{"id":17097,"date":"2023-09-20T22:56:43","date_gmt":"2023-09-20T20:56:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=17097"},"modified":"2023-09-20T22:56:43","modified_gmt":"2023-09-20T20:56:43","slug":"die-a-4-prototyp-und-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/09\/20\/die-a-4-prototyp-und-revolution\/","title":{"rendered":"Die A-4 \u2013 Prototyp und Revolution"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17097\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17097\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Auf meinen heutigen Blog kam ich durch die Besch&auml;ftigung mit den fr&uuml;hen russischen Raketen, die (auch) ein Grund sind, warum ich derzeit so wenig blogge. Gem&auml;&szlig; offizieller Lesart Russlands bzw. der Sowjetunion hat man ja das Wissen der rund 300 deportieren Raketenspezialisten abgesch&ouml;pft. Dann gibt es noch &Auml;u&szlig;erungen von Koroljow, das die A-4 keine gut konstruierte Rakete w&auml;re. Mir ging das, je mehr ich mich mit dem Thema besch&auml;ftigte und je mehr mir deutlich wurde, wie langsam dann die weitere Triebwerksentwicklung Russland verlief und wie klein die Schritte von der R-1 zur R-5 waren, gegen den Strich. Ich fand dann ich das ziemlich arrogant.<br \/>\n  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/5aefb3b9bd6045608a5995d064a9ff28\"\n        width=\"1\"\n        height=\"1\"\n        alt=\"\" \/><br \/>\nAllerdings ist eines klar: schaut man sich die reinen technischen Daten der A-4 an wie Voll-\/Leermasseverh&auml;ltnis, spezifischer Impuls, Brennkammerdruck und die Masse von einigen Systemen, so schneidet die A-4 schlecht ab. Zeit also dem nachzugehen.<!--more--><\/p>\n<h4 class=\"western\">Der Prototypcharakter<\/h4>\n<p>Die A-4 war die erste Gro&szlig;rakete. Sozusagen der Prototyp der ballsitsichen Rakete. Jeder Prototyp ist weniger leistungsf&auml;hig als ein mit den Erfahrungen aus dem Prototyp gebautes sp&auml;teres Exemplar. Er dient zur Grundlagenforschung, zeigt das etwas prinzipiell geht. Man muss sich mal vergegenw&auml;rtigen, was bei den Siegerm&auml;chten bis zu Kriegsende an Forschung an Raketentriebwerken mit fl&uuml;ssigen Treibstoffen lief. Dann findet man das dort Triebwerke mit noch viel schlechteren Leistungen entwickelt wurden, oftmals nicht mal alleine lauff&auml;hig, sondern nur mit einer externen Wasserk&uuml;hlung. Doch Triebwerke sind ja nicht alles. DieA-4 war eine ballistische Rakete, die senkrecht gestartet wurde und sich dann langsam neigte und nach Erreichen der Zielgeschwindigkeit Brennschluss hatte um den Ziel in 300 km Distanz entgegenzufliegen. Das hat keiner woanders gel&ouml;st, dort war man schon zufrieden, wenn eine Rakete nur senkrecht aufstieg und mangels Leistung maximal einige Kilometer H&ouml;he erreichte. Nehmen wir <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Robert_H._Goddard\">Robert Goddard<\/a>, in den USA gefeierter Raketenpionier, nach dem sogar ein NASA-Center benannt ist (seltsamerweise nicht nach Wernher von Braun ohne den die USA bis heute nicht auf dem Mond gelandet w&auml;ren). Seine Raketen erreichten maximal 2,6 km H&ouml;he. Schon 1937 wurde er in der technischen Umsetzung von dem Vorg&auml;nger der A-4, der A-5 geschlagen.<\/p>\n<p>Die A-4 hat nicht nur ein Problem angegangen wie dies Goddard tat. Sie transportiere auch eine nennenswerte Nutzlast und das &uuml;ber Distanzen die um ein Vielfaches gr&ouml;&szlig;er als die waren, die Koroljow, Gluschko und Goddard mit ihren Raketen erreichten. Dabei gab es gen&uuml;gend Probleme. Es ist ja nicht das Triebwerk alleine. Schon alleine das stellte viele Anforderungen \u2013 die Brennkammer musste zuverl&auml;ssig gek&uuml;hlt werden, eine Druckgasf&ouml;rderung wie bei Goddard und fr&uuml;hen Versuchen von Brauns kam nicht in Frage, es musste also eine miniaturisierte Pumpe entwickelt werden, die auch angetrieben werden musste. Daf&uuml;r ben&ouml;tigte man eine Turbine und ein Arbeitsgas erzeugendes System. Dann musste die Rakete stabil fliegen. Sie musste auf St&ouml;rungen reagieren, was wie sich zeigte, alleine mit Stahlrudern nicht ging. Daf&uuml;r musste man eine Steuerung entwickeln und die musste die Lage und Kr&auml;fte feststellen, die auf die Rakete einwirken, schnell und ad&auml;quat reagieren und sie musste programmgesteuert umgelenkt werden. Dieses Problem haben andere Raketenpioniere nicht mal angegangen.<\/p>\n<p>Nachdem die A-4 existierte, war es dann relativ einfach die Unzul&auml;nglichkeiten zu erkennen und zu verbessern.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Der Zeitdruck<\/h4>\n<p>Eines unterschied die A-4 Entwicklung von den Nachfolgern wie R-2, R-5 oder <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/redstone.shtml\">Redstone<\/a>: die wurden entwickelt mit einem konkreten Auftrag und einem Budget und meist ohne Zeitdruck. Bei der A-4 lief das anders. Es wurde mit relativ kleinem Aufwand die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/a4.shtml\">A-1 bis A-3<\/a> entwickelt, Raketen die einige Probleme l&ouml;sten wie die K&uuml;hlung der Brennkammer und die vergleichbar waren mit Koroljows oder Goddard Versuchen zu dieser Zeit. Doch um mehr Geld zu erhalten musste man ein milit&auml;risch nutzbaren Ger&auml;t, kein Froschungsger&auml;t entwickeln. Nach Dornbergers Memoiren erfolgte die Festlegung der F&auml;higkeiten nach dem Rekordhalter der Artillerie, dem <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Paris_Gun\">Paris Gesch&uuml;tz<\/a> \u2013 ein 21 cm Gesch&uuml;tz wurde in ein 38 cm Gesch&uuml;tz eingebaut. Diese 256 t schwere Kanone schoss 105 kg schwere Granaten 130 km weit. Doch ich denke, schon damals dachte von Braun an den Einsatz in der Raumfahrt. Vielleicht nicht f&uuml;r Satellitenstarts aber die Erforschung der Hochatmosph&auml;re (es waren ja auch Forschungsmissionen \u201eRegener Tonne\u201c geplant, dazu kam es wegen dem Krieg nicht). Denn um das Paris-Kanone zu schlagen bei der nur 10 kg des Projektils auf den Sprengstoff entfielen h&auml;tte es gereicht viel weniger Nutzlast zu transportieren. Designt wure die A-4 aber f&uuml;r den Transport von 1 t &uuml;ber eine Distanz von 270 km. Damit hat man aber auch bewusst die Messlatte sehr hoch gelegt.<\/p>\n<p>Die Entscheidung f&uuml;r die A-4 fiel 1936, ab 1937 wurde auch begonnen das gemeinsame Forschungszentrum von Heer und Luftwaffe in Peenem&uuml;nde aufzubauen das 1940 fertig war. Doch dann kam der Krieg. Nachdem Hitler im M&auml;rz 1939 Peenem&uuml;nde besucht hatte bekam die Entwicklung zuerst die h&ouml;chste Dringlichkeitsstufe, doch die wurde ihr schon ein Jahr sp&auml;ter entzogen. Zu dem Zeitpunkt hatte die Wehrmacht Polen und Norwegen besiegt und stand vor dem Einfall in Frankreich. Die Waffe schien nun &uuml;berfl&uuml;ssig. Die Entziehung der Dringlichkeitsstufe hatte im Krieg sofort unmittelbare Folgen. Es gelang von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walther_von_Brauchitsch\">Brauchitsch<\/a> noch mit einem Trick das Personal in Peenem&uuml;nde selbst zu halten. Es wurde formal zu einer Sondereinheit zusammengefasst und konnte nicht woanders abkommandiert werden. Aber &uuml;berall wo man Firmen ben&ouml;tigte die Teile entwickeln oder bauen sollten, war es das gleiche \u2013 alle Projekte mit h&ouml;herer Priorit&auml;t wurden vorgezogen, was im Krieg bei Materialmangel, Fachkr&auml;ftemangel und Geldmangel hie&szlig;, man stand auf der Warteliste. Nur ein Beispiel: Die A-4 war ungenau. Die analoge Steuerung mit Kreiseln wies Fehler durch Reibung auf, sie wurde durch Vibrationen beeinflusst und auch die Bedienmannschaft konnte beim Aufstellen nur eine bestimmte Genauigkeit erreichen. Dr. Steinhoff einwickelte ein Funk-Steuersystem dass an Bord einer Do-17M erprobt wurde, es h&auml;tte die 100% Streuung von 18 auf 1 km dr&uuml;ckte. Doch Telefunken war ausgelastet, konnte es nicht in die Serienfertigung &uuml;bernehmen, sodass man ein serienm&auml;&szlig;iges, nicht geeignetes Luftwaffenleitstrahlger&auml;t mit einer Genauigkeit (100%-Streuung) von 7-8 km einsetzte.<\/p>\n<p>Viele Entscheidungen bei derA-4 waren diesem Umstand geschuldet. Es ging nur darum, m&ouml;glichst schnell ein Ger&auml;t zu bauen, dass erfolgreich flog, damit man die h&ouml;chste Dringlichkeitsstufe wieder bekam. So fand man bei einem Antrieb mit 1,5 t Schub eine funktionierende L&ouml;sung f&uuml;r das Vermischen von Alkohol und Sauerstoff. Man arbeitete an einer guten L&ouml;sung f&uuml;r das<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/a4-2.shtml\"> A-4<\/a> Triebwerk mit 25 t Schub, doch um eine schnelle L&ouml;sung zu haben baute man provisorisch einfach 18 dieser Minibrennkammern auf das Triebwerk oben drauf. Auch das man an der Treibstoffkombination, die schon die A-1 einsetzte, nicht r&uuml;hrte \u2013 nat&uuml;rlich wusste man das ein Alkohol-Wassergemisch einen kleineren Energiegehalt als ein Kohlenwasserstoff hatte &#8211; lag am Zeitdruck und Mangel. Denn so konnte man diese Mischkammern weiter verwenden und daneben waren die Bedingungen f&uuml;r die K&uuml;hlung viel kleiner. Nebenbei: als der Einsatz n&auml;herr&uuml;ckte, war man froh, dass die Rakete keine <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/raktreib1.shtml\">Kohlenwasserstoffe<\/a> wie Benzin oder Diesel einsetzte. Denn der Alkohol stammte aus der Verg&auml;rung von Kartoffeln und selbst die Kartoffelernte reichte nicht aus f&uuml;r die von Hitler geforderten 900 Raketen pro Monat aus. Dem war auch geschuldet, dass man bei der A-4 den Sprengkopf nicht abtrennte. Er h&auml;tte sonst beim Flug durch die Atmosph&auml;re stabilisiert werden m&uuml;ssen, so diente die gesamte Rakete mit ihrer aerodynamischen Form und den gro&szlig;en Finnen als Stabilisator. Damit war die Rakete aber sehr schwer, weil sie beim Wiedereintritt Temperaturen bis zu 680 Grad Celsius &uuml;berstehen musste.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Hitlers Vergeltungswaffe<\/h4>\n<p>Mit einer Filmvorf&uuml;hrung nach dem ersten erfolgreichen Start am 3. Oktober 1942 \u2013 nach Dornberger war es die letzte Gelegenheit, danach h&auml;tte auch er nicht mehr das Projekt verteidigen k&ouml;nnen \u2013 im Dezember 1942 bekam man die Einstufung in die h&ouml;chste Dringlichkeitsstufe. Doch nun sollte aus dem Prototyp gleich eine in Serie gebaute Waffe werden. Der Hinweis, dass man f&uuml;r eine im Feld einsetzbare Waffe vieles verbessern und vereinfachen musste, z&auml;hlte nicht. Hitler hatte auch keine Geduld \u2013 was angesichts des Kriegsverlaufs auch nicht verwunderlich war. Die Entwicklung wurde eingefroren, die Serienfertigung vorbereitet, die unter der Leitung des SS (Organisation Todt) verlief. Man arbeitete zwar an der A-4 noch weiter, konnte schlie&szlig;lich einen Injektor als Platte wie sp&auml;tere Triebwerke fertigstellen und durch verschiedene Verbesserungen die Reichweite von 300 auf 420 km steigern, aber dies floss in die Serie nicht mehr ein.<\/p>\n<p>Koroljow und die russischen Experten.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Russischer Hochmut<\/h4>\n<p>Mir pers&ouml;nlich fielen vor allem die hochm&uuml;tigen Worte von Koroljow auf. Er bezeichnete die Rakete als unn&ouml;tig kompliziert, nicht f&uuml;r eine Serienbauweise geeignet und meinte die deutschen Ingenieure w&auml;ren verzichtbar. Er schickte sie dann auch bis 1952 zur&uuml;ck nach Deutschland.<\/p>\n<p>Nun ja, schaut man sich an wie die Entwicklung in der Sowjetunion danach verlief so wird klar, wie er sich irrte. Als Erstes unterlag er nach der Beurteilung einer unabh&auml;ngigen Kommission zweimal bei Konkurrenzentw&uuml;rfen, die man von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Deutscher-Einfluss-auf-russiche-Raketenentwicklung.shtml\">Helmut Gr&ouml;ttrup einholte<\/a>. Bei der R-2 wollte man ihn nicht br&uuml;skieren und lies ihn werkeln, aber schaut man sich die technischen Daten der R-2, verglichen mit der A-4 an, so f&auml;llt doch nur eine geringe Verbesserung auf, ja mehr noch, dir russifizierte A-4, die R-1 hatte sogar schlechtere Leistungsdaten als das Serienexemplar der A-4 geschweige das letzte Entwicklungsmodell der A-4. Soviel zu der Kompetenz Kowoljows zu dieser Zeit. Dann zeigte sich auch die Fehleinsch&auml;tzung. Koroljow und Co dachten, wenn sie eine funktionierende Rakete haben, dann k&ouml;nnten sie einfach mit dem Wissen wie diese funktioniert neue Raketen bauen. Also Re-Engineering und Hochskalieren. Was sie nicht \u2013 aber die Amerikaner &#8211; hatten waren die gesamten Entwicklungsunterlagen, mehrere Tonnen Papier, in denen alle Tests protokolliert waren, alle Fehlschl&auml;ge, alle Versuche, jeder Irrtum, jeder verfolgter Weg. Und es kam wie es kommen sollte. Bei der R-5 wollte man den Schub des Triebwerks steigern und von Alkohol auf Kerosin &uuml;bergehen. Es kam zu Verbrennungsinstabilit&auml;ten. Um diese zu umgehen, hatte man diesen umst&auml;ndlichen Mischkopf aus 18 Vorkammern genutzt. Nun echte Ingenieure w&uuml;rden dann testen, probieren solange bis man eine L&ouml;sung hat, wie man es in Peenem&uuml;nde auch tat und so einen monolithischen Injektor entwickelte, der aber nicht mehr in der Serie zum Einsatz kam. Ebenso ging man in den USA vor, wo eben monate-, jahrelang getestet wurde bis man eine stabile Verbrennung bei Nachfolgetriebwerken erreichte. Aber was machte man in Russland? Bei der R-5 steigerte man den Schub nur gering, dies ging durch Ersetzen von 25 Prozent Wasser durch Alkohol sodass der Wasseranteil auf 8 Prozent sank. Die Brennkammer der A-4 konnte man so weitestgehend weiter verwenden. Versuche mit Kerosin f&uuml;hrten zu Explosionen der Brennkammer. Sp&auml;ter war das Problem der Verbrennung von Kerosin gel&ouml;st, aber an der Gr&ouml;&szlig;e der Brennkammer wurde nicht mehr ger&uuml;ttelt. Stattdessen setzte man eben mehrere Brennkammern ein. Die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/semjorka.shtml\">R-7<\/a> setzte so 20 Brennkammern ein, jeder mit nur wenig Schub als die A-4. Die kleineren <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/kosmos.shtml\">Mittelstreckenraketen R-12 und R-14<\/a> jeweils zwei Brennkammern, die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/R-16.shtml\">R-16<\/a> und selbst die noch Mitte der Sechziger Jahre entwickelte <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/R-36.shtml\">R-36<\/a> sechs Brennkammern \u2013 keine mit einem wesentlich h&ouml;heren Schub als das A-4 Triebwerk.<\/p>\n<p align=\"left\">Erst 13 Jahre nachdem die letzten Deutschen nach Hause geschickt wurden gab es die ersten, in der Leistung und Schub deutlich gesteigerten Triebwerken \u2013 diesmal im Hauptstromverfahren. Wo es aber keine Notwendigkeit gab etwas zu &auml;ndern war die Steuerung. Die analoge Steuerung der A-4 die auf einer programmgesteuerten geneigten Kreiselplattform und einem vorgeladenen Element eines Analogrechners als Endgeschwindigkeitsvorgabe arbeitete wurde noch sehr lange in sowjetischen Raketen verwendet. Bei der Sojus wurde diese Steuerung erst mit der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus.shtml\">Sojus 2<\/a> also mehr als 60 Jahre nach dem letzten Flug einer A-4 durch eine digitale ersetzt. Wen wunderts, hatten die Russen doch von der A-e Entwicklungsmannschaft vor allem die Steuer- und Regelexperten &uuml;bernommen\u2026<\/p>\n<p align=\"left\">Wer wissen will, wie die A-4 die Raketenentwicklung in aller Welt beeinflusste kann dies <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/06\/29\/an-deutschen-raketenwesen-kann-die-welt-genesen-usa\/\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/06\/30\/\">hier<\/a> und auch <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/07\/01\/an-deutschen-raketenwesen-kann-die-welt-genesen-der-rest-der-welt\/\">hier tun<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17097\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17097\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Auf meinen heutigen Blog kam ich durch die Besch&auml;ftigung mit den fr&uuml;hen russischen Raketen, die (auch) ein Grund sind, warum ich derzeit so wenig blogge. 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Januar 2025","format":false,"excerpt":"Die erste Phase lief noch nach Plan. Das Starship mit der Seriennummer S33 und die SuperHeavy mit der Seriennummer B14 hoben mit 37 Minuten Versp\u00e4tung um 4:37 nachmittags lokaler Zeit ab. Der Flug selbst hatte einen genehmigten Startzeitraum von 10. bis zum 17. Januar 2025 mit jeweils einem Startfenster pro\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/60231369830445f0b5712ad7af8fdc7a","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18714,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/06\/15\/wir-bauen-und-ein-fast-vollstaendig-wiederverwendbare-rakete-2\/","url_meta":{"origin":17097,"position":5},"title":"Wir bauen und ein (fast) vollst&auml;ndig wiederverwendbare Rakete (2)","author":"Bernd Leitenberger","date":"15. Juni 2026","format":false,"excerpt":"Nach den Vor\u00fcberlegungen im vorletzten Aufsatz, geht es nun weiter mit einem konkreten Konzept. Kommen wir nun zur Umsetzung. Basis ist das BE-4, daher hier erst mal einige Werte zum BE-4 nach der englischsprachigen Wikipedia: 2460 kN Schub auf Meeresh\u00f6he. 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