{"id":18072,"date":"2025-04-18T00:32:28","date_gmt":"2025-04-17T22:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18072"},"modified":"2025-05-15T17:55:51","modified_gmt":"2025-05-15T15:55:51","slug":"die-glorreichen-10-die-schwersten-raumsonden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/04\/18\/die-glorreichen-10-die-schwersten-raumsonden\/","title":{"rendered":"Die glorreichen 10 \u2013 die schwersten Raumsonden"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18072\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18072\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Heute wieder mal ein Blog der ein Genre bedient, das zumindest im Fernsehen sehr erfolgreich ist \u2013 unn&uuml;tzes Wissen. Also \u201enice to know\u201c Fakten die man auch gerne wieder vergisst. Der Titel und die Struktur lehnt sich \u2013 wie schon beim <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/04\/15\/die-glorreichen-10-die-nutzlaststaerksten-traegerraketen\/\">ersten Teil vor einigen Tagen<\/a> an die ZDF- Dokutainmentserie \u201e<a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/dokus\/die-glorreichen-10-260?staffel=1\">Die glorreichen 10<\/a>\u201c an. F&uuml;r alle die es nicht kennen: in einer knappen dreiviertel Stunde werden zu einem Thema Pers&ouml;nlichkeiten, Ereignisse, L&auml;nder etc. der Geschichte zusammengefasst wie \u201eDie peinlichsten Familienmitglieder\u201c. Das Video besteht aus Szenen aus anderen Dokus und die eigentliche Info steckt im Audiokommentar von Hannes Jaenicke.<\/p>\n<p>Aber bei mir geht es um Technik und echter Information, ich habe ja noch studiert bevor Deutschland im PISA-Ranking rapide abst&uuml;rzte, was sich auch auf das Niveau der Bildung ausgewirkt hat (zumindest meiner Ansicht nach). Also wie der Titel schon verr&auml;t, geht es um die schwersten Raumsonden. Ihr werdet sehen, dass diese im Lauf der Geschichte immer schwerer wurden. Das liegt nicht nur an den leistungsst&auml;rkeren Tr&auml;gerraketen, sondern auch, dass heutige <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/raumsonden-jahresuebersicht.shtml\">Raumsonden<\/a> zum gr&ouml;&szlig;ten Teil aus Treibstoff bestehen.<!--more--><\/p>\n<h4 class=\"western\">Platz 10: Mars 2+3<\/h4>\n<p>Das Jahr 1971 war ein g&uuml;nstiges Startjahr, bei dem man besonders schwere Sonden auf den Weg zum Mars bringen konnte. Die USA nutzen es f&uuml;r <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mariner89.shtml\">Mariner 8+9<\/a>, Russland f&uuml;r das Programm Mars 71. Ziel war es nicht nur wie bei Mariner 8+9 einen Orbiter zum Mars zu entsenden, sondern auch eine Kapsel zu landen. Das Problem, das die Sowjetunion hatte, war das die Sonden des Programms M69, die Vorerkundungen durchf&uuml;hren sollten, beide bei Fehlstarts verloren gingen. So wurde eine dritte Sonde ohne Lander gebaut, die auf einer schnelleren Bahn zum Mars fliegen sollte und wichtige Daten &uuml;ber die Atmosph&auml;renzusammensetzung, Druck- und Temperaturprofile liefern sollte, die f&uuml;r die Landung ben&ouml;tigt wurden. Leider ging diese leichtere Sonde bei einem Fehlstart verloren. Sie strandete im Erdorbit und wurde Kosmos 419 getauft. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mars.shtml\">Mars 2+3<\/a> starteten dagegen erfolgreich, jeweils 4.650 kg schwer. Die Missionen verliefen dagegen unbefriedigend. Es gab \u2013 und das gilt f&uuml;r diese Mission \u2013 im sowjetischen Programm wenig Flexibilit&auml;t und vor allem keine Vorkehrungen, wenn etwas schiefgeht.<\/p>\n<p>Schon bald nach dem Start fielen die prim&auml;ren Sender aus, die Sekund&auml;rsender funktionierten, aber sie hatten eine viel geringere Datenrate. W&auml;hrend der Orbiter von Mars 2 in seine Umlaufbahn gelangte, gelangte der Lander auf eine zu steile Bahn, wodurch das Fallschirmsystem nicht ausgel&ouml;st wurde. Er zerschellte so auf der Oberfl&auml;che. Ohne die Daten der Vorbereitungssonde musste man diese Daten beim Anflug gewinnen und konnte den Lander erst kurz vor dem Einschwenken in den Orbit absetzen. Bei Mars 3 gelang die Landung, aber wenige Sekunden nach der Landung verstummte er. Er begann gerade ein Bild zu &uuml;bertragen, die wenigen Zeilen zeigen aber keine Details. Der Orbiter Mars 3 gelangte in eine unplanm&auml;&szlig;ige Umlaufbahn mit einer Periode von 13 anstatt einem Tag. Zu der Zeit tobte auf dem Mars ein globaler Staubsturm, der auch seitdem f&uuml;r Ausf&auml;lle von Raumsonden wie <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mer.shtml\">Spirit<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/phoenix-mission.shtml\">Phoenix<\/a> sorgt. Die Raumsonden machten ihre Bilder auf Film und waren offensichtlich nicht so flexibel warten zu k&ouml;nnen bis der Sturm sich legte, so spulten sie ihr Programm ab und lieferten nur wenige Ergebnisse.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Platz 9: Vega 1+2 und Venera 9\/10<\/h4>\n<p align=\"left\">1986 durchlief der bekannteste Komet, der Halleysche Komet sein Perihel, bei einer Umlaufszeit von 76 Jahren wollte man sich die Gelegenheit ihn zu besuchen nicht entgehen lassen. Die NASA schickte keine Sonde, das Space Shuttle hatte das Budget nahezu leerger&auml;umt. Aber die ESA entsandte eine eigene Sonde <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/giotto.shtml\">Giotto<\/a> und auch die Sowjetunion die beiden Raumsonden VeGa 1+2 (die Bezeichnung ist die Abk&uuml;rzung aus den russischen Bezeichnungen f&uuml;r Venus und Halley), &uuml;brigens auch mit Experimenten aus Europa. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vega-sonden.shtml\">VeGa 1+2<\/a> starteten Ende 1984 und passierten die Venus im Juni 1985. Dort setzten sie zwei sowjetische Lander ab, die aber beide vor dem Aufsetzen ausfielen und nur einen Teil der Ergebnisse lieferten. Erfolgreicher waren zwei von den Landern w&auml;hrend des Abstiegs abgesetzte Ballons aus Frankreich, die &uuml;ber einige Tage Messungen lieferten. Danach passierten sie Halley. Obwohl sie eine sichere Distanz von rund 10.000 km einhielten, wurden die Sonden von dem den Kern umgebenden Staub und Gas stark besch&auml;digt. Ihre groben Kameraaufnahmen des Kerns waren aber wichtig f&uuml;r die Mission von Giotto, denn so wusste die ESA wo der Kern war \u2013 visuell konnte man ihn auf der mehreren Tausend Kilometer gro&szlig;en Gaswolke nicht erkennen. Aber wer wei&szlig;, vielleicht w&auml;re dann Giotto beim nahen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/giotto-mission.shtml\">Vorbeiflug<\/a> auch nicht so besch&auml;digt worden wie es der Fall war und wir h&auml;tten noch mehr Daten vom Kometen Grigg-Skjellerup bekommen, den sie <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/giotto-mission1.shtml\">danach anflog<\/a>, nun aber mit einigen ausgefallenen Instrumenten. Durch die Ballons und europ&auml;ische Experimente war die Sonde mit 4.923 kg deutlich schwererer als Veneras 11-14.<\/p>\n<p align=\"left\">Etwa gleich schwer waren aber Venera 9+10. Auch sie wogen zwischen 4.936 und 5.033 kg. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/venera9-16.shtml\">Venera<\/a> 9 und 10 waren die ersten Raumsonden einer neueren schweren Generation auf deren Bus auch noch VeGa 1+2 basierten. Sie starteten 1985 und lieferten noch vor den Vikings die ersten Bilder von einem anderen Planeten. Das ist deswegen erstaunlich, weil es auf der Venusoberfl&auml;che einen Luftdruck wie in 900 m tiefem Ozean und eine Temperatur um 500 Grad Celsius gibt. In nur einer halben Stunde spulten die Sonden ihr Messprogramm inklusive Bild&uuml;bertragung ab und wiederholten es dann. Beide Sonden waren noch aktiv, als der Funkkontakt zu den Muttersonden abriss. Diese waren auch der Grund, warum die Sonden wesentlich schwerer waren als ihre Nachfolger, die nur um 4.400 kg wogen: Die beiden Busse schwenkten in einen Orbit ein. Sie &uuml;bermittelten aber nur wenige Daten und fielen bald aus. Das war wohl der Grund, warum man bei Venera 11 bis 14 auf ein Einschwenken in den Orbit verzichtete und stattdessen die Busse die Venus in gr&ouml;&szlig;erem Abstand passierte \u2013 dadurch war die Zeitspanne, &uuml;ber die die Lander kommunizieren konnte viel gr&ouml;&szlig;er.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Platz 8: Venera 15\/16<\/h3>\n<p>Wenn man es genau nimmt, k&auml;men vom Gewicht her nun Luna 19\/22, doch da ich diese zu den Lunas des E-8 Programms z&auml;hle (korrekt hei&szlig;en sie auch E-8S) nehmen nun Venera 15 und 16, die beiden letzten Veneras diesen Platz ein. Sie waren mit 5.300 kg auch die schwersten Veneras. Anders als alle Vorg&auml;nger die eine Venuslandung als Ziel hatten, sollten Venera 15 und 16 die Venus mit einem Seitensichtradar kartieren. 1978 hatte die US-Raumsonde <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pioneer-venus.shtml\">Pioneer Venus<\/a> einer erste grobe Radarkarte der Venus angefertigt. Geplant war dann als Nachfolgemission der Radarorbiter VOIR. Um diesem zuvorzukommen startete die Sowjetunion 1983 die Raumsonden Venera 15 und 16. Es waren zwei Sonden, damit wenigstens eine ihre Mission erf&uuml;llte. Beide schwenkten im Oktober 1983 in eine elliptische Umlaufbahn um die Venus ein. Rund um den venusn&auml;chsten Punkt wurde das Radar aktiviert, im venusfernsten Punkt der Bahn die Daten zur erde &uuml;bertragen.<\/p>\n<p>Beide Sonden zusammen fertigten eine Karte an die 115 Millionen Quadratkilometer mit einer Aufl&ouml;sung von 1 bis 2,5 km abdeckte. Sie arbeiteten l&auml;nger als vorherige Raumsonden, bis zum Januar \/ Juli 1985. Trotzdem erfassten sie nur einen Bruchteil der Oberfl&auml;che \u2013 da Bestandteil der Mission die Redundanz war, lag der venusn&auml;chste Punkt bei der das Radar arbeitete, bei beiden Sonden auf der Nordhalbkugel um 62 Grad n&ouml;rdlicher Breite, w&auml;re eine Sonde in einen um 180 Grad gedrehten Orbit eingeschwenkt so h&auml;tte man die Abdeckung verdoppeln k&ouml;nnen. So blieb noch genug f&uuml;r Magellan zum Entdecken.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Platz 7: Zond 4 bis 8<\/h4>\n<p>Ein von mir gern zitierter Film ist Billy Wilders \u201eEins Zwei Drei\u201c bei dem Horst Buchholz einen Raketeningenieur spielt. Da gibt es die Szene wo ein Sowjetkomissar zu ihm sagt \u201eBei der Raketentechnik sind wir &uuml;berlegen \u2026 wenn Rakete geht fehl wir haben zwei Kn&ouml;pfe. Eine zu sprengen Rakete, eine zu sprengen Spezialist\u201c. Ja und die Redundanz hatte das sowjetische Mondprogramm wirklich, denn sie hatten nicht ein Mondprogramm, sondern drei: die bemannte Landung mit der N-1\/Sojus\/LK, die Bodenprobengewinnung mit Luna 15-24 (Platz 3) und ein Mondumrundungsprogramm, das unter Zond 3 bis 8 lief. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/zond.shtml\">Zond<\/a> (Sonde) war eine Tarnbezeichnung. In Wirklichkeit waren dies Sojus-Raumschiffe ohne den Orbitteil. Sie wurden von einer Proton auf einen Mondkurs geschickt, umrundeten den Mond, ohne in eine Umlaufbahn einzutreten und landeten dann in der Sowjetunion nahe der Mongolei. Von den Sonden, die zumindest erfolgreich starteten, funktionierten nur Zond 7 und 8. Alle anderen landeten hart. Zond 4 wurde sogar gesprengt, weil sie eine Kursabweichung hatte und so nicht in der Sowjetunion, sondern vor Afrika niederging. Die erste erfolgreiche Mission mit Zond7 gab es erst im Januar 1969. Doch da hatten die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/vorgeschichte-apollo-8-mission.shtml\">Apollo 8 Astronauten<\/a> den Mond nicht nur umrundet, sondern waren sogar in eine Umlaufbahn eingeschenkt, sodass man mit der Mondumrundung nicht mehr &ouml;ffentlichkeitswirksam punkten konnte. Die Sowjetunion startete noch die letzte verbliebene Kapsel Zond 8, aber erst 1970. Ironie der Geschichte: Apollo 8 sollte eigentlich nicht zum Mond fliegen, sondern den Mondlander in einem Erdorbit erproben. Da dieser aber noch nicht bereit war und die NASA &uuml;ber die Landung von Zond 5 und 6 informiert war, nahm sie an, eine bemannte Mission st&auml;nde unmittelbar bevor und &auml;nderte das Flugziel.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Platz 6: Mars 96<\/h4>\n<p>Bei <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mars96.shtml\">Mars 96<\/a> ist die Datenlage etwas verwirrend. Wie seine Vorg&auml;nger <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/phobos.shtml\">Phobos 1+2<\/a>, die denselben Bus einsetzen, war Mars 96 zu schwer, um von der Tr&auml;gerrakete Proton D direkt zum Mars bef&ouml;rdert zu werden. Die L&ouml;sung war, dass die Proton alle drei Sonden zuerst in einen elliptischen Erdorbit absetzt. Direkt nach Abtrennung von der letzten Stufe z&uuml;ndet ein Zeitgeber dann das Triebwerk der Raumsonde, das sie um weitere 500 m\/s beschleunigt. Nur ist so nat&uuml;rlich die Startmasse nicht vergleichbar mit anderen Sonden. Problematisch ist auch, dass die Startmasse nicht genau bekannt gibt, es werden zwischen 6.287 und 6.827 kg genannt. Russian Spaceweb gibt die Masse nach Verlassen der Erde mit 5.678 kg an, was zu meinen Absch&auml;tzungen bei der h&ouml;heren Startmasse passt. Bei der niedrigeren Startmasse k&ouml;nnten es auch nur 5.200 kg sein. Mars 96 erreichte aber nie den Mars, denn diese seltsame Vorgehensweise wurde schon beim Start zum Verh&auml;ngnis. Die Oberstufe Block D z&uuml;ndete nicht oder nur kurz, trennte aber Mars 96 ab. Der z&uuml;ndete nun seinen Antrieb, der dazu f&uuml;hrte, dass der erdn&auml;chste Punkt soweit absackte, dass er nach einem halben Umlauf vergl&uuml;hte.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Platz 5: Cassini<\/h4>\n<p>Dieser Spitzenreiter flog ins &auml;u&szlig;ere Sonnensystem. Cassini ist eigentlich eine Doppelmission aus der NASA-Raumsonde <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/cassini.shtml\">Cassini<\/a> und dem Titanlander Huygens von der ESA. Zusammen wogen sie 5.712 kg, davon entfielen aber 3.132 kg auf den Treibstoff und 350 kg auf Huygens. Cassini kam 2004 am Saturn an, nachdem sie schon vorher den Jupiter passiert hatte, damit sie etwas Treibstoff einspart. Geplant war eine Mission &uuml;ber 4 Jahre. Es sind schlussendlich 14 Jahre geworden, bis der Sonde schlie&szlig;lich 2018 der Lageregelungstreibstoff ausgeht. In der Zeit passierte sie unz&auml;hlige Male die Monde des Saturn, lichtete sie ab. Am h&auml;ufigsten den Titan, weil er der einzige massereiche Mond im Saturnsystem ist, der die Bahn deutlich ver&auml;ndern kann. Das brachte vor allem etwas bei der Radarkartierung, denn im optischen sieht man durch eine dichte Smogschicht nichts. Cassini brachte neue Erkenntnisse &uuml;ber das Ringsystem den Saturn und seine Monde, die wichtigste Entdeckung war aber das der kleine (nur 500 km gro&szlig;e) Mond Enceladus geologisch aktiv ist, was zu einer weiteren Mission Enceladus-Explorer f&uuml;hren k&ouml;nnte, f&uuml;r die sieht es bei den Streichungen bei der NASA durch die Dump, &auml;h Trump-Regierung allerdings schlecht aus. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/huygens.shtml\">Huygens<\/a> landete trotz einiger peinlicher Fehler bei der ESA erfolgreich auf dem Titan, lieferte die gew&uuml;nschten Daten und war sogar noch aktiv, als die Verbindung zu Cassini abriss, als Cassini hinter dem Horizont verschwand.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Platz 4: Luna 15 \u2013 24<\/h4>\n<p>Platz 3 geh&ouml;rt einer ganzen Sondenfamilie. Die Sowjetunion bauten in den sechziger Jahren als Backup f&uuml;r ihr bemanntes Mondprogramm Sonden, um Mondgestein zu bergen. Das war damals noch riskant und so scheiterten auch die H&auml;lfte der Missionen; <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/luna.shtml\">Luna<\/a> 15, 18 und 23. Besonders tragisch war der Verlust von Luna 23, da diese erfolgreich landete aber der Probenaufnehmer dabei besch&auml;digt wurde. Auf Basis des Landemoduls baute man auch zwei Mondfahrzeuge Lunochod 1 und 2 (Luna 17\/21) die &uuml;ber 10 bzw. 37 km auf dem Mond zur&uuml;cklegten und zwei Orbiter (Luna 19\/22) bei denen man die Mondfahrzeuge mit Experimenten ausstattete und in einen Mondorbit scho&szlig;. Drei der Bodenprobensonden waren erfolgreich, Luna 16, 20 und 24 brachten jeweils einige Hundert Gramm Bodenproben zur Erde. Zuerst durch einen Greifer entnommen, bei sp&auml;teren Missionen wurde auch ein Bohrkern gezogen. Die Startmasse lag anfangs bei rund 5.700 kg und stieg dann bis auf 5.795 kg an. Luna 15 kam in die Schlagzeilen, weil sie zeitlich mit Apollo 11 unterwegs war, sie zerschellte aber bei der Landung \u2013 wie zahlreiche neuere Mondlandemissionen, obwohl die Technologie heute weiter ist.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Platz 3: JUICE<\/h4>\n<p>Auch die zweite Sonde ist eine aktuelle, sogar mit demselben Ziel. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/JUICE.shtml\">JUICE<\/a> \u2013 die Abk&uuml;rzung steht f&uuml;r JUpiter ICy moons Explorer. Sie stammt aber von Europa und wiegt mit 5.970 kg nur etwas weniger als Europa Clipper. Allerdings schwenkt sie in einen Orbit um Ganymed ein, anstatt in einer elliptischen Umlaufbahn zu bleiben und hat so mehr Treibstoff an Bord n&auml;mlich 3.650 kg. JUICE wurde w&auml;hrend der Entwicklung laufend schwerer und sollte anfangs nur 4,8 bis 5,1 t wiegen. Gottseidank wurde auch Ariane 5 leistungsf&auml;higer, sodass der Transport kein Problem war. JUICE und Europa Clipper waren urspr&uuml;nglich mal ein gemeinsames NASA-ESA Projekt, doch da die Umsetzung des NASA-Anteils lange Zeit ungewiss war, baute die ESA ihren Anteil einfach selbst. W&auml;hrend Europa Clipper Europa untersucht wird JUICE den Mond nur zweimal passieren. Viel mehr Vorbeifl&uuml;ge gibt es bei den &auml;u&szlig;eren Monden Kallisto und Ganymed und schlie&szlig;lich schwankt sie in einen Orbit um Ganymed ein. Instrumentell ist sie noch besser ausgestattet als Europa Clipper, sie verf&uuml;gt &uuml;ber mehr Experimente und ist mit 1,6 Mrd. Euro auch dreimal billiger. Urspr&uuml;nglich sollte JUICE den Jupiter vor Europa Clipper erreichen, doch die Corona-Pandemie verz&ouml;gerte den Start um 1 Jahr und da die neue Bahn braucht ein weiteres Jahr, sodass sie erst einige Monate nach Europa Clipper ankommt.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Platz 2: Europa Clipper<\/h4>\n<p>Die schwerste jemals gestartete Raumsonde ist zugleich die j&uuml;ngste. Europa Clipper wiegt beim Start 6.065 kg, davon ist knapp die H&auml;lfte der Masse, n&auml;mlich 2.760 kg, Treibstoff. Alleine die Instrumente wiegen 352 kg \u2013 mehr als fr&uuml;her ganze Raumsonden wogen. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pioneer10-11.shtml#\">Pioneer 10+11<\/a> die ersten beiden Jupitersonden wogen nur 258 und 170 kg. Europa Clipper soll das sagt schon der Name aus, den gleichnamigen Jupitermond Europa erforschen \u2013 den Namen bekam er wie ein gleichnamiger Kontinent (zu dem England nicht geh&ouml;ren will) &uuml;brigens von einer Geliebten des G&ouml;ttervaters Zeus. Schon die Voyageraufnahmen zeigten 1979 das dieser Mond erstaunlich glatt ist, Galileo bewies von 1996 bis 2003, dass sich unter der Oberfl&auml;che ein Ozean befindet und so wurde lange Zeit eine Mission zu dem Mond gefordert. Umgesetzt wurde schlie&szlig;lich, nachdem ein gemeinsames NASA-ESA Projekt an den Kosten scheiterte, Europa Clipper, mit kleineren Anforderungen: anstatt in einen Orbit um den Mond einzuschwenken, bleibt er auf einer Jupiterumlaufbahn. Er passiert so den Mond mindestens 35-mal. Das reduziert die Strahlenbelastung deutlich, verl&auml;ngert so die Lebensdauer der Raumsonde und reduziert die ben&ouml;tigten Treibstoffvorr&auml;te \u2013 den schwerer d&uuml;rfte Europa Clipper nicht werden. Die USA ben&ouml;tigten schon die st&auml;rkste weltweit zur Verf&uuml;gung stehende Tr&auml;gerrakete eine Falcon Heavy zum Start. Bei den Vorbeifl&uuml;gen werden zwei Kameras zum einen gr&ouml;&szlig;ere Fl&auml;chen kartieren und kleinere Gebiete genau untersuchen. Ein Radar wird versuchen unter die Oberfl&auml;che zu schauen und andere Instrumente suchen nach organischen Molek&uuml;len im Spektrum der Oberfl&auml;che.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Platz 1: Chang\u2019e 5 und 6<\/h4>\n<p>Die schwersten jemals gebauten Raumsonden sind \u2013 mit Abstand &#8211; die beiden chinesischen Mondlandesonden Chang\u2019e 4 und 5. Sie sind mit 8,2 bzw. 8,35 t fast gleich schwer und da sie die gleiche Mission haben, gestatte ich mir sie zu einem Platz zusammenzufassen. Die wesentliche Aufgabe der Sonden ist es Mondgestein zur Erde zur&uuml;ckzubringen, was auch zweimal gelang. Chang\u2019E 5 brachte 1.732 g Gestein zur&uuml;ck und Chang\u2019e 6 1.932 g. Das ist nicht mit der Menge vergleichbar die Astronauten aufsammelten, aber angesichts der Methode \u2013 man kann mit dem Greifer nur am Landeplatz etwas aufnehmen oder einen Bohrkern gewinnen etwa zehnmal mehr als die sowjetischen Lunas gewannen. Mit dabei war jeweils auch ein kleiner Rover, der das ganze filmte (das ist im chinesischen Weltraumprogramm sehr wichtig, die Ver&ouml;ffentlichung von Ergebnissen oder Missionsdetails dagegen nicht). Beide Sonden landeten in bisher unerforschtem Gebiet, dem S&uuml;dpolbecken und der Mondr&uuml;ckseite. Bedingt durch die enorme Geschwindigkeits&auml;nderung bestanden die Sonden aber vor allem aus Treibstoff.<\/p>\n<p>China hat sein Mondprogramm &uuml;ber zwei Jahrzehnte laufend gesteigert \u2013 zuerst mit den Orbitern Chang\u2019e 1+2, dann mit den kleineren (aber immer noch 3,8 t schweren) <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/chang-e-3.shtml\">Landern Chang\u2019e 3+4<\/a> die noch in Gebieten landeten wo sie direkten Funkkontakt zur Erde hatten. F&uuml;r Chang\u2019e 5 und 6, eine siebte Mission soll 2026 folgen, wurde eigens eine Technologiemission zur Erprobung gestartet und ein Kommunikationssatellit in einem Librationspunkt stationiert, damit es auch bei der Landung auf der von uns nicht sichtbaren Mondseite einen Funkkontakt gibt.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<th>Sonde<\/th>\n<th>Gewicht<\/th>\n<th>Startdatum<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Chang\u2019e 4\/5<\/td>\n<td>8.200 \/ 8.350 kg<\/td>\n<td>2023\/204<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Europa Clipper<\/td>\n<td>6.065 kg<\/td>\n<td>2024<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>JUICE<\/td>\n<td>5.970 kg<\/td>\n<td>2023<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Luna 15-24<\/td>\n<td>5.795 kg<\/td>\n<td>1969-1976<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Cassini<\/td>\n<td>5.712 kg<\/td>\n<td>1998<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mars 96<\/td>\n<td>5.678 kg<\/td>\n<td>1996<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zond 4-8<\/td>\n<td>5.375 kg<\/td>\n<td>1967- 1970<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Venera 15+16<\/td>\n<td>5.300 kg<\/td>\n<td>1983<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Venera 9 + 10<\/td>\n<td>4.936 \/ 5.033 kg<\/td>\n<td>1975<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>VeGa 1+2<\/td>\n<td>4.933 kg<\/td>\n<td>1984<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mars 2+3<\/td>\n<td>4.650 kg<\/td>\n<td>1971<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wem viel im Text neu vorkommt, der sollte mal auf einen der Links im Beitrag klicken.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/e90953f7a3a241bd996700d288b17182\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18072\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18072\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Heute wieder mal ein Blog der ein Genre bedient, das zumindest im Fernsehen sehr erfolgreich ist \u2013 unn&uuml;tzes Wissen. Also \u201enice to know\u201c Fakten die man auch gerne wieder vergisst. Der Titel und die Struktur lehnt sich \u2013 wie schon beim ersten Teil vor einigen Tagen an die ZDF- Dokutainmentserie \u201eDie glorreichen 10\u201c an. 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