{"id":18385,"date":"2025-09-07T15:39:46","date_gmt":"2025-09-07T13:39:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18385"},"modified":"2025-09-09T08:13:08","modified_gmt":"2025-09-09T06:13:08","slug":"spacex-splitter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/09\/07\/spacex-splitter\/","title":{"rendered":"SpaceX-Splitter"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18385\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18385\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Der heutige Blog ist nicht neu, das, was ich schreibe habe ich schon einige Male geschrieben, aber ebenso wie ich zum wiederholten Male Artikel &uuml;ber den Fortschritt oder fehlenden Fortschritt in anderen Webseiten lese, denke ich kann man einiges noch mal aufkochen. Ich will das als eine Folge von fiktiven Fragen und Antworten geben.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Ist das iterative Testen an den Fehlstarts ds Starships schuld?<\/h4>\n<p>Jaein. Man muss zuerst mal verstehen, was iteratives Testen ist. Der Begriff kommt aus der Softwaretechnik und ist mir daher wohlbekannt. Bei iterativer Vorgehensweise baut man nicht eine Anwendung, die irgendwann mal komplett fertig ist, sondern zerlegt sie in Module, die man nacheinander programmiert und die dann zusammen die ganze Anwendung geben. Eine Textverarbeitung k&ouml;nnte man in Editfunktionen, Bildschirmdarstellung und Tastaturverarbeitung, Speicher, Drucken, Formatieren etc. unterteilen. Ist ein Modul fertig so wird getestet und dann ist dieses Element abgeschlossen. Letztendlich ist jede Software, die mehr als eine Version hat iterativ entstanden, denn Version 1.x oder 2.0 baut ja auf der ersten Version auf.<!--more--><\/p>\n<p>Der Schl&uuml;ssel, sonst w&uuml;rden solche Projekte scheitern, ist aber dass jeder Teil abgeschlossen ist und auch durchgetestet, notfalls mit Dummydaten. Iterativ wurden auch die fr&uuml;hen Raketen entwickelt, vor allem ICBM. Da wurde zuerst die erste Stufe getestet, dann erste und zweite Stufe, dann das Steuerungssystem optimiert. Die Atlas hatte so 3 Versionen bevor die Atlas D die erste einsatzf&auml;hige war und erst Atlas E+F versprachen die gew&uuml;nschte schnelle Reaktionszeit. Analog wurden auch die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/europa.shtml\">Europa<\/a> und Saturn I entwickelt.<\/p>\n<p>Was SpaceX aber macht ist etwas v&ouml;llig anderes. Sie starten mit ungetesteten Raketen. Gut eine Superheavy kann man nicht testen, daf&uuml;r gibt es keine Testst&auml;nde, die den Schub aufnehmen k&ouml;nnten, aber das Starship h&auml;tte man so testen k&ouml;nnen. Aber es wurde ja schon bei der Komponentenebene nicht getestet. Das steht etwas verklausuliert in dem Bericht zur Explosion von Starship 36. Wenn man erst nach diesem Vorfall beginnt die Druckgasflaschen zu testen und Pr&uuml;fmethoden zu entwickeln, dann hat man es vorher nicht getan. Ein anderes sind die bei Flug 7 bis 9 in verschiedenen Teilen beobachteten Lecks, die zu Feuern und Explosionen f&uuml;hrten. Auch diese kann man bei einem Bodentest finden, meist aber schon vorher. Der Mondlander LM wurde nicht fertig, weil man beim ersten Exemplar Lecks fand als man die Leitungen mit Helium sp&uuml;lte und dann nach Helium um den LM mit Detektoren suchte.<\/p>\n<p>Diese Vorgehensweise von SpaceX nennt man nicht &#8222;iterativ&#8220;, man nennt sie Trial und Error und bei einem so komplexen und gro&szlig;en Gef&auml;hrt wie dem Starship kann es Jahre dauern &uuml;ber diese Methode alle Fehler zu finden und sie ist extrem teuer, weil man bei jedem Fehler meist ein Starship verliert. Aber es ist die k&uuml;rzeste Methode etwas zu konstruieren.<\/p>\n<p>Erschwerend kommt hinzu, dass bevor ein Starship komplett den Entwicklungszyklus durchlaufen hat, SpaceX schon zur Version 2 oder 3 fortschreitet.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Warum scheitern alle Starships, w&auml;hrend die Entwicklung der Falcon 9 und Heavy problemloser verlief?<\/h4>\n<p>Auf diese Frage gibt es zwei Antworten. Zum einen war SpaceX als die Falcon 9 entwickelt wurde eine noch kleine Firma, jung. Einige Angaben zur Falcon 1 und 9 deuten darauf hin, dass sie viele Auftr&auml;ge ausw&auml;rts vergeben haben, das ist in der Raumfahrtbranche nicht un&uuml;blich, in der Vulcan stecken auch keine Triebwerke die ULA selbst baut. Die Falcon 9 ist eine Rakete \u2013 Wiederverwendung au&szlig;en vor, das hat wenig mit Technik zu tun \u2013 auf dem technischen Stand der Sechziger Jahre. Es gibt viele qualifizierte Firmen die Subkomponenten wie Leitungen, Ventile, Turbopumpen etc. f&uuml;r eine LOX\/Kerosin-Rakete mit einem Nebenstromtriebwerk mit mittlerem Schub entwickeln oder liefern k&ouml;nnen. Was SpaceX noch machen musste war diese Teile zu einer Rakete zusammenzuf&uuml;gen. Auch hier wurde dazugelernt, so hatten die ersten Falcon 9 eine 3&#215;3-Matrixanordnung der Triebwerke, sehr ung&uuml;nstig, wenn man den Schubvektor beeinflussen will, und dann ging man zum Oktaweb &uuml;ber.<\/p>\n<p>Das Starship entstand 10 Jahre sp&auml;ter, die Falcon 9 flog seit Jahren problemlos und diesmal hat SpaceX sie selbst entwickelt. Meiner Ansicht nach hat das meiste Personal aus der Fr&uuml;hzeit, das Erfahrungen gesammelt hat und diese weitergeben konnte, die Firma verlassen. Anders sind bestimmte Vorkommnisse nicht erkl&auml;rbar. Es gibt Dinge, bei denen fragt man sich: &#8222;Wie konnte jemand auf eine so dumme Idee kommen?&#8220;. So das Ablassen von Treibstoff w&auml;hrend des Flugs bei <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-ITF2.shtml\">IFT-2<\/a> oder die bekannt gewordene Ursache f&uuml;r die Triebwerksausf&auml;lle \u2013 man hat das Verbrennungsabgas, das Wasser und andere Stoffe enth&auml;lt, die bei den Temperaturen von fl&uuml;ssigem Methan und LOX zu Eis werden, zur&uuml;ck in die Tanks geleitet (die korrekte Vorgehensweise w&auml;re es, einen Teil des Treibstoffs am Triebwerk zu erw&auml;rmen und zur&uuml;ck in den Tank zu leiten, daf&uuml;r braucht man nur eine Leitung mehr als bei der SpaceX-Methode). Und das Eis f&uuml;hrte dann auch zum Bersten der Turbopumpen, wenn es in diese gelangt.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Wie beurteilst Du die Vorgehensweise beim Starship?<\/h4>\n<p>Wie schon erw&auml;hnt arbeitet SpaceX nach dem &#8222;Trial und Error&#8220;-System. Das hei&szlig;t es wird etwas designt und dann gleich im Einsatz ausprobiert, anstatt vorher alle Fehlerm&ouml;glichkeiten durch Tests zu eliminieren und Pr&uuml;fmethoden zu entwickeln. Es scheint so, als w&auml;re dies neu, aber dem war schon immer so. Bei einem der Testfl&uuml;ge der Falcon 9 entdeckte man einen Riss in der D&uuml;se des Merlin Vacuum. Anstatt zu untersuchen, wie dies passieren konnte, wurde die D&uuml;se einfach gek&uuml;rzt. Die zwei Explosionen der fr&uuml;hen Falcon 9 hatten ihre Ursache darin, dass in einem Fall man Streben nahm, die nicht f&uuml;r den Zweck geeignet waren und eine brach, und im zweiten Falle Sauerstoff in einer undichten Heliumdruckgasflasche sich entz&uuml;ndete \u2013 Dinge, die man durch Tests und Pr&uuml;fungen schon im Vorfeld vermeiden kann. Ebenso scheiterten die Falcon-1-Starts durch eingesparte Systeme, die SpaceX meinte nicht zu ben&ouml;tigen.<br \/>\nUnabh&auml;ngig von der Technik scheint es bei SpaceX einen enormen Sparzwang zu geben, der sich nicht nur in fehlenden Tests, sondern auch Einsparungen bei den Materialien &auml;u&szlig;ert. So die Verwendung von Edelstahl anstatt leichteren Materialien. Beim letzten Test wurde auch klar, dass die Firma metallische Kacheln einsetzt, die wohl billiger als die bisherige Variante TUFROC, die von der NASA entwickelt wurde und auch im X-37B eingesetzt wurde. Das macht vor allem bei einem vollst&auml;ndig wiederverwendbaren Gef&auml;hrt keinen Sinn. Selbst wenn man so Kosten spart, sind die Alternativen schwerer und senken so die Nutzlast bei jedem Flug ab, w&auml;hrend die h&ouml;heren Herstellungskosten nur einmal anfallen. &Auml;hnliches scheint auch f&uuml;r die Starlink-Satelliten zu gelten, die eine f&uuml;r Satelliten sehr geringe Lebensdauer von 5 Jahren haben, und nach den bisherigen Statistiken erreichen die meisten nicht mal diese Frist. Ich vermute, man setzt hier auf handels&uuml;bliche Solarzellen und Elektronik, die im All durch die energiereiche Strahlung rasch an Leistung verlieren bzw. gesch&auml;digt wird.<\/p>\n<p>Beim Starship ist das Grundproblem, dass die dauernden &Auml;nderungen daf&uuml;r sorgen, dass man jedes Mal neue Fehlerquellen einbaut. Nun steht noch ein Flug des Starships V2 an, vier brauchte man, um nur auf das Niveau von Flug 5 zu kommen. Das hei&szlig;t, praktisch bei jeder neuen Version f&auml;ngt die Firma von vorne an. Dabei ist es noch nicht mal ein vollst&auml;ndiges V2-Starship, die Raptoren sind immer noch die alten.<\/p>\n<p>Das Hauptproblem ist aber, dass durch diese Fixierung auf einfach zu verarbeitende und billigere Materialien es sehr schwer ist. Es soll 100 t wiegen, d&uuml;rfte meinen Berechnungen aber eher um 180 t wiegen. 200 t wogen schon die ersten Prototypen f&uuml;r die Aufstiegstests 2020\/21, das hei&szlig;t man hat kaum Fortschritte erzielt. So wird man die Nutzlast nie erreichen, selbst wenn man mal alle Fehlerquellen beseitigt hat.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Was meinst Du, wird das Starship seine Ziele erreichen?<\/h4>\n<p>Hier ist dein Text mit reinen Rechtschreibkorrekturen, ohne dass ich Grammatik oder Satzbau ver&auml;ndert habe:<\/p>\n<p>Es bietet sich an zu vergleichen. Das Space Shuttle war bisher das einzige fast wiederverwendbare Tr&auml;gersystem. Auch hier wurde versprochen, die Startpreise radikal zu reduzieren. Es erwies sich im Unterhalt als so teuer, dass dies nicht eintrat. Aber bei ihm waren 133 von 135 Missionen wenigstens erfolgreich. Das Starship m&uuml;sste noch viele Missionen absolvieren, um auf diese Zuverl&auml;ssigkeit zu kommen. Mit gen&uuml;gend Tests kann man schlussendlich alle Fehlerquellen beseitigen, wenn man diese Tests denn alle finanzieren kann.<\/p>\n<p>Wie beim Space Shuttle setzt SpaceX auf eine rasche Startfolge \u2013 die Shuttles sollten auch mal rund 50 Missionen pro Jahr absolvieren mit einem Start eines Orbiters alle vier Wochen. Das klappte nicht und d&uuml;rfte auch bei SpaceX der Stopper sein, denn ohne eine hohe Flugfrequenz klappt weder das Auftanken im Orbit noch kann man die Fixkosten auf viele Starts umlegen.<\/p>\n<p>Derzeit ist es so, dass das Starship 10-mal schwerer als eine Falcon 9 ist, aber dieselbe Nutzlast hat. Deren wiederverwendbare Teile stehen f&uuml;r 70 % der Produktionskosten. Es f&auml;llt mir schwer zu glauben, dass ein zehnmal schwereres 100 % wiederverwendbares Starship 30 % der Kosten einer Falcon 9 einsparen kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Ebenso halte ich die Startfrequenzen f&uuml;r utopisch. Nach Shotwell, also nicht Elon Musk vom November 2024 sollen in <a href=\"https:\/\/arstechnica.com\/space\/2024\/11\/spacex-president-predicts-rapid-increase-in-starship-launch-rate\/\">vier Jahren 400 Fl&uuml;ge stattfinden<\/a>. Nun ist das erste Jahr fast herum, bisher gab es f&uuml;nf Starts. 390+ Starts in drei Jahren? Alleine durch die Technik d&uuml;rfte man kaum ohne Wartung auskommen, Turbopumpen sind bei Triebwerken der begrenzende Faktor f&uuml;r die Lebensdauer und die &uuml;berstehen bei anderen Triebwerken 5 bis 10 Eins&auml;tze ohne Austausch. Dann ist es aber Essig mit den von Musk versprochenen <a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/elon-musk-predicts-6-7-170843580.html\">st&uuml;ndlcihen Starts<\/a> in 5-7 Jahren. (Also rund 87-mal mehr als Shotwell in 3 Jahren verspricht).<\/p>\n<h4 class=\"western\">Du reitest immer auf falschen Werten herum, was soll das?<\/h4>\n<p>Es gibt meiner Ansicht nach einen Unterschied zwischen der &#8222;Musk-Time&#8220;, also den &uuml;bertrieben optimistischen Zeitvorstellungen von Elon Musk bei Pl&auml;nen und technischen Angaben. Eine Rakete besteht aus Bauteilen, die heute mit CAD\/CAM erstellt werden, da wei&szlig; man schon bevor man die Rakete zum ersten Mal testet, wie gro&szlig; ihre Nutzlast ist. Das klappte sogar fr&uuml;her, als man noch Prototypen baute. Wenn man wie Elon Musk \u2013 und das wird ja dann, da er Firmenchef ist, auch die offizielle Angabe \u2013 Fantasienutzlasten angibt, die nicht erreichbar sind, dann ist das f&uuml;r mich eine L&uuml;ge, die nicht einmal etwas bringt: Ein Kunde muss ja die wahre Nutzlast erfahren, sonst wird es peinlich, wenn der Satellit nicht den vereinbarten Orbit erreicht. Noch unverst&auml;ndlicher sind Angaben f&uuml;r den spezifischen Impuls, da man diesen durch Programme wie RPA oder CEA2 berechnen kann. Musk hat f&uuml;r das Raptor und das Merlin Vacuum hier Ausstr&ouml;mgeschwindigkeiten angegeben, die physikalisch unm&ouml;glich sind.<\/p>\n<p>Warum er bzw. SpaceX das machen ist mir ein R&auml;tsel, ich kann mir eine Erkl&auml;rung zusammenreimen, aber keine macht so richtig Sinn. Angaben zu machen, von denen man wei&szlig;, dass sie falsch sind, ist sinnlos, unlogisch. Vielleicht ist die sinnigste Erkl&auml;rung die gleiche wie bei Trump, der auch dauernd Dinge behauptet, die frei erfunden sind. Es ist eine Pers&ouml;nlichkeitsst&ouml;rung, so was wie ADHS, Musk muss immer im Rampenlicht stehen.<\/p>\n<p>Ich wei&szlig;, viele nehmen Musk bei den Zeitangaben wie den oben erw&auml;hnten st&uuml;ndlichen Starts in 6\u20137 Jahren nicht ernst. Aber wenn ich ihn da nicht ernst nehme, dann sollte ich auch andere Angaben von ihm nicht glauben. Wenn ich ank&uuml;ndigen w&uuml;rde, dass ich in 6\u20137 Jahren pro Jahr 10 B&uuml;cher schreibe und jedes nur noch 1 Euro kostet, ihr w&uuml;rdet mir ja auch nicht glauben, und dies ist verglichen mit Musks Versprechen ja noch untertrieben.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Wie stehst Du zu dem Ziel der Marsbesiedelung, das w&auml;re doch toll wenn das klappen w&uuml;rde?<\/h4>\n<p>Ja, wenn es denn klappen w&uuml;rde. Dieses Ziel gibt Elon Musk seit Jahrzehnten aus. Inzwischen ist er so reich, dass er es sich problemlos leisten k&ouml;nnte, mal eine unbemannte Vorl&auml;ufermission zu starten, aber er und SpaceX haben bisher nichts unternommen, um diesem Ziel n&auml;herzukommen. Es werden periodisch neue Starttermine genannt \u2013 der aktuelle ist im n&auml;chsten Jahr \u2013 und nichts ist passiert.<\/p>\n<p>Selbst ein Unternehmen, das nur mal den Mars besucht und dann zur Erde zur&uuml;ckkehrt, braucht viele Entwicklungen, die man alle Jahre vor dem Start angehen muss. Die Besatzung muss schlie&szlig;lich drei Jahre ohne die M&ouml;glichkeit einer R&uuml;ckkehr auskommen. Die ISS, obwohl seit fast 30 Jahren im Orbit, ist noch lange nicht soweit. Sie ist auf dauernde Versorgungsfl&uuml;ge angewiesen und verl&auml;sst sich bei Notf&auml;llen darauf, dass die Astronauten mit den angedockten Raumschiffen innerhalb von zwei Stunden wieder zur Erde zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnen. Die Technologie und vor allem die Zuverl&auml;ssigkeit, die da gefordert wird, ist um Potenzen anspruchsvoller als das Starship, das letztendlich nur eine ziemlich gro&szlig;e Rakete ist. SpaceX h&auml;te im letzten Herbst als sie die ESA-Sonde Hera starteten die zum Mars flog ja mal eine eigene Mission hinzunehmen k&ouml;nnen, und wenn es nur ein modifizierter Starlinksatellit ist um zu testen, ob er auch beim Mars funktioniert. Hera war mit 1.200 kg Masse daf&uuml;r leicht genug. Aber man hat nichts getan. Im Kontrast dazu hat der Kunde von SpaceX Isaacman angek&uuml;ndigt eine unbemannte Raumsondermission <a href=\"https:\/\/spacenews.com\/isaacman-interested-in-privately-funded-science-missions\/\">zu finanzieren<\/a> und der ist weitaus weniger reich als Elon Musk.<\/p>\n<p>F&uuml;r mich ist diese Aussage nur dazu da die Angestellten zu Mehrarbeit zu bewegen ohne das sie murren, indem man ihnen ein utopisches Ziel vorgibt. Mein Kriterium, nicht nur bei SpaceX ist, dass ich Menschen und Unternehmen nach ihren Taten und nicht Worten beurteile.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Und die SpaceX-Fans?<\/h4>\n<p>Also ich war nie ein Fan von irgendetwas, weder einer Person noch so etwas wie ein Fu&szlig;ballverein, daher habe ich sowieso ein Problem, dies nachzuvollziehen. Ich sehe aber, dass SpaceX dieses Fan-Tum befeuert. Das geht schon mit den Inszenierungen der Starts des Starships los, bei denen es keinen neutralen informativen Kommentar gibt, sondern Kommentatoren, die jedes Ereignis in den Himmel loben und von einer Ger&auml;uschkulisse von jubelnden Mitarbeitern begleitet werden, und es werden Hoffnungen gesch&uuml;rt. So f&uuml;r einen Trip in den Weltraum f&uuml;r jedermann, den K&ouml;nigsmann, obwohl inzwischen nicht mehr bei SpaceX, in zehn Jahren f&uuml;r jeden f&uuml;r 80\u2013100.000 Euro in einem Interview versprochen hat.<\/p>\n<p>Ich kann noch verstehen, dass es in den USA SpaceX-Fans gibt. Es ist eine US-Firma, sie hat nach &uuml;ber 20 Jahren wieder dazu gef&uuml;hrt, dass die USA bei kommerziellen Starts f&uuml;hrend sind. Aber letztendlich ist es nur eine Firma, die Geld verdienen will. Starlink ist eine Alternative zu anderen Internetprovidern und in der Regel teurer und mit schlechterer Bandbreite. Die Falcon 9 wurden trotz Wiederverwendung nicht billiger, sondern teurer, und sie haben auch nicht bei der NASA dazu gef&uuml;hrt, dass diese nun mehr Projekte durchf&uuml;hren kann. Letztendlich ist wichtig, was hinten rauskommt, wie es mal ein Bundeskanzler sagte. Oder wie ich sage \u2013 messt die Firma nach Taten, nicht Worten. Seit &uuml;ber einem Jahrzehnt verspricht Elon Musk eine rapide Reduktion der Startkosten. Passiert ist nichts. Einer Untersuchung zufolge ist das Netzwerk schon &uuml;berfordert, wenn es <a href=\"https:\/\/observer.co.uk\/news\/business\/article\/starlink-not-up-to-task-of-delivering-broadband\">mehr als 6-7 Nutzer pro Quadratmeile gibt<\/a>. Entsprechend sinken die Datenraten auch laufend ab und garantiert werden nur noch 8 MBit\/s. Trump hat sogar extra die <a href=\"https:\/\/arstechnica.com\/tech-policy\/2025\/08\/starlink-wants-billions-in-grants-but-state-governments-arent-cooperating\/\">Richtlinien f&uuml;r F&ouml;rdergelder ge&auml;ndert, <\/a>um es zu pushen. W&auml;re bei einem Produkt, das konkurrenzf&auml;hig ist nicht n&ouml;tig. Das ist auch ein Aspekt der gerne ignoriert wird: die Firma hat schon enorm viele Mittel von der Regierung erhalten, bisher 38 Milliarden Dollar, weitere 38 bis 42 k&ouml;nnten durch die F&ouml;rderprogramme hinzukommen. Die Firma ist also durchaus nicht mehr kommerziell orientiert als andere Raumfahrtfirmen in den USA oder Europa. Gemessen an Umsatz, Mitarbeitern nimmt sie bei den Zuwendungen sogar einen Spitzenplatz ein, der auch daran liegt das sie nur Starlink und Tr&auml;gerraketen hat, nicht wie Lockheed, Grumman oder Boeing auch Satelliten oder Raumsonden baut. <a href=\"https:\/\/www.finanznachrichten.de\/nachrichten-2025-08\/66213062-milliarden-vom-staat-null-steuern-elon-musks-spacex-gleichung-397.htm\">Aber daf&uuml;r zahlt sie keine Steuern<\/a>.<\/p>\n<p>F&uuml;r mich sieht das nach einer Gelddruckmaschine f&uuml;r Musk und einen abgeschlossenen Kreis von Investoren aus, aber nicht etwas, was die bemannte oder unbemannte Raumfahrt voranbringen k&ouml;nnte. Speziell f&uuml;r Deutsche frage ich mich, warum man Fan der Firma ist. Man hat ja nichts davon. Starlink versorgt in Deutschland keine Funkl&ouml;cher, es bietet ja nur Internet, keinen Mobilfunk. Von der US-Dominanz hat man auch nichts. Im Gegenteil, wir haben f&uuml;r die v&ouml;llig &uuml;berfl&uuml;ssige Ariane-6-Entwicklung Milliarden gezahlt, die man sich h&auml;tte schenken k&ouml;nnen. Von der ESA\/DLR gab es auch keine Angaben dar&uuml;ber, was die Starts gekostet haben, die von den Falcons absolviert wurden. H&auml;tte man da Geld gespart, ich bin mir sicher, man h&auml;tte es uns wissen lassen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Du vergisst die Versorgung der ISS!<\/h4>\n<p>Nein, habe ich nicht. Wenn es nur um den Zweck und die Kosten geht, dann ist es weder preiswerter, Astronauten zur ISS zu bef&ouml;rdern als mit den Sojus, noch offeriert SpaceX niedrigere Frachtpreise als die Konkurrenz. Nach einem Report ist sie da bei CRS sogar der teuerste Anbieter, obwohl Raumschiff und Tr&auml;gerrakete, anders als bei der Konkurrenz, wiederverwendbar sind. In beiden F&auml;llen gibt es Alternativen, auch wenn den USA die Bef&ouml;rderung von Astronauten durch Russland nicht schmecken d&uuml;rfte. Aber bei der bemannten Raumfahrt geht es ja auch weniger um Logik und Kosten als um Prestige.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Du hast sicher einen Vorschlag f&uuml;r SpaceX?<\/h4>\n<p>Na klar. Das naheliegendste w&auml;re die Wiederverwendung des Starships aufzugeben. Damit k&ouml;nnte man es erheblich leichter bauen. Der Thermalschutz f&auml;llt weg, die schwere Nutzlastsektion wird durch eine leichte, abwerfbare Spitze ersetzt und der Landetreibstoff inklusive Tanks f&auml;llt weg. Aber da dieses schon vor dem Wiedereintritt bisher nicht sehr gut aussah, h&auml;tte ich noch eine zweite M&ouml;glichkeit: Drei SuperHeavy starten simultan, die mittlere mit reduziertem Schub. Die beiden &auml;u&szlig;eren werden geborgen, die mittlere ist ein Verlustger&auml;t mit einer 5 t schweren Nutzlastspitze kommt man auf 310 t LEO-Nutzlast und 48 t GTO-Nutzlast (so gering, weil die SuperHeavy leer 200 t wiegt). Das Elegante an dem Ansatz: jede SuperHeavy fliegt maximal dreimal, dann wird sie zu dem Verlustger&auml;t in der Mitte. Das sollte man ohne &Uuml;berholung hinbekommen. Dann klappts auch mit den schnellen Starts und zwei Startpl&auml;tze, an denen sie landen k&ouml;nnen hat SpaceX ja. Die Kosten w&uuml;rden bei 1\/3 eines Wegwerfger&auml;tes liegen und man w&uuml;rde da man nur eine Stufe hat auf eine gro&szlig;e Serienproduktion kommen.<\/p>\n<p>Eine Alternative w&auml;re es eine SuperHeavy zu k&uuml;rzen, sodass nur 1.500 t Treibstoff in den Tanks passen und alle Triebwerke bis auf 6 ausbauen (innere 3 und 3 im n&auml;chsten Ring). Diese w&uuml;rde man dann als zweite Stufe auf eine SuperHeavy setzen. Die Nutzlast betr&uuml;ge rund 115 t in den LEO und 12 t in den GTO. Das h&auml;tte den Vorteil das man Raptoren im Verlustger&auml;t einspart. Da die Tanks aus gleich langen Segmenten bestehen sollte das K&uuml;rzen problemlos m&ouml;glich sein.<br \/>\nBeide Nutzlastangaben beruhen darauf das die 200 t Trockenmasse und die Aufschl&uuml;sselung (80 t Triebwerke, 80 Tanks, 20 t Stufenadapter, 20 t Resttreibstoff) von Musk stimmen. Da das Starship definitiv zu schwer ist halte ich es aber f&uuml;r wahrscheinlich das auch die SuperHeavy zu schwer ist. 4 Kg mehr in der Trockenmasse der Superheavy reduzieren die Nutzlast um etwa 1 kilo.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/b2e94ef07fec4d7190886846bcbb4589\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nSo, das wars. F&uuml;r jeden der Punkte k&ouml;nnte ich einen ganzen Artikel schreiben, aber das wars denn auch. Ich denke, mit vielen Tests w&uuml;rden sie das V3-Starship zum Laufen bringen, mit einer Nutzlast, die f&uuml;r V1 versprochen wurde; auf der Website wird aber wie &uuml;blich ein h&ouml;herer Wert stehen. Man wird weder die rapide Reduktion der Kosten sehen, bisher gibt es ja nicht einmal einen Startpreis f&uuml;r das Starship, noch die hohe Flugrate. Das Starship wird vor allem f&uuml;r SpaceX selbst gebraucht, um das Starlink-Netz auszubauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18385\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18385\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Der heutige Blog ist nicht neu, das, was ich schreibe habe ich schon einige Male geschrieben, aber ebenso wie ich zum wiederholten Male Artikel &uuml;ber den Fortschritt oder fehlenden Fortschritt in anderen Webseiten lese, denke ich kann man einiges noch mal aufkochen. Ich will das als eine Folge von fiktiven Fragen und Antworten geben. 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