{"id":16067,"date":"2022-09-09T17:37:48","date_gmt":"2022-09-09T15:37:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16067"},"modified":"2022-09-09T17:37:48","modified_gmt":"2022-09-09T15:37:48","slug":"voyager-inside-fds-und-kameras","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/09\/09\/voyager-inside-fds-und-kameras\/","title":{"rendered":"Voyager inside: FDS und Kameras"},"content":{"rendered":"<p>Voyager war, wie praktisch alle fr&uuml;hen Raumsonden, eine Sonde die alles in Realzeit machte. Das hei&szlig;t, sie hatte nur begrenzte M&ouml;glichkeiten an Bord Bilder und Daten zu speichern und das Schreiben auf Band war bei Jupiter nicht schneller als das direkte Senden. Das machte Anpassungen n&ouml;tig, denn die Datenrate nahm ja mit steigender Entfernung ab. Heute geht es um einige Details des FDS und der Kameras die ich bei meiner Recherche gefunden habe und die sich so nicht im Buch finden, auch weil sie zu weit gehen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/5f0e75e5d6454adcbf5ae67ae52ea718\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nAber damit wir alle auf dem gleichen Stand sind. Das zentrale Computersystem von Voyager f&uuml;r die Verarbeitung aller Messdaten, aber auch der internen Telemetrie ist das FDS, das Flight Data Subsystem. Es ist der leistungsf&auml;higste Computer an Bord. Leider findet man auch bei der NASA fast nichts &uuml;ber die interne Arbeitswesire des FDS. Aber einiges habe ich herausgefunden.<!--more--><\/p>\n<p>Direkt an das FDS angeschlossen sind die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-instrumente.shtml\">Kameras<\/a>, die nur mit dem FDS funktionieren, die anderen Experimente verarbeiten ihre Daten vor und ben&ouml;tigen das FDS meist nur zum Senden.<\/p>\n<p>Aus den Kameras abgeleitet ist ein zentraler FDS Zyklus von 48 Sekunden Dauer. 48 Sekunden, so lange dauert das Auslesen eines Kamerabildes in besten Fall. Die Kameras arbeiten mit Vidicons, die so ausgelesen werden, wie damals Analogfernseher ihr Bild erzeugten: Ein Elektronenstrahl tastet das Bild zeilenweise ab. An jedem Zeilenende gibt es eine kurze Auszeit, welche die Elektronik braucht, den Elektronenstrahl wieder nach vorne und eine Zeile tiefer umzulenken. Daneben gibt es noch eine l&auml;ngere Auszeit, wenn der Strahl das unterste rechte Pixel erreicht und nach oben gelenkt wird, doch die geht dann schon in den Aktionen, unter die dann kommen um das alte Bild zu l&ouml;schen.<\/p>\n<p>Die Ausleserate betr&auml;gt 14,4 kHz f&uuml;r die Pixel und 7,2 kHz f&uuml;r das FDS. Das FDS ist ein 16 Bit Computer und erfasst so in einem 16 Bit Wort immer zwei Pixel. Ein Bild hat 800 x 800 Pixel, daraus kann man errechnen, dass die reine Ausleserate bei obigen 14,4 kHz nur 44,44 Sekunden betr&auml;gt und nicht 48. Die Differenz entsteht durch die erw&auml;hnte Zeit den Elektronenstrahl am Zeilenende nach vorne zu schicken. Sie dauert bei einer Zeile 4,4 ms. In dieser Zeit kann das FDS die Daten der anderen Instrumente verarbeiten.<\/p>\n<p>Die maximale Datenrate ergibt sich so aus 5,12 MBit pro Bild \/ 48 Sekunden = 106.666 Bit\/s. Wer als Voyager-Kenner nun ruft \u201enein das sind 115.200 Bit\/s\u201c \u2013 das ist die Gesamtdatenrate mit allen Experimenten. Bis Uranus war es so, das sich die Gesamtdaten aus 7.200 Bit\/s f&uuml;r die anderen Experimente und den Kameradaten zusammensetzen. Daher war das Abnehmen der Datenrate mit der Entfernung auch so bedeutsam, denn das ging voll auf die Kameradaten. Ab Uranus war es anders, da wurden \u201eScience\u201c Daten und Bilddaten gemischt und eine Fehlerkorrekturinformationen zugef&uuml;gt, vorher gab es diese Fehlerkorrektur nur bei den Science Daten.<\/p>\n<p>Nun nimmt aber die Datenrate ab. Schon bei Saturn w&auml;re sie ohne Ma&szlig;nahmen auf 29.900 Bit\/s gesunken. Dank dem schon dort praktizierten Zusammenschalten von Antennen betrug sie allerdings in der wichtigsten Phase 44.800 Bit pro Sekunde. Das FDS muss daher f&auml;hig sein, die Bilder auch langsamer zu &uuml;bertragen und das war schon beim Start vorgesehen. Daf&uuml;r gab bei Missionsbeginn folgende Datenraten:<\/p>\n<table width=\"643\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<th width=\"109\">\n<p class=\"western\">Datentyp<\/p>\n<\/th>\n<th width=\"41\">\n<p class=\"western\">Modi<\/p>\n<\/th>\n<th width=\"248\">\n<p class=\"western\">Format<\/p>\n<\/th>\n<th width=\"227\">\n<p class=\"western\">Datenrate Baud<\/p>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"11\" width=\"109\">\n<p class=\"western\">Encounter Imaging, General Science and Engineering<\/p>\n<\/td>\n<td rowspan=\"11\" width=\"41\">\n<p class=\"western\">13<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\">Encounter General Science + Engineering + Imaging volle Aufl&ouml;sung<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">115.200 oder 115.200 Playback oder 7.200 und 115.200 Aufzeichnung<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\"><sup>3<\/sup>\/<sub>4<\/sub> Bild<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">89.600<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\"><sup>1<\/sup>\/<sub>2<\/sub> Bild<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">67.200<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\"><sup>1<\/sup>\/<sub>3<\/sub> Bild<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">44.800<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\"><sup>1<\/sup>\/<sub>5<\/sub> Bild<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">29.866 <sup>2<\/sup>\/<sub>3<\/sub><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\"><sup>1<\/sup>\/<sub>10<\/sub> Bild<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">19.200<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\">2:1 Slow Scan<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">67.200<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\">3:1 Slow Scan<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">44.800<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\">5:1 Slow Scan<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">29.866 <sup>2<\/sup>\/<sub>3<\/sub><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\">10:1 Slow Scan<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">19.200<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"248\">\n<p class=\"western\">5:1 Slow Scan, halbes Bild<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"227\">\n<p class=\"western\">19.200<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das FDS konnte sich &uuml;ber zwei Arten an sinkende Datenraten anpassen. Es konnte die Bilder langsamer auslesen. Das geschah indem die Pause beim Stahlr&uuml;cklauf nach jeder Zeit verl&auml;ngert wurde. Sie konnte von 4,3 ms auf 604,3 ms beim Modus 10:1 verl&auml;ngert werden. Die zweite Anpassung war, dass man Spalten links und rechts weglie&szlig;. Beim halben Bild wurden die mittleren 440 Pixel &uuml;bertragen. Das man ganze Zeilen weglie&szlig;, was programmtechnisch eigentlich einfacher ist, kam erst in der erweiterten Mission bei Uranus und Neptun auf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager-sonde.shtml\">Voyager<\/a> hatte also nur die M&ouml;glichkeit sich in festen Schritten der abnehmenden Datenrate anzupassen. Diese Schritte waren, bei wenn man ganze Frames nimmt 67,2 kbaud bei einer Verdopplung der Auslesedauer, 44,8 kbaud bei der dreifachen, 29,9 kbaud bei der f&uuml;nffachen und 19,2 kbaud bei der zehnfachen Dauer. Auch dann entsprach die &Uuml;bertragungszeit immer Vielfachen von 48 Sekunden Zyklen.<\/p>\n<p>Der 48 Sekunden Zyklus zieht sich wie ein roter Faden durch die Experimente. IRIS und PPS hatten einen 48 Sekunden-Messzyklus, PRA und PWS einen Modus mit hoher Datenrate, ebenfalls im 48 Sekunden Rhythmus. Alle Bilddateien die man heute bei der NASA findet, haben als Dateinamen ein \u201eC\u201c und die laufende FDC-Nummer, die ebenfalls in 48 Sekunden Intervallen inkrementiert.<\/p>\n<p>Es gibt aber noch einen zweiten Zyklus. Was ich beschrieben habe ist der Readout-Zyklus. Es gibt noch den Prepare-Zyklus der der Aufnahme vorangeht. Er besteht aus folgenden Schritten:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"50%\">\n<p class=\"western\">Vorgang<\/p>\n<\/th>\n<th width=\"50%\">\n<p class=\"western\">Zeit<\/p>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">Verschluss schlie&szlig;en<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">2,5 ms<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">Mit Licht fluten<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">0,1 \u2013 2,1 s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">Altes Bild mit 14 L&ouml;schbilden l&ouml;schen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">2,2 \u2013 29,5 s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">Filterrad bewegen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">3,5125 \u2013 11,3525 s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">Verschluss &ouml;ffnen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">30,84 \u2013 45,995 s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">Daraus ergibt sich als maximale Belichtungszeit<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p class=\"western\">15,36 s<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/fds-jupiter.jpg\" width=\"606\" height=\"341\" \/>Nicht ganz klar ist, ob dieser Zyklus immer bis zum Schluss durchlief, auch wenn die Belichtungszeit deutlich k&uuml;rzer als 15,36 s ist, bei Jupiter und Saturn waren typisch 1 Sekunde &uuml;blich. Wenn dem der Fall ist, dann trennen bei Jupiter mindestens zwei FDS-Zyklen (96 Sekunden) zwei Bilder, wenn nicht, so m&uuml;sste es dazwischen auch Abst&auml;nde von einem FDS-Zyklen geben. L&auml;ngere Belichtungszeiten \u2013 in der Prim&auml;rmission eigentlich nur f&uuml;r Navigationsaufnahmen vorgesehen \u2013 erh&auml;lt man durch Verl&auml;ngern der Belichtungszeit um je einen Prepare- und Readout-Zyklus, also 96 Sekunden. Bei der Neuprogrammierung des FDS zwischen Saturn- und Uranusvorbeiflug wurde dies flexibler, sodass auch eine Verl&auml;ngerung um 48 Sekunden m&ouml;glich war.<\/p>\n<p>An dem minimalen Abstand von zwei FDS-Counts &auml;ndert sich auch nichts beim Speichern auf Band, da dieses auch die maximale Datenrate von 115,2 kbit\/s hat. Die einzige Ausnahme die es gibt, ist es wenn beide Zyklen auf getrennten Kameras stattfinden, man also alternierend WAC (Weitwinkelkamera) und NAC (Telekamera) betreibt dann kann eine Kamera im Readout-Zyklus sein und eine im Prepare Zyklus. Das w&auml;re eine Erkl&auml;rung f&uuml;r die zahlreichen Weitwinkelaufnahmen, die man bei Voyager findet, und die in dem Kontext oft keinen Sinn machen weil ihr Blickfeld achtmal gr&ouml;&szlig;er ist, sodass das Ziel in ihr relativ klein ist. Eine andere Begr&uuml;ndung fand ich in einem Bericht &uuml;ber das Neptun Encounter: NAC und IRIS sollen nicht parallel arbeiten k&ouml;nnen. Leider ist das aber die einzige Erw&auml;hnung sodass ich dies nicht verifizieren kann. Bei Jupiter und Saturn ist eine dritte Erkl&auml;rung, dass die Planeten (bei Saturn auch mit Ringsystem) so gro&szlig; sind das sie das Blickfeld der NAC 15 Tage (Jupiter) bzw. 24 Tage vor der Begegnung.<\/p>\n<p>Bei Jupiter konnten die beiden Sonden noch mit der h&ouml;chsten Datenrate senden. Hier w&uuml;rde ich also erwarten das die meisten Bilder 2 Zyklen auseinander liegen, 1 wenn WAC \/ NAC alternierend betrieben werden. Bei Jupiter verliert man beim alternierenden betrieb nichts, weil in der Zeit eines Prepare Zyklus einer NAC ein kompletter WAC Frame &uuml;bertragen wird. Voyager 2 war deutlich weiter von der Erde bei der Begegnung von Jupiter entfernt, sodass f&uuml;r sie auch der Framemodus 1:2 infrage kommt. Weitere Abst&auml;nde sind nat&uuml;rlich m&ouml;glich, wenn es eine Pause zwischen Bildern gibt oder geben muss, z.B. wenn die Sonde bei einer Bodenstation nahe des Horizonts ist bei der anderen noch gar nicht aufgegangen ist. Au&szlig;erdem teilen sich die Bilder in Beobachtungsprogramme auf, zwischen denen es Pausen gibt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/fds-saturn.jpg\" width=\"606\" height=\"341\" \/>Das Bild der Verteilung (gek&uuml;rzt) zeigt das die Vermutung richtig ist. Die meisten Bilder gibt es mit 2 FDS-Zyklen Abstand und bei Voyager 2 sind die Abst&auml;nde gr&ouml;&szlig;er, es gibt auch zahlreiche mit Abstand 3:1 was f&uuml;r den FDS-Mode 2:1 + Prepare-Zyklus steht.<\/p>\n<p>Bei Saturn war es so, das es zwei Datenraten gab. In der Observationsphase 29,9 kbaud entsprechend dem Mode 5:1 (mit Prepare-Zyklus dann 6 FDS-Zyklen) und danach 44,8 kbaud entsprechend dem Mode 3:1. So w&uuml;rde ich einen Peak bei 4:1 erwarten, dann noch 3:1 und 5:1 \/ 6:1. Genau das ist der Fall. Die gro&szlig;e Zahl von 2 FDS Z&auml;hlern f&uuml;hre ich auf Bandaufnahmen zur&uuml;ck, die schnell aufgezeichnet werden und dann sp&auml;ter langsam ausgelesen werden. So bekommt man m&ouml;glichst kleine Ver&auml;nderungen der Position bei Mosaiken die man in den fr&uuml;hen Achtzigern nur mit gro&szlig;em rechnerischen Aufwand sonst entzerren konnte.<\/p>\n<p>Dieser Modus 2:1 f&uuml;r Bandaufzeichnungen wird man dann auch bei Uranus und Neptun finden. Bei Uranus waren durch Datenkompression die gleichen Bildmodi wie bei Saturn aktiv also 5:1 und 3:1. 3:1 ging nur &uuml;ber Australien, sodass 5:1 vorherrschen m&uuml;sste. Bei Neptun kamen die Modi von Uranus ebenfalls zum Einsatz daneben in der Observationsphase noch 10:1. Auch das trifft zu. Mich wunderte nur der Peak bei 7:1 bei Neptun, der so nicht direkt passt. Er passt auch bei angepasster Frameauslesezeit zu keiner Datenrate. Es wurden f&uuml;r Uranus und Neptun neue Modi eingef&uuml;hrt, doch die unterscheiden sich im Weglassen von Zeilen, nicht neuen Framemodi wie 4:1 oder 6:1.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/fds-uranus-neptun.jpg\" width=\"606\" height=\"341\" \/>Man sieht hier einen Vorteil den CCD-Detektoren haben und der sonst kaum auftaucht. Die aufwendige L&ouml;schung des Vidicons ist nicht n&ouml;tig, ein CCD ist sofort wieder aufnahmebereit. Bestimmte CCD-Typen, die Frametransfer-CCD haben sogar einen lokalen Zwischenspeicher. Bei diesen ist eine H&auml;lfte des CCD abgedeckt. In diese H&auml;lfte kann der Inhalt schnell umkopiert werden. Das ist besonders von Nutzen, wenn man wie dies heute &ouml;fters vorkommt, mit Verschlusslosen Kameras arbeitet. Jeder Verschluss kann als mechanisches Bauteil ausfallen. Dann w&uuml;rde beim meist zu langsamen Auslesen des CCD dauernd weiteres Licht auf den CCD fallen und das Bild &uuml;berlichten und verschmieren. Voyagers Verschl&uuml;sse durchliefen 97.000 Zyklen ohne Ausfall. Einem Reserveexemplar der Wide Angle Camera, die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/stardust.shtml\">Stardust<\/a> einsetzte erging es nicht so gut, hier blieb der Verschluss stecken, gottseidank in der Neutralfilterposition. Vielleicht h&auml;tte man die Kamera nachdem sie 25 Jahre lang rumstand, doch etwas mehr testen sollen.<\/p>\n<p>Der Prepare Zyklus h&auml;tte bei reinen NAC-Aufnahmen, nur eingespart werden k&ouml;nnen, wenn es zwei NAC gegeben h&auml;tte. Klingt zuerst ungew&ouml;hnlich, doch aus demselben Grund, der Vorbereitungszeit eines Frames hatten die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/viking.shtml\">Viking Orbiter<\/a> zwei identische Kameras die alternierend betrieben werden, weil sonst bei der Anfertigung von Frames durch die Bewegung der Raumsonde es sonst zu gro&szlig;e abst&auml;nde und damit L&uuml;cken gegeben h&auml;tte. Bei Voyager, die aber schon 50 kg zu schwer war und wahrscheinlich an der Gewichtsgrenze \u2013 f&uuml;r TOPS die dieselbe Route hatten, gab es eine Gewichtsgrenze von 839 kg, also nur 14 kg mehr als Voyager wog, war das wahrscheinlich zu viel Zusatzgewicht gewesen. Der Nutzen w&auml;re optimal auch nur bei Jupiter gewesen, bei allen anderen Planeten nur, wenn die Daten auf Band aufgezeichnet werden, weil sonst die langsame Auslesezeit sowieso die Dauer eines Frames diktiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Voyager war, wie praktisch alle fr&uuml;hen Raumsonden, eine Sonde die alles in Realzeit machte. Das hei&szlig;t, sie hatte nur begrenzte M&ouml;glichkeiten an Bord Bilder und Daten zu speichern und das Schreiben auf Band war bei Jupiter nicht schneller als das direkte Senden. Das machte Anpassungen n&ouml;tig, denn die Datenrate nahm ja mit steigender Entfernung ab. 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