{"id":17146,"date":"2023-11-01T08:04:44","date_gmt":"2023-11-01T07:04:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=17146"},"modified":"2023-11-04T15:17:39","modified_gmt":"2023-11-04T14:17:39","slug":"die-energie-im-starship","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2023\/11\/01\/die-energie-im-starship\/","title":{"rendered":"Die Energie im Starship"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17146\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17146\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Statt einer Oktober-Nachlese f&uuml;r SpaceX, die eigentlich eine September-Nachlese ist, gibt es heute einen informativen Blog zum Starship. Zwei kleine Neuigkeiten m&ouml;chte ich aber doch noch erw&auml;hnen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/fde276da57f24d53ba0f99e0b7ca7b80\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nDie erste ist von gestern, n&auml;mlich dass die FAA ihre Untersuchung der \u201eAnomaly\u201c so w&uuml;rde es SpaceX wohl ausdr&uuml;cken, des ersten Teststarts im April <a href=\"https:\/\/spacenews.com\/faa-completes-safety-review-for-next-starship-launch\/\">abgeschlossen hat<\/a>. 63 Punkte wurden identifiziert, nur 27 wurden ver&ouml;ffentlicht. Was immer noch offen ist, wann nun der n&auml;chste Teststart stattfinden kann. Zum einen gibt es bis jetzt weder von der FAA eine Lizenz, die f&uuml;r den n&auml;chsten Start n&ouml;tig ist, noch ist damit der ganze Prozess abgeschlossen. Denn durch die Umweltsch&auml;den, die beim ersten Versuch entstanden sind, ist nun noch eine zweite Agentur, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/United_States_Fish_and_Wildlife_Service\">FWS<\/a> (United States Fish and Wildlife Service) beteiligt. Die hat nun weitere 135 Tage f&uuml;r eine Stellungnahme, die sie aber nicht voll aussch&ouml;pfen will.<!--more--><\/p>\n<p>Gegen dieses langsame Vorgehen gibt es nat&uuml;rlich Widerstand. So hat Bill Gerstenmeier, &uuml;ber ein Jahrzehnt bei der NASA f&uuml;r die Versorgung der ISS zust&auml;ndig und nun bei SpaceX vice president for build and flight reliability bei einer <a href=\"https:\/\/spacenews.com\/spacex-frustrated-by-starship-licensing-delays\/\">Senatsanh&ouml;rung gesagt<\/a>, das man seit einem Monat bereit f&uuml;r den Start w&auml;re, aber wegen diesen b&ouml;sen Regierungsagenturen nicht starten darf. Die Lizenzierung wird aber auch von anderen \u201eneuen\u201c Anbietern von Launch services in den USA kritisiert, als zu lange dauernd. Gut, wie es bei den anderen Firmen l&auml;uft, kann ich nicht sagen, aber beim Teststart im April hat die FAA meiner Ansicht nach auf voller Linie versagt:<\/p>\n<p>Die FAA hat nicht die Aufgabe, den technischen Zustand der Raketen, die die Unternehmen starten wollen, zu beurteilen, sondern sie hat daf&uuml;r zu sorgen, dass Dritte, d.h. Anwohner, Betroffene in der Flugroute, nicht gef&auml;hrdet werden. Es hat sich gezeigt, dass mindestens zwei Dinge, f&uuml;r die die FAA zust&auml;ndig ist, damals nicht funktioniert haben. Das Offensichtlichste, und daf&uuml;r brauche ich nicht einmal den Sachverstand einer Regierungsbeh&ouml;rde, war, dass die FAA zugelassen hat, dass auf der Startplattform keinerlei Vorkehrungen gegen die Auswirkungen der entstehenden Abgase getroffen wurden. Wesentlich kleinere Raketen haben einen Flammenablenkschacht und oft auch einen Wassergraben oder ein Sprinklersystem. Sie lenken die Flammen ab in eine Richtung, in der sie keinen Schaden anrichten k&ouml;nnen, und das Wasser verdampft, k&uuml;hlt die Flammen, reduziert ihre Energie und vor allem den Schalldruck. Man darf nicht vergessen, dass, wenn, wie beim Starship, 20 Tonnen Treibstoff pro Sekunde in hei&szlig;es Gas umgewandelt werden und sich dabei das Volumen um das Tausendfache vergr&ouml;&szlig;ert, ein enormer Schalldruck entsteht, der so hoch ist, dass er auch die Startanlage besch&auml;digen kann. Selbst die NASA hat das einmal untersch&auml;tzt und nach STS-1 zus&auml;tzlich eine Sprinkleranlage installiert, weil die Feststoffbooster noch mehr Energie freisetzen als die Saturn V, von der das System vorher stammte.<\/p>\n<p>Wenn man solche Systeme kennt, muss man nur einmal vor dem Flammenablenkschacht des LC 39 stehen, der f&uuml;r das Space Shuttle gebaut wurde, um sich zu wundern, dass die FAA einen Start mit nur einem kleinen Starttisch genehmigt hat, wie es bei den 100-mal kleineren Feststoffraketen &uuml;blich ist.<\/p>\n<p>Dann ist da noch das FTS das erst 40 Sekunden nach Aktivierung z&uuml;ndete. Dazu sind zwei Dinge zu sagen. Zum einen, dass es sich bei der Sekundenangabe wahrscheinlich um einen Befehl von der Bodenstation an die Rakete handelt, denn wenn das FTS selbst festgestellt h&auml;tte, dass die Mission gescheitert ist, dann w&uuml;sste ich nicht, warum es dann erst nach 40 Sekunden die Sprengbolzen z&uuml;ndet. Ein solches System muss immer sofort reagieren und darf nicht warten, bis es den richtigen Zeitpunkt f&uuml;r gekommen h&auml;lt. 40 Sekunden vor der Explosion ist aber deutlich nach dem Zeitpunkt wo die Rakete schon einen Looping nach dem anderen dreht. Warum braucht SpaceX so lange um die Rakete zu sprengen? Ich vermute es liegt an diesem Milliard&auml;r, der ganz au&szlig;en in der ersten Reihe sa&szlig; und mit Leichenbittermiene den Start verfolgte. Seine sprachlichen Entgleisungen und Wutausbr&uuml;che sind ja inzwischen ber&uuml;hmt.<\/p>\n<p>Der zweite Punkt ist, dass ein Sicherheitssystem IMMER funktionieren muss. Die restliche Hardware kann fehlerhaft sein, aber das Sicherheitssystem muss ausgereift sein und darf keine Fehlerm&ouml;glichkeiten haben, denn es ist die einzige Absicherung gegen eine Katastrophe und wenn ausgerechnet dieses System versagt, dann frage ich mich, ob die FAA es &uuml;berhaupt gepr&uuml;ft hat, bevor der Start freigegeben wurde.<\/p>\n<p>Dass der Start jetzt nicht stattfinden kann, ist die Schuld von SpaceX und nicht von FAA oder FWS. Denn h&auml;tten sie beim ersten Start nicht so geschludert, w&auml;re keine so lange Nachuntersuchung n&ouml;tig gewesen, bzw. w&uuml;rde man jetzt viel mehr von der FAA erwarten als beim ersten Start. Dass die FWS &uuml;berhaupt involviert ist, was weitere Verz&ouml;gerungen addiert, ist den Umweltsch&auml;den beim Start zu verdanken. H&auml;tte SpaceX vermeiden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>[Edit 4.11.2023]<\/p>\n<p>SpaceX meint ein Teststart seit ab Mitte November m&ouml;glich, allerdings ist das nur SpaceX Meinung, wann die Umweltvertr&auml;glichkeitspr&uuml;fung abgeschlossen ist ohne die es nicht geht ist weiterhin offen<\/p>\n<div class=\"oceanwp-oembed-wrap clr\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"ONQ9cQ4OIF\"><p><a href=\"https:\/\/spaceflightnow.com\/2023\/11\/04\/spacex-poised-for-mid-november-of-second-starship-test-launch\/\">SpaceX poised for \u2018mid-November\u2019 launch of second Starship test flight<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8220;SpaceX poised for \u2018mid-November\u2019 launch of second Starship test flight&#8221; &#8212; Spaceflight Now\" src=\"https:\/\/spaceflightnow.com\/2023\/11\/04\/spacex-poised-for-mid-november-of-second-starship-test-launch\/embed\/#?secret=tGuZz44dfz#?secret=ONQ9cQ4OIF\" data-secret=\"ONQ9cQ4OIF\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/div>\n<h4 class=\"western\">Die \u201eSprengkraft\u201c des Startships<\/h4>\n<p align=\"left\">Bei der Saturn V hat man die Sprengkraft der Treibstoffe <a href=\"https:\/\/thespacereview.com\/article\/591\/1\">untersucht<\/a> und ist auf eine Sprengkraft von 543.000 kg TNT-&Auml;quivalent gekommen. Das ist zwar nur ein Bruchteil der Energie des Treibstoffs, die bei 7.567.o00 kg TNT-&Auml;quivalent liegt, aber man hat das Risiko nicht nur abgesch&auml;tzt, sondern auch bei der Konstruktion des Fluchtturms ber&uuml;cksichtigt, der im Falle einer Explosion auf der Startrampe die Besatzung in Sicherheit bringen sollte.<\/p>\n<p>Aber zun&auml;chst eine Bemerkung. Ich kann nur sagen, wie viel Energie in den Treibstoffen steckt und das in TNT-&Auml;quivalent umrechnen. TNT-&Auml;quivalent steht bei Kernwaffen f&uuml;r die Sprengkraft, die aber nicht nur von der Energie abh&auml;ngt (1 kg TNT (Trinitrotoluol) liefert bei der Verbrennung 3.726 kJ Energie), sondern auch von der Sprengwirkung, und die h&auml;ngt eben davon ab, wie schnell die Reaktion abl&auml;uft. Sprengstoffe unterscheiden sich von normalen Verbrennungen dadurch, dass die Reaktion sehr schnell abl&auml;uft und dadurch die Sprengwirkung entsteht, denn sonst w&uuml;rden die entstehenden hei&szlig;en Gase den Sprengstoff auseinander treiben und damit die Reaktion beenden. Eine Verbrennung verl&auml;uft langsamer, bei der Ausl&ouml;sung der Selbstzerst&ouml;rung im April konnte man noch einige Sekunden lang Flammen sehen.<\/p>\n<p>Die Sprengkraft h&auml;ngt nicht nur von der chemischen Reaktion ab, sondern auch von den Umst&auml;nden. Auch Stoffe, die sonst relativ kontrolliert brennen, k&ouml;nnen wie Sprengstoff explodieren, wenn sie gut mit Luft (Sauerstoff) vermischt sind, wie es oft bei der Explosion von Gasgemischen vorkommt, selbst Mehl kann zum Sprengstoff werden. Was ich also zuerst berechne, ist die im Brennstoff enthaltene Energie.<\/p>\n<p>Das ist relativ einfach. In beiden F&auml;llen wird <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Methan#Chemische_Eigenschaften\">Methan mit Sauerstoff verbrannt<\/a>. Die Reaktionsgleichung lautet:<\/p>\n<p>CH<sub>4<\/sub> + 2 O<sub>2<\/sub> \u2192 CO<sub>2<\/sub> + H<sub>2<\/sub>O + 802,4 kJ<\/p>\n<p>F&uuml;r das Starship ist der Sauerstoff relevant, er begrenzt die Reaktion, weil er im Unterschuss vorhanden ist. Sauerstoff ist zwar auch in der Luft vorhanden, aber viel zu wenig, um ca. 1000 t Methan in kurzer Zeit zu verbrennen.<\/p>\n<p>Bisher (inzwischen soll ja mehr Treibstoff zugeladen werden) geht man von 3.400 bis 3.500 t Treibstoff in der ersten Stufe und 1.200 t in der zweiten Stufe aus. Die Triebwerke verbrennen ihn in einem Mischungsverh&auml;ltnis von 3,6 &#8211; sp&auml;ter soll es auf 3,8 erh&ouml;ht werden.<\/p>\n<p>Setzt man die Molmassen f&uuml;r die Reaktionsgleichung ein, so ergibt sich folgendes Bild<\/p>\n<p>CH4 + 2 O2 \u2192 CO2 + H2O + 802,4 kJ<\/p>\n<p>16 g + 2 x 32 g \u2192 44 g + 2 x 18 g<\/p>\n<p>Das sind bei 80 g f&uuml;r die Edukte\/Produkte pro Reaktionsgleichung bei 802,4 kJ freiwerdender Enthalpie 10,03 kJ pro Gramm.<\/p>\n<p>In der St&ouml;chiometrie wird 1 g Methan mit 4 g Sauerstoff umgesetzt (16 g zu 64 g in der Reaktionsgleichung). Das Verh&auml;ltnis im Starship betr&auml;gt 3,6, sodass ich zun&auml;chst den Sauerstoffanteil berechne. Bei 3.500 t Treibstoff in der ersten Stufe und 1.200 t Treibstoff in der zweiten Stufe sind das<\/p>\n<p>3.500 t + 1.200 t \/ (1 + 3,6) * 3,6 = 3.678,3 t Sauerstoff, entsprechend &#8211; Differenz zu 4.700 t Gesamtmasse, sind es 1.021,7 t Methan.<\/p>\n<p>Dividiert man die Sauerstoffmenge durch 4 und multipliziert sie mit 5, entsprechend dem st&ouml;chiometrischen Verh&auml;ltnis (4:1), so erh&auml;lt man die Gesamtmasse der bei einer Explosion sofort umgesetzten Brennstoffe:<\/p>\n<p>3.678,3 t \/ 4 * 5 = 4.597,8 t.<\/p>\n<p>Die Differenz zur Gesamtmenge (4.700 t) ist das Methan, das bei einer schnellen Verbrennung nicht umgesetzt wird. Das sind etwas mehr als 102 t.<\/p>\n<p>Damit kann die Gesamtenergie berechnet werden, dazu ben&ouml;tigt man nur die Molmasse der Reaktion (80 g) und die dabei freiwerdende Energie (802,4 kJ):<\/p>\n<p>4.597.800.000 g \/ 80 g * 802,4 kJ = 46.115.934.000 kJ<\/p>\n<p>oder in exponentieller Schreibweise: 4,61 x 10<sup>10<\/sup> kJ = 4,61 x 10<sup>13<\/sup> J<\/p>\n<p>Vergleicht man dies mit den 2,81 x 10<sup>13<\/sup> J Energie in den Treibstoffen eines Saturn, so ist dies etwa zwei Drittel mehr Energie. Umgerechnet in TNT-&Auml;quivalent (3.726 kJ\/kg TNT) entspricht dies 12.376 kg TNT-&Auml;quivalent. Das entspricht in der Energie in etwa der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe.<\/p>\n<p>Aber wie bei der Saturn V handelt es sich eben um eine Verbrennung und nicht um die Z&uuml;ndung eines Sprengsatzes &#8211; Kohlenwasserstoffe k&ouml;nnen durchaus als Bomben verwendet werden, so wurden f&uuml;r milit&auml;rische Zwecke <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aerosolbombe\">Aerosolbomben<\/a> entwickelt, dabei sprengt eine kleine Sprengladung einen Beh&auml;lter mit einer brennbaren Fl&uuml;ssigkeit wie Benzin und verteilt es fein in der Luft, eine zweite Explosion z&uuml;ndet dann diese Aerosole, aufgrund der viel gr&ouml;&szlig;eren Oberfl&auml;che verl&ouml;uft die Verbrennung explosiv und es wird dabei sehr viel Energie freigesetzt. Eine 2007 von Russland getestete Bombe soll bei einer Masse von 7 Tonnen eine Sprengkraft von 44 Tonnen TNT-&Auml;quivalent haben &#8211; best&uuml;nde sie nur aus TNT, k&ouml;nnte die Sprengkraft nicht h&ouml;her als 7 Tonnen sein. &Uuml;bertr&auml;gt man diese Bildung eines explosiven Gemisches auf das Starship &#8211; Methan und Sauerstoff gehen bei normalen Umgebungstemperaturen sofort in die Gasphase &uuml;ber und bilden ein explosionsf&auml;higes Gemisch, so dass sich auch das Gemisch einer Aerosolbombe ergibt &#8211; so h&auml;tten die 1021,7 t Methan eine Sprengkraft von 6.422 kT.<\/p>\n<p>Rechnet man mit den bekannten Werten f&uuml;r die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/03\/06\/die-loesung-fuer-ein-ueberfluessiges-problem-die-sprengkraft-der-saturn-v\/\">Sprengkraft der Saturn V<\/a> (0,543 kt TNT-&Auml;quivalent bei einer Sprengkraft von 7,567 kt Energie-&auml;quivalent), so w&auml;re die Sprengkraft 0,888 kT.In der Realit&auml;t ist der genaue Wert mit einfachen Mitteln wie hier schwer zu berechnen. Der Vergleich mit der Saturn V hinkt etwas. In den physikalischen Eigenschaften, die f&uuml;r eine gute Durchmischung und die Bildung eines explosionsf&auml;higen Gemisches wichtig sind, ist Methan\/Sauerstoff eher mit dem Wasserstoff\/Sauerstoff vergleichbar, der in den beiden oberen Stufen verwendet wurde. Hinsichtlich des Energiegehalts ist Methan als Kohlenwasserstoff dagegen eher mit dem Kerosin der ersten Stufe vergleichbar. Allerdings verdampft Kerosin erst bei wesentlich h&ouml;heren Temperaturen und bildet daher wesentlich schwieriger ein explosionsf&auml;higes Gemisch.<\/p>\n<p>Ich habe dies &#8211; nun, weil es noch mehr Teilrechnungen sind, ohne den Rechenweg &#8211; die Explosionskraft auf Basis der ver&ouml;ffentlichten Werte f&uuml;r die Saturn V berechnet: Mit dem Analogon Kerosin\/Sauerstoff sind es 0,5253 kT Sprengkraft, mit dem Analogon Wasserstoff\/Sauerstoff komme ich auf 1,2208 kT. Wenn man bedenkt, dass schon die kontrollierte Verbrennung, die nur von der Z&uuml;ndung bis zum Abheben auf den Boden einwirken konnte, einen fast 8 m tiefen Krater hinterlassen hat, kann man sich vorstellen, was passiert, wenn die Rakete beim Start explodiert, z.B. wenn sie mit dem Startturm kollidiert, wie es im April fast passiert w&auml;re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17146\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17146\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Statt einer Oktober-Nachlese f&uuml;r SpaceX, die eigentlich eine September-Nachlese ist, gibt es heute einen informativen Blog zum Starship. 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Oktober 2025","format":false,"excerpt":"Die Nachlese zum gestrigen Starship-Start kann ich recht kurz machen, denn diesmal klappte noch mehr als beim letzten Mal. Dauerhaft, zusammen mit dem Artikel f\u00fcr den Flugplan und Abbildungen findet ihr das ganze auch auf der Website. Drei Dinge fielen mir auf: Beim Boostback-Burn der Super Heavy schaltete eines der\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/d237e8ebe33746ddb174f7e072b94b6c","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18369,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/08\/29\/nachlese-zehnter-teststart-starship-ift-10\/","url_meta":{"origin":17146,"position":4},"title":"Nachlese zehnter Teststart Starship IFT-10","author":"Bernd Leitenberger","date":"29. August 2025","format":false,"excerpt":"Am Morgen (in den USA noch Vortag) des 27.8.2025 startete nach zwei Tagen Verz\u00f6gerung das zehnte Starship zum Testflug IFT-10. Wenn man es genau nimmt ist es sogar das 11-te Starship, denn das urspr\u00fcnglich vorgesehene Starship mit der Seriennummer 26 explodierte bei einem Probecountdown am 18., Juni. So musste das\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/99a61bf9c489499b8003952db7f5e97c","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18002,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/03\/07\/nachlese-achter-teststart-starship-itf-8\/","url_meta":{"origin":17146,"position":5},"title":"Nachlese achter Teststart Starship ITF-8","author":"Bernd Leitenberger","date":"7. M\u00e4rz 2025","format":false,"excerpt":"Ich mache diese Nachlese wie die bei ITF-7 nicht mehr so ausf\u00fchrlich wie die vorherigen, sondern konzentriere mich auf die wesentlichen Ereignisse. Hier die wesentlichen Ereignisse der Super-Heavy. Bei ihr fielen beim Boostback-Burn zwei der 13 inneren Triebwerke aus. 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