{"id":18502,"date":"2026-01-22T13:40:57","date_gmt":"2026-01-22T12:40:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18502"},"modified":"2026-01-22T13:40:57","modified_gmt":"2026-01-22T12:40:57","slug":"der-ariane-kompatible-orbit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/01\/22\/der-ariane-kompatible-orbit\/","title":{"rendered":"Der Ariane-Kompatible Orbit"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18502\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18502\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Heute wieder ein Grundlagenblog f&uuml;r alle, die die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/grundlagen-der-raumfahrt.shtml\">Grundlagen auf der Website<\/a> noch nicht entdeckt haben, oder sie ihnen zu detailliert sind oder die einfach nur den Blog lesen. Es geht um einen Begriff, den man heute kaum noch h&ouml;rt, der aber mal das Ma&szlig; der Dinge war und was physikalisch und technisch dahinter steht.<\/p>\n<p>Die Bedeutung von geostation&auml;ren Orbits<\/p>\n<p>Jeder Satellit was permanent ein Gebiet beobachten will oder von einer bestimmten Stelle dr Erde aus immer verf&uuml;gbar ist (Kommunikation) muss in den geostation&auml;ren Orbit (GEO), das ist ein Orbit in 35.889 km H&ouml;he &uuml;ber dem mittleren Erdradius bei einer Bahnneigung (zum &Auml;quator) von 0 Grad, er ist also permanent &uuml;ber dem &Auml;quator.<!--more--><\/p>\n<p>Nicht von &uuml;berall auf der Erde ist ein Satellit im GEO &uuml;brigens nutzbar:<\/p>\n<p>Ein geostation&auml;rer Satellit ist theoretisch bis zu einer geografischen Breite von etwa\u00a0<strong>81\u00b0 Nord bzw. S&uuml;d<\/strong>\u00a0sichtbar.\u00a0Ab dieser Breite verschwindet der Satellit aufgrund der Erdkr&uuml;mmung hinter dem Horizont. F&uuml;r die praktische Nutzung gelten engere Grenzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Praktische Kommunikationsgrenze:\u00a0Da Signale in Horizontn&auml;he durch die Atmosph&auml;re und Geb&auml;ude stark gest&ouml;rt werden, liegt die Grenze f&uuml;r verl&auml;ssliche Daten&uuml;bertragungen bei etwa\u00a075\u00b0.<\/li>\n<li>Wissenschaftliche Datennutzung:\u00a0F&uuml;r meteorologische Auswertungen (z. B. Meteosat) werden oft nur Daten bis zu einer Breite von\u00a060\u00b0 bis 66\u00b0\u00a0verwendet, da die perspektivische Verzerrung (Pixel-Dehnung) dar&uuml;ber hinaus zu gro&szlig; wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber die meiste Erdbev&ouml;lkerung lebt unterhalb von 75 Grad. Liegt ein Land nahe des Pols (eigentlich nur des Nordpols, die Spitze von S&uuml;damerika liegt bei 56 Grad s&uuml;dlicher Breite) so kann sich aber ein anderes Kommunikationssystem lohnen. Russland hat zum Beispiel fr&uuml;her ihr Molnija-Satellitensystem mit hoch geneigten stark elliptischen Orbits betrieben, die skandinavischen L&auml;nder bauen ein &auml;hnliches System auf, inzwischen gibt es das Arctic Satellite Broadband Mission (ASBM) von Norway Space mit &auml;hnlichen Umlaufbahnen das eine dauerhafte Kommunikation oberhalb 65 Grad n&ouml;rdlicher Breite bietet.<\/p>\n<p>Rein technisch w&auml;re es auch m&ouml;glich, einen Satelliten in einem GEO zu platzieren mit einer Bahnneigung &gt;0 Grad. So ein Satellit durchl&auml;uft eine &#8222;8&#8220; am Himmel, je ein Teil der &#8222;8&#8220; w&auml;re auch n&ouml;rdlicher \/ s&uuml;dlicher von 75 Grad Breite sichtbar. Zwei Satelliten w&uuml;rden dann eine dauerhafte Verbindung ergeben. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/fruehe-kommunikationssatelliten.shtml\">Die ersten GEO-Satelliten<\/a> hatten tats&auml;chlich geneigte Bahnen, allerdings nur, weil die Antriebe noch nicht leistungsf&auml;hig genug waren. Seit Mitte de sechziger Jahre haben alle Satelliten einen Nennorbit mit geringer oder keiner Inklination. Vor allem f&uuml;r die Anbindung an Endkunden mit kleinen fest installieren Antennen ist dies n&ouml;tig, denn bei einer &#8222;8&#8220; muss man die Antenne eben in diesem Muster nachf&uuml;hren. Ab und an landet unfreiwillig ein Satellit in einem geneigten Orbit. Ein Beispiel, das mir einf&auml;llt, ist <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/tdrsss.shtml\">TRDS-A<\/a> (1983) bei dem die Stufe vorzeitig Brennschluss hatte und er in einem elliptischen Orbit landete. Er konnte mit dem Treibstoff der eigentlich f&uuml;r Lage&auml;nderungen vorgesehen war in einen GEO gebracht werden, aber der Treibstoff fehlte f&uuml;r das Erhalten des Orbits. Durch St&ouml;rungen stiegt die Bahnneigung um 0,5 bis 1,5 Grad pro Jahr an. Von 1998 bis 2009 konnte TDRS-1 die S&uuml;dpolstation Roald Amundsen mit einer Datenrate von 275 \/ 5 MBit (Daten\/Telefon) &uuml;ber 5 Stunden pro Tag an die Zivilisation anbinden. Am 28.4.1999 erlaubte er erstmals ein Telefongespr&auml;ch zwischen den US-Forschungsstationen am Nord- und S&uuml;dpol. Das 45 Minuten lange Gespr&auml;ch ging als erstes Telefongespr&auml;ch von Pol zu Pol in das Guiness Buch der Rekorde ein.<\/p>\n<p>Aber im Normalfall sollte die Bahnneigung m&ouml;glichst bei Null liegen. Kommen wir nun zu dem Titel: Was ist ein &#8222;Ariane-kompatibler Orbit&#8220;? Die Geschichte beginnt Anfang der Siebziger Jahre. Kommunikationssatelliten im GEO gibt es schon seit einigen Jahren. Alle bisher gebaut von US-Firmen, sie werden national oder international (INTELSAT, allerdings mit einem hohen US-Anteil an der Organisation) genutzt. Da kamen andere Nationen auf die Idee, eigene Kommunikationssatelliten zu bauen. Das ging noch bei Kanada (ANIK) die ein gro&szlig;es Gebiet haben, das nur an den K&uuml;sten erschlossene Kommunikationswege hatte, aber als Frankreich und Deutschland zusammen die Symphonie-Satelliten bauen wollten, die interkontinental eingesetzt werden konnten, lehnte die NASA den Start ab. F&uuml;r ausl&auml;ndische Kunden f&uuml;hrte die NASA damals die Starts durch.<\/p>\n<p>Das f&uuml;hrte zum Beschluss die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane.shtml\">Ariane<\/a> zu bauen, obwohl kurz vorher die Europa als erste europ&auml;ische Tr&auml;gerrakete krachend gescheitert war. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/deutsche-satelliten.shtml\">Symphonie<\/a> 1+2 waren &uuml;brigens wegweisende Satelliten: sie waren die ersten Satelliten, die nicht drallstabilisiert waren, Reaktionsschwungr&auml;der als prim&auml;re Stabilisierung einsetzten, entfaltbare Solarpaneele hatten und einen mit fl&uuml;ssigen Treibstoffen angetriebenen Apog&auml;umsantrieb, dessen Resttreibstoff dann zur Lageregelung genutzt werden konnte. Bisherige Satelliten, die vor allem von Hughes stammten, waren trommelf&ouml;rmige, schnell rotierende Satelliten mit einem Feststoffapog&auml;umsantrieb. Als Folge bekamen die Firmen dann auch Auftr&auml;ge f&uuml;r weitere dreiachsenstabilisierten Satelliten. Heute werden nur noch solche Satelliten gebaut.<\/p>\n<p>Ariane 1 startete zu einem schlechten Zeitpunkt. Das <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/space-shuttlegeschichte.shtml\">Space Shuttle<\/a> sollte kurz darauf einsatzbereit sein. Etwa um diese Zeit (1980) fing ich an mich f&uuml;r Raumfahrt zu interessieren und ich schnitt Zeitungsausschnitte aus. Den Tenor bei den Teststarts habe ich heute noch im Kopf: Die Ariane sei technisch veraltet, &#8222;Wegwerfraketen&#8220; ja sowieso (komisch, wird heute wieder gesagt&#8230;) und das Space Shuttle w&uuml;rde bald alles zu einem Bruchteil des Preises machen. Europa h&auml;tte nach der &#8222;<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/europa.shtml\">Europa<\/a>&#8220; wieder Milliarden in einem Raumfahrtprojekt, das keiner braucht versenkt.<\/p>\n<p>Es kam anders. Zum einen war das Space Shuttle nicht wesentlich billiger, die NASA setzte den Preis so an das er mit Arianespace mithalten konnte, unter dem Preis, den sie eigentlich verlangen wollte, damit die Entwicklungskosten wieder rein kamen. Nach dem Challenger Ungl&uuml;ck war es sowieso aus mit den Transporten von kommerziellen Nutzlasten.<\/p>\n<p>Die ESA entwickelt die Ariane zur <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane4.shtml\">Ariane 4<\/a> weiter mit mehr als der doppelten Nutzlast und eine neue Startrampe ELA-2 erlaubte nun bis zu 12 Starts pro Jahr. Die US-Konkurrenz musste erst wieder die Produktion aufnehmen und war danach teurer als Arianespace.<\/p>\n<p>Ein Vorteil war auch die Lage des CSG: Es liegt bei 6 Grad n&ouml;rdlicher Breite, Cape Canaveral dagegen bei rund 29 Grad. Aufgrund der Himmelsmechanik kann die Bahnneigung nicht viel kleiner sein als die geografische Breite des Startorts, real etwa 3 Grad beim CSG und 27 Grad beim CCAF. Diese Bahnneigung muss danach abgebaut werden und dies geschieht beim &Uuml;bergang von der &Uuml;bergangsbahn (GTO) in die GEO Bahn im erdfernsten Punkt, wenn die Geschwindigkeit am kleinsten ist. Bei einer 200 x 35.889 km Bahn betr&auml;gt die Geschwindigkeit um einen 0 Grad GEO zu erhalten bei 27 Grad Bahnneigung 1802,4 m\/s, bei 5 Grad Bahnneigung 1.489,7 m\/s, also 312,7 m\/s weniger.<\/p>\n<p>Ein Satellit der vom Cape aus startet, braucht also mehr Treibstoff oder seine Lebensdauer ist geringer. Bei einem spezifischen Impuls von 3000 m\/s entspricht dies 11 % Mehrmasse. Ber&uuml;cksichtigt man, dass auch die Tanks gr&ouml;&szlig;er sein m&uuml;ssen und man mehr Druckgas braucht, so sind es rund 13 % mehr Masse. Ein 5 t schwerer Satellit dem vom CSG aus startet w&auml;re also, wenn er den gleichen GEO vom Cape aus erreichen soll mit genauso viel Resttreibstoff, rund 5.640 kg schwer.<\/p>\n<p>Arianespace dominierte &uuml;ber Jahrzehnte die Starts in den GTO zumindest bei Nutzlasten, die nicht durch Regierungsauftr&auml;ge schon an einen Tr&auml;ger gebunden waren wie alle US-Satelliten. So war auch ein <span style=\"font-family: Georgia, serif;\">\u0394<\/span>v von 1.500 m\/s zum GEO bald der Standard. Anbieter anderer Tr&auml;ger (damals die USA und Russland, andere L&auml;nder waren entweder zu teuer, zu unzuverl&auml;ssig oder durch Exportverbote vom Markt ausgeschlossen) mussten sich etwas einfallen lassen und das war eben dieser &#8222;Ariane kompatible Orbit&#8220;. Es war ein Orbit der kein normaler GTO (Perig&auml;um in geringer H&ouml;he, Apog&auml;um im GEO also rund 36.000 km H&ouml;he) war. US-Firmen nutzten meist <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ssgto-mond-orbits.shtml\">supersynchrone Orbits (SSGTO)<\/a>. Sie nutzen aus, das die Energie, die man braucht die Bahnneigung zu &auml;ndern abh&auml;ngig von der momentanen Geschwindigkeit ist, die liegt bei obigem GTO bei knapp unter 1.600 m\/s. In 66.000 km H&ouml;he, einem typischen SSGTO liegt sie bei 958 m\/s. Man braucht also einen kleineren Impuls um den GEO zu erreichen, zumal man gleich das Perig&auml;um auf 36.000 km anhebt. Allerdings erreicht man die 1.500 m\/s so nur mit einem extremen Apog&auml;um, bei einer Anfangsbahnneigung von 27 Grad muss es in &uuml;ber 110.000 km H&ouml;he liegen. &Uuml;blich waren erdfernste Punkte in maximal 66.000 km H&ouml;he, da bekommt man keinen GEO mit einem <span style=\"font-family: Georgia, serif;\">\u0394<\/span>v von 1.500 m\/s, aber immerhin 1.620 m\/s. Wenn die Rakete f&auml;hig ist, zuerst eine Parkbahn einzuschlagen die in rund 200 km H&ouml;he liegt und bei &Uuml;berqueren des &Auml;quators sie erst dann in einen SSGTO aufweitet wird es noch etwas g&uuml;nstiger, weil die zus&auml;tzliche Geschwindigkeit daf&uuml;r von 2,5 bis 3 km\/s aufgrund der Position dann auch die Inklination absenkt. In diesem Falle reicht ein Apog&auml;um von 66.000 km tats&auml;chlich um mit 1.500 m\/s in den GEO zu kommen. (Die Aufweitung senkt die Inklination auf etwa 13 Grad ab).<\/p>\n<p>Russland ergatterte Ende der 1990 er auch Auftr&auml;ge. F&uuml;r den GEO liegt Baikonur mit einer typischen minimalen Startneigung von 56 Grad aber sehr weit vom &Auml;quator enfernt, 2.550 m\/s werden hier ben&ouml;tigt. Das ist so viel, das auch ein SSGTO nicht hilft. Rein theoretisch ist sogar der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2013\/06\/07\/vor-15-jahren-ueber-den-mond-in-den-geo-orbit-asiasat-3a-hgs-1\/\">Umweg &uuml;ber den Mond<\/a> g&uuml;nstiger. Eigene Satelliten brachte Russland mit der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/proton.shtml\">Proton<\/a> und dem Block DM direkt in den GEO, f&uuml;r kommerzielle Starts wird die Breeze-M Oberstufe mit lagerf&auml;higen Treibstoffen eingesetzt. Das Flugprofil f&uuml;r den geostation&auml;ren Orbit sieht normalerweise so aus: Nach dem Ausbrennen der ersten drei Stufen z&uuml;ndet die Breeze M Oberstufe zum ersten Mal nach einer kurzen Freiflugphase von etwa 2 Minuten. Die Dauer der Z&uuml;ndung ist abh&auml;ngig vom Gewicht der Nutzlast und kann bis zu 8 Minuten dauern. Die Kombination erreicht nach dieser ersten Z&uuml;ndung einen 175 km hohen kreisf&ouml;rmigen Orbit. Es schlie&szlig;t sich eine l&auml;ngere Freiflugphase an, bis die Stufe mit Nutzlast von S&uuml;den kommend, den &Auml;quator 74 Minuten nach dem Start passiert. Ist der &Auml;quator erreicht, so wird die Breeze erneut gez&uuml;ndet. Es wird nun ein elliptischer Orbit mit einer Inklination von 50 Grad erreicht. Dieser zweite Orbit hat einen erdfernsten Punkt von 5.000 km und einen erdn&auml;chsten Punkt von 170 bis 175 km H&ouml;he. Nach weiteren zwei Stunden und einem weiteren Umlauf z&uuml;ndet die Breeze ein drittes Mal, wenn das Perig&auml;um erneut durchlaufen wird und erreicht nun einen Orbit von 400 \u00d7 35.800 km. In der H&ouml;he entspricht dies schon dem GTO-Orbit, doch die Inklination von 50 Grad ist noch zu hoch. Nun wird der Zusatztank der Breeze Oberstufe abgeworfen. Achteinhalb Stunden nach dem Start wird der &Auml;quator zum dritten Mal passiert. Nun z&uuml;ndet Breeze zum vierten Mal und erh&ouml;ht den erdn&auml;chsten Punkt des Orbits. Um wie viel, h&auml;ngt von der Nutzlast ab. Je leichter sie ist, desto h&ouml;her kann dieser Punkt liegen. Im erdfernsten Punkt findet dann die letzte Z&uuml;ndung der Breeze statt. Diese hat die Aufgabe die Bahnneigung zu erniedrigen. Werte von 10 bis 16 Grad sind &uuml;blich. Die vielen Z&uuml;ndungen sind durch den geringen Schub der Breeze und die dadurch bedingte lange Brenndauer notwendig. Bei nur einer Z&uuml;ndsequenz zur Anhebung des Apog&auml;ums wird durch die Gravitationsver\u00adluste zu viel Treibstoff verbraucht.<\/p>\n<p>Erst seit 2007 sind supersynchrone Umlaufbahnen m&ouml;glich. Dann kann die Betriebszeit &uuml;ber 15 Stunden betragen, da die Stufe erst, wenn sie in 66.000 km H&ouml;he angekommen ist, das Perig&auml;um anhebt. F&uuml;r dieses Missionsprofil wurde die Betriebsdauer der Breeze M auf 24 Stunden erh&ouml;ht. Daf&uuml;r sind nur zwei Z&uuml;ndungen n&ouml;tig und das Verringern der Bahnneigung in 66.000 km H&ouml;he ist wegen der niedrigen Geschwindigkeit viel effektiver als im GTO-Orbit.<\/p>\n<p>Der Nachteil beider Methoden: der Satellit spart Geschwindigkeit, doch die Tr&auml;gerrakete muss mehr Geschwindigkeit aufbringen als dieser einspart, logisch es ist ja in jedem Falle ein Umweg. Am einfachsten ist dies f&uuml;r den supersynchronen Orbit berechenbar. F&uuml;r die Bahnneigung von 27 Grad, die z.B. SpaceX bei ihren GTO-Angaben ausweist, sieht die Rechnung so aus:<\/p>\n<ul>\n<li>&Uuml;bergang SSGTO-&gt; GTO: 1620 m\/s (+120 m\/s zu Ariane 5)<\/li>\n<li>Mehraufwand Falcon 9: 300 m\/s<\/li>\n<li>Summe: 420 m\/s<\/li>\n<li>Ohne SSGTO w&auml;ren es nur 302 m\/s gewesen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F&uuml;r einen SSGTO ohne Parkbahn mit einem <span style=\"font-family: Georgia, serif;\">\u0394<\/span>v von 1.500 m\/s muss die Rakete sogar 477 m\/s mehr aufwenden. Die logische Konsequenz, wenn GEO-Nutzlasten die meisten Auftr&auml;ge stellen, ist es daher &auml;quatornah zu starten. Das tat denn auch Sealaunch und die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/zenit.shtml\">Zenit<\/a> startete von einer Plattform am &Auml;quator aus. Sie hatte denn auch eine h&ouml;here GEO Nutz&ouml;ast als die Proton, die von Baikonur aus startete, obwohl die LEO-Nutzlast gerade mal bei <sup>2<\/sup>\/<sub>3<\/sub> der Proton lag. F&uuml;r US-Firmen, die wenn sie Regierungsauftr&auml;ge erhalten wollen, von US-Territorium aus starten m&uuml;ssen w&auml;re ein Start von Puerto Rico oder Hawaii aus m&ouml;glich: s&uuml;dlichster Punkt 18 bzw. 21 Grad Nord.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/901d5ccaac304c8baace44abf9e7aebe\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nZum Gl&uuml;ck f&uuml;r &auml;quatornahe Staaten &uuml;bersteigt dieser Blog die intellektuellen F&auml;higkeiten von Donald Trump und seinen Regierungsmitgleitern (eine Fremdsprache wie Deutsch k&ouml;nnen sie wahrscheinlich auch nicht), denn sonst sollten sie folgende Staaten die am &Auml;quator liegen, Sorgen machen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ecuador<\/li>\n<li>Kolumbien<\/li>\n<li>Brasilien<\/li>\n<li>S\u00e3o Tom\u00e9 und Pr\u00edncipe<\/li>\n<li>Gabun<\/li>\n<li>Republik Kongo<\/li>\n<li>Demokratische Republik Kongo<\/li>\n<li>Uganda<\/li>\n<li>Kenia<\/li>\n<li>Somalia<\/li>\n<li>Malediven<\/li>\n<li>Indonesien<\/li>\n<li>Kiribati<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade kleine Staaten (S\u00e3o Tom\u00e9 und Pr\u00edncipe liegen auch noch im Hinterhof der USA) sollten sich sonst Sorgen machen. Ich erw&auml;hne nur mal Kuba, 1961, Grenada 1982, Panama 1990 und Venezuela 2026 &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18502\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18502\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Heute wieder ein Grundlagenblog f&uuml;r alle, die die Grundlagen auf der Website noch nicht entdeckt haben, oder sie ihnen zu detailliert sind oder die einfach nur den Blog lesen. 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