{"id":18956,"date":"2026-09-19T18:58:23","date_gmt":"2026-09-19T16:58:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18956"},"modified":"2026-09-19T18:58:23","modified_gmt":"2026-09-19T16:58:23","slug":"raumfahrtgrundlagen-fuer-dummys-bahnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/09\/19\/raumfahrtgrundlagen-fuer-dummys-bahnen\/","title":{"rendered":"Raumfahrtgrundlagen f&uuml;r Dummys \u2013 Bahnen"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18956\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18956\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Im heutigen Teil des Grundlagen\u2011Kurses geht es um den Teil, der am meisten mit Mathematik verkn&uuml;pft ist und wo es nur wenige einfache Gleichungen gibt. Aber ich will es trotzdem mal durchkauen und lasse eben das weg, was komplizierte Mathematik ist.<\/p>\n<h4 class=\"western\"><strong>Das Gravitationsgesetz<\/strong><\/h4>\n<p>Grundlage aller Bahnen ist das Gravitationsgesetz. Wie schon Isaac Newton erkannte, wirkt zwischen zwei K&ouml;rpern eine Kraft, die sie zueinander zieht:<!--more--><\/p>\n<p><b>F = M1 * M2 * \u00b5 \/ D\u00b2<\/b><\/p>\n<p>M1, M2: die Massen der K&ouml;rper<br \/>\nD: Distanz<br \/>\n\u00b5: Gravitationskonstante 6,6726\u2026 \u00d7 10\u207b\u00b9\u00b9 m\u00b3 kg\u207b\u00b9 s\u207b\u00b2 (bzw. Nm\u00b2\/kg\u00b2)<\/p>\n<p>Will man die Beschleunigung auf einen der K&ouml;rper, meistens den leichteren (M1), bestimmen, so bildet man:<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/5515c72fe9934ef292e7de63c0beae90\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\n<b>a = F \/ M1<\/b><\/p>\n<p>So k&uuml;rzt sich M1 aus den Gleichungen heraus, und das bleibt auch bei den folgenden Betrachtungen so:<\/p>\n<p><b>a = M2 * \u00b5 \/ D\u00b2<\/b><\/p>\n<p>Macht man dies mit der Masse der Erde (5,976\u202f\u00d7\u202f10\u00b2\u2074 kg), so erh&auml;lt man die Erdbeschleunigung g\u2080 \u2248 9,81\u202fm\/s\u00b2. Das Ungef&auml;hrzeichen, weil sie vom Abstand vom Erdmittelpunkt abh&auml;ngt (das gilt f&uuml;r alle Berechnungen; ein weiterer Fehler bei eigenen Berechnungen ist, dass man die Distanzen in km und nicht in Metern angibt) und der ist bei der Erde nicht konstant. Am &Auml;quator ist g\u2080 etwas kleiner als am Pol.<\/p>\n<p>Jeder K&ouml;rper w&uuml;rde aufgrund der Anziehung zum Erdmittelpunkt fallen, sofern ihn nichts davon abh&auml;lt. Er hat alleine dadurch, dass man ihn vom Erdmittelpunkt entfernt hat, eine Ruheenergie, die berechenbar ist nach:<\/p>\n<p><b>E\u209a\u2092\u209c = \u00b5 * M * (<sup>1<\/sup>\/<sub>R\u2081<\/sub> \u2013 <sup>1<\/sup>\/<sub>R\u2082<\/sub>)<\/b><\/p>\n<p>R\u2081 und R\u2082 sind die Distanzen vom Erdmittelpunkt. Wenn man z.\u202fB. 1\u202fkg um 2\u202fm vom mittleren Erdradius (6.378.000\u202fm) anhebt, so muss man eine Energie von 19,6\u202fJ aufwenden. Aus der Formel kann man, wenn man noch den Satz f&uuml;r die kinetische Energie hinzunimmt (beim Fallen wird die Ruheenergie in Bewegungsenergie, also kinetische Energie umgewandelt), berechnen, wie stark man einen K&ouml;rper beschleunigen muss oder welche Energie er bekommen muss, um ihn gegen die Gravitation anzuheben:<\/p>\n<p><b>E\u2096\u1d62\u2099 = \u00bd * M * v\u00b2<\/b><\/p>\n<p><b>v = \u221a(2 * E\u209a\u2092\u209c)<\/b><\/p>\n<p>F&uuml;r die Erdoberfl&auml;che errechnet man so die Fluchtgeschwindigkeit von 11,2\u202fkm\/s. Setzt man jeweils die Distanz vom Erdmittelpunkt ein, so kann man die Fluchtgeschwindigkeit f&uuml;r jede H&ouml;he berechnen. Nimmt man R\u2081 und R\u2082, so kann man berechnen, welche Geschwindigkeit eine Kanone erreichen muss, damit das Projektil eine vorgegebene Spitzenh&ouml;he erreicht. Das gilt auch f&uuml;r Raketen, aber da muss man die Gravitationsverluste ber&uuml;cksichtigen und dass der Brennschlusspunkt nicht am Erdboden liegt.<\/p>\n<p>Beispiel: Um 200\u202fkm H&ouml;he zu erreichen, berechnet man erst die potenzielle Energie:<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif;\">E\u209a\u2092\u209c = \u00b5 * M * (<sup>1<\/sup>\/<sub>R\u2081<\/sub> \u2013 <sup>1<\/sup>\/<sub>R\u2082<\/sub>)<\/span><\/p>\n<p>E\u209a\u2092\u209c = 6,67\u2026\u202f\u00d7\u202f10\u207b\u00b9\u00b9 * 5,96\u2026\u202f\u00d7\u202f10\u00b2\u2074 * (1\/6.378.000 \u2013 1\/(6.378.000\u202f+\u202f200.000)) E\u209a\u2092\u209c = 1.900.891<\/p>\n<p>v = \u221a(E\u209a\u2092\u209c * 2) = 1.949,8\u202fm\/s<\/p>\n<p>Will man die Gravitationskraft nur aufheben, also nicht an H&ouml;he gewinnen, so braucht man genau die halbe Energie f&uuml;r die Fluchtgeschwindigkeit, und &uuml;ber die Umrechnung in eine Geschwindigkeit kommt man auf die Kreisgeschwindigkeit:<\/p>\n<p><b>V\u2096\u1d63\u2091\u1d62\u209b = \u221a(\u00b5 * M \/ R)<\/b><\/p>\n<p>Das sind 7.910\u202fm\/s f&uuml;r den Erdboden; mit steigendem Abstand sinkt sie ab. Die Periode bei Ellipsen und Kreisen kann man auf mehrere Arten berechnen. F&uuml;r Kreise kann man einfach den Umfang durch die Kreisgeschwindigkeit teilen:<\/p>\n<p><b>Periode = \u03c0 * r * 2 \/ V\u2096\u1d63\u2091\u1d62\u209b<\/b><\/p>\n<p>F&uuml;r die Erdoberfl&auml;che w&auml;re diese bei etwa 5.066\u202fSekunden oder 1\u202fStunde\u202f24\u202fMinuten. F&uuml;r Ellipsen nimmt man anstatt dem Radius die gro&szlig;e Halbachse, wobei ich zum n&auml;chsten Kapitel komme:<\/p>\n<h4 class=\"western\"><strong>Bahnen im Raum<\/strong><\/h4>\n<p>Um die genaue Lage einer Bahn und der aktuellen Position im Raum zu beschreiben, braucht man sechs Parameter. Ich nutze bei meinen Simulationen vor allem das kartesische Koordinatensystem. Das hat drei Raumachsen (x, y, z) und den Mittelpunkt im Gravitationszentrum (0, 0, 0). Im kartesischen System wird die Bewegung eines K&ouml;rpers im Raum durch den Positionsvektor und den Geschwindigkeitsvektor beschrieben, jeder mit den Koordinaten in x\u2011, y\u2011, z\u2011Achse.<\/p>\n<p>Beim astronomischen Koordinatensystem ist es komplexer. Denn es gibt f&uuml;r die meisten der sechs Parameter mehrere Definitionen, die man umrechnen kann. So nutze ich oft den n&auml;chsten und fernsten Punkt der Bahn, Peri\u2011 und Apopunkt (je nach Himmelsk&ouml;rper des Zentralk&ouml;rpers hei&szlig;t der dann Perihel, Perig&auml;um, Perilun&auml;um oder Perijovium). Alternativ kann man auch gro&szlig;e Halbachse und Exzentrizit&auml;t nutzen, die man in den Peri\u2011 und Apopunkt umrechnen kann. Es gibt &uuml;brigens auch die bei der Ellipse bekannte kleine Halbachse, aber sie braucht man nicht f&uuml;r Berechnungen, wohl aber, wenn man eine geschlossene Bahn zeichnen will.<\/p>\n<p>Apopunkt und Peripunkt legen den minimalen und maximalen Abstand fest. Die Bahnneigung oder Inklination ist die Neigung der Bahnebene zu einer Referenzebene, per Definition der &Auml;quatorebene. Damit ist die Bahnform beschrieben. Die wahre Anomalie \u2013 ein Winkel, der von \u2013\u03c0 bis +\u03c0 l&auml;uft \u2013 erlaubt es, die Position seit dem Durchlaufen des Peripunktes zu berechnen. Dann braucht man noch zwei Parameter, um die Lage im Raum zu fixieren. &Uuml;blich ist die Angabe des Arguments der Periapsis und des Winkels des aufsteigenden Knotens. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bahnelement\">Wenn ihr bei Wikipedia nachschaut<\/a>, dann seht ihr aber, dass es einige Definitionen gibt; 15\u202fDefinitionen gibt es, die nur zum Teil umrechenbar sind.<\/p>\n<p>Ich brauche f&uuml;r weitere Berechnungen nur die Halbachse, die wie folgt definiert ist:<\/p>\n<p><b>a = (Periapsis + Apoapsis) \/ 2<\/b><\/p>\n<p>(a steht hier f&uuml;r Halbachse, nicht Beschleunigung). Denn damit kann man mit der Vis\u2011Viva\u2011Gleichung die momentane Geschwindigkeit bei einem bestimmten Abstand berechnen:<\/p>\n<p><b>v = \u221a(\u00b5 * M * (<sup>2<\/sup>\/<sub>r<\/sub> \u2013 <sup>1<\/sup>\/<sub>a<\/sub>))<\/b><\/p>\n<p>Die Gleichung funktioniert auch bei Hyperbeln. Da ist der Apopunkt negativ und damit auch die Halbachse; man kann aber bei ihnen keine Umlaufdauer berechnen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Besondere Bahnen<\/h4>\n<p>Es gibt einige bekannte Abk&uuml;rzungen f&uuml;r bestimmte Orbits.<\/p>\n<p><strong>LEO: Low Earth Orbit:<\/strong> Der Orbit mit der h&ouml;chsten Nutzlast. Das liegt vor, wenn man direkt nach Osten startet und damit die Erdrotation (465\u202fm\/s am &Auml;quator, cos(Breitengrad)\u202f\u00d7\u202f465 f&uuml;r einen beliebigen Breitengrad) mitnimmt. Die Bahnh&ouml;he sollte m&ouml;glichst niedrig sein, aber doch so hoch, dass man einen Satelliten in Betrieb nehmen kann. Als Standard wurden fr&uuml;her bei den USA meist 185,2\u202fkm Bahnh&ouml;he (100\u202fnautische Meilen) verwendet. Wie man an den Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber die Ruheenergie im Gravitationsfeld sieht, muss man trotz abnehmender Bahngeschwindigkeit f&uuml;r h&ouml;here Bahnen mehr Energie aufbringen. Sofern dies m&ouml;glich ist, nutzt man daher einen Zweiimpulstransfer (siehe unten).<\/p>\n<p><strong>SSO: Sun\u2011Synchronous Orbit:<\/strong> Ein Orbit mit einer Bahnneigung etwas &uuml;ber 90\u202fGrad, typisch 95 bis 99\u202fGrad. Er verl&auml;uft daher nahezu &uuml;ber die Pole, aber r&uuml;ckw&auml;rts. Dieser besondere Orbit hat den Vorteil, dass die Passage eines Punktes auf der Erde immer zur gleichen lokalen Uhrzeit erfolgt, also z.\u202fB. immer zwischen 14:30 und 15:00 nachmittags. Das ist f&uuml;r Erdbeobachtung und Fotoaufkl&auml;rung wichtig, da man so immer den gleichen Schattenwurf hat und so auch Fortschritte durch Vermessen der Schattenh&ouml;he berechnen kann.<\/p>\n<p><strong>PEO: Polar Earth Orbit:<\/strong> Ein Orbit, der genau &uuml;ber die Pole f&uuml;hrt, und somit ist die ganze Erdoberfl&auml;che beobachtbar.<\/p>\n<p><strong>GSO: Geosynchroner Earth Orbit:<\/strong> Ein Orbit, der &uuml;ber dem &Auml;quator verl&auml;uft und eine Periode von 23\u202fStunden\u202f56\u202fMinuten hat. In genau derselben Zeit rotiert die Erde um ihre eigene Achse. Ein Satellit im GSO steht daher f&uuml;r einen Beobachter immer an derselben Stelle, was die Ausrichtung von Antennen stark erleichtert. Der GSO verl&auml;uft in rund 36.000\u202fkm Distanz von der Erde. Ist die Bahn leicht zum &Auml;quator geneigt, dann bleibt der Satellit nicht stehen, sondern beschreibt eine Bahn in der Form einer \u201e8\u201c.<\/p>\n<p><strong><b>GTO: Geosynchroner Transfer Orbit.<\/b><\/strong> Es ist sehr ung&uuml;nstig, erst senkrecht in 36.000\u202fkm H&ouml;he zu fliegen und dort in den Orbit umzulenken; um diese H&ouml;he zu erreichen, braucht man fast die Fluchtgeschwindigkeit. Man bringt den Satelliten in zwei Schritten in den GTO. Zuerst transportiert man ihn in einen Orbit, dessen erdn&auml;chster Punkt einem LEO entspricht, dessen erdfernster dann im GSO liegt. Nach etwas mehr als 5\u202fStunden gelangt er dort an. Dort wird meist ein interner Antrieb gez&uuml;ndet, der den Satelliten nochmals beschleunigt, sodass er den GSO erreicht. Dabei wird auch die Bahnneigung, die jeder Satellit hat, au&szlig;er er startet vom &Auml;quator aus, abgebaut.<\/p>\n<h4 class=\"western\"><strong>Zwei Impuls Transfer<\/strong><\/h4>\n<p>Es ist energetisch g&uuml;nstiger, einen hohen Orbit nicht direkt zu erreichen, sondern &uuml;ber einen Umweg. Man bringt einen Satelliten zuerst in einen niedrigen Orbit. Je niedriger er ist, desto weniger Energie braucht man, weil zur Geschwindigkeit in der Kreisbahn \u2013 eine Zentrifugalkraft, die die Gravitationskraft in Schach h&auml;lt \u2013 noch die potenzielle Energie aufzubringen ist, um diese Bahnh&ouml;he &uuml;berhaupt zu erreichen; das sind selbst bei niedrigen Orbits rund 1.800\u202fm\/s. Die Untergrenze setzt die Atmosph&auml;re, die rasch immer dichter wird. Unter 160\u202fkm H&ouml;he vergl&uuml;ht ein Satellit innerhalb eines Tages, das ist das absolute Minimum.<\/p>\n<p>Beschleunigt man aus diesem Orbit weiter, so weitet sich die Kreisbahn zur Ellipse auf. Man stoppt dies, wenn die gew&uuml;nschte Zielbahnh&ouml;he erreicht ist. Dann muss man warten, bis diese H&ouml;he erreicht ist, nach einer halben Periode, bei niedrigen Erdorbits typisch 50\u202fMinuten. Dort angekommen w&uuml;rde der Satellit sich nun der Erde n&auml;hern. Deswegen z&uuml;ndet man erneut den Antrieb und zirkularisiert die Bahn.<\/p>\n<p>Der Vorteil ist nicht nur, dass man so die Ruheenergie im Gravitationsfeld aufbringen muss, sondern diese Strategie spart sogar noch Energie ein, wie dies beim &Uuml;bergang LEO \u2192 GSO deutlich wird:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">Bahn<\/td>\n<td width=\"25%\">Bahnparameter<\/td>\n<td width=\"25%\">Geschwindigkeit<\/td>\n<td width=\"25%\">Differenz<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">LEO<\/td>\n<td width=\"25%\">200 km kreisf&ouml;rmig<\/td>\n<td width=\"25%\">7784 m\/s<\/td>\n<td width=\"25%\">+2458 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">GTO<\/td>\n<td width=\"25%\">200 x 36000 km<\/td>\n<td width=\"25%\">10.242 m\/s @ 200 km<br \/>\n1.590 m\/s @ 36000 km<\/td>\n<td width=\"25%\">+1477 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">GSO<\/td>\n<td width=\"25%\">36000 km kreisf&ouml;rmig<\/td>\n<td width=\"25%\">3067 m\/s<\/td>\n<td width=\"25%\">+ 3935 m\/s<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Differenz von LEO\u2011 und GSO\u2011Kreisbahngeschwindigkeit betr&auml;gt 7.784\u202f\u2013\u202f3.067\u202fm\/s\u202f=\u202f4.717\u202fm\/s, also rund 800\u202fm\/s mehr als die 3935 m\/s beim Zweiimpulstransfer. Man spart also Treibstoff ein. Allerdings kann nicht jede Rakete Zweiimpulsman&ouml;ver durchf&uuml;hren, denn dazu muss sie mehrmals z&uuml;ndbar sein. Ariane\u202f1\u20135 verwendeten &uuml;ber Jahrzehnte das nur einmal z&uuml;ndbare HM\u20117\u2011Triebwerk. Das war kein Nachteil, weil die meisten Starts in den GTO f&uuml;hrten; da schaltete man das Triebwerk einfach nicht ab, wenn der LEO erreicht war, sondern erst, wenn das Apog&auml;um in 36.000\u202fkm H&ouml;he lag. Die Zirkularisierung f&uuml;hrte dann der Satellit selbst durch. Es ist &uuml;brigens normal das im Peripunkt bei Ellipsen die Geschwindigkeit immer gr&ouml;&szlig;er als die Kreisbahngeschwindigkeit in dieser H&ouml;he ist und Apopunkt immer kleiner. Nur wenn der Satellit sich genau in einer Entfernung (vom Erdmittelpunkt) befindet die der Halbachse entspricht ist seine Geschwindigkeit gleich der lokalen Kreisgeschwindigkeit, aber sein Geschwindigkeitsvektor zeigt eben in eine andere Richtung.<\/p>\n<p>Bei den wenigen Starts von Ariane in sonnensynchrone Umlaufbahnen nahm aber dann die Nutzlast von Ariane viel st&auml;rker ab als bei anderen Tr&auml;gern, weil man so beschleunigen musste, dass der niedrigste Bahnpunkt in der sp&auml;teren Bahnh&ouml;he (typisch 700\u2013800\u202fkm H&ouml;he) liegt.<\/p>\n<p>Die Abbildung zeigt die Unterschiede bei zwei Ariane 5 Typen. Die geraden Bahnst&uuml;cke sind jeweils ohne Antrieb durchgeflogene Kurven. Deutlich wird der Unterschied.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium\" src=\"\/img\/sso-ariane-vergleich2.png\" width=\"1003\" height=\"600\" \/><\/p>\n<p>Das wars f&uuml;r heute. Der n&auml;chste Artikel geht dann auf die Besonderheiten ein, wenn man nicht Bahnen um die Erde, sondern im Sonnensystem betrachtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18956\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18956\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Im heutigen Teil des Grundlagen\u2011Kurses geht es um den Teil, der am meisten mit Mathematik verkn&uuml;pft ist und wo es nur wenige einfache Gleichungen gibt. 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