{"id":17077,"date":"2023-09-03T08:52:12","date_gmt":"2023-09-03T06:52:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=17077"},"modified":"2023-09-07T17:38:12","modified_gmt":"2023-09-07T15:38:12","slug":"das-venera-programm-extra-kurz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/09\/03\/das-venera-programm-extra-kurz\/","title":{"rendered":"Das Venera Programm \u2013 extra kurz"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17077\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17077\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Auf meinen heutigen Blog bin ich durch diesen Kommentar von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/08\/28\/war-die-sowjetunion-russland-jemals-eine-weltraummacht\/#comment-97610\">Dard<\/a>:<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/828dfd91c4ef4df7ab81df78cddce925\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\n\u201e<i>Wenn es um die Errungenschaften der sovietischen Raumfahrt ging, hab ich immer sofort \u201eVenera\u201c gesagt.<\/i><\/p>\n<p><i>Sicher, die verwendete Technik war grob. Aber das Programm war aus meiner Sicht in mehrerlei Hinsicht positiv anders als das meiste, was aus dem Ostblock kam:<\/i><\/p>\n<p>\u2013 <i>Es war ein sich iterativ immer weiter verbesserndes Programm<\/i><\/p>\n<p>\u2013 <i>Es hatte ihre Nische gefunden, wo sie ohne direkte Konkurrenz aus den USA agieren konnte<\/i><\/p>\n<p>\u2013 <i>Die Instrumente waren (meiner Meinung nach) aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll gew&auml;hlt<\/i><\/p>\n<p>\u2013 <i>Das Programm wurde weiter gef&uuml;hrt, nachdem es den ersten Erfolg gab<\/i><\/p>\n<p>\u2013 <i>Die letzten Missionen sind allesamt gelungen. Nicht nur was die Sonde angeht, sondern auch die Bef&ouml;rderung zur Venus.<\/i><\/p>\n<p><i>Reicht das f&uuml;r eine Einstufung als \u201eWeltraummacht\u201c?<\/i><\/p>\n<p><i>Alleine bestimmt nicht. Aber ich finde, dass dieses Programm im Ged&auml;chtnis der Bev&ouml;lkerung str&auml;flich unterverankert ist.\u201c<\/i><!--more--><\/p>\n<p>Hmmm, das muss ein ein anderes Veneraprogramm sein, als das was ich kenne. Also nicht alles ist falsch, aber doch einiges. Nun g&auml;be es ja meine Artikel &uuml;ber das Venera Programm \u2013 weil es so umfangreich ist sind es sogar drei Teile &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/venera1-8.shtml\">Venera 1 bis 8<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/venera9-16.shtml\">Venera 9 bis 16<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vega-sonden.shtml\">Vega<\/a>, mit zusammen &uuml;ber 170.000 Zeichen, also eigentlich ein ganzes Buch. Aber wahrscheinlich ist das das Problem. Heute haben die meisten ja nur noch die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches und da ist das zu lange. Ich versuche daher mal das Programm in 10 K zu packen, wem das noch zu komplex ist, kann es ja von einer KI zusammenfassen lassen.<\/p>\n<p>Russland hat mehr Sonden zur Venus entsandt, als zum Mars. Das lag an mehreren Punkten. Zum einen ist die Venus schneller erreichbar, bei Raumsonden die nicht lange leben ein wichtiger Punkt. Daneben wurden sie beim Mars schnell von den USA &uuml;berholt, w&auml;hrend diese kaum Interesse an der Venus hatten und zuletzt z&auml;hlten bei der Landung auf der es nach den ersten Sonden herauslief nicht technische Finesse sondern Robustheit und das kam der sowjetischen Bauweise entgegen. Russland benannte alle Sonden nach einem erfolgreichen Start, aber intern hie&szlig;en sie anders.<\/p>\n<h4 class=\"western\">1VA<\/h4>\n<p>Das erste Venusprogramm hie&szlig; schlicht und einfach 1VA. Urspr&uuml;nglich war ein gemeinsames Mars-\/Venusprogramm namens 1MV geplant, doch es war zu komplex und die Anforderungen zu unterschiedlich. Man entwickelte aus der vorherigen Marsgeneration 1M eine Sonde aus einer Antriebssektion, einem Druckk&ouml;rper und einem halbkugelf&ouml;rmigen Experimententeil. Von zwei Sonden scheiterte ein, die zweite Venera 1 startete am 12.2.1961. Doch ab dem 22.2 blieben alle Kommunikationsversuche erfolglos. Sp&auml;ter erfand man einen fehlprogrammierten Zeitgeber der dazu f&uuml;hrte das der Empf&auml;nger einfach nicht mehr eingeschaltet wurde.<\/p>\n<h4 class=\"western\">2MV<\/h4>\n<p>Das n&auml;chste <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/01\/20\/russische-marsprogramme-1m-und-2mv\/\">Programm<\/a> war nun, weil es 1962 kurz hintereinander Startfenster zum Mars und zur Venus gab, ein kombiniertes Programm. Nicht weniger als sechs Sonden \u2013 je drei zum Mars und zur Venus wurden gestartet. Zwei Venussonden sollten landen eine vorbeifliegen. Die Sonden waren deutlich gegen&uuml;ber 1VA verbessert. Von den sechs Sonden gelang aber nur der Start von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mars.shtml\">Mars 1<\/a>. Grund war ein Designfehler der letzten Stufe der Molnija-Tr&auml;gerrakete. Obwohl schon vorher Starts mit der Rakete scheiterten, startete man munter weiter anstatt nach dem Fehler zu suchen und vielleicht nur ein paar Teststarts ohne Sonden durchzuf&uuml;hren. Keine der sechs Sonden von 2MV verlie&szlig; so einen Erdorbit Richtung Venus.<\/p>\n<h4 class=\"western\">3MV<\/h4>\n<p>Das n&auml;chste Programm 1964\/65 war wiederum ein kombiniertes Mars-\/Venusprogramm umfasste nun schon neun Sonden. Drei Erprobungssonden, die nach dem Start \u201e<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/zond.shtml\">Zond<\/a>\u201c f&uuml;r \u201eSonde\u201c hie&szlig;en, zwei Venus und vier Marssonden. Die Erprobungssonden wurden gebaut weil die beiden Sonden, die es bisher schafften die Erde zu verlassen \u2013 Venera 1 und Mars 1 beide fr&uuml;hzeitig ausfielen. Sie sollten Technologien erkunden. Sp&auml;ter disponierte man um. Von den neun Sonden verlie&szlig;en drei Erprobungssonden (Zond 1-3) die Erde, von drei Venussonden strandete eine im Erdorbit. Genauso alle drei Marssonden. Es gelang Venera 2 (Vorbeiflugsonde) und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/06\/05\/die-ersten-russischen-venusssonden-ein-langsamer-lernprozess\/#more-4873\">Venera 3 <\/a>(Landesonde) im November 1965 zu starten. Bei beiden stiegen die Temperaturen rasch an, sodass sie beide schon vor Erreichen der Venus ausfielen. Venera 3 hatte einen Landeapparat an Bord, der war jedoch nur f&uuml;r 5 Bar Druck und maximal 77 Grad Celsius ausgelegt, obwohl es schon seit 1962 die Daten von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner12.shtml\">Mariner 2 <\/a>gab die h&ouml;here Temperaturen und h&ouml;heren Druck nahelegten. Von den neun Sonden von 3MV kann nur Zond 3 als voller Erfolg angesehen werden.<\/p>\n<h4 class=\"western\">4V<\/h4>\n<p>Bisher baute das OKB-1 die Raumsonden. Das von Koroljow geleitete Designb&uuml;ro war zwar f&uuml;hrend in der Sowjetraumfahrt, aber die Pannenserie bei den Raumsonden war auch unerreicht. Die F&uuml;hrung beschloss das sich Koroljow auf die bemannte Raumfahrt konzentrieren sollte und &uuml;bertrug den Sondenbau von nun an an OKB-301 Lawotschkin. Das war eine kluge Entscheidung denn nun gab es mehr Erfolge. Die hatten f&uuml;r die n&auml;chste Generation nur ein Jahr Zeit und so war 4V zuerst nur eine verbessere Version von 3MV. Marssonden wurden keine mehr geplant. Immerhin der Landeapparat wurde nun f&uuml;r 350 Grad Celsius und 10 Bar Druck ausgelegt. Die Ausstattung war minimal: Es gab einen H&ouml;henmesser, Temperatur und Druckmesser und eine Volumenbestimmung einiger Gase durch chemische Reaktionen, aber keine Gasanalyse. Von den beiden Sonden des Jahres 1967 gelangte nur <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/11\/04\/die-erforschung-der-venus-und-die-spekulationen-uber-leben-2\/\">Venera 4<\/a> zur Venus. Sie lieferte auch Daten, der Druckmesser war bald am Anschlag und der Temperaturmesser ging hoch bis auf 262 Grad Celsius. Als die Sonde verstummte meinte Russland sogar, gelandet zu sein. Allerdings ging Russland von einem Venusradius von 6.072 km aus, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner5.shtml\">Mariner 5<\/a> die zeitgleich die Venus passierte ermittelte den korrekten Wert zu 6.051,6 km. Venera 4 war in 28 km H&ouml;he bei einem Au&szlig;endruck von 17 bis 20 Bar ausgefallen.<\/p>\n<p>Immerhin konnte aus den Daten ein Bodendruck von 75 Bar und eine Temperatur von 500 Grad durch einfache Extrapolation abgeleitet werden, nur taten das die Sowjets nicht. Sie glaubten auch nicht den Messungen von Mariner 5, die indirekt waren, aber bei denen ein Auswertungsteam auf 425 bis 500 Grad Celsius und 75 bis 100 Bar Bodendruck kam. So wurde das n&auml;chste Sondenpaar Venera 5 und 6 nur auf 25 Bar Au&szlig;endruck ausgelegt. Diesmal traten beide Sonden in die Atmosph&auml;re ein \u2013 Vorbeiflugsonden gab es nun keine mehr, denn viele Daten hatten ja schon die USA mit Mariner 2 und 5 gewonnen und Erstleistungen waren so auch nicht mehr m&ouml;glich. Venera 5 und 6 traten beide in die Venusatmosph&auml;re ein und lieferten Daten bis sie beide bei 27 Bar Au&szlig;endruck ausfielen. Diesmal war auch den Sowjets klar, das sie noch weit oberhalb der Oberfl&auml;che ausfielen, denn die Funkh&ouml;henmesser waren nun bessere.<\/p>\n<p>Die n&auml;chste Generation wurde nun instrumentell abgespeckt soweit es ging und das Gewicht in eine noch bessere Abschirmung gesteckt. Bis 150 Bar und 540 Grad Celsius waren die Sonden dicht. Von der Doppelmission landete nur Venera 7, die aber bis zur Oberfl&auml;che sank und wie man erst sp&auml;ter entdeckte noch 23 Minuten lang funkte die aber zu schwach waren um Daten zu extrahieren. Mit Venera 7 wurde nach sieben Venusmissionen und noch mehr Fehlstarts eine Landung erreicht.<\/p>\n<p>Mit den Daten wurde eine neue Doppelmission designt, nun nur noch f&uuml;r 105 Bar Au&szlig;endruck ausgelegt daf&uuml;r mit mehr Messsensoren. Erneut klappte von zwei Missionen nur ein Start und Venera 8 lieferte 1972 nicht nur mehr Daten der Atmosph&auml;re sondern auch einige Daten von der Oberfl&auml;che wie Oberfl&auml;chenstruktur, Helligkeit und eine grobe Gesteinsanalyse.<\/p>\n<h4 class=\"western\">4V-1<\/h4>\n<p>Das n&auml;chste Programm 4V-1 setzte nun auf viermal schwerere Raumsonden. Erneut war nur eine Landung geplant. Mit den bekannten Daten konnten diese besser konstruiert werden. Aufgabe von Venera 9 bis 14 war es nun vornehmlich am Venusboden in einer geringen Design-Lebenszeit Daten zu gewinnen.<\/p>\n<p>Beide Sonden Venera 9 und 10 landeten und &uuml;bertrugen die ersten groben S\/W Panoramen &uuml;ber die Muttersonden, die in einen Orbit einschwenkten. Sie sendeten sogar l&auml;nger als diese Daten empfangen konnten. Die Ergebnisse der Orbiter waren dagegen nicht sehr reichlich und die wenigen Bilder hinkten in Qualit&auml;t den Mariner 10 Aufnahmen, die ein Jahr vorher gemacht wurden, hinterher.<\/p>\n<p>So entschloss man sich bei den n&auml;chsten vier Sonden: Venera 11 bis 14, den Bus nicht mehr in eine Umlaufbahn einschwenken zu lassen, was eine l&auml;ngere <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2017\/11\/12\/strategien-fuer-die-datenoptimierung-einer-venuslandesonde\/\">&Uuml;bertragungszeit<\/a> erlaubte. Bei Venera 11 und 12 die nun erstmals Farbaufnahmen machen sollten l&ouml;sten sich jedoch nicht die Kameradeckel (das passierte auch bei Venera 9 und 10, aber dort nur bei je einer von zwei Kameras, sodass dies nicht auffiel). Das die Sonden Kameras an Bord hatten wurde erst nach dem Zerfall der UdSSR bekannt. Damals spekulierte man warum man nur einmal Aufnahmen machte und danach nicht mehr. Von Venera 11 und 12 gibt es die meisten ver&ouml;ffentlichten Daten , das lag an einem Abkommen mit der NASA die zeitgleich ihre <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pioneer-venus.shtml\">Pioneer Venus Mission<\/a> startete. Venera 11 lieferte sogar noch Daten als der Bus nach 85 Minuten aus dem Empfangsbereich kam.<\/p>\n<p>Mit kleinen &Auml;nderungen am Kamerasystem startete man beim n&auml;chsten Startfenster Venera 13 und 14. Bei ihnen klappten nun die gew&uuml;nschten Farbaufnahmen und damit war dann auch dieses Kapitel beendet. Einmal erreichtes wurde nicht wiederholt, wie &uuml;blich im sowjetischen Raumfahrtprogramm, es ging ja um Erstleistungen.<\/p>\n<p>Venera 15 und 16 verzichteten daher auf die Lander, die zuletzt &uuml;ber 1.500 kg wogen und schwenkten in einen Orbit ein. Sie hatten als Hauptinstrument jeweils ein Seitensichtradar. W&auml;hrend bei den Landern das starre Schema, nachdem alle sowjetischen Raumsonden arbeiteten, kein Nachteil war zeigte sich dies bald bei den beiden Orbitern. Nur Venera 16 war f&uuml;r die Kartierung vorgesehen. Venera 15 war Reserveger&auml;t. Venera 16 konnte nur die Nordhalbkugel mit einer Aufl&ouml;sung von 1 bis 2,5 km erfassen, insgesamt 115 Millionen km\u00b2, etwa ein Viertel der Oberfl&auml;che. Venera 15 f&uuml;llte L&uuml;cken aus. Es gab nur einen Zyklus, man wiederholte danach keine Messungen und verzichtete auch darauf mit Venera 15 die S&uuml;dhalbkugel zu erfassen, dabei arbeiteten die Sonden f&uuml;nf bzw. elf Monate l&auml;nger als geplant. Die Kartierung wurde durch <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/magellan.shtml\">Magellan<\/a> wenige Jahre sp&auml;ter um den Faktor 10 verbessert und diese eine Sonde kartierte auch den ganzen Planeten.<\/p>\n<p>5VK<\/p>\n<p>Die letzten Sonden sollten nicht nur auf der Venus landen sondern auch den Kometen Halley passieren. Erstmals gab es eine breite Zusammenarbeit mit den ESA Staaten die Instrumente f&uuml;r die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/07\/19\/das-beste-bild-von-halleys-kern-bis-2061\/\">Halleybeobachtung<\/a> stellten. Die beiden Lander f&uuml;hrten zwei kleine franz&ouml;sische Ballone mit die in einem Bereich ausgesetzt wurden in dem Druck und Temperatur noch einigerma&szlig;en \u201eerd&auml;hnlich\u201c warne und einige Tage lang Daten funkten.<\/p>\n<p>Die Landesonden erweisen sich aber als ein Reinfall. Bei Vega 1 wurden durch eine Entladung schon vor der Landung alle Instrumente f&uuml;r Bodenanalysen ausgefahren und besch&auml;digt. Wichtige Instrumente fielen auf beiden Landern aus. Die beiden Busse Vega 1 und 2 passieren Halley in etwa 10.000 km Abstand (die europ&auml;ische Raumsonde Giotto n&auml;hrte sich zwanzigmal n&auml;her) wurden trotz der gr&ouml;&szlig;eren Entfernung aber deutlich besch&ouml;nigt. Ihre Aufnahmen erlaubten es aber aber <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/giotto.shtml\">Giotto<\/a> besser ans Ziel zu lenken, denn sie zeigten den Kern von Halley, der bei irdischen Aufnahmen in einer Koma genannten Gas- und Staubwolke verborgen war.<\/p>\n<p>Die Bedeutung der Vega-sonden liegt nicht nur im wissenschaftlichen Bereich, sondern auch im politischen Bereich. Bei keiner Mission vorher gab es so eine intensive Zusammenarbeit, nicht nur bei gemeinsamen Experimenten, sondern auch zwischen den Raumfahrtagenturen. Das f&uuml;hrte dazu, dass am 18.3.1986 Michael Gorbatschow die Wissenschaftler und Manager zu einem Treffen im den Kreml einlud \u2013 das hatten Russlands Forscher bisher in fast 30 Jahren der Erforschung mit Raumsonden noch nie geschafft. Das zeigt aber leider auch, das es auch beim Veneraprogramm prim&auml;r nicht um Wissenschaft und Forschung sondern um Politik ging.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Bilanz<\/h4>\n<p>Es gab insgesamt 18 offizielle Sonden davon waren 13 erfolgreich, f&uuml;nf teilweise erfolgreich und es gab zehn Fehlstarts. Das ist f&uuml;r mich nun nicht gerade ein Erfolgsprogramm, zumal man auch hier die Vorgehensweise das man ein Programm abbricht sobald eine Erstleistung vollbracht ist sieht.<\/p>\n<p>Derzeit haben wir ja eine Flut von \u201ekommerziellen\u201c Mondlandern. Mich wundert das Raumfahrtagenturen nicht mal kommerzielle Venuslandesonden ausschreiben. Technisch ist eine Landesonde die beim Abstieg einige Messungen macht und im unteren Bereich der Atmosph&auml;re Aufnahmen und nach der Landung ein Panorama einfacher zu bauen als ein Mondlander. Im Prinzip w&uuml;rde sie selbst ohne Fallschirm nicht zerst&ouml;rt, die Veneras warfen ihn auch ab, weil sonst der Abstieg zu lange gedauert h&auml;tte. Ein Bus der sich selbst abbremst k&ouml;nnte die Daten &uuml;ber einige Zeit &uuml;bertragen bevor er selbst vergl&uuml;ht. Also wenn ich was zu entscheiden h&auml;tte mir w&uuml;rde ein Modell mit Basis+Erfolgspr&auml;mie vorschweben. Das garantiert auch das die Unternehmen an einem Erfolg interessiert sind.<\/p>\n<p>Ach noch was &#8230; Wem meine Artikel zu lang sind, aber das hier zu kurz der findet in meinem Buch &#8222;<a href=\"https:\/\/www.bod.de\/buchshop\/mit-raumsonden-zu-den-planetenraeumen-bernd-leitenberger-9783746036809\">Mit Raumsonden zu den Planetenr&auml;umen<\/a>&#8220; (Hermann Oberth l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en) eine Zwischenform in der L&auml;nge. Ich habe f&uuml;r den Artikel auch daher dort nachgeschlagen. Gibts &uuml;berall im Buchhandel aber auch auf <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3L5KOP6\">Amazon<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17077\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17077\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Auf meinen heutigen Blog bin ich durch diesen Kommentar von Dard: \u201eWenn es um die Errungenschaften der sovietischen Raumfahrt ging, hab ich immer sofort \u201eVenera\u201c gesagt. Sicher, die verwendete Technik war grob. Aber das Programm war aus meiner Sicht in mehrerlei Hinsicht positiv anders als das meiste, was aus dem Ostblock kam: \u2013 Es war [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1999,3008,4955,3018,87,195],"class_list":["post-17077","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-raumfahrt","tag-giotto","tag-mariner-2","tag-mariner-5","tag-pioneer-venus","tag-vega","tag-venera","entry"],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":539,"today_views":0},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":14192,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/08\/03\/wernher-von-braun-und-sergej-korolow\/","url_meta":{"origin":17077,"position":0},"title":"Wernher von Braun und Sergej Korolow","author":"Bernd Leitenberger","date":"3. August 2019","format":false,"excerpt":"Die Welle der Mondlande-dokus hat auch eine sehr interessante Doku hervorgebracht, und zwar \u201eMondm\u00e4nner mit Hammer und Sichel\u201c. Es geht dabei um den Wettlauf im All, von Gagarin bis zur N-1. Vor allem um die dreht es sich. Das Format ist relativ authentisch. Nie zuvor habe ich von Russen, und\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/fc8f8fae3486407ba191d9f6e79f5c25","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18485,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/01\/13\/programm-437\/","url_meta":{"origin":17077,"position":1},"title":"Programm 437","author":"Bernd Leitenberger","date":"13. Januar 2026","format":false,"excerpt":"Ich wei\u00df, ich mache mich in den letzten Wochen etwas rar. Daf\u00fcr gibt es zwei Gr\u00fcnde. Da ist zum einen die gesamte politische Lage. Prim\u00e4r nat\u00fcrlich in dem Land des unbegrenzten Irrsinns. Wenn der Machthaber von Venezuela entf\u00fchrt wird und unter falscher Begr\u00fcndung angeklagt wird - weil es ja in\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/3d6eb16326d743baa56f5ece884b5d21","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18748,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/07\/06\/die-geschichte-von-zwei-landungen-am-4-juli\/","url_meta":{"origin":17077,"position":2},"title":"Die Geschichte von zwei Landungen am 4. Juli","author":"Bernd Leitenberger","date":"6. Juli 2026","format":false,"excerpt":"Am 4. Juli war ja in den USA Un Abh\u00e4ngigkeitstag, kein einfacher sondern das 250-ste Jubil\u00e4um. Die Feierlichkeiten wurden allerdings durch Rekordhitze und Unwetter getr\u00fcbt. Finde ich ganz gut: so erinnert die Erde einen Pr\u00e4sidenten der nicht an den Klimawandel glaubt, daran das es den doch gibt und versaut ihm\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"\/img\/vikinglander2panorama.jpeg","width":350,"height":200,"srcset":"\/img\/vikinglander2panorama.jpeg 1x, \/img\/vikinglander2panorama.jpeg 1.5x, \/img\/vikinglander2panorama.jpeg 2x, \/img\/vikinglander2panorama.jpeg 3x, \/img\/vikinglander2panorama.jpeg 4x"},"classes":[]},{"id":18406,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/09\/23\/der-blogautor-von-der-ki-beurteilt\/","url_meta":{"origin":17077,"position":3},"title":"Der Blogautor von der KI beurteilt","author":"Bernd Leitenberger","date":"23. September 2025","format":false,"excerpt":"Ich nutze inzwischen auch eine KI. Prim\u00e4r zu Recherche, im Browser https:\/\/www.perplexity.ai die f\u00fcr Recherchen (nach Eigenauskunft) spezialisiert ist. Seit ich vor mehr als zwei Jahren die KI zum ersten Mal getestet habe, hat diese sich enorm gebessert. Sie fabuliert weniger und ist intelligenter. Damals konnte man noch die AI\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/c334c52e97b74da9b82424a9e80c6d97","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18709,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/06\/14\/der-blog-wird-20\/","url_meta":{"origin":17077,"position":4},"title":"Der Blog wird 20","author":"Bernd Leitenberger","date":"14. Juni 2026","format":false,"excerpt":"Vor genau 20 Jahren erschien der erste Blog, damals noch unter der Bezeichnung \u201eWeb-Log\u201c. Ich habe gerade einen Artikel gelesen \u00fcber das Zustandekommen des Worts \u201eBlog\u201c. Interessanterweise war es genauso wie bei mir. Obwohl es die Bezeichnung \u201eBlog\u201c damals schon gab, bezeichnete ich meinen Blog lange Zeit als \u201eWeb-Log\u201c, also\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/635ab0c6229b4d6898fff3de77fa418a","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":15301,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2021\/04\/20\/nachlese-zum-human-landing-system-hls-kontrakt\/","url_meta":{"origin":17077,"position":5},"title":"Nachlese zum Human Landing System (HLS) Kontrakt","author":"Bernd Leitenberger","date":"20. April 2021","format":false,"excerpt":"\ufeffWie bereits bekannt und hier auch schon kommentiert, hat die NASA am Wochenende SpaceX den Vertrag \u00fcber das HLS in einer H\u00f6he von 2,89 Milliarden Dollar vergeben. Ich habe zuerst \u00fcberlegt, ob ich das in der Aprilnachlese zu SpaceX thematisieren sollte, aber da die Kritik daran eigentlich nur teilweise mit\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/352f2778c491440a9f73c731c5880d09","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17077"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17077\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}