{"id":16265,"date":"2023-01-12T00:26:08","date_gmt":"2023-01-11T23:26:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16265"},"modified":"2023-01-11T18:28:37","modified_gmt":"2023-01-11T17:28:37","slug":"eine-kurze-geschichte-des-mariner-programms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/01\/12\/eine-kurze-geschichte-des-mariner-programms\/","title":{"rendered":"Eine kurze Geschichte des Mariner-Programms"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16265\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16265\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Da ich auf einen meiner letzten Blogs die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/01\/07\/das-unwort-des-jahres-und-die-blogs-werden-laenger-und-flacher-dafuer-haeufiger\/#comment-95750\">R&uuml;ckmeldung bekomme habe<\/a>, das die meisten von euch die Website gar nicht mehr besuchen, habe ich etwas nachgedacht und die Chance erkannt, die gesamte Website nochmals zu erz&auml;hlen, nur etwas k&uuml;rzer und weniger detailliert, die Website Artikel sind ja deutlich l&auml;nger als die Blogartikel und auch viel technischer und wenden sich an ein tiefer interessiertes Auditorium.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/8321ca14a1124b7fbcdf58e4fb2adfa3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nF&uuml;r alle die es trotzdem genauer wissen wollen, das Thema gibt es auch <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner.shtml\">ausf&uuml;hrlich<\/a> auf der Website und jede einzelne Mission findet sich <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner12.shtml\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner34.shtml\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner5.shtml\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner67.shtml\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner89.shtml\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner10.shtml\">hier<\/a>.<!--more--><\/p>\n<h2 class=\"western\">Die Anf&auml;nge: Mariner 1+2<\/h2>\n<p>Zumindest am Anfang standen die USA in einem Wettrennen mit der Sowjetunion. Nach den ersten Sonden zum Mond peilten beide Nationen die Planeten als n&auml;chstes prestigetr&auml;chtiges ziel an. Es ging darum vor dem Gegner einen Erfolg zu vermelden. Das n&auml;chste Ziel musste aus logischen Gr&uuml;nden die Venus sein. Zum einen ist die Reise zur Venus k&uuml;rzer, was bei dem damaligen Stand der Technik ein wichtiger Punkt war, die Chance war gro&szlig; das eine Sonde sonst vor Erreichen des Ziels ausfiel. Zum zweiten gab es das erste Startfenster im Juli 1962 zur Venus, das n&auml;chste im November zum Mars Russland nutzte ein Startfenster im Oktober 1960 zum Mars, aber angesichts der Zuverl&auml;ssigkeit der noch unerprobten Tr&auml;gerrakete gingen beide Sonden verloren.<\/p>\n<p>Den Auftrag f&uuml;r Mariner 1+2 erhielt das JPL, f&uuml;r das es das erste Raumsonnenprojekt war. Das JPL dachte weiter und konzipierte eine Sonde die man sowohl f&uuml;r das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ranger.shtml\">Ranger-Mondprogramm<\/a> wie auch den Flug zur Venus nutzen konnte, entsprechend lief das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/03\/18\/erinnerung-an-ein-pleiten-pech-und-pannenprogramm\/\">Ranger Programm<\/a> intern unter der Bezeichnung \u201eMariner R\u201c. Die gro&szlig;e Herausforderung bei Mariner 1+2 \u2013 fast alle Marinersonden wurden als Doppelsonden konzipiert, da zu dieser Zeit de Gefahr gro&szlig; war, das eine Sonde durch einen Fehlstart oder Defekt verloren ging \u2013 war das die Nutzlast der verf&uuml;gbaren Atlas Agena B Tr&auml;gerrakete als leistungsf&auml;higsten Exemplar eigentlich zu gering war. Die NASA entwickelte zwar die Centaur Oberstufe, stie&szlig; bei der Entwicklung aber bald auf sehr viele Probleme, sodass diese nicht vor 1967 verf&uuml;gbar war. Die Sonden konnten nur eine minimale Nutzlast mitf&uuml;hren, nur 18,6 von 202 kg Startmasse waren Instrumente. Es reichte so nur f&uuml;r einfache Messger&auml;te. Sie waren meistens f&uuml;r die Vermessung des interplanetaren Raums ausgelegt. Nur drei Instrumente waren f&uuml;r die Beobachtung der Venus wichtig: Ein Magnetometer ma&szlig; das Magnetfeld \u2013 die Erde hatte ein starkes Magnetfeld, w&uuml;rde die in etwa gleich gro&szlig;e Venus auch eines haben, zwei Radiometer ma&szlig;en im infraroten und Mikrowellenbereich die von der Venus abgegebene Strahlung. Auf Kameras hatte man verzichtet, weil visuell die Venus keine Details zeigte, aber den f&uuml;r eine ausdehnte Atmosph&auml;re typischen Ring wenn sie zwischen Erde und Sonne stand. Wie hoch die Temperatur auf der Venus war, wurde damals kontrovers diskutiert. Die Extreme waren zwischen einem m Subtropischen Klima mit 40 Grad und 400 Grad Celsius Oberfl&auml;chentemperatur.<\/p>\n<p>Mariner 1 ging beim Start verloren, die Schwestersonde Mariner 2 machte schon auf dem Weg zur Venus Messungen und entdeckte den schon vor einigen Jahren vom deutschen Astronomen postulierten Sonnenwind. Sie entpuppte sich aber auch als sehr anf&auml;llig. Zahlreiche Systeme hatten Defekte, sie verlor auf dem halben Weg die H&auml;lfte der Stromversorgung, das war nur deswegen ohne Konsequenz weil sie sich der Sonne n&auml;herte und so die Leistung pro Fl&auml;che anstieg. Die Temperatur stieg an sodass durch Druckanstieg eine weitere Kurskorrektur nicht mehr m&ouml;glich war, vor allem aber n&auml;herte sich die Temperatur in elektrischen System einer kritischen Grenze. Am 12.12.1962 passierte Mariner 2 die Venus. Die wichtigsten Daten kamen von den beiden Radiometern. In nur 42 Minuten wurden die wichtigsten Daten der Mission gewonnen, die in Realzeit mit lediglich 8,33 Bit\/s &uuml;bertragen wurden \u2013 es waren insgesamt 22.491 Bits, die treusten Bits die jemals im Raumfahrtprogramm gewonnen wurden. Wenig sp&auml;ter, am 3.1.1963 fiel die Sonde endg&uuml;ltig aus, vermutlich wegen zu hoher internen Temperaturen. Sie sollte 2500 Stunden lang arbeiten und fiel nach 3.100 Stunden aus, weshalb man in der NASA intern witzelte, JPL st&auml;nde f&uuml;r \u201eJust plenty of Luck\u201c. Ein Magnetfeld wurde nicht gefunden. Die Messungen der beiden Radiometer waren schwer auswertbar. Das IR-Radiometer lieferte pr&auml;zise Messungen, ma&szlig; aber nur die Temperatur an der Wolkenoberfl&auml;che und die lag bei -53 Grad Celsius, da diese 70 km &uuml;ber der Oberfl&auml;che liegen. Das Radiometer im Mikrowellenbereich war viel unempfindlicher, drei Scans ergaben Temperaturen von 400, 450 und 570 K. Die Auswertung war erst 1965 abgeschlossen und in einem endg&uuml;ltigen Report gab man als wahrscheinlichste Temepratur 400 K , das sind 130 Grad an, erw&auml;hnte ber das erdgebundene Radiokarbonmessungen auch 600 K wahrscheinlich sein lie&szlig;en, was zum h&ouml;chsten Wert passen w&uuml;rde. Real liegt die Oberfl&auml;chentemperatur bei 723 K, doch diese ist vom Weltraum aus nur schwer zu bestimmen, da die Strahlung von der dichten Atmosph&auml;re stark absorbiert hat. Mariner 2 ma&szlig; die Temperatur in tieferen Atmosph&auml;renschichten, aber nicht der Oberfl&auml;che.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Zum Mars: Mariner 3+4<\/h3>\n<p>Beim Bau von Mariner 3+4 hatte das JPL gelernt und ging systematischer an den Bau, testete mehr, baute mehr Redundanzen ein. Man sah sich nun auch nicht mehr in einem Wettlauf. Russland hatte bis 1964 zahlreiche Sonden gestartet aber keine einzige hatte funktionsf&auml;hig ihr Ziel erreicht. Der bedeutendste Sprung war, dass man beim Mars nun auch Aufnahmen machen wollte. Dabei hatte man die Datenrate nicht gesteigert \u2013 sie lag immer noch bei 8,33 Bit\/s. Die Bilder wurden so zuerst auf ein Magnetband gespeichert und dann langsam &uuml;bertragen. Trotzdem war bei dieser Datenrate die Kamerasusr&uuml;stung beschr&auml;nkt. Die Kamera hatte nur 200 x 200 Pixel. Mariner 3+4 war mehr als doppelt so komplex wie Mariner 1+2. Es gab mehr Redundanzen und eine neue Oberstufe erlaubte auch eine 30 % h&ouml;here Nutzlast. Die meisten Experimente waren wie bei dem Vorg&auml;ngerpaar aber f&uuml;r die Erforschung des interplanetaren Raums ausgelegt, so liefern die Sonden schon daten bevor sie den Planeten erreichten. Mariner 3 ging erneut bei einem Fehlstart verloren \u2013 genauer gesagt schmolz die Nutzlastverkleidung aus Fieberglas und die Sonde war so zum einen zu schwer und konnte ihre Solarpaneele nicht ausfahren. Mariner 4 startete so sp&auml;ter weil man in aller Eile eine neue Nutzlastverkleidung aus Metall fertigen musste.<\/p>\n<p>Anders als bei Mariner 2 gab es aber keine gro&szlig;en Probleme beim Flug, Am 15.7.1965 passierte die Sonde den Mars und nahm 21 Bilder auf, das letzte unvollst&auml;ndig, weil das Magnetband vollst&auml;ndig beschrieben war. Sie deckten zwar 1,5 Millionen km\u00b2 ab, aber einen unterrepr&auml;sentierten Streifen und zeigten vor allem Krater. Die Sonde entpuppte sich als &auml;u&szlig;erst langlebig und wurde auch danach noch kontaktiert um Daten &uuml;ber den interplanetaren Raum zu gewinnen. Erst am 20.12.1967 gab es den letzten Funkkontakt. Ein Nebenprodukt der Passage war das man die Abschw&auml;chung des Sendesignals bei der Passage der Atmosph&auml;re ma&szlig; und damit eine grobe Dichtbestimmung der Atmosph&auml;re von damals 10 bis 30 mb Bodendruck, was bei dem damals geplanten Voyager-Programm von Marslandungen zu Problemen f&uuml;hrte, da so Fallschirme zur Abbremsung bei der Landung nicht mehr ausreichten.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Mariner 5: das Reserveexemplar<\/h3>\n<p>Mariner 5 war keine eigenst&auml;ndige neue Sonde, sondern das Ingenieursexemplar von Mariner 3+4. Es wurden zu den Flugexemplaren noch weitere Exemplare f&uuml;r Tests gebaut, eines war was komplett bauidentisch und dieses Ingenieuressexemplar diente solange die Mission lief als Referenz um Probleme die auftraten an einem Reserveexemplar zu untersuchen. Nach der erfolgreichen Mission war es &uuml;berfl&uuml;ssig und die NASA kam auf die Idee es zu starten, f&uuml;r die Erforschung der Venus. Man k&uuml;rzte die Solarpaneele um die H&auml;lfte, das sparte Gewicht ein, da die Venus aber viel n&auml;her als der Mars an der sonne war, gab es so trotzdem gen&uuml;gend Strom. Die Experimente f&uuml;r den interplanetaren Raum waren die gleichen wie bei Mariner 3+4, was die Messdaten vergleichbar machte. Die Kamera wurde durch ein UV-Fotometer ersetzt. Es bestimmte die UV-Strahlung angeregter Atome in der Ionosph&auml;re drr Venus wie auch die Absorption von UV-Strahlung durch die Venusatmosph&auml;re insbesondere bei den Emissionen von Wasserstoff und Sauerstoff. Ein Zweiband-Empf&auml;nger empfing ein Funksignal von der Erde nachdem dieses die Venusatmosph&auml;re passierte und bestimme damit deren Dichte in verschiedenen H&ouml;hen. Zuletzt hatte man die Vermessung des S-Band Sendesignals das bei Mariner 4 eine gute Sch&auml;tzung des Bodendrucks lieferte, wieder als Experiment eingeplant.<\/p>\n<p>Mariner 5 passierte die Venus ohne Probleme. Weder ein Magnetfeld noch eine Teilchenumgebung wurden gemessen. Die Abschw&auml;chung der Funksignale erlaubte eine Absch&auml;tzung des Bodendrucks auf 75 bis 100 Bar. Die Atmosph&auml;re musste aus mindesten 90 % Kohlendioxid bestehen. Noch genauer war die Vermessung der Oberfl&auml;chengestalt &uuml;ber die Bahn&auml;nderung. Als Radius wurden 6.048 km (real: 6051,8 km) mit nur einer leichten Abweichung von 500 m zwischen &Auml;quator und Pol bestimmt. Temperaturmessungen gab es keine, aber aus den Daten der Abschw&auml;chung der Funksignale leitete ein Team eine Oberfl&auml;chentemperatur von 500 \u00b0C ab, andere Teams kamen auf 267 Grad Celsius. Messungen gab es nur bis in 32 km H&ouml;he, der Grenze wo Signale noch von der Bodenstation durch die Venusatmosph&auml;re kamen, darunter musste man interpolieren. Als Nebeneffekt bestimmte Mariner 2 die astronomische Einheit, also die mittlere Erdentfernung besser als jemals zuvor, das war nicht nur von akademischen Interesse sondern auch wichtig f&uuml;r die Navigation von Raumsonden.<\/p>\n<p>Die Daten von Mariner 2 wurden &uuml;brigens nicht &uuml;berall vertraut. Russlands Venera 4 verstummte f&uuml;nf Tage sp&auml;ter beim Abstieg. In Russland akzeptierte man weder den ermittelten Radius von 6.048 km und errechnete einen von 6.072 km, noch die Temperaturmessungen und Druckabsch&auml;tzungen. Nach Russlands Ansicht war Venera 4 auf der Venusoberfl&auml;che gelandet, in Wirklichkeit fiel sie in 28 km H&ouml;he bei einer Temperatur von 262 Grad Celsius aus. Erst als die n&auml;chsten Sonden die nun auch von der Oberfl&auml;che Messungen liefern sollten, ebenfalls in &uuml;ber 20 km H&ouml;he ausfielen, trauten russische Wissenschaftler den Messungen von Mariner 2.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Mariner 6+7: bessere Marsuafnahmen<\/h3>\n<p>Mariner 6+7 waren die einzige erfolgreiche Doppelmission des Programms. Ziel war erneut der Mars, vor allem wollte das JPL bessere aufnahmen. Inzwischen gab es die Centaur Oberstufe welche die dreifache Nutzlast einer Agena hatte. Da die Sonden aber nur 50 % schwerer als Mariner 3+4 waren konnten sie auf einen extrem schnellen Kurs mit einer geringen Passagedistanz gebracht werden. Zusammen mit st&auml;rkeren Sendern und der ersten 64 m Antenne des DSN (Deep Space Networks) konnte die Datenrate vergleichen mit Mariner 4 um den Faktor 200 gesteigert werden. Das erlaubte viel besser aufgel&ouml;ste Bilder. Auf die absieht &uuml;blichen Instrumente zur Vermessung des interplanetaren Raums wurde verzichtet, alle Instrumente beobachteten nun den Mars, ermittelten die Oberfl&auml;chentemperatur, suchten nach UV-absorbierenden Atomen und nach Spurengasen in der Atmosph&auml;re. Da die Sonden kurz nach der Mondlandung von Apollo 11 den Mars passierten war ihnen Aufmerksamkeit gewiss. Sie machten zuerst eine Bilderserie des ganzen Mars, mehr als einen Tag vor dem Vorbeiflug. Sie zeigte etwas mehr als die besten Teleskopaufnahmen von der Erde, aber sie deckte vor allem den ganzen Mars ab. Beim Vorbeiflug entstanden weitere Bilder, von der &auml;quatornahen S&uuml;dhalbkugel von Mars 6 und der S&uuml;dpolregion von Mars 7. Sie zeigten erstmals Terrain das man noch nicht von Erde und Mond kannte, chaotisches Terrain mit Br&uuml;chen und Spalten, Auf einem Foto war der Schatten des Marsmondes Phobos erkennbar dessen Gr&ouml;&szlig;e so zu 22,4 x 17,6 km abgesch&auml;tzt werden konnte. Das er klein war, war schon vorher wegen seiner geringen Helligkeit bekannt doch seine Gr&ouml;&szlig;e war unbekannt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Marsorbiter: Mariner 8+9<\/h3>\n<p>Mariner 8+9 waren eine relativ einfache Anpassung der Mariner 6+7 Sonden. Stattete man diese mit einem Triebwerk und zwei Treibstofftanks aus, so war die Sonde immer noch von der Atlas Centaur zu bef&ouml;rdern, zumal 1971 ein sehr g&uuml;nstiges Startjahr war. Die Instrumente wurden weitestgehend von Mariner 6+7 &uuml;bernommen, nur die Kameras erhielten bessere Vidiconr&ouml;hren. Ziel beider Sonden war de Erforschung des Mars aus der Umlaufbahn. Dabei sollte eine Sonde in eine Kartierungsbahn gelangen die es erlaubte den ganzen Planeten zu erfassen, w&auml;hrend die andere periodisch bestimmte Gebiete &uuml;berfliegen und auf Ver&auml;nderungen untersuchen sollte. Mariner 8 ging beim Start aber verloren und so musste Mariner 9 beide Aufgaben &uuml;bernehmen. Als die Sonde sich dem Mars n&auml;herte tobte gerade ein globaler Staubsturm der sich nicht bei jedem Periheldurchgang aber immer wieder entwickelt und auch der Grund f&uuml;r den Ausfall einiger Landesonden durch Verstaubung ihrer Solarzellen oder einfrieren der Batterien wurde. Mariner 8 machte routinem&auml;&szlig;ig Fotos. Anfangs war nur die S&uuml;dpolregion zu erkennen. Nach und nach lichtete sich der Staub. Zuerst tauchten die Calderen der hohen Vulkane auf, dann immer tiefer gelegene Gebiete. Die Sonde arbeitete fast ein Jahr im Marsorbit deutlich l&auml;nger als die geplanten 6 Monate bis ihr Lagekontrollgas aufgebraucht war. Sie &uuml;bertrug &uuml;ber 7.000 Bilder, mehr als das 20-fache der vorherigen Mission, war als Nachbau aber billiger als Mariner 6+7.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Mariner 10: Zu Merkur<\/h3>\n<p>Direkt zum sonnenn&auml;chsten Planeten Merkur ben&ouml;tigte eine Sonde eine gro&szlig;e Tr&auml;gerrakete, doch nachdem in den Sechziger Jahren das Verfahren des Swing-By theoretisch untersucht wurde ging die NASA daran dies auch in der Praxis zu nutzen. Mariner 10 w&uuml;rde die Venus passieren, welche die Sonde zu Merkur weiterleitet. Bei einer bestimmten Passage, das erkannte der Italienische Mathematiker Giuseppe Colombo w&uuml;rde Merkur die Sonde in eine Bahn mit einer Periode von 176 Tagen umlenken. Da Merkur die Sonne in 88 Tagen umrundet treffen sich beide nach genau einem Umlauf wieder. Die Sonnenn&auml;he machte einen Schutzschirm notwendig um Mariner 10 vor der direkten Sonnenstrahlung zu sch&uuml;tzen. Die Sonde hatte die umfangreichste Instrumentensuite aller Sonden. Da die Zuverl&auml;ssigkeit der Tr&auml;gerraketen stark angestiegen war und auch Satelliten inzwischen jahrelang arbeiteten ,wurde sie nur als Einzelsonde entworfen. Erstmals entstanden beim Vorbeiflug an der Venus Bilder, inzwischen wusste man das die Venus im UV Bereich Details zeigte und fotografierte sie durch einen UV-Filter. Die Einf&uuml;hrung des X-Bandes erh&ouml;hte die Datenrate weiter und so machte Mariner 10 in wenigen Tagen fast genauso viele Bilder wie Mariner 9 in 6 Monaten. Merkur entpuppte sich als &auml;hnlich verkatert wie der Mond. Die zweite Passage fand in gr&ouml;&szlig;erem Abstand statt, damit Merkur die Bahn nicht zu stark ver&auml;nderte, denn die Sonde hatte durch einen Fehler des Kontrollsystems viel Gas f&uuml;r die Lagekontrolle und Kurskorrektur verloren. Daher war auch klar, das sie nur noch eine Passage w&uuml;rde durchf&uuml;hren k&ouml;nnen, die dann wieder besonders nahe war. Mariner 10 kartierte 45 % der Oberfl&auml;che, da Merkur gebunden rotiert sah sie ihn immer aus derselben Perspektive. Sie bestimmte die Oberfl&auml;chentemperaturen, stellte fest das es keine messbare Atmosph&auml;re gab, aber ein &uuml;berraschend starkes Magnetfeld, das zweitst&auml;rkste aller erd&auml;hnlichen Planeten. Dieses zu erforschen war auch Hauptziel der letzten engen Passage.<\/p>\n<p>Damit endete das Marinerprogramm. Folgende Sonden erhielten zuerst Namen wie Galileo, dann Abk&uuml;rzungen wie MRO oder NEAR. Das Programm war aber so erfolgreich und hatte einen guten Ruf das immer wieder bei Raumsonderentw&uuml;rfen von \u201eMariner Mark II\u201c die Rede ist, obwohl diese technisch nichts mit dem Mariner Programm zu tun haben, doch alle Marinersonden haben gemeinsame technische Elemente und damit wollen die Urheber ausdr&uuml;cken das sie einen gemeinsamen Bus oder &auml;hnliches f&uuml;r mehrere Sonden anstreben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16265\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16265\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Da ich auf einen meiner letzten Blogs die R&uuml;ckmeldung bekomme habe, das die meisten von euch die Website gar nicht mehr besuchen, habe ich etwas nachgedacht und die Chance erkannt, die gesamte Website nochmals zu erz&auml;hlen, nur etwas k&uuml;rzer und weniger detailliert, die Website Artikel sind ja deutlich l&auml;nger als die Blogartikel und auch viel [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[196,1486,1455,4954,4955,4956,4957],"class_list":["post-16265","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-raumfahrt","tag-mariner","tag-mariner-12","tag-mariner-10","tag-mariner-34","tag-mariner-5","tag-mariner-67","tag-mariner-89","entry"],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":346,"today_views":0},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":18439,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/10\/14\/nachlese-elfter-teststart-des-starships-ift-11\/","url_meta":{"origin":16265,"position":0},"title":"Nachlese elfter Teststart des Starships IFT-11","author":"Bernd Leitenberger","date":"14. 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