{"id":18634,"date":"2026-04-11T08:36:20","date_gmt":"2026-04-11T06:36:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18634"},"modified":"2026-04-11T08:36:20","modified_gmt":"2026-04-11T06:36:20","slug":"wie-kommt-galileo-zu-jupiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/04\/11\/wie-kommt-galileo-zu-jupiter\/","title":{"rendered":"Wie kommt Galileo zu Jupiter?"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18634\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18634\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p align=\"left\">Inzwischen habe ich beim Schreiben des Buchs &uuml;ber die Raumsonde Galileo die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/27\/galileos-cds-teil-1\/\">Computer<\/a> hinter mir gelassen und bin gerade beim Durcharbeiten der wechselvollen Geschichte der Mission. Damit wir alle auf dem gleichen Stand sind, mal hier eine kleine Zusammenfassung, wie Galileo zum Jupiter kommen sollte:<!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>Bei Projektbeginn war ein Start mit einer dreistufigen IUS und dem Space Shuttle 1982 vorgesehen, ein Marsvorbeiflug sollte Startgeschwindigkeit einsparen. Galileo sollte 1.500 kg wiegen<\/li>\n<li>Schon im ersten Entwicklungsjahr wurde der Orbiter um 100 kg schwerer und die Probe um 165 kg. Nun war sie zu schwer f&uuml;r die gew&auml;hlte Kombination. Es gab einige Diskussionen unter anderem wurden auch wieder vorgeschlagen die Titan 3 einzusetzen, entweder die Titan 3 oder 34 jeweils wie bei Voyager um eine Centaur und Burner II erweitert. Es wurde beschlossen die Probe und den Orbiter getrennt zu starten, f&uuml;r die Probe h&auml;tte man ein &#8222;Carrierraumschiff&#8220; bauen m&uuml;ssen. Ein Marsvorbeiflug w&auml;re beim Start 1984 noch m&ouml;glich, aber er liefert nur noch wenig Zusatzgeschwindigkeit.<\/li>\n<li>Im n&auml;chsten Jahr dachte die NASA das sie mit einer neuen Centaur f&uuml;r das Space Shuttle, die Centaur G, die optimale L&ouml;sung gefunden h&auml;tte. Diese h&auml;tte wieder Orbiter und Probe gemeinsam starten k&ouml;nnen. Doch die Regierung unter Reagan (bis zu Trump II die mit den schlimmsten Kahlschl&auml;gen bei der wissenschaftlichen Raumfahrt) genehmigte nicht die Entwicklung der Centaur f&uuml;r das Space Shuttle<\/li>\n<li>So kam man ein Jahr sp&auml;ter auf die n&auml;chste L&ouml;sung: wieder eine IUS-Kombination, aber sie sollte Galileo mit Probe nur auf eine interplanetare Bahn bringen. Eine Z&uuml;ndung des eigenen Antriebs bringt Galileo zur&uuml;ck zur Erde wo sie dann Schwung zu Jupiter holt. Neben einer deutlichen Missionsverl&auml;ngerung auf 52 Monate bedeutet das Deep Space Man&ouml;ver auch das nur Treibstoff f&uuml;r 5-6 anstatt 11 Orbits zur Verf&uuml;gung steht. Starttermin: 1985.<\/li>\n<li>Das JPL konnte schlie&szlig;lich die USAF &uuml;berzeugen das diese auch Nutzen aus der Centaur ziehen konnte. Mit der Sch&uuml;tzenhilfe der USAF wurde dann die Centaur G Entwicklung genehmigt. Starttermin 1986.<\/li>\n<li>Nach der Explosion der Challenger kam man wieder auf die IUS L&ouml;sung zur&uuml;ck, die Centaur hatte Startverbot auf dem Space Shuttle. Der Start war nun im Oktober 1989 und es gab drei Vorbeifl&uuml;ge an Erde und Venus bis im Dezember 1995 nach 74 Monaten der Jupiter erreicht wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn ihr mitgez&auml;hlt habt, kommt ihr auf sechs Ver&auml;nderungen wie Galileo gestartet werden sollte. Dabei sind nur andachte Kombinationen wie Starts mit der Titan oder Shuttleupgrades gar nicht mal dabei. Was sie Sache auch nicht leichter machte, war das die Sonde laufend schwerer wurde. Bei Genehmigung ging man von 1.500 kg Startmasse aus. Die erste Umplanung gab es als das Gesamtgewicht 1.960 kg erreichte. Die Startmasse lag schlie&szlig;lich bei 2.223 kg. Alle Angaben ohne Adapter zur Oberstufe.<\/p>\n<p>In diesem Artikel will ich mal durchrechnen wie Galileo zu Jupiter kommen k&ouml;nnte und zwar ohne Centaur. Mit der w&auml;re es kein Problem gewesen. Ich errechne mit Galileo eine Geschwindigkeits&auml;nderung um 7162 m\/s, also von einem 200 km Orbit aus w&auml;ren es 14.919 m\/s, selbst bei maximaler Entfernung von Jupiter w&auml;re man in 1 Jahr und 243 Tagen dort, die Bahn w&uuml;rde ohne Jupiter bis in 1.200 Millionen km Entfernung reichen. Probealmtisch w&auml;re wohl eher das Centaur und Galileo 26.010 kg schwer gewesen w&auml;ren, und damit zu schwer f&uuml;r die damaligen F&auml;hren. So viel h&auml;tten sie erst transportieren k&ouml;nnen als der Superlightweight Tank Ende der Neunziger eingef&uuml;hrt wurde. Allerdings braucht man zu Jupiter im Worst Case (maximale Entfernung der Erde beim Start und maximale Entfernung von Jupiter beim Start) 14.264 km\/s. Man k&ouml;nnte noch etwas niedriger gehen wenn man die Sonde nur an den Rand der Einflusssph&auml;re bringt, aber das ist riskant und es erfordert dann bei der Raumsonde Treibstoff, damit diese nicht auf den Jupiter st&uuml;rzt. Bei dieser niedrigeren Geschwindigkeit braucht die Centaur nicht so viel Treibstoff und man k&ouml;nnte die Startmasse auf 23,6 t reduzieren, was zu der damaligen Maximalnutzlast von 24,5 t passt. Die NASA ging damals einen anderen Weg: die leichteste F&auml;hre sollte mit 109 % Schubniveau starten und so die Leistung erreichen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Vorgaben<\/h4>\n<p>F&uuml;r alle Berechnungen habe ich nicht mit Endgeschwindigkeiten gerechnet, da die von der Ausgangsbahn um die Erde abh&auml;ngig sind und die schwankt schon weil bei Stufen mit l&auml;ngeren Betriebszeiten der Brennschluss erst weit von der Erde entfernt stattfindet. Ich habe mit dem NASA Trajektory Browser nach den Bahnen gesucht. Der liefert zwar nur welche ab 2014, aber die Startfenster wiederholen sich periodisch. Zwischen 1981 und 1986 brauchte man sukzessive mehr Energie. 1981 waren es noch (ohne Marsvorbeiflug) 82,2 km\u00b2\/s\u00b2, 1985 waren es mit 84,6 km\u00b2\/s\u00b2. Berechnet wurde jeweils eine Bahn mit dem h&ouml;heren C3 von 84,6.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Titan Varianten<\/h4>\n<p>Voyager startete mit einer Titan 3E, einer Titan 3C mit Centaur und Burner II Oberstufe. Galileo braucht wie Voyager eine dreiachsenstabilisierte Stufe. Bei Voyager steuerte diese ein Propulsion System das dazu installiert wurde. So was gab es auch bei den Thor Burner Starts f&uuml;r Wettersatelliten. Es gab sp&auml;ter eine dreiachsenstabilsierte Version des Star 37 Antriebs der Burner II. Dieses hatte eine um 47 kg h&ouml;here Trockenmasse. Etwa 10 kg Treibstoff werden pro Tonne Treibstoff der Feststoffstufe ben&ouml;tigt. Ich habe angenommen das dies auch f&uuml;r andere Stufen gilt und das entsprechende Gewicht bei den PAM-D und PAM-D2 addiert. Dreiachsenstabilisiert ist auch die IUS, doch hier addiert das System daf&uuml;r doch sehr viel Gewicht.<\/p>\n<p>Die Titan 3E konnte maximal 1.000 kg auf die Voygerbahnen bef&ouml;rdern, doch diese waren erheblich schneller unterwegs. Zudem w&auml;re bei den sp&auml;teren Startfenstern auch die Titan 34D zur Verf&uuml;gung gestanden die 1982 ihren Jungfernflug hatte. Sie liefert aber nur wenig mehr Nutzlast, bei GTO z.B. stieg sie von 4.770 auf 4.990 kg. Ich habe neben der Burner II (1 t Treibstoff) auf die PAM-D (1,8 t Treibstoff) und PAM-D2 \/3,2 t Treibstoff) auf die Centaur gesetzt. Die Nutzlast ist auf 100 kg abgerundet worden<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<thead>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"50%\">Version<\/th>\n<th width=\"50%\">Nutzlast c3=84,6 km\u00b2\/s\u00b2<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 34 + Centaur + Star 37FMV<\/td>\n<td width=\"50%\">1.300 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 34 + Centaur + Star 48V (PAM-D)<\/td>\n<td width=\"50%\">1.300 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 34 + Centaur + Star 63V (PAM-D2)<\/td>\n<td width=\"50%\">1.100 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 3E + Star 37FMV<\/td>\n<td width=\"50%\">1.400 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 3E + Star 48V (PAM-D)<\/td>\n<td width=\"50%\">1.400 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Titan 3E + Star 63V (PAM-D2)<\/td>\n<td width=\"50%\">1.200 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/67742b596a42421d95a9f5f4ec0d8b69\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nDie Titan 34 bringt keinen echten Vorteil sie ist sogar um 100 kg in der Nutzlast schlechter weil die Trockenmasse bei den Stufen zulegte. Alle Versionen w&auml;ren zu klein gewesen um selbst den Galileoorbiter nach ersten Planungen (1.500 kg + Adapter) zu transportieren, aber f&uuml;r getrennte Starts von Probe und Orbiter h&auml;tte es gereicht, allerdings nur f&uuml;r die erste Version, als der Orbiter schon nach einem Jahr um 100 kg zulegte w&auml;re es auch f&uuml;r Titan 3E knapp geworden, die Titan 34 w&auml;re schon nicht mehr f&auml;hig gewesen Galileo zu starten. Die IUS auf der Titan 34 w&auml;re keine Alternative gewesen. Sie h&auml;tte nur rund 100 kg zu Jupiter gebracht. Eine Titan 34D mit erster stufe der IUS und PAM-D h&auml;tte 600 kg zum Jupiter gebracht das w&uuml;rde f&uuml;r die Probe und ein Carrier-Spacecraft reichen. Eine Centaur G anstatt der Centaur D w&uuml;rde etwa 100 kg mehr Nutzlast bringen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Space Shuttle<\/h4>\n<p>Trotz zweier Stufen kann eine IUS nicht Galileo zum Jupiter bringen. Neben dem Treibstoff mit sehr schlechtem spezifischen Impuls ist der Hauptgrund die hohe Leermasse der zweiten Stufe. Ich habe extra nochmal nachgeschaut f&uuml;r mein Buch, weil mir selbst die alten Daten die ich hatte, mit 1134 kg Trockenmasse f&uuml;r dei zweite Stufe (bei 3919 kg Startmasse) viel zu hoch vorkamen &#8211; typisch f&uuml;r einen Feststoffantrieb w&auml;re ein Achtel bis ein Zehntel der Startmasse als Trockenmasse. Es gestaltete sich schwierig, weil seit Tagen der NTRS nicht mehr erreichbar ist. Seit Monaten ist schon die zweite wichtige Quelle der NASA mit technischen Informationen die NASA Space Science Data Coordinated Archive (NSSDCA) unter &#8222;tempor&auml;rer&#8220; &Uuml;berarbeitung. Sie wird wohl immer abgeschaltet bleiben. Da diese mit einer Query arbeitet, n&uuml;tzt einem auch eine Kopie in der Waybac-Maschine nicht. Wundert mich ehrlich nicht, das zuerst die Seiten offline gehen die Informationen anbieten und die anderen Websites mit Videos und Bildern bleiben. Das passt zu einem Pr&auml;sidenten der mit Fakten nichts anfangen kann, au&szlig;er es sind alternative Fakten.<\/p>\n<p>Ich habe auch entdeckt, dass das Internet durchaus vergisst. Als ich mal die Galileo Website anschaute fand ich nur noch eine Seite mit minimalem Informationsgehalt. Nichts von dem was vor 2 Jahrzehnten noch online war. Gottseidank habe ich als ich noch keinen DSL-Anschluss zuhause hatte, sondern nur Modem, in der Uni Kopien vieler Websites von Planetensonden oder Raketenherstellern gezogen, die ich nun offline durchsuchen kann.<\/p>\n<p>Aber zur&uuml;ck zum Thema. Ich habe mit einer Leermasse von 850 kg bei der zweiten Stufe gerechnet. Auf die komme ich, wenn ich die bekannte GEO Nutzlast von 2268 kg bei der ebenfalls als sicher geltenden Treibstoffzuladung von 2.720 kg und dem spezifischen Impuls von 2861 m\/s in Beziehung zum dV von 1.800 m\/s vom GTO in den GEO setze.<\/p>\n<p>Ich gehe davon aus, das das Shuttle die Stufen von einem 200 km Orbit aus startet. Bei der IUS ginge auch ein etwas h&ouml;herer Orbit, aber da sie nicht ausreicht, habe ich noch jeweils drei weitere Stufen hinzugenommen. Ebenso habe ich IUS Varianten untersucht. Es gibt drei Kombinationen neben der zweistufigen Version:<\/p>\n<ul>\n<li>Twin-stufe: Zwei IUS Erststufen hintereinander eingesetzt<\/li>\n<li>Dreistufig mit doppelter zweiter Stufe (bei Ulysses eingesetzt)<\/li>\n<li>Dreistufig doppelter erster stufe<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dazu kommen bei mir noch als Varianten die zus&auml;tzlichen dritten Stufen PAM-D, D2 und Burner II. Wie bei der Modellierung der Titan habe ich bei diesen 47 kg zum Leergewicht f&uuml;r ein Dreiachsensystem addiert und weitere 10 kg Treibstoff pro Tonne Treibstoff zur Kompensation. Sie kommen zur zweistufigen IUS hinzu. Bei den Varianten die nicht eingesetzt wurden, habe ich bei der Twinstufe 500 kg zur Leermasse der zweiten Stufe addiert, das ist das Mehrgewicht der Avionik mit Triebwerken in der zweiten IUS Stufe, umgekehrt fiel es weg bei der dreistufigen Variante mit doppelter zweiter Stufe<\/p>\n<p>Die letzte Kombination ist eine 1972 vorgeschlagene Adaption der Agena an das Space Shuttle mit Zusatztanks. Man h&auml;tte ja auch die anstelle der IUS oder Centaur entwickeln k&ouml;nnen. Hier habe ich sogar Treibstoff weggelassen, um auf ein Startgewicht von 26 t zu kommen, das gleiche wie bei der Centaur G, denn die vorgeschlagene Version wog 27,5 t, man ging 1972 wohl davon aus das das Shuttle nicht nur die 29,5 t Nutzlast erreichen w&uuml;rde, sondern sogar &uuml;bertreffen<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<thead>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"50%\">Version<\/th>\n<th width=\"50%\">Nutzlast c3=84,6 km\u00b2\/s\u00b2<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">IUS zweistufig<\/td>\n<td width=\"50%\">300 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">IUS dreistufig 2 x kleine stufe<\/td>\n<td width=\"50%\">500 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">IUS dreistufig 2 x gro&szlig;e stufe<\/td>\n<td width=\"50%\">1.100 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">IUS Twinstufe<\/td>\n<td width=\"50%\">300 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">IUS + Burner II<\/td>\n<td width=\"50%\">500 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">IUS + PAM D<\/td>\n<td width=\"50%\">800 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">IUS Erststufe + PAM D2<\/td>\n<td width=\"50%\">600 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">IUS Erststufe + PAM D2 + PAM-D<\/td>\n<td width=\"50%\">900 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Agena mit Zusatztanks<\/td>\n<td width=\"50%\">1.700 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Agena Version ist die einzige die in die N&auml;he der Zielnutzlast kommt. Mit ein paar Optimierungen w&uuml;rde sie Galileo transportieren k&ouml;nnen. W&uuml;rde man die Zahl der Triebwerke verdoppeln, so w&uuml;rden die Gravitatationsverluste sinken und man kommt auf 2.000 kg Nutzlast. Eine Steigerung des spezifischen Impuls durch einen h&ouml;heren Brennkammerdruck (die Agena arbeitete mit nur 35 Bar) und eine verl&auml;ngerte D&uuml;se auf 3.300 m\/s (3180 m\/s bei dem Agena Vorschlag, erreichen schon druckgef&ouml;rderte Triebwerke, die EPS-Oberstufe die diesen spezifischen Impuls hat w&uuml;rde mit einer Turbopumpe auf 3355 m\/s kommen) liefert die Sollnutzlast f&uuml;r Galileo mit Probe.<\/p>\n<p>Der eine oder andere Leser mag sich nun fragen: &#8222;Was bringen diese Varianten mit zu kleiner Nutzlast denn an Vorteilen?&#8220; Sie bringen dahingehend einen Vorteil, das man zwar Swing-Bys an Venus und erde braucht aber es dann eben nicht drei wie bei Galileo sind, sondern nur zwei oder einer. Die Reisezeit im inneren Sonnensystem w&uuml;rde sich um Jahre verk&uuml;rzen und das macht auch die Mission billiger.<\/p>\n<h4 class=\"western\">&#8230; oder was ganz neues?<\/h4>\n<p>Ihr kennt mich ja, bei so was konstruiere ich auch mal gerne selbst was. Mein Vorschlag der besser als die IUS und sicherer als die Centaur ist eine kleine Stufe aus damals existierender Technologie:<\/p>\n<p>Tanks: 4 Kugeltanks f&uuml;r NTO\/MMH je 1,9 m Durchmesser<\/p>\n<p>Triebwerke: 2 x AJ10-118K mit je 43,8 kN Schub, spezifischer Impuls 3.180 m\/s.<\/p>\n<p>Sonstiges: Helium 60 kg Druckbeaufschlagung, Gitterrohrger&uuml;st, Avionik<\/p>\n<p>MMH\/NTO hat den Vorteil das man gleich gro&szlig;e Tanks f&uuml;r beide Treibstoffe hat wenn das Verh&auml;ltnis 1,9 zu 1 betr&auml;gt. F&uuml;r dieses Verh&auml;ltnis ist das Aj10 ausgelegt. Die Tanks haben ein Volumen von 13,5 m\u00b3 und nehmen bei der bekannten Dichte maximal 16,2 t Treibstoff auf. Sie bilden ein Kleeblatt. Je zwei Tanks werden mit einem Aj10 verbunden.<\/p>\n<p>Kugeltanks haben zudem den Vorteil einer kleinen Oberfl&auml;che und geringerer Wandst&auml;rke gegen&uuml;ber Zylindertanks. F&uuml;r ein Zugmoment von 600 N\/mm\u00b2, typisch f&uuml;r Edelstrahl errechnet sich mit normalen Sicherheitszuschl&auml;gen eine Wandst&auml;rke von 4,4 mm. Die Tanks wiegen dann lediglich 370 kg. Dazu k&auml;me das Helium mit Flasche, rund 240 kg, Gest&auml;nge und eine Avionik, ich sch&auml;tze insgesamt eine Trockenmasse von 1.000 kg.<\/p>\n<p>Eine solche Stufe k&auml;me auf 1.300 kg Nutzlast zum Jupiter. Allerdings arbeitet das Aj10 mit 8 Bar Brennkammerdruck. Man k&ouml;nnte nun den Heliumvorrat, der f&uuml;r 20 Bar gerechnet ist reduzieren, das w&uuml;rde rund 140 kg mehr bringen. Sinnvoller ist es aber mit einem h&ouml;heren Brennkammerdruck zu arbeiten. Bei 15 Bar erreicht man nach FCEA2 einen um 20 m\/s h&ouml;heren spezifischen Impuls von 3.200 m\/s, damit kommt man auf rund 1.400 kg Nutzlast.<\/p>\n<p>Okay w&uuml;rde nicht f&uuml;r Galileo reichen, auch nicht bei Trennung von Orbiter und Sonde. Aber die Stufe k&ouml;nnte rund 5 t in den GEO transportieren. Doppelt so viel wie eine IUS. Mit einer PAM-D2 w&uuml;rde man auf rund 1.8 t kommen, das w&uuml;rde f&uuml;r den Orbiter alleine reichen, dann m&uuml;sste man wieder splitten.<\/p>\n<p>Das w&auml;re aber vor allem keine L&ouml;sung f&uuml;r Galileo sondern allgemein f&uuml;r Transporte &#8211; die Stufe hat ein viel geringeres Leergewicht als die IUS, sie hat einen h&ouml;heren spezifischen Impuls. Ist dreiachsenstabilsiert und vor allem kompakt &#8211; bringt man die Triebwerke zwischen zwei Tanks an so ist sie maximal so hoch wie ein Tank, nimmt also nur 1,9 m der L&auml;nge weg, selbst bei der kompakten IUS sind es 5,18 m. Man k&ouml;nnte auch f&uuml;r Einzeltransporte mit nicht so schweren Nutzlasten auf je zwei Tanks und ein Triebwerk verzichten.<\/p>\n<h4>Die Centaur auf dem Space Shuttle<\/h4>\n<p>Beim Einsatz der Centaur auf dem Shuttle bin ich innerlich gespalten. Mein Bauchgef&uuml;hl sagt mir, dass das keine so gute Idee ist Wasserstoff und Sauerstoff im Nutzlastraum mitzuf&uuml;hren. Mein Kopfgef&uuml;hl sagt mir das das Risiko &uuml;berschaubar ist. Klar, jeder denkt dann an die Fernsehbilder der Challengerexplosion. aber das ist nicht vergleichbar: da durchtrennte eine Stichflamme aus den Feststofftriebwerken die Befestigung zum Wasserstofftank der dann leckschlug und explodierte. Wie soll das einer Centaur im Nutzlastraum passieren? Da m&uuml;sste vorher das Shuttle selbst zerst&ouml;rt werden. Klar 20 t Gase die zusammen reagieren k&ouml;nnen sind nicht gerade beruhigend, aber jeder Raketenstart nutzt Tonnen von brennbaren Substanzen auf denen die Besatzung sitzt, das Shuttle eben auch im externen Tank. Die Frage ist doch, wie weit die Centaur unsicherer ist als zum Beispiel die IUS. Es ist extrem unwahrscheinlich das eine Centaur so einfach explodiert. Das kam nur einmal vor beim ersten Testflug als sich die Isolation l&ouml;ste und der verdampfende Wasserstoff den Tank sprengte. Die Szene wo die Atlas Centaur einen Augenblick auf den n&auml;chsten explodiert wird oft in Dokus &uuml;ber das fr&uuml;he Weltraumprogramm gezeigt. Mir fallen aber alleine aus den letzten Jahren &uuml;ber ein Dutzend Raketenexplosionen von nicht LOX-LH2 Stufen ein. Die H&auml;lfte alleine vom Starship. Das kann beim Space Shuttle dank fester Isolation udn Schutz durch den Nutzlastraum nicht passieren. Man hat ja das Risiko untersucht und kam in verschiedenen Kategorien maximal auf 3 von 10 Risikostufen. Das Hauptrisiko ist verdampfender Wasserstoff &#8211; man wird die Betankung der Centaur sicher einstellen, bevor die Besatzung an Bord ist, bis zum Aussetzen vergehen dann mindestens 8 Stunden. Daf&uuml;r h&auml;tte man auch ein Entl&uuml;ftungssystem installieren m&uuml;ssen. Im All ist das Ausgasen kein Problem. Bei 300 K hat ein Sauerstoffmolek&uuml;l eine Geschwindigkeit von 483 m\/s. Sprich da es dort auf kein anderes Molek&uuml;l st&ouml;&szlig;t, ist es nach 1 Sekunde rund 500 m vom Shuttle weg. Wasserstoffmolek&uuml;le sind noch knapp dreimal schneller und verd&uuml;nnen sich so noch besser. Es wird also praktisch bei Verdampfungen keine Konzentration geben, die sich entz&uuml;nden k&ouml;nnte. Als Hauptrisiko galt die hohe Masse, zusammen mit Galileo &uuml;ber 27 t, man h&auml;tte bei einem Flugabbruch und Notlandung Treibstoff ablassen m&uuml;ssen was sicher riskant ist.<\/p>\n<p>Der Sicherheitsaspekt der ja dazu f&uuml;hrte das sp&auml;ter das Shuttle nur noch reine Transportstarts mehr durchf&uuml;hrte hat ja in vielen Aspekten eine Weiterentwicklung des Shuttles verhindert. Meine schon &ouml;fters ge&auml;u&szlig;erte Meinung: Das Shuttle k&ouml;nnte noch fliegen wenn man einen Teil der Flotte f&uuml;r unbemannte Missionen umger&uuml;stet h&auml;tte. Dann w&auml;re nicht nur die Nutzlast h&ouml;her gewesen weil alle Einrichtungen f&uuml;r die Mannschaft ausgebaut w&uuml;rden, es w&auml;re auch der Transport von stufen wie der Centaur kein Problem gewesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18634\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18634\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Inzwischen habe ich beim Schreiben des Buchs &uuml;ber die Raumsonde Galileo die Computer hinter mir gelassen und bin gerade beim Durcharbeiten der wechselvollen Geschichte der Mission. Damit wir alle auf dem gleichen Stand sind, mal hier eine kleine Zusammenfassung, wie Galileo zum Jupiter kommen sollte:<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[5284,273,18],"class_list":["post-18634","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-raumfahrt","tag-centaur-g","tag-galileo","tag-space-shuttle","entry"],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":108,"today_views":7},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":18610,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/03\/27\/galileos-cds-teil-1\/","url_meta":{"origin":18634,"position":0},"title":"Galileos CDS &#8211; Teil 1","author":"Bernd Leitenberger","date":"27. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Hall\u00f6chen, es wird Zeit das ich mich mal wieder melde. 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