{"id":16144,"date":"2022-11-04T17:03:44","date_gmt":"2022-11-04T16:03:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16144"},"modified":"2022-11-04T17:06:54","modified_gmt":"2022-11-04T16:06:54","slug":"trident-2-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/11\/04\/trident-2-0\/","title":{"rendered":"Trident 2.0"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16144\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16144\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>In meinem Buch &uuml;ber Voyager habe ich auch einen Ausblick auf die kommenden Missionen ins &auml;u&szlig;ere Sonnensystem. Das sind nur wenige. In den 45 Jahren seit Voyagers Start hat die NASA nur vier Sonnen ins &auml;u&szlig;ere Sonnensystem entsandt \u2013 <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/galileo.shtml\">Galileo<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/raumsonden-cassini.shtml\">Cassini<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/new-horizons.shtml\">New Horizons<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/juno.shtml\">Juno<\/a>. Zwei weitere Missionen sind in der Planung \u2013 DragonFly und Europa Clipper. In der gleichen Zeit hat die NASA alleine 12 Missionen zum Mars entsandt. Zwei Missionen zu Triton und Io im Discovery Class Segment \u2013 IVO und Trident unterlagen 2019 zwei Venussonden.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/6d5b45193d48493ebf034c8ae64dc059\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nMein Korrekturleser Mario hat den Text von mir noch erg&auml;nzt und besonders das Scheitern von Trident bedauert. Leider musste ich den Text wieder k&uuml;rzen, weil sonst das Buch um vier Seiten \u2013 davon drei-dreiviertel leere Seiten \u2013 l&auml;nger geworden w&auml;re. Aber den Gedanken, Trident k&ouml;nnte doch noch zu Neptun und Triton aufbrechen will ich mal aufnehmen.<!--more--><\/p>\n<p>Viel ist &uuml;ber die Trident-Mission nicht bekannt, aber die Daten der Kamera findet man <a href=\"https:\/\/trs.jpl.nasa.gov\/bitstream\/handle\/2014\/52352\/CL%2320-0589.pdf?sequence=1\">hier<\/a> und eine Gewichtsabsch&auml;tzung <a href=\"https:\/\/trs.jpl.nasa.gov\/bitstream\/handle\/2014\/51128\/CL%2320-0056.pdf\">hier<\/a>. Demnach hat Trident ein 30 cm Teleskop das beugungsbegrenzt arbeitet mit einem 4 Mpixel Detektor mit einer Aufl&ouml;sung von 2 \u00b5Rad und einem Gesichtsfeld von 4 mrad. &Uuml;bertragen auf unseren Mond der in etwa genauso weit von der Oberfl&auml;che der Erde wie Io von Jupiters Oberfl&auml;che entfernt ist und fast genauso gro&szlig; wie Io ist, entspricht dies einem Gesichtsfeld von 1.540 km bei einer Aufl&ouml;sung von 0,76 km. Es dauert bei Triton 13 s ein Bild zu gewinnen, die meiste Zeit f&uuml;r die Neupositionierung der Raumsonde die als ganzes geschwenkt wird. Geplant war ein Start von Triton an Bord einer Atlas V die 1.800 kg auf das geplante C<sub>3<\/sub> bef&ouml;rdern kann. Das entsprach einem Polster von 52 % der Trockenmasse, die also bei 864 kg liegt.<\/p>\n<p>Klar ist, das Trident nicht die urspr&uuml;ngliche Route nehmen kann, die aus mehreren Swing-Bys im inneren Sonnensystem besteht. Dazu h&auml;tte sie 2019 genehmigt werden m&uuml;ssen. Doch Jupiter w&auml;re erst am 29.6.1932 erreicht worden, das bietet bei einer direkten Route gen&uuml;gend Zeit, die Sonde auf einer direkten Route zu entsenden, wenn sie jetzt genehmigt wird. Die Reise zu Jupiter dauert maximal 2 Jahre, (real sogar nur 1 \u00bc Jahre). W&uuml;rde man 2030 starten so w&auml;re die Mission m&ouml;glich. Das ist vier Jahre sp&auml;ter als das geplante Startdatum. Die Finalisten der letzten Discovery Auswahl wurden am 13.2.2020 bekanntgegeben, so h&auml;tte man noch bis 2024 Zeit f&uuml;r eine Genehmigung, wenn die Sonde wie im urspr&uuml;nglichen Zeitplan gebaut wird.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Routenplanung<\/h2>\n<p>Ich habe zuerst im <a href=\"https:\/\/trajbrowser.arc.nasa.gov\/traj_browser.php?NEAs=on&amp;NECs=on&amp;chk_maxMag=on&amp;maxMag=25&amp;chk_maxOCC=on&amp;maxOCC=4&amp;chk_target_list=on&amp;target_list=Neptune&amp;mission_class=oneway&amp;mission_type=flyby&amp;LD1=2029&amp;LD2=2040&amp;maxDT=10&amp;DTunit=yrs&amp;maxDV=10&amp;min=DV&amp;wdw_width=365&amp;submit=Search#a_load_results\">NASA Trajetory Browser<\/a> nach Routen zu Neptun gesucht. Der Trajectory Browser hat f&uuml;r diese Missionen leider sehr enge Begrenzungen f&uuml;r die Missionsdauer und Startenergie sodass er nur zwei Routen liefert:<\/p>\n<p><a name=\"results_table\"><\/a><\/p>\n<table width=\"643\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<thead>\n<tr bgcolor=\"#222222\">\n<th bgcolor=\"#ffffff\" width=\"110\"><a name=\"th_DestFlyby\"><\/a> Earth<br \/>\nDeparture<\/th>\n<th bgcolor=\"#ffffff\" width=\"112\"><a name=\"th_DT\"><\/a> Destination<br \/>\nFlyby<\/th>\n<th bgcolor=\"#ffffff\" width=\"81\"><a name=\"th_C3\"><\/a> Duration<\/th>\n<th bgcolor=\"#ffffff\" width=\"80\"><a name=\"th_DLA\"><\/a> Injection<br \/>\nC3<br \/>\n(km2\/s2)<\/th>\n<th bgcolor=\"#ffffff\" width=\"36\"><a name=\"th_DVi\"><\/a> Abs<br \/>\nDLA<\/th>\n<th bgcolor=\"#ffffff\" width=\"80\"><a name=\"th_DVpi\"><\/a> Injection<br \/>\n\u0394V<br \/>\n(km\/s)<\/th>\n<th bgcolor=\"#ffffff\" width=\"46\"><a name=\"th_DV\"><\/a> Post-<br \/>\nInjection<br \/>\n\u0394V (km\/s)<\/th>\n<th bgcolor=\"#ffffff\" width=\"46\"><a name=\"th_Vflyby\"><\/a> Total<br \/>\n\u0394V<br \/>\n(km\/s)<\/th>\n<th bgcolor=\"#ffffff\" width=\"52\"><a name=\"th_Route\"><\/a> Flyby<br \/>\nspeed<br \/>\n(km\/s)<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr bgcolor=\"#000000\">\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"110\">Mar-29-2032<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"112\">Nov-12-2039<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"81\">7.62 yrs<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"80\">121.1<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"36\">28\u00b0<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"80\">7.78<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"46\">0.17<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"46\">7.95<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"52\">29.78<\/td>\n<\/tr>\n<tr bgcolor=\"#222222\">\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"110\">Feb-23-2031<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"112\">Mar-14-2038<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"81\">7.05 yrs<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"80\">125.4<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"36\">19\u00b0<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"80\">7.92<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"46\">0.05<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"46\">7.97<\/td>\n<td bgcolor=\"#ffffff\" width=\"52\">32.52<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Es sieht sogar noch etwas besser aus, wir k&ouml;nnen ein bis zwei Jahre sp&auml;ter starten. Nimmt man eine Bauzeit von 6 Jahren wie beim Original an, so h&auml;tten wir bis 2025 Zeit die Sonde zu genehmigen. Der urspr&uuml;ngliche Vorbeiflugtermin lag am 28.9.2038 bei Neptun.<br \/>\nJupiter wird bei der Passage Start 2038 in 0,49 Radien Abstand passiert, 2039 sind 7,04 Radien, beide Angaben &uuml;ber der Wolkenobergrenze, bei der originalen Trident waren es im Dokument 2,24 Radien, aus der Abbildung aber ableitbar vom Zentrum aus nbetrachtet, also 1,23 Radien &uuml;ber der Wolkengrenze. &Uuml;ber die Bedeutung der Angaben komme ich noch zur&uuml;ck.<\/p>\n<p>Relevant f&uuml;r eine Suche nach Startvehikeln ist in jedem Fall das C<sub>3<\/sub> das bei 121 km\u00b2\/s\u00b2 beim Start 2032 und bei 125,4 km\u00b2\/s\u00b2 beim Start 2021 liegt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Startgelegenheiten<\/h3>\n<p>Heute gibt es drei Tr&auml;gerraketen die potenziell f&uuml;r den Start in Frage kommen, die Atlas V, die Falcon 9 und Falcon Heavy. Es kann sein, das 2032 keine dieser Startgelegenheiten mehr zur Verf&uuml;gung steht. Bald stehen der Jungfernflug der Vulcan und des Starships an, beide sollen die bisherigen Modelle abl&ouml;sen. Dazu k&auml;me noch die New Glenn. W&uuml;rden die USA eine internationale Zusammenarbeit anstreben so k&auml;men auch Ariane 6 und H-3 in frage.<\/p>\n<p>Aufgrund des hohen C<sub>3<\/sub>, wir reden von 15,6 bis 15,7 km\/s Geschwindigkeit relativ zur Erdoberfl&auml;che, ist es aber zweifelhaft ob die meisten Tr&auml;ger diese Nutzlast bef&ouml;rdern k&ouml;nnen. Die Atlas V 551 konnte gerade mal die 500 kg schwere New Horizons Sonde auf 16 km\/s beschleunigen. Vor allem spielt bei diesen hohen Geschwindigkeiten die bei allen Tr&auml;gern unbekannte Trockenmasse der Oberstufe eine Rolle. Ich habe daher einen anderen Weg gehangen. Ich gehe davon aus, das Triton nicht alleine die Nutzlast ist, sondern eine Kickstufe eingesetzt wird. Dann muss ich nur die Nutzlast berechnen die auf eine Geschwindigkeit beschleunigt wird, die um den Betrag den die Kickstufe liefert niedriger ist.<\/p>\n<p>Trident wiegt 864 kg trocken. Dazu kommt der Treibstoff. F&uuml;r die beiden Bahnen braucht man maximal 166 m\/s zus&auml;tzlich. Ich habe das auf 300 m\/s aufgerundet um eine Anpassung der Bahn nach Jupiter zu machen, dazu noch sp&auml;ter mehr. Bei Hydrazin als Treibstoff (spezifischer Impuls 2.000 m\/s) kommt man so auf eine Startmasse von 1.004 kg. Dazu kommt noch die Oberstufe und unabh&auml;ngig von dieser noch 200 kg f&uuml;r einen Adapter mit Spinntisch. Daraus errechnet man dann folgende Eckdaten:<\/p>\n<ul>\n<li>Zielgeschwindigkeit: 15.707 m\/s<\/li>\n<li>Nutzlast: 1.004 kg<\/li>\n<li>Spinntisch: 200 kg<\/li>\n<li>Stufenmasse: 1.148 bis 3.697 kg<\/li>\n<\/ul>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Stufe<\/td>\n<td width=\"33%\">Gesamtgewicht<\/td>\n<td width=\"33%\">Zielgeschwindigkeit<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Star 37 FM<\/td>\n<td width=\"33%\">2.352 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">13.758 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Star 48 V<\/td>\n<td width=\"33%\">3.369 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">12.824 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Star 63<\/td>\n<td width=\"33%\">4.901 kg<\/td>\n<td width=\"33%\">12.425 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Damit man einen Vergleich hat. Von Cape Canaveral aus ben&ouml;tigt man ungef&auml;hr 12 km\/s f&uuml;r einen GEO. Jede Rakete die mindestens 6 t in einen GEO bef&ouml;rdern kann d&uuml;rfte mit Sicherheit die L&ouml;sung mit dem Star 63 Antrieb starten k&ouml;nnen. Nach der <a href=\"https:\/\/elvperf.ksc.nasa.gov\/Pages\/Results.aspx\">NASA Performance Website<\/a> w&uuml;rde Vulcan Centaur VC6 problemlos die L&ouml;sung mit dem Star 37 oder 63 Antrieb bef&ouml;rdern k&ouml;nnen, f&uuml;r die Vulcan VC4 k&auml;me auch f&uuml;r die Star 48 in Frage. W&auml;re eine Falcon Heavy noch 20232 verf&uuml;gbar, so w&uuml;rde auch sie sich eignen, wenn man auf die Bergung der Stufen verzichtet. Ich vermute das angesichts von 13 t in den GTO wahrscheinlich auch die New Glenn in Frage k&auml;me.<\/p>\n<p>Es g&auml;be also mindestens eine, vielleicht sogar drei Tr&auml;gerraketen, die eine Trident &uuml;ber Jupiter starten k&ouml;nnten. Au&szlig;er der Reihe: Die Vulcan VC6 k&ouml;nnte auch die Star 48V Version direkt zu Neptun starten, nur dauert dann die Reise &uuml;ber 14 Jahre. Die Falcon Heavy (ohne Stufenbergung) liegt noch besser, aber nach Musk wird diese ja in wenigen Jahren durch das Starship ersatzlos ersetzt.<\/p>\n<h3 class=\"western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/io-morabito.jpg\" width=\"1000\" height=\"1000\" \/>Trident 2.0 = IVO 0.5<\/h3>\n<p>Nicht nur Trident unterlag bei der 2019-er Ausschreibung, sondern auch <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Kenneth-Hibbard\/publication\/260463911_Io_Volcano_Observer_IVO_Budget_travel_to_the_outer_Solar_System\/links\/5d4d8de84585153e5949d179\/Io-Volcano-Observer-IVO-Budget-travel-to-the-outer-Solar-System.pdf\">IVO<\/a>. IVO (Io Vulcanic Observer) h&auml;tte Io bei insgesamt neun Vorbeifl&uuml;gen erkundet. In der Umgebung von Io als innerstem galileischen Mond ist der Strahlungsg&uuml;rtel um ein Vielfaches st&auml;rker als bei Europa, entsprechend wird weder die JUICE Mission noch Europa Clipper dem Mond nahe kommen.<\/p>\n<p>Io umrundet Jupiter in 5,9 Radien Abstand, also 4,9 Radien &uuml;ber der Wolkenoberfl&auml;che. 2038 passiert Trident Jupiter in nur 0,49 Radien Abstand. Das ist innerhalb Ios Orbit. Die Sonde k&ouml;nnte also beide H&auml;lften sowohl die jupiterzugewandte wie auch die abgewandte fotografieren. Daf&uuml;r gibt es sogar zwei Optionen: Die eine ist es, die eine H&auml;lfte von Io wegen seiner schnellen Rotation aus der Distanz zu fotografieren. Nach meiner Simulation ist Trident beim 2038-er Vorbeiflug 1,5 Millionen km von Io entfernt wenn er genau einen halben Umlauf von der Vorbeiflugposition entfernt ist. Aus dieser Distanz kann die Kamera immerhin Aufnahmen mit einer Aufl&ouml;sung von 3 km anfertigen (Io ist dann etwa 1200 x 1200 Pixel gro&szlig;). Die zweite M&ouml;glichkeit ist es Io im Gegenlicht von Jupiter zu fotografieren. Die nicht von der Sonne beschienene H&auml;lfte wird von Jupiter beleuchtet. Jupiter ist nat&uuml;rlich nicht so hell wie die Sonne, aber er ist viel ausgedehnter, bei Io macht hat er einen Durchmesser von knapp 12 Grad. Das ist vergleichbar mit dem fotografieren einer Mondfinsternis. Anders als bei der Mondfinsternis beleuchtet aber der Jupiter Io, w&auml;hrend eine Mondfinsternis immer nachts stattfindet. Unter optimalen Umst&auml;nden ist Jupiter 4,3 mag dunkler als die Sonne, das verl&auml;ngert die Belichtungszeit um den Faktor 52. Bei New Horizons wurde ein Bild 38 ms lang belichtet, sodass man etwa bei einer Belichtungszeit von 2 Sekunden landet. Wird die Bewegung w&auml;hrend dieser Zeit kompensiert, so kann die Nachtseite im Jupitergegenschein fotografiert werden. Ich kam drauf, weil Cassini Iapetus bei der einzigen nahen Passage im Saturngegenschein fotografierte. Das ergab dunkle Bilder, aber sie zeigten Details. Dabei ist Iapetus weiter von Saturn entfernt als Io von Jupiter und Saturn weiter von der Sonne als Jupiter entfernt, die Aufnahme von Iapetus ist also deutlich ung&uuml;nstiger. Man sieht den Effekt auch hier auf dieser ber&uuml;hmten Enddeckungsaufnahme von Ios Vulkanismus. Io wurde &uuml;berbelichtet, weil es eine Navigationsaufnahme war, aber man sieht deutlich das die nicht von der Sonne beschienene Oberfl&auml;che sichtbar ist. Dabei entstand diese Aufnahme mit einem Vidicon mit viel geringer Quantenausbeute als heutigen CCD oder CMOS Sensoren.<\/p>\n<p>Beim Vorbeiflug 2039 wird Jupiter in 7,04 AE Distanz passiert, Io kommt Trident dann minimal 81.400 km nahe und sie kann so nur im Detail die jupiterabgewandte Hemisph&auml;re erfassen (Io rotiert wie unser Mond gebunden, weist Jupiter also immer dieselbe H&auml;lfte zu).<\/p>\n<p>Gegen&uuml;ber IVO hat die Kamera von Trident eine 2,5-mal h&ouml;here Aufl&ouml;sung, sodass sie bei einem sehr nahen Vorbeiflug weitaus bessere Aufnahmen als IVO machen k&ouml;nnte. Bei Triton sind Aufnahmen von 400 bis 160 m Aufl&ouml;sung bei einem globalen Mosaik geplant, eine &auml;hnliche Aufl&ouml;sung w&auml;re bei Io auch m&ouml;glich, dazu m&uuml;sste der Mond nicht mal nahe passiert werden (die 160 m werden in 40.000 km Distanz erreicht). Es w&auml;ren mit Sicherheit bei geeigneter Vorbeiflugdistanz die besten Aufnahmen die es von Io jemals gibt.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich muss Io im Flugpfad liegen. Doch das ist m&ouml;glich. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/voyager.shtml\">Voyager<\/a> 1 startete auch vier Tage sp&auml;ter als geplant und passierte trotzdem Io in der geplanten Distanz. Die Sonde kann die Flugbahn anpassen. In diesem Falle w&uuml;rde man die Bahn zuerst so legen das Io nahe passiert wird und nach der Passage von Jupiter sie so korrigieren das die Beobachtungsbedingungen f&uuml;r Triton die gleichen sind, die geplant waren. Auch hier gibt es bei Voyager etwas &auml;hnliches. Voyager 2 f&uuml;hrte ihr gr&ouml;&szlig;tes Bahnman&ouml;ver nach der Uranuspassage durch, es verlegte den Neptunvorbeiflug um zwei Tage nach vorne. Daher habe ich 100 m\/s als zus&auml;tzliche Geschwindigkeitsbudget angesetzt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Fazit<\/h3>\n<p>Trident w&auml;re auch heute noch m&ouml;glich. Es gibt Tr&auml;gerraketen die sie direkt zu Jupiter bef&ouml;rdern k&ouml;nnen. Es wird etwas teurer, weil man noch eine zus&auml;tzliche Feststoffoberstufe braucht. Auf der anderen Seite reduziert sich die Missionszeit um f&uuml;nf bis sechs Jahre. Das entspricht bei den verwendeten <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/cassini-rtg.shtml\">MMRTG<\/a> 10 Prozent mehr elektrischer Leistung. Da die Mission darauf basiert, Batterien aufzuladen, um f&uuml;r einige Stunden pro Tag Experimente oder Sender zu betreiben, vereinfacht dies die Mission bei Neptun bzw. l&auml;sst einen l&auml;ngeren Betrieb von Experimenten oder Sendern zu. Das ist dann sogar ein Vorteil der direkten Route.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16144\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16144\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>In meinem Buch &uuml;ber Voyager habe ich auch einen Ausblick auf die kommenden Missionen ins &auml;u&szlig;ere Sonnensystem. 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