{"id":16272,"date":"2023-01-14T00:53:17","date_gmt":"2023-01-13T23:53:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16272"},"modified":"2023-01-14T07:48:39","modified_gmt":"2023-01-14T06:48:39","slug":"russische-mondprogramme-e-1-bis-e-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/01\/14\/russische-mondprogramme-e-1-bis-e-3\/","title":{"rendered":"Russische Mondprogramme: E-1 bis E-3"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16272\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16272\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Hall&ouml;chen. Nachdem ich festgestellt habe, das die Allgemeinheit die viele Arbeit die in den Website-Artikeln steckt nicht mehr so w&uuml;rdigt (vielleicht aber auch nur eine Folge, das wahrscheinlich inzwischen Blogs mit SEO-Plugins von den Suchmaschinen besser geratet werden), habe ich die M&ouml;glichkeit erkannt eigentlich die komplette Website nochmal im Blog zu ver&ouml;ffentlichen, nur eben k&uuml;rzer aufs wesentliche konzentriert.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/8d77e03ae8a04edd986a4c21666f7928\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nAls ich dar&uuml;ber nachdachte, kam mir in den Sinn, das ich das ja schon mal gemacht habe und zwar bei den beiden B&uuml;chern &uuml;ber die Raumsonden. Also wird es nun eine lose Folge von Kapiteln aus dem Buch geben. Ich fange an mit Kapiteln &uuml;ber russische (korrekter: sowjetische) Raumsonden, auch weil hier im Buch einiges steht was nicht auf der Website steht weil in dem Jahrzehnt dazwischen es weitere Infos &uuml;ber die Missionen gab. Wenn es gef&auml;llt: Die B&uuml;cher sind noch zu kaufen, trotz massiv gestiegenen allgemeinen Preis immer noch f&uuml;r denselben Betrag wie 2018:<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/amzn.to\/3ILP5ak\">Band 1 mit den Jahren 1958 \u2013 1992<\/a> und <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3H4efQk\">Band 2 mit den Jahren 1993 \u2013 2018<\/a>. Wer dem Autor was gutes tun will kauft die B&uuml;cher <a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/catalogsearch\/result\/index\/?q=Bernd+Leitenberger&amp;product_list_order=bod_release_date&amp;product_list_dir=desc\">direkt beim Verlag<\/a> \u2013 kostet dank Buchpreisbindung genauso viel wie bei Amazon Libre und iTunes, aber die Marge f&uuml;r mich ist h&ouml;her. F&uuml;r alle die es genauer wissen wollen: Hier der artikel &uuml;ber alle <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/luna.shtml\">Lunas auf der Website<\/a>.<\/p>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading__6502_429045386\"><\/a>E-1: Luna 1 und 2<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/Luna1.jpg\" width=\"1657\" height=\"2100\" \/>Die ersten beiden Luna geh&ouml;rten zum Programm E-1. Russland bezeichnete alle Mondsonden, unabh&auml;ngig von dem Programm, als Luna. Dies &auml;hnelt dem Marinerprogramm, in dem auch verschiedene Raumsonden eingruppiert wurden.<\/p>\n<p>Die ersten Luna-Sonden &auml;hnelten sowohl im Aussehen wie auch Konstruktionsprinzip sehr dem ersten Sputnik. Daran erinnert auch die Namensgebung, denn sie wurden anfangs \u201eLunik\u201c getauft. Luna 1 und 2 waren Kugeln aus einer Aluminium-Magnesiumlegierung, innen mit Stickstoff gef&uuml;llt, der durch einen Ventilator umgew&auml;lzt wurde. An der H&uuml;lle waren Stabantennen zur Kommunikation und ein Magnetometer an einem Ausleger angebracht. Im Inneren befanden sich Experimente zum Messen der kosmischen Strahlung und bei Luna 2 ein Mikrometeoritendetektor. Propagandistisch wichtiger waren zwei Plaketten aus massivem Metall mit eingravierten sowjetischen Hoheitssymbolen (Hammer und Sichel), die den Aufschlag der Sonden auf dem Mond &uuml;berlebt h&auml;tten.<\/p>\n<p>Ziel war ein Mondaufschlag. Da die Semjorka, die R-7 ICBM, die Sputnik startete, nicht die erforderliche Nutzlast hatte, entwickelte Koroljow in Rekordzeit eine neue Oberstufe. Diese Rakete wurde \u201eLuna\u201c genannt und so suggeriert, es g&auml;be eine neue Tr&auml;gerrakete. Sp&auml;ter bef&ouml;rderte dieselbe Rakete nun als \u201eWostok\u201c bezeichnet, die gleichnamigen Raumschiffe in einen Erdorbit. Verglichen mit Pioneer 0 bis 4 mit &auml;hnlichem Ziel waren Luna 1 und 2 enorm schwer. Sie wogen mehr als die Lunar Orbiter, die erst Jahre sp&auml;ter starteten. Gemessen an ihrem Gewicht waren sie jedoch einfache Konstruktionen, die nur wenige Daten lieferten.<\/p>\n<p>Zur Bahnverfolgung wurde auf der Drittstufe ein Beh&auml;lter mit einem Kilogramm Natrium mitgef&uuml;hrt. Das Natrium wurde nach einem Drittel der Strecke freigesetzt. Natrium ist ein Element, das von der UV-Strahlung der Sonne leicht ionisiert wird. Ionisiertes Natrium leuchtet intensiv in Orange. Die entstehende Wolke wurde fotografiert und so der Kurs bestimmt. Sie war beobachtbar, bis die Wolke einen Durchmesser von 650\u00a0km erreichte. Erst danach wurden die Sonden von der dritten Stufe abgetrennt. Dem ersten erfolgreichen Start gingen drei Fehlschl&auml;ge voraus, die, da sie keinen Orbit erreichten, keinen offiziellen Namen erhielten.<\/p>\n<p>E-1 Nr.1 startete am 23.9.1958, weniger als ein Jahr nach Sputnik 1, 27 Tage nach der ersten US-Sonde Pioneer 0. Bald nach dem Abheben geriet die Luna-Tr&auml;gerrakete in eine sich selbst verst&auml;rkende Resonanzschwingung um die L&auml;ngsachse der Au&szlig;enbl&ouml;cke. Nach 93 s wurde das strukturelle Limit erreicht und die Rakete explo\u00addierte. Genauso war es beim zweiten Start am 11.10.1958, rund 15 Stunden nach dem Start von Pioneer 1. Auch diesmal gab es Resonanzschwingungen bei den Au&szlig;enbl&ouml;cken, die 104 s nach dem Start zur Explosion der Tr&auml;gerrakete f&uuml;hrten.<\/p>\n<p>Nach zwei Fehlstarts durch dieselbe Ursache bei nahezu gleichem Zeitpunkt analysierte man das Problem und befand, dass die neue Oberstufe, die rund 8 t Gewicht addierte, den Schwerpunkt der Rakete verschoben hatte. Man besserte nach und versuchte am 4.12.1958 einen erneuten Start. Es verlief alles problemlos, bis nach 245 s das Triebwerk der Zentralstufe vorzeitig abschaltete. Die dritte Stufe wurde gar nicht erst gez&uuml;ndet. Die Untersuchung zeigte, dass eine Dichtung im K&uuml;hlsystem der Turbopumpe undicht war. Die Turbopumpe &uuml;berhitzte und schaltete ab.<\/p>\n<p>Am 2.1.1959 gl&uuml;ckte schlie&szlig;lich der Start von <b>Lunik 1<\/b>. Erst 1963 wurde sie in Luna 1 umbenannt. Ziel war ein Mondaufschlag. Die Steuerung richtete die letzte Stufe aber falsch aus. So verpasste Luna 1 den Mond um 5.955 km. Russland benannte die Sonde sofort in \u201eMetschka\u201c \u2013 Traum um, anspielend auf den Menschheitstraum, die Erde endg&uuml;ltig zu verlassen. 34 Stunden nach dem Start passierte Lunik 1 den Mond. Bis 62 Stunden nach dem Start gab es Funkkontrakt. Dann waren die Batterien als Stromquelle ersch&ouml;pft. Sie befindet sich in einer 0,98 \u00d7 1,32 AE-Bahn um die Sonne.<\/p>\n<p>Russland lie&szlig; sich nun Zeit. Da am 3.3.1959 auch die letzte Pioneer-Sonde nicht den Mond erreichte, gab es keinen Grund zur Eile. Erst nach f&uuml;nf Monaten hob die n&auml;chste Rakete ab. Sie musste nach 153 s gesprengt werden, als ein Gyroskop der Steuerung ausfiel und die Rakete vom Kurs abkam. Die letzte Sonde startete am 12.9.1959. Diesmal klappte alles und <b>Lun<\/b><b>ik<\/b><b> 2<\/b> schlug nach zweieinhalb Tagen auf dem Mond auf.<\/p>\n<p>Nachdem diese zweite Erstleistung erbracht war, gab es keine weiteren Starts und Russland ging an das n&auml;chste Programm: E-2 mit dem Ziel die Mondr&uuml;ckseite zu fotografieren. Von den sechs Sonden des Programms E-1 verlie&szlig;en nur zwei die Erde, nur eine schlug auf dem Mond auf.<\/p>\n<table width=\"491\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<th colspan=\"2\" valign=\"top\" bgcolor=\"#cccccc\" width=\"485\">\n<p class=\"western\">Datenblatt Luna 1 und 2<\/p>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Start:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">23.9.1958 Luna 1A (Fehlstart)<\/p>\n<p class=\"western\">11.10.1958 Luna 1B (Fehlstart)<br \/>\n4.12.1958 Luna 1C (Fehlstart)<\/p>\n<p class=\"western\">2.1.1959 Luna 1<\/p>\n<p class=\"western\">18.6.1959 Luna 2A (Fehlstart)<\/p>\n<p class=\"western\">12.9.1959 Luna 2<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Ankunft:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">3.1.1959 Mondpassage von Luna 1 in 5.955\u00a0km Abstand<\/p>\n<p class=\"western\">14.9.1959 Mondaufschlag von Luna 2 bei 29,1 Grad Nord, 0 Grad Ost.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Mission:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">Mondaufschlag<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Gewicht:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">Luna 1: 361,3 kg, Luna 2: 390 kg<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Abmessungen:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">Kugeldurchmesser: 1,45\u00a0m (Luna 1) bzw. 1,90\u00a0m (Luna 2)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Instrumente:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">Vier bzw. f&uuml;nf Instrumente:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"western\">Magnetometer. Messbereiche 600 und 3.000 nT, Genauigkeit 47 nT.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Drei Gasentladungsdetektoren f&uuml;r ionisierende Strahlung, verschiedene Abschirmung. Empfindlich f&uuml;r Elektronen mit mehr als 350, 650 und 1.100 keV.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Tscherenkow-Szintillationsdetektor<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Ionenfalle<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Nur Luna 2: Mikrometeoritendetektor<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Ergebnisse:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">Kein Magnetfeld des Mondes nachweisbar, ebenso kein Strahleng&uuml;rtel bis in einer H&ouml;he von 55\u00a0km &uuml;ber der Oberfl&auml;che. Luna 1 bestimmte die Geschwindigkeit des Sonnenwindes zu 400 km\/s.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/luna2.jpg\" width=\"2100\" height=\"1406\" \/><\/h2>\n<h2 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading__6504_429045386\"><\/a> E-2A \/ E-3: Luna 3<\/h2>\n<p>Das n&auml;chste Programm, das zeitgleich mit dem Programm E-1 (Aufschlag auf dem Mond) gestartet wurde, war E-2A. Es hatte das Ziel, die Mondr&uuml;ckseite zu fotografieren. Der Mond rotiert synchron, d.\u00a0h., er braucht f&uuml;r eine Rotation genauso lange, wie f&uuml;r eine Umrundung der Erde. Damit heben sich beide Bewegungen auf und wir sehen nur eine Seite. Die erdabgewandte Seite war bis 1959 unbekannt.<\/p>\n<p>Eine Sonde, die den Mond bei der Passage fotografiert, ist naturgem&auml;&szlig; erheblich komplexer, als ein einfacher Metallk&ouml;rper mit Sendern, der nur aufschl&auml;gt. Daher wurden die Programme E-1 und E-2 parallel gestartet, um gen&uuml;gend Zeit f&uuml;r die Entwicklung zu haben. Nach dem Start hie&szlig; die Sonde Lunik 3. Erst 1963 wurden alle Mondsonden (auch die schon gestarteten) in Luna umbenannt.<\/p>\n<p>Luna 3 war erheblich komplexer als ihre Vorg&auml;ngerinnen. Sie bestand aus einem mit Stickstoff gef&uuml;llten Zylinder. In ihm befanden sich Elektronik und Kamerasystem. Vorne und hinten war der Zylinder mit halbkugelf&ouml;rmigen Domen abgeschlossen. Ein Ring oben war mit Solarzellen bedeckt. Dort befanden sich die Antennen, das Objektiv der Kamera sowie ein Mikrometeoritendetektor. Unten befanden sich die D&uuml;sen des Lageregelungssystems. Luna 3 wurde nach dem Start durch Rotation um ihre L&auml;ngsachse stabilisiert. Geriet der Mond in das Sichtfeld eines lichtempfindlichen Sensors, so wurde die Rotation gestoppt.<\/p>\n<p>Das Kamerasystem bestand aus zwei Objektiven mit Brennweiten von 200 mm und 500 mm. Das 200-mm-Objektiv konnte die gesamte Mondr&uuml;ckseite abbilden, das 500-mm-Objektiv nur einen Ausschnitt. Beide belichteten 35 mm Luftbildfilm. Dieser wurde wie bei Lunar Orbiter an Bord entwickelt, fixiert, getrocknet und dann fotoelektrisch abgetastet und als Faksimile &uuml;bertragen. Die Aufnahme wurde automatisch ausgel&ouml;st, wenn eine Fotozelle neben dem Objektiv das Licht des Mondes registrierte. Maximal 40 Bilder konnten gemacht werden. Nach dem ersten Foto wurden mit festem Intervall Bilder abwechselnd mit Belichtungszeiten von 1\/200 und 1\/80 s aufgenommen. Die Abtastung erfolgte durch eine Kathodenr&ouml;hre als Lichtquelle hinter dem Film und einem Photomultiplier als Detektor. Es gab zwei Datenraten. Eine f&uuml;r niedrige Datenrate f&uuml;r die &Uuml;bertragung aus Mond\u00adentfernung und eine h&ouml;here &Uuml;bertragungsrate in Erdn&auml;he.<\/p>\n<p>Am 4.10.1959 fand der Start von <b>Luna 3 <\/b>statt. Das war der zweite Jahrestag des Starts von Sputnik 1. Der Start gelang auf Anhieb. Russland bezeichnete Luna 3 erstmals als \u201eInterplanetare automatische Station\u201c. Beim Empfang der ersten Daten stellte man fest, dass das Signal nur halb so stark war wie erwartet und die Temperaturen anstiegen. Luna 3 war falsch ausgerichtet. Man stoppte die Rotation, richtete Luna 3 neu aus und die Temperaturen sanken von 40 auf 30 Grad \u2013 geplant waren 25 Grad. Luna 3 gelangte in eine Erdumlaufbahn mit einem Apog&auml;um in 450.000\u00a0km Entfernung. Der Mond zog Luna 3 an. Die Sonde passierte die Mond\u00adr&uuml;ckseite in 6.200\u00a0km Entfernung. Als sich Luna 3 am 7.10.1959 dem Mond auf 70.000\u00a0km n&auml;herte, sprang das Stabilisierungssystem an und stoppte die Rotation. Danach wurde das Kamerasystem ausgel&ouml;st und machte w&auml;hrend 40 Minuten zwischen 63.700 und 66.700\u00a0km Entfernung 29 Aufnahmen.<\/p>\n<p>Die &Uuml;bertragung der Bilder scheiterte am 8.10.1959. Die Passage hatte das Perig&auml;um auf 45.600\u00a0km angehoben. Als das Perig&auml;um durchlaufen wurde, startete man am 18.10.1959 einen erneuten Versuch, die Bilder auszulesen. Schon am 22.10.1959 ging der Funkkontakt zu Luna 3 verloren. Bedingt durch St&ouml;rungen der Bahn durch den Mond vergl&uuml;hte Luna 3 am 28.4.1960 in der Erdatmosph&auml;re. Je nach Quelle wurden 12 oder 17 Bilder &uuml;bertragen. Nur sechs wurden ver&ouml;ffentlicht. Sie zeigten 70\u00a0Prozent der Mondr&uuml;ckseite. Die Bilder waren von schlechter Qualit&auml;t. Erkennbar war, dass es wenige Mare auf der Mondr&uuml;ckseite gab. Auff&auml;llige Formationen wurden von der sowjetischen Akademie der Wissenschaften benannt. Einige Namen, wie der auff&auml;llige Krater Ziolkowski, wurden von der Internationalen Astronomischen Union offiziell &uuml;bernommen.<\/p>\n<p>Russland hatte zur Sicherheit drei Sonden gebaut und startet am 15.4.1960 die Zweite. Jedoch erreichte die dritte Stufe nicht die Zielgeschwindigkeit. So erreichte die Sonde nur eine Bahn mit 200.000\u00a0km Erdferne. Am Tag darauf startete man die letzte Sonde, doch hier endete die Mission nur 10 s nach dem Start in einer Katastrophe, als die Booster nur 75\u00a0Prozent des Schubs entwickelten, sich von der Rakete abl&ouml;sten und die Rakete explodierte. Diese beiden Sonden des Programms E-3 hatten verbesserte Sender und ein anderes Kamerasystem, das Russland parallel entwickelt hatte. Das dazugeh&ouml;rige Sondenprogramm E-2 wurde aber gestrichen. Ansonsten waren sie weitestgehend identisch mit Luna 3.<\/p>\n<table width=\"491\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<th colspan=\"2\" valign=\"top\" bgcolor=\"#cccccc\" width=\"485\">\n<p class=\"western\">Datenblatt Luna 3<\/p>\n<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Start:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">4.10.1959 Luna 3<\/p>\n<p class=\"western\">15.4.1960 Luna 3A (erreicht nur 200.000\u00a0km maximale Erdentfernung)<\/p>\n<p class=\"western\">16.4.1960 Luna 3B (Fehlstart)<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Ankunft:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">7.10.1959 Luna 3 passiert den Mond in 6.200\u00a0km Entfernung.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Missionsende:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">Funkkontakt am 22.10.1959 verloren. Luna 3 vergl&uuml;ht am 28.4.1960 beim Wiedereintritt.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Mission:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">Mondvorbeiflug und Fotografie der Mondr&uuml;ckseite<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Gewicht:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">278 kg<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Abmessungen:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">1,30\u00a0m L&auml;nge, maximaler Durchmesser 1,20\u00a0m. Durchmesser des Zentralteils: 0,,95\u00a0m<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Instrumente:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<ul>\n<li>\n<p class=\"western\">Yenisey-2\u00a0 Kamerasystem mit zwei Objektiven mit 500\/9.5 und 200\/5.6 mm Brennweite. Aufnahme auf 35 mm isochromen Film. Variable Abtastrate mit bis zu 1.000 Zeilen\/Bild. &Uuml;bertragungsrate 1,25 Zeilen\/s aus Mondentfernung, 50 Zeilen\/s in Erdn&auml;he. Gewicht 32 kg.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Mikrometeoritendetektor<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\">Detektor f&uuml;r kosmische Strahlen<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"95\">\n<p class=\"western\">Ergebnisse:<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"386\">\n<p class=\"western\">70\u00a0% der Mondr&uuml;ckseite fotografisch in grober Aufl&ouml;sung erfasst<\/p>\n<p class=\"western\">Die Mondr&uuml;ckseite ist st&auml;rker verkatert als die Mondvorderseite, es gibt mehr Hochl&auml;nder.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/luna3.jpg\" width=\"2100\" height=\"1399\" \/><\/p>\n<p><span id=\"Rahmen29\" dir=\"ltr\"><\/span><br clear=\"left\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium\" src=\"\/img\/luna3_compare_grid_hw.jpg\" width=\"2100\" height=\"1976\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16272\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16272\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Hall&ouml;chen. Nachdem ich festgestellt habe, das die Allgemeinheit die viele Arbeit die in den Website-Artikeln steckt nicht mehr so w&uuml;rdigt (vielleicht aber auch nur eine Folge, das wahrscheinlich inzwischen Blogs mit SEO-Plugins von den Suchmaschinen besser geratet werden), habe ich die M&ouml;glichkeit erkannt eigentlich die komplette Website nochmal im Blog zu ver&ouml;ffentlichen, nur eben k&uuml;rzer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[623,4959,4960,4961,416],"class_list":["post-16272","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-raumfahrt","tag-luna","tag-luna-1","tag-luna-2","tag-luna-3","tag-mondprogramm","entry"],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":285,"today_views":0},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":14192,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/08\/03\/wernher-von-braun-und-sergej-korolow\/","url_meta":{"origin":16272,"position":0},"title":"Wernher von Braun und Sergej Korolow","author":"Bernd Leitenberger","date":"3. 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