{"id":17609,"date":"2024-07-27T08:37:20","date_gmt":"2024-07-27T06:37:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=17609"},"modified":"2024-08-07T21:32:02","modified_gmt":"2024-08-07T19:32:02","slug":"cnh2non","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2024\/07\/27\/cnh2non\/","title":{"rendered":"C<sub>n<\/sub>H<sub>2n<\/sub>O<sub>n<\/sub>"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17609\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17609\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich dachte mir, ich kn&uuml;pfe mal an meinen letzten Blog an \u2013 diesmal etwas einfacher und ohne Formeln \u2013 um etwas Wissen zu vermitteln, mit dem man zumindest beim Smalltalk punkten kann. Ich will in diesem Blog die wichtigsten Einzelbausteine der Kohlenhydrate erl&auml;utern. Einige Fachbegriffe m&uuml;ssen sein, aber auch damit kann man beim Smalltalk punkten: die elementaren Bausteine von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/kohlenhydrate.shtml\">Kohlenhydraten<\/a> nennt man \u201eMonosaccharide\u201c, das kann man in schlechtes Deutsch als \u201eEinfachzucker\u201c oder besser als \u201eelementare Zucker\u201c &uuml;bersetzen und leitet sich davon ab, das alle Monosaccharide mit sechs C-Atomen s&uuml;&szlig; schmecken.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/24117a7af5974c3e963e48a1cbcd59e6\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nIch nehme es mit der chemischen Einordnung aber nicht ganz genau und bespreche auch Reaktionsprodukte von Kohlenhydraten wie Zuckeralkohole, da diese vor allem als Lebensmittelzusatzstoffe eine Bedeutung haben. Die Reihenfolge orientiert sich nach meiner (gef&uuml;hlten) Wichtigkeit.<!--more--><\/p>\n<h4 class=\"western\">Ribose<\/h4>\n<p>Das meiner Ansicht nach absolut wichtigste Kohlenhydrat ist die Ribose. Erstaunlicherweise kennen sie die wenigsten. Die Ribose ist ein Monosaccharid mit f&uuml;nf C-Atomen, sonst haben ja nur die mit sechs Kohlenstoffatomen eine Bedeutung. W&auml;hrend der Mensch aber relativ gut ohne diese auskommen kann (relativ, weil der Verzicht auf Kohlenhydrate ja das Grundkonzept der Low-Carb oder No-Carb Di&auml;ten ist, und diese bei Ern&auml;hrungswissenschaftlern als nicht empfehlenswert gelten) w&uuml;rde er ohne Ribose nicht existieren.<\/p>\n<p><a name=\"firstHeading\"><\/a>Ribose ist Bestandteil der RNS. Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ribonukleins%C3%A4ure\">Ribonukleins&auml;ure<\/a>. Sie besteht aus mit Phosphatgruppen veresterten Ribosemolek&uuml;len als Grundger&uuml;st und diese wiederum verbunden mit Nukleinbasen als das informationstragende Element. Die RNA ist im K&ouml;rper daf&uuml;r notwendig die Information der DNA als Kopie zu den Ribosomen zu tragen, die aus dieser Information dann Proteine aus den einzelnen Aminso&auml;uren aufbauen. Es gibt Viren die haben RNA auch als Erbsubstanz.<\/p>\n<p>Aber auch die Erbsubstanz von allen Lebewesen egal ob Bakterium oder Mensch, besteht aus Ribose, aber nicht der Ribose selbst, sondern der Desoxyribose. Diese hat an dem C<sub>2<\/sub> Atom ein Wasserstoffatom anstatt einer Hydroxylgruppe. (F&uuml;r den Smalltalk besser zu merken: \u201eH-Atom\u201c \u201eOH-Gruppe\u201c). Sie ist Speicher der genetischen Information, egal ob Bakterium oder Mensch. Leben w&auml;re ohne DNA nicht vorstellbar.<\/p>\n<p>Die Ribose findet man aber auch als Bestandteil einiger wichtiger Coenzyme wie AMP, ADP und ATP, NAD\/NADH und NADP\/NADPH. AMP bis ATP gelten als die energetische W&auml;hrung der Zelle. Der Abbau und Aufbau von Substanzen geschieht schrittweise in Stoffwechselzyklen und immer wenn bei einer Reaktion Energie frei oder ben&ouml;tigt wird kommen die Verbindungen AMP bis ATP ins Spiel, sie unterscheiden sich in der Anzahl der gebundenen Phsophatreste und je mehr das Molek&uuml;l enth&auml;lt, um so mehr Energie ist in ihm gespeichert. Meist wird beim Abbau von Substanzen aus dem ADP ein ATP gebildet und dabei Energie gespeichert. Beim Aufbau von Substanzen findet der umgekehrte Vorgang statt, aus einem ATP wird ein ADP gebildet und dabei Energie frei und auf die zu synthetisierte Substanz &uuml;bertragen.<\/p>\n<p>Ribose steckt auch in den beiden Molek&uuml;len <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nicotinamidadenindinukleotid\">NAD<\/a>\/NADP (ich erspare mir das Ausschreiben, da ich davon ausgehe das sich kein Nichtchemiker die Bezeichnung \u201eNicotins&auml;ureamid-Adenin-Dinukleotid-Phsophat\u201c merken kann). Diese Molek&uuml;le werden immer ben&ouml;tigt wenn im K&ouml;rper Oxidationen oder Reduktionen stattfinden. Sie k&ouml;nnen Wasserstoff auf andere Molek&uuml;le &uuml;bertragen oder eben selbst speichern. Dabei wird immer auch ADP\/ATP ben&ouml;tigt.<\/p>\n<p>Man sieht also, ohne Ribose gibt es kein Leben!<\/p>\n<h4 class=\"western\">Glucose<\/h4>\n<p>Glucose ist in der Natur das Hauptkohlenhydrat f&uuml;r Speicherenergie. St&auml;rke besteht aus zu langen Ketten verbundenen Glucosemolek&uuml;len, das Glykogen, das einzige Speicherkohlenhydrat von Tieren, besteht ebenfalls aus Glucosemolek&uuml;len. Die physikalischen Eigenschaften h&auml;ngen sehr stark davon ab, wie die Glucose-Bausteine miteinander verbunden werden.<\/p>\n<p>Glykogen und eine Fraktion der St&auml;rke, das Amylopektin sind stark verzweigt, die Amylose als zweite St&auml;rkefraktion dagegen eine lineare Kette. Eine lineare Kette bildet auch die Zellulose. Sei unterscheidet sich von der Amylose nur dadurch, das die Glucosemolek&uuml;le anders verbunden sind: bei der Zellulose ist jedes zweite Molek&uuml;l gegen&uuml;ber der Amylose um 180 Grad gedreht. Diese kleine &Auml;nderung reicht aus, das der K&ouml;rper Cellulose nicht abbauen kann und Cellulose so als Ballstoff gilt. Wir brauchen aber Ballaststoffe f&uuml;r die Darmgesundheit. Sie tragen zum einen zum Volumen des Darminhalts bei und verhindern so Darmtr&auml;gheit zum anderen k&ouml;nnen Darmbakterien sie abbauen und sie liefern uns daf&uuml;r Vitamine. Da Cellulose auch ein Bestandteil der verholzten Teile der Pflanzen ist, ist Glucose das mengenm&auml;&szlig;ig bedeutendste Kohlenhydrat in der Natur.<\/p>\n<p>Als Monosaccharid kommt es in Fr&uuml;chten vor, als Dissacharid ist es Bestandteil des Haushaltszuckers und Milchzuckers.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Fructose<\/h4>\n<p>Geht man nach der aufgenommenen Menge in der Nahrung, so rangiert Fructose an zweiter Stelle in der Ern&auml;hrung. Das liegt vor allem an der Saccharose die aus Glucose und Fruktose besteht und die als \u201eZucker\u201c heute massenhaft eingesetzt wird. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt 90 g Zucker pro Tag. (Empfohlen werden 60 g pro Tag). In der Natur ist Saccharose eher selten. Fructose als ihr Baustein findet sich aber als Hauptzucker in Fr&uuml;chten und hat daher auch den Namen bekommen. Nat&uuml;rlich findet man Fructose auch in Honig und als Inulin in der S&uuml;&szlig;kartoffel.<\/p>\n<p>Nimmt man <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fructose#Pathobiochemie\">Fructose<\/a> in Mengen auf, die die in der normalen Ern&auml;hrung weit &uuml;berschreiten \u2013 das kann bei Diabetikern der Fall sein, da Fructose insulinunabh&auml;ngig verstoffwechselt wird \u2013 dann kann es zu &Uuml;bergewicht und Fettleber kommen, da Fructose anders als Glucose nur in der Leber abgebaut wird und diese &uuml;berfordert sein kann.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Galaktose<\/h4>\n<p>Galaktose ist Bestandteil des dritten wichtigen Disaccharids, der Lactose, des Milchzuckers. F&uuml;r Babys ist er das einzige Kohlenhydrat und sie k&ouml;nnen ihn auch problemlos abbauen. Diese F&auml;higkeit verliert der menschliche K&ouml;rper beim Erwachsenen. Genauer gesagt, er verliert die F&auml;higkeit die Lactose aktiv aus dem Darminhalt in die Zellen aufzunehmen. Ohne diese F&auml;higkeit gelangt relativ viel Lactose in den Dickdarm, wird dort von den Darmbakterien vergoren und f&uuml;hrt zu Bef&auml;higungen und Koliken. Die Milchzuckerunvertr&auml;glichkeit ist weltweit gesehen der Normalfall. Bei uns in Mitteleuropa sind aber nur etwa 10 bis 15 Prozent der Bev&ouml;lkerung betroffen, weil durch den Milchkonsum durch die Viehhaltung innerhalb der letzten Jahrtausende, die Personen sich besser vermehrt haben, die Milchzucker vertragen k&ouml;nnen. Wird Milch fermentiert oder bei der K&auml;seherstellung das Eiwei&szlig; mit dem Fett ausgef&auml;llt, dann wird der Gehalt an Milchzucker stark reduziert.<\/p>\n<p>Das Oxidationsprodukt der Galaktose, die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Galacturons%C3%A4ure\">Galacturons&auml;ure<\/a> ist der Hauptbestandteil von Pektinen, einem Bestandteil der Zellw&auml;nde von Pflanzen. Pektine geh&ouml;ren auch zu den Ballastastofen sind aber auch ein wichtiger Lebensmittelzusatzstoff, weil sie sehr viel Wasser stabil binden k&ouml;nnen. Sie werden so bei der Herstellung von Konfit&uuml;re eingesetzt.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Xylose \/ Xylit<\/h4>\n<p>Xylose ist ebenfalls ein Monosaccharid mit nur f&uuml;nf Kohlenstoffatomen (Pentose). Aus Xylose bestehen die Xylane, die wiederum der Hauptbestandteil der Hemicellulosen sind, dem dritten wichtigen Ballaststoff und ebenfalls Bestandteil der pflanzlichen Zellmembranen. F&uuml;r unsere Ern&auml;hrung ist aber der aus Xylose gebildete Zuckeralkohol Xylit wichtig. Er wird auch \u201eBirkenzucker\u201c genannt, weil er zuerst in Birkenholzsp&auml;nen entdeckt wurde und Holz, das enzymatisch gespaltet wird ist auch die Hauptquelle f&uuml;r Xylit. Birken enthalten aber keinen Zucker.<\/p>\n<p>Xylit \u2013 der Chemiker erkennt an der Endung \u201e-it\u201c, das es kein Saccharid ist, denn sonst w&uuml;rde es auf \u201e-ose\u201c enden. Die Vergabe der Endung ist allerdings auch nicht systematisch den Xylit ist ein Zuckeralkohol, chemisch ein Polyol und m&uuml;sste somit mit \u201e-ol\u201c enden, wie das bekanntere Ethanol.<\/p>\n<p>Xylit ist wichtig weil, es ein Zuckerersatzstoff ist. Da Zucker ein extrem mieses Image hat, wird er gerne durch Zuckeraustauschstoffe ersetzt. Das sind zum einen S&uuml;&szlig;stoffe die eine viel h&ouml;here S&uuml;&szlig;kraft haben als Zucker und zum anderen Zuckerersatzstoffe, das sind andere Saccharide oder in diesem Falle Zuckeralkohole. Der Vorteil ist, das alle diese Zuckerersatzstoffe den Blutzuckerspiegel gering oder gar nicht beeinflussen und sich so f&uuml;r Diabetiker eignen und viele sind auch nicht kariogen, werden daher vor allem in Kaugummis und Bonbons verwendet. Als Nebeneffekt das der K&ouml;rper nicht auf diese Stoffe eingestellt ist, liefern sie auch weniger Energie als Zucker.<\/p>\n<p>Xylit ist meiner Meinung nach der beste dieser Zuckerersatzstoffe, er hat die gleiche S&uuml;&szlig;kraft wie Haushaltszucker und ist nicht kariogen, hat einen kleinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und wirkt \u2013 das ist die Schattenseite fast aller Zuckerersatzstoffe \u2013 nur leicht abf&uuml;hrend. Das liegt daran das unser Verdauungssystem Zuckeralkohole nicht aktiv in die Darmzellen bef&ouml;rdert und so die Resorption langsamer ist und auch unvollst&auml;ndig. Der im Dickdarm angekommene Xylit wird dort vergoren und das f&uuml;hrt bei gro&szlig;en Mengen zu einer Diarrh&ouml;.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Sorbose \/ Sorbit<\/h4>\n<p>Ebenfalls ein Zuckeralkohol ist Sorbit. Sorbit wurde zuerst in der Eberesche gefunden und daher nach ihr benannt (Sorbus aucuparia). Industriell wird er heute aber aus Glucose gewonnen, da Sorbit entsteht, wenn Glucose, Fructose oder die Sorbose hydriert werden. Er wirkt hygroskopisch, zieht also Luftfeuchtigkeit an und wird daher auch als Feuchthaltemittel verwendet. Gegen&uuml;ber Xylit wirkt er aber leicht kariogen und hat eine geringere S&uuml;&szlig;kraft.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Isomalt \/ Isomaltose<\/h3>\n<p>Isomalt ist ein weiterer Zuckeralkohol. Er entsteht aus der Isomaltose, ein Isomer der Maltose, einem Disaccharid, nur sind die beiden Glucosemolek&uuml;le &uuml;ber eine 1-6 anstatt 1-4 Bindung verbunden. Isomalt ist auch ein Zuckerersatzstoff. Es hat &auml;hnliche Eigenschaften wie der Sorbit, ihm wird aber ein reinerer, d.h. dem der Saccharose mehr &auml;hnelnden S&uuml;&szlig;eindruck zugeschrieben. Wie bei Sorbit hat es nur die H&auml;lfte der S&uuml;&szlig;kraft von Rohr- und R&uuml;benzucker. In den USA ist &uuml;brigens noch Isomalt<b>u<\/b>lose zugelassen, das ist eine &auml;hnliche Verbindung, nur ersetzt hier die Fructose ein Glucosemoelk&uuml;l. Es ist ein Isomeer der Saccharose.<\/p>\n<p>So, das war jetzt viel Stoff, aber ich denke wer ihn behalten kann punktet bei der n&auml;chsten Party vor allem bei ern&auml;hrungsbewussten Frauen, was vielleicht f&uuml;r den einen oder anderen ein Motivation sein k&ouml;nnte den Artikel doch zu lesen. F&uuml;r alle die bis dahin durchgehalten haben ein Schwank aus meinem Leben, an den ich denken musste als ich die Monomere im Geiste Revue passieren lie&szlig;. Das ist mittlerweile 30 Jahre her und wohl inzwischen verj&auml;hrt. Und zwar an mein erstes Hauptsemester in Lebensmittelchemie. Eine der ersten Analysen war die von Dickungsmitteln, das Lebensmittelzusatzstoffe die Lebensmittel verdicken oder stabilisieren, es sind meist exotische Pflanzenkohlenhydrate oder Algenextrakte aus unverdaulichen Kohlenhydraten in denen auch andere Monosaccharide vorkommen, die ich hier weggelassen habe, wie die Mannose oder Gulose.<\/p>\n<p>Diese Analyse war sehr zeitaufwendig. Man musste erst die Kohlenhydrate vom Eiwei&szlig; und Fett trennen, dann die Verdickungsmittel von der St&auml;rke und dann wurden diese mit verd&uuml;nnter S&auml;ure in ihre Monosaccharide gespalten, die S&auml;ure neutralisiert und die L&ouml;sung reduziert. Das dauerte alleine etwa zwei Tage. Zum Schluss wurde die L&ouml;sung in einer Chromatographiekammer auf Papier aufgetrennt.<\/p>\n<p>Jeder der mal Papierchromatographie betrieben hat, kennt die Nachteile des Mediums. Proben laufen auseinander bilden breite Banden anstatt d&uuml;nne Flecke. Als weiterer Nachteil sieht man die Monomere nicht, bis man das Papier mit einem Nachweisreagenz bespr&uuml;ht, dann f&auml;rben sie sich ein, erst dann sieht man wie gut die Trennung war. Wir fanden bald raus, das die normale Laufzeit nicht ausreichte, die Balken sauber zu trennen, also verl&auml;ngerten wir die Inkubationszeit. Wir machten morgens vor der Vorlesung den Auftrag und das letzte, was man abends machte, bevor man heimging, war das Entwickeln. Verga&szlig; man das, so war die Arbeit umsonst. Selbst dann war die Sache nicht eindeutig, denn viele Verdickungsmitteln bestanden aus denselben Bestandteilen nur unterschiedlicher Menge oder ein Bestandteil war spezifisch aber in so kleiner Menge vorhanden, dass er schwer nachweisbar war.<\/p>\n<p>Bei uns galt die regel das man eine Analyse (allerdings jedes mal mit neuer Probe) so oft wiederholt, bis das Resultat korrekt ist. Ich hatte die Analyse schon zweimal gemacht und war frustriert. Nur deswegen erinnere ich mich auch noch so genau an die Anweisungen, w&auml;hrend ich Analysen die beim ersten Mal klappten, l&auml;ngst vergessen habe. Beim dritten Mal war das Resultat wieder nicht auswertbar und ich schrieb alle Monosaccharide die vorkommen konnten, auf einen Zettel und hatte so um die sieben Substanzen. Dann ging ich durchs Labor und fragte jeden Studenten nach einer Zahl von 1-7 und machte einen Strich neben dem Monosaccharid. Am Schluss suchte ich das Verdickungsmittel heraus das die beiden am meisten genannten Zahlen = Monosaccharide enthielt und gab das als Ergebnis ab.<\/p>\n<p>Es war korrekt! Seitdem zog sich ein Wahlspruch durch mein Studium das ich einem kleinen Heft &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/murphys-gesetz.shtml\">Murphys Gesetz<\/a> und andere \u201eWeisheiten\u201c entnommen habe: Glaube nicht an Wunder, verlass Dich auf sie!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17609\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17609\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich dachte mir, ich kn&uuml;pfe mal an meinen letzten Blog an \u2013 diesmal etwas einfacher und ohne Formeln \u2013 um etwas Wissen zu vermitteln, mit dem man zumindest beim Smalltalk punkten kann. 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September 2025","format":false,"excerpt":"Wir wissen immer noch sehr wenig \u00fcber einen Gro\u00dfteil der Geschichte der Erde. Sie entstand vor 4,6 Milliarden Jahren. Bis vor 600 Millionen Jahren \u2013 also \u00fcber den gr\u00f6\u00dften Teil dieser Zeit \u2013 gibt es kaum Fossilienfunde, und auch alte Gesteine werden umso seltener, je weiter man in der Zeit\u2026","rel":"","context":"In &quot;Chemie&quot;","block_context":{"text":"Chemie","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/chemie\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/929016b2bd2249e0b0f606c4839ef36b","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":12013,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2016\/09\/27\/entstehung-von-leben-auf-der-erde-und-im-sonnensystem\/","url_meta":{"origin":17609,"position":5},"title":"Entstehung von Leben auf der Erde und im Sonnensystem","author":"Bernd Leitenberger","date":"27. September 2016","format":false,"excerpt":"Eines der Dauerbrennerthemen bei Sendungen \u00fcber Astronomie ist es, wo es noch Leben geben k\u00f6nnte. Man kann ja viel spekulieren \u00fcber fremde Planeten, doch am meisten wird nat\u00fcrlich \u00fcber Leben in unserem Sonnensystem spekuliert. Die NASA n\u00e4hrt das sehr gut, vor allem beim Mars. Auch wenn sie von \"Der Suche\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/4e11b05707214a29aee07687a953aec8","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17609","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17609"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17609\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17609"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17609"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17609"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}