{"id":18419,"date":"2025-10-02T14:06:00","date_gmt":"2025-10-02T12:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18419"},"modified":"2025-10-02T15:56:06","modified_gmt":"2025-10-02T13:56:06","slug":"der-neue-rekordhalter-bei-der-bemannten-raumfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/10\/02\/der-neue-rekordhalter-bei-der-bemannten-raumfahrt\/","title":{"rendered":"Der neue Rekordhalter bei der bemannten Raumfahrt"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18419\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18419\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>\u2026 ist unfreiwillig Oleg Popolow. Die Geschichte zeigt, wo Russland heute in der Raumfahrt steht. Sie beginnt am 22. September 2022. Russland f&uuml;hrt seit rund sieben Monaten Krieg gegen die Ukraine und hat Tausende Gefallene, Verwundete und gefangene Soldaten zu beklagen. Um die Verluste auszugleichen, wurde an diesem Tag eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mobilmachung_in_Russland_2022\">Teilmobilmachung verordnet<\/a>, die zu einem Exodus zahlreicher potenzieller Wehrpflichtiger in andere Staaten f&uuml;hrte. Insgesamt 300.000 Soldaten wurden eingezogen, darunter auch ein Kollege von Popolow. Beide waren Techniker bei der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos und zust&auml;ndig f&uuml;r verschiedene Arbeiten bei den Startvorbereitungen von Satelliten, Progress-Frachtern und Sojus-Raumschiffen. Vor allem kurz vor dem Start musste Popolow nun Doppelschichten &uuml;bernehmen, weil in dieser Phase viele Tests und Checks in kurzer Zeit durchgef&uuml;hrt werden. Was zuvor zwei Techniker gemeinsam oder in Schichten erledigten, blieb jetzt allein an Popolow h&auml;ngen.<!--more--><\/p>\n<p>Am selben Tag wie die Teilmobilmachung startete auch das Raumschiff <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sojus_MS-22\">Sojus MS-22<\/a>, am 22. September 2022, mit den Kosmonauten\/Astronauten:<\/p>\n<ul>\n<li>Sergei Prokopjew (2. Raumflug), Kommandant (Russland\/Roskosmos)<\/li>\n<li>Dmitri Petelin (1. Raumflug), Bordingenieur (Russland\/Roskosmos)<\/li>\n<li>Francisco Rubio (1. Raumflug), Bordingenieur (USA\/NASA)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schon bald traten Probleme mit dem Raumschiff auf. Am 15. Dezember 2022 wurde in den Kontrollzentren in Houston und Moskau visuell ein Leck am Servicemodul festgestellt; Sensoren meldeten einen Druckabfall im K&uuml;hlkreislauf. K&uuml;hlfl&uuml;ssigkeit trat &uuml;ber mehrere Stunden nach au&szlig;en, was in einer Live-&Uuml;bertragung auf dem Sender NASA TV sichtbar war. Die NASA gab sp&auml;ter an, dass ein Gro&szlig;teil der Ammoniak-K&uuml;hlfl&uuml;ssigkeit von Sojus MS-22 in den Weltraum entwichen sei. Damit war die Sojus nicht mehr geeignet, um die Besatzung zur Erde zur&uuml;ckzubringen.<\/p>\n<p>Das war nicht das einzige Leck. In den letzten sechs Jahren gab es insgesamt f&uuml;nf Vorf&auml;lle:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Sojus MS-09 (August 2018):<\/strong><br \/>\nEin etwa 2 mm gro&szlig;es Loch wurde im Orbitalmodul der Sojus MS-09 entdeckt, w&auml;hrend sie an der ISS angedockt war. Der Druckabfall wurde provisorisch mit Epoxidharz abgedichtet. Sp&auml;tere Analysen ergaben, dass es sich nicht um einen Einschlag durch Weltraumm&uuml;ll handelte, sondern um eine von innen verursachte Bohrung. Die Mission wurde dadurch nicht beeintr&auml;chtigt, da das Orbitalmodul vor dem Wiedereintritt abgetrennt wird.<\/li>\n<li><strong>Sojus MS-22 (Dezember 2022):<\/strong><br \/>\nAm 14. Dezember 2022 wurde ein Leck festgestellt, vermutlich durch einen Mikrometeoriteneinschlag im K&uuml;hlsystem. Sichtbar trat K&uuml;hlmittel aus. Die Crew konnte nicht wie geplant mit MS-22 zur&uuml;ckkehren, stattdessen wurde Sojus MS-23 als unbemanntes Ersatzraumschiff gestartet.<\/li>\n<li><strong>Swesda-Modul (seit 2020):<\/strong><br \/>\nDas Swesda-Service-Modul (gestartet 2000) entwickelte ab August 2020 ein kleines, kontinuierliches Luftleck im Vorraum (Vestib&uuml;l\/Transfer-Tunnel). Sp&auml;ter, 2021, wurde bekannt, dass bis zu f&uuml;nf separate Lecks identifiziert oder vermutet wurden. Die Leckrate stieg mit der Zeit an (Stand Februar 2024: &uuml;ber 1 kg\/Tag Luftverlust).<\/li>\n<li><strong>Swesda-Transfer-Tunnel (2024):<\/strong><br \/>\nDort besteht weiterhin ein wachsendes Luftleck, das zunehmend als Sicherheitsrisiko bewertet wird. Eine schadhafte Schwei&szlig;naht gilt als Ursache. Der Luftverlust nimmt zu, und es wurden mehrere Notfallprotokolle vorbereitet.<\/li>\n<li><strong>Nauka-Modul (Oktober 2023):<\/strong><br \/>\nAm Backup-K&uuml;hler des Nauka-Moduls trat K&uuml;hlmittel aus. Der Hauptk&uuml;hler funktionierte weiter, sodass die Crew nicht gef&auml;hrdet war. Es war bereits das dritte vergleichbare Leck an russischer Hardware binnen zehn Monaten (nach Sojus MS-22 und Progress MS-21).<\/li>\n<li><strong>Progress MS-21 (Februar 2023):<\/strong><br \/>\nAuch hier trat K&uuml;hlfl&uuml;ssigkeit im Bereich des Frachtraumschiffs aus. Roskosmos machte &auml;u&szlig;ere Einfl&uuml;sse wie Mikrometeoriten verantwortlich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Am 24. Februar 2023 startete Roskosmos schlie&szlig;lich das Raumschiff <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sojus_MS-23\">Sojus MS-23<\/a>, offiziell unbemannt, zur ISS. Mit ihm sollten die drei Besatzungsmitglieder von Sojus MS-22 zur&uuml;ckkehren \u2013 was sie auch am 27. September 2023 taten. Durch den Ausfall von Sojus MS-22 hatten sie anstatt 180 Tagen ganze 370 Tage an Bord verbracht.<\/p>\n<p>Doch Sojus MS-23 war nicht unbemannt. Vor dem Start sollte Oleg Popolow die R&uuml;ckkehrkapsel f&uuml;r eine automatische Ankopplung konfigurieren, was er auch tat. Dabei muss er jedoch \u2013 es war bereits seine zweite Schicht an diesem Tag \u2013 eingeschlafen sein. So startete die Sojus mit ihm an Bord. Ohne Raumanzug und ohne Mikrofon hatte er keine M&ouml;glichkeit, mit der Missionskontrolle Kontakt aufzunehmen. Selbst wenn, w&auml;re es unwahrscheinlich gewesen, dass eine Notlandung eingeleitet worden w&auml;re \u2013 man h&auml;tte dann ja ein weiteres Sojus-Raumschiff ben&ouml;tigt, um die Besatzung zur&uuml;ckzuholen.<\/p>\n<p>Als Sojus MS-23 an der ISS andockte, bemerkte die Crew sofort, dass jemand an Bord war \u2013 es gab Klopfzeichen. Man vereinbarte, dies zun&auml;chst nur &uuml;ber die interne Kommunikation zu melden und die sonst &uuml;bliche Live-&Uuml;bertragung der Luken&ouml;ffnung auf NASA TV nicht zu zeigen. Den Kosmonauten war schnell klar, was passiert sein musste, und sie informierten die Missionskontrolle. Dort stellte man fest, dass Popolow seit dem 24. Februar 2023 nicht mehr aufgetaucht war. Die Kosmonauten erhielten den Befehl zu schweigen. Die NASA h&auml;tte sich dem nicht anschlie&szlig;en m&uuml;ssen, tat es aber. Warum, blieb unklar. M&ouml;glicherweise wollte man den Partner nicht br&uuml;skieren \u2013 trotz Konflikten auf der Erde verlief die Zusammenarbeit auf der ISS weiterhin reibungslos. Der Mitflug von Rubio bei MS-22 zeigt dies, obwohl seit dem 16. November 2020 mit Crew Dragon eigentlich ein <a href=\"https:\/\/spaceexplored.com\/spacex-crewed-flights\/\">US-Transportmittel<\/a> verf&uuml;gbar war, auf dem sogar russische Kosmonauten mitflogen.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit erstreckte sich also nach wie vor nicht nur auf die Arbeit an Bord, sondern auch auf den Besatzungstransport. Vielleicht wollte man aber auch keine Diskussion aufkommen lassen, ob es m&ouml;glich sei, einfach als blinder Passagier zur ISS zu gelangen.<\/p>\n<p>Roskosmos wollte den Vorfall vertuschen. Fortan musste sich Popolow im russischen Segment aufhalten, wo selten gefilmt wurde und keine fest installierten NASA-Kameras existierten. Falls doch, musste er ins <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/space-shuttle-versorgungssystem.shtml\">PMM<\/a> ausweichen, das lediglich als Frachtraum genutzt wird. Unter den russischen Stammbesatzungen war er &auml;u&szlig;erst beliebt \u2013 er kannte sich als Techniker mit den Bordsystemen besser aus als die Kosmonauten selbst. Bald &uuml;bertrug man ihm die Aufgabe, die gesamte Lebenserhaltung, die Elektrik, die Kommunikation und die Computersysteme zu &uuml;berwachen \u2013 unbeliebte Arbeiten, da die russische Technik viele manuelle Eingriffe erfordert. So konnten sich die Kosmonauten auf ihre Experimente konzentrieren.<\/p>\n<p>Eine L&ouml;sung schien sich bald anzubieten: Der bemannte Erstflug des Starliners von Boeing. Er sollte nur mit zwei Astronauten starten, hatte aber Platz f&uuml;r vier Besatzungsmitglieder. Popolow sollte den dritten Platz einnehmen.<\/p>\n<p>Aufnahmen w&auml;hrend der Landung des Starliners sollte es aus Sicherheitsgr&uuml;nden nicht geben. Nach der Landung w&auml;ren die beiden Astronauten aus der Kapsel geborgen worden, w&auml;hrend Popolow an Bord geblieben und unbemerkt von der &Ouml;ffentlichkeit auf das Bergungsschiff gebracht worden w&auml;re. Angesichts seines inzwischen eineinhalbj&auml;hrigen Aufenthalts im All w&auml;re er ohnehin nicht mehr in der Lage gewesen, unter normaler Gravitation ohne Hilfe auszusteigen. Die NASA hatte diesem Plan zugestimmt.<\/p>\n<p>Am 5. Juni 2024 startete der Boeing Crew Test Flight (kurz <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boe-CFT\">Boe-CFT<\/a>) mit den beiden US-Astronauten Barry Wilmore und Sunnita Adams. Geplant war ein achtt&auml;giger Aufenthalt; am 13.\/14. Juni sollte der Starliner wieder landen. Popolow w&auml;re dann bereits 15 Monate an Bord gewesen \u2013 ein neuer Rekord f&uuml;r die ISS und l&auml;nger als der bis dahin l&auml;ngste Raumflug: Der russische Kosmonaut Waleri Poljakow hatte 437 Tage an Bord der Raumstation Mir verbracht \u2013 vom 8. Januar 1994 bis zum 22. M&auml;rz 1995. W&auml;re Popolow am 14. Juni 2024 gelandet, h&auml;tte er 476 Tage im All hinter sich.<\/p>\n<p>W&auml;hrend des Flugs des Starliners zur ISS wurden jedoch Heliumlecks festgestellt, zudem fielen mehrere Lageregelungstriebwerke aus. Trotzdem erreichte die Kapsel die ISS, wo sie nach knapp 27 Stunden Flug am 6. Juni um 17:34 Uhr andockte. Die NASA evaluierte die Probleme gemeinsam mit Boeing und verschob die R&uuml;ckkehr zun&auml;chst. Schlie&szlig;lich entschied man sich aus Sicherheitsgr&uuml;nden, den Starliner unbemannt abzukoppeln, da unklar war, ob alle Triebwerke funktionieren w&uuml;rden. Am 7. September 2024 landete der Starliner unbemannt im Ozean.<\/p>\n<p>Roskosmos &uuml;bte massiven Druck auf die NASA aus, damit Popolow doch zur&uuml;ckkehren k&ouml;nne. Doch die NASA bef&uuml;rchtete schlechte PR im Falle eines Ungl&uuml;cks \u2013 auch wenn f&uuml;hrende Vertreter der russischen Raumfahrtagentur betonten, Popolow sei ja nur ein Techniker und kein Kosmonaut, zudem ein blinder Passagier.<\/p>\n<p>Ebenso kam es nicht infrage, die Rettungsmission f&uuml;r Wilmore und Adams nur mit einem Astronauten durchzuf&uuml;hren. Zum einen sahen die Regeln zwei Astronauten pro Raumschiff vor, die w&auml;hrend Start und Landung wichtige Aufgaben hatten. Zum anderen w&auml;re der Vorfall publik geworden \u2013 und nachdem die NASA ihn bereits &uuml;ber ein Jahr vertuscht hatte, w&auml;re ein gewaltiger Shitstorm &uuml;ber die Raumfahrtagentur hereingebrochen.<\/p>\n<p>Auch Verhandlungen mit Axiom verliefen erfolglos. Das Unternehmen f&uuml;hrt bemannte Fl&uuml;ge zur ISS durch: Zwischen dem 21. und 31. M&auml;rz 2024 war die Mission <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Axiom_Mission_2\">Axiom-2<\/a> mit vier Weltraumtouristen an Bord der ISS, und vom 18. Januar bis 9. Februar 2024 die Mission <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Axiom_Mission_3\">Axiom-3<\/a>. Warum Popolow nicht &uuml;ber diese Fl&uuml;ge zur&uuml;ckgeholt wurde, ist unklar. Vielleicht wollte man die Aufmerksamkeit nicht von den Missionen ablenken \u2013 wahrscheinlicher aber erschien das Risiko zu hoch, da von den Teilnehmern nur einer ein ausgebildeter Astronaut war.<\/p>\n<p>Nach Amtsantritt von Donald Trump schien es zun&auml;chst, als w&uuml;rde er einer Sonderregelung zustimmen. Er redete sogar <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/ausland\/donald-trump-will-astronauten-vorzeitig-von-elon-musk-abholen-lassen-35421506.html\">&ouml;ffentlich &uuml;ber eine R&uuml;ckkehr<\/a>, die US-Medien interpretierten diese Astronauten als Wilmore \/ Williams doch Trump der keine Namen nannte meinte eigentlich Popolow. Doch Trump &uuml;berlegte es sich anders, auch weil es Streit mit Musk gab. Roskosmos-Chef Juri Borissow gab daher die Order aus, das n&auml;chste Sojus-Raumschiff nur mit zwei Kosmonauten zu starten und Popolow zur&uuml;ckzuholen.<\/p>\n<p>Im Februar 2025 jedoch kam es zu einem F&uuml;hrungswechsel bei Roskosmos. Pr&auml;sident Wladimir Putin entlie&szlig; den Roskosmos-Chef Juri Borissow &uuml;berraschend. Sein Nachfolger wurde Dmitri Bakanow, zuvor stellvertretender Verkehrsminister. Offiziell sprach man von einer \u201eRotation\u201c. Hintergrund waren wiederholte R&uuml;ckschl&auml;ge f&uuml;r die russische Raumfahrt, darunter die Lecks in der ISS, die Probleme bei Sojus MS-22 und Progress MS-21, die gescheiterte Luna-25-Mission und nat&uuml;rlich auch der \u201eFall Popolow\u201c.<\/p>\n<p>Bakanow wollte nichts mehr von einer Zweierbesatzung wissen \u2013 das k&auml;me einem Schuldeingest&auml;ndnis gleich. Stattdessen versuchte er es &uuml;ber einen pers&ouml;nlichen Kontakt zu Elon Musk, dem Chef von SpaceX. Errol Musk, der Vater von Elon Musk, nahm am <a href=\"https:\/\/mezha.net\/eng\/bukvy\/errol-musk-at-future-forum-2050-comments-on-elon-musk-and-trump-conflict\/\">\u201eFuture Forum 2050\u201c teil<\/a>, das vom 9. bis 10. Juni 2025 in Moskau stattfand. Dieses Forum wurde vom kremlnahen Zargrad-Institut organisiert. Errol Musk war einer der Redner und traf dort hochrangige Vertreter von Roskosmos, die ihn gewinnen wollten, mit Elon Musk zu sprechen.<\/p>\n<p>Doch der Plan hatte einen Haken: Elon Musk h&auml;lt nicht viel von seinem Vater. Das Verh&auml;ltnis <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/panorama\/weltgeschehen\/elon-musk--sein-vater-soll--stief--kinder-sexuell-missbraucht-haben-36075394.html\">gilt als stark zerr&uuml;ttet<\/a>. Elon beschrieb seine Kindheit unter der strengen und teils dem&uuml;tigenden Erziehung seines Vaters als \u201ementale Folter\u201c. Errol Musk gilt als autorit&auml;r und soll seinen Sohn zeitweise gedem&uuml;tigt haben. Zwar gab es immer wieder minimale Kontakte, meist &uuml;ber kurze Nachrichten, doch zu einer Begegnung zwischen den beiden kam es nicht.<\/p>\n<p>Inzwischen ist Popolow fast drei Jahre im All, und sein Gesundheitszustand hat sich in den letzten Monaten verschlechtert. Gerade die lange Dauer spricht nun aber daf&uuml;r, dass Russland ihn doch offiziell zur&uuml;ckholen will. Denn Popolow ist nun so lange im All, wie eine Marsexpedition normalerweise dauern w&uuml;rde: 33 bis 36 Monate. Das ist nicht nur ein neuer Rekord \u2013 Roskosmos plant offenbar, dies als bewusstes Experiment f&uuml;r den Langzeitaufenthalt im All zu verkaufen. Damit will man das bisherige Schweigen rechtfertigen: Man habe das Experiment nicht gef&auml;hrden wollen. Demnach soll Popolow absichtlich mit Sojus MS-23 zur ISS gebracht worden sein.<\/p>\n<p>Am 27. November 2025 soll Sojus MS-27 mit den Kosmonauten Sergei Kud-Swertschkow und Sergei Mikaew starten. Der US-Astronaut Christopher Williams wurde dagegen von der Besatzungsliste gestrichen. F&uuml;r Russland bedeutet das keinen Verlust, da keiner ihrer eigenen Kosmonauten auf einen Platz verzichten muss. Noch ist dies nicht offiziell, aber man erwartet in den n&auml;chsten Tagen eine entsprechende Erkl&auml;rung von Bakanow.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/6566478af4c24587a85b9f439288056d\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nSpannend wird sein, in welchem Zustand Popolow zur&uuml;ckkehrt \u2013 und ob er die Strapazen beim Wiedereintritt &uuml;berhaupt &uuml;bersteht. Er hat enorm viel Muskelmasse verloren, und auch die Knochendichte soll kritisch sein. Sollte er die R&uuml;ckkehr &uuml;berstehen, erwartet ihn ein Empfang durch Putin pers&ouml;nlich, der ihm einen Orden verleihen will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18419\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18419\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>\u2026 ist unfreiwillig Oleg Popolow. Die Geschichte zeigt, wo Russland heute in der Raumfahrt steht. Sie beginnt am 22. September 2022. Russland f&uuml;hrt seit rund sieben Monaten Krieg gegen die Ukraine und hat Tausende Gefallene, Verwundete und gefangene Soldaten zu beklagen. Um die Verluste auszugleichen, wurde an diesem Tag eine Teilmobilmachung verordnet, die zu einem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3437],"tags":[13,5351,2206,5350,4996],"class_list":["post-18419","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-muenchhausen","tag-iss","tag-popolow","tag-roskosmos","tag-sojus-ms-22","tag-sojus-ms-23","entry"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":18504,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/01\/25\/die-glorreichen-10-satellitenrekorde\/","url_meta":{"origin":18419,"position":0},"title":"Die glorreichen 10 &#8211; Satellitenrekorde","author":"Bernd Leitenberger","date":"25. 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Das auff\u00e4lligste ist nat\u00fcrlich der rasante Anstieg der Starts bzw. Startversuche, 325 waren es letztes Jahr. Eine Steigerung um 58 gegen\u00fcber letztem Jahr und damit nicht nur in der H\u00f6he ein Rekord, sondern auch im Zuwachs. Nur mal als Vergleich\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/25bb1cf6b21949af835bc77482e531d6","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18502,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/01\/22\/der-ariane-kompatible-orbit\/","url_meta":{"origin":18419,"position":4},"title":"Der Ariane-Kompatible Orbit","author":"Bernd Leitenberger","date":"22. Januar 2026","format":false,"excerpt":"Heute wieder ein Grundlagenblog f\u00fcr alle, die die Grundlagen auf der Website noch nicht entdeckt haben, oder sie ihnen zu detailliert sind oder die einfach nur den Blog lesen. Es geht um einen Begriff, den man heute kaum noch h\u00f6rt, der aber mal das Ma\u00df der Dinge war und was\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/901d5ccaac304c8baace44abf9e7aebe","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18406,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/09\/23\/der-blogautor-von-der-ki-beurteilt\/","url_meta":{"origin":18419,"position":5},"title":"Der Blogautor von der KI beurteilt","author":"Bernd Leitenberger","date":"23. September 2025","format":false,"excerpt":"Ich nutze inzwischen auch eine KI. Prim\u00e4r zu Recherche, im Browser https:\/\/www.perplexity.ai die f\u00fcr Recherchen (nach Eigenauskunft) spezialisiert ist. Seit ich vor mehr als zwei Jahren die KI zum ersten Mal getestet habe, hat diese sich enorm gebessert. Sie fabuliert weniger und ist intelligenter. Damals konnte man noch die AI\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/c334c52e97b74da9b82424a9e80c6d97","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18419","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18419"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18419\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18419"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18419"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18419"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}