{"id":16930,"date":"2023-07-01T00:07:04","date_gmt":"2023-06-30T22:07:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=16930"},"modified":"2023-06-30T06:57:04","modified_gmt":"2023-06-30T04:57:04","slug":"an-deutschen-raketenwesen-kann-die-welt-genesen-der-rest-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/07\/01\/an-deutschen-raketenwesen-kann-die-welt-genesen-der-rest-der-welt\/","title":{"rendered":"Am deutschen Raketenwesen kann die Welt genesen &#8211; der Rest der Welt"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16930\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16930\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Im dritten Teil dieser lockeren Reihe geht es nach dem Einfluss der \u201ePeenem&uuml;nder\u201c auf die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/06\/29\/an-deutschen-raketenwesen-kann-die-welt-genesen-usa\/\">Raketenentwicklung in den USA<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/06\/30\/an-deutschen-raketenwesen-kann-die-welt-genesen-udssr\/\">UdSSR<\/a> nun um den \u201eRest der Welt\u201c, direkt auf England und Frankreich, indirekt auf China, Indien, Nordkorea und den Iran.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/126b2953b7f4440da419bab1d35fd267\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nIm dritten Reich wurde nicht nur die A-4 als Gro&szlig;rakete entwickelt, es gab auch zahlreiche andere Raketenentwicklungen, die zu Kriegsende teilweise im Einsatz waren, meist aber noch in der Entwicklung so:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Raketenflugzeug Me 163 das in 350 Exemplaren gebaut und im Einsatz war.<\/li>\n<li>Die Bachem Natter (BA-349), ein noch radikalerer Entwurf eines Raketenflugzeugs zu Kriegsende, entstanden aus der Materialnot.<\/li>\n<li>Die Flugabwehrrakete \u201eWasserfall\u201c war die erste fernlenkbare Rakete und stand kurz vor der Einsatzreife.<\/li>\n<li>Die ungelenkte Flugabwehrrakete \u201eTaifun\u201c sollte in Massen die Flugabwehr unterst&uuml;tzen. Auch sie war noch in der Entwicklung.<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Auch diese Entwicklungen wurden von den Siegerm&auml;chten &uuml;bernommen. Die USA bauten die Wasserfall und Taifun nach und Russland ebenfalls die Wasserfall. Flugabwehrraketen waren als Technologien f&uuml;r die beiden anderen Siegerm&auml;chte England und Frankreich viel interessanter als die A-4. Ihre L&auml;nder hatten auch unter dem Krieg schwer gelitten und Atomm&auml;chte waren sie auch nicht. So suchten sie nach Experten die sie auf diesem Gebiet unterst&uuml;tzen konnten.<\/p>\n<p>In der britischen Besatzungszone lag Kiel, dort hatte vor dem zweiten Weltkrieg Hellmuth Walter (1900-1980) eine Gasturbine entwickelt, die durch Wasserstoffperoxid angetrieben wurde. Seine Firma fertigte auf Basis dieser Entwicklung sp&auml;ter die Pumpen f&uuml;r die A-4 und entwickelte einen Raketenantrieb bei dem die Treibstofff&ouml;rderung ebenfalls mit dieser Gasturbine erfolgte. Walter ist mehr verkn&uuml;pft mit dem U-Boot Bau, da bei dem katalytischen Zerfall von Wasserstoffperoxid Energie und Sauerstoff frei wird:<\/p>\n<p>H<sub>2<\/sub>O<sub>2<\/sub> \u2192 H<sub>2<\/sub>O + \u00bd O<sub>2<\/sub> + 98,2 kJ<\/p>\n<p>Wasserstoffperoxid kann daher als Treibstoff benutzt werden mit einem Energiegehalt von 2887 kJ\/kg \u2013 das ist zwar ein Zehntel des Energiegehaltes von Dieselkraftstoff, aber das zwanzigfache dessen, was man in Batterien speichern konnte. Den freigesetzten Sauerstoff kann man zudem nutzen, um einen Dieselantrieb zu betreiben. Deutschland arbeitete bis Kriegsende an einem U-Boot mit diesem Antrieb, doch nur zwei Exemplare kamen noch zum Einsatz. Erfolgreicher war der Einsatz in Torpedos, die so schneller waren und eine gr&ouml;&szlig;ere Reichweite hatten.<\/p>\n<p>F&uuml;r England als Marinemacht war diese Wasserstoffperoxidtechnologie viel interessanter als die A-4. Aber Walters Firma hatte auch den Raketenantrieb Walter HWK 109-509 entwickelt. Bei ihm wurde das Wasserstoffperoxid mit einem Verbrennungstr&auml;ger gemischt und der Sauerstoff oxidierte diesen. Dieses Triebwerk wurde bei den Raketenflugzeugen Me 163 und Bachem Natter eingesetzt.<\/p>\n<p>Walter selbst wurde in England verh&ouml;rt und 1949 frei gelassen und wanderte dann in die USA aus. Viele seiner Angestellten wurden von Enhland angeworben und forschten dort weiter. Sie konstruierten unter anderem Englands erste H&ouml;henforschungsrakete, die \u201eBlack Knight\u201c. Sie nutzte als Treibstoff \u2013 wenn wundert es \u2013 Wasserstoffperoxid und Kerosin. Auch die Turbopumpen wurden von katalytisch zersetztem Wasserstoffperoxid angetrieben. Nachdem die ersten Satelliten 1957 und 1958 gestartet waren und Frankreich an einer eigenen Tr&auml;gerrakete arbeitete, wollte nun auch England eine eigene Rakete haben, die einen eigenen Satelliten ins All bringt. Die Geschichte der \u201eBlack Arrow\u201c getauften Rakete ist recht traurig, weil die Regierung das Projekt mehrmals fast einstellte, vor allem aber war man dort nicht bereit viel Geld zu investieren, was die Entwicklung verz&ouml;gerte. Anstatt vierte Weltraummacht (nach den USA, der UdSSR und Frankreich) zu werden, war man so Siebter, selbst Australien als ehemalige Kolonie hatten \u201eGreat\u201c Britain &uuml;berholt. (Sie starteten eine <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sparta.shtml\">Redstone<\/a>, ebenfalls von Wernher von Braun entwickelt die von der US-Army nicht mehr ben&ouml;tigt wurde, mit einer Oberstufe aus und starteten so ihren ersten Satelliten Wresat).<\/p>\n<p>Die Black Arrow wurde aus der Black Knight entwickelt. Die L&ouml;sungsidee bestand darin, aus der Black Knight zwei Stufen zu entwickeln. Der Durchmesser der ersten Stufe der Black Knight wurde vergr&ouml;&szlig;ert und die Anzahl der Triebwerke verdoppelt. Das ergab die erste Stufe der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/black-arrow.shtml\">Black Arrow<\/a>.<\/p>\n<p>F&uuml;r die zweite Stufe ben&ouml;tigte die Tr&auml;gerrakete dagegen nur zwei Brennkammern anstatt vier wie bei der Black Knight. Deswegen wurde die Triebwerkszahl f&uuml;r die zweite Stufe halbiert. Der Durchmesser der Black Knight von 1,37 m wurde dagegen beibehalten, die Tanks wurden einfach gek&uuml;rzt. Das sparte Kosten und das war das allerwichtigste bei diesem Projekt.<\/p>\n<p>Der Waxwing Antrieb, der als dritte Stufe eingesetzt wurde, stammte ebenfalls von der Black Knight. Dort diente er dazu, Hitzeschutzschilde auf eine h&ouml;here Geschwindigkeit beim Wiedereintritt zu bringen, um sie besser testen zu k&ouml;nnen. Es gab vier Starts der Black Arrow, zwei suborbitale und zwei orbitale. Der jeweils erste Start jeder Serie ging schief. Als beim letzten Start der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/erste-satelliten.shtml\">Satellit Prospero <\/a>in den Orbit gelangte wurde das Programm eingestellt und die letzte Black Arrow steht heute in einem Museum. England ist das einzige Land, das eine eigene Tr&auml;gerrakete entwickelte und danach beschloss, die Raketenentwicklung komplett einzustellen. Bis heute gibt das Land f&uuml;r Weltraumfahrt gemessen am BIP wesentlich weniger als seine europ&auml;ischen Nachbarn aus.<\/p>\n<p>Einer der in Peenem&uuml;nde arbeitete war der Ingenieur Karl Heinz Bringer. Er konstruierte einen Gasgenerator, f&uuml;r den er auch ein Patent anmeldete. Bringers Gasgenerator ist eine Zwischenl&ouml;sung zwischen dem ersten Konzept das die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/a4.shtml\">A-4<\/a> und ihre direkten Nachfolger (R-2, R-5, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/semjorka.shtml\">R-7<\/a>, Redstone) verwendeten und dem heutigen Konzept. Heute wird im Gasgenerator Oxidator und Treibstoff verbrannt aber eine Komponente, meist der Treibstoff im &Uuml;berschuss. So bleiben die Temperaturen unter dem Wert, bei dem Metalle an Festigkeit verlieren und das Hei&szlig;gas kann f&uuml;r die Turbopumpe verwendet werden. Die A-4 nutzte daf&uuml;r eigene Treibstoffe: Wasserstoffperoxid, das mit Kaliumpermanganat katalytisch zersetzt wurde. Bringer nutzte die Treibstoffe, aber er mischte Wasser dazu, um die Temperaturen zu senken und hatte so das Arbeitsgas f&uuml;r eine Dampfturbine.<\/p>\n<p>Als Frankreich nun Experten suchten wurden sie auf Bringer aufmerksam. Er und etwa 400 weitere Deutschen konnten f&uuml;r das <a href=\"https:\/\/www.lexpress.fr\/informations\/comment-la-france-a-recrute-des-savants-de-hitler_633743.html\">franz&ouml;sische Programm gewonnen werden<\/a>. Voraussetzung war das sie nach Frankreich &uuml;bersiedelten. Das Programm f&uuml;r eine eigene milit&auml;rische Rakete mit einem Antrieb von 400 kN Schub (etwas mehr als der Schub des A-4 Triebwerks) wurde aber bald eingestellt. Doch Frankreich entwickelte stattdessen seine erste H&ouml;henforschungsrakete Veronique. F&uuml;r sie entwickelte Bringer das Triebwerk. An ihr beteiligt war auch der Triebwerksspezialist Wolfgang Pilz, der ebenfalls eine markante technische Neuerung einf&uuml;hrte: bei den meisten Raketentreibwerken werden die Treibstoffe zusammen mit dem Oxidator im Kopf eingespritzt, was einen relativ komplexen Injektor n&ouml;tig macht bei dem sich auf engem Raum D&uuml;sen f&uuml;r den Treibstoff mit denen f&uuml;r den Oxidator abwechseln. Pilz hatte eine viel einfachere Idee: er brachte die D&uuml;sen in Ringen im oberen Drittel der Brennkammer unter abwechselnd je eine f&uuml;r Oxidator und Treibstoff. Das war technisch einfacher und ersparte die K&uuml;hlung dieses Bereichs der Brennkammer. Diese Technologie hatte auch das Triebwerk der Veronique. Aufgrund der Einfachheit &uuml;bernahm dies sp&auml;ter die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/otrag1.shtml\">OTRAG<\/a>. Pilz wurde danach durch einen Skandal bekannt weil er nach 1958 nach &Auml;gypten wechselte und dort f&uuml;r &Auml;gypten Lenkwaffen entwickelte und der Mossad mehrere Briefbombenattentate auf ihn ver&uuml;bte, die f&uuml;nf &Auml;gypter t&ouml;teten. Pilz &uuml;berlebte, kam 1962 zur&uuml;ck nach Deutschland und starb 1994 in K&auml;rnten.<\/p>\n<p>Bringer arbeitete jedoch weiter f&uuml;r Frankreich und konstruierte die Triebwerke f&uuml;r die franz&ouml;sische Tr&auml;gerrakete <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/diamant.shtml\">Diamant<\/a>, die zweite, franz&ouml;sische Stufe der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/europa.shtml\">Europa-Rakete<\/a> und das Viking Triebwerk, das die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane.shtml\">Ariane 1<\/a> bis <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane4.shtml\">Ariane 4<\/a> von 1979 bis 2003 antrieb. Er starb 1999 in Saint-Marcel.<\/p>\n<p>Damit w&auml;re eigentlich der direkte Einfluss von Deutschen auf das Raumfahrtprogramm anderer Staaten abgehandelt, aber es gibt ja noch den indirekten Einfluss.<\/p>\n<p>Der ist am besten bekannt von China. Qian Xuesen\u00a0gilt als Vater der chinesischen Tr&auml;gerraketen und des ersten chinesischen Satelliten. Qian Xuesen studierte in den USA, verh&ouml;rte als Mitglied der Organisation \u201ePaper Clip\u201c Wernher von Braun und war im fr&uuml;hen amerikanischen Weltraumprogramm involviert. Er bekam aber 1950 nicht die amerikanische Staatsb&uuml;rgerschaft, da damals der McCarthyismus regierte und er der Sympathie f&uuml;r den Kommunismus beschuldigt wurde. In der Folge verlor er alle akademischen W&uuml;rden und wandte sich China zu. Er wurde im Austausch gegen US-Kriegsgefangene aus dem Koreakrieg ausgetauscht und macht in China rasch Karriere: Er gr&uuml;ndete das erste chinesische Raumforschungsinstitut und arbeitete an der chinesischen Atombombe mit. Durch das Verh&ouml;r der deutschen Raketenwissenschaftler sehen manche Autoren auch den Ursprung der chinesischen Raketentechnik in den Entwicklungen von Peenem&uuml;nde.<\/p>\n<p>Es gibt aber sehr wohl einen deutschen Einfluss, denn die verbesserte russische A-4, die R-2 wurde von 1957 ab in China in Lizenz unter der Bezeichnung \u201eDong Feng 1\u201c gebaut. Damit hatte China die kompletten Konstruktionspl&auml;ne dieser Rakete und konnte auf ihnen aufbauen. Auftrieb f&uuml;r die eigene Raketenentwicklung lieferte der Bruch Chinas mit der Sowjetunion 1960. Nun war der Bau eigener Kernwaffen und Raketen die sie tragen konnten h&ouml;chste Priorit&auml;t. Qian Xuesen und seine 3.456 Angestellten wurden sogar von allen politischen Aktivit&auml;ten entbunden und unter speziellem Schutz gestellt.<\/p>\n<p>Nach meiner pers&ouml;nlichen Ansicht betrieb China aber auch Wirtschaftsspionage. Denn es gibt zu viele Parallelen in den technischen Werten des Triebwerks YF-21 das in der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/langer-marsch2.shtml\">Langen Marsch 2<\/a> bis 4 bzw. dem milit&auml;rischen Vorg&auml;nger Dong Feng 5 und den Vikings der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane23.shtml\">Ariane<\/a>. Ebenso hat die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/langer-marsch3.shtml\">Langer Marsch 3<\/a> zuerst in der dritten Stufe ein Wasserstoff-\/Sauerstofftriebwerk mit 4 x 10 kN Schub. Die Frage ist, wie kommt man auf dieses Triebwerk und baut nicht eines mit 40 kN Schub. Nun wenn man wei&szlig;, das f&uuml;r die Ariane 1 mal ein solches Triebwerk HM4 mit 4 x 10 kN Schub entworfen und fertig konstruiert, dann aber nie gefertigt wurde, dann macht diese Verwandtschaft schon Sinn.<\/p>\n<p>Belegt ist diese Art von \u201eTechnologieexport\u201c bei Indien. Indische Mitarbeiten \u201eDokumentierten\u201c ihre Arbeit beim franz&ouml;sischen Triebwerkshersteller SEP und schmuggelten die Dokumente am Zoll vorbei mit Diplomatengep&auml;ck nach Indien. Dort entstanden aus den Vikings die Vikas Triebwerke, welche die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pslv.shtml\">PSLV<\/a> und GSLV antreiben. Man legalisierte dies sp&auml;ter, dies war auch m&ouml;glich weil die Pl&auml;ne die f&uuml;r die erste Generation der Vikings waren die schon nicht mehr eingesetzt wurden. Die Vikas werden in den zweiten Stufen von PSLV, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/gslv.shtml\">GSLV<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/lvm3.shtml\">LVM3<\/a> eingesetzt sowie in den Boostern der GSLV.<\/p>\n<p>Der bei weitem erfolgreichste Export von Raketentechnologie des dritten Reiches war aber die russische Kurzstreckenrakete Scud, von der es mehrere Versionen gibt die sich aus den russischen Raketen R-11 und R-17 ableiten. Sie wurde von Russland aus der Wasserfall-Flugabwehrrakete entwickelt und verwandte wie diese Salpeters&auml;ure als Oxidator und Strudelnder zur Schubvektorsteuerung. Sp&auml;tere Versionen verbesserten vor allem die Lenkung, das war n&ouml;tig, wenn die Rakete nicht einen Atomsprengkopf, sondern einen konventionellen Sprengkopf einsetzte. Dann musste die Genauigkeit mit der ein Ziel erreicht wird deutlich verbessert werden. Ab Beginn der Siebziger Jahre wurden die Versionen der Scud in zahlreiche Staaten exportiert. Mit Scud griff z. B. der Irak im Golfkrieg von 1990 Israel und US-St&uuml;tzpunkte an.<\/p>\n<p>Nordkorea nutzte die Technologie der Scud und baute aus vier Triebwerken einer Scud die erste Stufe einer Tr&auml;gerrakete mit einer umgebauten Scud als zweite Stufe. Diese <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/taepodong.shtml\">\u201eTaepodong\u201c<\/a> startete Ende der Neunziger Jahre, jedoch nicht erfolgreich. De Erfolg stellte sich mit der Unha als Nachfolger ein, bei der die Technologie der Scud beibehalten, aber deutlich gr&ouml;&szlig;ere Triebwerke entwickelt wurden. Und gem&auml;&szlig; George W. Bush. \u201eAchse des B&ouml;sen\u201c verkaufte Nordkorea die Technologie an jeden der Sie haben wollte um an Devisen zu kommen. So kam der Iran an die Technologie und baute als Variante die eigene <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/safir.shtml\">Safir<\/a>. Bilder des Hecks zeigen noch Strahlruder \u2013 und das rund 70 Jahren, nachdem sie bei der A-4 eingef&uuml;hrt wurden \u2026<\/p>\n<p>Also ich denke man kann durchaus davon sprechen das zumindest die ersten Raketen vieler Nationen noch auf der in Peenem&uuml;nde entwickelten Technologie basieren. Eines hat sich bis heute gehalten: der Countdown. Der wurde f&uuml;r Fritz Langs Film <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frau_im_Mond\">&#8222;Frau im Mond&#8220;<\/a> erfunden, da dies einer der letzten deutschen Tonfilme war. So konnte der Zuschauer ohne Erkl&auml;rung verstehen wie es auf den Starthinlief. In Peenem&uuml;nde wurde das Konzept dann praktisch umgesetzt als X-Zeit. Eigentlich auch eine gute Bezeichnung welche die Amis h&auml;tten &uuml;bernehmen k&ouml;nnen, klingt wie X-Files oder X-Men. Selbst das der Start durch das Umdrehen eines Schl&uuml;ssels ausgel&auml;st wurde wurde in Russland noch bis zur Jahrtausendwende so praktiziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_16930\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"16930\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Im dritten Teil dieser lockeren Reihe geht es nach dem Einfluss der \u201ePeenem&uuml;nder\u201c auf die Raketenentwicklung in den USA und der UdSSR nun um den \u201eRest der Welt\u201c, direkt auf England und Frankreich, indirekt auf China, Indien, Nordkorea und den Iran. 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Der Flug selbst hatte einen genehmigten Startzeitraum von 10. bis zum 17. Januar 2025 mit jeweils einem Startfenster pro\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/60231369830445f0b5712ad7af8fdc7a","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18396,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/09\/19\/die-falcon-9-eine-nachlese-2\/","url_meta":{"origin":16930,"position":3},"title":"Die Falcon 9 \u2013 eine Nachlese (2)","author":"Bernd Leitenberger","date":"19. September 2025","format":false,"excerpt":"So und hier folgt der zweite Teil der Nachbetrachtung der Falcon 9, er schlie\u00dft an den ersten Teil von gestern an. Den ganzen Artikel gibt es auch auf der Website. 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Wer mit den Akronymen PGM-17, SM-75, WS-315A, DM-18, MB3, DSV-2L-1A, DSV3E, SLV-2G, Thorad, TAT, TAID, LTTAT, UBT ELT und XLT etwas anfangen kann, der braucht den Blog nicht zu lesen.\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/b59364b1981c43209378f0bd5b9df7ef","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16930"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16930\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}