{"id":16210,"date":"2022-11-25T09:46:57","date_gmt":"2022-11-25T08:46:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16210"},"modified":"2022-11-25T09:46:57","modified_gmt":"2022-11-25T08:46:57","slug":"wasser-als-treibstoff-fuer-satelliten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/11\/25\/wasser-als-treibstoff-fuer-satelliten\/","title":{"rendered":"Wasser als Treibstoff f&uuml;r Satelliten"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16210\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16210\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Will oder muss sein Satellit seine Bahn &auml;ndern so ben&ouml;tigt er Treibstoff. Traditionell geht dies mit einem chemischen Treibstoff, etabliert hat sich die Kombination Monomethylhydrazin (MMH) und Stickstofftetroxid (NTO) und seit einigen Jahren auch Ionentriebwerke, die ein Arbeitsmedium verdampfen, ionisieren und durch ein elektrisches feld beschleunigen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/730dcaf86514410a84d42a8c85f9acde\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nIch will heute mal eine Alternative untersuchen, die zumindest theoretisch dazwischen einzuordnen ist: Wasser als Treibstoff. Wasser ist ja nicht direkt als chemischer Treibstoff nutzbar, noch als Arbeitsmedium f&uuml;r Ionentriebwerke. Aber man kann Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff spalten und diese als chemischen Treibstoff einsetzen. Das hat folgende Vor- und Nachteile:<!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>gegen&uuml;ber den lagerf&auml;higen chemischen Treibstoffen ist der spezifisch Impuls gr&ouml;&szlig;er, die ben&ouml;tigte Treibstoffmenge kleiner.<\/li>\n<li>Je nach zwischen zwei Perioden generierter Gasmenge kann es sein das man kleinere Tanks als bei chemischen Treibstoff ben&ouml;tigt. Das spart Gewicht ein.<\/li>\n<li>Gegen&uuml;ber Ionentriebwerken hat der Treibstoff einen geringeren spezifischen Impuls, aber einen h&ouml;here Schub und man erreicht schneller die Endposition im Zielorbit<\/li>\n<li>Gegen&uuml;ber Ionentriebwerken kann auch die Tankmasse geringer sein, da diese Druckgastanks ben&ouml;tigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>So w&uuml;rde ich, ohne Rechnung die Nutzlast etwas h&ouml;her als bei lagerf&auml;higen Treibstoffen einordnen und deutlich geringer als bei Ionentriebwerken. Die Betriebsdauer ist dagegen deutlich h&ouml;her als bei lagerf&auml;higen Treibstoffen, weil der Treibstoff erst generiert wird, aber deutlich kleiner als bei Ionentriebwerken, weil die h&ouml;here Anstr&ouml;mgeschwindigkeit dieser Triebwerke viel mehr Energie pro Schubeinheit ben&ouml;tigt.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Wie funktioniert es?<\/h2>\n<p>Wie haben beim Start einen Tank mit Wasser, das muss kein Drucktank sein, er kann daher leicht sein. Das Wasser wird dann durch Elektrolyse in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten, die in zwei separaten Druckgastanks landen. Bei geeigneter Position im Orbit (beim &Uuml;bergang vom GTO in den GEO z.B. immer im Apog&auml;um) z&uuml;ndet das Triebwerk und verbraucht den angesammelten Treibstoff.<\/p>\n<p>Der Tank muss also gro&szlig; genug dimensioniert sein, dass er das Gas das zwischen zwei Apog&auml;umsdurchg&auml;ngen anf&auml;llt, aufnimmt. Den Strom liefert der Satellit selbst, typisch ein Kommunikationssatellit, der ohne aktive Sender &uuml;ber einige Kilowatt Leistung verf&uuml;gt, die man nicht ben&ouml;tigt solange er nicht in Betrieb ist.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Treibstoffbilanz<\/h2>\n<p>Relativ einfach zu berechnen ist wie viel Treibstoff man ben&ouml;tigt. Ich gehe von einem Kommunikationssatelliten aus der von Cape Canaveral gestartet wird und ein <span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">\u0394v<\/span> von 1.800 m\/s f&uuml;r den &Uuml;bergang vom GTO in den GEO hat. Auch danach ben&ouml;tigt er noch Treibstoff, um die Position w&auml;hrend seiner Betriebszeit zu halten. Dies wurde von mir zu 400 m\/s abgesch&auml;tzt, das sind zusammen 2.200 m\/s.<\/p>\n<p>Bei lagerf&auml;higen Treibstoffen betr&auml;gt der spezifische Impuls etwa 3.000 m\/s im Mittel. F&uuml;r die entstehende Mischung aus Wasserstoff und Sauerstoff habe ich den spezifischen Impuls erst mit FCEA2 berechnet, weil die st&ouml;chiometrische Mischung, die entsteht nicht ein g&auml;ngiger Raketentreibstoff ist und zudem der Brennkammerdruck klein ist. Ich bin von einem maximalen Druck im Tank von 20 Bar ausgegangen und habe mit 8 Bar als Mittel gerechnet. Bei dem geometrischen Mittel der theoretischen Werte f&uuml;r eingefrorenes und freies Gleichgewicht, kommt man auf einen spezifischen Impuls von 4380 m\/s bei einem Expansionsverh&auml;ltnis von 330 wie es ein 400 N Satellitenantrieb von Airbus hat.<\/p>\n<p>Bei Ionentriebwerken h&auml;ngt die Treibstoffmenge vom spezifischen Impuls ab, ich habe hier mit 30 km\/s gerechnet. Allerdings ist hier der Treibstoffbedarf durch die lange Betriebszeit eines Ionenantriebs, der dauernd arbeitet, h&ouml;her. Ich habe daher hier mit 2.700 m\/s gerechnet. Ich erhalte bei einem anfangs 5.500 kg schweren Satelliten:<\/p>\n<ul>\n<li>lagerf&auml;higer Treibstoff: 2.859 kg<\/li>\n<li>Wasser, elektrolytisch gespalten: 2.172 kg<\/li>\n<li>Ionenantriebsmedium: 474 kg<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat&uuml;rlich schneidet der Ionenantrieb alleine durch den spezifischen Impuls viel besser ab, doch das ist nur ein Aspekt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Tankdimensionierung<\/h3>\n<p>Die Vorgehensweise d&uuml;rfte folgenderma&szlig;en sein: Der Satellit spaltetet w&auml;hrend des gr&ouml;&szlig;ten Teils der Zeit Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff. Diese landen in Tanks, die so dimensioniert sein m&uuml;ssen, dass sie die maximal zwischen zwei Z&uuml;ndungen generierte Menge aufnehmen. Ein Satellit im GTO hat anfangs eine Umlaufdauer von etwas &uuml;ber 10 Stunden, und am Schluss, kurz bevor er den GTO erreicht, eine von 24 Stunden. Also bietet es sich an diese 24 Stunden als Maximaldauer zu nehmen. Die Gr&ouml;&szlig;e der Tanks ist dann noch von der generierten Menge an Gasen pro Zeiteinheit und dem Tankdruck abh&auml;ngig. Den Druck hatte ich schon zu 20 bar festgelegt. Um 1 Mol Wasser in seine Elemente zu spalten, braucht man 286.8 kJ, wobei die Elektrolyse je nach eingesetzter Technologie nur einen Wirkungsgrad von 40 bis 70 Prozent hat, ich rechne mit 50 Prozent. Dann muss man noch die zur Verf&uuml;gung stehende Strommenge kennen. Ich gehe von 8 kW Leistung aus, von denen 7 kW nutzbar sind. Daraus kann man ein Volumen (Molvolumen 22,4 l, Molgewicht 0,018 kg) von 23.618 l (1.054,4 Mol ~ 19 kg) f&uuml;r Sauerstoff und Wasserstoff berechnen. Bei 20 Bar Druck ben&ouml;tigt man also zwei Tanks von 1180 l Volumen. Airbus hat welche mit dem ben&ouml;tigten Volumen im Sortiment mit 1207 l Volumen. F&uuml;r den chemischen Treibstoff ben&ouml;tigt man in etwa dieselbe Gr&ouml;&szlig;e. Dazu k&auml;me noch der Wassertank, doch dies ist kein Drucktank. Er muss einen geringen Druck aushalten der sich aus der H&ouml;he der Wassers&auml;ule und der maximalen Beschleunigung beim Raketenstart bzw. Vibrationen ergibt. Doch selbst der 1207 l Tank wiegt nur 52,5 kg so ist der Wassertank kein gro&szlig;er Gewichtsfaktor.<\/p>\n<p>Anders sieht es beim Ionentriebwerk aus. Es sind hier zwar nur 474 kg Arbeitsgas, aber diese 474 kg sind immer gasf&ouml;rmig, w&auml;hrend bei Wasser maximal 19 kg gasf&ouml;rmig sind und der Rest wie beim chemischen Antrieb fl&uuml;ssig sind. Bei gleicher Technologie ben&ouml;tigt man f&uuml;r 474 kg Xenon Druckgas einen Tank der 4052 l bei 20 Bar Druck entspricht oder eben einem kleineren Volumen bei h&ouml;herem Druck (typisch haben Gasdrucktanks einen Anfangsdruck von 200 bis 400 Bar). Damit addiert aber der Ionenantrieb mindestens 50 kg Zusatzgewicht f&uuml;r den Tank gegen&uuml;ber den beiden fl&uuml;ssigen Varianten.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Zeitdauer<\/h3>\n<p>Beim chemischen Antrieb mit lagerf&auml;higem Treibstoff z&uuml;ndet der Antrieb jeweils im Apog&auml;um. Da seit 1974 der 400 N Antrieb der Standard ist, Satelliten seitdem aber um den Faktor 20 schwerer wurden, findet das heute nicht auf einmal statt, um die Gravitationsverluste zu verringern. Ein 5,5 t Satellit muss etwa ein Dutzend Mal seinen antrieb z&uuml;nden, doch das kann er bei anfangs zwei Uml&auml;ufen pro Tag in ein bis zwei Wochen durchf&uuml;hren.<\/p>\n<p>Bei der Elektrolyse von Wasser ergibt sich die Zeitdauer aus der Treibstoffmenge, geteilt durch die oben errechnete generierte Treibstoffmenge pro Tag, 19 kg. Bei 1.800 m\/s Korrekturkapazit&auml;t (die obigen 2.172 kg beziehen sich auf die Gesamttreibstoffmenge die auch Lagenkorrekturen &uuml;ber einen jahrelangen Betrieb beinhaltet) errechnet sich eine Treibstoffmenge von 1.854 kg. In 98 Tagen, also etwas mehr als drei Monaten w&auml;re die Endposition erreicht.<\/p>\n<p>Beim Ionenantrieb h&auml;ngt neben der verf&uuml;gbaren Strommenge die Dauer auch von der Effizienz des Ionentriebwerks und des spezifischen Impulses. ab. Der spezifische Impuls wurde hier zu 30.000 m\/s festgesetzt, ein typischer Effizienzwert f&uuml;r ein Ionentriebwerk ist 65 %. Auf Basis dieser Werte errechnet sich bei 7 kW Leistung eine Betriebsdauer von 444 Tagen, also nochmals deutlich l&auml;nger als bei der Elektrolyse von Wasser.<\/p>\n<p>In der Praxis w&auml;re dies zu lang. Es gibt mehrere L&ouml;sungen \u2013 mehr Strom, es gibt Solargeneratoren die bis zu 20 kW Listung liefern, die Reduktion der Geschwindigkeitsanforderung, so gelangt der vor wenigen tagen gestartete Eutelsat 10B in einen super-synchronen Orbit, der ihn bis zu 66.000 km Distanz bringt. Da ein Ionenantrieb fast w&auml;hrend der gesamten Umlaufszeit arbeitet ,ist er so die meiste Zeit &uuml;ber dem GEO was die Gravitationsverluste ansenkt. Die letzte M&ouml;glichkeit die auch mit Ionentriebwerken m&ouml;glich ist, ist es den spezifischen Impuls gezielt abzusenken. Reduziert man den spezifischen Impuls auf die H&auml;lfte, braucht man zwar doppelt so viel Treibstoff, aber die Zeitdauer sinkt auf ein Viertel ab und erreicht mit 111 Tagen eine tolerierbaren Bereich. Dann reden wir aber auch von der nahezu doppelten Treibstoffmenge (nicht ganz, weil die f&uuml;r die Lageregelung unangetastet bleibt): 817 kg.<\/p>\n<p>Die Masse der Triebwerke spielen in allen Szenarien keine Rolle, wir reden hier von einigen Kilogramm Gewicht. Unbekannt ist das Gewicht einer Elektrolyseanlage.<\/p>\n<h2>Optimierungen<\/h2>\n<p>Man kann den Betrieb nat&uuml;rlich optimieren, wenn man eine etwas l&auml;ngere Zeitdauer zul&auml;sst. Erlaubt man das die Tanks kurzzeitig (zum Ende der Elektrolyseperiode den Pr&uuml;fdruck von 25 Bar erreichen, stoppt daf&uuml;r den Betrieb sobald man 6 Bar unterschreitet, dann ben&ouml;tigt man zum einen etwas kleinere Tanks, zum anderen steigt der spezifische Impuls von 4464 m\/s an. Das reduziert die Treibstoffmenge von 2.172 kg auf 2.140 kg und spart etwa 20 kg bei den Tanks ein, bringt in der Summe also nur einen kleinen Gewinn von 52 kg. Dem Fortspinnen des Gedankens, n&auml;mlich Wasserstoff und Sauerstoff in Hochdrucktanks bei typisch 200 bis 400 Bar Druck zu lagern und so durch h&ouml;heren Brennkammerdruck den Impuls weiter zu steigern setzt das Raketentriebwerk Grenzen: Es gibt schon kleine Triebwerke die Wasserstoff und Sauerstoff verbrennen, sie sind wie Satellitenantriebe aber f&uuml;r niedrige Brennkammerdr&uuml;cke bis 20 Bar ausgelegt. Daneben braucht man auch Energie um das Gas zu komprimieren.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Zusammenfassung<\/h2>\n<p>In der folgenden Tabelle habe ich die Massen von Tanks und Treibstoff und Betteisdauern aufgef&uuml;hrt, ankere Systeme habe ich bewusst weggelassen.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"20%\">System<\/th>\n<th width=\"20%\">Chemischer, lagerf&auml;higer Treibstoff<\/th>\n<th width=\"20%\">Wasser, elektrolytisch gespalten<\/th>\n<th width=\"20%\">Wasser, elektrolytisch gespalten optimiert<\/th>\n<th width=\"20%\">Xenon als Arbeitsmedium f&uuml;r Ionenantrieb<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Gewicht Treibstoff:<\/td>\n<td width=\"20%\">2.859 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">2.172 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">2.141 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">817 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Gewicht Tanks:<\/td>\n<td width=\"20%\">132 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">125 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">105 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">304 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Summe:<\/td>\n<td width=\"20%\">2.991 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">2.207 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">2.146 kg<\/td>\n<td width=\"20%\">1.121 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Betriebsdauer:<\/td>\n<td width=\"20%\">~ 10 Tage<\/td>\n<td width=\"20%\">98 Tage<\/td>\n<td width=\"20%\">98 Tage<\/td>\n<td width=\"20%\">111 Tage<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2 class=\"western\">Fazit<\/h2>\n<p>An der Tabelle ist es deutlich sichtbar, warum bisher niemand auf die Idee gekommen ist Wasser elektrolytisch in seine Bestandteile aufzuspalten und als Treibstoff zu nutzen. Gegen&uuml;ber dem chemischen Treibstoff kann man zwar ein Viertel der Masse einsetzen. Aber daf&uuml;r dauert der Transfer in den geostation&auml;ren Orbit nun &uuml;ber drei Monate. Wenn man diese Zeit aber hat, dann bietet es sich der Ionenantrieb an, da bei ungef&auml;hr gleicher Zeitdauer die Masse f&uuml;r das Subsystem Treibstoff und antrieb nochmals geringer ist und nur noch halb so gro&szlig; wie bei Wasser das elektrolytreich gespaltet wird.<\/p>\n<p>Woran liegt das? Zum einen nimmt die Treibstoffmenge exponentiell mit dem spezifischen Impuls zu. Damit ist der Ionenantrieb mit dem mehr als dreifach h&ouml;heren spezifischen Impuls einfach leichter. Als zweitens ist er auch effizienter. 65 Prozent der elektrischen Energie wird bei einem Ionenantrieb in Antriebsenergie umgesetzt. Bei der Elektrolyse habe ich nur mit 50 Prozent Wirkungsgrad gerechnet, doch auch mit 70 Prozent, dem Spitzenwert den Elektrolyseanlagen aufweisen w&auml;re die Treibstoffmenge die gleiche gewesen, durch mehr pro Zeiteinheit gebildeten Treibstoff w&auml;ren sogar die Tanks etwas schwerer gewesen, daf&uuml;r aber w&auml;re die Zeitdauer von 98 auf 70 Tage gesunken.<\/p>\n<p>Daneben kann das Raketentriebwerk nur einen Teil der Energie nutzen. Bei den obigen 4.380 m\/s als spezifischen Impuls sind es 60,2 Prozent der gespeicherten chemischen Energie, w&auml;re ein Raketentriebwerk f&auml;hig, die gesamte Energie zu nutzen, was nat&uuml;rlich physikalisch nicht m&ouml;glich ist, so w&uuml;rde man eine Anstr&ouml;mgeschwindigkeit von 5645 m\/s erreichen. Beide Verluste bei der Energiewandlung und bei dem Ausn&uuml;tzen der chemischen Energie senken den Wirkungsgrad auf reale 30 Prozent ab, also weniger als halb so hoch wie beim Ionentriebwerk.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16210\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16210\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Will oder muss sein Satellit seine Bahn &auml;ndern so ben&ouml;tigt er Treibstoff. 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April 2026","format":false,"excerpt":"Inzwischen habe ich beim Schreiben des Buchs \u00fcber die Raumsonde Galileo die Computer hinter mir gelassen und bin gerade beim Durcharbeiten der wechselvollen Geschichte der Mission. 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