{"id":18110,"date":"2025-05-05T16:59:32","date_gmt":"2025-05-05T14:59:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18110"},"modified":"2025-05-05T16:59:32","modified_gmt":"2025-05-05T14:59:32","slug":"die-oft-schwierige-zusammenarbeit-von-europa-und-die-usa-bei-der-raumfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/05\/05\/die-oft-schwierige-zusammenarbeit-von-europa-und-die-usa-bei-der-raumfahrt\/","title":{"rendered":"Die oft schwierige Zusammenarbeit von Europa und die USA bei der Raumfahrt"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18110\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18110\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Mit der Streichung des Lunar Gateways schaut Europa (bzw. die ESA) wieder mal in die R&ouml;hre. Die Zusammenarbeit der NASA mit Europa &#8211; in den letzten Jahrzehnten vor allem mit der ESA, aber auch nationalen Raumfahrtagenturen &#8211; ist eine problematische, die ich schon in einem Artikel <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/europa-amerika-raumfahrt.shtml\">ausf&uuml;hrlich gew&uuml;rdigt habe<\/a>. Der ist allerdings ziemlich alt, etwa 20 Jahre und es wird Zeit zu einem Update hier im Blog.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/96b30fb725d54b138ee21b0bb6ff12b8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><!--more--><\/p>\n<h4 class=\"western\">Die Anf&auml;nge: Bevormundung und Eigenst&auml;ndigkeit<\/h4>\n<p>Europa begann mit nationalen Tr&auml;gerraketen &#8211; vor allem Frankreich wollte eine eigene Tr&auml;gerrakete haben und wurde so auch zur dritten Nation, die einen Satelliten mit einer <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/diamant.shtml\">eigenen Rakete<\/a> startete. Eine gr&ouml;&szlig;ere Rakete war f&uuml;r eine Nation alleine aber zu teuer und es gab ja auch den Bedarf bei den anderen Nationen in Europa. So kam man auf die &#8222;Europa&#8220;, bei der man jedoch viel falsch machte. Es war keine echte Zusammenarbeit zwischen den drei Nationen die die Stufen bauten. Die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/europa.shtml\">Europa<\/a> scheiterte deswegen.<\/p>\n<p>Zu der Zeit &#8211; wir sind schon Anfang der Siebziger Jahre &#8211; kam man in Europa auch auf den Trichter das eigene Kommunikationssatelliten doch ganz n&uuml;tzlich w&auml;ren. Deutschland und Frankreich bauten die ambitionierten Satelliten &#8222;Symphonie&#8220; &#8211; vieles was dort entwickelt wurde ist heute Standard wie Drallr&auml;der, Dreiachsenstabilisierung, ausfaltbare Solarpaneele, fl&uuml;ssiger Treibstoff f&uuml;r den Hauptantrieb. Die USA bauten noch bis in die fr&uuml;hen Neunziger vor allem trommelf&ouml;rmige, drallstabilisierte Satelliten mit Feststoffantrieb und sie bescherten der europ&auml;ischen Industrie auch Anschlussauftr&auml;ge aus Arabien, Indonesien und anderen L&auml;ndern.<\/p>\n<p>Tja die NASA war bisher bereit Wissenschaftssatelliten zu starten, doch <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/deutsche-satelliten.shtml\">Symphonie 1+2<\/a> nur unter der Auflage, das sie nicht kommerziell genutzt wurden, also f&uuml;r Tests und sp&auml;ter f&uuml;r Schulprogramme in Indien. Europa solle doch bitte Satelliten bei US-Herstellern kaufen oder noch besser Kan&auml;le bei der US-Gesellschaft Intelsat anmieten. Kommt einem heute unter Trump fast bekannt vor, doch solche erpresserischen Methoden gab es schon in den Siebzigern. So erging es dann auch den ersten beiden Kommunikationssatelliten der ESA, die dann nicht umsonst OTS f&uuml;r Orbital Test Satellite hie&szlig;en.<\/p>\n<p>Frankreich dr&auml;ngte dann aber zu einer weiteren europ&auml;ischen Rakete &#8211; diesmal unter franz&ouml;sischer F&uuml;hrung und mit den Lehren aus dem Europaprogramm, der Ariane: Bei Ariane gibt es eine Aufteilung nach F&auml;higkeiten, nicht nach Proporz und es gibt ein Management das alles kontrolliert, die daf&uuml;r gegr&uuml;ndete ELDO war dazu nicht f&auml;hig und nicht zuletzt arbeiten die Firmen zusammen, anstatt das jede Firma ein Produkt herstellt und man erst beim Zusammenbau zusammen kommt.<\/p>\n<p>Ariane wurde erfolgreich und blieb es &uuml;ber Jahrzehnte.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Die ersten Wissenschaftsprojekte<\/h4>\n<p>Eines vorweg, wenn ich im folgenden von Europa rede, so ist damit ausschlie&szlig;lich die ESA oder die EU gemeint, es gab und gibt auch zahlreiche nationale Projekte mit der NASA, in Deutschland z.B. die Helios Sonden oder Grace-Satelliten, in Frankreich Topex-Poseidon. Da gab es weniger bis keine Probleme, was schlicht und einfach daran liegt das diese Projekte kleiner sind, weniger Geld in ihnen steckt. Mit der ESA wurden die Satelliten gr&ouml;&szlig;er und anspruchsvoller. Es kam zu ersten gemeinsamen Projekten wie ISEE, einem Verbund von drei Satelliten, davon einer von der ESA die die Wechselwirkung des Erdmagnetfeldes mit dem Partikelstrom und Magnetfeld der Sonne untersuchten. Schon wenige Jahre nach Gr&uuml;ndung der ESA ging man an gemeinsame Raumsonden. 1986 w&uuml;rde der Komet Halley nach 76 Jahren wiederkehren. Die USA planten nach dem Erfolg von Viking und Voyager ein anspruchsvolles Projekt, eine mit Ionenantrieb ausgestattet Sonde sollte den Halleyschen Kometen und andere wie Tempel 2 besuchen, eine europ&auml;ische Tochtersonde w&uuml;rde mitfliegen. Das Projekt wurde vom <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/space-shuttlegeschichte.shtml\">Space Shuttle gefressen<\/a>, dessen Kosten ansteigen, der NASA-Etat aber nicht. Wie immer &#8211; so auch bei Trumps derzeitigem Entwurf. Es wird immer bei der Wissenschaft und Forschung gestrichen, nie bei der bemannten Raumfahrt. Bei dem Kometenprojekt war dies noch so fr&uuml;h, das Europa mit <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/giotto.shtml\">Giotto<\/a> einen eigenen Weg gehen konnte. Anders sah dies bei einem anderen Projekt aus, zwei Sonden, die die Polregionen der Sonne erkunden sollten und dazu zu Jupiter fliegen der sie mit seiner Gravitationskraft umlenken w&uuml;rde. Geplant war beide Sonden getrennt zu bauen aber gemeinsam zu instrumentieren. Da das Space Shuttle auch im operativen Betrieb ein Zuschussgef&auml;hrt war, wurde auch dieses Projekt einseitig von der NASA gestrichen, diesmal aber so sp&auml;t das Europa ihre Sonde schon im Bau hatten. Anders als die NASA hielt sich die ESA aber an Abmachungen. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/space-shuttlegeschichte.shtml\">Ulysses<\/a> als europ&auml;ische Sonde bekam auch US-Instrumente. Sie arbeitete &uuml;ber fast zwei Jahrzehnte.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Raumsonden<\/h4>\n<p>Die ESA hat sich sehr schnell einen guten Ruf erarbeitet, die waghalsige Mission von Giotto wurde auch von der NASA bewundert, die nicht die Mittel f&uuml;r ihre Mission hatte und nur einen Spacelab Flug f&uuml;r die Beobachtung vorhersah, der dann durch die Challengerkatastrophe ins Wasser fiel. Ab den Achtziger Jahren begann eine Zusammenarbeit, bei der europ&auml;ische Experimente auf US-Raumsonden mitflogen und umgekehrt welche bei europ&auml;ischen Raumsonden. Nachdem Die Bush Administration f&uuml;r Constellation das Wissenschaftsbudget k&uuml;rzte, kam es bei den Sonden <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/insight.shtml\">Insight<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/dawn.shtml\">Dawn<\/a> sogar zu der paradoxen Situation, das die Sonden mehr Experimente von der ESA als der NASA hatten. Die internationale Beteiligung bei Cassini\/Huygens verhinderte, das die Sonde gestrichen wurde, als sie immer teurer wurde. Anders erging es der Kometenmission CRAF, sie wurde eingestellt, die ESA plante neu und heraus kam <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/rosetta.shtml\">Rosetta<\/a>.<\/p>\n<p>Nach dem Kahlschlag unter Reagan, begann eine fruchtbare Zusammenarbeit. Zahlreiche gemeinsame Projekte gab es seitdem. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/soho.shtml\">SOHO<\/a> als Sonnensatellit arbeitet seit 30 Jahren. Sein Nachfolger Solar Orbiter erg&auml;nzt die NASA Sonde Solar Probe und auch bei Erdsatelliten gibt es gemeinsame Projekte wie Grace, Grace Follow on, Jason-3 und Sentinel-6. In fast allen F&auml;llen stammen die Satelliten\/Sonden aus Europa und die NASA bezahlt ihren Anteil, indem sie sie startet. Die Experimente werden dann aufgeteilt.<\/p>\n<p>Erst wieder bei <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/exomars.shtml\">Exomars<\/a> knirschte es bei den Beziehungen. Exomars begann als europ&auml;isches Mausprojekt das jedoch bald f&uuml;r die ESA zu teuer wurde. So tat man sich 2010 mit der NASA zusammen, indem man den Orbiter gemeinsam baute und die NASA Hilfe beim Lander leistete, doch schon zwei Jahre sp&auml;ter hatte die NASA durch K&uuml;rzungen im Budget keine Mittel mehr und stieg aus. Man wechselte dann zu Russland. W&auml;hrend der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/exomars.sonde.shtml\">Trace Gas Orbiter<\/a> seit Jahren den Mars umkreist, wartet der Lander noch auf seinen Einsatz, denn kurz vor dem Start brach der Ukainekrieg aus.<\/p>\n<p>Selbst aktuelle Missionen sind noch von den Streichungen betroffen: Als Galileo-Nacholgemission planten ESA und NASA einen Orbiter um den Jupitermond Europa. Doch die Sonde wurde f&uuml;r die NASA zu teuer und dann eingestellt. Daraufhin entwickelte die ESA die Raumsonde <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/JUICE.shtml\">JUICE<\/a> &#8211; mit dem Fokus auf die beiden anderen Jupitermonde. Und siehe da: Konkurrenz belebt das Gesch&auml;ft, denn nun konnte auch die NASA ihren Entwurf &#8211; nun abgespeckt auf eine Sonde, die Europa nur oft anfliegt, aber nie in einen Orbit einschwenkt umsetzen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Bemannte Raumfahrt<\/h4>\n<p>W&auml;hrend Ariane das Projekt Frankreichs war, war das Spacelab das Deutschlands. Eigentlich war das Space Shuttle daf&uuml;r gedacht eine Raumstation zu errichten. Ohne das Spacelab als Raumlabor, das im Shuttle Nutzlastraum mitgef&uuml;hrt wird, w&auml;re es nur ein Ersatz f&uuml;r Tr&auml;gerraketen gewesen. So gesehen war die ESA eigentlich in einer starken Verhandlungsposition, die sie aber nicht genutzt hat, vielleicht weil Deutschland unbedingt in die bemannte Raumfahrt einsteigen wollte. Deutschland f&uuml;hrte als einzige Nation Europas auch zwei nationale Spacelabmissionen durch. So gab es einen sehr einseitigen Vertrag: Die ESA baute das komplette Spacelab und &uuml;bergab es inklusive Ingenieuresmodul, Paletten, Iglu und allem Bodenequipment an die NASA f&uuml;r einen halben Flug, das hei&szlig;t ein Astronaut und die H&auml;lfte der Experimente stammten aus Europa. F&uuml;r alle folgenden Fl&uuml;ge musste die ESA nicht nur den Space Shuttle Flug bezahlen, sondern auch Miete f&uuml;r ihr eigenes Labor und es waren 12 Millionen Dollar Einfuhrzoll zu zahlen &#8211; man sieht mit Z&ouml;llen haben die USA schon damals Geld verdient.<\/p>\n<p>Das Spacelab war so intelligent entwickelt worden das nicht nur seien Architektur bei den ISS-Modulen und Paletten &uuml;bernommen wurde, sondern auch die Art der Inneneinrichtung &#8211; Als erstes Raumlabor setzte es auf standardisierte Racks, die leicht ausgetauscht werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Columbus fing urspr&uuml;nglich als weiterentwickeltes Spacelab, das autonom arbeiten konnte an. Europa hatte aber in den sp&auml;ten Achtzigern, fr&uuml;hen Neunzigern nicht die Finanzmittel um drei Gro&szlig;projekte (Ariane 5, <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/hermes.shtml\">Hermes<\/a> und Columbus) parallel zu finanzieren. So schloss man sich den USA und Russland bei der ISS an. Diesmal aber nicht ohne sich abzusichern. Es gab vertragliche Vereinbarungen was die ESA liefert und auf was sie im Gegenzug Anrecht hat. F&uuml;r den Transport und Integration von Columbus zur ISS wurden als Ausgleich zwei <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/iss-verbindungsknoten.shtml\">Verbindungsknoten<\/a> gebaut, zusammen mit dem italienischen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/space-shuttle-versorgungssystem.shtml\">MPLM<\/a>, das sp&auml;ter an die ISS andockte, stellt Europa die meisten Module der Station. Die Betriebskosten wurden zuerst durch ATV-Fl&uuml;ge dann die Entwicklung des Orion Servicemoduls beglichen, das wiederum auf den ATV basiert. Diese Vertr&auml;ge retteten die ISS, denn als George W. Bush 2004 das Constellation Programm mit dem Ziel zum Mond zur&uuml;ckzukehren aus der Taufe hob, sollte das durch Einsparungen finanziert werden &#8211; dem Ausmustern von Space Shuttle und der ISS, die damals nur zu einem kleinen Teil fertig war. Die Vertr&auml;ge h&auml;tten dann aber hohe Zahlungen an ESA und JAXA bedeutet, deren Labors so am Boden geblieben w&auml;ren. Das rettete die ISS. Zumindest sollte sie nach den damaligen Pl&auml;nen soweit fertiggestellt werden das die Module Europas und Japans mit dabei waren und sie musste auch 10 Jahre lang betrieben werden. Das Space Shuttle wurde nach der Fertigstellung eingestellt und schon vorher das Constellation Programm.<\/p>\n<p>Beim Artemis-Programm wiederholt sich diese Art von Zusammenarbeit bei der keine Gelder flie&szlig;en. Die Orion wird vom europ&auml;ischen Servicemodul angetrieben, das beim ersten Flug eine gute Figur machte &#8211; es kam zwar etliche kleinere Vorkommnisse, aber nichts was man durch Softwareupdates oder kleinen Ver&auml;nderungen beim n&auml;chsten Modell nicht beheben konnte. Bei der Orion gab es dagegen Sorgen, ob der Hitzeschutzschild h&auml;lt. Dementsprechend wurde das dritte Servicemodul f&uuml;r die Artemis 3 Mission schon letztes Jahr <a href=\"https:\/\/spacenews.com\/lockheed-martin-delivers-completed-orion-to-nasa-for-artemis-2\/\">an die NASA &uuml;bergeben<\/a>, w&auml;hrend Lockheed-Martin erst vor wenigen Tagen die Orion f&uuml;r Artemis 3 &uuml;bergibt.<\/p>\n<p>Bei Artemis sind Module f&uuml;r das Lunar Gateway, eine Miniraumstation um den Mond die Kompensation. Die CSA stellt einen Robotarm, daf&uuml;r fliegt ein Astronaut der CSA bei Artemis 2 mit. ESA\/JAXA bauen zusammen ein Wohnmodul und die ESA zus&auml;tzlich ein Modul f&uuml;r die Betankung und Telekommunikation. Daf&uuml;r waren Mitfluggelegenheiten bei zuk&uuml;nftigen Mondlandungen, beginnend mit Artemis 3 vorgesehen. Wenn nun das Lunar Gateway gestrichen wird, stellt sich die Frage was daraus wird. Ich hoffe f&uuml;r die ESA man hat sich vertraglich wie bei der ISS abgesichert.<\/p>\n<p>Auch w&uuml;rde mich interessieren wie es beim europ&auml;ischen Mondlander Argonaut weitergeht, denn dessen F&auml;higkeit 2,1 t Nutzlast auf den Mond zu transportieren d&uuml;rfte ja vor allem bei einer bemannten Mission ben&ouml;tigt werden.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Unterschied Europa &#8211; Japan<\/h4>\n<p>Es ist interessant das die Zusammenarbeit der NASA mit Japan, heute mit der Raumfahrtagentur JAXA ganz anders lief. Dabei war der Weg eigentlich ein ziemlich &auml;hnlicher wie bei Europa. Auch Japan hatte in den sechziger Jahren Ambitionen eine &#8222;Weltraummacht&#8220; zu werden. Aber die Ambitionen waren nicht so stark wie bei Frankreich, sondern eher mit denen von England zu vergleichen. England wollte zwar auch eine eigene Tr&auml;gerrakete, aber die sollte wenig kosten. Japan ging &auml;hnlich vor: sie stellten eine aus vorhandenen Feststoff-H&ouml;henforschungsraketen zusammen. Die entstehende <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/japanische-traegerraketen-l-m-serie.shtml\">Lambda<\/a> ist bis heute die Rakete mit der kleinsten Nutzlast die je gebaut wurde, die gestarteten Satelliten wogen keine 10 kg. Aus der Lambda entstanden dann die My-Serie von Feststoffraketen. F&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Satelliten waren sie aber nicht ausreichend. So baute Japan die amerikanische Thor-Delta in Lizenz nach. Sie verbesserten sie stufenweise. Zuerst durch eine eigene Feststoffoberstufe, dann eine eigene LOX\/LH2 Stufe und schlie&szlig;lich kam die H-II als japanische Rakete, das war dann aber schon Mitte der Neunziger, als die Beschr&auml;nkungen f&uuml;r Nutzlasten, die Europa so fuchsten, nicht mehr galten.<\/p>\n<p>Trotzdem war die H-II nie eine Konkurrenz zu US-Tr&auml;gern. Sie war schlicht und einfach zu teuer. In ihrer Einsatzzeit gab es nur zwei kommerzielle -starts. Japan selbst nutzte sie f&uuml;r nationale Anwendungs- und Wissenschaftsmissionen. Kommunikationssatelliten, die von japanischen Firmen und nicht der JAXA stammten, wurden fast ausschlie&szlig;lich mit Tr&auml;gern anderer Nationen gestartet. Es gab auch weniger gro&szlig;e, gemeinsame Projekte im Bereich der Forschung mit der NASA. Lediglich im bemannten Raumfahrtbereich wollte Japan genauso mitspielen wie Europa. So ist das gr&ouml;&szlig;te Labor an Bord der ISS das japanische Kibo. Auch baute Japan wie die ESA einen eigenen Transporter, das HTV und ist bei Artemis mit der ESA bei dem gemeinsamen Wohnmodul beteiligt.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Fazit<\/h4>\n<p>Die Zusammenarbeit mit den USA war anfangs problematisch. Das Grundproblem ist nicht die NASA selbst, es sind Pr&auml;sidenten die K&uuml;rzungen wollen, die dann meist im Science Budget umgesetzt werden. Das kam bisher zweimal vor, unter Reagan und George W. Bush. Die Sch&auml;den sind meist dauerhaft. Die USA hatten mal die F&uuml;hrung in der Erderkundung, unter Reagan wurden alle laufenden Programme beendet. Inzwischen ist hier Europa mit dem Kopernikus-Programm f&uuml;hrend und die USA m&uuml;ssen Experimente auf europ&auml;ischen Satelliten wie Sentinel 6 installieren. Unter Reagan hatten die USA sogar eine Zeitlang nicht mal genug Satelliten f&uuml;r die Wettervorhersage, sodass die ESA ihren Meteosat 3 Satelliten auslieh. Jetzt sieht es nach einem noch viel gr&ouml;&szlig;eren Kahlschlag aus. In der ganzen Zeit gab es kein gemeinsames Projekt, das eingestellt wurde, weil die ESA nicht mehr wollte oder konnte.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite &#8211; ohne die Beteiligung von ESA und JAXA w&auml;re die ISS nie &uuml;ber das Kernsegment fertiggestellt, ja sogar mit dem Space Shuttle beendet worden. Das hei&szlig;t es g&auml;be keinen COTS Abschluss 2008, als SpaceX vor der Pleite stand und die Firma w&auml;re den Bach heruntergegangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18110\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18110\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Mit der Streichung des Lunar Gateways schaut Europa (bzw. die ESA) wieder mal in die R&ouml;hre. 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Ich will das als eine Folge von fiktiven\u2026","rel":"","context":"In &quot;SpaceX&quot;","block_context":{"text":"SpaceX","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/spacex\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/b2e94ef07fec4d7190886846bcbb4589","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18547,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/04\/quo-vadis-artemis\/","url_meta":{"origin":18110,"position":4},"title":"Quo Vadis Artemis?","author":"Bernd Leitenberger","date":"4. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Ich muss mal meine nicht vorhandene humanistische Bildung heraush\u00e4ngen, sprich Latein kann ich nicht, aber ich habe in meiner Jugend gerne Monumentalschinken angeschaut und da gibt es den ber\u00fchmtem Film \"Quo Vadis\" mit der ersten gro\u00dfen Rolle f\u00fcr Peter Ustinov als Nero. 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