{"id":16083,"date":"2022-09-16T12:04:24","date_gmt":"2022-09-16T10:04:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16083"},"modified":"2022-09-16T12:04:24","modified_gmt":"2022-09-16T10:04:24","slug":"ein-optisches-dsn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/09\/16\/ein-optisches-dsn\/","title":{"rendered":"Ein optisches DSN"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Jahr wird die Raumsonde <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Psyche.shtml\">Psyche<\/a> starten. Sie hat als Experiment ein optisches Terminal an Bord. Optische Daten&uuml;bertragung gilt seit langem als Zukunftstechnologie und ist dem Erdorbit schon dem Versuchsstadium entwachsen. Satelliten im LEO-Orbit, vor allem Satelliten zur Erdbeobachtung, sowohl ziviler wie milit&auml;rischer Natur senden zu einem optischen Terminal an Bord eines Kommunikationssatelliten, der die Daten dann &uuml;ber die Funkverbindung zu einer Bodenstation &uuml;bertr&auml;gt. Ohne die Erdatmosph&auml;re gibt es hier ideale Bedingungen \u2013 keine Lufth&uuml;lle die Signale verzerrt und absorbiert, oder Sonnenlicht das streut. Gleichzeitig ist die Distanz so klein, dass man die hohe Bandbreite einer optischen &Uuml;bertragung voll ausnutzen kann, die man so mit einem Funksender nie hinbekommen w&uuml;rde, bzw. es nicht so freie Frequenzb&auml;nder gibt.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/fc1df4f6a37a4cbaaac0e4d06355c658\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nDie optische Kommunikation &uuml;ber gro&szlig;e Distanzen hinkt im Einsatz hinterher. Das liegt daran dass nun die Atmosph&auml;re ins Spiel kommt, aber auch daran das alle Weltraumagenturen ein Netz von gro&szlig;en Empfangsstationen von 34 bis 70 m Durchmesser aufgebaut haben, mit rauscharmen Empf&auml;ngern. Der Vorteil gegen&uuml;ber einer einfacheren Bodenstation f&uuml;r Satelliten ist daher nicht so gro&szlig;.<!--more--><\/p>\n<p>Das optische Terminal bei Psyche ist nach dem Test an Bord des Mondsatelliten <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/LADEE.shtml\">LADEE<\/a> der zweite Test au&szlig;erhalb der Erdumlaufbahn und nun ein gro&szlig;er Schritt n&auml;mlich von ~ 400.000 km auf ~ 450 Millionen km.<\/p>\n<p>Die Abbildung hier zeigt die Performance verglichen mit dem Sendesystem des Mars Orbiters MRO, dem leistungsf&auml;higsten in vergleichbarer Entfernung. Ich habe hier mal die Daten der Systeme gegen&uuml;ber gestellt:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"33%\"><\/th>\n<th width=\"33%\">MRO<\/th>\n<th width=\"33%\">Psyche<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Typ:<\/td>\n<td width=\"33%\">X-Band TWTA<\/td>\n<td width=\"33%\">Nah-IR Laser<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Gewicht:<\/td>\n<td width=\"33%\">91,1 kg (nur X-Band, ohne LGA)<\/td>\n<td width=\"33%\">25 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Stromverbrauch:<\/td>\n<td width=\"33%\">172 Watt<\/td>\n<td width=\"33%\">75 Watt<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Davon f&uuml;r Sendeleistung<\/td>\n<td width=\"33%\">100 Watt<\/td>\n<td width=\"33%\">4 Watt<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Datenrate normiert 1 AE<\/td>\n<td width=\"33%\">3.474 Kbit\/s<\/td>\n<td width=\"33%\">5.000 \u2013 18.000 Kbit\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Durchmesser Sendeantenne:<\/td>\n<td width=\"33%\">300 cm<\/td>\n<td width=\"33%\">22 cm<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Empfangsantenne Durchmesser<\/td>\n<td width=\"33%\">34 m<\/td>\n<td width=\"33%\">5,08 m<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a href=\"https:\/\/descanso.jpl.nasa.gov\/monograph\/series13\/DeepCommo_Chapter6--141029.pdf\">Das System des MRO<\/a> wiegt fast das Vierfache, hat mehr als den doppelten Stromverbrauch und trotzdem die kleinere Datenrate. So gesehen spricht viel f&uuml;r das optische System, das nur in zwei Parameter schlecht abschneidet, n&auml;mlich dem hohen Stromverbrauch bei kleiner Sendeleistung (die nat&uuml;rlich auch als Abw&auml;rme abgef&uuml;hrt werden muss) Daneben ist das System verglichen f&uuml;r den Optikdurchmesser relativ schwer. Gemessen an dem Durchmesser ist die HGA des MRO sehr leicht, Sie wiegt 45 kg bei 3 m Durchmesser.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/opt-terminal-psyche.png\" width=\"931\" height=\"583\" \/>Die Nachteile sind: Das Bodensystem arbeitet zwar mit sehr starken Lasern mit 5 kW Leistung. Trotzdem kann dieser Laser nur bis 2,67 AE Distanz detektiert werden. Noch ist es also nichts f&uuml;r Sonden, die weiter entfernt sind (wobei man ber&uuml;cksichtigen muss, das die Erde auch gegen&uuml;ber der Sonne stehen kann also bis maximal 1,67 AE von der Sonne, das w&uuml;rde immerhin den Einsatz Venus und Mars zulassen). Vor allem aber wird es von der Erdatmosph&auml;re viel st&auml;rker beeinflusst. Die Unterschiede zwischen Tag und Nacht liegen bei 3 AE nach der Abbildung zwischen 0,2 und 2,5 Mbit\/s also um den Faktor 12,5. Wolken k&ouml;nnen die Verbindung dauerhaft unterbrechen. Bei der NASA ist man sehr konservativ. MRO, gestartet 2005 hat z.B. auch einen Ka-Band Sender an Bord. Nimmt man die reine Verst&auml;rkung der Sender so sollte MRO im Ka-Band 9,3-mal mehr Daten &uuml;bertragen k&ouml;nnen als im X-Band bei gleicher Sendest&auml;rke. Trotzdem ist es nach wie vor nur als Experiment eingestuft. Das liegt daran, dass von dem Faktor 9,3, wenn man das Wetter ber&uuml;cksichtigt, nicht mehr so viel &uuml;brig bleibt \u2013 im h&ouml;herfrequenten Ka-Band d&auml;mpft Feuchtigkeit in der Luft das Signal viel st&auml;rker ab, vor allem aber kann bei Wolken oder Regen wie bei der optischen Kommunikation die Verbindung komplett abrei&szlig;en. Das letzte Problem sollte aber dadurch, dass inzwischen alle Sonden Daten an Bord speichern und man so die &Uuml;bertragung wiederholen kann, entsch&auml;rft werden. Ein Datenblock wird dann erst durch Kommando nach erfolgreichem Empfang gel&ouml;scht.<\/p>\n<p>Mein Gedanke ist nun: Die Wettereffekte spielen keine Rolle, wenn der Empf&auml;nger im Weltall ist. Gegen&uuml;ber dem DSN ist der Vorteil eines DSN-Satellites bei Funkverbindungen nicht so hoch. Selbst wenn man auf h&ouml;here Frequenzen &uuml;bergeht ist der Sprung der Antenne an Bord eines Satelliten zu den 70 m Antennen doch enorm. Entfaltbare Antennen, die gr&ouml;&szlig;er sein k&ouml;nnen, haben als Nachteile eine hohe Oberfl&auml;chenabweichung, sodass man keine hochfrequenten B&auml;nder nutzen kann. Demgegen&uuml;ber ist das Empfangsteleskop bei Psyche das ausgemusterte 5,08 m Mt. Palomar Teleskop. Das ist verglichen mit modernen Teleskopen nur \u201eMittelma&szlig;\u201c.<\/p>\n<p>So mein Gedanke: wir bauen Satelliten mit Empfangsteleskopen f&uuml;r die optische Kommunikation im Orbit. Nun gelten Weltraumteleskope als teuer. Aber hier liegt die Situation anders. Die Teleskope m&uuml;ssen keine beugungsbegrenzte Abbildung liefern, die es n&ouml;tig macht, dass die Oberfl&auml;che auf <sup>1<\/sup>\/<sub>10<\/sub> der Wellenl&auml;nge genau geschliffen ist. Es reicht wie bei Kommunikationsantennen das sie das Signal im Brennpunkt b&uuml;ndeln. Es wurden schon als Bodenstationen einfache parabolische Spiegel vorgeschlagen. Das spart Kosten und macht die Teleskope auch leichter. Das Teleskop f&uuml;r <a>Herschel<\/a> wog bei 3,5 m Durchmesser nur 300 kg. Mit den heutigen Tr&auml;gerraketen mit Nutzlastverkleidungen von 5 bis 5,4 m Durchmesser d&uuml;rfte der maximal nutzbare Durchmesser bei 4,5 m liegen mit einem Gewicht von 600 kg. Der Satellit d&uuml;rfte dann in der Region von 2 bis 3 t liegen.<\/p>\n<p>Verbesserungen kann es auch beim Sendesystem geben. 75 Watt Stromverbrauch ist schon viel, das kann man noch etwas, aber nicht viel steigern. Was auff&auml;llig ist ist das hohe Gewicht des Terminals verglichen mit dem Teleskop. 22 cm Durchmesser und 25 kg Gewicht: Zum Vergleich die Optik der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/new-horizons2.shtml\">LORRI Kamera<\/a> (20,8 cm Durchmesser) wiegt nur 5,6 kg, hochgerechnet macht die Optik alleine dann 6,6 von den 22 kg aus. W&uuml;rde man 91 kg wie beim MRO f&uuml;r das System veranschlagen und geht man von den Erfahrungswerten aus, das das Gewicht in der 2,6-.fachen Potenz steigert, so w&uuml;rde bei gleicher Sendeleistung ein 60 cm Teleskop m&ouml;glich sein, hebt man nun auch die Sendest&auml;rke soweit an, das sie den Stromverbrauch des MRO trifft, dann erh&auml;lt man folgenden Vergleich:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\"><\/td>\n<td width=\"33%\">MRO<\/td>\n<td width=\"33%\">Psyche<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Typ:<\/td>\n<td width=\"33%\">X-Band TWTA<\/td>\n<td width=\"33%\">Nah-IR Laser<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Gewicht:<\/td>\n<td width=\"33%\">91,1 kg (nur X-Band, ohne LGA)<\/td>\n<td width=\"33%\">91,1 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Stromverbrauch:<\/td>\n<td width=\"33%\">172 Watt<\/td>\n<td width=\"33%\">172 Watt<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Davon f&uuml;r Sendeleistung<\/td>\n<td width=\"33%\">100 Watt<\/td>\n<td width=\"33%\">9,17 Watt<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Datenrate normiert 1 AE<\/td>\n<td width=\"33%\">3.474 Kbit\/s<\/td>\n<td width=\"33%\">240.930 Kbit\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Durchmesser Sendeantenne:<\/td>\n<td width=\"33%\">300 cm<\/td>\n<td width=\"33%\">60 cm<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Empfangsantenne Durchmesser<\/td>\n<td width=\"33%\">34 m<\/td>\n<td width=\"33%\">4,5 m<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Dann sieht die Bilanz deutlich besser aus. Nun kommt man auf fast die 70-Fache Datenrate, also ein Wert den man selbst unter optimalen Umst&auml;nden im Ka-Band nicht erreicht. Noch bedeutender: Der meiste Gewinn resultiert aus dem gr&ouml;&szlig;eren Teleskop (Faktor 7,4) nicht dem st&auml;rkeren Laser. Das erlaubt es speziell bei Deep Space Sonden die RTG als Stromversorgung haben, die Sendest&auml;rke herunterzufahren und durch ein gr&ouml;&szlig;eres Teleskop zu kompensieren. Gegen&uuml;ber dem Mt. Palomar Teleskop ist der Gewinn kleiner 20 % bei Nacht, Faktor 15 am Tag. Im Tagesmittel etwa Faktor 2,5 bis 3.<\/p>\n<p>Es gibt nat&uuml;rlich noch offene Fragen. Der Laser verdampft die Spielbeschichtung. Das f&uuml;hrt schon <a href=\"https:\/\/scilogs.spektrum.de\/go-for-launch\/mars-express-laser-gyroskope-und-warum-es-auch-ohne-geht\/\">woanders zu Problemen<\/a>. Mars Express setzt Ringlaserkreisel als Inertialplattform ein, das sind Interferometer bei denen eine Ver&auml;nderung der Lage sich in einer Ver&auml;nderung der Helligkeit von Lasern die im Kreis geschickt werden &auml;u&szlig;ert. Obwohl die Laser viel geringere Leistungen haben als die Laser bei einer optischen Daten&uuml;bertragung verdampfen sie nach und nach die Beschichtung auf den Spiegeln die den Laserstrahl umlenken und das Instrument wird zunehmend unempfindlicher. Eine L&ouml;sung w&auml;re es wie bei der Fr&uuml;hzeit der Astronomie nicht einen bedampften Rohling aus Glas, oder moderner Siliciumcarbid, zu verwenden sondern eine d&uuml;nne Metallscheibe. Dann hat man keine d&uuml;nne Schicht mit Beschichtung sondern erheblich eine dicke Metallscheibe. Alternativ muss man mehrfach bedampfen und die Schicht zu verst&auml;rken.<\/p>\n<p>Ein aolcher Satellit k&ouml;nnte prinzipiell in jedem Orbit als Empfangstation sein. Es bietet sich aber der geostation&auml;re Orbit an. Die Erde deckt einen Teil des Firmaments ab, dieser Teil ist nicht beobachtbar. Die Auswirkung ist um so kleiner, je weiter man von der Erde entfernt ist. Die geostation&auml;re Umlaufbahn hat den Vorteil das die Kommunikation mit der Erde vereinfacht ist, aber gro&szlig;e Empfangsantennen k&ouml;nnen leicht auch einem Satelliten nachgef&uuml;hrt werden. So w&auml;ren auch andere mittelhohe Umlaufbahnen denkbar oder eine Einschwenken in einen Librationspunkt. Selbst wenn dieser 1,5 Millionen km von der Erde entfernt ist, so ist dies doch um den Faktor 100 bis 1000 n&auml;her als bei Raumsonden. Das einschwenken in den Librationspunkt hat zudem einen etwas geringeren Geschwindigkeitsaufwand als ein GEO-Orbit. Denkbar w&auml;ren aber auch elliptische Orbits. Da Raumsonden nicht dauernd senden, w&auml;re es auch denkbar eine Sonde in einem 500 x 71.000 km Orbit zu lassen. Auch der hat eine Umlaufdauer von 24 Stunden. Je nach Dauer einer Kommunikationssaison k&ouml;nnte ein DSN Satellit zwei bis drei Raumsonden bedienen. Zwischen den Sonden muss er sich drehen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Wof&uuml;r?<\/h3>\n<p>Das ist nat&uuml;rlich die Kernfrage. Denn nat&uuml;rlich ist ein Satellit immer teurer als eine Bodenstation. Die Bodenstationen der ESA in derselben Gr&ouml;&szlig;e wie die 34 m Antenne der NASA kosteten 35 bis 45 Millionen Euro pro St&uuml;ck. Sie k&ouml;nnen zudem l&auml;nger arbeiten als ein Satellit, der vielleicht 10 bis 20 Jahre lang arbeiten kann. Der wird sicher in dem Budget eines Kommunikationssatelliten liegen also bei 100 bis 200 Millionen Euro. Daher lohnt es sich, wenn ich damit so viel mehr Daten gewinnen kann, oder es &uuml;berhaupt Missionen m&ouml;glich macht. F&uuml;r normale Missionen zu Mars Venus oder Kleinplaneten wird man sicher einen DSN-Satellit nicht ben&ouml;tigen oder kann die optische Daten&uuml;bertragung zu einem erdgebundenen Teleskop nutzen.<\/p>\n<p>Ich sehe zwei Einsatzm&ouml;glichkeiten:<\/p>\n<p>Missionen ins &auml;u&szlig;ere Sonnensystem. Dann sinkt die Datenrate sehr schnell ab. Das Kommunikationssystem von MRO w&uuml;rde in maximaler Distanz von Jupiter zur Erde noch 92 kbit\/s bei maximaler Entfernung von Saturn noch 32 kbit\/s Uranus noch 8,7 und Neptun 3,8 kbit\/s liefern. Dann liefern selbst milliardenschwere Missionen wenige Daten. Vorgeschlagene oder genehmigte Missionen zu diesen Planeten wie Europa-Clipper, DragonFly, Enceladus Orbilander, Uranus Orbiter und Neptune Odyssey liegen mit einer Ausnahme in einem Kostenrahmen von 3,4 bis 7,2 Milliarden Dollar. Die zus&ouml;&auml;tzliche Investition von 200 Millionen Euro in einen optischen DSN-Satellitem w&uuml;rde die Datenrate enorm und auf ein ertr&auml;gliches Niveau erh&ouml;hen.<\/p>\n<p>Der zweite Einsatzzweck wird eine bemannte Marslandung sein. Da wollen wir, wenn es sie wirklich mal gibt, doch live dabei sein. Und zwar in HD- oder UHD-Video, nicht verrauschtem SD-Video. Dann reden wir aber von Datenraten im zweistelligen Mbit-Bereich, f&uuml;r die man mit herk&ouml;mmlichen Methoden wirklich gro&szlig;e Sendeantennen und hohe Sendeleistungen braucht \u2013 das MRO Sendesystem &uuml;bertr&auml;gt in maximaler Marsentfernung 500 kbit\/s. F&uuml;r UHD-Video braucht man 20 bis 25 Mbit\/s, also das 40 bis 50-fache. Denkbar w&auml;re es, dass man im Marsorbit einen kleinen Satelliten platziert zu dem die Besatzung per Funk &uuml;bertr&auml;gt und der dann zum DSN-Satellit &uuml;bertr&auml;gt. Das schlie&szlig;t auch St&ouml;rungen durch den Staub in der Marsatmosph&auml;re aus, der periodisch zu einem Staubsturm ausw&auml;chst und es reicht daf&uuml;r dann eine Mittelgewinnantenne und man ben&ouml;tigt keine pr&auml;zise ausgerichtete Optik bei der Expedition, die ja auch Exkursionen durchf&uuml;hrt und damit den Standort wechselt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Jahr wird die Raumsonde Psyche starten. Sie hat als Experiment ein optisches Terminal an Bord. Optische Daten&uuml;bertragung gilt seit langem als Zukunftstechnologie und ist dem Erdorbit schon dem Versuchsstadium entwachsen. 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