{"id":18058,"date":"2025-04-13T14:59:01","date_gmt":"2025-04-13T12:59:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18058"},"modified":"2025-04-13T14:59:01","modified_gmt":"2025-04-13T12:59:01","slug":"eine-alternative-geschichte-des-space-shuttles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/04\/13\/eine-alternative-geschichte-des-space-shuttles\/","title":{"rendered":"Eine alternative Geschichte des Space Shuttles"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18058\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18058\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich habe k&uuml;rzlich einen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/STS-5_61-C.shtml\">Artikel &uuml;ber die ersten 24 Space Shuttle Missionen<\/a> bis zur Challenger-Katastrophe geschrieben. Was diese Periode pr&auml;gte, ist das es sehr viele Vorkommnisse gab. Von kleineren bis hin zu der Erosion der Dichtungsringe der SRB, die bei niedrigen Temperaturen schon vor dem Durchbrennen eines solchen Rings bei STS-51L stattfand.<\/p>\n<p>Die damalige NASA hatte sich von der Apollo&auml;ra deutlich gewandelt. Damals stand die Sicherheit der Besatzung im Vordergrund. Die enormen Summen die das Apolloprogramm kostete, flossen schlussendlich in Man-Power. Diese Man-Power konnte genutzt werden als bei Apollo 13 man innerhalb von Stunden einen Notfallplan ben&ouml;tigte. Heute m&uuml;ssen Astronauten die nicht mit ihrem Starliner zur Erde zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnen, weil es Sicherheitsbedenken gibt, &uuml;ber 9 Monate an Bord der ISS auf eine R&uuml;ckkehr warten. Wer mal einen R&uuml;ckblick auf diese &Auml;ra haben m&ouml;chte: ich habe auch k&uuml;rzlich das Buch von Jim Lovell &uuml;ber <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3Ysz7ZA\">Apollo 13<\/a> nochmals gelesen. Auf dem Buch basiert ja der gleichnamige <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3G507bc\">Film mit Tom Hanks<\/a>. Das Buch unterscheidet sich von anderen Astronautenbiographien dadurch das der Mitautor Jeffrey Kluger auch viel &uuml;ber die Arbeit in Mission Control und hinter den Kulissen schrieb.<!--more--><\/p>\n<p>Die NASA versprach ein Paradoxon: Das Space Shuttle sollte billiger als die vorhandenen Tr&auml;gerraketen werden, und das, obwohl es bemannt war, was eigentlich die Kosten erh&ouml;hte. Heute ist man schlauer und versucht inzwischen bei Transporten so viel wie m&ouml;glich ohne Menschen zu machen \u2013 mit Drohnen soll sogar der letzte Schritt, die Auslieferung unbemannt erfolgen. Die NASA gewann viele kommerzielle Auftr&auml;ge f&uuml;r den Transport, dazu war es ein zentraler Baustein der milit&auml;rischen Raumfahrt, es wurde eigens eine Startrampe daf&uuml;r in Vandenberg errichtet. 41 Transporte waren nach dem Abschluss der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/STS-1-4.shtml\">Testfl&uuml;ge<\/a> geplant. Um sie abzufertigen, steigerte die NASA die Startfrequenz laufend. 1985, im letzten Jahr vor der Katastrophe gab es <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/space-shuttle-starts.shtml\">neun Missionen <\/a>\u2013 diese Zahl w&uuml;rde sp&auml;ter nie wieder erreicht werden. Sie wurden zum gr&ouml;&szlig;ten Teil von nur zwei Orbitern durchgef&uuml;hrt \u2013 der Discovery und Challenger. Die Atlantis kam erst im Sommer 1985 zur Flotte und die Columbia wurde bis Ende 1985 umger&uuml;stet. Die Columbia sollte im Dezember 1985 starten, aber ihr Start wurde mehrmals verschoben und fand so erst im Januar 1986 zwei Wochen vor der Challenger statt. Die Startverz&ouml;gerungen bei dieser Mission waren denn auch ein Grund, warum die NASA so viel Druck auf Thiokol aus&uuml;bte, den Start von STS-51L trotz tiefer Temperaturen freizugeben.<\/p>\n<p>Die Challenger ging verloren, weil ein durch K&auml;lte inelastischer Dichtungsring aus Gummi beim Druckaufbau nach der Z&uuml;ndung nicht in eine Vertiefung schl&uuml;pfte und so eine L&uuml;cke in der Verbindung zwischen zwei Segmenten nicht gasdicht verschlossen war. Die austretenden hei&szlig;en Gase besch&auml;digten nach 72 Sekunden den Tank der dann explodierte. Danach &auml;nderte die NASA ihre Politik: nun gab es gab gar keine Transporte mehr, die nicht durch Tr&auml;gerraketen durchgef&uuml;hrt werden konnten und die Sicherheit hatte nun wie fr&uuml;her oberste Priorit&auml;t. Zudem d&uuml;rften die Hersteller der Tr&auml;gerraketen diese nun selbst vermarken.<\/p>\n<p>Als Folge sank die Startfrequenz. Es gab danach maximal acht Starts pro Jahr, obwohl man nun vier einsatzf&auml;hige F&auml;hren hatte (f&uuml;r 1986 waren mit vier F&auml;hren zwischen 12 und 16 Starts geplant) und die Kosten stiegen an. Die Startkosten des Space Shuttles wurden nun durch die Fixkosten gepr&auml;gt. Nach jedem Start musste der Orbiter genaustens untersucht werden. Das dauerte Wochen bis Monate. Als die ISS aufgebaut werden sollte wurde die NASA vom US-Senat gefragt wie viel denn nun ein Start kosten w&uuml;rde und sie gab 83 Millionen Dollar an. Die Senatoren, die das angesichts der Finanzmittel die das Programm ben&ouml;tigte hakten nach und die NASA r&auml;umte ein, das diese 83 Millionen Dollar nur die Flugkosten waren. Legte man die Fixkosten auf die Anzahl der Starts um, so waren dies weitere 350 Millionen Dollar. Vor Programmeinstellung betrugen alleine die Kosten durch Vertr&auml;ge rund 200 Millionen Dollar pro Monat, das hei&szlig;t, selbst wenn keine einzige F&auml;hre startet, nichts repariert oder gewartet wurde kostete das Programm 2,4 Milliarden Dollar pro Jahr.<\/p>\n<p>Ich will mal eine alternative Geschichte skizzieren. Diese beginnt nach der Challengerkatastrophe. Den Umbruch h&auml;tte man auch anders nutzen k&ouml;nnen. Nat&uuml;rlich h&auml;tte man die Starts ausgesetzt. Die Zeit vom Februar 1986 bis September 1988 wurde ja nicht nur f&uuml;r ein Neudesign der Dichtungen der SRB genutzt. Sie wurden auch genutzt, um die zahlreichen M&auml;ngel, die es in den Fl&uuml;gen bisher gab abzustellen, Systeme zu verbessern und in der Folge gab es viel weniger Vorkommnisse. Dies h&auml;tte man auch in meinem Konzept tun m&uuml;ssen. Das ist eigentlich das Normale, das man dies damals nicht tat, liegt daran, dass das Shuttle Jahre hinter den Planungen hinterherhinkte und die NASA meinte politische Forderungen erf&uuml;llen zu m&uuml;ssen. So wurden auch Nicht-Astronauten bef&ouml;rdert wie saudische Prinzen, Senatoren (der kurz vor der Mission STS-51L ins All gestartete Senator Bill Nelson wurde sp&auml;ter sogar NASA-Administrator) und Lehrer.<\/p>\n<p>Meine Idee: man h&auml;tte mit dem Neubeginn der Starts mit STS-26 das Programm aufteilen k&ouml;nnen \u2013 in ein bemanntes und ein unbemanntes Programm. Das bemannte Programm w&uuml;rde so verlaufen wie es auch in der Realit&auml;t danach war: Maximale Sicherheit f&uuml;r die Besatzung, die aber eine aufwendige Wartung nach jedem Flug erforderte und so die Startrate begrenzte. Das unbemannte Programm w&uuml;rde das Space Shuttle prim&auml;r als Tr&auml;gerrakete ansehen. Die Wartung w&auml;re auf das n&ouml;tige beschr&auml;nkt. Es w&auml;re m&ouml;glich Performance-Upgrades zuerst unbemannt zu testen und erst dann bei einer bemannten Mission einzusetzen. Man kann bei einem unbemannten Tr&auml;ger mit einem h&ouml;heren Verlustrisiko leben, wenn die Fl&uuml;ge deutlich preiswerter sind. Kein unbemannter Tr&auml;ger wird auf eine Zuverl&auml;ssigkeit von 100 Prozent konzipiert. Damals waren 95 bis 98 Prozent Zuverl&auml;ssigkeit f&uuml;r einen neuen Tr&auml;ger als Designziel &uuml;blich. Das Space Shuttle hatte beim Verlust der Challenger eine Zuverl&auml;ssigkeit von 96 Prozent und lag daher genau in diesem Bereich (und dieser Verlust war ja nicht &uuml;berraschend, sondern vorhersehbar, sodass es sogar noch besser liegen k&ouml;nnte).<\/p>\n<p>1985 gab die NASA f&uuml;r Space Shuttle Operationen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/shuttle-kosten.shtml\">1.354 Millionen Dollar aus<\/a>, f&uuml;r 10 Starts (wenn die Columbia p&uuml;nktlich gestartet w&auml;re, finanziert war der Start aber). Das sind 136 Millionen Dollar pro Flug. Die NASA selbst rechnete mit Kosten von 88 Millionen Dollar f&uuml;r einfache Transportstarts, f&uuml;r diesen Preis konnte man den ganzen Nutzlastraum buchen. Der Unterschied zu den realen Kosten liegt daran, dass 1985 auch Space Shuttle Missionen (Spacelab) stattfanden die deutlich aufwendiger waren. Die Endeavour kostete als Ersatz der Challenger 2,1 Mrd. Dollar oder 1,7 Mrd. Dollar im Wert von 1985. W&uuml;rde also ein Orbiter im Durchschnitt alle 25 Fl&uuml;ge verloren gehen, so l&auml;gen die Startkosten mit Nachbau eines Orbiters bei 156 bis 204 Millionen Dollar pro Flug. Zum Vergleich: Ein Space Shuttle konnte vier Nutzlasten der Delta-Klasse, zwei der Atlas-Klasse oder einer der Titan-Klasse bef&ouml;rdern. Begrenzend war vor allem der Platz, denn die Nutzlastkapazit&auml;t (als Masse) reichte zum Beispiel f&uuml;r sechs Delta-Nutzlasten. Damals kosteten diese Tr&auml;ger:<\/p>\n<ul>\n<li>Delta 3925: 38 Millionen Dollar x 4 = 152 Millionen Dollar<\/li>\n<li>Atlas G Centaur: 66 Millionen Dollar x 2 = 132 Millionen Dollar<\/li>\n<li>Titan 34: 154 Millionen Dollar<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Startkosten waren also vergleichbar mit den Tr&auml;gerraketen. Es gibt aber bei einem unbemannten Shuttle die M&ouml;glichkeit die Nutzlast zu steigern. Eine der fundamentalsten Nachteile des bemannten Systems war es ja das man bis zum Einsatzende am Gesamtsystem nur wenig &auml;nderte. Es gab viele kleine &Auml;nderungen \u2013 das Cockpit und die Avionik wurden modernisiert, die Zahl der Hitzeschutzkacheln wurde um ein Drittel gesenkt. Aber die Nutzlastkapazit&auml;t deutlich erh&ouml;hende &Auml;nderungen gab es nur am Tank: zweimal wurde er leichter, was schlussendlich 7 t Nutzlast erbrachte. Es wurden Vorschl&auml;ge f&uuml;r leistungsf&auml;higere SRB gemacht, aufgrund der Kosten f&uuml;r die Anforderungen an eine bemannte Option aber nicht umgesetzt. Bei den Haupttriebwerken wurde sogar auf Performance verzichtet, damit sie sicherer waren. Bei einem unbemannten Tr&auml;ger w&auml;re dies unkomplizierter gewesen. Aber es w&auml;re gar nicht n&ouml;tig gewesen. Die Space Shuttles hatten 1986 maximal 21 t Nutzast anstatt geplanter 29,5 \u2013 sie waren 10 bis 12 t zu schwer, etwa 3 t Nutzlast brachte der leichtere Tank und leicht verbesserte Triebwerke. Ein unbemanntes Space Shuttle braucht aber keine Mannschaftskabine. Man h&auml;tte diese entfernen und daf&uuml;r den Nutzlastraum um etwa 3 m verl&auml;ngern k&ouml;nnen. Wichtig, weil die Nutzlasten immer gr&ouml;&szlig;er wurden. 1972 als es geplant wurde, waren 18 m viel, schon beim Einsatz konnte das Shuttle aber wegen der begrenzten L&auml;nge des Nutzlastraums nicht die volle Nutzlast (als Gewicht) ausnutzen. Problematisch ist das viele Transporte eine Oberstufe ben&ouml;tigen, die auch Platz wegnimmt und die bei Tr&auml;gerraketen in der Regel nicht vom Nutzlastraum weggeht.<\/p>\n<p>Vor allem aber erh&ouml;ht der Wegfall der Mannschaftskabine die Nutzlast und zwar um rund 15 t. Etwa 10 t macht das Weglassen des Middecks und Einsparungen an weiteren Systemen aus (man ben&ouml;tigt keine Gase f&uuml;r die Besatzung, weniger Strom etc., 1,2 t sind alleine f&uuml;r die Besatzung vorgesehen) und 5 t Nutzlastgewinn kommen dadurch zustande dass nun das 3 g Limit wegf&auml;llt, also die Triebwerke mit 109 % Schub ohne Drosselung arbeiten k&ouml;nnen. Das w&auml;ren dann rund 35 t Nutzlast pro Shuttle und damit w&auml;re es selbst zum Einsatzende noch ausreichend leistungsf&auml;hig genug f&uuml;r alle Nutzlasten gewesen. Dazu k&auml;men dann die Upgrades, die es w&auml;hrend der Einsatzgeschichte gab, die die Nutzlast zum Einsatzende auf 40 t angehoben h&auml;tten. Reicht das nicht, so gab es ohne Neuentwicklungen leichte Upgrades, so waren f&uuml;r die Shuttle die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2020\/07\/19\/moegliche-feststoffboosterverlaengerungen-beim-space-shuttle\/\">Verl&auml;ngerung der SRB<\/a> von 4 auf 5 Segmente geplant \u2013 diese SRB werden nun bei der SLS eingesetzt. Das h&auml;tte 9,1 t weitere Nutzlast gebracht.<\/p>\n<p>Die Centaur G die f&uuml;r das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/shuttle-oberstufen.shtml\">Space Shuttle entwickelt wurde<\/a>, dann aber wegen der ge&auml;nderten Sicherheitspolitik nie eingesetzt wurde, w&auml;re einsetzbar gewesen. Die kurze Version h&auml;tte 4,5 t direkt in den GEO bef&ouml;rdern k&ouml;nnen, das entspricht etwa 9 t in den GTO. Durch die h&ouml;here Nutzlast und den verl&auml;ngerten Nutzlastraum h&auml;tte man aber auch die f&uuml;r Raumsonden vorgesehene lange Cersion (Centaur G Prime) einsetzen k&ouml;nnen, mit 6,35 t in den GEO oder 12,6 t in einen GTO.<\/p>\n<p>Die Mehrnutzlast bedeutet aber auch das die Nutzlast nicht so stark absinkt. Schon bei dem geplanten Space Shuttle sank sie z.B. von 29,5 auf 14,5 t, wenn die Bahnneigung von 28,5 auf 104 Grad f&uuml;r Erdbeoachtungs- oder Spionagesatelliten anstieg. Der Verlust ist so hoch, weil der Orbiter selbst im Idealfall 70 % der Orbitmasse ausmacht. Steigt die Nutzlast um 15 t, so ist dies konstant, was bei der obigen Mission praktisch eine Verdopplung darstellt.<\/p>\n<p>Was f&uuml;r Missionen w&auml;ren mit einem unbemannten Space Shuttle m&ouml;glich? Nun auf jeden Fall alle Missionen die nur Satelliten aussetzen. Wenn man etwas weiter denkt, dann sind es aber mehr Missionen. Eigentlich alle Typen bei denen man keine Menschen au&szlig;erhalb des Shuttles oder in einem Labor braucht Selbst Satellitenbergungen sind m&ouml;glich. Menschen k&ouml;nnen den Greifarm auch von einem gem&uuml;tlichen Platz in Houston aus steuern. Ja die Sicht kann durch Videokameras im Frachtraum sogar besser sein als durch die Fenster im Middeck. Auch Missionen mit festen Nutzlasten im Frachtraum, ohne Druckmodul, wie Fl&uuml;ge mit SAR-Radar, Kameras oder Teleskopen im Frachtraum w&auml;ren m&ouml;glich.<\/p>\n<p>F&uuml;r die bemannten Missionen bleiben noch die Missionen mit einem Labor \u2013 Spacelab oder sp&auml;ter Spacehab. Daneben alle Missionen die eine EVA erfordern, wie die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/hst-missionen.shtml\">Hubble Servicemissionen<\/a>. F&uuml;r die bemannte Raumfahrt g&auml;be es sogar Einsparungen. Der Aufbau der ISS dauerte &uuml;ber 12 Jahre und erforderte 37 Missionen. Es waren so viele, weil die Flugfrequenz begrenzt war, ebenso die Nutzlast und die ISS in niedriger H&ouml;he war um die Space Shuttle Nutzlast zu erh&ouml;hen. So brachten andere Transporter vor allem Treibstoff, damit die Bahn nicht absank. Das ATV hob die ISS um 70 km an, was danach den Treibstoffvierbauch halbierte. Zwar sind bei vielen ISS-Missionen EVA n&ouml;tig, aber alle von der ISS aus. Man h&auml;tte also die Teile auch unbemannt transportieren k&ouml;nnen. Meiner Ansicht nach h&auml;tte man die reinen Frachtfl&uuml;ge drastisch reduzieren k&ouml;nnen, weil die Nutzlast rund doppelt so gro&szlig; war. Das japanische Kibo Labor ben&ouml;tigte zum Beispiel drei Missionen, bis es komplett im Orbit war. Weitere Fl&uuml;ge fallen weg, weil es schneller geht, so wird weniger Fracht f&uuml;r die Versorgung Besatzung (rund 30 t pro Jahr) und Treibstoff ben&ouml;tigt. Die ISS w&auml;re sicher in weniger als der H&auml;lfte der Zeit fertig gewesen was weitere Kosten bei der ISS einspart.<\/p>\n<p>Idealerweise w&uuml;rde meiner Ansicht nach, es zwei unbemannte und zwei bemannte Shuttles geben. Die Columbia w&auml;re mit Sicherheit ein bemanntes Shuttle. Denn sie wurde f&uuml;r Langzeiteinsatze umgebaut, weil sie die niedrigste Nutzlast aller Shuttles hatte. Die Endeavour als Nachbau w&auml;re dann unbemannt gewesen, weil man bei ihr im Bau dann schon alles richtig machen kann. Von den baugleichen Orbitern Discovery und Atlantis w&uuml;rde man einen zu einem unbemannten Tr&auml;ger umbauen. Die beiden unbemannten F&auml;hren k&ouml;nnten dann sicher 6-8 Missionen pro Jahr durchf&uuml;hren, was ausreichen w&uuml;rde alle Satelliten der NASA, DoD und NRO zu bef&ouml;rdern und die bemannten Missionen w&auml;ren dann weitere 3-4 pro Jahr.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/8c7255040f7c4fea8b3c5692d42239d4\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18058\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18058\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich habe k&uuml;rzlich einen Artikel &uuml;ber die ersten 24 Space Shuttle Missionen bis zur Challenger-Katastrophe geschrieben. 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Januar 2026","format":false,"excerpt":"Ich denke, es wird mal wieder Zeit f\u00fcr etwas leichte Unterhaltung die etwas Wissen vermittelt. Also einen Blog \u00fcber 10 Rekorde bei Satelliten, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Um eines klarzustellen - es geht nur um Satelliten. Raumsonden sind au\u00dfen vor, weil bei ihnen vieles anderes ist, so kann\u2026","rel":"","context":"In &quot;Die Glorreichen 10&quot;","block_context":{"text":"Die Glorreichen 10","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/die-glorreichen-10\/"},"img":{"alt_text":"","src":"\/img\/1kgsats.png","width":350,"height":200,"srcset":"\/img\/1kgsats.png 1x, \/img\/1kgsats.png 1.5x, \/img\/1kgsats.png 2x, \/img\/1kgsats.png 3x"},"classes":[]},{"id":18480,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/12\/27\/die-umweltbilanz-der-new-shepard\/","url_meta":{"origin":18058,"position":4},"title":"Die Umweltbilanz der New Shepard","author":"Bernd Leitenberger","date":"27. Dezember 2025","format":false,"excerpt":"K\u00fcrzlich ist die deutsche Michaela Benthaus mit Blue Origin auf der Mission New Shepard NS37 geflogen. Da die Dame querschnittsgel\u00e4hmt ist, war dies den Nachrichten eine Schlagzeile wert, \u00e4hnlich wie vor einigen Monaten der Flug von Kate Perry, ebenfalls mit Blue Origin auf der New Shepard. Was dabei untergegangen ist,\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/99ff84c04ca842a2baa1d4552eb54bab","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18369,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/08\/29\/nachlese-zehnter-teststart-starship-ift-10\/","url_meta":{"origin":18058,"position":5},"title":"Nachlese zehnter Teststart Starship IFT-10","author":"Bernd Leitenberger","date":"29. August 2025","format":false,"excerpt":"Am Morgen (in den USA noch Vortag) des 27.8.2025 startete nach zwei Tagen Verz\u00f6gerung das zehnte Starship zum Testflug IFT-10. Wenn man es genau nimmt ist es sogar das 11-te Starship, denn das urspr\u00fcnglich vorgesehene Starship mit der Seriennummer 26 explodierte bei einem Probecountdown am 18., Juni. 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