{"id":17540,"date":"2024-06-30T09:37:21","date_gmt":"2024-06-30T07:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=17540"},"modified":"2024-06-30T09:37:21","modified_gmt":"2024-06-30T07:37:21","slug":"das-prometheus-eine-verpasste-chance-fuer-die-esa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2024\/06\/30\/das-prometheus-eine-verpasste-chance-fuer-die-esa\/","title":{"rendered":"Das Prometheus \u2013 eine verpasste Chance f&uuml;r die ESA"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17540\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17540\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich schlie&szlig;e an meinen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2024\/06\/24\/vor-dem-jungfernflug-der-ariane-6\">Blog zum Jungfernflug der Ariane 6<\/a> an, und zwar indem ich eine Alternative offeriere, nicht nur zur Ariane 6, sondern auch der Vega und Sojus. Bevor nun Einw&auml;nde kommen: ich betrachte das nat&uuml;rlich aus der Sicht der damaligen Zeit. Die Ariane 6 wurde im Dezember 2014 vorl&auml;ufig und im Juli 2016 endg&uuml;ltig beschlossen, das Prometheusprogramm startete 2017. Damals war die Sojus noch aktiv und wurde auch gut von der ESA gebucht.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/8de6bf02ebda424f8216efa367150f20\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nDen Entschluss f&uuml;r Prometheus war ja eine Folge der Auftr&auml;ge, die an SpaceX gingen. Ziel war ein neues Triebwerk, das bedeutend billiger ist als das Vulcain 2. Meine Idee: man h&auml;tte da ja &uuml;berlegen k&ouml;nnen, ob man wirklich die Ariane 6 baut oder doch nicht eine neue Rakete oder bessere eine Gruppe von Tr&auml;gern entwickelt. F&uuml;r mich macht die Entwicklung eines Triebwerks ohne eine Tr&auml;gerrakete keinen Sinn. F&uuml;r Ariane 6 sprach damals wohl, dass sie auf bestehender Technologie aufbaut und man erwartete daher auch einen ersten Start im Jahr 2020. Eine neue Rakete w&uuml;rde l&auml;nger in der Entwicklung brauchen. Aber wie wir heute wissen, dauerte die Entwicklung von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane6.shtml\">Ariane 6<\/a> sehr viel l&auml;nger als geplant, ja sogar l&auml;nger als die Entwicklung der Ariane 5, obwohl diese komplette neu konstruiert wurde. H&auml;tte man 2017 die Entwicklung einer Prometheus Rakete beschlossen, so w&auml;re sie wohl heute auch startbereit.<!--more--><\/p>\n<h4 class=\"western\">Das europ&auml;ische Problem<\/h4>\n<p>Europa ist im Prinzip in der gleichen Situation wie <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pslv.shtml\">Indien<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/japanische-raketen.shtml\">Japan<\/a>: die eigenen Raumfahrtprojekte ergeben eben einige Starts pro Jahr, die sich zudem in dem Zeitraum auf drei verschiedene Tr&auml;ger verteilen. Traditionell kommt dann noch der kommerzielle Markt hinzu. Obwohl es schon seit Jahren so war, das Arianespace Marktanteile verlor und gest&uuml;tzt werden muss, rechnete man doch fest mit diesem Sektor bei der Entwicklung der Ariane 6.<\/p>\n<p>Finanziell ist es so, dass die ESA in etwa ein Drittel des NASA-Budgets hat, es betrug 2023 <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/Space_in_Member_States\/Germany\/Die_ESA_Fakten_und_Zahlen\">7,08 Milliarden Euro<\/a>. Dazu kommen noch Auftr&auml;ge durch andere europ&auml;ische Institutionen wie Eumetsat und vor allem der EU: Viele Starts in den letzten Jahren entfielen auf das Klimaprojekt Kopernikus und das Navigationssystem Galileo. Die Satelliten baut und startet die ESA, aber es sind Projekte der EU. Hoffen (sicher sind sie nicht) kann man noch auf nationale Starts. Frankreich setzt fast nur auf eigene Tr&auml;ger. Die beiden anderen gro&szlig;en ESA Einzahler Deutschland und Italien buchen auch gerne woanders, wenn es so billiger wird.<\/p>\n<p>Nimmt man das Gesamtvolumen von ESA und EU f&uuml;r Raumfahrt so sind wir bei etwa 10 Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: die USA gaben im selben Jahr <a href=\"https:\/\/www.statista.com\/statistics\/745717\/global-governmental-spending-on-space-programs-leading-countries\/\">&uuml;ber 73 Milliarden Dollar f&uuml;r ihre Weltraumaktivit&auml;ten aus<\/a>.<\/p>\n<p>Da die USA f&uuml;r ihre nationalen Starts nur eigene Tr&auml;ger verwenden, ist das Auftragsvolumen f&uuml;r US-Unternehmen also rund siebenmal gr&ouml;&szlig;er als das f&uuml;r Arianespace. Selbst wenn sich dies dann auf zwei gro&szlig;e Launch Service Provider und einige kleinere verteilt, f&uuml;hrt das zu einer ausreichenden Startzahl. Grumman \/ ATK, als Nachfolger von Orbital f&uuml;hrt mit der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/taurus-ii.shtml\">Antares<\/a> nur ISS-Versogrungsmissionen durch, im Schnitt drei Starts pro Jahr. Das reicht aus um die Entwiclklung und den Einsatz zu finanzieren. Die Firma wechselte trotz des Lieferstopps von RD-191 Triebwerken nicht dauerhaft zur Atlas\/Vulcan, sondern baut nun Triebwerke eines anderen US-Herstellers ein.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Der Vorteil des Prometheus f&uuml;r das europ&auml;ische Problem<\/h4>\n<p>Der Schub (Vakuum) des Prometheus von anfangs 1.000 kN, inzwischen auf 1.200 kN gesteigert, erm&ouml;glicht es, mit einem Triebwerk die gesamte Nutzlastpalette abzudecken, die damals Vega, Sojus und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane5.shtml\">Ariane 5<\/a> bzw. Ariane 6 abdeckten.<\/p>\n<p>Bei 1.200 kN Vakuumschub kann ein Prometheus eine etwa 90 t schwere Rakete antreiben. Zusammen mit einer Oberstufe basierend auf der f&uuml;r die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vega-c-e.shtml\">Vega E<\/a> entwickelten Lyra Stufe und dem Mira Triebwerk mit rund 100 kN Schub w&auml;re so eine Stufe mit 70 t Startmasse bei einem oder der doppelten Masse bei zwei Triebwerken m&ouml;glich. Weitere Booster mit Prometheus Triebwerken k&ouml;nnten diese Zentralstufe erg&auml;nzen und so die Nutzlast steigern.<\/p>\n<p>Ich habe das schon zweimal vorgerechnet. Einmal mit einem konventionellen Ansatz vergleichbar Ariane 4 \u2013 einer Zentralstufe mit zwei oder drei Triebwerken und kleineren Boostern, oder radikaler \u2013 es gibt nur die rund 70 t schweren Booster und die Oberstufe. Die Nutzlast ist fast gleich und liegt in etwa in diesen Regionen:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<thead>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"25%\">Anzahl Prometheus<\/th>\n<th width=\"25%\">Nutzlast (LEO, 5 Grad)<\/th>\n<th width=\"25%\">LEO GTO, 5 Grad<\/th>\n<th width=\"25%\">Vergleichbar<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">1<\/td>\n<td width=\"25%\">2.800 kg<\/td>\n<td width=\"25%\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"25%\">Vega C<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">2<\/td>\n<td width=\"25%\">6.700 kg<\/td>\n<td width=\"25%\">2.200 kg<\/td>\n<td width=\"25%\">Sojus<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">3<\/td>\n<td width=\"25%\">11.000 kg<\/td>\n<td width=\"25%\">4.000 kg<\/td>\n<td rowspan=\"2\" width=\"25%\">Ariane 62<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">4<\/td>\n<td width=\"25%\">14.500 kg<\/td>\n<td width=\"25%\">5.500 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">5<\/td>\n<td width=\"25%\">18.000 kg<\/td>\n<td width=\"25%\">7.000 kg<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">6<\/td>\n<td width=\"25%\">21.500 kg<\/td>\n<td width=\"25%\">8.500 kg<\/td>\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">7<\/td>\n<td width=\"25%\">25.000 kg<\/td>\n<td width=\"25%\">11.000 kg<\/td>\n<td width=\"25%\">Ariane 64<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Eine Rakete w&uuml;rde damit nicht nur die drei bisher eingesetzten Varianten ersetzen. Sie bietet zudem weitere Optionen, speziell f&uuml;r GTO-Missionen gibt es nun vier Varianten die bei leichten bis schweren GTO-Kommunikationssatelliten liegen (2-5 Booster) sowie eine f&uuml;r einen Doppelstart von einem leichten und einem mittelschweren oder zwei mittelschweren Satelliten im Doppelstart (6+7 Booster).<\/p>\n<h4 class=\"western\">Die Serienfertigung<\/h4>\n<p>Der Hauptvorteil dieser Architektur ist die St&uuml;ckzahl. Zur&uuml;ck zum Entwicklungsbeginn. Damals starteten vom CSG aus im j&auml;hrlichen Mittel:<\/p>\n<ul>\n<li>5-6 <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane-5-evolution.shtml\">Ariane 5<\/a><\/li>\n<li>3 Sojus<\/li>\n<li>2 <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vega-rakete.shtml\">Vega<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das sind 11-12 Starts von drei Tr&auml;gern. Diese drei Tr&auml;ger haben 10 verschiedene Stufen mit 9 verschiedenen Triebwerken. Ariane 6 sollte das verbessern auf 5 verschiedene Stufen mit f&uuml;nf verschiedenen Triebwerken, aber mit einer Prometheus Architektur sieht es noch besser aus: zwei oder drei verschiedene Stufen und zwei Triebwerke. Noch deutlicher wird das an der St&uuml;ckzahl. Mit Ausnahme der Booster von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus.shtml\">Sojus<\/a> und Ariane 5 wird jede Stufe pro Tr&auml;ger nur einmal verwendet. W&uuml;rde man das radikalste Konzept umsetzen \u2013 es g&auml;be nur eine etwa 70 t schwere Prometheus und etwa 14 t schwere Oberstufe \u2013 dann entspricht dies mindestens 10-11 Oberstufen und 43-49 Basistufen und 43-49 Prometheus Triebwerken.<\/p>\n<p>Das ist eine St&uuml;ckzahl die viel h&ouml;her ist als bei der derzeitigen Architektur. Selbst wenn das Prometheus nicht das ehrgeizige Kostenziel von 1 Million Euro erreicht, sondern nur (gerechnet auf die Nutzlast, die m&ouml;glich ist) so teuer wie ein Vulcain 2 wird, so w&uuml;rde alleine durch die h&ouml;here St&uuml;ckzahl der Preis sinken.<\/p>\n<p>Es gibt in der Wirtschaft ein Konzept das je nach Autor Lernkurve oder Erfahrungskurve genannt wird. Dahinter verbirgt sich die allgemein g&uuml;ltige Erkenntnis, dass wenn man h&ouml;here St&uuml;ckzahlen produziert jedes Teil billiger wird: bei kleinen St&uuml;ckzahlen kann man die Arbeit auf mehrere Menschen aufteilen die dann ihren Teil besser beherrschen und schneller durchf&uuml;hren, ab einer bestimmten Gr&ouml;&szlig;enordnung kann man Maschinen einsetzen, deren Anschaffung sich bei kleinen St&uuml;ckzahlen nicht lohnt und wenn die St&uuml;ckzahlen richtig gro&szlig; sind wie heute bei Konsumprodukten so wird das Ger&auml;t vorwiegend von Maschinen auf Fertigungsstra&szlig;en hergestellt.<\/p>\n<p>Eine allgemeine Formel ist:<\/p>\n<p>C = C1*N<sup>p<\/sup><\/p>\n<p>C1 sind die Kosten eines Exemplars in Einzelfertigung, N die St&uuml;ckzahl und p ein Lernfaktor f&uuml;r den meist Werte von 0,7 bis 0,8 genannt werden.<\/p>\n<p>Kleines Rechenbeispiel: Im obigen Beispiel werden die meisten Triebwerke nur einmal pro Stufe eingesetzt, es gibt z.B. nur f&uuml;nf Vulcain 2 die im Jahr produziert werden. Nehmen wir an, ein Prometheus w&uuml;rde 2 Millionen Euro bei einer St&uuml;ckzahl von 5 Triebwerken pro Jahr kosten, dann w&auml;re N1 zu 3 Millionen Euro berechenbar (p=0,75), also die Produktion von f&uuml;nf Exemplaren anstatt einem hat den Preis schon auf <sup>2<\/sup>\/<sub>3<\/sub> des Einzelpreises gedr&uuml;ckt. Mit 43 Exemplaren w&uuml;rde der St&uuml;ckpreis aber auf 1,2 Millionen Euro sinken.<\/p>\n<p>Wir h&auml;tten eine ausreichende Zahl an Triebwerken, aber auch anderen Bauteilen wie Triebwerksrahmen, Tankdomen, Tanksegmenten, Nutzlastverkleidungen, Avionik \u2013 auch hier haben wir damals ja jeweils drei Systeme, um in vielen Bereichen in eine Serienfertigung &uuml;berzugehen. Das betrifft auch die Oberstufen. Es werden mindestens 10 Oberstufen pro Jahr ben&ouml;tigt, f&uuml;hrt man die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane-5-midlife-evolution.shtml\">Ariane 5<\/a> Starts als Einzelstarts durch, dann sogar 15 bis 17. Derzeit liegt das Maximum bei f&uuml;nf bis sechs Oberstufen und ihren Triebwerken pro Jahr.<\/p>\n<p>Es geht noch weiter: Wir hatten zu der Zeit drei Startanlagen f&uuml;r Vega, Sojus und Ariane . Eine einzige Anlage k&ouml;nnte aber problemlos die rund 10 bis 17 Starts pro Jahr durchf&uuml;hren. Aus der Sicht der Serienfertigung w&auml;ren Einzelstarts sinnvoller als Doppelstarts.<\/p>\n<p>Als Folge d&uuml;rften die Herstellungskosten der Triebwerke, Stufen und Raketen deutlich sinken und wer wei&szlig;, vielleicht w&auml;re dann auch wieder der kommerzielle Markt zug&auml;nglich. Zumindest gibt es mehr Modelle, die auch die L&uuml;cken abdecken, die es heute noch gibt und nach Wegfall der Sojus ist die L&uuml;cke zwischen 3 und 12 t LEO sogar recht gro&szlig;.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Wiederverwendung<\/h4>\n<p>Zumindest bei den Boostern kommt man nun auf eine St&uuml;ckzahl, bei der man &uuml;ber Wiederverwendung nachdenkt. Wiederverwendung klingt, wenn man unpassende Vergleiche wie mit der Luftfahrt heranzieht, ganz logisch. Den passenden Vergleich haben sie aber an jeder Supermarktkasse. Da k&ouml;nnen sie eine Plastikt&uuml;te w&auml;hlen \u2013 billig und in gro&szlig;er Serie hergestellt oder eine wiederverwendbare Tasche aus Stoff \u2013 aufwendig produziert, kleinere St&uuml;ckzahl, aber mehrmals verwendbar. Je nachdem wie oft sie die Taschen verwenden lohnt sich die eine oder andere Variante. Bei den derzeitigen Tr&auml;gern, die maximal sechs bis siebenmal pro Jahr gebaut werden, wurde eine Wiederverwendung die St&uuml;ckzahl soweit absinken lassen, dass die Kosten pro Tr&auml;ger enorm ansteigen, weil im Prinzip die Arbeiter nicht mehr ausgelastet sind. Das untere Ende im heutigen Sortiment markiert die Vega. Ausgelegt auf niedrige Startraten, wird sie sogar erst am Startplatz zusammengebaut. Sie k&ouml;nnte viermal pro Jahr starten. Doch selbst bei nur zweimaliger Verwendung einer Stufe w&uuml;rden alle derzeitigen Raketen unter diese Grenze rutschen. Bei 43 Stufen sieht es schon anders aus.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Einsatz des Prometheus?<\/h4>\n<p>Derzeit setzt nur <a href=\"https:\/\/maia-space.com\/missions\/\">Maiaspace<\/a> das Prometheus f&uuml;r eine Tr&auml;gerrakete ein, die 1.500 kg in einen SSO ohne und lediglich 500 kg mit Wiederverwendung transportiert. Die Website wirkt wie eine Mischung von ESA-Grafiken und Falcon 9 Animationen. Was mich wundert ist die geringe Nutzlast. Auf Abbildungen scheint der Haupttank so gro&szlig; wie zwei Personen zu sein, also &uuml;ber 3 m Durchmesser und auf der Animation sind drei Triebwerke zu erkennen, mithin ein Startschub von &uuml;ber 300 t, das ist eine Tr&auml;gerrakete in der Gr&ouml;&szlig;e der kleinste <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/atlas-v.shtml\">Atlas V Version<\/a> heute und sie soll nur 1,5 t Nutzlast haben?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17540\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17540\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich schlie&szlig;e an meinen Blog zum Jungfernflug der Ariane 6 an, und zwar indem ich eine Alternative offeriere, nicht nur zur Ariane 6, sondern auch der Vega und Sojus. Bevor nun Einw&auml;nde kommen: ich betrachte das nat&uuml;rlich aus der Sicht der damaligen Zeit. Die Ariane 6 wurde im Dezember 2014 vorl&auml;ufig und im Juli 2016 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[899,4268,87],"class_list":["post-17540","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-raumfahrt","tag-ariane-6","tag-prometheus","tag-vega","entry"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":18502,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/01\/22\/der-ariane-kompatible-orbit\/","url_meta":{"origin":17540,"position":0},"title":"Der Ariane-Kompatible Orbit","author":"Bernd Leitenberger","date":"22. 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