{"id":18874,"date":"2026-08-25T08:57:05","date_gmt":"2026-08-25T06:57:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18874"},"modified":"2026-08-26T07:04:40","modified_gmt":"2026-08-26T05:04:40","slug":"raumfahrtgrundlagen-fuer-dummys-tanks-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/08\/25\/raumfahrtgrundlagen-fuer-dummys-tanks-1\/","title":{"rendered":"Raumfahrtgrundlagen f&uuml;r Dummys \u2013\u00a0Tanks (1)"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18874\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18874\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Das heutige Thema ist eigentlich von der Technik her ziemlich langweilig: Die technischen Grundlagen von Tanks, wobei ich den Begriff etwas weiter sehe und auch auf die Geh&auml;use von Feststofftriebwerken eingehe, stammen aus dem fr&uuml;hen 19.\u202fJahrhundert und wurden beim Bau der Kessel f&uuml;r Dampflokomotiven gefunden.<\/p>\n<p>Fangen wir mit den Formen an. Das ist nun einfache Geometrie, wie sie jeder in der Schule gehabt hat. Die optimale Form ist die einer Kugel. Jeder, der mal Tropfen aus dem Wasserhahn gesehen hat, wei&szlig; das. Ein Wassertropfen ist schwerelos, der Wassertropfen formt sich so, dass die Oberfl&auml;che minimal ist, und das ist bei einer Kugel der Fall. Neben der kleinstm&ouml;glichen Oberfl&auml;che, welche die Masse pro Inhalt reduziert, hat ein Tank in Kugelform einen weiteren Vorteil: Die Wanddicke ist nur halb so gro&szlig; wie bei einem Zylinder des gleichen Durchmessers, da die Kr&auml;fte nur halb so gro&szlig; sind.<!--more--><\/p>\n<p>Trotzdem werden Kugeltanks nur selten eingesetzt, zumindest bei Raketenstufen. Bei Satelliten werden Kugeltanks h&auml;ufiger genutzt. Zwei Ausnahmen sind die EPS\u2011Oberstufe und die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/hercules.shtml\">sowjetische N\u20111<\/a>. Bei der EPS sieht man den Vorteil deutlich: Die EPS kommt auf ein Voll\u2011\/Leermasseverh&auml;ltnis von 10. Andere Oberstufen mit Druckf&ouml;rderung haben einen Strukturfaktor von 6.<\/p>\n<p>Der Grund d&uuml;rfte sein, dass bei kugelf&ouml;rmigen Tanks in allen Stufen die Rakete spitzkegelig wird. Die Tanks werden mit jeder Stufe kleiner, und auch innerhalb einer Stufe ist es selten so, dass die Treibstoffe &auml;hnliches Volumen haben. Eine Ausnahme ist die <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/raktreib2.shtml\">Kombination MMH\/NTO<\/a>, die bei dem &uuml;blichen Mischungsverh&auml;ltnis 1:1,9 genau das gleiche Volumen einnimmt und so zu gleich gro&szlig;en Tanks f&uuml;hrt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/502e47db2287426bbb5d59fb7df4b193\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<p>Raketen sollen zylinderf&ouml;rmig sein, sonst w&auml;re die Nutzlastspitze recht klein. Das ist ein Nachteil. Daneben braucht man zwischen den kugelf&ouml;rmigen Tanks eine Zwischentankstruktur, die recht gro&szlig; ist und einen Teil der Gewichtseinsparnis ausgleicht. Aber gerade bei Oberstufen als letzte Stufen geht es anders: Die Nutzlastverkleidung kann man am Pol des oberen (gr&ouml;&szlig;eren) Tanks anbringen. Die Nutzlastverkleidung wird fr&uuml;hzeitig abgeworfen und kostet so weniger Nutzlast als eine Struktur, die in der Oberstufe verbleibt. Umgekehrt kann man den Stufenadapter der unteren Stufen, der ebenfalls kein Gewicht in der Oberstufe addiert, bis zum Pol des oberen (gr&ouml;&szlig;eren Tanks) verl&auml;ngern. Dann braucht man zwischen den beiden Tanks nur eine leichtgewichtige Gitterrohrverbindung. Die Gitterrohrverbindung hat einen weiteren Vorteil: Man kann an den Verbindungen flexible Elemente einbauen, die die Vibrationen d&auml;mpfen und so die Kr&auml;fte reduzieren, die auf die Tanks einwirken.<\/p>\n<p>Standard sind Zylinder. Die Abschl&uuml;sse sind Kugelschnitte. Ideal w&auml;re eine Halbkugel. Meist sind die Abschl&uuml;sse flacher, um die Struktur nach den Tanks oder zwischen den Tanks zu verk&uuml;rzen, wie Stufenadapter oder &Uuml;bergang zum Triebwerksger&uuml;st. Will man Gewicht einsparen, so kann man einen Integraltank bauen, das hei&szlig;t einen Zwischenboden einzuziehen. Das ist relativ unproblematisch, wenn beide Treibstoffe die gleiche Temperatur haben. Das ist bei den bei neuen Raketen h&auml;ufig eingesetzten Kombinationen LOX\/LH\u2082, LOX\/RP\u20111 und LOX\/LNG aber nicht der Fall. Dann muss man den Zwischenboden aufwendig isolieren, sonst friert eine Komponente aus und die andere verdampft.<\/p>\n<p>Zwei getrennte <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/tankform.shtml\">Tanks<\/a> sind einfacher zu fertigen, aber sie m&uuml;ssen mit einer Zwischentankverbindung verbunden werden. Die Zwischentankverbindung ist pro L&auml;nge bedeutend schwerer als die Tanks, da die Zwischentankverbindung nicht durch Innendruck stabilisiert wird. Die Zwischentankverbindung hat aber auch einen Vorteil: Dadurch kann man an der Zwischentankverbindung Booster befestigen. Ariane\u202f5 hatte in der Zentralstufe einen Integraltank. Die Booster wurden oben am Zwischenstufenadapter und unten am Schubger&uuml;st befestigt, beides Strukturen, die f&uuml;r die Aufnahme der Schubkr&auml;fte ausgelegt sind. Die Booster von Ariane\u202f6 sind viel k&uuml;rzer, deswegen hat man den Integraltank durch zwei getrennte Tanks ersetzt, wo die Booster nun im Zwischentankbereich angebracht werden.<\/p>\n<p>Relativ selten eingesetzt werden torusf&ouml;rmige Tanks, also Tanks in Form eines Donuts oder Rettungsrings. Die einzigen Beispiele, die ich kenne, stammen aus Russland. Torusf&ouml;rmige Tanks haben vor allem bei Oberstufen den Vorteil, dass man den Platz, um das meist kleine Triebwerk mit einer langen Expansionsd&uuml;se nutzen k&ouml;nnen, und die Tanks so um das Triebwerk herum legen kann. Vom Strukturfaktor liegt ein torusf&ouml;rmiger Tank zwischen einer Kugel und einem Zylinder. Seine Form ist aber deutlich schwerer zu fertigen.<\/p>\n<p>Das leitet &uuml;ber zu den Materialien. Da hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig getan. Die Auswahl richtet sich zuerst einmal nach der Zugfestigkeit, einer Materialkonstante. Die Zugfestigkeit bestimmt nach der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kesselformel\">Kesselformel<\/a> die Wanddicke, die ein Tank haben muss, um den Kr&auml;ften standzuhalten. Aber nicht nur die Zugfestigkeit ist wichtig, sondern auch das spezifische Gewicht des Materials. So war Stahl als Werkstoff eigentlich schon bei Beginn der Raumfahrt aussortiert. Stahl kann eine h&ouml;here Zugfestigkeit als Aluminium haben, aber Stahl ist auch dreimal schwerer. Die einzige Ausnahme war <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/atlas.shtml\">die Atlas<\/a>, die ausnutzte, dass bestimmte Stahlsorten unter Zug noch stabiler sind als ohne.<\/p>\n<p>Standard f&uuml;r Tanks war damals und ist es bis heute die Aluminiumlegierung 2219, eine Standardlegierung aus der Luftfahrt. Oberstufen, wo es auf das Gewicht ankommt, setzten fr&uuml;her auch manchmal Titan ein. Durch die geringe Dichte und hohe Zugfestigkeit w&auml;re Titan das optimale Material, w&auml;re Titan nicht schon in der Herstellung sehr teuer und zudem schlecht zu verarbeiten. Seit den Neunzigerjahren wird vermehrt die Aluminiumlegierung 2195 eingesetzt, die je nach Einsatzzweck 26\u202f% bis 40\u202f% leichter als die 2219 ist. Die Falcon\u202f9 soll aus der Aluminiumlegierung 2195 bestehen, ebenso setzte der Wasserstofftank der letzten Space Shuttles diese Legierung ein, was dessen Nutzlast um 3,5\u202ft anhob.<\/p>\n<p>Nun ein kleiner Abstecher zu Feststofftriebwerken. Deren H&uuml;lse ist eigentlich eine Kombination aus Tank und Brennkammer, mit &auml;hnlichen Anforderungen wie ein Tank. Der Unterschied ist, dass die Brennkammerdr&uuml;cke viel h&ouml;her sind. Beim aktuellen P\u2011160C (Vega C \/ <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane6.shtml\">Ariane 6<\/a>) liegt der Brennkammerdruck z.\u202fB. bei 110\u202fBar, bei Tanks in Fl&uuml;ssigkeitsraketen typisch bei einigen Bar.<\/p>\n<p>Gro&szlig;e Booster zur Startunterst&uuml;tzung wurden bis in die Neunzigerjahre aus Stahl gefertigt. Zum einen erreicht die Flammenfront der brennenden Treibstoffs&auml;ule die Wand, und Stahl hat eine viel h&ouml;here Erweichungs\u2011 und Schmelztemperatur als Aluminium. Zum anderen sind solche Startbooster auf Kosten optimiert. Es macht wenig Sinn, das teurere und aufwendiger zu verarbeitende Aluminium dort zu verarbeiten.<\/p>\n<p>Kleine Feststofftriebwerke in Oberstufen und Satelliten setzten dagegen lange glasfaserverst&auml;rkten Kunststoff (GFK) ein. Der glasfaserverst&auml;rkte Kunststoff verkohlte bei Erreichen der Flammenfront oberfl&auml;chlich, und das sch&uuml;tzte vor weiterer thermischer Belastung, die zudem nur wenige Sekunden lang einwirkte.<\/p>\n<p>Der Schlenker sei erlaubt, weil der Nachfolger von GFK bei den Werkstoffen kohlefaserverst&auml;rkter Kunststoff (CFK, im Englischen \u201eComposite\u201c genannt) ist. Technisch sind dies Kohlefasern, die in ein Harz eingebettet werden. Dieses Harz wird dann unter Vakuum, Druck und Temperatur ausgeh&auml;rtet. Bez&uuml;glich des Zugmomentes ist CFK absolute Spitze. Die Werte sind h&ouml;her als die aller anderen Materialien, aber die Dichte ist nur ein Viertel der von Stahl.<\/p>\n<p>Die Feststoffbooster der Ariane\u202f6 sind aus diesem Material. Bei der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ariane5.shtml\">Ariane\u202f5<\/a> war es noch Stahl. Dort hatten die Geh&auml;use einen Strukturfaktor von 12,7 bei einem Brennkammerdruck von 64\u202fBar. Beim Vorg&auml;nger des P\u2011160C (Detaildaten werden inzwischen auch bei der ESA nicht mehr publiziert) war der Strukturfaktor 26,3 bei 105\u202fBar Brennkammerdruck. Bezogen auf den gleichen Druck ist der Booster also um den Faktor 3,3 leichter. Der P\u2011160C kommt so auf einen Gesamtstrukturfaktor von 15,2. Das ist genauso gut wie bei LOX\/Kerosin\u2011Raketen, wenn diese denselben Schub haben.<\/p>\n<p>Bei Tanks hat sich das Material noch nicht durchgesetzt. Zum einen wegen der hohen Herstellungskosten. Zum anderen ist selbst fl&uuml;ssiger Sauerstoff sehr reaktiv. SpaceX hat eine Falcon\u202f9 verloren, als sich unter bis heute nicht ganz gekl&auml;rten Umst&auml;nden (die Verlautbarungen von SpaceX waren nicht sehr einleuchtend und dienten wohl dazu, Fertigungsm&auml;ngel zu vertuschen) die CFK\u2011H&uuml;lle einer Gasflasche sich im fl&uuml;ssigen Sauerstoff entz&uuml;ndete.<\/p>\n<p>Ich kenne bisher nur zwei Projekte, die CFK bei Tanks einsetzen. Das eine ist ein Tankdemonstrator, den die NASA mit Boeing entwickelte und in einer neuen Oberstufe einsetzen wollte, und das zweite ist die derzeit laufende Entwicklung der \u201eschwarzen Oberstufe\u201c der Ariane\u202f6, die 1\u20132\u202ft an Gewicht einsparen soll. (aktuell <a href=\"https:\/\/europeanspaceflight.com\/esa-confirms-ariane-6-block-3-upgrades-have-been-shelved\/\">berichtet ein Portal<\/a>, das man dieses Upgrade seitens der ESA eingestellt habe, es gibt aber keine offizielle Verlautbarung seitens der ESA).<\/p>\n<p>Die Problematik: CFK besteht haupts&auml;chlich aus Kohlenstoff, und Kohlenstoff verbrennt mit Sauerstoff. Metalle wie Eisen oder Aluminium sind chemisch eigentlich reaktiver, aber die gebildeten Oxide sch&uuml;tzen vor weiterer Oxidation als Schutzschicht.<\/p>\n<p>Das leitet zu den Anforderungen an einen Tank &uuml;ber. Es gibt nicht nur den Druck. Tanks werden auch thermisch belastet durch die Reibung an der Luft beim Aufstieg oder \u2013 wie schon erw&auml;hnt \u2013 in Feststoffraketen. Das f&uuml;hrte wohl zum Schwenken von CFK auf Stahl beim Starship, neben dem Kostenfaktor. Die Werkstoffeigenschaften sind zudem unterschiedlich. Es gibt sowohl Aluminium\u2011 wie Stahllegierungen, die bei tiefen (kryogenen) Temperaturen eine h&ouml;here Festigkeit als unter Zimmertemperatur haben, normalerweise ist dem nicht so. Das war damals auch ein Grund f&uuml;r die Wahl von Stahl f&uuml;r die Atlas. Hauptgrund ist nach Elkon Musk aber vor allem der geringere Preis.<\/p>\n<p>Nach der Kesselformel, mit der man Druckbelastungen und Wandst&auml;rke berechnen kann, steigt bei allen Tankformen die Wanddicke bei gleichem Druck proportional zum Durchmesser. Nimmt man den Zuwachs an Fl&auml;che hinzu, so steigt das Trockengewicht in der dritten Potenz zum Durchmesser, genauso wie das Volumen und damit die Treibstoffmenge. Gro&szlig;e Tanks haben also kein besseres Voll\u2011\/Leermasseverh&auml;ltnis als kleine. Vielmehr ist es von der Dichte der Fl&uuml;ssigkeit abh&auml;ngig, die sie aufnehmen. Bei kleinen Tanks setzt die Mindestwandst&auml;rke dann eine Grenze.<\/p>\n<p>Schon in den Siebzigerjahren erreichte man bei gro&szlig;en LOX\/Kerosin-Tanks ein Verh&auml;ltnis von 75:1 zum Inhalt, bei Wasserstoff mit einer dreimal niedrigeren Dichte lag es bei 25:1. Zum Vergleich: Eine 1,5\u2011l\u2011PET\u2011Flasche liegt bei 30:1.<\/p>\n<p>Zur Stabilisierung \u2013 au&szlig;en wirken beim Aufstieg aerodynamische Kr&auml;fte ein, und dies dr&uuml;ckt den Treibstoff in die Leitungen \u2013 sind Tanks durch einen leichten Innendruck stabilisiert. Diesen &Uuml;berdruck nutzt man, um die Wandst&auml;rke zu berechnen. Es gibt aber noch einen zweiten Druck, und der wird vom Treibstoff selbst ausge&uuml;bt. Eine Fl&uuml;ssigkeitss&auml;ule von 10\u202fm Wasser &uuml;bt einen Druck von 1\u202fBar aus. Bei Tankl&auml;ngen von 10 bis 20\u202fm kommen da im unteren Teil leicht weitere 1\u20132\u202fBar hinzu (der &Uuml;berdruck im vollen Tank durch Druckgas liegt meist bei 1\u20133\u202fBar). Im Extremfall bei der Superheavy sind es 6\u202fBar Druck durch die Fl&uuml;ssigkeits&auml;ule. Das muss man noch mit der Beschleunigung multiplizieren. Die erste Stufe nur mit der Startbeschleunigung, da sich die Tanks schneller entleeren, als die Rakete schneller wird. Aber die Oberstufe ist der Spitzenbeschleunigung voll ausgesetzt.<\/p>\n<p>Fr&uuml;her fertigte man Tanks daher mit unterschiedlich dicken Tankw&auml;nden: unten dicker und oben d&uuml;nner, der Druck nimmt ja nach oben hin ab. Das spart Gewicht ein. Heute ist das nicht mehr der Fall, denn &uuml;berall gleich starke W&auml;nde sind einfacher zu fertigen. Die Atlas ist hier ein gutes Beispiel. Die W&auml;nde waren oben so d&uuml;nn, dass die Atlas nur bei Innendruck stabil war. Einige Exemplare, die in Museen ausgestellt wurden, kollabierten, als das Aggregat f&uuml;r diese Aufgabe versagte. Einmal fand dies auch bei den Startvorbereitungen einer Atlas\u202fC f&uuml;r <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pioneer-p.shtml\">eine Mondsonde<\/a> statt.<\/p>\n<p>Der Hersteller Convair warnte denn auch, als die USAF vorschlug, die Atlas als Tr&auml;gerrakete zu nutzen, vor dieser Schwachstelle, was von der USAF ignoriert wurde. Die NASA kam aber bei einer internen Untersuchung zu demselben Schluss und fragte nach, ob die unver&auml;nderte Atlas denn ihre Mercury\u2011Kapsel transportieren k&ouml;nnte. Das Problem war weniger das Gewicht als vielmehr die nicht so aerodynamische Form der stunpfkegeligen Mercurykapsel mit Fluchtturm, verglichen mit dem spitzkegeligen Sprengkopf. Die Air Force meinte, es g&auml;be keine Probleme, und weigerte sich kategorisch, vorgeschlagene Verst&auml;rkungen im oberen Teil umzusetzen.<\/p>\n<p>So kam es, wie es kommen musste: 59\u202fSekunden nach dem Start kollabierte beim ersten Start einer Mercury Kapsel auf der Atlas (<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mercury-ma1.shtml\">Mercury Atlas 1<\/a>) die in diesem Bereich nur 0,25\u20131\u202fmm dicke H&uuml;lle, und die austretenden Treibstoffe f&uuml;hrten zur Explosion. Die Atlas durchquerte gerade die Zone von Max\u2011Q, der maximalen aerodynamischen Belastung. Danach wurden die Atlas zuerst oben durch ein nachtr&auml;glich angebrachtes \u201eBelly Band\u201c verst&auml;rkt, sp&auml;ter die Tanks aller Atlas dicker gefertigt.<\/p>\n<p>So, eigentlich wollte ich noch zur Druckbeaufschlagung schreiben, aber der Artikel ist jetzt schon recht lang geworden, sodass ihr daf&uuml;r noch einen zweiten Teil bekommt. Kleiner Spoiler: Auch mit diesem Thema hat eine Firma mit X massive Probleme und schon mehrere Starships in die Luft gejagt. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/08\/26\/raumfahrtgrundlagen-fuer-dummys-tanks-2\/\">Darum geht es dann in Teil 2.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18874\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18874\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Das heutige Thema ist eigentlich von der Technik her ziemlich langweilig: Die technischen Grundlagen von Tanks, wobei ich den Begriff etwas weiter sehe und auch auf die Geh&auml;use von Feststofftriebwerken eingehe, stammen aus dem fr&uuml;hen 19.\u202fJahrhundert und wurden beim Bau der Kessel f&uuml;r Dampflokomotiven gefunden. 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Wenn nun alle anderen Raumfahrtfirmen pleitegehen, wenn das Starship V4 nach 321 Testfl\u00fcgen endlich 2051 in Betrieb geht, dann m\u00fcssen diese Firmen nach einem neuen Gesch\u00e4ftsmodell Ausschau\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/82677244933d4c999d95caa6e9fad558","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18910,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/08\/30\/raumfahrtgrundlagen-fuer-dummys-treibstofffoerderung\/","url_meta":{"origin":18874,"position":4},"title":"Raumfahrtgrundlagen f&uuml;r Dummys \u2013 Treibstofff&ouml;rderung","author":"Bernd Leitenberger","date":"30.08.2026","format":false,"excerpt":"Im ersten Teil habe ich den grunds\u00e4tzlichen Aufbau eines Triebwerks erl\u00e4utert. In diesem Teil geht es um einen zentralen Teil, die Treibstofff\u00f6rderung. 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