{"id":16237,"date":"2022-12-29T09:46:15","date_gmt":"2022-12-29T08:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16237"},"modified":"2022-12-29T09:46:15","modified_gmt":"2022-12-29T08:46:15","slug":"was-an-mir-vorbeigegangen-ist-jenseits-der-biologie-und-physik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/12\/29\/was-an-mir-vorbeigegangen-ist-jenseits-der-biologie-und-physik\/","title":{"rendered":"Was an mir vorbeigegangen ist \u2013 jenseits der Biologie und Physik"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16237\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16237\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>In der neuen, lockeren Reihe \u201eWas an mir vorbeigegangen ist\u201c schreibe ich mal meine Meinung zu bestimmten Dingen, die sich etabliert haben, und die ich anders sehe. Im heutigen Beitrag geht es um die Entwicklung von Dingen die mit Computern zu tun haben und die ich eben etwas anders sehe.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/2918e5bd17394981a3d50f7882be52b3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nAn und f&uuml;r sich k&ouml;nnen Computer eigentlich niemals zu schnell sein, gen&uuml;gend Speicher oder Massenspeicher haben. Vielleicht nutzt man nur einen Teil davon, aber was solls? Anders sieht es aus, wenn es um die Interaktion mit dem Menschen geht, dann gibt es eine Grenze die durch unsere Sinne vorgegeben ist und bei der \u201ebesser\u201c keinen Zugewinn bringt, au&szlig;er vielleicht in der Werbung. Eventuell gibt es sogar Nachteile wie unsinnig gro&szlig;e Dateien oder verrauschte Bilder. In einem Falle sorgt die Physik sogar daf&uuml;r, das mehr schlechter ist als weniger.<!--more--><\/p>\n<p>Ich fange mal mit einem einfachen Beispiel an, wo wir diese Grenze noch nicht erreicht haben, aber nahe dran sind. Das ist die Entwicklung der Aufl&ouml;sung von Druckern. Die ersten erschwinglichen Drucker, die es f&uuml;r \u201epers&ouml;nliche Computer\u201c gab waren <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2013\/05\/02\/in-memorian-der-nadeldrucker\/\">Matrixdrucker<\/a> oder Nadeldrucker \u2013 es gab nat&uuml;rlich schon Drucker mit exzellentem Schriftbild \u2013 umgebaute Scheinmaschinen oder Fernschreiber. Durch deren Typen aus Metall ist ihr Schriftbild nat&uuml;rlich exzellent. Aber sie konnten eben nur Text ausgeben, keine Grafik und waren auf die Typen beschr&auml;nkt die verbaut waren. Bei der Generation der 7 und 9 Nadeldrucker war eine Nadel <sup>1<\/sup>\/<sub>72<\/sub> Zoll gro&szlig;, in der Sprache der Computer betrug die Aufl&ouml;sung 72 dpi, \u201edots per Inch\u201c \u2013 Punkte pro Zoll (25,4 mm). Hier ist das sogar direkt verst&auml;ndlich: Jede Nadel erzogt einen Punkt auf dem Papier. Das war grob und leicht erkennbar, auch weil nur die Spitze einen Punkt erzeugte und die Nadel an der Basis breiter ist, die Nadeln sich aber nicht ber&uuml;hren d&uuml;rfen, so einen kleinen Abstand zueinander haben, denn schlie&szlig;lich sind sie unabh&auml;ngig voneinander ansteuerbar. Es resultierte das typische l&ouml;chrige Schriftbild eines Nadeldruckers dieser Zeit.<\/p>\n<p>Die zweite Generation von Nadeldruckern, beseitigte diesen Mangel, indem sie zwar immer noch 9 Nadeln verwandte, aber jede Zeile mehrmals gedruckt wurde, dabei wurde zwischen dem Druck das Papier um eine halbe Nadelbreite verschoben. Zus&auml;tzlich wurde auch in der Horizontalen halb so schnell gedruckt, daf&uuml;r doppelt so viele Punkte gesetzt. Dieses Verfahren \u2013 \u201eNear Letter Quality\u201cm, NLQ abgek&uuml;rzt, reduzierte die Geschwindigkeit von 120 auf 30 Zeichen pro Sekunde, aber erh&ouml;hte die Punktdichte auf 144 dpi. Text in NLQ hatte keine Abst&auml;nde mehr zwischen den Nadelabdr&uuml;cken, das Schriftbild war optisch dicht. Nur an den R&auml;ndern konnte man noch erkennen, das es aus Nadeln aufgebaut wurde.<\/p>\n<p>Die dritte Generation setzte dann 24 Nadeln ein, jede kleiner als bei einem 9 Nadeldrucker, in zwei Rahen um eine halbe Nadelbreite versetzt. Dadurch entfiel das mehrfache Drucken und die Druckgeschwindigkeit stieg an. Diese 24-Nadeldrucker erreichten nun 216 dpi, was als \u201eLetter !Quality\u201c, LQ gepriesen wurde. Aber echte \u201eSchriftqualit&auml;t\u201c ist noch etwas besser. Dieses Attribut schrieb man den ersten Laserdruckern zu, die 300 dpi erreichten. Das ist die Grenze wo das menschliche Auge bei dem typischen Betrachtungsabstand keine Punkte mehr erkennen kann. Die Aufl&ouml;sung des Auges wird als 1 Bogenminute angegeben. Das entspricht dem <sup>1<\/sup>\/<sub>3438<\/sub>&#8211; sten Abstand vom Betrachtungsobjekt. Bei 300 dpi also 3430 \/ 300 = 11,45 Inch, da ein 1 Inch 25,4 mm sind , entspricht dies 291 mm. Also aus rund 30 cm Abstand ist bei 300 dpi das Schriftbild makellos. Bei gr&ouml;&szlig;erem Abst&auml;nden, wie z.B. Reklamew&auml;nden, kann es durchaus gr&ouml;ber sein, weil man diese ja aus gr&ouml;&szlig;erem Abstand betrachtet. Ebenso \u2013 darauf komme ich noch zur&uuml;ck \u2013 gilt das auch beim Betrachten von Fotos oder Bildschirmen.<\/p>\n<p>Neben der Aufl&ouml;sung spielt auch die Drucktechnik eine Rolle. Laserdrucker gelten bis heute als der Standard bei der Aufl&ouml;sung. Tintenstrahldrucker fallen ab, weil bedingt durch das Druckverfahren Satellitentr&ouml;pfchen entstehen, die den Kontrast an den Konturen absenken. Das wurde durch kleinere D&uuml;sen inzwischen aber deutlich verbessert. Doch die 300 dpi als Letter Quality gelten nur f&uuml;r reinen Schwarz-Wei&szlig;druck. Schon bei Graustufen ben&ouml;tigt man eine h&ouml;here Aufl&ouml;sung. Graustufen entstehen dadurch das man einen Teil der Fl&auml;che nicht bedruckt. Ein Drucker mit 600 dpi der Bilder mit 300 dpi ausdrucken soll, kann die nur halb so gro&szlig;en Pixel auf einer 2 x 2 Matrix unterbringen. Auf diese Matrix kann er 0,1,2,3 oder 4 der Pixel drucken und erh&auml;lt so f&uuml;nf Graustufen bei halbierter Aufl&ouml;sung. Mit 1200 dpi Druckaufl&ouml;sung f&uuml;r ein 300 dpi Bild sind es dann 17 Graustufen (16 ohne wei&szlig;). Man sieht, man ben&ouml;tigt dann schnell eine h&ouml;here Aufl&ouml;sung. Allerdings d&uuml;rften 16 Graustufen in der Praxis ausreichen. Mehr erkennt man als Abstufung auf dem Papier nicht. Bei Farben geht man genauso vor. Wobei hier noch dazukommt, das man zwar Farben &uuml;bereinander drucken kann und so mischen kann \u2013 bei den drei Grundfarben der subtraktiven Farbmischung: Gelb, Cyan und Magenta kommt so auf sieben Farben plus Wei&szlig;: Gelb, Cyan und Magenat als Grundfarben, Gr&uuml;n, Blau und Rot als Mischfarben aus zwei Farben und Braun als Mischfarbe aus allen dreien (rein theoretisch sollte schwarz herauskommen, doch das setzt voraus das die Pigmente spektral-rein sind und alle Farben die gleiche Intensit&auml;t haben, was nie der Fall ist). Dabei werden die Farben durch die subtraktive Farbmischung immer dunkler. Hellere Farben als die Grundfarben bekommt man so nie, auch hier erreicht man die Farbmischung durch sehr kleine Punkten und wei&szlig;er Fl&auml;che. So stieg die Zahl der D&uuml;sen seit dem ersten Markterfolg der Tintenstrahldrucker, \u2013 dem Deskjet 500c von 50 auf 300 bis 600 D&uuml;sen. Um vor allem Farben mit geringer S&auml;ttigung zu drucken, wurden auch Tinten mit geringer S&auml;ttigung eingef&uuml;hrt. W&auml;hrend normale Drucker vier Patronen haben (Gelb, Cyan und Magenta plus Schwarz) kommen solche Fotodrucker auf sechs bis neun Patronen. De fakto erreichen Tintenstrahldrucker durch die feinen D&uuml;sen und Mischung von Farben heute Fotoqualit&auml;t, Laserdrucker dagegen in der Regel nicht \u2013 sie l&ouml;sen weniger stark auf und vom Funktionsprinzip her k&ouml;nnen sie Farben nur schlecht mischen. Beim Farbdruck hat man also auch die Grenze erreicht, die die Biologie vorgibt \u2013 zumindest bei den geeigneten Tinten und Papieren, bei billigem Papier und Tinte verlaufen die Farben auf dem Papier ineinander und das Fotos sieht dann doch recht dunkel und grob aus.<\/p>\n<p>Nach dem Ausflug bei den Druckern der Sprung zu den Ausgabeger&auml;ten wo inzwischen die Technik besser ist als unsere Sinne. Ich fange mal mit der Aufl&ouml;sung von Monitoren an.<\/p>\n<p>Die ersten Heimcomputer hatten eine Aufl&ouml;sung von 256 x 192 bis 320 x 200 Pixeln die auf einem Farbfernseher oder kleinen (12 Zoll) Monitor dargestellt wurden. Da ist leicht errechenbar &uuml;ber die obige Formel, das man jedes Pixel leicht erkennt. Weil der Monitor deutlich kleiner als heutige Monitore waren, sa&szlig; man auch n&auml;her dran, aber selbst in 1 m Abstand h&auml;tte ein 12 Zoll Monitor etwa 600 x 800 Pixel aufl&ouml;sen m&uuml;ssen, damit man die Pixel nicht erkennt. Doch seitdem ist die Aufl&ouml;sung laufend angestiegen. Es kam (wenn ich mal den PC-Bereich als Referenz nehme) 1984 die EGA Aufl&ouml;sung (640 x 350 Pixel), 1987 VGA (640 x 480), 1989 Super-VGA mit 800 x 600, sp&auml;ter 1024 x 768 Pixeln. Die Gr&ouml;&szlig;e der Monitore wuchs dagegen nur langsam, von 12 auf 17 Zoll, das lag an der Bauweise, R&ouml;hrenmonitore werden in der dritten Potenz zur Diagonale schwerer. So wurde das Pixelraster immer feiner. Richtig schnell wuchsen die Diagonalen von Monitoren erst mit der Einf&uuml;hrung von Flachbildschirmen Anfang dieses Jahrtausends. Seitdem steigen die Aufl&ouml;sungen auch schneller. Heute ist ein <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3VsGmfQ\">4K Monitor<\/a> (3840 x 2160 Punkte) von 27 bis 32 Zoll Diagonale bezahlbar. H&ouml;her geht es auch \u2013 <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3hUNALM\">8 K Monitore<\/a> von 32 Zoll Diagonale kosten aber noch &uuml;ber 1.000 Euro. Bei einem 32 Zoll Display betr&auml;gt die Aufl&ouml;sung dann 137 (4K) bzw. 275 dpi (8K). Das ist weitaus feiner als das Auge aufl&ouml;sen kann, zumal man vor den gr&ouml;0&szlig;eren Displays auch weiter weg sitzt, sonst kann man die Diagonale gar nicht &uuml;berblicken. Bei 1 m Abstand kann gem&auml;&szlig; obiger Formel das Auge rund 0,3 mm aufl&ouml;sen, das sind nur 87 dpi, also wesentlich weniger als die 137 bzw. 275 dpi. Oder anders gesagt: man muss bei einem 4K Monitor mit 32 Zoll Diagonale auf 64 cm heranr&uuml;cken um als Normalsichtiger mit 100 % Sehsch&auml;rfe die Pixels noch zu erkennen und bei einem 8K Monitor sind es nur 32 cm.<\/p>\n<p>Kleiner Tipp am Rande: Wer unter Windows arbeitet \u2013 Spiele die den vollen Bildschirm nutzen ausgenommen \u2013 sollte Monitorgr&ouml;&szlig;e und Aufl&ouml;sung so w&auml;hlen, dass er mit der 100 % Skalierung auskommt. Das liegt an der beschuggten Skalierung von Windows. Hat man z.B. 4 K Aufl&ouml;sung beim Monitor und skaliert auf 150 Prozent, dann vergr&ouml;&szlig;ert Windows nicht Schriften und Elemente wie Schieberegler, sondern es rendert ein Bild in 2560 x 1440 Punkten (x 150 % = 3840 x 2160 Pixel) und sendet dieses Bild an den Monitor, der es dann skaliert. Da dieses Bild aber nicht seiner physikalischen Aufl&ouml;sung entspricht ist das Bild unscharf. Zudem verschenkt man die Aufl&ouml;sung des Monitors, man h&auml;tte einen <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3vhBAHv\">billigeren Monitor mit 2560 x 1440 Punkten<\/a> kaufen k&ouml;nnen und 100 % Skalierung w&auml;hlen. De Fakto macht bei Monitorgr&ouml;0&szlig;en von 24 bis 27 Zoll, das ist meistens das Maximum was auf einen Schreibtisch geht, f&uuml;r die meisten so normale HD Aufl&ouml;sung ausreichend, das sind 91 bzw. 103 dpi und entsprechen so mehr der biologischen Aufl&ouml;sung des Auges.<\/p>\n<p>Denselben Effekt hat man mittlerweile bei Smartphones. Sie m&uuml;ssen h&ouml;her aufl&ouml;sen, weil man sie n&auml;her am Gesicht h&auml;lt, aber wenn das mit 90 Grad Winkel in dem Ellenbogen geschieht, dann liegt die Distanz zum Auge unter 50 cm, n&auml;her als 30 cm wird man kaum kommen, weil man die Smartphones sonst kaum bedienen kann. Die Aufl&ouml;sung des Augen entspricht bei den Distanzen von 50 bzw. 30 cm 174 bzw. 290 dpi. Diese ben&ouml;tigte Aufl&ouml;sung schlagen Spitzenmodelle leicht. In der aktuellen ct\u2019 wurden Spitzen-Smartphones getestet, die l&ouml;sen je nach Modell zwischen 418 und 642 dpi auf. Ein Modell, das <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3hTz5rN\">Sony Xperia 1 IV<\/a> l&ouml;st auf 6,5 Zoll Diagonale 3.840 x 1.644 Punkte auf, also fast 4K bei einem f&uuml;nftel der Diagonale eines 32 Zoll Monitors. Der Sinn eine Aufl&ouml;sung zu haben, die besser ist als die des Auges ist mir entgangen, denn man hat ja keinen Zugewinn, die Pixel kann man nicht sehen, eher einen Nachteil weil viele Programme mit festen Systemschriften it festen Gr&ouml;&szlig;en arbeiten und die Texte so immer kleiner werden.<\/p>\n<p>Etwas anders gelegen ist die Pixelmannia bei Kameras, egal ob als aussterbende Gattung der Digitalkameras oder Handykameras. Hier ist die Pixelzahl physikalisch begrenzt. Das Prinzip ist relativ einfach: Jedes Pixel hat eine bestimmte Fl&auml;che, auf der in einer bestimmten Zeit je nach Lichtst&auml;rke, eine bestimmte Zahl an Photonen eintreffen. Diese schlagen Elektronen aus einer Halbleiterschicht heraus die in einer Speicherschicht landen. Diese Elektronen erzeugen dann einen messbaren Strom, der verst&auml;rkt wird und letztendlich den Helligkeitswert ergibt. F&uuml;r Farbbilder gibt es eine Bayes-Maske auf dem Chip die nur Licht einer der drei Grundfarben durchl&auml;sst und so weiter die Helligkeit reduziert. Jeder Chip hat aber ein thermisches Grundrauschen, und das macht bei immer weniger Photonen (weil die Pixelfl&auml;che sinkt) immer mehr aus und man erkennt es an einem Rauschmuster &uuml;ber den Fotos oder wenn es extrem ist, einzelnen Pixeln mit abweichender Helligkeit. Softwarealgorithmen k&ouml;nnen es reduzieren, doch dann verliert das Bild an Sch&auml;rfe. Wie gro&szlig; ein Pixel sein muss, h&auml;ngt von der Beleuchtungssituation und der Qualit&auml;tsanforderung ab. In der Raumfahrt wo ich mich auskenne, haben die Pixels in der Regel 6 x 6 bis 14 x 14 Mikrometer Fl&auml;che. Die Kamera der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/DART.shtml\">Raumsonde DART<\/a> z.B. 6,5 x 6,5 Mikrometer. Je nach Distanz von der Sonne m&uuml;ssen die Pixels gr&ouml;&szlig;er werden um noch gen&uuml;gend Licht einzufangen und die Objekte bewegen sich oft gegen&uuml;ber der Kamera, sodass geringe Belichtungszeiten ein Muss sind.<\/p>\n<p>Spiegelreflexkameras f&uuml;r Profis im 35 mm Format (<a href=\"https:\/\/amzn.to\/3Go6zI8\">Vollformat<\/a>) haben bis zu 46 MPixel auf 36 x 24 mm Fl&auml;che, \u2013 das sind aber bei der Chipgr&ouml;&szlig;e immerhin noch 4,3 x 4,2 Mikrometer pro Pixel.<\/p>\n<p>Sinken die Anspr&uuml;che an minimales Rauschen bzw. minimaler Belichtungszeit oder der F&auml;higkeit auch in Innenr&auml;umen ohne Blitz sehr gute Bilder zu bekommen, so k&ouml;nnen die Pixels kleiner werden. Doch schon als vor mehr als 10 Jahren die Pixelgr&ouml;&szlig;en rapide wuchsen, zeigte sich das trotz Tricks die Qualit&auml;t der Bilder immer weiter abnahm. Als Optimum ermittelte man damals f&uuml;r die damals &uuml;blichen 1\/1,7 Zoll Sensoren (7,6 x 5,7 mm Fl&auml;che) 6 MPixel, das entspricht einer Pixelfl&auml;che von 2,55 x 2,55 Mikrometern.<\/p>\n<p>Davon sind wir lange entfernt. In Smartphones finden wir die ungl&uuml;ckliche Kombination von kleinen Sensoren \u2013 weil man keine gro&szlig;e Optik verbauen kann und vielen Pixels, weil die Leute ja auf die Pixelzahlen schauen. Die Spitze ist ein von Samsung entwickelter 200 MPixel Sensor, der nur 0,56 x 0,56 Mikrometer gro&szlig;e Pixels hat. Der ist auch im <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3FXxQja\">Motorola Edge Ultra<\/a> verbaut. Er f&auml;ngt 21-mal weniger Licht ein, als das \u201e6 MP Optimum\u201c und 57-mal weniger als der h&ouml;chste-aufl&ouml;sende Sensor einer Spiegelreflexkameras f&uuml;r Profis. Selbst ein nicht besonders toller Sensor wie der <a href=\"https:\/\/www.gophotonics.com\/products\/cmos-image-sensors\/sony-corporation\/21-209-imx219\">Sony IMX219<\/a> der in der winzigen <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3FT4nXG\">Raspberry Pi V2 Kamera <\/a>steckt hat mit 1,12 x 1,12 Mikrometern noch die vierache Fl&auml;che pro Pixel.<\/p>\n<p>So viele Pixels kann man noch unter optimalen Bedingungen nutzen, also bei einem Sonnentag um 12 Uhr mittags, ansonsten nicht. Bei den meisten Herstellern sind dies auch nur Marketing-Aufl&ouml;sungen, in der Praxis addieren die Smartphones mehrere Pixel und reduzieren so die Aufl&ouml;sung auf ein Viertel oder noch weniger. Dieses \u201eBinning\u201c ist auch bei Profis verbreitet, aber es liefert nicht die gleiche Bildqualit&auml;t eines gr&ouml;&szlig;eren Sensors, weil so auch das Rauschen addiert wird. Nebenbei sind die Fotos in dieser Aufl&ouml;sung auch unpraktikabel \u2013 die 200 Mpixel ergeben 40 bis 70 MB gro&szlig;e JPG-Dateien die man zwar noch auf eine Karte speichern kann, aber schnell durchzappen geht bei den normalen &Uuml;bertragungsraten nicht und es gibt kein Medium, die Fotos in voller Aufl&ouml;sung zu betrachten oder gar auszudrucken. Zugegeben ist das Motorola Edga ein Ausrei&szlig;er. Die anderen Luxussmartphones im obigen Test begg&uuml;gen sich bei der Hauptkamera mit maximal 50 Mpixel und die anderen Kameras (heute hat ein Smartphone ja meistens zwei bis drei liegen bei 12 Mpixel. Das ist immer noch mehr als ausreichend \u2013 mehr las jeder Monitor und jedes Display darstellen kann und bei einem 300 dpi Ausdruck w&auml;re dieser bei 12 Mpixeln schon 240 x 360 mm gro&szlig;.<\/p>\n<p>Noch mysteri&ouml;ser ist die Mannie nach Superleistungen bei Gamern. Diese scheinen samt und sonders Supermenschen zu sein. Hier geht es um die Bildwiederholfrequenz. Reichen 70 Hertz oder sollen es 120 oder 144 sein? ja sogar 240 Hz habe ich ei Monitorangeboten schon gesehen. Also auch hier mal zuerst die Grundlagen. Das menschliche Auge nimmt mehr als 16 Bilder pro Sekunde (Hertz) als flie&szlig;ende Bewegung wahr. Film und Fernsehen arbeiten seit einem Jahrhundert mit 24 bis 25 Hertz, hohen das sich jemand &uuml;ber eine zu geringe Frequenz beschwert h&auml;tte. Aber man erkennt bei R&ouml;hrenger&auml;ten ein Flimmern, und zwar, weil diese Frequenz f&uuml;r die Zapfen gilt, die Sensoren in der Netzhautmitte die f&uuml;rs Farbsehen zust&auml;ndig sind. Die St&auml;bchen an der Peripherie sind nicht nur lichtempfindlicher, sie erkennen auch schnellere Bildwechsel. So etablierte sich bei R&ouml;hrenmonitoren, wo jedes Pixel durch einen Elektronenstrahl angeregt, nur kurz aufleuchtet auch die Forderung nach 70 Hz Bildwiederholfrequenz, zumindest aber besser als 60 Hz. Wo dies nicht technisch m&ouml;glich war, beschichtete man die Monitore so, das sie noch eine Zeitlang nachleuchteten. F&uuml;r Spiele, wo man gebannt auf eine Szene schaut, gilt diese Grenze aber nicht. Niemand hat sich bei fr&uuml;heren Spielen (z.B. von einem C64 dargestellt auf einem Farbfernseher mit 25 Hz) &uuml;ber zu wenige Frames pro Sekunde beschwert. Das Auge ist zwar, wenn das Gesichtsfeld gro&szlig;er als der Bildschirm ist, irritiert durch das wahrnehmbare Flimmern, aber niemand bezog die Bildwiederholrate auf die Reaktionszeit, also man bei Spielen schlechter dasteht weil der Monitor zu wenige Bilder pro Sekunde anzeigt.<\/p>\n<p>Heute ist das anders, obwohl bei Flachbildschirmen wo die Pixel st&auml;ndig leuchten, das Flimmern also wegf&auml;llt. Es gibt gen&uuml;gend Leute die Stein und Bein schw&ouml;ren, das sie in Spielen mit 144 Hz besser da stehen als bei 72 Hz oder gar 50 Hz. Dabei hat die Bildwiederholrate gar nichts mit der Reaktionszeit die f&uuml;r Spiele wesentlich ist, zu tun. Die wird dadurch bestimmt, das das Signal zum Gehirn kommen muss, dort verarbeitet werden und dann eine motorische Reaktion (Fingerbewegung) erfolgen muss. Bei einfachen Lichtsignalen (Blitz) kommt man auf <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/psychologie\/reaktionszeit\/12540\">minimal 130 ms<\/a>. Bei einem Spiel wo eine Figur erkannt, eine Entscheidung getroffen und dann komplexe Befehle f&uuml;r die Bewegung der Maus oder des Joysticks gesendet werden m&uuml;ssen, ist die Reaktionszeit noch l&auml;nger. Gerichte billigen bei Unf&auml;llen im Stra&szlig;enverkehr 1 Sekunde als Reaktionszeit zu. Aber selbst wenn wir nur die 130 ms Minimalzeit nehmen, so sind 130 ms fast zehnmal l&auml;nger als die Zeit zwischen zwei Bildern bei 72 Hz. Da macht es nichts aus, wenn diese Zeit dann halbiert ist bei 144 Hz. Da Grafikkarten einen Datenstrom erzeugen muss, der sich aus dem Produkt Bildwiederholrate x Aufl&ouml;sung ergibt, w&uuml;rde ich also eher eine geringe Framerate und h&ouml;here Aufl&ouml;sung nehmen als eine h&ouml;here Framerate oder eine teurere Grafikkarte. Die 144 Hz oder gar 240 Hz d&uuml;rften die meisten Grafikkarten sowieso nur bei &auml;lteren Titeln mit geringeren Hardwareanforderungen erreichen, ansonsten macht es keinen Sinn, einen Monitor zu kaufen der mehr Frames pro Sekunde darstellen kann, als die Grafikkarte rendert.<\/p>\n<p>Soweit mein Ausflug in das Reich der Superaufl&ouml;sungen und Megapixel jenseits dessen was biologisch oder physikalisch sinnvoll ist. Im n&auml;chsten Beitrag in dieser Kategorie mache ich mich besonders beliebt, es geht um das Smartphone.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16237\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16237\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>In der neuen, lockeren Reihe \u201eWas an mir vorbeigegangen ist\u201c schreibe ich mal meine Meinung zu bestimmten Dingen, die sich etabliert haben, und die ich anders sehe. Im heutigen Beitrag geht es um die Entwicklung von Dingen die mit Computern zu tun haben und die ich eben etwas anders sehe. An und f&uuml;r sich k&ouml;nnen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4945],"tags":[4946,4947,2442,4948],"class_list":["post-16237","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-was-an-mir-vorbeigegangen-ist","tag-dpi","tag-drucker","tag-monitor","tag-reakt","entry"],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":473,"today_views":0},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":18610,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/27\/galileos-cds-teil-1\/","url_meta":{"origin":16237,"position":0},"title":"Galileos CDS &#8211; Teil 1","author":"Bernd Leitenberger","date":"27. 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