{"id":18369,"date":"2025-08-29T19:06:33","date_gmt":"2025-08-29T17:06:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18369"},"modified":"2025-08-31T15:57:18","modified_gmt":"2025-08-31T13:57:18","slug":"nachlese-zehnter-teststart-starship-ift-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/08\/29\/nachlese-zehnter-teststart-starship-ift-10\/","title":{"rendered":"Nachlese zehnter Teststart Starship IFT-10"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18369\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18369\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Am Morgen (in den USA noch Vortag) des 27.8.2025 startete nach zwei Tagen Verz&ouml;gerung das zehnte Starship zum Testflug IFT-10. Wenn man es genau nimmt ist es sogar das 11-te Starship, denn das urspr&uuml;nglich vorgesehene Starship mit der Seriennummer 26 explodierte bei einem Probecountdown am 18., Juni. So musste das Starship SN37 an seine Stelle treten. Auch die Superheavy mit Seriennummer 26 ist neu.<\/p>\n<p>Ich mache meine Beurteilung nach dem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bGFUowgKqmo&amp;ab_channel=TheLaunchPad\">Video auf Youtube<\/a>. Ich habe aber den Ton abgeschaltet denn das euphorische Kichern und Lob bei den allerkleinsten Fortschritten der Moderatorin geht mir genauso auf die Nerven wie die Hintergrundkulisse aus jubelnden SpaceX Angestellten. Wenn ich also da was vers&auml;umt habe, sagt es mir. Eine &#8222;dauerhafte Version des Artijkels, mit dem Vorlauf und auch Nachtr&auml;gen falls es was neues gibt <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-ITF10.shtml\">findet ihr auf der Website<\/a><!--more--><\/p>\n<p>Da nun die Starts mehr oder mehr werden und auch die Missionen sich &auml;hneln &#8211; im Prinzip wiederholt dieser Flug ja den letzten Flug, den keine der beide Stufen &uuml;berlebte &#8211; fasse ich mich kurz und erw&auml;hne nur die wichtigsten Dinge bzw. Vorkommnisse<\/p>\n<p>Anders als bei Flug 9 gelang das Aussetzen von &#8222;Starlink-Simulatoren&#8220;. Es waren 8 an Bord, die f&uuml;r eine Masse von 12 bis 16 t stehen (wie viel die V2 Starlink Satelliten wiegen ist nicht genau bekannt, 1,5 oder 2 t pro Satellit werden genannt). Ebenso das Wiederz&uuml;nden eines Raptors. Ebenso erreichte das Starship die Meeresoberfl&auml;che, aber nicht heil.<\/p>\n<p>Die Superheavy landete weich, ein Triebwerk des innersten Rings wurde bewusst abgeschaltet um einen Ausfall zu simulieren. Die Trajektorie der Superheavy war nun etwas weniger steil als beim letzten Mal wo sie zerst&ouml;rt wurde. Auch das Starship flog eine steilere Kurve, nach SpaceX um den Stress bewusst zu erh&ouml;hen. Der tiefere Sinn d&uuml;rfte aber der gewesen sein, dass man so die Nutzlast erh&ouml;hen kann.<\/p>\n<p>Erstmals gab es beim Wiedereintritt ein G-Meter das eine Spitzenbelastung von 2,3 g zeigte, so was w&auml;re bei den viel h&ouml;heren Anforderungen beim Start auch in der Phase interessant.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Vorkommnisse<\/h4>\n<ul>\n<li>Bei 3:14 fiel eines der Triebwerke der SuperHeavy aus<\/li>\n<li>Im Orbit zeigte schon vor dem Wiedereintritt eine der Fl&uuml;gelklappen an der stumpfen Seite Besch&auml;digungen. Sie weiteten sich beim Wiedereintritt aus.<\/li>\n<li>Beim Wiedereintritt gab es bei 47:00 eine Explosion im Triebwerksbereich, Teile flogen weg<\/li>\n<li>Von einem Kachelfeld zum Test neuer Materialien gingen einige Kacheln verloren<\/li>\n<li>Bei der Landung des Starships kam dieses deutlich zu schr&auml;g auf, w&uuml;rde so bei einer Landlandung mit dem Tower kollidieren und es gab keine Hover-Phase. Sie explodierte nach der Landung.<\/li>\n<li>Die SuperHeavy landete nach Kommentar problemlos, aber im entscheidenden Moment wurde von einer Au&szlig;enkamera auf die Kamera, die nach unten blickt, umgeschaltet. Das kam schon fr&uuml;her bei SpaceX vor und in jedem Falle kam die SH \/ SS nicht so auf wie geplant.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"western\">Mein Kommentar<\/h4>\n<p>Angeblich soll die Explosion des Starships bei der Landung vorhersehbar gewesen sein. Na ja, bei IFT-6 ist es nicht explodiert, aber bei den beiden vorherigen Fl&uuml;gen, bei denen mit zu hoher Geschwindigkeit landete, kam es auch Explosionen.<\/p>\n<p>SpaceX wurde schon im Vorfeld nicht m&uuml;de zu betonen, dass man das Starship besonderem Stress unterzieht, wie schon beim letzten Flug geplant. Dies und die Experimente mit verschiedenen Kacheln erfolgen prim&auml;r, um die Bahnen zu optimieren, sodass die Nutzlast ansteigt. Der erh&ouml;hte Stress ist sicher mitverantwortlich f&uuml;r die Besch&auml;digungen, die es diesmal wieder gab, nachdem es bei Flug 5+6 keine Besch&auml;digungen gab.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Treibstoffbilanz<\/h4>\n<p>Ich habe die Treibstoffanzeige ausgewertet und mal mit IFT-3 verglichen:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<thead>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"33%\"><\/th>\n<th width=\"33%\">IFT-9<\/th>\n<th width=\"33%\">IFT-10<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Starttreibstoff SS<\/td>\n<td width=\"33%\">88 %<\/td>\n<td width=\"33%\">95,6 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Resttreibstoff SH nach MECO<\/td>\n<td width=\"33%\">10,7 %<\/td>\n<td width=\"33%\">11,9 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Resttreibstoff SH nach Boostback<\/td>\n<td width=\"33%\">3,7 %<\/td>\n<td width=\"33%\">4,3 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Starttreibstoff SH<\/td>\n<td width=\"33%\">97,1 %<\/td>\n<td width=\"33%\">96,6 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\" height=\"20\">Resttreibstoff SS nach Meco<\/td>\n<td width=\"33%\">3,8 %<\/td>\n<td width=\"33%\">4 %<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Aufgrund der kleinen Abbildung ist der Messfehler gro&szlig;, bei wiederholten Tests kam ich zu um 0,5 Prozent unterschiedlichen Werten, daher w&uuml;rde ich die 2<span style=\"font-family: Georgia, serif;\">\u03c3<\/span><span style=\"font-family: Georgia, serif;\">-Abweichung auf 1 Prozent ansetzen. Innerhalb dieser Fehlergrenzen gibt es nur einen drastischen Unterschied bei der Bef&uuml;llung der Superheavy.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia, serif;\">Relevant f&uuml;r die Nutzlast ist der Resttreibstoff. Auf der suborbitalen Bahn entspricht der ziemlich genau der sp&auml;teren Nutzlast. Es fehlt nur wenig Geschwindigkeit bis zum Orbit und man muss diesen auch noch verlassen. Auf der anderen Seite hat der Treibstoff noch Energie um das Starship zu beschleunigen. Beide Effekte heben sich fast auf. Beide Fl&uuml;ge hinterlassen rund 4 % Treibstoff, was bei 1.500 t Maximalzuladung rund 60 t Nutzast sind, dazu k&auml;men die 8 Starlinksimulatoren die man (Masseangaben schwanken zwischen 1,5 und 2 t pro St&uuml;ck) auf weitere 12 bis 16 t ansetzen kann. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia, serif;\">Die leichte Steigerung des Resttreibstoffs zwischen den beiden Fl&uuml;gen kann auf Einsparungen beim Landetriebstoff beruhen schlussendlich reichte der ja nicht mehr aus. Der Landetreibstoff hat separate Tanks, sonst w&uuml;rde er beim Wiedereintritt durch die Hitze verdampfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia, serif;\">Eine Absch&auml;tzung liefert auch die Zahl der Starlink-Simulatoren und die Trenngeschwindigkeiten<\/span><span style=\"font-family: Georgia, serif;\"> sowie Brennzeiten (offiziell)<\/span><\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\">\n<thead>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"20%\"><\/th>\n<th width=\"20%\">IFT-7<\/th>\n<th width=\"20%\">IFT-9<\/th>\n<th width=\"20%\">IFT-9<\/th>\n<th width=\"20%\">IFT-10<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Starlink Dummys<\/td>\n<td width=\"20%\">10<\/td>\n<td width=\"20%\">6<\/td>\n<td width=\"20%\">8<\/td>\n<td width=\"20%\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Resttreibstoff SH nach MECO<\/td>\n<td width=\"20%\">4431 km\/h<\/td>\n<td width=\"20%\">4530 km\/h<\/td>\n<td width=\"20%\">4717 km\/h<\/td>\n<td width=\"20%\">4766 km\/h<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">H&ouml;he<\/td>\n<td width=\"20%\">60 km<\/td>\n<td width=\"20%\">58 km<\/td>\n<td width=\"20%\">60 km<\/td>\n<td width=\"20%\">keine Anzeige<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Brennzeit SH<\/td>\n<td width=\"20%\">152 s<\/td>\n<td width=\"20%\">152 s<\/td>\n<td width=\"20%\">155 s<\/td>\n<td width=\"20%\">156 s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Boostback SH<\/td>\n<td width=\"20%\">43 s<\/td>\n<td width=\"20%\">45 s<\/td>\n<td width=\"20%\">40 s<\/td>\n<td width=\"20%\">40 s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Landung SH<\/td>\n<td width=\"20%\">20 s<\/td>\n<td width=\"20%\">20 s<\/td>\n<td width=\"20%\">21 s<\/td>\n<td width=\"20%\">20 s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Brennzeit SS<\/td>\n<td width=\"20%\">373 s<\/td>\n<td width=\"20%\">360 s<\/td>\n<td width=\"20%\">379 s<\/td>\n<td width=\"20%\">379 s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Landflip SH<\/td>\n<td width=\"20%\">26 s<\/td>\n<td width=\"20%\">18 s<\/td>\n<td width=\"20%\">27 s<\/td>\n<td width=\"20%\">16 s<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wir sehen eine Tendenz zu einer steileren Trajektorie. Bei ihr sinken die Gravitationsverluste was sich in einer h&ouml;heren Trenngeschwindigkeit niederschl&auml;gt. Dias spart auch Boostback-Treibstoff, f&uuml;hrt aber zu einer erh&ouml;hten Belastung bei Landung der SuperHeavy weshalb diese jetzt nur auf dem Meer niedergeht, und zwar steigt die Trenngeschwindigkeit, aber die horizontale Geschwindigkeit also die f&uuml;r den Orbit relevante sinkt, was das Starship das in der endg&uuml;ltigen Version mit mehr 300 t zus&auml;tzlichem Treibstoff kompensieren muss. Die Brennzeiten h&auml;ngen vom Treibstoff und Schub ab, wird mehr Treibstoff zugeladen (SH zwischen IFT-9 und 10) und bleibt die Brennzeit gleich so steigt der Schub, sofern es keine Schubreduktion w&auml;hrend des Betriebs gibt. Wir sehen sowohl bei SuperHeavy wie Starship ein Ansteigen der Brennzeit der Hauptstufe und bei der SuperHeavy eine Reduktion der Boostback-Dauer. Beides erh&ouml;ht die Nutzlast.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Raptoren<\/h4>\n<p>Der Ausfall eines Raptors bei der Superheavy &#8211; nicht das einzige Mal, selbst wenn man Explosionen wie bei Flug 7+8 ausklammert, kam das viermal bei den ersten 10 Starts bei dem Booster Antriebsphase vor. Bei der Boostbackphase kam es sogar sechsmal vor. Und bei der Landungsphase kam ein Ausfall zweimal vor. Das bedeutet Triebwerksausf&auml;lle der Raptors sind sehr wahrscheinlich. Dies hat nicht damit zu tun, dass ein Starship 39 Triebwerke einsetzt, denn auch eine Falcon 9 setzt zehn Triebwerke desselben Typs ein und bei 134 Starts im letzten Jahr gab es (soweit ich wei&szlig;) nur einen einzigen Triebwerksausfall (ich beobachte nicht alle Falcon 9 Starts). Auch wenn man es mit anderen Tr&auml;gern vergleicht, haben diese wesentlich seltener Triebwerksausf&auml;lle, auch wenn diese nat&uuml;rlich rein statistisch noch seltener vorkommen sollten.<\/p>\n<p>Dies bringt mich auf ein weiteres Thema, die Zuverl&auml;ssigkeit der Raptoren und Ihr Wartungsintervall. Hier gibt es schon vor den Testfl&uuml;gen einige Angaben, die sich widersprechen- So wurde betont, dass ein Raptortriebwerk pro Tag gefertigt wird, um einen Vorrat f&uuml;r die Testfl&uuml;ge zu haben. Gleichzeitig soll ein Raptor nur ungef&auml;hr 250.000 Dollar kosten. Also ein bedeutender Bruchteil des Preises, den man f&uuml;r andere Raketentriebwerke dieses Schubs zahlen muss. Wenn man davon ausgeht, dass ein Starship, wenn es einmal im Routineeinsatz ist nicht dauernd neue Triebwerke braucht, w&auml;re der Kostenpunkt eigentlich ohne Bedeutung. Er hat nur eine Bedeutung, wenn dass Triebwerks sehr h&auml;ufig ausgewechselt werden muss oder man es nur einmal einsetzen kann. Dem widerspricht aber eine zweite Angabe, die von 1.000 Eins&auml;tzen ausgeht.<\/p>\n<p>Blicken wir woanders hin. Merlins sind Nebenstromtriebwerke mit weitaus geringeren Anforderungen an die Bauteile, sie sind in der Fertigung trotz geringerem Schubs aber deutlich teurer (1 bis 1,5 Millionen pro Triebwerk werden genannt) und waren f&uuml;r 10 Eins&auml;tze ausgelegt, auch wenn es einige Booster gibt, die deutlich mehr flogen. In der Technologie vergleichbar sind die SSME, die extrem teuer sind. Bei ihnen kann man deutlich sehen, wie die Steigerung des Brennkammerdrucks sich stark auf die Lebensdauer auswirkt. Konzipiert f&uuml;r 100 Eins&auml;tze wurde durch Erh&ouml;hung des Schubs auf 109 % die Lebensdauer auf 55 Missionen verk&uuml;rzt. Noch bedeutender: die Turbopumpen als anf&auml;lligstes Subsystem werden nach 2-3 Eins&auml;tzen (LH1) oder 5-6 Eins&auml;tzen (LOX) ausgewechselt.<\/p>\n<p>Nimmt man diese Erfahrungen, kombiniert diese mit den bisherigen Ausf&auml;llen, auch bei dieser Mission, so kann man konstatieren: die Raptors sind sehr unzuverl&auml;ssige Triebwerke. Dabei, das kann man aus den Brennzeiten ableiten, arbeiten sie auch nach 10 Tagen nicht mit vollem Schub. Bekannt ist bisher nur das Schubniveau von IFT-3, das lag bei 285 Bar. Bei den Raptoren f&uuml;r das V2-Starship steigt der Brennkammerdruck auf 350 Bar und bei V3 auf 400 Bar. Gleichzeitig will man die Schutzh&uuml;llen, die man beim Starship bei diesem Flug sehr gut sah, abbauen. Das ist n&ouml;tig, um das massive &Uuml;bergewicht abzubauen. Diese Raptoren sollen, als technisches Wunder, nicht nur leistungsf&auml;higer sein, sondern auch leichter. Kann man glauben, muss man aber nicht. Nach physikalischen Gesetzen und technischen Erfahrungen sinkt mit steigendem Brennkammerdruck die Zuverl&auml;ssigkeit und sie sinkt, auch wenn ein Triebwerk leichter wird, weil man prim&auml;r Gewicht einsparen kann, indem man Wandst&auml;rken verringert.<\/p>\n<p>Das die Raptoren unzuverl&auml;ssig sind wei&szlig; SpaceX selbst, sonst h&auml;tten sie bei der Landung nicht ein Triebwerk der inneren drei abgeschaltet und eines aus dem n&auml;chsten Ring dazugenommen. Bei drei Triebwerken und einem Ausfall eines Triebwerks bei fast jeder Landung sollte das alleine rein statistisch alle elf Fl&uuml;ge vorkommen und da w&auml;re bisher die SuperHeavy verloren gewesen. Ebenso erhielten die Triebwerke des Starships nun eine Verkleidung bis zu den D&uuml;sen. Das macht sie aber nicht leichter und Raptoren 3 sollen ja ohne diese Verkleidung auskommen.<\/p>\n<p>Da das ganze Konzept des Starships aber davon abh&auml;ngt, dass es wie ein Flugzeug eingesetzt werden kann &#8211; wenige Stunden nach einem Start soll es erneut fliegen sind die bisher ungel&ouml;sten Qualit&auml;tsprobleme der Raptoren der Stopper f&uuml;r diesen Ansatz.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Fazit<\/h4>\n<p>Ich sehe den Flug vergleichbar IFT-4 an. Die SuperHeavy landete weich im Ozean und das Starship kam besch&auml;digt bis zur Oberfl&auml;che, aber schr&auml;g und ein Hovern von IFT-6 sah man nicht. Das reiht sich darin ein, das man Flug 7-9 im Ergebnis mit IFT 1-3 vergleichen kann. Setzt sich dieser Trend fort, so w&auml;re IFT-12 voll erfolgreich. Damit ist aber nur ein halbes V2-Starship qualifiziert. In beiden Schiffen fehlen noch die schubst&auml;rkeren Raptoren, ich prophezeie, dass es hier zu weiteren Problemen kommen wird. Und dann geht das ganze nochmal bei dem V3 Starship los, mit wesentlich vergr&ouml;&szlig;erten Tanks &#8211; &auml;ndern die Abmessungen und damit die Kr&auml;fte, die bei Aufstieg und Landung angreifen, drei weiteren Triebwerken im Starship und Raptoren mit noch mehr Druck. Kaum zu glauben, dass es nach den bisherigen Erfahrungen da nicht Versager geben wird.<\/p>\n<p>Inzwischen sind beide Stufen nach den Anzeige weitestgehend vollgetankt. Das hei&szlig;t durch weiteren Treibstoff wird man kaum die Nutzlast steigern k&ouml;nnen, ebenso sinken die schon geringen Gravitationsverluste durch schubst&auml;rkere Triebwerke kaum an. Ich w&uuml;rde auf den Daten von IFT-10 die Nutzlast des Starships auf 70 bis 75 t sch&auml;tzen, vielleicht noch durch Vollbetanken noch auf 80 t steigerbar, aber 20 t geringer als von SpaceX versprochen. Und sie soll durch 23,3 % mehr Treibstoff beim V3 von 100 auf 200 t steigen. Wie schon gesagt: kann man glauben, muss man aber nicht. Man kann ja auch die Nutzlastangaben der Falcon 9 auf der Website (seit 10 Jahren unver&auml;ndert) glauben und mit den real gestarteten Nutzlasten vergleichen und feststellen, dass selbst die schwersten dies komischerweise deutlich darunter liegen, je nach Orbit 20 bis 33 Prozent.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/99a61bf9c489499b8003952db7f5e97c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nWirklich interessant sind aber die n&auml;chsten Fl&uuml;ge &#8211; wann wird endlich mal ein Orbit angestrebt und ein Starship landet am Startort. Wann werden nicht nur Dummynutzlasten sondern echte ausgesetzt. Nach 10 Tests f&uuml;hrt SpaceX immer noch suborbitale Tests durch. Das Grundproblem der iterativen Vorgehensweise von SpaceX ist ja nicht die, das es ein klassisches Testprogramm ist. Bei dem w&uuml;rde man nach jedem Flug die Fehler beheben und der n&auml;chste Test w&uuml;rde weniger potenzielle Fehlerquellen aufweisen. SpaceX ver&auml;ndert aber bei jedem Flug etwas, erzeugt so neue Fehlerquellen die dann zu den beobachteten Ergebnissen f&uuml;hren. Bei dieser Vorgehensweise braucht man sehr viele Tests bis man ein einsatzf&auml;higes Starship bekommt.<\/p>\n<h4>[Edit 31.8.2025]<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/stocktwits.com\/news-articles\/markets\/equity\/musk-clears-doubts-over-orange-color-of-starship-during-reentry\/chtT7HORdZv\">Nach Elon Musk<\/a> soll das Starship 3 m vom Zielpunkt entfernt gelandet sein. Er sieht es trotz der Besch&auml;digungen als vollen Erfolg. W&auml;re dies eine Landung am Turm gewesen, so w&auml;re sie bei 9 m Durchmesser in jedem Falle in den Turm gekracht und verloren gewesen. Dabei spielt es keine Rolle, das die Landung im Ozean erfolgte. Die Falcon 9 nutzen eine autonome Navigation, keine Kameras zum Landen und so d&uuml;rfte es beim Starship sein, sonst k&ouml;nnte man mangels Markierungen ja gar nicht pr&auml;zise im Ozean landen. Die Daten &uuml;ber die Position kann z.B. GPS\/Galileo liefern. Gerade die pr&auml;zise Landung ist aber wichtig. Bei der Superheavy die sich ja im Turm einhakt reduziert dies die Toleranzspanne von 1-2 m bei den Falcons deutlich, beim Starship w&auml;re eine h&ouml;here Toleranz m&ouml;glich, wenn es nicht direkt am Turm, sondern 10 oder 20 m entfernt landet. Da es bisher noch keine Landlandung gab wei&szlig; man nicht welches Konzept SpaceX f&uuml;r die Landung und den anschlie&szlig;enden Zusammenbau verfolgt. Die H&ouml;hentests des Starship 2020\/21 f&uuml;hrten jedenfalls immer zum Turm zur&uuml;ck.<\/p>\n<p>Die Besch&auml;digungen im Heck stammen zudem von einer Explosion und haben mit der Wiedereintrittskurve, die steiler als bei den letzten Fl&uuml;gen war nichts zu tun. Man sieht auf dem Starship eine r&ouml;tliche Schicht. Dies soll nach Elon Musk oxidierte Kacheln sein. Die rostbraune Farbe hat Eisenoxid, so d&uuml;rfte es sich um Kacheln aus Eisen\/Stahl handeln. Es ist nicht nur eine Zone sondern ein gro&szlig;er Bereich. Bisher ging man davon aus das der Hitzeschutz aus Keramikkacheln wie beim Space Shuttle besteht, auch weil diese bedeutend leichter als eine Alternative aus Metall sind. Wei&szlig; sehen die Zonen aus, bei denen bewusst Kacheln entfernt wurden.<\/p>\n<p>Offenbar arbeitet man bei SpaceX daran, das Starship m&ouml;glichst kosteng&uuml;nstig herzustellen, anstatt die immer noch zu geringe Nutzlast zu erh&ouml;hen. Insgesamt sah das Starship erheblich ramponierter als bei IFT-6 aus. Das der Stahl oxidiert ist kein gutes Zeichen, denn damit tr&auml;gt sich der Hitzeschild ab und muss irgendwann ersetzt werden. Bisher setzte das Starship auf das von der NASA f&uuml;r einen Space-Shutle Nachfolger entwickelte <a href=\"https:\/\/ntrs.nasa.gov\/api\/citations\/20190030273\/downloads\/20190030273.pdf?attachment=true\">TUFROC<\/a>, ein Material, das Kohlefasern in eine Keramikmatrix einbindet und genauso belastbar ist wie das in den Shuttle-Fl&uuml;gelkanten eingesetzte Carbon-Carbon, nur ist es erheblich leichter und um den Faktor 100 billiger. Auch das X-37B nutzt es, und da sah man bei 8 Fl&uuml;gen keine Spuren einer Ver&auml;nderung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18369\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18369\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Am Morgen (in den USA noch Vortag) des 27.8.2025 startete nach zwei Tagen Verz&ouml;gerung das zehnte Starship zum Testflug IFT-10. Wenn man es genau nimmt ist es sogar das 11-te Starship, denn das urspr&uuml;nglich vorgesehene Starship mit der Seriennummer 26 explodierte bei einem Probecountdown am 18., Juni. So musste das Starship SN37 an seine Stelle [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4106],"tags":[5335,4385,5341],"class_list":["post-18369","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spacex","tag-ift-10","tag-starship","tag-superh","entry"],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":1122,"today_views":0},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":18432,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/10\/08\/vor-dem-starship-teststart-ift-11\/","url_meta":{"origin":18369,"position":0},"title":"Vor dem Starship-Teststart  IFT-11","author":"Bernd Leitenberger","date":"8. 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