{"id":17902,"date":"2025-01-28T00:17:57","date_gmt":"2025-01-27T23:17:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=17902"},"modified":"2025-01-27T11:41:36","modified_gmt":"2025-01-27T10:41:36","slug":"die-geschichte-von-cpm-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/01\/28\/die-geschichte-von-cpm-12\/","title":{"rendered":"Die Geschichte von CP\/M (2)"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17902\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17902\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>So, heute geht es weiter mit der Geschichte von CP\/M. Der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/geschichte-von-cpm.shtml\">gesamte Aufsatz<\/a> findet sich auf der Website. Dieser Teil schlie&szlig;t direkt an den <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/01\/27\/die-geschichte-von-cpm\/\">Teil vom Vortag an<\/a>, wurde nur, damit der Artikel nicht zuu lang wird in zwei Teile aufgeteilt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/87b6a8e74bdb41c1a97c55969953487c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><!--more--><\/p>\n<h4 class=\"western\">CP\/M entsteht<\/h4>\n<p>Die folgenden Wochen vergehen damit, das Kildall das System mit einem zweiten Laufwerk erweitert. Es gibt Interessenten und sie duplizieren das Hardwaredesign einige Male. Keiner der folgenden ersten Implementierungen von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/cpm.shtml\">CP\/M<\/a> erreichte jemals eine gro&szlig;e St&uuml;ckzahl so war eines der ersten Projekte eine \u201eAstrologymaschine\u201c die bei Eingabe von Geburts- und Zieldatum Horoskope berechnet und ausgibt. Ben Cooper hat die Idee und er leistet auch Beihilfe zur Weiterentwicklung von CP\/M. Er braucht, anders als Kildall, Utilites f&uuml;r die Assemblerprogrammierung und arbeitet an einem Assembler und Disassembler. Ihm verdankt man es, dass das Kommando zum L&ouml;schen von Dateien \u201eERA\u201c als Abk&uuml;rzung von \u201eErase\u201c und nicht \u201edel\u201c hei&szlig;t. Denn &uuml;berm&uuml;det wollte er sich das Verzeichnis anzeigen lassen, also den Befehl \u201eDir *.*\u201c er tippt aber \u201edel *.*\u201c ein und das L&ouml;schprogramm hei&szlig;t damals noch \u201edel\u201c. Das l&ouml;scht alle Dateien und damit die Arbeit die bisher erfolgte. Als Folge wird das Kommando umbenannt und bei dem Parameter \u201e*.*\u201c gibt es eine Sicherheitsabfrage.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich versucht <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/kildall.shtml\">Kildall<\/a> auch CP\/M an Intel zu verkaufen \u2013 viele Rechner, die es einsetzen, sind aufger&uuml;stete Intellec-80 Systeme. Aber Intel hat kein Interesse, sie entwickeln mit drei Mitarbeitern ein eigenes System namens ISIS. Wenig sp&auml;ter l&ouml;st sich Intel auch von allen freien Mitarbeitern, also auch von Kildall.<\/p>\n<p>Kildall trifft Jim Warren auf einer Konferenz, der ihn auf seine gerade erst erschienene Zeitschrift \u201eDr. Dobb\u2019s Journal of COMPUTER Calisthenics &amp; Orthodontia\u201c, kurz DDJ aufmerksam macht. In ihr ver&ouml;ffentlicht Gary Kildall eine Anzeige, in der er das Betriebssystem CP\/M f&uuml;r 25 Dollar anbietet. Ich habe die Anzeige nicht mehr gefunden, aber einen sehr positiven Artikel vom Jim Warren selbst in der April 1976 Ausgabe von DDJ. Der Preis ist l&auml;cherlich. Zu der Zeit wird schon das Altair BASIC von Microsoft f&uuml;r 340 bzw. 500 Dollar (f&uuml;r 4 bzw. 7 KByte Code) verkauft. Vor allem, wenn man den Preis in Bezug auf die ben&ouml;tigte Hardware setzt, die ben&ouml;tigt wird, also einen 8080-Rechner mit f&uuml;r die damalige Zeit viel Speicher, zwei Diskettenlaufwerken, einem Controller und einem Videoterminal. Sp&auml;ter wird Jim Warren ihn &uuml;berreden, Cohost der Fernsehsendung \u201e<a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/computerchronicles\">Computer Chronicles<\/a>\u201c zu sein der er von 1983 bis 1989 seinen Sachverstand einbrachte.<\/p>\n<p>1975 kommt der erste Volumenvertrag f&uuml;r CP\/M zustande. Kildall und Jon Torode k&ouml;nnen Omrode, einen Hersteller von Videoterminals, spezialisiert f&uuml;r das Verarbeiten von Text f&uuml;r Zeitungen &uuml;berzeugen das Design des Diskettencontrollers von Torode und CP\/M f&uuml;r 25.000 Dollar zu lizenzieren. Omrode baut dann auch die erste Hardware, die serienm&auml;&szlig;ig CP\/M einsetzt. Zeitgleich h&ouml;rt Kildall davon, das eine Firma namens <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/MITS-Altair.shtml\">MITS einen Computer<\/a> f&uuml;r nur 400 Dollar herausbringen will. Gary Kildall, der den Preis eines 8080 kennt \u2013 360 Dollar \u2013 ahnt das man hier einen gro&szlig;en Rabatt herausgeschlagen hat. Intels Intellecsysteme sind viermal teurer. Etwas sp&auml;ter im selben Jahr wird die Firma IMSAI von Ed Faber gegr&uuml;ndet. Er l&auml;sst einen Nachbau des Altairs entwickeln, will diesen aber als \u201eBusiness\u201c Computer verkaufen, w&auml;hrend der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/altair8800.shtml\">Altair<\/a> sich an Hobbyisten wendet die BASIC einsetzen wollen. Dazu braucht er Diskettenlaufwerke und ein Betriebssystem. Ed Faber war schon bei Omrode und so wendet er sich an Gary Kildall. Er bekommt eine Kopie und gibt sie an seine Ingenieure die von ihr &uuml;berzuegt sind. Ed Faber war kein Hardware-Designer, er war Marketing-Spezialist, so schlug er Kildall und seiner Frau bei einem Abendessen vor das IMSAI kein eigenes Betriebssystem baut, sondern das von Kildall lizenziert \u2013 f&uuml;r 25.000 Dollar. Kildall sagt sofort zu, das ist schlie&szlig;lich das was er sonst im ganzen Jahr verdient. Nach dem Abendessen mit Kildall und seiner Frau Dorothy gibt Faber als Verkaufsmensch aber ihm noch einen Rat: er sollte niemals ein Produkt f&uuml;r einen fixen Preis lizenzieren, sondern immer pro Kopie. Er hielt die beiden f&uuml;r nicht besonders gesch&auml;ftst&uuml;chtig.<\/p>\n<p>Erneut muss Kildall CP\/M an neue Hardware anpassen und er &uuml;berlegt wie dies in Zukunft einfacher gehen k&ouml;nnte. Dies geht, indem er das Betriebssystem im drei Teile aufteilt: Dem Kommando-Interpreter der Programme startet und einige eingebaute Kommandos hat. Dem BDOS, dem eigentlichen Kern f&uuml;r die Interaktion mit dem Anwendungsprogramm mit definierten Routinen f&uuml;r das Anlegen von Dateien, deren Verarbeitung, Ausgabe auf dem Bildschirm oder von der Tastatur etc. Dieser Teil greift auf elementare Routinen zu, die er BIOS (Basic Input\/Output System) nennt. Nur dieser Teil muss jeweils an die Hardware angepasst werden, was die Arbeit bedeutend vereinfacht. Das BIOS enth&auml;lt die Routinen um den <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/disklaufwerk.shtml\">Diskettenkontroller<\/a> anzusteuern. W&auml;re Gary Killdall gesch&auml;ftst&uuml;chtiger gewesen, er w&auml;re zum Patentamt gegangen und h&auml;tte ohne das er jemals wieder Software verkauft ausgesorgt, denn ein BIOS hat jeder Rechner und davon wurden seitdem Milliarden St&uuml;ck verkauft, mit Lizenzeinnahmen, wenn er das Prinzip patentiert h&auml;tte.<\/p>\n<p>Zu der Zeit gab es auch das erste Treffen mit Bill Gates, der mit einem Porsche 911 ankam, den er sich von den Tantiemen f&uuml;r BASIC leisten konnte. Zeitweise schwirrte die Idee in der Luft, das Digital Research und Microsoft fusionierten. Es kam nie dazu. Seitens Kildall, weil der Fokus von Gates auf das Geldverdienen, ohne R&uuml;cksicht auf Verluste oder Freunde, die auch Gesch&auml;ftspartner waren, ihm nicht geheuer war, seitens Gates ,weil Microsoft zu der Zeit und noch f&uuml;r einige Jahre, die viel kleinere Firma war und so er bef&uuml;rchtete das Microsoft geschluckt werden w&uuml;rde. Letztendlich scheiterte es aber auch daran das die beiden Firmen ihren Firmensitz an unterschiedlichen Orten hatten, Digital Research in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monterey_(Kalifornien)\">Monterey<\/a> (Kalifornien), Microsoft damals noch in Albuquerque (New Mexiko), sp&auml;ter in Seattle (Washington). Mit Microsoft hatte er in der Folge bis zum DOS-Deal wenig zu tun, weil die Firma sich auf Programmiersprachen spezialisierte. Eine Ausnahme war die Softcard: ein von Seattle Computer Products (SCP) designte Karte mit einem Z80 Prozessor, die man in einen<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/tandy-commodore-apple-2.shtml\"> Apple II<\/a> einstecken konnte und die es erlaubte CP\/M zu laden. Microsoft kauft das Design und lizenziert anfangs 10.000 Kopien von CP\/M f&uuml;r 2,50 Dollar. Die Softcard sorgte kurz nach Ver&ouml;ffentlichung dann f&uuml;r einen Gro&szlig;teil von Microsofts Umsatz, was die Marktbedeutung von CP\/M unterstreicht.<\/p>\n<p>1976 gab es die West Coast Computer Faire, veranstaltet von Jim Warren, die erste Computermesse. Gary Kildall entdeckte das erste Firmen Anwendungen f&uuml;r CP\/M schrieben. Das f&ouml;rderte den Umsatz enorm. Auch Digital Research, die neu gegr&uuml;ndete Firma von Kildall war vertreten. Urspr&uuml;nglich hie&szlig; sie damals noch Intergalactic Digital Research, weil eine Beratungsfirma in Los Angeles den Namen schon hatte. Als diese 1980 pleite ging, &uuml;bernahm man die Namensrechte und l&ouml;schte das \u201eIntergalactic\u201c aus der Firmenbezeichnung. Inzwischen war die Version 1.3 von CP\/M erschienen und Gary Kildall hatte hinzugelernt und verkaufte es nun f&uuml;r 70 Dollar pro Kopie. Der Preis stieg dann auf 100 Dollar f&uuml;r die Version 1.4.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Die weiteren Versionen von CP\/M<\/h4>\n<p>Inzwischen hatte Digital Research auch Angestellte. Kildall &uuml;berlies ihnen die Weiterentwicklung. Es gab noch zwei gr&ouml;&szlig;ere Versionsspr&uuml;nge. Die Version 2.0 war n&ouml;tig geworden, weil inzwischen die 5,25 Floppy Disk auf den Markt gekommen war. CP\/M war bisher auf IBM-Kompatible Laufwerke im 8-Zoll-Format ausgelegt. Das System wurde so umgeschrieben das es mit variablen Sektorgr&ouml;&szlig;en, Spuren und Sektoren pro Spur arbeiten konnte. Damit war es ger&uuml;stet f&uuml;r neue Format, denn es sollten noch die 3,5 Zoll, 3 Zoll und sogar 2,8 Zoll Diskette erscheinen, Marktbedeutung erreichte aber nur das 3,5 Zoll Format. Man konnte die Information wie die Diskette organisiert ist, sogar zur Laufzeit austauschen, was sehr wichtig war da Software in dem Diskformat vertrieben werden musste, das der Zielrechner kannte. So konnte ein Computer eines Softwareh&auml;ndlers eine Diskette in diesem Format formatieren und die notwendigen Dateien von einem anderen Laufwerk in einem anderen Format auf sie kopieren, ohne dass man diesen Computer besa&szlig;. Die letzte Version war dann die 3.0. Sie kam erst relativ sp&auml;t, 1982 auf den Markt. CP\/M 3 konnte &uuml;ber Bank-Switching mehr als 64 KByte adressieren und so dem Anwenderprogramm nahezu den gesamten direkt adressierbaren Speicher (meist 61 oder 62 der maximalen 64K) zur Verf&uuml;gung stellen.<\/p>\n<p>Es war aber eine Anpassung, die von Angestellten durchgef&uuml;hrt wurde. Es gab aber sonst nur kleine Neuerungen, so war bis zuletzt der selbst von Kildall als schlecht bezeichnete Editor ED an Bord, es gab keine neuen Dienstprogramme oder diese wurden komfortabler. Auch steckte bald in allen CP\/M Rechner der Z80 Prozessor. Die Codebasis die vor allem Kopieraktionen beschleunigte \u2013 solche waren beim Schreiben und Lesen von Diskette immer n&ouml;tig &#8211; wurde aber nie an den Z80 angepasst. Gary Kildall interessierte das Programmieren, nicht das Warten bestehender Software obwohl damit der Haupterl&ouml;s von Digital Research zustande kam \u2013 1978 betrugt der monatliche Umsatz schon 100.000 Dollar und die Gewinnmarge lag bei 57 Prozent. Die Firma verdiente so gut, das es jeden Freitag eine Party mit den Angestellten gab. Stattdessen investierte er zwei Jahre in das Erstellen eines PL\/1 Compilers, obwohl er selbst anfangs nicht viel von der Programmiersprache hielt. PL\/1 hat nichts mit dem schon eingesetzten PL\/M zu tun. Es ist eine Sprache f&uuml;r Gro&szlig;rechner von IBM die damit zwei Welten verbinden wollten \u2013 die mathematischen F&auml;higkeiten von FORTRAN und die F&auml;higkeiten zur Verwaltung von taten und Dateien von COBOL. Kritiker meinten PL\/1 habe nicht die Vorteile, sondern die Nachteile beider Sprachen &uuml;bernommen. Nach zwei Jahren war PL\/I-80 fertig, aber die Nachfrage danach war gleich Null.<\/p>\n<p>So vers&auml;umte es Digital Research auch fr&uuml;hzeitig Standards zu setzen. CP\/M 2.0 kam 1978 heraus, schon 1976 gab es 5,25 Laufwerke und DRI brachte erst eine neue Version heraus als es schon Kundenbeschwerden hagelte. Ebenso vers&auml;umte man es f&uuml;r die neuen Mikroprozessoren 8086 und 68000 fr&uuml;hzeitig eine Version von CP\/M zu adaptieren. Diese Versionen (CP\/M-86 und CP\/M-68K) kamen, aber relativ sp&auml;t. CP\/M-86 unterlag dem <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Gary-Went-Flying.shtml\">Rennen als Betriebssystem<\/a> des IBM PC, obwohl das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/qdos.shtml\">PC-DOS<\/a> nur eine Kopie des 8 Bit CP\/Ms war, die anfangs sogar viele Fehler hatte. Aber IBM verkaufte eben das eine Produkt (CP(M-86) f&uuml;r 240 Dollar und das andere (<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/DOS-Versionen.shtml\">PC-DOS<\/a>) f&uuml;r 40. Stattdessen konnte man Kildall f&uuml;r Projekte begeisterten, die wenig Sinn machten. So gab es MP\/M eine Multi-User Version von CP\/M. Sehr fortschrittlich f&uuml;r die Zeit, aber realistisch war selbst der 8086 zu langsam um mehrere Benutzer gleichzeitig zu bedienen, von den 8080\/Z80 Rechner ganz zu schweigen oder CP\/\/Net, ein netzwerkf&auml;higes CP\/M. Aber Netzwerke waren bei Microcomputern zu der Zeit noch nicht verbreitet. Digital Research entwickelte LOGO als graphische Programmiersprache, weil Kildall den Computerunterricht f&uuml;r seine beiden Kinder in der Schule als schlecht empfand. Sie sollten eine kindgerechte Programmiersprache und nicht BASIC lernen. Auch f&uuml;r LOGO war die Nachfrage gering, nicht mal im Schulbereich wurde es h&auml;ufig eingesetzt.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Nach CP\/M<\/h4>\n<p>Das die Firma in der technsichen Kompetenz durchaus mithalten konnte zeigte sich bei GEM. GEM \u2013 Graphical Enviromement Manager war eine <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/gui.shtml\">Oberfl&auml;che<\/a> die zeitgleich mit Windows entwickelt wurde. Ich konnte sie damals (1987) testen und fand sie insgesamt besser als Windows. Sie lief auch fl&uuml;ssiger und hat geringere Hardwareanspr&uuml;che. GEM als Oberfl&auml;che und CP\/M 68K als darunter liegendes Betriebssystem (damals waren die Oberfl&auml;chen wie <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/windows.shtml\">Windows<\/a> oder eben GEM keine eigenen Betriebssysteme, sondern wurden als Programm von der Komandozeile von DOS gestartet) bildeten die Basis f&uuml;r TOS, das Betriebssystem des Atari ST. Aber auch hier war das Interesse gering, die Oberfl&auml;che weiterzuentwickeln. Als die W&uuml;nsche danach aufkamen, gab man das Produkt an einen Hersteller von Desktop Publishing Software, der wichtigsten Anwendung die unter GEM lief, ab.<\/p>\n<p>Das zeigt jetzt auch die Geschichte wie Microsoft zu DOS kam, die ich an anderer Stelle <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Gary-Went-Flying.shtml\">schon ausf&uuml;hrlich erz&auml;hlt habe<\/a>. Gary Kildall wollte nicht mit seinen Kunden konkurrieren, so entwickelte Digital Research zum beispiel nie ein BASIC f&uuml;r CP\/M oder Anwendungsprogramme. Ebenso war f&uuml;r ihn das Interesse an einem Softwareprojekt wichtiger, als die m&ouml;glichen finanziellen Einnahmen, was nat&uuml;rlich fatal ist, wenn man erfolgreiche Software hat aber die Weiterentwicklung als langweilig ansieht und vor allem hatte er nicht den Antrieb, das Maximum an Profit herauszuholen. In allen diesen Eigenschaften war <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/gates.shtml\">Bill Gates<\/a> das genaue Gegenteil und so verwundert es nicht das er aus dem Gewinner des DOS-Deals herausging.<\/p>\n<p>Allerdings gab es da noch ein Nachspiel. Digital Research brachte Mitte der Achtziger einen Klon von MS-DOS heraus, praktisch eine Revanche der Geschichte von PC-DOS 1.0. Das DR-DOS war immer etwas weiter als MS-DOS. Hatte bessere Utilities, schaufelte mehr Speicher unter 640 KByte frei (ab dem <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ibm-pc-at.shtml\">IBM PC\/AT<\/a> hatten Rechner meist mehr als 640 KByte Speicher, aber den konnte DOS nicht f&uuml;r Programme nutzen, sondern nur um Treiber oder Buffer auszulagern). Dazu wurde es billiger verkauft. Zeitweise gab es eine Abfrage in Microsoft Windows ob es unter DR-DOS lief und wenn das der Fall war, startete es nicht. Die Version 6 von MS-DIOS mit den vielen integrierten Utilities wie Virenscanner, Stacker etc war eine direkte Antwort auf DR-DOS, das einen immer gr&ouml;&szlig;eren Marktanteil einnahm. Verdr&auml;ngen konnte man es so aber nicht, das geschah erst mit Windows 95 das DOS schon integriert hatte.<\/p>\n<p>Diesen Zeitpunkt hat <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gary_Kildall\">Gary Kildall<\/a> aber nicht mehr erlebt, er starb am 11.7.1994 an den Folgen einer Verletzung die er sich bei einer Auseinandersetzung zugezogen hatte.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Links:<\/h4>\n<p>Die Fersehreihe Computer Chronicles findet man heute Online auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@ComputerChroniclesYT\">Youtube<\/a> oder im <a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/computerchronicles\">Internet Archiv<\/a>.<\/p>\n<p>Das Buch \u201e<a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/theymadeamericaf00evan\">They Made America<\/a>\u201c hat ein gutes Kapitel &uuml;ber Gary Killdal. Der Autor Harald Evans d&uuml;rfte dazu die Memoiren von Gary Kildall lesen, die gr&ouml;&szlig;tenteils unver&ouml;ffentlicht sind.<\/p>\n<p>Ver&ouml;ffentlicht wurden die <a href=\"https:\/\/computerhistory.org\/blog\/in-his-own-words-gary-kildall\/\">ersten 78 Seiten von seinen Kindern<\/a>. Die folgenden Kapitel handeln auch mit dem Kampf mit dem Alkoholismus. Dieser stellte sich als Folge dessen, dass man ihm immer unterstellte, dass er leichtfertig den DOS-Deal ausschlug, ein. Um das Andenken zu bewahren ist dieser Teil, der etwa die Zeit ab 1980 behandelt, nicht ver&ouml;ffentlicht worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_17902\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"17902\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>So, heute geht es weiter mit der Geschichte von CP\/M. 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