{"id":16262,"date":"2023-01-11T10:56:43","date_gmt":"2023-01-11T09:56:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16262"},"modified":"2023-01-11T10:56:43","modified_gmt":"2023-01-11T09:56:43","slug":"nachtrag-grosskampfschiffe-flugzeuge-und-u-boote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/01\/11\/nachtrag-grosskampfschiffe-flugzeuge-und-u-boote\/","title":{"rendered":"Nachtrag Gro&szlig;kampfschiffe, Flugzeuge und U-.Boote"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16262\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16262\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Da es zu <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/12\/30\/westentaschenschlachtschiffe\/\">dem Blog<\/a> viele Kommentare gab m&ouml;chte ich hier gesammelt auf diese antworten. Das wichtigste zuerst: das grundlegende Thema, \u201emacht der Bau von Gro&szlig;kampfschiffe (das betrifft nicht nur Schlachtschiffe, sondern auch Kreuzer) nach dem ersten Weltkrieg noch Sinn, klammere ich aus, weil die Marinen eben davon ausgegangen sind, dass es sinnvoll ist und die F&auml;higkeiten der neuen Schiffe eben auf den Kampf mit anderen schiffen auslegten. Ich gehe darauf im zweiten Teil ein.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/8b58c106a0f84326bfe6c7b3d79fc074\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<p>Ich teile die ge&auml;u&szlig;erte Ansicht, das die deutschen Gro&szlig;kampfschiffe weitestgehend nutzlos waren. Neben dem korrekten allgemeinen Kritikpunkt das ein Treffer in den Aufbauten monatelange Dockaufenthalte n&ouml;tig machte (in denen das Schiff nat&uuml;rlich ein noch leichteres Ziel f&uuml;r Luftangriffe ist) kommt bei der deutschen Marine hinzu,d as sie einfach zu wenige Schiffe bei Kriegsanbruch hatte und dann den Bau von &Uuml;berwasserschiffen auch weitestgehend einstellte und sich auf U-Boote konzentrierte. Mit Besch&auml;digungen im Dock h&auml;tte man leben k&ouml;nnen, wenn sie die Folge einer erfolgreichen Schlacht gewesen w&auml;ren, aber das war in der Unterzahl kaum m&ouml;glich. Britische Experten sagten nach dem Krieg, ein gro&szlig;e Sorge war es das Deutschland ihre wenigen Schiffe konzentriert also zusammen eingesetzt h&auml;tte, dann h&auml;tten sie eine lokale &Uuml;bermacht gehabt mit der sie siegreich sein k&ouml;nnten (dann m&uuml;sste man sich bevor der Feind noch mehr Schlachtschiffe zusammenzieht nat&uuml;rlich wieder zur&uuml;ckziehen). Deutschlands Taktik nach dem Verlust der Bismrack war es aber vor allem die schiffe an strategischen Punkten zu stationieren als nahezu station&auml;re Bedrohung. Doch funktionierte dies nie und die Schiffe blieben so Ziele von Angriffen, besonders die Tirpitz.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Zu den Zerst&ouml;rern<\/h3>\n<p>Es gibt eine gewisse Parallele bei dem zweiten Los der Zerst&ouml;rer der Z-Klasse zu den Westentaschenschlachtschiffen. Es wurde in den Kommentaren schon bemerkt, dass die deutschen Zerst&ouml;rer nur eingeschr&auml;nkt hochseetauglich waren. Ein Grund war das man bei der zweiten Serie 1936A die f&uuml;nf 12,7 cm Kanonen in f&uuml;nf Einzellafetten durch 15 cm Kanonen \u2013 die Bewaffnung von leichten Kreuzern in drei Einzel- und einer Doppellafette austauschte. Der Doppelturm hatte ein hohes Gewicht und f&uuml;hrte dazu das Vorschiff bei hohem Seegang tief eintauchte, zudem war er nicht wasserdicht. Bei hohem Seegang waren die Zerst&ouml;rer nicht einsatzf&auml;hig. Da anders als in Gro&szlig;kampfschiffen die Kanonen manuell beladen wurden bedeutete das von 28 auf 45 kg gesteigerte Geschossgewicht eine deutliche Reduktion der Feuerrate von 15 bis 18 auf 8 Schuss pro Minute.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Flugzeuge und Flugzeugtr&auml;ger<\/h3>\n<p>So nun zum zweiten Teil. Es wurde zu recht bemerkt, das im zweiten Weltkrieg das Flugzeug sehr bald zum Ende der Gro&szlig;kampfschiffe gef&uuml;hrt hat und das ist ja auch unbestritten, was die Rolle dee U-Boots angeht, kann man geteilter Meinung sein.<\/p>\n<p>Aber zuerst einmal zum Flugzeug. Schon zu Ende des ersten Weltkriegs fanden Experimente statt, Flugzeuge von Schiffen aus zu starten, indem man z.b. &uuml;ber die Gesch&uuml;tzt&uuml;rme provisorische Rampen baute. Das Flugzeug zog auch in die Marine ein, die meisten gr&ouml;&szlig;eren Schiffe erhielten Katapultstart-anlagen f&uuml;r einige wenige Bordflugzeuge die dann meist Wasserflugzeuge waren, also auf Schwimmpontons wasserten und dann mit einem Kran wieder an Bord gehievt wurden. Mit einem Katapult, verbunden mit der erh&ouml;hten Position konnte man ein Flugzeug soweit beschleunigen das es abheben konnte, aber es konnte nicht landen. Der geringen Strecke geschuldet ist wohl auch, dass es sich um reine Beobachtungsflugzeuge handelte die keine oder nur wenige Bomben mitf&uuml;hren konnten. Auf deutscher Seite wurde die Arado 196 eingesetzt. Der Zweck war die Unterst&uuml;tzung des Schiffs. Aus der Luft sollten Feindschiffe fr&uuml;her ausgemacht werden, vielleicht auch im Gefecht Unterst&uuml;tzung bei der Auswertung der Treffer geliefert werden, doch das setzte voraus das man einen Gegner &uuml;berhaupt rechtzeitig erkannte.<\/p>\n<p>Es wurden auch Flugzeugtr&auml;ger gebaut, aber ich denke nur die japanische Marine erkannte ihre Bedeutung und ihre F&auml;higkeiten richtig. Deutschland war hier sogar besonders konservativ. Der Bau des einzigen Flugzeugtr&auml;gers, der Graf Zeppelin wurde f&uuml;r unterbrochen und das Schiff war auch nicht so richtig als Flugzeugtr&ouml;ge gedacht, so hatte es, da es aus einem Kreuzer heraus entwickelt wurde, noch die typische Bewaffnung eines Kreuzers mit 15 cm Kanonen.<\/p>\n<p>Ein Flugzeugtr&auml;ger hat mehrere Vorteile. Zum einen k&ouml;nnen die Flugzeuge ein viel gr&ouml;&szlig;eres Gebiet absuchen, alleine dadurch das sie in gro&szlig;er H&ouml;he einen viel besseren &Uuml;berblick haben. Zum anderen sind Flugzeuge rund zehnmal schneller als Schiffe und ein Flugzeugtr&auml;ger ist so eine viel gr&ouml;&szlig;ere Bedrohung f&uuml;r Schifffahrtsrouten. Zuletzt ist die schiere Kampfkraft wenn alle Flugzeuge eingesetzt werden, das sind pro Tr&auml;ger mehrere Staffeln, gr&ouml;&szlig;er als bei einem Schlachtschiff. Bei niedrigeren Kosten pro Schiff.<\/p>\n<p>Im zweiten Weltkrieg zeigte sich das von den beiden Kampfflugzeugen an Bord die Torpedobomber die effizienteren waren. Der Grund ist relativ einfach: Sturzkampfbomber als zweite Klasse warfen Bomben auf das Deck ab. Je nach Aufschlagort konnten diese durchaus die Panzerung durchschlagen und bei Treffern in Munitionsdepots ein Schiff versenken, aber im Vergleich zu einer Granate waren die Bomben leichter (250 bis 500, kg, eine Granate wog zwischen 800 und 1.000 kg ) mit entsprechend weniger Sprengstoff. Eine Granate hatte noch dazu den Vorteil, dass schon im ersten Weltkrieg Verz&ouml;gerungsz&uuml;nder eingebaut wurden. Die Granate drang durch ihre hohe Geschwindigkeit etwas in die Panzerung ein, selbst wenn sie nicht durchschlagen wurde und erst dann wurde der Sprengstoff gez&uuml;ndet. Die Durchschlagskraft war so h&ouml;her als bei Bomben. Der Hauptvorteil von Torpedobombern war aber das ein Torpedo unter der Wasserlinie einschlug, ja er konnte sogar unter dem Schiff durchlaufen und magnetgesteuert unter ihm explodieren. Unter der Wasserlinie waren die Schiffe aber nur leicht gepanzert und gegen die Druckwelle einer Unterkielexplosion waren sie gar nicht gesch&uuml;tzt. Dagegen war das Deck gepanzert. Die meisten Schiffsversenkungen durch Tr&auml;gerflugzeuge erfolgten denn auch durch Torpedobomber.<\/p>\n<p>In TV-Dokus wird oft Pearl Harbor als Paradebeispiel f&uuml;r den Einsatz von Flugz&uuml;gen angef&uuml;hrt. Das stimmt nur zum Teil. Schon zur damaligen Zeit wusste man, wie verwundbar Schiffe im Hafen sind und zwar nicht nur gegen Flugzeuge. Als Frankreich im Juni 1940 kapituliere versenkte ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Operation_Catapult\">britischer Verband die im algerischen Hafen Mers-el-K\u00e9bir<\/a>, nachdem diese ein Ultimatum \u2013 die Schiffe zu &uuml;bergeben oder mit den Briten zu k&auml;mpfen, verstreichen lie&szlig;en. Im Hafen, weitestgehend unbeweglich erlitten die Franzosen schwere Verluste, w&auml;hrend es keinen einzigen Treffer auf den britischen Schiffen gab. Auch das Flugzeuge leicht Schiffe im Hafen versenken k&ouml;nnen zeigte der Angriff im November 1940 auf die Marinebasis Tarent wo die Torpedobomber der einzelnen Tr&auml;gers Illoustrios drei italienische Schlachtschiffe auf Grund setzen (im tiefen Wasser w&auml;ren sie versenkt worden). Also schon vor Pearl Harbor war bekannt, das unbewegliche Schlachtschiffe sehr verwundbar sind, das best&auml;tigte auch der Untergang der Bismarck. Das wesentliche, warum diese keinen einzigen Treffer landen konnte war, das sie nach dem Ruderausfall mit langsamer Geschwindigkeit in einer vorhersehbaren Schlingerbewegung fuhr, sodass die Salven bald deckend waren und die Artillerie ausfiel. Turm C, im Schatten der Aufbauten, feuerte noch eine halbe Stunde nach Gefechtsbeginn eine Salve ab \u2013 er war vorher gesch&uuml;tzt, aber konnte auch vorher keinen Gegner ausmachen (die T&uuml;rme haben eigene Entfernungsmesser).<\/p>\n<p>Wie verwundbar Schlachtschiffe sind, das zeigt die Versenkung der Prince of Wales und der Repulse. Die Prince of Wales war ein Schlachtschiff der<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/King-George-V-Klasse_(1939)#Flugabwehr\"> King George V Klasse<\/a>, der modernsten Schlachtschiffe Englands bei Kriegstagebuch. Sie sollte zusammen mit der Hood die Bismarck abfangen, nach Versenkung der Hood fl&uuml;chtete das Schiff und erhielt nur wenige Treffer. Im Dezember 1941 bildete sie zusammen mit der Repulse, ein Schlachtkreuzer der Ende des ersten Weltkriegs gefertigt war und sogar eine noch gr&ouml;&szlig;ere Wasserverdr&auml;ngung und st&auml;rkere Gesch&uuml;tze hatte. Beide zusammen sollten japanische Truppentransporte abfangen. Am 10.12.1941 wunden beide Gro&szlig;kampfschiffe innerhalb von 45 Minuten durch 88 landgest&uuml;tzte Flugzeuge <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Versenkung_der_HMS_Prince_of_Wales_und_HMS_Repulse\">versenkt<\/a>, die Verluste der Japaner betr&uuml;gen nur drei abgeschossene und zwei vermisste Flugzeuge.<\/p>\n<p>Dies ereignete sich auf freier See, die Schiffe konnten etlichen Torpedos ausweichen, trotzdem wurde sie versenkt. F&uuml;r Experten zeigte sich das hier ein Paradigmenwechsel. Die unmittelbare Folge war das Gro&szlig;kampfschiffe ohne hinreichende Luftunterst&uuml;tzung nicht mehr alleine fahren d&uuml;rften. England stellte dann sein Schlachtschiffsbauprogramm auch ein, Japan und Deutschland hatten das schon getan. Interessanterweise baute die US-Marine, die im Pazifikkrieg die meisten Erfolge nur durch Flugzutr&auml;ger erzielte \u2013 manche Schlachtschiffe hatten im ganzen Krieg kein einziges Schiff-Schiffgefecht noch am l&auml;ngstens Schlachtschiffe. Zwei waren sogar bei Kriegsende noch im Bau. Die US-Marine betrieb sie auch am l&auml;ngsten. Nachdem die Schlachtschiffe der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iowa-Klasse\">Iowa Klasse<\/a>, der letzten gebauten US-Schlachtschiffgeneration, nach dem Koreakrieg au&szlig;er Dienst gestellt wurden, wurden sie unter Reagans Plan der 600 Schiffe Navy Ende der Achtziger Jahre wieder in Dienst gestellt und nahmen am Golfkrieg teil.<\/p>\n<p>Alle Nationen reagierten auf die Luftbedrohung indem sie die Flugabwehrbewaffnung verst&auml;rkten. Dabei kamen vor allem kleine Kaliber von 20 bis 40 mm zum Einsatz. Vorher lag der Hauptschwerpunkt bei der deutschen Marine auf gro&szlig;en Kaliber, die gegen Bomber in gro&szlig;er H&ouml;he gedacht waren, aber nicht gegen sich schnell den Schiffen n&auml;hernde Sturzkampfbomber und Torpolbomber halfen. Die Tirpitz als Schwesterschiff der Bismarck erhielt anstatt 16 nun 58 der leichten Flugabwehrgesch&uuml;tze. Aber der Verlauf des Krieges zeigte, das die &Auml;ra der Gro&szlig;kampfschiffe vorbei war. Deutschland setzte vor Kriegsende schon Gleitbomben ein, die von Bombern aus gro&szlig;er H&ouml;he abgeworfen wurden, lange bevor diese in den Wirkbereich der Flag gerieten. So versenkte eine Staffel Do-215 am 9.9.1943 das italienische Schlachtschiff <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Roma_(Schiff,_1942)#Waffenstillstand_und_Untergang\">Roma<\/a> und besch&auml;digte das Schwesterschiff Italia schwer. Italien hatte einen Waffenstillstand mit den Alliierten unterzeichnet. Eingesetzt wurden Gleitbomben des Zyps <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fritz_X\">Fritz-X<\/a><\/p>\n<p>Danach wurde kleiner gebaut. Einige Marinen haben noch Kreuzer im Einsatz, meist dominieren aber Zerst&ouml;rer oder Fregatten, also vergleichsweise leicht gepanzerte Schiffe. Die Hauptbewaffnung besteht heute auch nicht mehr aus Kanonen sondern Lenkwaffen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">U-Boote<\/h3>\n<p>Ich komme nun noch zu den U-Booten. Wie in den Kommentaren schon erw&auml;hnt waren U-Boote keine Schiffe die gegen andere Kriegsschiffe eingesetzt werden konnten. Zum einen war ein U-Boot extrem verwundbar, der Rumpf konnte schon mit leichten Kaliber wie den Bordwaffen von Flugzeugen durchschlagen werden. Zum andern war es zu langsam. Der am meisten gebaute <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/U-Boot-Klasse_VII\">deutsche U-Boot Typ VII<\/a> hatte &uuml;ber Wasser eine Geschwindigkeit von etwa 18 Knoten, unter Wasser eine von 8. Selbst &uuml;ber Wasser waren alle anderen Kriegsschiffe schneller, konnten also nicht eingeholt werden. Wenn ein U-Boot eines versenken konnte, dann war das einfach Zufall, weil sich ihre Routen kreuzten. Die Wikipedia listet bei &uuml;ber 700 gebauten U-Booten dieses Typs auch nur 10 Versenkungen von Kriegsschiffen.<\/p>\n<p>U-Boote dienten dem Handelskrieg. Denn Handelsschiffe waren viel langsamer als Kriegsschiffe. Sie waren unbewaffnet und so konnte man ihnen auch aufgetaucht folgen. Normal war bei Kriegsanfang dass das U-Boot auftauchte, die Besatzung des Handelsschiffs aufforderte es zu verlassen und in die Rettungsboote zu gehen und es dann mit 8,8 cm Gesch&uuml;tz versenkte um teure Torpedos zu sparen. Der britische Einsatz von Schiffen, die sich als Handelsschiff ausgaben mit versteckten Kanonen aber dann auf U-Boote feuerten, setzte dieser Praxis bald ein Ende. Trotzdem wurde noch lange die Besatzung der Handelsschiffe gerettet bis am 15.9.1942 nach Versenkung des britischen Truppentransporters Laconian die U-boote die die Schiffbr&uuml;chigen retteten von Flugzeugen unter Beschuss genommen wurden, obwohl die Rettungsboote klar erkennbar waren und eine Rote-Kreuz Fahne ausgebreitet war. Der von D&ouml;nitz erlassene <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laconia-Befehl\">Laconia-Befehl<\/a> (keine Schiffbr&uuml;chigen zu retten) wurde aber meist nicht umgesetzt.<\/p>\n<p>U-Boote sind das Werkzeug einer schwachen Marine. Die deutsche Marine hatte zu Kriegsanfang viel zu wenige Schiffe und baute nach Kriegsbeginn auch keine weiteren Schiffe, die gro&szlig;er als Zerst&ouml;rer waren mehr. Ebenso wie bei Schlachtschiffen drehte sich das Kr&auml;fteverh&auml;ltnis bei den U-Booten w&auml;hrend des Kriegs. Untergetauchte U-Boote waren anfangs gut gesch&uuml;tzt, weil man sie nicht orten konnte. Das &auml;nderte sich durch die Einf&uuml;hrung des Sonars und neue Systeme f&uuml;r Wasserbomben konnten auch direkt unter die Schiffe feuern, anstatt dahinter. Mit der Einf&uuml;hrung von Radar kamen Flugzeuge als neue Bedrohung dazu. Vorher waren aufgetauchte U-Boote relativ sicher sofern ein Flugzeug sie nicht direkt passierte war die Silhouette zu schlank um aus gr&ouml;&szlig;erer Entfernung gesehen zu werden.<\/p>\n<p>Bedingt durch die Schw&auml;che der eigene Marine, aber auch die Idee England wirksam von Importen abzuschneiden die alle &uuml;ber See erfolgten, baute Deutschland erheblich mehr U-Boote als jede andere Nation. <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1106561\/umfrage\/einsatz-und-versenkungen-deutscher-u-boote-im-zweiten-weltkrieg\/\">863 U-Boote kamen in den Fronteinsatz<\/a>, der h&auml;ufigste Typ VII kostet etwas unter 5 Millionen Reichsmark. Durch die Zahl waren dies also hohe Investitionen (ein Schlachtschiff der Bismarck Klasse kostete 196 Millionen Reichsmark, in den 863 eingesetzten Schiffen (die Zahl der in Auftrag gegebenen schiffe betr&auml;gt sogar 1155) steckt also dasselbe Kapital wie in 22 Schlachtschiffen). Selbst ein Zerst&ouml;rer war nur wenig teurer und von denen wurden nur etwa 40 gebaut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16262\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16262\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Da es zu dem Blog viele Kommentare gab m&ouml;chte ich hier gesammelt auf diese antworten. 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Ich wei\u00df, ich habe mich in den letzten Wochen etwas rar gemacht. Ich hatte zum einen viel zu tun, dann noch eine OP am Handgelenk, etwas an meinem Buch geschrieben und derzeit ist auch meine Winterdepression wieder st\u00e4rker, sodass ich lieber spiele als Artikel zu verfassen. Es hat sich\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/76454a00a29844c79745dc13a13341de","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18409,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/09\/25\/die-landung-des-starships-auf-dem-mars\/","url_meta":{"origin":16262,"position":5},"title":"Die Landung des Starships auf dem Mars","author":"Bernd Leitenberger","date":"25. September 2025","format":false,"excerpt":"Es wird mal Zeit, sich mit der geplanten Marslandung des Starships zu besch\u00e4ftigen. Das tut ja anscheinend keiner au\u00dfer mir, sonst w\u00e4re anderen schon etwas aufgefallen. Die Grundproblematik ist die gleiche wie f\u00fcr Raumsonden: Der Mars hat eine extrem d\u00fcnne Atmosph\u00e4re. Deren Bodendruck liegt bei \"Normalnull\" (mangels Meeren willk\u00fcrlich festgelegt\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/0c873c0799fe4a22aedc6879d71e9a71","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16262"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16262\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}