{"id":18788,"date":"2026-07-26T08:22:46","date_gmt":"2026-07-26T06:22:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18788"},"modified":"2026-07-26T08:22:46","modified_gmt":"2026-07-26T06:22:46","slug":"nachlese-13-ter-teststart-des-starships-ift-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/07\/26\/nachlese-13-ter-teststart-des-starships-ift-13\/","title":{"rendered":"Nachlese 13-ter Teststart des Starships IFT-13"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18788\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18788\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich gebe erst mal einen reinen textuellen &Uuml;berblick &uuml;ber den letzten Teststart. Ich werde noch Zeiten im Video mit den Vor-Start Angaben vergleichen und Treibstoffdiagramme auswerten, aber das ist zeitaufwendig und ich pflege es sp&auml;ter ein. Dann gibt es auch eine konsolidierte Version dieses Blogs und <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/07\/12\/vorschau-dreizehnter-testflug-des-starships-ift-13\/\">der Vorschau<\/a> auf der Website als <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starshiptests-index.shtml\">dauerhaft erreichbarer Artikel<\/a>.<\/p>\n<p>Nach dem Startabbruch am 15.07.2026, bei dem vier Triebwerke nicht ansprangen, wurde bekannt, dass sechs Triebwerke Probleme mit ihren LOX-Turbopumpen hatten und ihre Parameter au&szlig;erhalb der Toleranz waren. Die Drehrate beim Hochlaufen war \u201eoff-nominal\u201c. Lediglich zwei der sechs Triebwerke wurden danach ausgetauscht. Die Ursache soll Feuchtigkeit aus fr&uuml;heren Operationen sein, die durch die kryogenen Fl&uuml;ssigkeiten (die Triebwerke werden vor dem Start gek&uuml;hlt, um die Hitzebelastung zu reduzieren) gefror. Einige Turbopumpen hatten danach eine zu niedrige Drehzahl oder liefen gar nicht hoch. Die Turbopumpen wurden &uuml;berpr&uuml;ft und ein Triebwerk bei McGregor auch gez&uuml;ndet. Wie in der &Uuml;bertragung vor dem Start bekannt wurde, wurde schon am 16.3.2026 bei einem Test mit 10 Triebwerken dieser abgebrochen. Es gab dabei einen Bruch im Flammenabweiser der 2,46 Millionen Liter pro Minute freisetzt. Die V3 soll 18 Millionen Pfund Schubkraft haben und 65.000 Pfund Treibstoff pro Sekunde umsetzen, das entspricht 80010 kN Schub, einem spezifischen Impuls von 2716 m\/s und bei 3650 t Treibstoff einer Brennzeit von 123 Sekunden bei vollem Schub. Reklamiert werden f&uuml;r Raptor 3 aber 82170 kN Startschub. Wie bei den Raptoren 2 scheinen sie also noch nicht mit voller Leistung zu laufen. Vor dem Start war das Starship mit 98,2 % CH4 und 98,9 % LOX betankt, bei der letzten Anzeige -5 Minuten vor dem Start die SuperHeavy aber nur zu 90 %. Man erfuhr weiterhin das es nun eine Abschaltregel gibt: maximal zwei Triebwerke d&uuml;rfen nicht z&uuml;nden, beim <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-1-testflug.shtml\">ersten Teststart IFT-1<\/a> fielen schon vorher mehr aus und er endete katastrophal.<!--more--><\/p>\n<p>Den Start kann ich selbst recht schnell abhandeln. Wie bei den letzten Fl&uuml;gen (<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-ITF10.shtml\">IFT-10<\/a> bis 12) verlief die Phase, um den Orbit zu erreichen, problemlos. Ich betone das, weil f&uuml;r einen Kunden dies der wesentliche Teil ist, aber auch f&uuml;r SpaceX, die ja ihre Starlink-V3-Satelliten mit dem Starship starten wollen. Diesmal fiel sogar gar kein Triebwerk bei den beiden Haupotantriebsphasen aus.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/820e23bf0ecb42f498998c224fd29d10\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nEs klappte auch noch das Hot-Staging, doch bei der Landesimulation der Super Heavy gingen nur acht der 13 Triebwerke an und davon fielen dann drei weitere aus. Die f&uuml;nf Triebwerke konnten die Super Heavy nicht abbremsen und sie crashte in den Ozean. Der Landungsburn, also das Umschalten auf drei Triebwerke und das langsame Einschweben zum Tower, das simuliert werden sollte, fiel so ganz aus, wohl weil der Geschwindigkeitstrigger daf&uuml;r nicht ausgel&ouml;st wurde. Eine Ursache k&ouml;nnte sein, dass die Treibstoffanzeige nach dem Drehen der Flugbahn bei nahe Null stand; bei fr&uuml;heren Fl&uuml;gen gab es hier immer noch eine Resttreibstoffanzeige. Eventuell ging einfach der Treibstoff aus.<\/p>\n<p>Damit hat SpaceX bei zwei V3-Starts zwei Super Heavys verloren und deren F&auml;higkeit, am Tower zu landen, nicht demonstriert. Dieser Vorfall beim <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-ITF12.shtml\">letzten Test, IFT-12<\/a> war der Grund, warum die FAA auf eine Wiederholung von IFT-12 bestand. So ist beim Schreiben des Artikels offen, ob SpaceX wie vor dem Start geplant f&uuml;r den n&auml;chsten Flug einen Orbit anstreben kann.<\/p>\n<p>Das Starship erreichte einen Orbit, setzte 20 echte Starlink-Satelliten aus, die man nach SpaceX-Angaben auch kontaktieren konnte; daf&uuml;r hatte man, weil sie auf der suborbitalen Bahn aussetzte, nur 20 Minuten Zeit. Ein Starship soll 60 Satelliten starten k&ouml;nnen (109,2 t), welche die 22-fache Uplink- und 10-fache Downlink-Kapazit&auml;t der Starlink V2 Mini haben, die derzeit mit der Falcon gestartet werden (bezieht sich auf einen Start). Nach Erreichen des Orbits sah man ein Ausgasen &uuml;ber Minuten am Heck sowie RCS-Triebwerke, die dagegen arbeiteten.<\/p>\n<p>Auch die beim letzten Flug abgesagte Wiederz&uuml;ndung des Raptors erfolgte diesmal, und zwar mit realistischeren 14 Sekunden; vorher waren es drei. F&uuml;r einen Deorbit m&uuml;sste es noch l&auml;nger brennen, denn bei vollem Schub kann es ein 200 t schweres Starship nur um 17 m\/s abbremsen. Das reicht nicht aus, um das Perig&auml;um f&uuml;r einen Eintritt in die Atmosph&auml;re abzusenken, aber da man selbst mit einer Z&uuml;ndung quer zur Flugrichtung die Bahn ver&auml;ndert und am Zielpunkt die Landung gefilmt werden sollte, war dies wohl das &Auml;u&szlig;erste, was ging.<\/p>\n<p>Bei der Landung erfuhr man nun auch, f&uuml;r welche Geschwindigkeiten die K&uuml;rzel \u201eTranssonisch\u201c und \u201eSubsonisch\u201c in dem Missionsverlauf stehen: transsonisch Mach 1,2 bis 0,8, subsonisch &lt; Mach 0,8. Die maximale Aufheizung und der Druck lagen dicht beieinander bei 43 bis 40 km H&ouml;he, wo l&auml;ngst kein Plasma mehr um die F&auml;hre zu sehen war. W&auml;hrend des Wiedereintritts sah man zahlreiche blau leuchtende (das Plasma ist sonst rot) und sich schl&auml;ngelnde Flammen an der Oberfl&auml;che.<\/p>\n<p>Genauso wie bei der Super Heavy gab es diesmal einen sehr schnellen Flip mit einer schnellen Landung ohne eine l&auml;ngere Schwebephase wie bei fr&uuml;heren Fl&uuml;gen. Die Landung war aber dennoch weich, denn erstmals &uuml;berlebte ein Starship die Landung. Alle vorhergehenden gingen entweder bei der Landung oder kurz danach in einer Explosion verloren. Diesmal gab es nur zwei kleine Feuer, die rasch nach der Landung ausgingen. Damit best&auml;tigt SpaceX auch meine Kritik an allen Testfl&uuml;gen bisher, wo, sobald das Starship die Wasseroberfl&auml;che erreicht, es als voller Erfolg gefeiert wurde, selbst wenn es gleich danach explodiert \u2013 ein Starship, das nicht mal das Umfallen (also mit Geschwindigkeit Null), das wegen des Widerstands des Wassers am Heck mehrere Sekunden dauert, also mit niedriger Geschwindigkeit erfolgt, &uuml;berlebt, ist zu fragil gebaut.<\/p>\n<p>Erstmals sah nun auch die &Ouml;ffentlichkeit, wie ramponiert der Hitzeschutzschild ist. Es fehlen zwar einige Kacheln, aber das gab es auch immer beim Space Shuttle, schlie&szlig;lich sind es 18.000 St&uuml;ck. Bedeutender sind die vielen Streifen &uuml;ber die Oberfl&auml;che, die ihren Ursprung an den Kanten der Kacheln haben, die dort stark erodiert sind. Sie waren wohl auch Ursache der schon erw&auml;hnten blauen Flammen. Das Space Shuttle verlor zwar immer Kacheln, aber ansonsten war der Hitzeschutzschild intakt, nicht erodiert. Ob so ein Starship ohne Kacheltausch erneut starten kann, bezweifle ich, denn die Gefahr, dass sich eine Kachel vollst&auml;ndig abl&ouml;st, d&uuml;rfte durch turbulente Str&ouml;mungen bei den jetzt nicht mehr glatten Kanten stark ansteigen. Das ganze Konzept von SpaceX setzt denn auch voraus, dass man ein Starship direkt nach der Landung, anders als die Falcon 9, ohne Inspektion erneut starten kann.<\/p>\n<p>Auch dass diesmal wieder <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Raptoren.shtml\">Raptoren<\/a> ausfielen, wenngleich nur beim Landungsburn, ist kein gutes Omen. Es wurden zwei Triebwerke vor dem Start ausgetauscht, bei der Wiederverwendung von Super Heavys auch, und trotzdem fallen immer wieder welche aus. Es scheint, als k&ouml;nne man einen Raptor einmal z&uuml;nden, aber schon die zweite Z&uuml;ndung ist nicht sicher. Von einer 1.000-maligen Wiederverwendung war die Rede und dass die Raptor 3 besser als die Raptor 2 sind \u2013 zumindest nicht in der Wiederverwendung. Auch das ist ein Showstopper: Diesmal dauerte es 8 Tage, zwei Triebwerke auszuwechseln, was daneben auch die Kosten erh&ouml;ht. So wird man wohl kaum t&auml;gliche Starts erreichen. Die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-Teststarts.shtml\">Gesamtzuverl&auml;ssigkeit<\/a> (&uuml;ber alle Burns auch bei der Landung blieb nahezu unver&auml;ndert bei 88,9 %, vorher 88,5 %.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Starship rules!<\/h4>\n<p>Das Starship ist seit mehr als drei Jahren in der Erprobung, mittlerweile in der dritten von vier Generationen. Bisher verliefen alle Starts suborbital. Die Landung der Super Heavy am Turm klappte bisher nicht immer, beim Starship ist eine Landung am Startplatz noch nicht erfolgt. Eine Super Heavy wurde bisher maximal einmal wiederverwendet und dabei wurden immer Triebwerke ausgetauscht. Die Firma ist also noch Meilen von ihrem Ziel von kurzen Turn-Around-Zeiten entfernt, ebenso von vielen Wiederverwendungen. Trotzdem gab SpaceX bekannt, dass man ab 2028 keine Buchungen f&uuml;r die Falcon mehr akzeptiert, au&szlig;er von der US-Regierung.<\/p>\n<p>Also mal in Erinnerung gerufen: Das Starship V1 wurde zwei Jahre lang getestet, mit sechs Fl&uuml;gen. Das Starship V2 im letzten Jahr bei f&uuml;nf Fl&uuml;gen (es wurden sechs Vehikel gebaut, aber je eine Super Heavy und ein Starship wurden bei Tests auf der Starbase zerst&ouml;rt). So kann man annehmen, dass V3 und V4 auch je sechs Starts umfassen. Das bedeutet, in f&uuml;nf Monaten m&uuml;ssen dieses Jahr vier Starts erfolgen und n&auml;chstes Jahr sechs, wobei man sicher nicht im Januar startet.<\/p>\n<p>SpaceX kann sicher das Starship bis 2028 einsatzf&auml;hig f&uuml;r Transporte bekommen. F&uuml;r Kunden z&auml;hlt nur, ob es einen Orbit erreicht; ob die Super Heavy oder das Starship bei der Landung verloren gehen, ist f&uuml;r sie ohne Belang. Nicht jedoch f&uuml;r SpaceX, denn ich glaube kaum, dass sie Dutzende von Vehikeln pro Jahr f&uuml;r ihre Kunden und vor allem ihre eigenen Starts fertigen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Das Hauptproblem ist die Nutzlastkapazit&auml;t. Sowohl f&uuml;r V1 wie f&uuml;r V2 wurden vor dem ersten Flug 100 t Nutzlast versprochen, erreicht wurden 20 bzw. 35 t. Nun soll V3 wieder 100 t Nutzlast erreichen. Transportiert wurden maximal 37,5 t. Das ist die bekannte Nutzlastmasse beim letzten Flug, der neben 20 Starlink-Simulatoren auch zwei Starlink-Minisatelliten mit Kameras transportierte. Die Nutzlast sank also wie bei den vergangenen Modellen zwischen den Teststarts. Schaut man sich die Differenzen zwischen transportierter und echter Nutzlast an, so erh&auml;lt man folgendes Bild:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\"><\/td>\n<td width=\"25%\">V1<\/td>\n<td width=\"25%\">V2<\/td>\n<td width=\"25%\">V3<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">Nutzlast nach SpaceX<\/td>\n<td width=\"25%\">20 t<\/td>\n<td width=\"25%\">35 t<\/td>\n<td width=\"25%\">100 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">Transportiert bei Testfl&uuml;gen<\/td>\n<td width=\"25%\">0 t<\/td>\n<td width=\"25%\">11 \u2013 18,2 t<\/td>\n<td width=\"25%\">37,6 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">Differenz<\/td>\n<td width=\"25%\">20 t<\/td>\n<td width=\"25%\">17-24 t<\/td>\n<td width=\"25%\">62 t<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Bei den ersten beiden Versionen lag die Nutzlast etwa 20 t h&ouml;her als das, was bei den Tests transportiert wurde (es muss ja Reserven f&uuml;r Triebwerksausf&auml;lle geben). Vieles spricht daf&uuml;r, dass es auch beim V3 17 bis 20 t mehr sind und es so auf 52 bis 58 t Nutzlast kommt. SpaceX h&auml;tte das Starship und die Super Heavy deutlich im Gewicht verringern m&uuml;ssen, damit die 100 t Nutzlast m&ouml;glich sind. Derzeit muss das Starship um die 180 t \u2013 200 t wiegen.<\/p>\n<p>55 t sind auf dem Papier die gleiche Nutzlast wie eine Falcon Heavy und die dreifache einer Falcon 9. Aber die Falcon-9-Oberstufe wiegt nach meiner Sch&auml;tzung 6\u20137 t, das Starship 180 bis 200 t. Ohne Nutzlast kann es so maximal ein \u0394v von 800 bis 900 m\/s gegen&uuml;ber dem LEO aufbringen. Schon das \u0394v in einen 600 km hohen SSO betr&auml;gt zu einem 200 km 28,5-Grad-LEO als g&uuml;nstigste Bahn rund 700 m\/s. Weitere 110 m\/s braucht man, um den Orbit wieder zu verlassen (Mehraufwand gegen&uuml;ber 200 km LEO), weil der Orbit h&ouml;her ist. Das sind in der Summe 810 m\/s, damit ist die Nutzlast eines Starships minimal. Bei der niedrigeren Sch&auml;tzmasse von 180 t f&uuml;r das Starship und 55 t in den LEO w&auml;ren es dann nur noch 7 t. Einen GTO- oder Navstar-Orbit erreicht es ohne Auftanken gar nicht, und dass SpaceX die Auftanktechnologie neben der Qualifikation des Starships in neun Fl&uuml;gen (der n&auml;chste ist noch ohne Auftanken) hinbekommt, halte ich f&uuml;r unwahrscheinlich \u2013 und selbst dann muss SpaceX in schneller Reihenfolge Starships starten, denn die sind ja nicht isoliert.<\/p>\n<h4 class=\"western\">IPO und Aktienkurs<\/h4>\n<p>Zwischen den beiden Starts lag der IPO von SpaceX am 12.6.2026. Man konnte Aktien f&uuml;r 135 Dollar zeichnen und der erste Handelskurs lag bei 160 Dollar. Danach setzte eine Gewinnmitnahme ein und der Kurs stieg in wenigen Tagen bis auf 224,5 Dollar. Seitdem ist die Aktie aber im freien Fall, alleine nach dem gescheiterten Start am 15.7. sank sie innerhalb einer Woche von 126 auf 115 Dollar.<\/p>\n<p>Aus wirtschaftlicher Sicht ist dies nicht &uuml;berraschend: Die Firma hat nach IPO-Prospekt knapp 22.000 Mitarbeiter, macht Verluste, das einzige Gesch&auml;ftsfeld mit Gewinn ist Starlink, selbst das Launch-Business, also die Falcon-Raketen, macht Verluste. Trotzdem sollte die Firma eine Marktkapitalisierung von &uuml;ber 1,5 Billionen (deutsche Billionen, also 1.500 Milliarden) Dollar haben. Das hat nichts mit wirtschaftlicher Vernunft zu tun.<\/p>\n<p>Dabei sind bisher nur 4,9 % der Aktien (555,5 Millionen von 13.200 Millionen Aktien) im freien Handel. SpaceX plant nach IPO-Prospekt bis zu 12 weitere Chargen, die an die B&ouml;rse gehen. Daf&uuml;r ist ein niedriger Aktienkurs kein gutes Omen. Alleine die Ausgabe dieser 4 % aller Aktien sp&uuml;lte &uuml;ber 75 Milliarden Dollar in die Kassen von SpaceX, mit denen die Firma zuerst einmal Kredite abgel&ouml;st hat, denn sie war hoch verschuldet. Wahrscheinlich wird der Kurs weiter sinken.<\/p>\n<p>Zum einen steht am 4. August die Vorstellung der Quartalszahlen an. Sind die nicht besser als im ersten Quartal, wird der Kurs kaum steigen. Noch bedeutender: Am 6. August l&auml;uft die erste Sperrfrist aus. Dann werden auf einen Schlag 911,5 Millionen Aktien f&uuml;r den Handel freigegeben, die Insider bisher halten. Was w&uuml;rden Sie machen, wenn Ihre Aktie seit zwei Monaten nur an Wert verliert, diesen seit dem H&ouml;chststand fast halbiert hat? Ich vermute, viele werden sich von den Aktien trennen, denn bisher konnten sie die Aktien ja nicht verkaufen und da SpaceX keine Gewinne macht, gab es auch keine Dividende. Selbst wenn nur ein Teil der Aktien auf den Markt kommt, ist das gemessen an der bisherigen Zahl von 555 Millionen eine Menge. Es gibt dann mehr, die Aktien verkaufen wollen, als Leute, die sie kaufen, denn auch die warten, bis die Aktie wieder steigt, so d&uuml;rfte der Kurs weiter sinken. Am 21. August steht die erste Tranche nach dem IPO (320 Millionen Aktien) an. Das hei&szlig;t, in einem Monat k&ouml;nnte sich die Zahl der Aktien im freien Handel von 555 auf 1.786 Millionen erh&ouml;hen. Schwer zu glauben, dass diese inflation&auml;re Vermehrung mit einem steigenden Kurs korrespondiert.<\/p>\n<p>Da Starlink der einzige Gesch&auml;ftsbereich ist, der Profite macht hat SpaceX die Preise global um 5 bis 10 Dollar pro Monat erh&ouml;ht, teilweise wurden Kunden im Tarif <a href=\"https:\/\/www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de\/wissen\/digitale-welt\/mobilfunk-und-festnetz\/starlink-erhoeht-preise-und-stuft-kunden-automatisch-in-teureren-tarif-hoch-verbraucherzentrale-mahnt-anbieter-ab-124327\">hochgestuft<\/a>, sodass die Steigerung noch gr&ouml;&szlig;er ausfielen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">NASA<\/h4>\n<p>Vor dem Start erw&auml;hnten die Kommentatoren auch die Artemis 3 und 4 Missionen, das Starship sollte bei Artemis 3 getestet werden. Das verwundert etwas, ging man nach einem Kommentar von NASA Administrator Jared Isaacman doch aus das der Blue Moon bei Artemis 3 zum Einsatz kommt. SpaceX will ein Starship mit einem Koppeladapter zur Orion ausstatten. Betreten k&ouml;nnen sie es nicht aber fernsteuern.<\/p>\n<p>Das Government Accountability Office (US-Gegenst&uuml;ck zu unserem Bundesrechnungshof) erkl&auml;rte in einem am Donnerstag ver&ouml;ffentlichten Bericht, dass SpaceX vor gro&szlig;en Herausforderungen steht, die Kombination von Super Heavy-Starship f&uuml;r den kommerziellen Einsatz bereit zu bekommen.<\/p>\n<p>\u201cSpaceX\u2019s progress in developing its cryogenic fuel management technologies is a top risk for the program,\u201d so der GAO-Bericht. \u201cAt present, SpaceX\u2019s plan for (moon missions) requires on-orbit propellant transfer between multiple Starship vehicles in low-Earth orbit before the HLS (Human Landing System) Starship can be sent to and dock with the Orion spacecraft in lunar orbit.\u201d<\/p>\n<p>Ein weiteres Bedenken ist die Fertigstellung der Entwicklung der verbesserten Raptor-Triebwerke, \u201caddressing issues identified through testing.\u201d<\/p>\n<p>\u201cFurthermore, SpaceX is more than a year behind its original schedule for key events,\u201d hie&szlig; es seitens des GAO. \u201cThese include the critical design review, the long duration and propellant transfer demonstrations and the uncrewed lunar landing flight test.\u201d<\/p>\n<p>Die NASA rechnet derzeit mit 15 Tankfl&uuml;gen. Seitens SpaceX sind Tankerstarts alle 12 bis 24 Tage (eine\/zwei freie Startrampen) geplant, so kann das Auftanken 180 bis 360 Tage dauern. Die Startfrequenz wurde bisher aber noch lange nicht erreicht, zwischen diesem und dem letzten Start lagen 64 Tage.<\/p>\n<p>Die Raptor 3 sollen zwar leichter und leistungsf&auml;higer sein, scheinen aber noch immer dieselben Designm&auml;ngel zu haben, wie auch der Startabbruch zeigt \u2013 bei den fr&uuml;hen Testfl&uuml;gen versagte auch die LOX-Turbopumpe, weil es Eis im Triebwerk gab, das durch die Einleitung von Verbrennungsabgas in die Tanks entsteht. Viel getestet scheint man auch nicht zu haben. Im Heck konnte man die Seriennummern dreier Triebwerke sehen: 138, 145 und 150. Da schon 80 Triebwerke bei den bisherigen zwei Starts im Einsatz waren und man f&uuml;r einen Test der Super Heavy 33 St&uuml;ck braucht, kann es nicht viele Tests gegeben haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18788\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18788\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Ich gebe erst mal einen reinen textuellen &Uuml;berblick &uuml;ber den letzten Teststart. 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[&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4106],"tags":[5409,4385,5390,4387],"class_list":["post-18788","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spacex","tag-ift-13","tag-starship","tag-starship-v3","tag-super-heavy","entry"],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":58,"today_views":58},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":18432,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/10\/08\/vor-dem-starship-teststart-ift-11\/","url_meta":{"origin":18788,"position":0},"title":"Vor dem Starship-Teststart  IFT-11","author":"Bernd Leitenberger","date":"8. 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