F&uuml;r sie war die Titan II zum einen nicht stark genug, zum andren fehlte eine Oberstufe, um den GEO zu erreichen. Mit einigen Versuchsstarts wurde nur die neue Oberstufe \u2013 Transtage erprobt. Diese Version hie&szlig; Titan IIIA und wurde nur daf&uuml;r eingesetzt. Die Transtage setzte auch lagerf&auml;hige Treibstoffe ein, dazu das Triebwerk der Delta-Oberstufe, aber in zweifacher Ausfertigung.<\/p>\n<p>Die eigentliche Hauptversion war die Titan IIIC (zur B-Version komme ich noch). Sie erhielt zwei Booster, die links und rechts der Zentralstufe angebracht wurden. So gro&szlig;e Booster \u2013 jeder wog mehr als die ganze restliche Rakete \u2013 konnte man nicht aus einem St&uuml;ck herstellen, so bestanden sie aus f&uuml;nf Segmenten. Da die Brenndauer von Zentralstufe und Booster nahezu gleich war ,h&auml;tte es eine sehr hohe Beschleunigungsspitze gegeben, wenn beide gleichzeitig gez&uuml;ndet wurden. So wurden die Booster zuerst gestartet. Das ist bis heute einmalig, sonst werden Zentralstufe und Booster immer zusammen gestartet. Sobald der Treibstoff der Booster nahezu verbraucht ist und die Beschleunigung unter 1,5 g sinkt, wird die Hauptstufe gestartet. Die Booster werden dann abgetrennt. Diese Version mit vier Stufen (Booster eingerechnet) war die Titan IIIC.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/titan34.shtml\">Titan III<\/a> sollte dann auch &uuml;berschwere Spionagesatelliten, zuerst vom Typ KH-9 Hexagon und dann vom Typ KH-11 Kennan transportieren. Diese gelangten in erdnahe Umlaufbahnen und ben&ouml;tigten keine Oberstufe, diese Version ohne Transtage war die Titan IIID. Sie wurde exklusiv f&uuml;r diese beiden <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/kh-2.shtml\">Satelliten<\/a> eingesetzt.<\/p>\n<p>Kommen wir zur Titan IIIB, von der es noch vier Unterversionen gibt. Sie hat ihren Ursprung in einem anderen milit&auml;rischen Projekt, den <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/kh-1.shtml\">Vorg&auml;ngern<\/a> der KH-9 \/ 11 Das waren Aufkl&auml;rungssatelliten, die zuerst auf der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/thor.shtml\">Thor<\/a> flogen. Die erste Version war fest mit der Agena verbunden, die folgenden waren dann trennbar, aber auch sie nutzten die Agena Oberstufe weiter f&uuml;r Bahnkorrekturen. Als die Satelliten immer schwerer wurden und auch leistungsgesteigerte Versionen der Thor sie nicht mehr transportieren konnten wanderten sie mitsamt der Agena zur <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/atlas.shtml\">Atlas<\/a>, wobei man sagen muss das die Agena auch schon vorher auf der Atlas flog und z.B. die ersten <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner.shtml\">Marinersonden<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ranger.shtml\">Ranger<\/a> startete oder mit <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/gemini-missionen.shtml\">Gemini<\/a> Raumschiffen koppelte. Als die Satelliten dann auch zu schwer f&uuml;r eine Atlas wurden, zog das Gespann weiter zur Titan und so setzte die Titan IIIB die Agena Oberstufe anstatt der Transtage ein. Diese Version flog am h&auml;ufigsten. Nicht nur die KH-8 Gambit Satelliten wurden bef&ouml;rdert, sondern auch zahlreiche andere Nutzlasten die zu schwer f&uuml;r eine Atlas Agena waren. Die Agena-Stufe hatte dieselben Vorteile wie die Transtage \u2013 Wiederz&uuml;ndbarkeil, lange Freiflugphasen m&ouml;glich. Sie war aber billiger und die Nutzlast etwas h&ouml;her. Sp&auml;ter kamen Versionen mit einer gr&ouml;&szlig;eren Nutzlastverkleidung dazu, denn die Agena hatte nur eine Verkleidung mit einem Durchmesser von 1,5 m und als die Titan etwas leistungsgesteigerte Triebwerke erhielt, wurden die Stufen leicht verl&auml;ngert und mehr Treibstoff mitgef&uuml;hrt. Diese Version, Titan 24B, ist noch f&uuml;r die Entwicklung von Bedeutung.<\/p>\n<p>Die NASA bestellte dann f&uuml;r sechs Raumsonden eine neue Version, die Titan IIIE. Bei ihr wurde die Centaur der Atlas auf die Titan IIID gesetzt. Dazu gab es eine neue Nutzlastverkleidung die gr&ouml;&szlig;er als die Titan war.<\/p>\n<p>Als die Nutzlasten auch f&uuml;r die Titan IIIC\/D zu schwer wurden, besann man sich auf die verl&auml;ngerte Titan 24B. Die Booster haben einen enormen Schub, jeder mehr als den doppelten der Titan-Zentralstufe. Man kann sie daher nicht &uuml;berall befestigen, sondern muss dies an Stellen tun wo die Titan sowieso f&uuml;r hohe Belastungen ausgelegt ist, dass war oben an dem Stufenadapter zur zweiten Stufe und unten am Schubrahmen. Wenn man nun die verl&auml;ngerten Stufen der Titan 24B einsetzte, dann konnte man auch die Booster um ein halbes Segment verl&auml;ngern. Heraus kam die Titan 34D die nun die Titan IIIC und D ersetzte. Man unterschied nun nicht mehr, ob eine Transtage eingesetzt wurde oder nicht und die r&ouml;mische Nummerierung war nun auch nicht mehr zweckm&auml;&szlig;ig. Das sollte eigentlich die letzte Version der Titan sein. Doch als nach der Challenger-Katastrophe die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/space-shuttle-index.shtml\">Space Shuttles<\/a> keine Satelliten mehr transportieren d&uuml;rften, au&szlig;er es gab keine Alternative, entwickelte man nochmals eine neue Version die Titan 4A. Nun wurden die Booster gleich auf 7 Segmente verl&auml;ngert und die beiden Titan Stufen ebenfalls. Die Transtage als Oberstute fiel weg, daf&uuml;r wurde eine Version der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/centaur.shtml\">Centaur<\/a> die Centaur G, urspr&uuml;nglich f&uuml;r den Space Shuttle entwickelt eingesetzt. Diese hatte einen gr&ouml;&szlig;eren Durchmesser und nahm so mehr Treibstoff auf. Die zweite Oberstufe war die ebenfalls f&uuml;r das Space Shuttle entwickelte <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ius.shtml\">IUS<\/a>. Die Titan 4B als letzte Version ersetzte die alten Booster aus Stahl durch zwei neue, nun nur noch aus zwei Segmenten, aus leichten CFK-Werkstoffen und einer optimierten Treibstoffmischung.<\/p>\n<p>Erw&auml;hnt muss noch die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/titan1.shtml\">Titan IIIM<\/a> werden. Sie sollte als eine milit&auml;rische Raumstation \u2013 MOL \u2013 zu schwer f&uuml;r die Titan IIID war, dieses \u201eLabor\u201c starten. Sie war eine Titan IIID mit Boostern mit 7 Segmenten. Diese Zahl ergab sich daraus, das die Booster dann genauso lang waren wie die Titan \u2013 Erst- und Zweitstufe zusammen und man sie so oben am Nutzlastadapter anbringen konnte. Die Titan IIIM wurde immer wieder mal ins Spiel gebracht, wenn auch eine Titan III nicht f&uuml;r eine Nutzlast ausreichte, letztendlich aber nie gebaut.<\/p>\n<p>Es gibt also Varianten mit f&uuml;nf, 5,5, sieben Segmentboostern und gar keinen Boostern und es gibt als Oberstufen die Transtage, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/agena.shtml\">Agena<\/a> und Centaur, aber nicht alle Varianten flogen. Zudem gibt es neben der Titan II noch die Titan I, die nie als Raumfahrttr&auml;ger eingesetzt wurde. Das gibt sehr viele Kombinationen, doch man kann die Zahl verk&uuml;rzen. Die Transtage-Oberstufe kann man weglassen. Die Agena Oberstufe hat bei ebenfalls lagerf&auml;hige Treibstoffe, aber einen h&ouml;heren spezifischen Impuls und eine geringere Leermasse. Zudem war sie billiger. Als die Titan 34D startete lief die Agenafertigung aus, allerdings auch die der Transtage.<\/p>\n<p>Die Centaur wiederum wiegt in D-Version schon 15,8 t. Sei wiegt damit halb so viel wie die Titan Zweitstufe. Eine Version mit Boostern kann sie bef&ouml;rdern, aber ohne ist sie zu schwer. Sie kann dann aber die zweite Stufe ersetzen.<\/p>\n<p>Das ergibt folgende Versionen:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"20%\">Version<\/th>\n<th width=\"20%\">Stufe 1<\/th>\n<th width=\"20%\">Stufe 2<\/th>\n<th width=\"20%\">Stufe 3<\/th>\n<th width=\"20%\">Stufe 4<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan I \u2013 Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan I<\/td>\n<td width=\"20%\">Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan I \u2013 Agena<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan I<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan I<\/td>\n<td width=\"20%\">Agena<\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan II \u2013 Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan II<\/td>\n<td width=\"20%\">Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan III Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\">Booster (5)<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan II<\/td>\n<td width=\"20%\">Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan III Agena<\/td>\n<td width=\"20%\">Booster (5)<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan II<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan II<\/td>\n<td width=\"20%\">Agena<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan 34 \u2013 Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\">Booster (5,5)<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan 24<\/td>\n<td width=\"20%\">Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan 34 + Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\">Booster (5,5)<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan 24<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan 24<\/td>\n<td width=\"20%\">Centaur<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan 34 Agena<\/td>\n<td width=\"20%\">Booster (5,5)<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan 24<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan 24<\/td>\n<td width=\"20%\">Agena<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan IIIM \u2013 Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\">Booster (7)<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan II<\/td>\n<td width=\"20%\">Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan IIIM + Centaur<\/td>\n<td width=\"20%\">Booster (7)<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan II<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan II<\/td>\n<td width=\"20%\">Centaur<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Titan IIIM Agena<\/td>\n<td width=\"20%\">Booster (7)<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan II<\/td>\n<td width=\"20%\">Titan II<\/td>\n<td width=\"20%\">Agena<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Nutzlasten habe ich f&uuml;r Fluchtbahnen bei den vierstufigen Varianten und den dreistufigen mit Centaur berechnet, ansonsten f&uuml;r einen 200 km LEO mit 28 Grad Bahnneigung.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"50%\">Version<\/th>\n<th width=\"50%\">Nutzlast<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan I \u2013 Centaur<\/td>\n<td width=\"50%\">3.300 kg in LEO<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan I \u2013 Agena<\/td>\n<td width=\"50%\">2.300 kg in LEO<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan II \u2013 Centaur<\/td>\n<td width=\"50%\">1.400 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan III \u2013 Centaur<\/td>\n<td width=\"50%\">4.200 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan III Agena<\/td>\n<td width=\"50%\">2.800 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 34 \u2013 Centaur<\/td>\n<td width=\"50%\">5.000 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 34 + Centaur<\/td>\n<td width=\"50%\">5.900 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 34 Agena<\/td>\n<td width=\"50%\">3.500 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan IIIM \u2013 Centaur<\/td>\n<td width=\"50%\">6.700 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan IIIM + Centaur<\/td>\n<td width=\"50%\">7.500 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan IIIM Agena<\/td>\n<td width=\"50%\">4.500 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th colspan=\"2\" valign=\"top\" width=\"100%\">Zum Vergleich:<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 24B<\/td>\n<td width=\"50%\">1.050 kg Flucht, 3.900 kg LEO<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan IIIC<\/td>\n<td width=\"50%\">11.532 kg LEO, 2.314 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan IIIE<\/td>\n<td width=\"50%\">5.150 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 4A<\/td>\n<td width=\"50%\">7.500 kg Flucht<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Da die Centaur eine relativ teure Oberstufe ist, ist ihr Einsatz nur gerechtfertigt, wenn die Nutzlast stark ansteigt. Die Titan I Centaur scheidet so aus. Die Nutzlast ist kleiner als die einer Titan II oder in etwa so gro&szlig; wie bei einer Atlas Agena D. Die Titan II Centaur hat eine 40 % h&ouml;here Nutzlast als eine Atlas Centaur und w&auml;re somit interessant.<\/p>\n<p>Alle Titan III Centaur Varianten habe eine hohe Nutzlast f&uuml;r die Fluchtgeschwindigkeit, zur Zeit der Titan III gab es aber zumindest bei der NASA keinen Bedarf \u2013 f&uuml;r die sechs Ausnahmen wurden ja Titan 3E gebaut. Wie es beim Milit&auml;r aussieht \u2013 die Raketen hatten dann ja auch eine hohe GEO Nutzlast wei&szlig; man nicht. Die Titan IIIM ist dabei die interessanteste Variante, weil die Booster billig sind und sie erheblich mehr Nutzlast als die anderen Versionen bietet. Die preiswerte Alternative zur Titan III Centaur w&auml;re die Titan IIIM Agena. Mit etwas h&ouml;herer Nutzlast als die Titan IIIC w&auml;re die Titan III Agena eine Alternativ zur Titan IIIC.<\/p>\n<p>Au&szlig;er der Reihe gab es doch noch eine Nutzlast f&uuml;r welche man eine leistungsf&auml;higere Version ben&ouml;tigt \u2013 Galileo. Die Raumsonde wog dreimal so viel wie Voyager und war selbst f&uuml;r die Space Shuttles an der Nutzlastgrenze. Lange Zeit wechselten die Konfigurationen dauernd. Zeitweise wurde erwogen Probe und Orbiter getrennt zu starten. K&ouml;nnte eine Titan die Nutzlast schaffen?<\/p>\n<p>Galileo wog ohne Nutzlastadapter 2405 kg. Ich rechne mit 2.500 kg mit Adapter zur Oberstufe. Eine Geschwindigkeit von 9,1 km\/s relativ zur Erde wird jedes Jahr f&uuml;r etwa zwei bis drei Wochen unterschritten, das w&auml;re dann ein brauchbares Startfenster. 9,1 km\/s entsprechen einem c3 von 82,9 km\u00b2\/s\u00b2. Selbst die gr&ouml;&szlig;te Titan 34 Centaur Variante schafft nur 1.300 kg auf diese Geschwindigkeit, mit Burner II Oberstufe dann 1500 kg. Die Titan IIIM mit Centaur kommt mit 1.900 kg auf die h&ouml;chste Nutzlast, doch dies reicht dann gerade Mal f&uuml;r einen getrennten Start von Orbiter mit reduzierten Treibstoffreserven) und Probe f&uuml;r die man dann noch einen Bus konstruieren m&uuml;sste. Eine PAM-D Oberstufe, damals grade neu eingef&uuml;hrt erh&ouml;ht die Nutzlast auf 2.000 kg, der bei Voyager verwendete Star 37 Antrieb in der leichtesten Form (Drallstabilisierung) auf 2.100 kg. Das reicht gerade so f&uuml;r den Orbiter, ohne Kapsel. Der wog zwar etwas mehr, aber er ben&ouml;tigte auch Treibstoff f&uuml;r das Orbit Deflection Man&ouml;ver. Bei einem 1986 genannten Trockengewicht von 1138 kg und einem dV von 1600 m\/s errechne ich eine Startmasse von 1.957 kg ohne Adapter, sodass das gerade so klappen k&ouml;nnte. Allerdings geht man beim 1986 Startfenster auch von einer etwas geringeren Startenergie von 80 km\u00b2\/s\u00b2 aus, was die Nutzlast um rund 90 kg erh&ouml;ht. Daf&uuml;r ben&ouml;tigt man ein Man&ouml;ver, dass die Ebene nach dem Start anpasst was wiederum Treibstoff kostet. Real denke ich wird man nicht viel Masse einsparen k&ouml;nnen, sodass Galileo mit einer Titan IIIM mit zus&auml;tzlicher Centaur und Star 37E Oberstufe vielleicht in zwei Teilen startbar w&auml;re. Die Centaur G der Titan 4 w&auml;re wegen der hohen Trockenmasse wohl keine gute Alternative.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der aufmerksame Blogleser schon vermutet, inspiriert mich mein aktuelles Buch zu dem Blog. Denn bei der Recherche stie&szlig; ich auf Pl&auml;ne, f&uuml;r Starts von Titan-Titan-Varianten, f&uuml;r TOPS. Diese gab es aber nie im Einsatz, so die Titan IIIM oder eine Titan IIIE mit Centaur G. 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