{"id":16500,"date":"2023-03-06T09:44:14","date_gmt":"2023-03-06T08:44:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16500"},"modified":"2023-03-26T15:57:16","modified_gmt":"2023-03-26T13:57:16","slug":"die-hitler-tagebuecher-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/06\/die-hitler-tagebuecher-teil-1\/","title":{"rendered":"Die Hitler-Tageb&uuml;cher \u2013 Teil 1: die Vorgeschichte"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16500\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16500\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Inspiriert durch die neue Reihe \u201eReschke-Fernsehen\u201c \u2013 ein echter Zugewinn bin ich auf das heutige Thema gekommen. Die vierte Sendung hat sich mit den Hitler Tageb&uuml;chern besch&auml;ftigt. Nun sind die Tageb&uuml;cher als Skandal ja ein Dauerbrenner. Es gibt da verschiedene Sichtweisen. Als es schon mal ein Jubil&auml;um gab, ich denke das war das drei&szlig;igste Jubil&auml;um 2013, habe ich mir inspiriert durch eine Dokumentation zwei B&uuml;cher zu dem Thema gekauft (eigentlich drei, denn das von Erich Kuby habe ich nach dem Lesen von einigen Seiten weggeworfen, weil es voller DDR-Jargon war). Inspiriert wurde ich durch eine Aussage einer Stern-Redakteurin, die von ihren Bekannten auf die Verfilmung <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schtonk!\">Schtonk<\/a> angesprochen sagte, es w&auml;re in Wirklichkeit noch schlimmer gewesen, und Schtonk war schon wirklich dick aufgetragen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/817e4336be564899b3a863e1284b9fb7\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nEs gibt bei dem Skandal wirklich mehrere Ebenen, die jeweils f&uuml;r sich interessant sind:<\/p>\n<ul>\n<li>In den Dokus wird immer die laienhafte F&auml;lschung, sowohl was verwendetes Material wie auch den Text angeht, behandelt.<\/li>\n<li>Die B&uuml;cher befassen sich vor allem mit der Geschichte des Skandals und den Versagen von Kontrollstrukturen beim Stern.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/geschichte\/tagebuecher\/hitlertagebuecher124_page-11.html\">Reschke Fernsehen<\/a> hat nun ein neues Kapitel aufgeschlagen, den Inhalt der Tageb&uuml;cher, denn nachdem nach einer kurzen Ver&ouml;ffentlichung der ersten Geschichte es den Skandal gab landeten die B&uuml;cher im Archiv des Stern und wurden trotz mehrfacher Ank&uuml;ndigung nie ver&ouml;ffentlicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich habe noch mal angefangen die beiden B&uuml;cher von <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3ZmFnAt\">Seufert<\/a> und <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3kMXKQf\">Bissinger<\/a> durchzulesen und wirklich, Schtonk ist nicht dick aufgetragen. Es war in Wirklichkeit noch schlimmer.<!--more--><\/p>\n<p>Dies ist ein Artikel aus einer kleinen Serie zu dem Skandal um die gef&auml;lschten Hitler Tageb&uuml;cher:<\/p>\n<p>Teil 1: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/06\/die-hitler-tagebuecher-teil-1\/\">Die Vorgeschichte<\/a><\/p>\n<p>Teil 2: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/06\/die-hitler-tagebuecher-teil-1\/\">Der Handel<\/a><\/p>\n<p>Teil 3: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/08\/die-hitler-tagebuecher-teil-3-warum-flog-die-faelschung-nicht-vorher-auf\/\">Warum flog die F&auml;lschung nicht vorher auf?<\/a><\/p>\n<p>Teil 4: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/09\/die-hitler-tagebuecher-teil-4-der-vertrag\/\">Der Vertrag<\/a><\/p>\n<p>Teil 5: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/10\/hitlers-tagebuecher-teil-5-baende-pruefungen-und-rechte\/\">B&auml;nde, Pr&uuml;fungen und Rechte<\/a><\/p>\n<p>Teil 6: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/11\/die-hitler-tagebuecher-teil-6-die-veroeffentlichung\/\">Die Ver&ouml;ffentlichung<\/a><\/p>\n<p>Teil 7: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/12\/die-hitler-tagebuecher-teil-7-der-scoop\/\">Der Scoop<\/a><\/p>\n<p>Teil 8: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/13\/die-hitler-tagebuecher-teil-8-die-bombe-platzt\/\">Die Bombe platzt<\/a><\/p>\n<p>Teil 9: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/14\/die-hitler-tagebuecher-nachwehen\/\">Nachwehen<\/a><\/p>\n<p>Teil 10: <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/03\/15\/die-hitler-tagebuecher-teil-10-epilog\/\">Epilog<\/a><\/p>\n<p>Die Teile behandeln den Skandal relativ umfassend und weitestgehend chronologisch.<\/p>\n<h2 class=\"western\">Die Hauptfiguren<\/h2>\n<p>Fangen wir an mit den Hauptfiguren des Skandals. Da w&auml;re zuerst einmal Gerd Heidemann. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerd_Heidemann\">Gerd Heidemann<\/a> wurde am 4.12.1931 in Hamburg geboren und ist der einzige noch lebende Zeitzeuge. Bis zu dem Skandal galt Heidemann innerhalb des Sterns als \u201eSp&uuml;rhund\u201c, als guter Rechercheur, vor allem guter Fotograf, das hatte er gelernt. Er war f&uuml;r den Stern als Reporter in 13 kriegerischen Konflikten unterwegs und berichtete von ihnen. Er war aber Rechercheur und weniger Journalist. Fakten in ein Gesamtbild einzuordnen und einen gut lesbaren Text zu schreiben, das &uuml;berlie&szlig; er den Kollegen.<\/p>\n<p><a name=\"firstHeading\"><\/a>Heidemann neigte aber schon immer zum Fabulieren. So machte er als er feststellte, dass in Hamburg es einen chinesischen Student namens \u201eZhou\u201c gab aus diesem den Sohn von Zhou Enlai, dem damaligen chinesischen Ministerpr&auml;sidenten. Oder er ver&ouml;ffentlichte nach einem Briefwechsel mit Klaus Barbie, dem \u201eSchl&auml;chter von Lyon\u201c zwei identische Geschichten der Ausl&ouml;schung eines Dorfes weil Soldaten mit Teer &uuml;bergossen wurden. Nur einmal spielte die Geschichte 1941 in Russland und einmal 1942 in Frankreich.<\/p>\n<p><a name=\"firstHeading Kopie 1\"><\/a>Heidemann hatte ein Talent sich in etwas hineinzusteigern und dann v&ouml;llig jegliche journalistische Distanz zu vergessen. Er nahm vom Amtssitz <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Idi_Amin\">Idi Amins<\/a> Orden mit als er diesen nach seiner Flucht fotografierte. Auf die Nazi Szene kam er als er als er 1972 die heruntergekommene Jacht \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carin_II\">Carin II<\/a>\u201c von Hermann G&ouml;ring f&uuml;r 160.000 Mark kaufte. Die Carin II wurde G&ouml;ring von der Automobilindustrie 1937 geschenkt, die sich Auftr&auml;ge erhofften und auch bekamen. Die Karin II ist kein kleines Boot, ihr Bau kostete 1 Million Reichsmark und sie ist 27 m lang. Heidemann setzte sich als Ziel die Jacht originalgetreu zu rekonstruieren und zwar nicht nur die Einrichtung, sondern sogar das ganze Inventar. Er fing an NS-Devolutionalien zu sammeln und musste so irgendwann zwangsl&auml;ufig mit Konrad Kujau zusammensto&szlig;en. Das Restaurieren der Carin II &uuml;berstieg Heidemanns Einkommen bei weitem, obwohl er damals mit 9.000 DM\/Monat wirklich gut verdiente. Sehr bald hatte er einen Kredit von 250.000 DM zu bedienen, f&uuml;r die 160.000 Mark f&uuml;r dieAnschaffung hatte er seinen Bungalow verkauft. Er suchte nach K&auml;ufern f&uuml;r die Carin II, ging von dem anf&auml;nglichen Angebot von 1,2 Millionen DM auch stark herunter fand aber auf niemand. Heidemann glitt in einen NS-Sumpf ab. Er hatte eine jahrelange Liaison mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Edda_G%C3%B6ring\">Edda G&ouml;ring<\/a>, der Tochter von Hermann G&ouml;ring, war befreundet mit dem SS-General <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Mohnke\">Wilhelm Mohnke<\/a>, Leibstandardenf&uuml;hrer und letzter Befehlshaber bei Hitler im F&uuml;hrerbunker und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Wolff_(SS-Mitglied)\">Karl Wolff<\/a>, SS Gruppenf&uuml;hrer und verurteilt wegen Beihilfe in Mord in 300.000 F&auml;llen zu 15 Jahren Haft. Die beiden waren Treuzeugen bei seiner letzten Ehe! Im Stern war er allerdings nachdem er sechs Wochen mit Mohnke durch S&uuml;damerika tingelte und dort emigrierte Ex-Nazis wie Klaus Barbie interviewte und das Material nicht druckreif war, weil es jegliche Distanz fehlen lie&szlig; unten durch. Stern Chefredakteur Koch verbot ihm weiter in dieser \u201eNazi Schei&szlig;e\u201c zu w&uuml;hlen. Heidemann scherte sich aber nicht darum und war auch besessen davon, dass <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Bormann\">Martin Bormann<\/a> noch in S&uuml;damerika lebt (sp&auml;ter meinte er wird er vom Mossad in der Schweiz gefangen gehalten). Bormann starb nachweislich 1945 in Berlin, das ist durch Vergleich des Zahnschemas des Totensch&auml;dels mit den Unterlagen seines Zahnarztes bewiesen.<\/p>\n<p>Konrad Kujau wurde am 27.6.1938 in L&ouml;bau in der DDR geboren, er starb am 12.9.2000 an Krebs. Er verlie&szlig; die DDR mit 19, warum ist bis heute unklar. Er selbst hat zwei Versionen von sich gegeben. Einmal soll er etwas gestohlen haben, das nach seiner Flucht aber wieder auftauchte, nach einer anderen Geschichte hatte er einen Streit mit einem Chef der Einheitsgewerkschaft FGB und bef&uuml;rchtete Repressalien. Dass er noch Verwandte in der DDR hatte, sollte sp&auml;ter noch eine Rolle in der Geschichte spielen. Kujau kam dann in Folge mit dem Gesetz in Konflikt. Es gab mehrere Verurteilungen wegen Diebstahl. Sein Lebenswandel stabilisierte sich Anfang der Siebziger Jahre als er sich f&uuml;r NS Devolutionalen interessierte und einen kleinen Laden in Asperg anmietete, um seine Sammlung unterzubringen. Mit dem Verkauf nahm er es nicht so genau, er war mehr Sammler und nutzte den Laden als Ausstellungsfl&auml;che und tauschte dort mehr mit anderen Sammlern. Schon damals fiel er damit auf, dass er sich mit etwas br&uuml;stete was er nicht ist. So wurde er in eine Schl&auml;gerei verwickelt und gab bei der Polizei an einen Doktortitel zu haben und pensionierter Oberst des BND zu sein. Die pr&uuml;ften das nach und stellten fest das beides nicht stimmte. Daraufhin bekam er ein Verfahren wegen unberechtigtem F&uuml;hren von von akademischen Titeln. Als Beruf gab er damals erstmals bei der Polizei \u201eKunstmaler\u201c an, denn er hatte entdeckt das er ein Talent hatte andere K&uuml;nstler zu imitieren. Damit verdiente er sein Geld, denn er sammelte ja selbst NS-Sch&auml;tze und verkaufte diese nicht. Einem Sammler verkaufte er &uuml;ber 300 angebliche Zeichnungen von Hitler und enorm viele Schriftst&uuml;cke, ebenfalls von Hitler und anderen Nazi-Gr&ouml;&szlig;en. Er legte jedem sogar einen Echtheitsbeleg bei. Auf Briefb&ouml;gen der NS Reichspartei wurde best&auml;tigt, das Gem&auml;lde XY (Beschreibung folgt) von Hitler stammt und ins Reichsarchiv &uuml;bernommen wird. Also echter gehts doch nicht \u2026<\/p>\n<p>Aus dieser Zeit stammt auch das erste Hitlertagebuch, das Kujau angeblich als \u201e&Uuml;bung\u201c zum Lernen von Hitlers Handschrift verfasst haben will, der Band deckt das erste Halbjahr 1935 ab. Er gibt es einem Sammler zur Treuhand. Er solle nach einem K&auml;ufer suchen.<\/p>\n<p>Schon zu der Zeit, lange vor dem Tagebuch Skandal gab es ernsthafte Zweifel an Kujuas Werken, aka Hitlers Werken. Ein Professor f&uuml;r Zeitgeschichte nutzte die Dokumente einer Sammlung f&uuml;r sein Buch das Hitlers schriftliche Hinterlassenschaft in den Jahren 1906 bis 1924 umfasste. Obwohl hier wenig von Kujau &uuml;bernommen wurde, weil der sich auf die sp&auml;tere Zeit des dritten Reiches konzentrierte, fiel dieses bald auf, denn es stimmte einfach zu fiel nicht. Es fiel auch ein Gedicht auf, \u201eDer Kamerad\u201c das Hitler angeblich 1916 geschrieben haben soll. In Wirklichkeit wurde das Gedicht von jemand anders 1936 erstmals ver&ouml;ffentlicht. Hier wandte Kujau eine Vorgehensweise an, die er dann noch perfektionieren sollte. Zweifel wurden mit weiteren von ihm selbst erstellten Dokumenten beseitigt, in diesem Falle von \u201eRechercheergebnissen\u201c der STASI (dann kommt niemand auf die Idee nachzufragen) die besagten, dass das Gedicht noch viel &auml;lter ist und mehrmals von verschiedenen Personen ver&ouml;ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Irgendwann sah Heinemann diesem Tagebuchband bei dem Sammler und fragte ihn woher er diesen habe. Kujau \u2013 der bei seinen Sammlern nur als \u201eKonrad Fischer\u201c bekannt war, damit diese ihn nicht privat bel&auml;stigten sondern nur zu den seltenen &Ouml;ffnungszeiten seines Ladens kamen \u2013 hatte als Herkunft seine Verwandten in der DDR angegeben. Heinemann bl&auml;tterte in dem Band, merkte sich einiges und recherchierte. Er stie&szlig; auf das Buch von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Baur_(Pilot)\">Hans Baur<\/a>, Hitlers Pilot. Er schreibt in dem Buch, das Hitler sehr best&uuml;rzt war, dass eine Ju 352 abst&uuml;rzte, die Kisten von ihm aus der Reichskanzlei abtransportierte Dabei kam auch Hitlers Diener ums Leben. Die Kisten sollen angeblich auch sein \u201eVerm&auml;chtnis\u201c das &uuml;ber seine \u201eTaten Rechenschaft ablegt\u201c enthalten haben.<\/p>\n<p>Heidemann recherchiert weiter, findet den Namen des Piloten heraus und das dieser in B&ouml;rnersdorf in der DDR, der Absturzstelle begraben ist.<\/p>\n<p>Was dann kam war selbst f&uuml;r Helmut Dietl zu viel, sodass er die Szene im Film Schtonk ab&auml;nderte. Heidemann verst&auml;ndigt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas_Walde_(Journalist,_1941)\">Thomas Walde<\/a>, den dritten im Bunde. Seinen Vorgesetzten in der Redaktion und Leiter des Ressorts Zeitgeschichte. Schlie&szlig;lich soll er sich ja von der NAZI-Scheisse fernhalten, so die Weisung von Koch. Walde ist pers&ouml;nlich bekannt mit Willfried Sorge, Top Manager beim Stern und trifft sich regelm&auml;&szlig;ig mit ihm zu Wanderungen. Er bespricht sich mit Sorge und bekommt das Okay, das Er und Heidemann weiter recherchieren d&uuml;rfen. Sie wenden sich an Kontakte in der STASI, reisen am 27.10.1980 &uuml;ber Westberlin ein und werden in einem STASI-Mercedes zuerst nach Dresden gefahren wo sie &uuml;bernachten, dann nach B&ouml;rnersdorf. Dort entdeckt Heinemann in einem abgelegenen Teil des Friedhofs tats&auml;chlich 15 Gr&auml;ber der beim Absturz umgekommenen. Der einzige &uuml;berlebende Franz Xaver Westermeier ist am 24.4.1980 verstorben, sonst w&auml;re an dieser Stelle wohl die Geschichte beendet. Sp&auml;ter kehren sie unter STASI-Begleitung nochmals zur&uuml;ck und Heidemann kann von einem Bauer zwei Frontscheiben der Ju 253 f&uuml;r seine Devoltionalensammlung gewinnen.<\/p>\n<p>Eigenm&auml;chtig bietet Heidemann dem Sammler 2 Millionen DM f&uuml;r die Hitler Tageb&uuml;cher, er soll das Angebot an Fischer weiter leiten. Erst sp&auml;ter bespricht dies Walde mit Sorge, der dies absegnet. Das ist der Beginn einer unheimlichen Allianz, n&auml;mlich von Heidemann \/ Walde und dem Top Management des Verlags, unter Umgehung der Redaktion des Sterns, der Chefredaktion und auch der Buchhaltung. Ab sofort sind beide freigestellt und arbeiten nur noch an diesem Projekt und die Redaktion wird nicht nur &uuml;bergangen, sie darf auch nicht eingeweiht werden, damit nichts von dem \u201eScoop\u201c nach au&szlig;en dringt.<\/p>\n<p>Denn das leitet mich noch zum letzten Hauptbeteiligten der Geschichte, dem Stern. Der Stern ist das Kind von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Henri_Nannen\">Henri Nannen<\/a>, der 33 Jahre lang Chefredakteur des Blatts und hat den Stern gro&szlig; gemacht, auflagenstark 1,8 Millionen Exemplare pro Auflage und wertvoll, weil auch die Anzeigen hochpreisig verkauft werden konnten. Nannen versuchte lange dem Spiegel den Rang als einflussreichstes politisches Magazin abzuringen, verlor letztendlich den Kampf aber Ende der Siebziger Jahre. Seitdem hatte das Blatt eine neue Ausrichtung. Es z&auml;hlte der \u201eScoop\u201c, die Sensation, die rei&szlig;erische Story, die in Hochglanzbildern mit wenig Text verpackt wurden. Erfolg hatte in der Redaktion, der so was liefern konnte, nicht der der eine gut recherchierte aber nicht so spektakul&auml;re Story bieten konnte. Dieses Klima, das auch bei den Managern herrschte, erm&ouml;glichte erst das vollst&auml;ndige Versagen von Kontrollgremien beim Stern.<\/p>\n<p>Soviel f&uuml;r heute. Die Geschichte ist so bizarr, das noch mindestens eine Folge folgt. Ich will aber noch kurz was dazu schreiben, warum es so wenige Blogs in der letzten Woche gab. Ich habe flei&szlig;ig an der Auskopplung der Titan Raketen gearbeitet und es ist dann doch noch etwas umfangreicher geworden, weil ich einige Tr&auml;gervariationen aufgenommen habe die ernsthaft erwogen wurden und auch bei den bestehenden Tr&auml;gern habe ich noch einiges an neuem Material gefunden. Es werden so wahrscheinlich 200 Seiten werden.<\/p>\n<p>Am n&auml;chsten Tag gibt es in der Redaltion standing Ovations f&uuml;r Koch, weil er sich so wacker geschlagen hat. Es wird &uuml;ber die Runde diskutiert und das konzentriet sich auf die eigenen Fehler der Kritiker. Das inspriert Koch zu einem Kommentar der im n&auml;chsten Heft erscheinen wird und f&uuml;r ihn das Karriere-Aus bedeutet. Er beschreibt das der stern gerade sorgf&auml;#ltig w&auml;re, im Gegensatz zu seinen Kritikern. Wirft J&auml;ckel vor selbst auf F&auml;sckungen hereingefallen zu sein und sie publizieert zu haben, w&auml;hrend der stern alles sorgf&auml;ltig pr&uuml;ft. Irving h&auml;tte Materia&ouml; erhalten das gef&auml;lscht sei und das auch der Stern angeboten bekommen habe, aber abgeweisen habe. Auch Tevor-Roper bekommt sein Fett weg. Schlie&szlig;lich war die He&szlig;sschrift die einzige die nicht als falsch erkannt wurde. Die Echtheit der Tageb&uuml;cher sei &uuml;ebr jeden Zweifel erhaben.<\/p>\n<p>Das Bundesarchiv bekommt vier weitere B&auml;nde zum begutachten, ein unabh&auml;ngiger Gutachter soll bei 12 Seiten aus dem He&szlig;and das Alter des Papiers bestimmen.<\/p>\n<p>W&auml;hrenddessen r&auml;umt Heidemann am 18 April seinen Safe bei der deustchen Bank aus, ab dem 23 April beginnt er Teile seines Archivs auszulagern, wohin wei&szlig; man bis heute nicht. Am 28. Apirl bekommt er die letzten 300.000 DM f&uuml;r die letzten B&auml;nde vom Verlag, am selben Tag trifft er Kujua in seienr wohnung, doch der reist ohne Geld nach Stuttgart zur&uuml;ck.<\/p>\n<p>Dann beruhigt es sich zeurst etwas. Der Spiegel erscheint am folgenden Monatg, dem 2. Mai, berichtet aber neutral &uuml;ber die Vorstellung der Tageb&uuml;cher und die Kontroverse mit der schlagzeile \u201eFund oder F&auml;lschung\u201c. Der Stern ist beunruhigt weil nun Teile der Fundgeschichte offensichtlich von Hartung erz&auml;hlt drin stehen und eine Fotokopie aus dem Band den Hartung hatte erscheint. Der Spiegel war selbst in der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/kuenstler-hitler-a-298bfece-0002-0001-0000-000014020480?context=issue\">Ausgabe 6\/1983<\/a> auf einen Kunstband mit gef&auml;lschten Hitler-Zeichnungen (darunetr viele Kujaus) teingefallen, aber das war nicht eine gro0e Schlagzeile, das war eine Buchbesprechung.<\/p>\n<p>Am selben Tag gibt es erste Neuigkeiten aus Koblenz. Das Papier enth&auml;lt den Aufheller Blankophor und die Polyesterf&auml;den im Einband wurden nicht vor 1953 eingesetzt. Dazu findetauch das Bundesaarchiv Ungreeimheiten. Die Eintr&auml;ge f&uuml;r die Ver&ouml;ffentlichung zweier Gestze stimmen nicht. Beim Stern schaut man in einer Chronik nach, einem der beiden B&auml;nde die auch Kujau verwendet und entdeckt keine Abweichung. Nur ist die Chronik hier falsch, im Bundesarchiv schaute man nat&uuml;rlich in den Reichsanzeiger, das Gesetzesblatt des dritten Reichs. Beim Stern vermutet man aber einen fehelr des Bundearchivs. Als letzte Klammer fragt man Dr. Henke ob denn nicht die optischen Aufheller durch Textilien die man zur Papierherstellung nahm hineinkommen k&ouml;nnte. Henke h&auml;lt das angsichts der gefudnen Menge f&uuml;r unwahrscheinlich. Heidemann fragt Kujau ob er wisse wann Blankophor verwendet wird, der ist nicht da aber seine Mitarbeiterin liest ihm einen Zettel vor die Kujau angeblich von einmem Polizeibeamnten eingeholt hat und nachd er die #susbatnz im Ausland schon ab 1917 eingesetzt wurde. Ein zweietr Anrufer erfkundigt sich beim Hersteller Bayer der nicht ausschlie&szlig;en kann, das Blankophor schon in den Kriegsjahren eingesetzt wurde (es kam 1940 auf den Markt).<\/p>\n<p>Erst an dem Tag f&auml;llt einem der Mitarbeietr des Stern auf, das auf den B&auml;nden nur auf zweien Initalien sind, die nach Plastik aussehen und es ein \u201eFH\u201c ist (obwohl man in Millionenauflage die Initalien auch auf der titelseite des Sterns sah. Auch heir hat Heidemann eine Erkl&auml;rung. Hitler h&auml;tte das selbst bemerkt und deswegen g&auml;be es die flaschen Initailaien auch nur auf zwei Kladden.<\/p>\n<p>Die Bombe platzt<\/p>\n<p>Am 4. Mai liegen die Ergebnisse vor. Das Papier besteht aus Nadelholzfasern, Gras und Laub und enth&auml;lt iptische Aufheller die erst 1955 in Papier verwendet wurden. Die roten schn&uuml;re mit Hakenkreuzen enthalten Viskose und Polyester und stammen aus der Nachrkriegszeit. Es wurden vier verschiedene Tinten benutzt. Die Tinte aus den Tageb&uuml;chern ist maximal zwei Jahre alt, die vom He&szlig;band maximal ein Jahr &auml;lter. Weitere Funde betreffen den Inhlat wie ein Telegramm das in den Tageb&uuml;chern auftuacht aber nie verschickt wurde, stattdesen Telefonierte Hitler. Nun muss das ganze noch in druckreife Gutachten gepresst werden.<\/p>\n<p>Die offiziellen Ergebnisse werden dem Stern zeitgleich mit einer Pressekonferenz des Bundesarchivs am 6.Mai pr&auml;sentiert. Um 11:00 erf&auml;hrt sie der Stern um 12:00 beginnt die Pressekonferenz.<\/p>\n<p>Es beginnt eine Krisenredkationskonferenz. Henir Nannen stoppt sofort die Rotationsmaschinen in Itzehoe, 70.000 schon geedruckte Exemplare m&uuml;ssen zur&uuml;ckgerufen und eingestamoft werden, er schiickt auch eine Prrssemeldung zu den Nachrichtenagenturen das die Tageb&uuml;cher gef&auml;lscht sind, aber Zimemrmann war schnelelr. Der Bundesinnenminsietr bekam auch die Ergebnisse und nutzte die Gelegenheit dem \u201elinken Kampfblatt\u201c eins auszuwischen. Um 13:27 ging die erste Meldung &uuml;ber die Agenturen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig h&auml;lt das Bundesarchiv eine Presskonferenz in der es die Ergebnisse erl&auml;utert. Er endet mit dem Satz \u201eEs ist eine recht simple F&auml;lschung, Abschriften die ein phantasieloser, ja ich w&uuml;rde sagen, lustloser F&auml;lscher in die Ich.Form umgebogen hat\u201c. Tja was haben \u201eMein Kampf\u201c und \u201eDie Hitlertageb&uuml;cher\u201c gemien? Keiner hat sie jemals richtig glesen \u2026.<\/p>\n<p>Im Stern l&ouml;st die Nachricht eine Krise aus. Heidemann muss her. Der ist gerade in Bayern unterwegs will bei einer alten Druckerei die f&uuml;r die SS geabrietet hat rausbekommen ob schon damals Blankophor verwendet wurde. Heidemann wird erreicht soll zum M&uuml;nchner flughagen fahren, f&uuml;r ihn wird eien Chartermaschine geordert, damit er der Presse entkommt. Heidemann trifft um 20:00 im Verlagshaus ein. Inzwischen hat Henri Nannen einige Redeakteure beauftragt die Sache zu untersuchen. Einer, Michael Seifert scheibt jahre sp&auml;ter dar&uuml;ber ein sehr empfehlenswertes Buch. Heidemann wird verh&ouml;rt, der kapiert zuerst gar nicht warum es geht und spielt zwei Telefonmitschnitte vor, die belegen sollen, das er Martin Bormann auf der spur ist. Das \u201eVerh&ouml;r\u201c zieht sich &uuml;ber stunden hin. Immer wieder wird Heidemann ermahnt das er alles vegessen soll was er von Fischer geh&ouml;rt hat, die ganze DDR Story w&auml;re wohl erstunken und erlogen und er soll doch endlich dessen Identit&auml;t preisgeben. Es gibt von der Vesprechung eine Abschrift weil ein Tonbdnad mitl&auml;uft. Auf Seite 39 von 42 ist Gheidemann so m&uuml;rbe und &uuml;ebrm&uuml;det das er die Telefonnummer von Fischer nennt. Er hat zwar Kujau einmal in Ditzingen besucht, doch der ist mittlerweile umgezogen und seitdem trafen sie siich nie bei ihm zu Hause. Nun geht alles sehr schnell. Es ist 5 Uhr morgens. &Uuml;ber die Telefonauskunft wird ermittelt, das der Anschluss in Bietigheim-Bissingen verortet ist, eienr Kreisstadt nahe Stuttgart mit damals etwa 35.000 Einwohnern. Um 7.00 wird der Stern-Reporter in Frankfurt der am n&auml;chsten ist beauftragt dorthin zu dahen und Fischer zu suchen. Der findet das in drei Stunden heraus und meldet das der Mann Kujau jhei&szlig;e es sei nieamnd da, Nachbarn meinen Kuja und seine Lebesngef&auml;hrtin w&auml;ren in Urlaub gefahren. Mit der Information wird der Reporter in west\u2014Berlin gef&uuml;ttert der in die DDR fahren soll und dort die Geschichte von einem Bruder im Generalsrang abklopfen soll. Der hat in einem Tag die Verwandten von Kujau ausfindig gemacht und es gibt keinen General doer sonstwie in einer DDR-Beh&ouml;rde angestellten unter Kujaus Verwandten. Innerhalb eines ages hat der Stern die wahre Natur von Kujau herausgefunden und die Story die Kujau Heidemann erz&auml;hlt als eine L&uuml;ge entlarfvt, etwas was Hediemann nicht in zwei Jahren fertigegebrahct hat. Am 7. Mai, einem Samstag ist offenkundig, das die gesamte Fundgeschichte erfunden und erlogen ist und Kujua die B&uuml;cher ge&auml;flscht hat oder den kennt der sie gef&auml;lscht hat.<\/p>\n<p>Am Montag, Sonntags haben ja auch Gerichte zu erstattet Henrie Nannen Strafanzeige gegen Gerd Heidemann, der bekommt am n&auml;chsten tag, dem 10. Mai 1983 mit Hinweis auf die Straganzeige die schriftliche K&uuml;ndigung. Die Nachricht geht nat&uuml;rlich &uuml;ber die Medien und so ost auch Konkrad Kujau informiert als er sich am 14.5.1983 beim Grenz&uuml;bertritt von &Ouml;sterreich nach dEutschland stellt. Der Prozess beginnt am 21.6.1984 und endet am 8.5.1985. Konrad Kujua ist voll gest&auml;ndig. Gerd Heidemann sieht sich auch im Prozess noch als Opfer. Noch jahrzehnte sp&auml;ter lamentiert er dar&uuml;ber das er seine Unschuld durch die Mitschnitte von Gespr&auml;chen und Telefonaten beweisen k&ouml;nne, aber man diese beim gericht nicht als Beweis anerkannt habe, da ohne wissen von Kuja angefertigt. Kujau wird zu 4 Jahren 6 monaten verurteilt, kommt wegen einer Erkrankung an Kehlkopfkrebs aber schon nach drei Jahren frei. Heidemann bekommt 4 Jahre 8 Monate. 2 Monate mehr, denn es geht ja nicht um die F&auml;lschung von Tageb&uuml;chern, sondern Unterschlagung und Betrug und Heidemann hat nach dem Gericht mehr Geld unterschlagen und das Vertrauensverh&auml;ltnis ders Verlags ausgenutzt um Geld abzuzweiegn was der Richter in der urteilsbeg&uuml;ndung als starfversch&auml;rfend ansieht.<\/p>\n<p>Zum Thema:<\/p>\n<h3 class=\"western\">Links \/ Referenzen zur Serie<\/h3>\n<p><a name=\"productTitle\"><\/a><a name=\"title\"><\/a> Auf die Besch&auml;ftigung mit dem Thema kam ich durch die ZDF Dokumentation \u201e<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_yvuBz5jzL0\">Die Jahrhundertf&auml;lschung Hitlers Tageb&uuml;cher<\/a>\u201c von ZDFZeit 2013. Daraufhin kaufte ich mir drei B&uuml;cher, <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3FfP0sG\">eines von Erich Kuby<\/a> schmiss ich nach dem Lesen weniger Seiten mit grundlegender Imperialismuskritik im DDR Jargon wieder weg. Es fand sich dann auch nur ein DDR-Verlag f&uuml;r die Publikation. Dabei galt der Autor als kompetent und arbeitete f&uuml;r Spiegel und Stern. Die beiden anderen B&uuml;cher kann ich empfehlen. Zeitnah, etwas k&uuml;rzer ist von <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3FcuKs5\">Manfred Bissinger: Hitlers Sternstunde. Kujau, Heidemann und die Millionen<\/a>. Es ist etwas detailverliebter, geht weiter in der Biographie von Kujau und man findet mehr Zahlen und Daten in dem Buch. Seine Schw&auml;che ist die Gliederung nach Themenschwerpunkten, nicht der Chronologie. Zudem ist es ein typischer Schnellschuss, will den Hype um den Skandal ausnutzen. Es endet noch vor dem Urteil. Das zweite Buch <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3JtNZ2J\">Der Skandal um die Hitler-Tageb&uuml;cher<\/a> stammt von Michael Seufert, Ressortleiter beim Stern und von Henri Nannen beauftragt mit der internen Aufkl&auml;rung des Skandals. Es ist umfangreicher, chronologisch gegliedert und mehr auf den Stern zentriert. Beide enden aber ziemlich genau nach dem Skandal und behandeln den Prozess eher stiefm&uuml;tterlich. Ich kann beide empfehlen und w&uuml;rde auch heute wieder beide kaufen und sie erneut lesen. Warum? Ingrid Kolb, damals Stern Redeakteurin, gibt in der obigen ZDF Doku die Antwort. Sie wird von Bekannten nach dem Spielfilm \u201eSchtonk!\u201c angesprochen und sagt dann immer \u201eEs war noch irrealer\u201c und die B&uuml;cher sind wirklich Infotainment. Die Details sind so bizarr das das Lesen wirklich am&uuml;sant ist, sofern man nicht gerade Heidemann hei&szlig;t. <a href=\"https:\/\/www.lexikon-der-politischen-strafprozesse.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Tageb%C3%BCcher-Prozess_1.pdf\">&Uuml;ber den Prozess informiert dieses PDF<\/a>. Genaueres &uuml;ber die Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchung liefert das <a href=\"https:\/\/www.bundesarchiv.de\/DE\/Content\/Virtuelle-Ausstellungen\/Vor-30-Jahren-Pressekonferenz-Des-Bundesarchivs-Zu-Hitler-Tagebuchern\/001__henke-nachbetrachtung_PDF.pdf?__blob=publicationFile\">Bundesarchiv<\/a>.<\/p>\n<p>Es gibt zwei neuere Aufarbeitungen des Stern-Skandals. Der Stern selbst hat den 10-teilligen Audio Podcast \u201e<a href=\"https:\/\/faking-hitler.podigee.io\/\">Faking Hitler<\/a>\u201c herausgebracht, mit vielen Tonbandmitschnitten von Heidemann\/Kujau sowie Interviews mit Heidemann, Walde und Sorge. Man erf&auml;hrt aber sehr wenig &uuml;ber die Details, die Fehler in den B&uuml;chern und Kujau kommt in dem Podcast erheblich schlechter weg als Heidemann. Er gilt als der wahre Schuldige, von der Unterschlagung von Heidemann ist fast nicht im Podcast die Rede. Der Stern h&auml;lt wohl noch immer zu ihm.<\/p>\n<p>Reschke Fernsehen (ich kann auch die Sendung von Anja <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/reschke-fernsehen\/ego-land-bayern-so-zieht-die-csu-uns-alle-ab\/das-erste\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLm5kci5kZS80ODY3XzIwMjMtMDItMDItMjMtMzU\">Reschke &uuml;ber die CSU<\/a> empfehlen) hat sich nun erstmals mit dem <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/reschke-fernsehen\/gefaelschte-tagebuecher-so-gefaehrlich-war-der-hitler-fake-wirklich\/das-erste\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLm5kci5kZS80ODY3XzIwMjMtMDItMjMtMjMtMzU\">Inhalt der B&uuml;cher<\/a> befasst. Den kennt man, weil ja nach zwei Ausgaben die Stern-Reportage eingestellt wurde, bis heute nicht. Hinzugezogene Historiker beurteilen die B&uuml;cher heute als eine gro&szlig; angelegte Holocaust Leugnung. Nun ist auch klar, warum die Tageb&uuml;cher bis heute nicht &ouml;ffentlich gemacht wurden, obwohl der Stern dies f&uuml;r 1993 ank&uuml;ndigte und seitdem mehrmals, aber nie ans Bundesarchiv abgaben. Das ist ein Skandal von Heute: Der Stern als Helfer von Holocaustleugner und Nazis, weil eben die B&uuml;cher niemals Historikern zug&auml;nglich gemacht wurden, weil man bef&uuml;rchtete der Inhalt wurde sonst publik werden. Die B&uuml;cher kann heute <a href=\"http:\/\/z\/\">jeder einsehen und &uuml;ber Volltext-Recherche durchsuchen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16500\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16500\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Inspiriert durch die neue Reihe \u201eReschke-Fernsehen\u201c \u2013 ein echter Zugewinn bin ich auf das heutige Thema gekommen. Die vierte Sendung hat sich mit den Hitler Tageb&uuml;chern besch&auml;ftigt. Nun sind die Tageb&uuml;cher als Skandal ja ein Dauerbrenner. Es gibt da verschiedene Sichtweisen. 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