{"id":17680,"date":"2024-08-29T08:51:02","date_gmt":"2024-08-29T06:51:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=17680"},"modified":"2024-08-29T09:00:25","modified_gmt":"2024-08-29T07:00:25","slug":"ozon-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2024\/08\/29\/ozon-2\/","title":{"rendered":"Ozon"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17680\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17680\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Heute mal wieder ein gemischter Chemie- Umwelt- und Raumfahrtartikel bei dem es aber eine Verbindung gibt, n&auml;mlich das Ozon. Die &auml;lteren Blogleser werden vielleicht sich noch an Begriffe wie \u201eOzonloch\u201c und \u201eOzonalarm\u201c erinnern k&ouml;nnen, aber sonst ist Ozon heute weitestgehend aus dem Bewusstsein verschwunden.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/715a80fb49ef4e13b130f697f8b93a81\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<h4 class=\"western\">Was ist Ozon?<\/h4>\n<p>Ozon ist eine Variante des Sauerstoffs. Chemikerkollegen werden es mir verzeihen, wenn ich nun das Niveau sehr einfach halte. Der \u201enormale\u201c Sauerstoff, aus dem die Luft zu 20 Prozent besteht, hat die chemische Formel O<sub>2<\/sub>. Er besteht aus zwei Sauerstoffatomen, die eine Doppelbindung verbindet. Der Sauerstoff hat in seiner zweiten Elektronenschale sechs Elektronen, die insgesamt vier Orbitale bilden. Vier Elektronen besetzen zwei Orbitale, jedes Orbital nimmt zwei Elektronen auf. Die Elektronen eines voll besetzten Orbitals nehmen nicht an chemischen Reaktionen teil. Die beiden anderen Elektronen sind ungebunden. In einem Sauerstoffmolek&uuml;l bilden nun je zwei Elektronen jedes Sauerstoffatoms eine Doppelbindung, die Orbitale werden geteilt und so hat jedes Atom voll besetzte Orbitale. Der normale Sauerstoff ist daher nicht sehr reaktiv, auch wenn jeder von uns es sich w&uuml;nscht, dass er noch weniger reaktiv w&auml;re, denn auch so reagiert er auch bei Zimmertemperatur mit Vielem, bildet mit Metallen z.B. schon bei normalen Temperaturen Oxide. Jeder kennt das, wenn Eisen rostet oder Kupfer mit Gr&uuml;nspan &uuml;berzogen wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ozon\">Ozon<\/a> ist eine zweite M&ouml;glichkeit wie der Sauerstoff zu voll besetzten Orbitalen kommen kann. Hierbei teilen sich drei Sauerstoffatome jeweils ein Orbital mit dem Nachbarn, bilden so ein gleichseitiges Dreieck. Die Orbitale sind damit ges&auml;ttigt, doch warum kommt Ozon dann nicht &ouml;fters vor?<\/p>\n<p>Der Grund liegt in der r&auml;umlichen Anordnung. Die vier Orbitale der zweiten Schale\/Periode bilden r&auml;umlich eine gleichseitige Pyramide, einen Tetraeder. Bei dieser Form sind die Orbitale maximal voneinander entfernt, denn Elektronen sto&szlig;en sich, weil sie die gleiche Ladung haben, ab. So haben zum Beispiel Methan oder Kohlenstoff in der Diamantmodifikation die Form eines Tetraeders und selbst wenn nicht alle Bindungen besetzt sind, wie beim Wasser, so gibt es zwischen den beiden Bindungen zum Wasserstoff doch den Tetraederwinkel von etwa 105 Grad.<\/p>\n<p align=\"left\">Bei Doppelbindungen bilden zwei Orbitale ein neues Orbital und die Tetraederform wird aufgehoben. So sind Sauerstoff O<sub>2<\/sub> und Stickstoff N<sub>2<\/sub> (mit einer Dreifachbindung) stabil. Im Ozonmolek&uuml;l gibt es aber Einzelbindungen und f&uuml;r die gilt: optimal, das hei&szlig;t die energie&auml;rmeste Konfiguration w&auml;re ein Winkel von 105 Grad zwischen den Bindungen. Bei einem gleichseitigen Dreieck sind es aber 60 Grad und so steht ein Ozonmolek&uuml;l unter innerer Spannung. Es zerfallt auch leicht in O2 und ein Sauerstoffatom, dabei werden 280 kJ pro Molek&uuml;l frei \u2013 in etwa die gleiche Energie die beim Bilden von 1 Mol Wasser aus den Elementen frei wird. Es gibt hier eine Analogie zu anderen Raketentreibstoffen: Die Sowjetunion setzte zur Leistungssteigerung der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/sojus.shtml\">Sojus<\/a> in der Version Sojus U2 Sintin dem Treibstoff zu <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2013\/06\/22\/acetam-und-andere-neue-treibstoffe\/\">Sintin<\/a> ist chemisch Cycopropan, also ein Propanmolek&uuml;l, das nicht linear ist sondern einen Ring bildet. Auch hier bilden drei Kohlenstoffatome einen Ring und wie bei Ozon steht dieser wegen des abweichenden Bindungswinkels unter innerer Spannung was sich in einem h&ouml;heren Energiegehalt &auml;u&szlig;ert, wenn die Substanz verbrennt. Bei vier Atomen im Ring ist die Spannung deutlich kleiner, Cyclobutan ist daher reaktiver als normales Butan, aber deutlich stabiler als Cyclopropan und ab f&uuml;nf C-Atomen gibt es keine Ringspannung mehr. Besonders reaktiv ist auch der beim Zerfall von Ozon zu O<sub>2<\/sub> entstehende Sauerstoff, denn der hat ungepaarte Elektronen, ist also ein Radikal.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Vorkommen von Ozon<\/h4>\n<p>In der Natur findet man in der Regel vornehmlich die energie&auml;rmsten Verbindungen und so besteht auch fast der gesamte Sauerstoff aus O<sub>2<\/sub> Molek&uuml;len. In der Stratosph&auml;re, wo die solare UV-Strahlung noch vorhanden ist, kann sie aber aus O<sub>2<\/sub> <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/07\/18\/ozon\/\">Ozon<\/a> bilden. Dabei nimmt das Ozon die Energie der UV-Strahlung auf und sch&uuml;tzt die Erdoberfl&auml;che vor dieser Strahlung. Ende der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts ma&szlig;en Wettersatelliten im Sommer eine Abnahme der Ozonkonzentration &uuml;ber der Arktis und der Antarktis. Der Grund waren chlorierte organische Verbindungen, wie sie damals als Treibgase in Haarsprays aber auch als schwer entz&uuml;ndliche K&uuml;hlmittel in K&uuml;hlschr&auml;nken und elektrischen Generatoren eingesetzt wurden. Werden diese freigesetzt, so sind sie chemisch so inert, das sie bis sie in die Stratosph&auml;re gelangen nicht abgebaut werden. Dort kann die solare UV-Strahlung aber ein Chloratom herausschlagen und dieses Chloratom startet eine Kettenreaktion welche Ozonmolek&uuml;le <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/06\/07\/photochemie\/\">zerst&ouml;rt<\/a>.<\/p>\n<p>Die verringerte Konzentration wurde dann als Ozonloch bekannt und es wurde von Jahr zu Jahr gr&ouml;&szlig;er. Das w&uuml;rde nun niemand jucken, w&uuml;rde dadurch nicht auch die UV-Strahlung, die nun ja nicht mehr vom Ozon absorbiert wird, bis zur Erde gelangen und die ist verantwortlich f&uuml;r Hautkrebs. In Australien warnte man damals davor, im Sommer ohne Hautbedeckung an die Sonne zu gehen. Man ergriff Ma&szlig;nahmen und ersetzte die chlorierten Kohlenwasserstoffe durch andere Verbindungen und seitdem gibt es auch kein Ozonloch mehr \u2013 eine echte Erfolgsgeschichte und ein Beweiss, das der Mensch auch mal Fehler in der Klimapolitik korrigieren kann.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit gab es bei uns dann Ozonalarm. Die Ursache war die gleiche: UV-Strahlung kam vermehrt bis in die die Troposph&auml;re und l&ouml;ste Reaktionen aus, diesmal zwischen Stickoxiden und Sauerstoff, wobei Ozon entstand. Hier brachte der Einsatz von Katalysatoren, vor allem bei Kraftfahrzeugen, als einem der Hauptquellen f&uuml;r Stickoxide, eine deutliche Verbesserung.<\/p>\n<p>Dann gab es noch zur Jahrtausendwende die Nachricht, dass <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3T3VGBh\">Laserdrucker<\/a> Ozon aussto&szlig;en. Die Ursache ist der Coronaldraht, der durch eine hohe Spannung von 5 bis 15 kV die Walze, auf der der <a href=\"https:\/\/amzn.to\/4dxP6Lv\">Toner<\/a> sp&auml;ter durch elektrische Aufladung haften soll, elektrisch aufl&auml;dt, dabei ionisiert er auch die Luft und es wird Ozon gebildet.<\/p>\n<p>Die Erzeugung durch die Ionisierung von Luft war und ist auch noch eine der Hauptanwendung von Ozon. Fr&uuml;her wurden Hallenb&auml;der mit Ozonisierungsanlagen ausgestattet, um mit Ozon anstatt Chlor das Wasser zu desinfizieren, auch das Hallenbad an unserem Ort hatte eine solche Ozonisierungsanlage. Mit steigenden Strompreisen wurden die B&auml;der schon nach wenigen Jahren auf Chlor oder Chlorverbindungen umger&uuml;stet. Heute gibt es das noch in Ionisierungsanlagen oder \u201e<a href=\"http:\/\/Lufterfrischern\/\">Lufterfrischern<\/a>\u201c, denn geringe Ozongehalte gelten als gesund und sind ein Element von Luftkurorten im Gebirge wo mehr UV-Strahlung ankommt. Bei Lufterfrischern soll das reaktive Ozon vor allem Ger&uuml;che vernichten.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Die Renaissance<\/h4>\n<p>Mit den erneuerbaren Energien kommt nun eine R&uuml;ckbesinnung auf Ozon. Wie jeder wei&szlig; ist deren Strom zeitlich variabel. Manche Typen sind relativ verl&auml;sslich, wie Solaranlagen (egal ob Photovoltaik oder thermische Anlagen) in W&uuml;sten oder Halbw&uuml;sten, wo es selten bedeckt ist. Bei anderen regenerativen Energien gibt es sehr gro&szlig;e Schwankungen. Nat&uuml;rlich kann man durch technische Ma&szlig;nahmen die Schwankungen ausgleichen. Man kann Strom in Batterien speichern, allerdings nur in begrenztem Ma&szlig;e, Thermalkraftwerke k&ouml;nnen tags&uuml;ber Salzl&ouml;sungen erhitzen, die nachts dann Wasser verdampfen und eine Gasturbine antreiben. Man kann Pumpspeicherkraftwerke nutzen, um Wasser auf ein h&ouml;heres Niveau zu heben und beim Ablassen dann Strom gewinnen. Alle diese Ma&szlig;nahmen sind aber ausgelegt, kurzzeitige Spitzen von maximal einigen Stunden zu &uuml;berbr&uuml;cken.<\/p>\n<p>Besonders Windkraftwerke liefern eine zeitlich sehr variable Strommenge. Der Wind wird bei uns in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Beaufortskala\">Beaufort-Skala<\/a> gemessen, diese ist logarithmisch unterteilt, also ein Wind von Stufe 3 hat zehnmal so viel Energie wie einer von 2. Schon lange, bevor der Wind eine St&auml;rke erreicht hat, der die Anlagen sch&auml;digen k&ouml;nnte, werden sie gedrosselt oder ganz abgeschaltet, weil man den Strom nicht \u201elos bekommt\u201c. Also entweder gibt es die Nachfrage nicht, oder es gibt nicht die Netzanbindung, um so viel Strom wie erzeugt werden k&ouml;nnte, &uuml;berhaupt einzuspeisen.<\/p>\n<p>Durch die Klimaver&auml;nderung sind nun Betreiber von Windkraftanlagen damit konfrontiert, dass die Winde tendenziell immer st&auml;rker werden. Das liegt an der immer st&auml;rkeren Erw&auml;rmung des Landes und damit steigenden Temperaturunterschieden zum Meer, das sich weitaus langsamer erw&auml;rmt aber auch abk&uuml;hlt. Diese Temperaturunterschiede sind die Antriebsquelle des Windes, der tags&uuml;ber vom Meer zum Land und nachts zur&uuml;ck zum Meer weht. Von dieser positiven Steigerung der Energiemenge profitieren die Windkraftwerke aber nicht, weil sie wie schon gesagt, es keine Abnehmer f&uuml;r den erzeugten Strom gibt. Eine L&ouml;sung ist es, den Strom f&uuml;r andere Zwecke zu verwenden. So wird erwogen, in der Magellanstra&szlig;e wo der Wind noch st&auml;rker und konstanter als bei uns weht, Anlagen zur Erzeugung von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2022\/11\/01\/refuels-oder-e-fuels-wo-hakts\/\">Refuels<\/a> zu bauen, die sonst unwirtschaftlich sind, weil man sechsmal mehr Energie in Form von Strom hineinstecken muss, als man in Form von chemisch gebundener Energie erh&auml;lt. Eine andere L&ouml;sungals die Synthese von Refuels, ist die Erzeugung von Wasserstoff. Das ist g&uuml;nstiger, weil hier der Strom direkt eingesetzt werden kann. Wasserstoff ist als Gas aber kaum speicherbar und beim Transport in Pipelines st&ouml;rt, das er durch Metalle diffundieren kann und mit ihnen reagiert und der Stahl verspr&ouml;det.<\/p>\n<p>Ozon k&ouml;nnte eine weitere M&ouml;glichkeit sein, den Strom&uuml;berschuss zu nutzen. Gedacht ist daran, an den Windkraftanlagen weitere Anlagen f&uuml;r die Luftverfl&uuml;ssigung zu bauen. Diese sollen &Uuml;berschussstrom nutzen. Fl&uuml;ssiger Sauerstoff und fl&uuml;ssiger Stickstoff werden in der Industrie breit eingesetzt, von der K&uuml;hlung bis zur Erzeugung anaerober Bedingungen (Stickstoff) oder als Oxidationsmittel (Sauerstoff). Bei sehr hohem Wind k&ouml;nnte dann Ozon erzeugt werden, dessen Erzeugung sehr energieintensiv ist. Ozon ist in fl&uuml;ssiger Form mit normalem Sauerstoff bis zu einem Gehalt von 25 Prozent mischbar. Bestimmte Edelstahllegierungen erlauben das Lagern &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume.<\/p>\n<p>Der prim&auml;re Abnehmer des so erzeugten Ozons d&uuml;rfte die chemische Industrie sein. Oxidationen, also das Einf&uuml;hren von Sauerstoff in ein Molek&uuml;l sind sehr h&auml;ufige Reaktionen. Alkohole, Ketone und Aldehyde sind Vorprodukte f&uuml;r viele Synthesen. Die Synthese geht aber nicht direkt, das w&uuml;rde zu einer viel weiter gehenden Oxidation f&uuml;hren. Alkohole werden zum Beispiel so gemacht: An Alkene (die man meist auch erst aus Alkanen herstellt) wird Chlor addiert, dieses Chlor wird in einem n&auml;chsten Schritt durch eine Hydrolysereaktion durch eine -OH Gruppe ersetzt. Mit Ozon geht dies in einem anstatt zwei bis drei Schritten. Zudem ist der durch das Ozon abgespaltene radikalische Sauerstoff weniger selektiv und es entstehen so auch die Alkohole mit einer -OH Gruppe am Kettenende, diese entstehen bei der herk&ouml;mmlichen Synthese nicht.<\/p>\n<p>Das lohnt sich aber nur, wenn das Ozon billig ist, solange fossile Energien preiswerter waren, lohnte sich dies nicht. Die Nutzung von &Uuml;berschussstrom, den man sonst nicht bezahlt bekommt, verhilft Ozon aber zu konkurrenzf&auml;higen Preisen.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch einen Interessenten in der Raumfahrt. Nach unbest&auml;tigten Meldungen soll auch SpaceX sich erkundigt haben, ob man anstatt des herk&ouml;mmlichen fl&uuml;ssigen Sauerstoffs mit Ozon angereicherten Sauerstoff beziehen k&ouml;nnte \u2013 reines Ozon ist instabil, doch eine Mischung von bis zu 25 Volumenprozent in normalem fl&uuml;ssigen Sauerstoff ist stabil. Die Frage ist nur: Warum?<\/p>\n<p>Nun der offensichtlichste Nutzen ist das die im Ozon gespeicherte zus&auml;tzliche Energie den spezifischen Impuls erh&ouml;ht. Ich habe dies einmal f&uuml;r das Raptor 2 berechnet und komme auf eine um 140 m\/s h&ouml;here Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit. Das bedeutet etwa 40 bis 50 t mehr Nutzlast, weitaus mehr als neue Raptoren oder die Verl&auml;ngerung des Vehikels bringen. Da wohl auch die Dichte anders sein d&uuml;rfte, k&ouml;nnte sich auch das Mischungsverh&auml;ltnis und die zugeladene Oxidatormenge ver&auml;ndern. Wenn die Dichte h&ouml;her ist, was ich vermute, d&uuml;rften beide Werte ansteigen, was ebenfalls die Nutzlast erh&ouml;ht.<\/p>\n<p>Ein weiterer Nutzen betrifft die Probleme die SpaceX inzwischen mit US-Beh&ouml;rden hat. Die schauen inzwischen genauer hin. Gerade wurden alle Starts der Falcon 9 angehalten, nachdem die <a href=\"https:\/\/spaceflightnow.com\/2024\/08\/28\/faa-grounds-spacexs-falcon-9-rocket-following-landing-mishap\/\">FAA dies verf&uuml;gt hat<\/a>. Ursache war ein bei der Landung explodierter Booster. Man sollte eben nicht &ouml;ffentlich &uuml;ber Beh&ouml;rden meckern, von denen man abh&auml;ngig ist, selbst wenn man CEO von SpaceX ist. Schon seit l&auml;ngerem schwelt der Streit &uuml;ber das Abwasser das durch das Sprinklersystem beim Start entsteht. SpaceX behauptet es w&auml;re sauber und k&ouml;nne so ohne Aufbereitung in die Umwelt entlassen werden. Das wird derzeit gerichtlich gekl&auml;rt.<\/p>\n<p>Klar ist: wenn Kohlenwasserstoffe bei Sauerstoffunterschuss verbrennen, entstehen Verbindungen, die nicht gesund sind. So kondensierte Aromaten wie das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/giftige-nahrungsmittel.shtml\">Benzypren<\/a> oder &uuml;ber Sauerstoff verkn&uuml;pfte Aromaten wie <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/dioxine.shtml\">Dibenzodioxine<\/a> und -furane. Diese Stoffe sind giftig und krebserregend. Beim Triebwerksstart sind zudem die Temperaturen niedrig und zum Schutz der Triebwerke starten diese mit noch mehr Treibstoff&uuml;berschuss, sodass die Bildung noch forciert ist. Das ist ja nicht neu, die Abw&auml;sser werden woanders erst durch einen Filter geleitet, der groben Schmutz auff&auml;ngt, dann durch einen Aktivkohlefilter der alle organischen Verbindungen absorbiert. Dieser wird dann vor dem n&auml;chsten Start wieder regeneriert, indem er unter Sauerstoffabschluss erhitzt wird, dabei pyrollisieren alle Verbindungen und es entsteht weitere Aktivkohle. Das ist ein bew&auml;hrtes Konzept, das aber wohl nicht bei Murks Vision von mehreren Starts pro Tag von einer Rampe umsetzbar ist.<\/p>\n<p>Der radikalische Sauerstoff, der beim Zerfall von Ozon entsteht, ist so reaktiv, dass er auch bei niedrigen Temperaturen organische Molek&uuml;le oxidiert und so die Bildung solcher Substanzen verringern kann. Das w&auml;re sicher auch ein Grund f&uuml;r den Einsatz. Aber noch ist nicht klar ob SpaceX nur die M&ouml;glichkeit Ozon einzusetzen evaluiert oder konkrete Pl&auml;ne hat. Es w&auml;re ja nicht das erste Mal, das eine Technologie bei SpaceX wieder verworfen wird, man denke nur an das urspr&uuml;ngliche K&uuml;hlkonzept des Starships.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17680\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17680\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Heute mal wieder ein gemischter Chemie- Umwelt- und Raumfahrtartikel bei dem es aber eine Verbindung gibt, n&auml;mlich das Ozon. 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