{"id":16551,"date":"2023-04-01T00:21:09","date_gmt":"2023-03-31T22:21:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16551"},"modified":"2023-04-01T08:43:43","modified_gmt":"2023-04-01T06:43:43","slug":"vor-78-jahren-der-erste-mensch-erreicht-den-weltraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/04\/01\/vor-78-jahren-der-erste-mensch-erreicht-den-weltraum\/","title":{"rendered":"Vor 78 Jahren \u2013 der erste Mensch erreicht den Weltraum"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16551\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16551\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Die Raumfahrt begann ja bekannterweise in Deutschland. Am 3.10.1942 erreichte eine A-4 (von der Nazipropaganda Goebbels als V-2 \u201eVergeltungswaffe 2\u201c bezeichnet) zum ersten Mal den Weltraum. Neuere Forschungen belegen nun auch, das der erste Mensch der die Grenze zum Weltraum erreichte, ein Deutscher war.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/7338f90cc39b48c789e8c6e809231bf2\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nAber zuerst einmal eine kleine Einf&uuml;hrung das wir alle auf demselben Stand sind. Wernher von Braun stellte seine F&auml;higkeiten als Ingenieur in die Dienste der Wehrmacht, genauer gesagt des Heeres, um Raketen zu entwickeln, auch wenn sein langfristiges Ziel es immer war den Weltraum zu erobern. Er wurde weil er dar&uuml;ber einmal in einer Kneipe sich zu sehr auslie&szlig; einige Tage lang inhaftiert bis General Dornberger ihn durch pers&ouml;nliche F&uuml;rsprache wieder befreien konnte. Wernher von Braun musste die A-4 perfektionieren, aber er plante weitere Raketen, die ihn auch seinem Ziel den Weltraum zu erobern, n&auml;her brachten. So plante er die A9\/A10, im wesentlichen eine A-4 auf einer sechsmal gr&ouml;&szlig;eren Unterstufe. Diese Rakete h&auml;tte von Frankreich aus die Ostk&uuml;ste der USA erreichen konnte. Doch die Wehrmacht wollte die Rakete nicht, mit konventionellen Bomben war sie einfach nicht &ouml;konomisch genug und Heisenbergs \u201eUranbombe\u201c lag in einer fernen Zukunft.. Zudem gab es Zweifel, das die Rakete w&auml;hrend des Kriegs &uuml;berhaupt noch fertig w&uuml;rde. Von Braun propagierte dann eine kleinere Version, bei der die Unterstufe mit f&uuml;nf A-4 Triebwerken auskam, also Triebwerken die es schon gab. Deren Reichweite war geringer, sodass U-Boote die Rakete in einem Container auf den Atlantik ziehen sollten, dort jenseits der Schaffahrtrouten sie startf&auml;hig machen und starten sollten. Dagegen sprach noch mehr. W&auml;hrend dieser Zeit war das U-Boot sehr verwundbar und es gab berechtigte Zweifel ob dies bei Seegang &uuml;berhaupt m&ouml;glich war.<!--more--><\/p>\n<p>In Peenem&uuml;nde wurde ab 1944 nur noch entwickelt, was schnell umsetzbar war, das waren im Wesentlichen zwei Projekte. Zum einen die Luftabwehrrakete \u201eWasserfall\u201c eine verkleinerte Version der A-4 mit lagerf&auml;higen Treibstoffen, die auch vor Kriegsende die ersten Testfl&uuml;ge unternahm. Die Wasserfall war so fortschrittlich, dass die ersten Boden-Luft Raketen der USA und UDSSR Kopien der Wasserfall waren.<\/p>\n<p>Das zweite Projekt war es die Reichweite der A-4 zu steigern. Dies geschah schon in kleinerem Ma&szlig;e durch Verbesserungen der Triebwerke w&auml;hrend der Entwicklung. Mit dem R&uuml;ckzug der Wehrmacht aus Frankreich r&uuml;ckten immer mehr Ziele aus der Reichweite der A-4. Eine Verdoppelung der Reichweite versprach die A-4B \u201eBastard\u201c. Das war eine A-4 mit Fl&uuml;geln. Die Fl&uuml;gel nutzen die enorme kinetische Energie der Rakete aus um die Reichweite durch einen Gleitflug zu erh&ouml;hen, schlie&szlig;lich n&auml;herte sich die A-4B dem Ziel mit f&uuml;nffacher Schallgeschwindigkeit.<\/p>\n<p>Der Erstflug der A-4B fand am 27.12.1944 statt, die ersten Testfl&uuml;ge scheiterten aber allesamt. Zuerst waren die Fl&uuml;gel der Belastung beim Wiedereintritt nicht gewachsen. Als man deren Form und Konfiguration mehrfach &auml;nderte, &uuml;berstanden sie den Wiedereintritt und die Raketen erreichten auch die Zielreichweite von 600 km. Aber die A-4B waren empfindlich. Die einfache analoge Steuerung konnte Abweichungen von der Sollbahn kaum kompensieren. Die A-4 hatte eine einfache Steuerung: Die Bodenmannschaft musste die Rakete mit einer Flosse genau auf das Ziel ausrichten, das legte die Richtung fest, in der die Rakete flog. Danach wurde vor dem Start genau eingestellt wie schnell eine Kreiselplattform geneigt wurde. Nach einer kurzen vertikalen Strecke neigte sich die Kreiselplattform, sie gab dann ein Moment ab, weil die Achse aus der urspr&uuml;nglichen Drehrichtung verschoben wurde. Dieses Moment wurde in einen elektrischen Strom umgewandelt, verst&auml;rkt und drehte so die Strahlruder in den Triebwerken die dann den Abgasstrahl zur Seite ablenkten und damit die Rakete langsam drehten. F&uuml;r die A-4B wurde nach Brennschluss die Kreiselplattform gestoppt, neu ausgerichtet in einem festen Winkel zur Erdoberfl&auml;che und erneut gestartet. Sie gab nun ein Moment ab wenn auf die Rakete Kr&auml;fte wie durch die Atmosph&auml;re einwirkten und sie sollte im Idealfall einen festen Winkel zur Oberfl&auml;che einhalten, in dem der Gleitflug bis zur Zieldistanz f&uuml;hrte.<\/p>\n<p>In der Praxis versagte das Konzept wenn die A-4B zu steil oder zu flach eintrat, daneben war es nur eine Stabilisierung um eine Achse. Alle Kr&auml;fte die quer dazu wirken, konnte die Steuerung nicht ausgleichen. Seit langem gab es daher das Ger&uuml;cht, das eine A-4B mit einem Piloten geplant war, doch mehr als ein Ger&uuml;cht war es nicht. Der Pilot sollte vor Erreichen des Ziels mit einem Fallschirm abspringen. Angesichts des damaligen Standes der Raketentechnik w&auml;re das aber sehr riskant gewesen. Doch solche \u201eKamikaze-Eins&auml;tze\u201c wurden bei der Luftwaffe angedacht wie das <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/geschichte\/deutsche-kamikaze-flieger-a-948570.html\">St&uuml;rzen auf Bomber<\/a> oder bemannte Gleitbomben gegen Kriegsschiffe. Es gab aber bisher keinen Hinweis, das die A-4B jemals bemannt eingesetzt worden w&auml;re.<\/p>\n<p>Das hat sich im letzten Jahr ge&auml;ndert. Viel verdanken wir William Knobel. William Knobel ist der Enkel von Johannes Knobel. Johannes Knobel, geboren 1926, gestorben 2008 wurde 1944 als Flakhelfer zur Wehrmacht eingezogen. Er diente dann am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flugplatz_Achmer\">Flugplatz Achmer<\/a>, auf diesem Flugplatz war das Kampfgeschwader 51 und ab Januar 1945 auch das Kampfgeschwader 76 stationiert. Beide Geschwader waren Ziele von alliierten Bombern, da das KG 51 mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Messerschmitt_Me_262\">Me 262 D&uuml;senj&auml;gern<\/a> und das KG76 mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arado_Ar_234\">Arado 234 D&uuml;senbombern<\/a> ausger&uuml;stet war.<\/p>\n<p>1948 emigrierte Johannes Knobel in die USA wo er sich ein neues Leben aufbaute. Von seiner Vergangenheit in Nazi-Deutschland erz&auml;hlte er wenig, sein Sohn und sein Enkel meinen, dass der Krieg in ihm wohl ein Trauma hinterlie&szlig;. Damit k&ouml;nnte das Thema beendet sein, h&auml;tte nicht sein Enkel William Knobel, der bei der Patrick Air Force Base als Mechaniker Helikopter wartet 2018\/19 seine eigene Erfahrung mit dem Krieg gemacht. William Knobel war nicht in Kampfeins&auml;tze verwickelt, aber er sah die Folgen von Selbstmordanschl&auml;gen und die psychischen Auswirkungen von Kampfeins&auml;tzen auf die Piloten und Soldaten. Das einzige was Johannes Knobel von seiner Habe aus Deutschland bis zu seinem Tod aufbewahrte, war sein Kriegstagebuch das er vom 26. Oktober 1944 bis zum 3. Juni 1946 f&uuml;hrte und das seine Zeit als Flakhelfer und ab dem 8.4.1945 in amerikanischer Gefangenschaft abdeckt. Mit den eigenen Erfahrungen eines Krieges versuchte William Knobel das Tagebuch zu lesen, doch da er nicht deutsch spricht und es in altdeutscher Schrift verfasst ist scheiterte dies, bis 2022 eine KI-App auf den Markt kam, die diese Schrift lesen kann und die der NDR auch f&uuml;r das <a href=\"https:\/\/www.buzzfeed.de\/news\/rassismus\/gefaelschte-hitler-tagebuecher-ndr-ki-analysiert-neonazi-rechtsradikal-stern-konrad-kujau-holocaust-leugnung-92108188.html\">Entziffern der Hitler-Tageb&uuml;cher nutzte<\/a>.<\/p>\n<p>Johannes Knobel besch&auml;ftigte vor allem ein Ereignis, das sich kurz vor Kriegsende am 1.4.1945 ereignete. Es n&auml;herte sich dem Feldflughafen ein unidentifiziertes Flugzeug, dass von der Flak abgeschossen wurde. Als man sich dem Wrack n&auml;herte sah man deutsche Hoheitszeichen, der Pilot konnte nur noch tot geborgen werden. Das er dazu beitrug ein eigenes Flugzeug abzuschie&szlig;en traf Knobel sehr. Einen Tag sp&auml;ter war gekl&auml;rt, dass dies ein Versuchsflug von Peenem&uuml;nde nach Achmer war. Er war dem Kommandanten bekannt, doch da es Alarm wegen eines Abfangens von US-Verb&auml;nden gab ,unterblieb die Unterrichtung der Flak dass sich ein Versuchsflugzeug n&auml;herte, und man erst nach eindeutiger Identifizierung der Nation schie&szlig;en sollte.<\/p>\n<p>Ein Versuchsflugzeug von Peenem&uuml;nde nach Achmer? Das klang mysteri&ouml;s und so forschte Knobel nach. Als Angestellter der USAF war er mit den Milit&auml;rarchiven vertraut die inzwischen auch was die Dokumente angeht, vollst&auml;ndig in den USA digitalisiert sind, anders als bei uns. Er hatte Gl&uuml;ck. Als Flugplatz von D&uuml;senflugzeugen transportierten die Amerikaner von Achmer alles ab was sie bei der Einnahme vorfanden und was irgendwie nach Technologie aussah die sie nicht beherrschten. Darunter auch das Wrack der Maschine die eine Woche vorher geborgen wurde, und von Spezialisten von Peenem&uuml;nde untersucht werden sollte. Die Einnahme von Achmer verhinderte dies. In Peenem&uuml;nde gab es auch keine Aufzeichnungen &uuml;ber den Flug. Genauer gesagt, es gab sie, aber auch Peenem&uuml;nde wurde kurz darauf ger&auml;umt und nur die wichtigsten Unterlagen wurden in einem Transport von Karl Heinz Huzel in Sicherheit gebracht. Die Unterlagen f&uuml;r einen nicht erfolgreichen Test einer noch nicht ausgereiften Waffe geh&ouml;rten nicht zu den wichtigsten Dokumenten. Die Unterlagen fielen sp&auml;ter den Sowjets in die H&auml;nde, was aus ihnen wurde was man nicht.<\/p>\n<p>Bei dem Flugzeug handelte es sich nach den Unterlagen des US-Milit&auml;rarchivs um eine A-4B, also eine gefl&uuml;gelte A-4. Sie war mit einer Druckkabine und Gleitkufen ausger&uuml;stet, um landen zu k&ouml;nnen. Das ging aus der Untersuchung des Wracks hervor. Der Name des Piloten stand in Knobels Kriegstagesbuch, da er in Ehren bestattet wurde, es war Major Anton Gundelfinger. William Knobel wollte eine Frage kl&auml;ren die seinen Gro&szlig;vater nach seinem Tagebuch lange Zeit besch&auml;ftigt hatte n&auml;mlich ob der Pilot erst beim Absturz starb oder schon vorher, die A-4B hatte ja einen einfachen Autopiloten. Die Tr&uuml;mmer der A-4B wunden schon 1946 verschrottet, aber in den Archiven fanden sich f&uuml;nf Papiermessstreifen die Messdaten aufzeichnen. Aufgrund der Distanz von 446 km zum Startort kam eine Funk&uuml;bertagung wohl nicht in Frage. Mit etwas Hilfe aus dem Internet konnte Knobel kl&auml;ren, dass diese f&uuml;nf Streifen die Beschleunigung in den drei Raumachsen, die Temperatur und den Druck aufzeichneten.<\/p>\n<p>Aber was verrieten sie? Druck und Temperatur geben relativ genau wieder in welcher H&ouml;he das Flugzeug sich befand. Man konnte deutlich erkennen wie es zuerst aufstieg, dann den Weltraum durchflog und dann wieder in der Atmosph&auml;re eintrat und dort verblieb. Die Beschleunigungsmessstreifen zeigten die Wirkung der Raketentriebwerke aber auch die Abbremsung beim Wiedereintritt. Bei genauerer Betrachtung fielen hier bei zwei der Streifen Ver&auml;nderungen auf. Es gab immer wider kurze Beschleunigungen die vom allgemeinen Trend abwichen. Diese kommen vor, wenn ein Ruder bet&auml;tigt wird und die Maschine sich hebt oder neigt. Doch das konnte auch von einem Autopiloten geschehen, damit konnte man nicht kl&auml;ren ob der Pilot ohnm&auml;chtig oder gar tot war. Doch es gab 50 Sekunden vor dem Abreissen beim Abschuss eine sehr charakteristische Abweichung. Es war eine kurze negative Beschleunigungsspitze, gefolgt von einer langsam ansteigenden positiven Beschleunigung die dann wieder z&uuml;ck genommen wurde. So etwas erwartet man, wenn die Maschine pl&ouml;tzlich absackt, z.B. weil sei ein Luftloch durchfliegt und ein Pilot von Hand vorsichtig nachkorrigiert bis die Ursprungsh&ouml;he wieder erreicht ist. Anton Gundelfinger musste zu diesem Zeitpunkt also noch gelebt haben und w&auml;re wohl weich mit der A-4B gelandet, w&auml;re er nicht kurz vor Erreichen des Flugplatzes von den eigenen Leuten abgeschossen worden. Das war in der chaotischen Endphase des Kriegs nicht au&szlig;ergew&ouml;hnlich. Auch in der Ardennenoffensive wurden Maschinen von der eigenen Flak abgeschossen. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ardennenoffensive\">Wikipedia <\/a>schreibt dazu. \u201eDie deutsche Flak war nicht informiert und feuerte vielfach bei der R&uuml;ckkehr auf die eigenen Flugzeuge.\u201c.<\/p>\n<p>So konnte William Knobel die Frage beantworten ,die seinen Gro&szlig;vater so intensiv besch&auml;ftigt hatte. Doch nun war sein Interesse geweckt? Konnte man aus den Streifen nicht den Flug rekonstruieren? Er konnte. Die A-4B startete von Peenem&uuml;nde aus, hatte in 28 km H&ouml;he Brennschluss und bewegte sich auf einer Wurfparabel um 274 km von Peenem&uuml;nde wieder in die Atmosph&auml;re einzutreten. Nun ging sie in einen sechs Minuten dauernden Gleitflug &uuml;ber, bei dem die H&ouml;he von 24 auf unter 1 km abnahm. Ganz genau ist das bei einem Papierstreifen nicht ohne Fehler rekonstruierbar, da man durch Integration der Fl&auml;che unter der Kurve die Geschwindigkeit erh&auml;lt und bei Integration der Geschwindigkeit &uuml;ber die Zeit die zur&uuml;ckgelegte Strecke, das ist bei einem Graph nat&uuml;rlich mit Fehlern behaftet. Am Schluss muss die Maschine noch etwa 300 km\/h schnell gewesen sein. Als Nebeneffekt bestimmte William Knobel auch die Spitzenh&ouml;he: 96 km mit einem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Normalverteilung\">2-Sigma Fehler<\/a> von etwa 8 km. Das hei&szlig;t, selbst unter Ber&uuml;cksichtigung des Fehlers durch das ungenaue Medium hat Anton Gundelfinger als erster Mensch die niedrigste international akzeptierte Grenze f&uuml;r die Bezeichnung \u201eAstronaut\u201c &uuml;berquert (&uuml;ber deren H&ouml;he gibt es seit es Suborbitaltourismus gibt, ja eine Diskussion). Es gibt eine Chance von 42 Prozent, das er sogar die 100 km Marke &uuml;berquert hat, zumindest wenn man der Statistik glauben kann.<\/p>\n<p>Damit gibt es einen neuen Eintrag in der Geschichte der Raumfahrt:<\/p>\n<p>1-ter April 1945, erster Mensch erreicht die Grenze zum Weltraum: Major Anton Gundelfinger<\/p>\n<p>Man kann nun debattieren, ob man den Flug als erfolgreich oder nicht ansieht. Das Gundelfinger abgeschossen wurde, ist ja nicht seine Schuld, andererseits h&auml;tte auch noch die Landung scheitern k&ouml;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16551\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16551\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Die Raumfahrt begann ja bekannterweise in Deutschland. 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