{"id":18415,"date":"2025-10-01T17:21:57","date_gmt":"2025-10-01T15:21:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18415"},"modified":"2025-10-01T17:21:57","modified_gmt":"2025-10-01T15:21:57","slug":"die-groessten-raetsel-in-der-fruehen-erdgeschichte-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/10\/01\/die-groessten-raetsel-in-der-fruehen-erdgeschichte-2\/","title":{"rendered":"Die gr&ouml;&szlig;ten R&auml;tsel in der fr&uuml;hen Erdgeschichte (2)"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18415\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18415\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>So weiter geht es mit dem Artikel zu fragen oder R&auml;tseln der fr&uuml;hen Erdgeschichte also vor dem Kambrium. Dieser Teil schlie&szlig;t inhaltlich an den <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/09\/30\/die-groessten-raetsel-in-der-fruehen-erdgeschichte-1\/\">ersten Teil von gestern<\/a> an.<\/p>\n<p><strong>Die langsame Evolution der Eukaryoten<\/strong><\/p>\n<p>Biologen unterscheiden zwischen Prokaryonten und Eukaryoten. Alle Bakterien, einschlie&szlig;lich der Cyanobakterien, sind Prokaryoten \u2013 Zellen ohne Zellkern. Ihre DNA schwimmt frei in der Zelle und liegt in Ringform vor. Eukaryoten hingegen besitzen einen Zellkern, in dem sich die DNA befindet, die aufgerollt ist und dadurch weniger Platz einnimmt.<\/p>\n<p>Dar&uuml;ber hinaus besitzen Eukaryoten weitere Organellen, also Subzellen mit eigenst&auml;ndigen Funktionen, zum Beispiel f&uuml;r die Proteinsynthese oder die Gewinnung von Energie durch stufenweise Oxidation in den Mitochondrien. Eukaryotische Zellen sind wesentlich komplexer und leistungsf&auml;higer als Prokaryoten, und nur sie bilden mehrzellige Organismen, deren Zellen sich zu Organen differenzieren. Bakterien k&ouml;nnen zwar Matten bilden, aber ihre Zellen sind nicht miteinander verbunden und formen daher keinen Organismus.<!--more--><\/p>\n<p>Heute sind alle Eukaryoten aerob, das hei&szlig;t, sie nutzen Sauerstoff f&uuml;r den Stoffwechsel. Die Mitochondrien, die daf&uuml;r zust&auml;ndig sind, stammen wahrscheinlich von aeroben Prokaryoten, die durch die Sauerstoffabgabe der Cyanobakterien entstanden, von den Eukaryoten aufgenommen und nicht verdaut wurden. Auf &auml;hnliche Weise entstanden Pflanzen durch die Aufnahme von Cyanobakterien, die sich zu Chloroplasten entwickelten.<\/p>\n<p>Mit den Eukaryoten \u2013 zu denen alle Tiere, Pflanzen und Pilze geh&ouml;ren \u2013 verbinden wir eine wesentlich schnellere Evolution. Das bedeutet, dass neue Arten schneller auftauchen als bei den Prokaryoten, die sich in den ersten zwei Milliarden Jahren kaum weiterentwickelten. Die ersten Eukaryoten entstanden vor etwa 1,5 Milliarden Jahren, blieben jedoch mikroskopisch klein, bis vor etwa 580 Millionen Jahren<\/p>\n<p><strong>Der kambrische Evolutionsschub<\/strong><\/p>\n<p>Ein R&auml;tsel ist, dass wir bis vor rund 600 Millionen Jahren nur mikroskopisch kleine Fossilien kennen \u2013 also Einzeller, die unter dem Mikroskop sichtbar sind, oder maximal Gemeinschaften dieser Einzeller. Solche Gemeinschaften konnten makroskopisch erkennbare Strukturen bilden, wie F&auml;den oder im Fall der Stromatolithen sogar ganze Kissen von beachtlicher Gr&ouml;&szlig;e. Dennoch waren alle diese Lebewesen Einzeller. Sie bildeten Lebensgemeinschaften, wiesen jedoch keinen gegliederten K&ouml;rperbau oder eine Zellspezialisierung in Form von Organen auf.<\/p>\n<p>Kurz vor dem Kambrium, in der letzten Phase des Pr&auml;kambriums, taucht vor etwa 580 bis 540 Millionen Jahren die Edicara-Fauna auf. Nun erscheinen Tiere, die gegliedert sind und in ihrer Form manchmal an Bl&auml;tter erinnern, aber keine Pflanzen darstellen. Viele dieser Lebewesen waren fest mit dem Meeresboden verwurzelt. Was sie von den Tieren des nachfolgenden Kambriums unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie kein Skelett besitzen und nicht mobil sind.<\/p>\n<p>Im Kambrium tauchen dagegen Lebewesen auf, die ein Au&szlig;enskelett oder einen Panzer besitzen. Dies f&uuml;hrt dazu, dass deutlich mehr Fossilien erhalten bleiben, da Weichteile nur &auml;u&szlig;erst selten fossilisiert werden \u2013 bei der Edicara-Fauna geschah dies lediglich durch das Bedecken mit Schlamm aus dem Schiefer wurde.<\/p>\n<p>Die Edicara-Fauna starb schlie&szlig;lich vollst&auml;ndig aus. Im Kambrium erscheinen die meisten St&auml;mme des Tierreichs, die es auch heute noch gibt. Besonders erstaunlich ist, dass beide &Uuml;berg&auml;nge relativ pl&ouml;tzlich erfolgen: Die Edicara-Fossilien tauchen abrupt auf, obwohl Eukaryoten \u2013 und nur diese sind zur Differenzierung von Zellen in Organe, Fortbewegungsapparate, Skelette, Muskeln usw. f&auml;hig \u2013 bereits eine Milliarde Jahre fr&uuml;her existierten, sich in dieser langen Zeit jedoch kaum weiterentwickelten.<\/p>\n<p><strong>Die Entstehung der Kontinente<\/strong><\/p>\n<p>In der Erdgeschichte spielte die Kontinentaldrift eine gro&szlig;e Rolle f&uuml;r die Evolution und das Klima. So wird das Massenaussterben am Ende des Ordoviziums darauf zur&uuml;ckgef&uuml;hrt, dass alle Kontinente sich zu einem Superkontinent vereint an einem der Pole befanden. Zwar gab es damals nur Leben im Meer, doch die meisten Lebewesen lebten im Flachwasser, da dort gr&ouml;&szlig;ere Pflanzen, die am Meeresboden verankert waren, Photosynthese betreiben konnten. Diese Pflanzen bildeten die Grundlage des tierischen Lebens.<\/p>\n<p>Noch heute leben die meisten Organismen auf dem Kontinentalsockel \u2013 der Zone, die die Kontinente umgibt, bevor die Platten steil in die Tiefsee abfallen. Im Ordovizium befanden sich diese Lebenszonen ebenfalls in polaren Regionen. Umgekehrt f&uuml;hrten abgeschmolzene Polkappen im Jura und in der Kreide dazu, dass gr&ouml;&szlig;ere Landfl&auml;chen &uuml;berflutet wurden (das Land erhebt sich im Mittel nur 800\u202fm &uuml;ber dem Meer, w&auml;hrend der Meeresspiegel in der Kreide etwa 160\u202fm h&ouml;her lag als heute) und so eine Vielfalt von Meeresorganismen entstand. W&uuml;rde heute alles Eis abschmelzen, w&uuml;rde der Meeresspiegel um 67\u202fm ansteigen und 30 bis 37 Millionen km\u00b2 Land &uuml;berflutet werden.<\/p>\n<p>Die Kontinente gab es jedoch nicht von Anfang an. &Uuml;ber die Kontinentaldrift wissen wir erst seit dem Kambrium Bescheid, da es vorher zu wenige Fossilien gibt, um die Bewegungen der Platten zu rekonstruieren.<\/p>\n<p>Die Erde durchlief zun&auml;chst ein starkes Bombardement durch Asteroiden. Man geht davon aus, dass vor etwa 4.000 Millionen Jahren innerhalb von einer Million Jahren etwa eine Million K&ouml;rper von 100\u202fm Durchmesser, 1.000 von 1\u202fkm Durchmesser und einige gr&ouml;&szlig;ere bis zu 100\u202fkm Durchmesser einschlugen. Die kinetische Energie heizte die oberen Schichten der Erde stark auf. Auch nachdem sich die Ozeane vor rund 4.000 Millionen Jahren gebildet hatten und eine d&uuml;nne Kruste vorhanden war, war das darunterliegende Material noch hei&szlig; und teilweise fl&uuml;ssig. Landmassen konnten diese Kruste daher nicht tragen.<\/p>\n<p>Dies erkl&auml;rt auch, warum die Entstehung des Lebens am Ozeanboden wahrscheinlich ist: Die Gezeitenzone hatte damals erheblich mehr Fl&auml;che als heute, die kleinen Zonen um die sogenannten schwarzen Raucher in der Tiefsee. Vor 3 bis 4 Milliarden Jahren war der Meeresboden viel aktiver. Dennoch gab es bereits Str&ouml;mungen, die Landmassen in Form von Gebirgen auft&uuml;rmten, deren Spitzen &uuml;ber die Wasseroberfl&auml;che ragten. Diese Gebirge bildeten den Keimpunkt f&uuml;r die ersten kleinen Kontinentalplatten.<\/p>\n<p>Ab etwa 3.200 Millionen Jahren bildeten sich f&uuml;nf Kratone, die Kerne der sp&auml;teren Kontinentalplatten. Zwischen 2.700 und 1.500 Millionen Jahren vor unserer Zeit wuchsen diese Kratone drastisch von 30\u202f% auf 70\u202f% der heutigen Landfl&auml;che, danach nur noch langsam bis vor etwa 600 Millionen Jahren.<\/p>\n<p>Meiner pers&ouml;nlichen Meinung nach ist die danach folgende Zeit, in der \u201epl&ouml;tzlich\u201c Tiere und Pflanzen auftauchen, die makroskopische Fossilien hinterlassen, eng mit dieser Entwicklung verbunden. Wie bereits erl&auml;utert, leben die meisten Tiere und Pflanzen heute im Schelfbereich, der die Kontinente umgibt. Diese Zone ist bis zu 200\u202fm tief \u2013 eine Tiefe, in die noch gen&uuml;gend Licht f&uuml;r die Photosynthese gelangt. Danach fallen die Kontinentalplatten schnell auf 3 bis 4\u202fkm Tiefe ab. Nur wenige Pflanzen k&ouml;nnen im offenen Meer gedeihen \u2013 im Wesentlichen nur Algen, da normale Pflanzen auf eine Verankerung im Boden angewiesen sind. Pflanzen bilden die Grundlage f&uuml;r die Tierwelt, die sich von ihnen ern&auml;hrt. Mit den gr&ouml;&szlig;eren Kontinentalplatten stand im Pal&auml;oz&auml;n deutlich mehr Lebensraum zur Verf&uuml;gung, wodurch die &ouml;kologische Vielfalt zunahm.<\/p>\n<p><strong>Die globale Vereisung<\/strong><\/p>\n<p>Es lassen sich mindestens vier Vereisungen im sp&auml;ten Proterozoikum, vor 750 bis 580 Millionen Jahren, in nahezu allen Gegenden der Erde nachweisen. Eine Gesamtvereisung der Erde wird f&uuml;r mindestens zwei dieser Ereignisse vermutet: die Sturtische Eiszeit (vor ca. 717 bis 660 Millionen Jahren) und die Marinoische Eiszeit (vor ca. 650 bis 635 Millionen Jahren). Dar&uuml;ber hinaus finden sich Spuren noch deutlich fr&uuml;herer Vereisungen. So l&auml;sst sich die Huronische Eiszeit, die sich aus Gesteinen rund um den Huronsee ableiten l&auml;sst, auf etwa 2,3 bis 2,2 Milliarden Jahre datieren.<\/p>\n<p>Der grunds&auml;tzliche Mechanismus globaler Vereisungen ist relativ simpel: Eis auf Kontinenten kann sich deutlich l&auml;nger halten als Eis auf dem Meer. So ist die Antarktis dauerhaft von Eis bedeckt, das bis zu mehreren Kilometern dick ist, ebenso Gr&ouml;nland als polnahe Insel. Der Nordpol selbst ist im Sommer jedoch eisfrei. Schnee reflektiert den Gro&szlig;teil des Sonnenlichts (Reflexionsgrad &gt;90\u202f%), w&auml;hrend Gestein einen niedrigen Reflexionsgrad hat und sich dadurch st&auml;rker erw&auml;rmt (frische Lava hat einen Reflexionsgrad von unter 10\u202f%).<\/p>\n<p>Befinden sich die Kontinente nahe der Pole, k&ouml;nnen sie dauerhaft von Eis bedeckt sein. Da die Kontinente rund 30\u202f% der Erdoberfl&auml;che ausmachen, kann dies die globale Mitteltemperatur senken und Eis bis zum &Auml;quator ausbreiten.<\/p>\n<p>Allein dieser Mechanismus erkl&auml;rt jedoch noch keine globale Vereisung. Denn die Meere absorbieren einen Gro&szlig;teil des Sonnenlichts, &auml;hnlich wie frische Lava, und erw&auml;rmen sich dadurch. Vor 700 Millionen Jahren waren die Kontinente ungef&auml;hr so gro&szlig; wie heute, doch die Phase ihres rapiden Wachstums endete bereits deutlich fr&uuml;her. Dass Eiszeiten erst seit rund 700 Millionen Jahren nachweisbar sind, l&auml;sst sich damit nicht vollst&auml;ndig erkl&auml;ren.<\/p>\n<p>Auch die zunehmende Helligkeit der Sonne &uuml;ber Milliarden Jahre spielte eine Rolle: Vor 4,6 Milliarden Jahren strahlte sie etwa 30\u202f% weniger Energie ab als heute. Dies erkl&auml;rt m&ouml;glicherweise die ganz fr&uuml;hen Vereisungen vor 2,3 Milliarden Jahren, w&auml;hrend die Sonne vor rund 700 Millionen Jahren schon nahezu so hell war wie heute.<\/p>\n<p>Was die Temperatur heute pr&auml;gt, ist vor allem der Treibhauseffekt von Kohlendioxid. Ohne ihn l&auml;ge die globale Mitteltemperatur unter 0\u202f\u00b0C, und unser Planet w&auml;re komplett vereist. In fr&uuml;heren Epochen wie der Kreide war der Kohlendioxidgehalt ebenfalls deutlich h&ouml;her, ebenso die globalen Mitteltemperaturen. Damals war die Arktis sogar warm genug, um eine Flora und Fauna zu ern&auml;hren. Eine Abnahme des Kohlendioxidgehalts stellt daher eine plausible Erkl&auml;rungsm&ouml;glichkeit f&uuml;r fr&uuml;he Vereisungen dar. Die erste Vereisung vor 2,2 Milliarden Jahren k&ouml;nnte beispielsweise auf den Entzug von Kohlendioxid aus der Atmosph&auml;re durch Photosynthese zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein. Kurz vor dieser &auml;ltesten Eiszeit, vor etwa 2,3 Milliarden Jahren, ereignete sich die sogenannte Sauerstoffkatastrophe \u2013 das Aussterben anaeroben Lebens durch die Freisetzung von Sauerstoff durch Photosynthese. Dies l&auml;sst sich durch die Ausf&auml;llung von eisenhaltigen Gesteinen relativ sicher auf 2,4 Milliarden Jahre datieren.<\/p>\n<p>Ab Beginn des Kambriums l&auml;sst sich der Kohlendioxidgehalt relativ gut bestimmen: Damals lag er etwa 10- bis 15-mal h&ouml;her als heute. Eine Steigerung um den Faktor 2,6 (auf 1.000\u202fppm) w&auml;hrend Jura und Kreide f&uuml;hrte zu einer um 8\u202f\u00b0C h&ouml;heren globalen Mitteltemperatur. Im Kambrium und Ordovizium mit einem Gehalt von 4.000 bis 6.000\u202fppm muss die Temperatur daher noch h&ouml;her gewesen sein.<\/p>\n<p>Diese fr&uuml;hen Eiszeiten sind schwer zu erkl&auml;ren. Entweder war der Kohlendioxidgehalt damals tats&auml;chlich sehr niedrig, und Vulkanismus setzte anschlie&szlig;end neues Kohlendioxid frei, was das Ende der Eiszeit markierte und zu den hohen Werten zu Beginn des Kambriums f&uuml;hrte, oder es gab andere Ursachen. Eine Hypothese besagt, dass Vulkanismus durch Schwefel und Schwefeloxide einen \u201enuklearen Winter\u201c ausl&ouml;ste. Schwefel wird zu Schwefeldioxid oxidiert, das mit Wasser Schwefels&auml;ure bildet. Diese Aerosole reflektieren Licht ins All, bevor es den Boden erreicht, was zu einer globalen Abk&uuml;hlung f&uuml;hrt. Der Haken an dieser Theorie ist, dass Schwefeldioxid nur wenige Jahre in der Atmosph&auml;re verbleibt und bald als Regen wieder ausf&auml;llt. Eine globale Vereisung allein durch Schwefeldioxid l&auml;sst sich daher kaum erkl&auml;ren. Zudem wird bei Vulkanismus immer auch Kohlendioxid freigesetzt, das langfristig die Temperaturen wieder steigen l&auml;sst.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/e534ab16d0564d968b03e686e6c982bb\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nDas gr&ouml;&szlig;te Artensterben am Ende des Perms wird auf die Kombination beider Faktoren zur&uuml;ckgef&uuml;hrt: &Uuml;ber etwa 300.000 Jahre kam es periodisch erst zu Abk&uuml;hlungen durch Schwefeldioxid, dann nach einigen Jahren zu einer Erw&auml;rmung &uuml;ber Jahrtausende durch Kohlendioxid. Diese rapiden Temperaturwechsel &uuml;berforderten die meisten Arten; etwa 85\u202f% aller Arten starben aus.<\/p>\n<p>Die letzte globale Eiszeit endete vor 580 Millionen Jahren \u2013 genau zu dem Zeitpunkt, an dem die Edicara-Fauna erscheint. Dies ist sicherlich kein Zufall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18415\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18415\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>So weiter geht es mit dem Artikel zu fragen oder R&auml;tseln der fr&uuml;hen Erdgeschichte also vor dem Kambrium. 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Februar 2026","format":false,"excerpt":"Ich habe mich ja schon mal mit diesem Thema besch\u00e4ftigt, in dem es vor allem um die Kosten und den wirtschaftlichen Unsinn ging - warum sollte ich ein Rechenzentrum in den Orbit bringen, wenn ich es billiger auf der Erde bauen kann und es auch gen\u00fcgend Gegenden gibt in denen\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/78014052fde04012a2be60bd108cd4bb","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":14393,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2019\/11\/06\/warum-tut-man-sich-so-schwer-auf-etwas-voellig-ueberfluessiges-zu-verzichten\/","url_meta":{"origin":18415,"position":5},"title":"Warum tut man sich so schwer, auf etwas v&ouml;llig &Uuml;berfl&uuml;ssiges zu verzichten?","author":"Bernd Leitenberger","date":"6. November 2019","format":false,"excerpt":"Gestern war erneut das \u201eKlimakabinett\u201c aktiv. Sie haben den Ausbau der Ladeinfrastruktur und des Netzes an Wasserstoffnetzen beschlossen. Mal abgesehen davon das dies nicht in den Verantwortungsbereich der Bundesregierung, sondern der Betreiber der entsprechenden Stationen f\u00e4llt, ist das wieder ein Beispiel f\u00fcr Aktionismus. Genauso wie die nun erh\u00f6hte Elektroautopr\u00e4mie. 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